35. Spotify AB

Umsatz 2019: € 6,764 Mrd.

Überblick

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Der digitale Musikdienst Spotify AB (Spotify Technology S.A.) wurde 2006 als Start-up in Schweden gegründet. Heute ist Spotify mit einem Marktanteil von 38% der mit Abstand erfolgreichste Musik-Streaming-Dienst vor Apple Music und Amazon und verzeichnet, laut Geschäftsbericht 2019, monatlich 271 Millionen aktive Nutzer in 79 Ländern, davon 124 Millionen Premium Subscriber (Stand 31.12.2019).

Basisdaten

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Hauptsitz:
Spotify USA Inc.
4 World Trade Center
150 Greenwich Street, 62nd Floor
New York, NY 10007
USA
Website: investors.spotify.com

Branche: Musik-Streaming
Rechtsform:
Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.01. – 31.12.
Gründungsjahr: 2008

 

Tab. I: Ökonomische Basisdaten (in Mio. Euro)
201920182017201620152014
Umsatz:6.7645.2594.0902.9341.9291.085
Gewinn (Verlust):(186)(78)(1.235)(539)(230)(188)
Aktienkurs (in €, Jahresende)152,50118,51--------
Mitarbeiter4.4053.651 2.9602.1621.5811.365

Geschäftsführung

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Management: 

  • Daniel Ek, Founder, CEO and Chairman of the board
  • Barry McCarthy, Chief Financial Officer
  • Katarina Berg, Chief Human Resources Officer
  • Alex Norström, Chief Premium Business Officer
  • Gustav Söderström, Chief Research & Development Officer
  • Dawn Ostroff, Chief Content Officer
  • Cecilia Qvist, Global Head of Markets

Vorstand:   

  • Daniel Ek, Founder, CEO and Chairman of the board
  • Martin Lorentzon, Co-Founder and Director
  • Christopher (Woody) Marshall, Director
  • Shishir Mehrotra, Director
  • Heidi O’Neill, Director
  • Ted Sarandos, Director
  • Thomas Staggs, Director
  • Cristina Stenbeck, Director
  • Padmasree Warrior, Director

Geschichte

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Spotify AB wurde am 23. April 2006 von Daniel Ek und Martin Lorentzon in Stockholm gegründet. Dort findet noch immer ein Großteil der Forschung und Entwicklung statt, obwohl man den Hauptsitz mittlerweile nach London verlegt hat. Am 07.10.2008 wurde der Musikstreaming-Service veröffentlicht, mit dem Spotify weltweit bekannt wurde. Am Anfang kannte das Ganze kostenlos und nur über eine Einladung genutzt werden. Das kostenpflichtige Spotify-Upgrade hingegen stand jedem zur Verfügung. 2008 machte das Unternehmen einen Verlust von 4,4 Millionen Dollar. 2009 konnten britische Nutzer erstmals ein kostenloses Konto anmelden – ohne Einladung. Zu der Zeit kam Spotify auch in den Apple-App-Store, wo es eine Alternative bot zum (legalen oder illegalen) Herunterladen von Musik. Das Modell funktionierte, am 02. März 2009 erreichte Spotify die eine-Millionen-Mitglieder-Marke.

2011 erhielt das Unternehmen eine Investition von 100 Millionen Dollar, die es auf die Markteinführung in den Vereinigten Staaten verwendete. Sean Parker, Mitbegründer der umstrittenen File-Sharing-Site „Napster“, wurde an Bord geholt; er sollte sich um die Beziehungen zu den großen Plattenfirmen kümmern. 2012 brachte das Unternehmen die Spotify-App für Android-Smartphones heraus. Zwischen 2011 und 2013 stieg die Anzahl der Abonnenten auf 30 Millionen, davon 8 Millionen zahlende Nutzer des werbefreien Upgrades „Spotify Premium“.

2015 wurde das Spotify-Angebot um Musikvideos erweitert zu diesem Zeitpunkt, als der Dienst über 25 Milliarden Stunden an Songs verfügte. Mitte 2016 hatte Spotify laut eigenen Angaben 100 Millionen angemeldete Nutzer und 40 Millionen davon, die den Spotify-Premium-Service bezahlten. Mit 60 Millionen zahlenden Nutzern übertraf Spotify den größten Konkurrenten „Apple Music“ 2017 um Längen. Apple Music konnte weniger als halb so viele Kunden verzeichnen. Am 03.04.2018 erfolgte daraufhin der Börsengang. Aktuelle Zahlen vom 5. Februar 2020 zeigen, dass Spotify unter den Musik-Streamingdiensten noch immer die Nase vorn hat: 271 Millionen Nutzer in 79 Ländern kann das Unternehmen vorweisen und bleibt damit unangefochtener Marktführer. Trotzdem hat man seit der Gründung noch keinen Cent Gewinn gemacht. 2019 stieg der Verlust auf ein Rekordhoch von 186 Millionen Euro, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.

