67. Daily Mail & General Trust plc

Umsatz 2015: £ 1,845 Mrd. (€ 2,542 Mrd.)

Überblick

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Das britische Medienhaus Daily Mail and General Trust plc (DMGT) ist auf den Feldern nationaler und regionaler Zeitungen, Internet und Radio aktiv, bemüht sich aber schon seit Jahren erfolgreich darum, vom klassischen Geschäftsfeld der Presse unabhängiger zu werden. Stammten 1996 noch 86 Prozent des Betriebsergebnisses aus dem Zeitungsgeschäft, waren es 2009 nur noch 27 Prozent. Am meisten tragen inzwischen Business-to-Business-Sparten wie DMG Information und Euromoney zum Gewinn bei.

Obwohl DMGT international operiert, sind die wichtigsten Geschäftseinheiten in Großbritannien angesiedelt. Zugpferd des Konzerns ist die zweitmeistverkaufte Tageszeitung des Landes, das erstmals 1896 publizierte Tabloid "Daily Mail". Durch den Verkauf der Mehrheit des "Evening Standard" an den russischen Milliardär Alexander Lebedew, den "Sieg" im Londoner Gratiszeitungskrieg gegen Rupert Murdoch und die folgende Einstellung auch des eigenen Gratistitels "London Lite" erregte DMGT 2009 wiederholt globales Aufsehen.

Basisdaten

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Hauptsitz:
Northcliffe House, 2 Derry Street, London W8 5TT, Großbritannien
Telefon: 0044-020-7938 6000
Telefax: 0044-020-7937 3745
Internet: www.dmgt.co.uk

Branche: Zeitungen, Zeitschriften, Informationsdienste, Internet, Radio
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.10. – 30.09.
Gründungsjahr: 1896 (Aktiengesellschaft seit 1922)

Tab. I: Ökonomische Basisdaten ("adjusted results" in Mio. £)
2016201520142013
Umsatz1.9171.8451.8641.802
Gewinn (nach Steuern)260245311300

Geschäftsführung

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Management

  • Lord Rothermere, Chairman
  • Martin Morgan, CEO
  • Stephen Daintith, CFO

Board of Directors

  • The Viscount Rothermere
  • M.W.H. Morgan
  • S.W. Daintith
  • K.J. Beatty
  • PM Dacre
  • DMM Dutton
  • FP Balsemao
  • NW Berry
  • JG Hemingway
  • Lady Keswick
  • AH Lane
  • DH Nelson
  • KAH Perry
  • H. Roizen
  • D. Trempont

 

Besitzverhältnisse: Streubesitz (100%), 80 % der Aktien mit Stimmrecht in Familienbesitz.

Geschichte und Profil

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Die Geschichte der DMGT ist die Geschichte der britischen „Press Barons“ der Jahrhundertwende: Im Mai 1896 erschien die „Daily Mail“ als erste landesweite „Billigzeitung“ auf dem britischen Zeitungsmarkt. Verleger Alfred Harmsworth, später als Lord Northcliffe geadelt, bot ein journalistisch gut gemachtes, modernes Blatt. Bereits um 1900 lag die Auflage bei über einer Millionen Exemplare. Die „Mail“ machte schon immer Politik: Im Burenkrieg setzte sie sich über die Zensur hinweg und deckte untertriebene Verlustzahlen der eigenen Seite auf; im Ersten Weltkrieg erzwang das Blatt den Rücktritt des damaligen Premierministers. Nach Lord Northcliffes frühem Tod 1922 ging das Unternehmen auf seinen Bruder Harold (mittlerweile ebenfalls als Viscount Rothermere von Adel) über, der das Kunststück fertigbrachte, in den 30er Jahren sowohl Winston Churchill als auch die britischen Faschisten zu fördern - und damit der Reputation der „Daily Mail“ als unabhängig-konservativer Zeitung schwer zuzusetzen. Seit 1928 gehörte bereits eine Kette von Regionalzeitungen (Northcliffe Newspapers) zum Konzern.

