42. S&P Global

Umsatz 2014: $ 5,051 Mrd. (€ 3,802 Mrd.)

Überblick

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S&P Global (vorher McGraw-Hill) ist im wesenlichen in den Bereichen Finanzinformationen und -analyse tätig. Die Ratingagentur „Standard & Poors“ ist Teil der Unternehmensgruppe.

Basisdaten

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Hauptsitz:
1221 Ave. of the Americas
New York, NY 10020-1095
USA
Tel: 001 212 904 2000
Website: investor.spglobal.com

Branchen: Fachinformationen, Finanzdienstleister, Rating-Agenturen
Rechtsform: Aktiengesellschaft 
Geschäftsjahr: 01.01. - 31.12.
Gründungsjahr: 1888 (1909) 

Tab. I: Ökonomische Basisdaten (in Mio. US-Dollar)
2018201720162015201420132012
Umsatz 6,2586,0635.6615.3135.0514.8754.450
Gewinn (Verlust) nach Steuern2,1211,6382,2281.268(13)1.446492
Aktienkurs (Jahresende)169,94169,8598,1888,7078,2054,6744,72
Beschäftigte21.20020.40020.00020.40017.00016.40017.000

Geschäftsführung

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Management: 

  • Douglas L. Peterson, President & CEO
  • John L. Berisford, President, S&P Global Ratings
  • Jack F. Callahan Jr., Executive Vice President, CFO
  • Martina L. Cheung, Executive Managing Director, Global Risk Services, S&P Global Market Intelligence
  • Mike Chinn, President, S&P Global Market Intelligence
  • Courtney Geduldig, Executive Vice President, Public Affairs
  • France M. Gingras, Executive Vice President, Human Resources
  • David Goldenberg, Acting General Counsel & Acting Chief Legal Officer
  • Imogen Joss, President, S&P Global Platts
  • Alex J. Matturi, Chief Executive Officer, S&P Dow Jones Indices
  • Krishna Nathan, Chief Information Officer
  • Paul Sheard, Executive Vice President and Chief Economist
  • Ashu Suyash, Managing Director and Chief Executive Officer, CRISIL
  •  

Aufsichtsrat:

  • Charles E. Haldeman, Jr.Non-Executive Chairman of the Board; S&P Global Inc.
  • Marco Alverà, Chief Executive Officer; Snam S.p.A.
  • William J. Amelio, Chief Executive Officer; Avnet, Inc.
  • William D. Green, Former CEO and Chairman; Accenture
  • Stephanie C. Hill, Senior Vice President, Enterprise Business Transformation; Lockheed Martin
  • Rebecca Jacoby, Former Senior Vice President, Operations; Cisco Systems, Inc.
  • Monique F. Leroux, Chair; Investissement Québec
  • Maria R. Morris, Former Executive Vice President, Global Employee Benefits; MetLife, Inc.
  • Douglas L. Peterson, President and Chief Executive Officer; S&P Global Inc.
  • Edward B. Rust, Jr., Chairman Emeritus; State Farm Mutual Automobile Insurance Company
  • Kurt L. Schmoke, President; University of Baltimore
  • Richard E. Thornburgh, Former Non-Executive Director and Chairman, Credit Suisse Holdings (USA), Inc.; Former Vice Chairman, Credit Suisse Group A.G.

    Geschichte

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    Das S&P Global-Vorgängerunternehmen hieß McGraw-Hill, seine Geschichte begann auf dem Höhepunkt des Eisenbahnzeitalters. 1888 hatte James H. McGraw das „American Journal of Railway Appliances“ gekauft und danach John A. Hill getroffen, Redakteur beim „Locomotive Engineer“. Beide bauten nach und nach eigene Verlage für Ingenieur-Zeitschriften auf. 1909 legten sie ihre Buchsparten zusammen, nach dem Tod von John A. Hill wurden 1917 auch die anderen Unternehmensbereiche in der McGraw-Hill Publishing Company zusammengefasst. 1929 ging man an die Börse und gründete das Wirtschaftsmagazins „Business Week“. Weitere Fachzeitschriften aus den Bereichen Industrie, Verkehr und Gesundheit kamen dazu.

    Nach dem zweiten Weltkrieg weitete McGraw-Hill das Lehrbuch-Segment aus. Neben den etablierten Reihen für College-Studenten wurden jetzt auch Schulbücher für Grund- und weiterführende Schulen aus allen Unterrichtsbereichen publiziert. 1966 stieg McGraw-Hill mit dem Kauf der Rating-Agentur Standard & Poor’s in den Bereich Business-Information und Analyse ein. Eine heikle Episode ergab sich 1970, als ein unbekannter Autor einem der McGraw-Hill-Buchverlage eine angeblich autorisierte Biographie des im Sterben liegenden, exzentrischen und zurückgezogen lebenden Milliardärs Howard Hughes anbot. Das Buch war eine Fälschung, Hughes erschien aus der Versenkung und klagte gegen Verlag und den Autor, der zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt wurde.

    1972 expandierte McGraw-Hill die erste Expansion in elektronische Medien, als man TV-Stationen u.a. in San Diego, Indianapolis und Denver kaufte. 1995 dann die Umstrukturierung in die drei Geschäftsbereiche Education, Financial Services und Information & Media Services, 1996 lag der Umsatz bereits bei über drei Milliarden Dollar. Nach einem „familienfremden“ Interregnum von 1988-1998 führte mit Harold McGraw III bis 2013 der Nachkomme eines Firmengründers das Verlagsimperium.