Insbesondere was die Bezahlung der Künstler für das Streaming ihrer Musik betrifft musste Spotify sich viel Kritik anhören. Die Firma macht Verträge mit den Plattenfirmen macht, die Künstler erhalten nur einen marginalen Betrag. Das hat z.B Taylor Swift dazu veranlasst, ihren gesamten Katalog 2014 aus dem Dienst zu nehmen. Inzwischen hat sie das wieder geändert. Andere haben jedoch argumentiert, dass sich Spotify als Vertriebsmethode für kleinere Künstler anbietet, die sonst nicht in der Lage wären, ihre Musik überhaupt bekannt zu machen.

Management

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Gründer Daniel Ek ist bis heute CEO des Unternehmens. Er gründete bereits mit 14 Jahren seine erste Firma, indem er Klassenkameraden HTML und Photoshop beibrachte und mit ihnen Websites für Kunden entwickelte, die damals bis zu 50.000 Euro kosten konnten. Die Webagentur verkaufte er bereits mit 19 Jahren und wurde dadurch Millionär. Mit 21 stieg er beim Game-Entwickler „Stardoll“ als Chief Technical Officer ein. Seine erste Stelle als CEO hatte Ek beim Filesharing- und Streaminganbieter „uTorrent“, der sowohl legalen als auch illegalen Content zum Download anbot. Zwischenzeitlich gründete und verkaufte Ek weitere Unternehmen, eines davon mit dem Namen „Advertigo“ an die Firma „Tradedoubler“, deren CEO Martin Lorentzon später der Mitgründer von Spotify wurde. 

2006 dann gründeten Ek und Lorentzon die Spotify AB mit der Idee, Musik für alle Menschen legal zugänglich zu machen. Bis 2013 war Lorentzon CEO des Unternehmens und bis 2016 Vorsitzender des Aufsichtsrats. Abgelöst wurde er in beiden Positionen von Daniel Ek, der Spotify seitdem alleine leitet. Laut eigener Aussage haben sich die beiden freundschaftlich getrennt.

Spotify bezeichnet sich in seiner Unternehmensstrategie als „agiles Unternehmen“, in dem nicht ein Vorgesetzter, sondern das Team in Absprache miteinander die Arbeitsteilung bestimmt. Teams, die bei Spotifys „Squads“ heißen und aus bis zu acht Personen bestehen. Ein System, das die Autonomie der Mitarbeiter fördern und einen stärkeren Kreativitäts- und Innovationsprozess begünstigen soll. In dem Fehler laut Daniel Ek sogar erwünscht sind: „We aim to make mistakes faster than anyone else.“

Geschäftsbereiche

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Das Hauptgeschäft besteht in der Bereitstellung der Audio-Streaming-Plattform „Spotify“, die DRM-geschützte Musik, Videos und Podcasts von Plattenfirmen und Medienunternehmen anbietet. Als „Freemium-Dienst“ sind die Grundfunktionen mit Werbung oder automatischen Musikvideos kostenlos, während zusätzliche Funktionen, wie z.B. Offline-Hören und werbefreies Hören, über kostenpflichtige Abonnements angeboten werden. Das Angebot besteht aus dem Bereich „Spotify Free“ und „Spotify Premium“. Letzterer lässt sich seit einiger Zeit vergünstigt erwerben, für Studenten zum halben Preis und im Familien-Paket zu einem reduzierten Preis für bis zu 6 Personen. Die „Spotify Premium“-Bezahlversion ermöglicht also, noch einmal zusammengefasst, eine werbefreie Nutzung in höherer Qualität (mit bis zu 320 kbit/s), auch mobil, auch offline.

Ein Überblick: Der deutsche Markt für Musikstreaming ist überschaubar. Neben Marktführer Spotify sind die anderen drei Marktteilnehmer Filialen der großen US-Techkonzerne: Amazon Music Unlimited, Apple Music, Youtube Music.

Aktuelle Entwicklungen

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Seit Mitte März 2019 macht Spotify Schlagzeilen mit Vorwürfen, die CEO Daniel Ek gegen den Konkurrenten Apple erhebt. Er wirft Apple unfairen Wettbewerb vor, da Spotify wie auch die anderen Musikstreaminganbieter im Apple-Store gegenüber des firmeneigenen „Apple Music“, benachteiligt würden. So werden im geschlossenen Apple-System erhebliche Provisionen von Spotify verlangt, die das Unternehmen nur durch Erhöhung der Preise ausgleichen kann, wodurch ein Wettbewerbsnachteil entsteht. Spotify reichte bei der EU-Kommission Beschwerde ein, Mitte 2019 kontert Apple und unterstellt Spotify, mit falschen Zahlen zu operieren.

Am 5. Februar 2020 gab Spotify Nutzerzahlen bekannt, die die Erwartungen übertrafen: 271 Millionen monatlich aktive Zuhörer, davon 124 Millionen zahlende Premium-Nutzer konnte man 2019 verzeichnen. Weiterhin liegt man deutlich vor der Konkurrenz. Trotzdem: Seit der Gründung konnte Spotify keinen Profit erzielen, nicht einen Cent. Der Verlust stieg 2019 auf 186 Millionen Euro an, 500.000 Euro pro Tag.

Literatur

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Maria Eriksson, Rasmus Fleischer, Anna Johansson, Pelle Snickars: Spotify Teardown: Inside the Black Box of Streaming Music, The MIT Press 2019