Obwohl die „Mail“ vom Zeitungssterben der 60er Jahre profitiert hatte, steckte sie in einer tiefen Krise, als 1971 Vere Harmsworth in die Konzernspitze aufrückte. Der Hauptkonkurrent „Daily Express“ hatte eine mehr als doppelt so große Auflage, ein Zusammenschluss beider Blätter stand unmittelbar bevor. Doch Harmsworth widersetzte sich seinem eigenen Aufsichtsrat, positionierte die „Mail“ als anspruchsvolle Boulevardzeitung und setzte auf eine jüngere, durchschnittlich gebildete Leserschicht. Später verordnete er dem Blatt noch die Sonntags-Schwester „Mail on Sunday“. Mit der Verpflichtung von David English (1931-1998) als Chefredakteur gelang ein weiterer Coup. Bis zu seinem Tode galt English als einer der erfolgreichsten Zeitungsmacher Großbritanniens. 1991 überstieg die Auflage der „Daily Mail“ erstmals die des „Daily Express“.

Die Verlagsaktivitäten florierten lange - auch dank umfangreicher Investitionen in die DMGT-eigenen Druckereien. Die Auflage der "Daily Mail" lag im Oktober 2011 bei unter zwei Millionen verkauften Exemplaren (minus 6,15 Prozent gegenüber dem Vorjahr), die der "Mail On Sunday" knapp darüber (minus 1,82 Prozent; aktuelle Zahlen liefert der Guardian). Damit halten sich diese Blätter relativ stabil im kontinuierlich schrumpfenden britischen Zeitungsmarkt, auf dem die Verlage überdies über Jahre hinweg nicht nur ihren Mitbewerbern, sondern auch ihren eigenen Kaufzeitungen Konkurrenz durch Gratiszeitungen machten: Die 1999 in London gestartete Gratis-Zeitung „Metro“ (nicht zu verwechseln mit dem international verbreiteten schwedischen Gratiszeitungs-Konzept "Metro International") schreibt seit 2002 schwarze Zahlen. DMGT vertreibt sie als Joint Venture mit regionalen Mediengruppen auch in Yorkshire, Manchester und Schottland. So werden landesweit täglich durchschnittlich 1,3 Millionen Exemplare verteilt, die nach Angaben von DMGT über drei Millionen Leser erreichen. Nach eigenen Angaben handelt es sich um "the world's largest free newspaper".

Von 2006 an bekämpfte DMGT überdies mit der Abendzeitung "London Lite" das "London Paper" des Rivalen Rupert Murdoch (News Corp.) im "Gratiszeitungs-Krieg" ("The Independant": "A vicious press war with no real victors"). Als der international tätige Medienmogul seine in zuletzt über 500.000 Exemplaren verteilte Gratiszeitung zum September 2009 überraschend einstellte, erzielte die DMGT-Tochter Associated Newspapers einen Sieg, der viele Beobachter überraschte. Murdochs Titel soll binnen zwölf Monaten Verluste von 9,1 Millionen Pfund gemacht haben - "um die Hälfte mehr als veranschlagt" ("Frankfurter Rundschau"). Bei "London Lite" freilich werden kaum geringere Verluste vermutet. Folglich stellte DMGT den Titel am 13. November 2009 ebenfalls ein.

Schon zuvor hatte die England heftig treffende Zeitungskrise zu einem spektakulären, im In- und Ausland viel diskutierten Schritt geführt: Im Februar 2009 verkaufte DMGT 76 Prozent der Anteile am "Evening Standard" an die Holding des russischen Milliardärs Alexander Lebedew. Zuletzt stimmte auch Lord Rothermere dem Geschäft zu - und verglich diesen Schritt im Interview mit der "Sunday Times" mit dem Tod seiner Eltern. Der Kaufpreis für das defizitäre Blatt, dessen Auflage unter die Marke von 300.000 Exemplaren gefallen war, dem aber großer Einfluss auf die Londoner Politik zugeschrieben wird (vgl. "Tagesspiegel"), betrug nur einen symbolischen Pfund Sterling. Der als "Oligarch" und "ehemaliger KGB-Agent" apostrophierte Käufer ist u.a. an der russischen Fluggesellschaft Aeroflot, aber auch an der Oppositionszeitung "Nowaja Gaseta" beteiligt. Investionen von rund 25 Millionen Pfund in das kriselnde Blatt sollen dessen Bestehen sichern. Sein Sohn Evgeny Lebedew wurde Geschäftsführer des "Standard". Mit einem Minderheitsanteil bleibt DMGT beteiligt, dieser wird allerdings in den Büchern mit Null bewertet.