    Auch an McGraw-Hill ging die Weltfinanzkrise ab 2007 nicht spurlos vorüber. „An 2008 wird man sich lange als eines der schwierigsten Jahre für unser Land, unsere Wirtschaft – und unser Unternehmen erinnern“, schrieb Harold McGraw III im Anfang 2009 erschienen Jahresbericht: Der Umsatz ging um 6,2 Prozent auf rund 6,36 Milliarden US-Dollar zurück, der Gewinn brach sogar um über ein Fünftel auf nur noch 799,5 Millionen Dollar ein. Weitaus größer jedoch war der volkswirtschaftliche Schaden und der Imageverlust von S&P. Denn die Ratingagentur war mit ihren übertrieben positiven Bewertungen der hypothekenbesicherten Wertpapiere einer der Hauptakteure, die die Immobilienblase schließlich zum Platzen brachten. Das US-Justizministerium verklagte daraufhin S&P im Namen von 19 Bundesstaaten; schließlich einigte man sich auf die Strafzahlung von 1,4 Milliarden Dollar – die Behörde stellte im Gegenzug ihre Ermittlungen ein. Harold McGraw III räumte Fehler ein, verteidigte aber das Vorgehen seines Unternehmens: „Es ist nur ein schwacher Trost, dass beinahe alle Marktteilnehmer – Banken, Rating-Agenturen, Hausbesitzer, Regulierungsbehörden und Investoren – den anhaltenden Verfall des US-Immobilien- und Hypothekenmarktes nicht vorhergesehen haben“, so der Konzernchef.

    2009 gab man die seit Jahren defizitäre Gründungspublikation (von 1929) der Business Week an Bloomberg ab; 2011 verkaufte McGraw-Hill die gesamte TV Sender-Gruppe an die E. W. Scripps Company; 2012 ging die Bildungssparte „McGraw-Hill Education“ an den Finanzinvestor Apollo Global, damit auch die Reste des klassischen Mediengeschäfts. Dann zwei Namensänderungen, zunächst 2013 in McGraw-Hill Financial, im April 2016 schließlich in S&P Global.

    Management

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    2011 kam Douglas Peterson in die Firma als President der Standard & Poor’s Rating Services. 2013 wurde er zum CEO der gesamten McGraw-Hill Gruppe ernannt. Zuvor hatte er bei der  japanischen Tochter der Citigroup gearbeitet, wo er durch erfolgreiches Krisenmanagement ausgezeichnet hatte, als die japanische Regierung 2004 CitiBank wegen unlauterer Tradingpraktiken untersuchte. Petersons Hauptaufgabe besteht weiterhin darin, das ramponierte Image der Ratingagentur zu reparieren (dass S&P 2011 zum ersten Mal in seiner Geschichte die Kreditwürdigkeit der USA herabstufte, war für das Verhältnis mit Washington auch nicht hilfreich). Die Kriterien und Methoden müssen verfeinert und aktualisiert werden, damit sich die Fehleinschätzungen von vor 2008 nicht wiederholen. Peterson befindet sich in einem ständigen PR-Gefecht mit Wirtschaftsjournalisten, Politikern und Verbraucherschützern, die zunehmend den Nutzen und Mehrwert von Ratingagenturen in Frage stellen.

    Geschäftsbereiche

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    Das Business von S&P Global wird in vier Bereiche geteilt.

    S&P Global Ratings betreibt Büros in über 25 Ländern und versorgt Investoren und andere Marktteilnehmer mit Finanzinformationen und Beurteilungen zur Kreditwürdigkeit. Zitat S&P: „Ratings sind ein wichtiger Teil der weltweiten Finanzinfrastruktur und spielen seit mehr als 150 Jahren eine führende Rolle, indem sie Investoren mit Informationen und unabhängigen Benchmarks für ihre Investitions- und Finanzentscheidungen versorgen.“

    S&P Global Market Intelligence: Finanzdienstleistungen u.a. für Investoren, Regierungen, Verbände und Universitäten

    S&P Global Platts: Anbieter von Finanzinformationen für die Rohstoff- und Energiemärkte

    S&P Dow Jones Indices publiziert mehrere Aktienindizes, mit denen Lizenz- und Abonementgebühren erlöst werden. Darunter mit dem S&P 500, der die Aktien von 500 der größten US-Unternehmen beobachtet, einen der wichtigsten Aktienindizes der Welt.

    Aktuelle Entwicklungen

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    Einige aktuelle, im Jahr 2018 vollzogene Transaktionen: CRISIL, Teil des Ratingssegments, kaufte die „data analytics company“ Pragmatix Services Private Ltd. Im Januar. Im Februar die Übernahme von Panjiva, Inc. („global trade data“). Im April folgte der 550 Millionen schwere Kauf von Kensho Technologies Inc., einem führenden Anbieter von „next-generation analytics, artificial intelligence, machine learning, and data visualization systems“. Im Juni dann die Übernahme von RateWatch („a B2B data business that offers subscription and custom reports on bank deposits, loans, fees and other product data to the financial services industry”)

    Noch immer aktuell Stimmen, denenzufolge Ratingagenturen insgesamt obsolet geworden seien. Die Forderung nach einer stärkeren Regulierung des Rating-Marktes auf EU-Ebene, in den USA, in Russland und der Türkei machten S&P außerdem zu schaffen. Dennoch ist S&P Global nach wie vor elementarer Bestandteil der internationalen Finanzarchitektur. Am größten Kritikpunkt aber hat sich nach wie vor nichts geändert: Man wird von denen bezahlt, die man kritisch bewerten soll.

    Inhalte

    Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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    mediadb.eu wird gefördert von der Bundeszentrale für Politische Bildung

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    und der Stadt Köln.