Ironischerweise beschloss Lebedew kurz nach dem Ende des Londoner Gratiszeitungs-Krieges, den zuvor 50 Pence teuren "Standard" fortan als Gratis-Qualitätszeitung verteilen zu lassen (Berliner Zeitung).

Die andererseits vielfach - am prominentesten von Murdoch - propagierte Absicht, auch im Internet auf paid content zu setzen, bleibt wie überall, so auch in England ein Thema. Viscount Rothermere zählte 2009 zu den internationalen Unterzeichnern der vom Axel Springer-Konzern initiierten "Hamburger Erklärung zum Schutz des geistigen Eigentums", mit der Zeitungsverlage "legalen bezahlten Inhalten" Marktchancen im Internet erschließen wollen.

Im Regionalzeitungsmarkt, der in Großbritannien außer unter den global bekannten Faktoren auch unter einem Einbruch des zuvor noch florierenden Kleinanzeigengeschäfts leidet, setzt die DMGT-Tochter Northcliffe Media radikale Pläne um, seitdem ihr Betriebsergebnis im ersten Geschäftshalbjahr 2008/09 um 85 Prozent sank. Zu den Maßnahmen gehörten ein "pay freeze" für alle Mitarbeiter, die Schließung von Gratiszeitungs-Redaktionen wie "Total Essex" und "Focus" in West Kent und Zusammenlegungen von Einheiten. Insgesamt wurden bereits über 2500 Mitarbeiter freigesetzt.

Dank der betont langfristigen Strategie, vom zyklischen Werbemarkt und auch den Vorgaben der Medienpolitik unabhängiger zu werden und ein diversifiziertes Portfolio marktführender B-to-B- und B-to-C-Aktivitäten aufzubauen, leidet DMGT unter der globalen Krise einstweilen jedoch weniger als die britischen Konkurrenten. Von diversen Medien-Aktivitäten hatte sich DMGT im Zuge einer Konzentration aufs Kerngeschäft getrennt, so 2005 vom Rest der eher erfolglosen TV-Aktivitäten, dem über BSKyB und Kabelfernseh-Netze verbreiteten Kulturkanal "Performance". Im Radiobereich gab DMGT bereits 2004 das Gros seiner zuvor rund 70 Stationen in Australien ab. Nur an acht Stationen in den Metropolen wie Sydney und Melbourne hielt der Konzern fest. 2009 verkaufte er 50 Prozent der Anteile daran an Illyria, die Beteiligungsfirma des (unabhängig von seinem Vater operierenden) Rupert-Murdoch-Sohns Lachlan Murdoch.

Schon im Dezember 2009 statt wie zuvor geplant 2010/12 wurden die Aktivitäten im (in Deutschland so unbekannten) Geschäftsfeld des privatwirtschaftlichen Teletexts eingestellt und im Bereich des Digitalfernsehens heruntergefahren. Zuvor hatte die DMGT-Tochter Teletext Videotext-Angebote für den kommerziellen Channel 4 sowie die analogen und digitalen Kanäle der ITV-Senderfamilie geliefert, die nach eigenen Angaben bis zu 13 Millionen Zuschauer pro Woche erreichten. Im Geschäftsjahr 2007/08 erwirtschaftete der Bereich einen Verlust von drei Mio. Pfund. Gründe für den Ausstieg aus dem Geschäft waren laut DMGT auch die Konkurrenz durch das Internet und die Haltung der Ofcom, einem kommerziellen Teletext-Dienst keinen public value beizumessen. 2009 zog der Ausstieg für DMGT eine von der Ofcom verhängte Strafzahlung von 225.000 £ nach sich - wegen "breaking its public service broadcasting licence" (paidcontent.co.uk). Schließlich lief diese Lizenz noch bis 2014.

Allein die profitablen Online-Aktivitäten der Sparte, vor allem im Touristiksektor (z.B. thisistravel.co.uk), werden fortgeführt.

Management

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DMGT ist durch und durch Familienunternehmen, sogar der Vorstandsposten ist quasi erblich: Als im September 1998 Vere Harmsworth, der dritte Viscount Rothermere, verstarb, rückte umgehend sein Sohn Jonathan zum vierten Viscount Rothermere auf - und als Chairman an die Spitze des Konzerns. Der Harmsworth-Clan sichert seinen Einfluss durch Festhalten an Strukturen, die im Zeitalter der Globalisierung eher als überholt gelten: Von den rund 100 Millionen DMGT-Anteilen haben nur knapp fünf Millionen auch ein Stimmrecht bei den Aktionärsversammlungen - und diese befinden sich zu beinahe 80% in Familienbesitz.
Daher vollziehen sich Personalien bei DMGT ruhig. Wie im November 2007 angekündigt, folgte im Oktober 2008 Martin Morgan als CEO auf Charles Sinclair, der in den Ruhestand ging.

Diese Strukturen ermöglichten lange grundsolides Wachstum, auch in Zeiten kleinerer Krisen. Paul Dacre, Chefredakteur der „Mail“-Titel, gilt als einer der einflussreichsten Journalisten Großbritanniens und als "the best-paid editor in Fleet Street" (so der Guardian", der auch 2009 über Dacres 1.635.000 £-Gehalt und 2010 über Aktionärsärger wegen dieses "'fat cat' pay" berichtete). Dacre ist, anders als die Familie Harmsworth, verlässlicher Gegner der Labour-Partei und einer Einführung des Euro in Großbritannien. Seine Blätter verkörpern die Wertvorstellungen und Ansichten von „Middle England“ und verstehen sich trotz ihrer Aufmachung nicht als Boulevardblatt, sondern als „Kompaktzeitung“ (Dacre). Komplexe Sachverhalte würden in der „Mail“ stets „erfolgreich zu Fragen der Moral oder Identität“ vereinfacht, lästerte der liberale „Guardian“, nicht die Konservativen bestimmten das Blatt, sondern die Partei käme eher wie der „Juniorpartner der Mail daher“. Zwischenzeitlich - in der "MediaGuardian 100"-Liste der mächtigsten Medienmenschen 2010, in der Dacre nur Platz 13 belegte - schien sein Blatt "not the opinion-former it once was". Doch 2011 stieg er im gleichen Ranking wieder auf Platz 7, nicht nur als "by far the best paid UK newspaper editor", sondern auch wegen seines politischen Einflusses.

Der junge Konzernchef Jonathan Harmsworth hatte sich nach dem Tod seines Vaters als unerwartet erfolgreicher Erbe erwiesen. Mit einem geschätzten Vermögen von rund 1.020 Millionen Pfund ist er der reichste der britischen Press Barons und landete auf der "Sunday Times Rich List" 2006 auf Platz 51 unter den reichsten Briten; 2009 rangierte er auf Platz 138. Harmsworth musste einige Niederlagen einstecken: 2004 beim Bieterwettkampf um den konservativen „Daily Telegraph“ unterlag das von DMGT geführten Konsortium dem Angebot der Gebrüder Barclay („Scotsman“). Um zu verhindern, dass diese ihm auch noch Star-Chefredakteur Dacre abspenstig machen, erhöhte Harmsworth dessen Bezüge um rund 30 Prozent. Der Verkauf des "Evening Standard" 2009 dürfte ein schmerzlicheres Ereignis gewesen sein. In der "MediaGuardian 100"-Liste 2011 fiel der Viscount von Platz 37 im Vorjahr auf Platz 42.

Traditionell ist die Gepflogenheit, Spitzenpersonalien mit langem Vorlauf anzukündigen, wie das auch beim im Herbst 2010 für das Frühjahr 2011 angekündigten Abschied des Finance Directors seit 1991, Peter Williams, geschah. Dass es allerdings auch rabiater im DMGT-Management zugehen kann, zeigte ein "real clash of cultures" (wie es ein ungenannter Insider gegenüber dem "Guardian" nannte) während einer der zahlreichen Kostensenkungs- und Stellenabbau-Maßnahmen 2010: Nach dem Beschluss, dass "Associated Northcliffe Digital" (AND), die gerade erst profitabel gewordene Einheit für digitale Publikumsmedien mit rund 1000 Arbeitsplätzen, in A&N Media aufgeht, verließ der erst im Vorjahr von der BBC geholte Chief Executive der Sparte, der US-Amerikaner Richard Titus, das Unternehmen im Streit mit A&N Media-Chef Kevin Beatty und mit sofortiger Wirkung.

Geschäftsfelder

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DMGT ist die Holding für sämtliche Unternehmungen der Familie Harmsworth. Der Konzern ist ganz überwiegend in Großbritannien aktiv. Nach diversen Umstrukturierungen sind die DMGT-Aktivitäten 2010 in die Geschäftsbereiche A&N Media sowie Euromoney,  dmg events, dmg information und RMS gegliedert, in welche die (jenseits des angloamerikanischen Raums überschaubaren) internationalen Aktivitäten jeweils eingegliedert sind.

1.) A&N

A&N Media besteht aus Associated Newspapers (AN), Northcliffe Media (bis 2006: "Northcliffe Newspapers") und A&N International Media. Die zwischenzeitlich eigenständige Abteilung "Associated Northcliffe Digital" wurde 2010 aufgelöst.

Zu den AN-Zeitungen zählen die „Daily Mail“, „The Mail on Sunday“, „Metro“ (Gratisblatt in London und 15 weiteren britischen Städten und Regionen), "Irish Daily Mail" (bis 2006: "Ireland on Sunday"), "Loot" und das in Dubai erscheinende "7 Days". Darüber hinaus Supplements wie "This is London" und weit über 100 Webseiten, darunter Finanz- und Dating-Portale und auch die digitalen Überbleibsel der Teletext-Sparte. Auch Zukäufe, die eher im B-to-B-Bereich zu verorten sind, wie die 2010 zur Hälfte erworbene Immobilien-Suchmaschine globrix.com, gehören zu A&N Media. Im Zeitungsgeschäft wurden und werden in großer Zahl Arbeitsplätze abgebaut, so entfielen vor allem durch die "London Lite"-Einstellung allein im letzten Quartal 2009 334 Stellen.

Zu Northcliffe Media gehören im Sommer 2010 "113 regional newspapers" und "more than 180 local and hyperlocal websites" sowie regionale Druckereibetriebe. Angesichts rapide sinkender Einnahmen wurden seit 2008 diverse Sparmaßnahmen beschlossen.

In Irland fusionierten AN und die (konzernunabhängige) "Irish Times" ihr bislang gemeinsam herausgegebenes Gratisblatt "Metro Ireland" mit der "Herald AM" des ebenfalls kriselnden Verlaghauses Independent News and Media. Jedes der Unternehmen hält ein Drittel am neuen Titel "Metro Herald", von dem rund 65.000 Exemplare täglich im Großraum Dublin verteilt werden. Die schwedische Metro International, zuvor mit zehn Prozent an "Metro Ireland" beteiligt, zählt nicht mehr zu den Gesellschaftern.

A&N International Media ist in sieben mittel- und osteuropäischen Staaten aktiv, besonders in Ungarn (u.a. mit der größten Lokalzeitung "Kisalföld") und der Slowakei, in der DMGT 2006 die "Pravda", nach eigenen Angaben die führende Qualitätszeitung des Landes, erwarb. Mit ersten "digital properties" in Argentinien strebt das Unternehmen außerdem nach Lateinamerika.

2.) Andere Geschäftsbereiche

Euromoney ist ein weltweit aktives Business-to-Business Unternehmen mit dem Schwerpunkt internationale Finanzmärkte (rund 100 Newsletter, Datenbanken, Online-Dienste, Konferenz- und Seminarbetrieb). Rund die Hälfte der Einkünfte stammt aus den USA.

dmg events (früher: "DMG World Media") ist ein internationaler Messe- und Kongressveranstalter; dmg information ein ebenfalls äußerst international tätiges Business-to-Business Unternehmen für die Bereiche Hochschule und Bildung, Immobilien, Vermessungswesen, Verwaltung und Gesundheit. In Deutschland besitzt DMGT über die Landmark Information Group die in Dortmund und Frankfurt ansässige inframation AG, die u.a. das Daten-Service Portal geoport, nach eigenen Angaben "die erste Adresse im Bereich der Immobilienbewertung", betreibt.

Bei der Sparte DMG Radio Australia, in der noch sechs kommerzielle Radiosender „down under“ gebündelt sind, handelt es sich seit Ende 2009 um ein 50-prozentiges Joint Venture mit Lachlan Murdochs Unternehmen Illyria.

Schließlich gehört mit Risk Management Solutions (RMS) der nach eigenen Angaben weltweit führende Anbieter von Dienstleistungen und Know-how für die Berechnung und das Management von Katastrophenrisiken zum DMGT-Konzern.

Literatur

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S.J. Taylor, The Great Outsiders: Northcliffe, Rothermere and the Daily Mail, 1996.

Paul Ferris, The House of Norhtcliffe. A Biography of an Empire.

Inhalte

Ranking - Die 50 größten Medienkonzerne 2015*

  1. Alphabet Inc.
  2. Comcast
  3. The Walt Disney Company
  4. News Corp. Ltd. / 21st Century Fox
  5. AT&T Entertainment Group (DirecTV)
  6. Time Warner Inc.
  7. Viacom Inc./CBS Corp.
  8. Sony Entertainment
  9. Apple Inc.
  10. Altice Group
  11. Bertelsmann SE & Co. KGaA
  12. Cox Enterprises Inc.
  13. Facebook, Inc.
  14. Liberty Media Corp./Liberty Interactive/Starz
  15. Tencent Holdings Ltd.
  16. Dish Network Corporation
  17. Thomson Reuters Corporation
  18. Vivendi S.A.
  19. The Hearst Corporation
  20. Rogers Comm.
  21. Baidu Inc.
  22. Microsoft Corporation
  23. Charter Comm. Inc.
  24. RELX Group
  25. Bloomberg L.P.
  26. Essel Group
  27. Lagardère Media
  28. BBC
  29. ARD
  30. Pearson plc
  31. Netflix
  32. Advance Publications
  33. Amazon.com Inc.
  34. Discovery Communications
  35. iHeart Media
  36. Nielsen Holdings plc
  37. Shanghai Media Group
  38. The Naspers Group
  39. Nippon Hoso Kyokai
  40. Grupo Televisa
  41. S&P Global
  42. Fuji Media Holdings, Inc.
  43. Yahoo! Inc.
  44. Globo Communicação e Participações S.A.
  45. Wolters Kluwer nv
  46. Activision Blizzard Inc.
  47. ITV plc
  48. Electronic Arts
  49. Verizon (AOL)
  50. Nintendo Company Ltd.
  51. Mediaset SpA
  52. Axel Springer SE
  53. ProSiebenSat.1 SE
  54. Phoenix Publishing & Media Group
  55. France Télévisions S.A.
  56. Nippon Television Holdings
  57. IAC/InterActiveCorp.
  58. Time Inc.
  59. Bonnier AB
  60. TEGNA
  61. Quebecor Inc.
  62. Grupo Clarin
  63. Scripps Networks Interactive
  64. Gannett Co. Inc.
  65. Tokyo Broadcasting System Holdings, Inc.
  66. Univision Communications
  67. Daily Mail & General Trust plc
  68. RAI Radiotelevisione Italiana Holding S.p.A.
  69. Bandai Namco Holdings Inc.
  70. Graham Holdings Company
  71. Bauer Media Group
  72. Hubert Burda Media Holding Gmbh & Co.
  73. China Central Television
  74. ZDF
  75. Lionsgate Entertainment Corporation
  76. Bell Media
  77. TF1 S.A.
  78. Twitter
  79. Hunan Broadcasting System
  80. Spotify AB
  81. tronc, Inc.
  82. Modern Times Group
  83. Georg von Holtzbrinck GmbH
  84. Sanoma Group
  85. Schibsted Media Group
  86. Grupo Planeta
  87. Egmont Group
  88. John Wiley & Sons, Inc.
  89. SRG SSR
  90. Asahi Shinbun Company
  91. Tribune Media
  92. Scholastic Corporation
  93. NOS
  94. Meredith Corporation
  95. New York Times Company
  96. Gazprom-Media
  97. Grupo PRISA
  98. China Publishing Group
  99. Ubisoft Entertainment
  100. De Persgroep