20. Microsoft Corporation

Umsatz 2013/14: $ 9,628 Mrd. (€ 7,247 Mrd.)

Überblick

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Microsoft ist der größte Softwareproduzent der Welt. Zwar sind die erfolgreichsten Produkte das Betriebssystem Windows und die Bürosoftware Microsoft Office, wie auch die Xbox Konsole als Flagship-Hardwareprodukt, mittlerweile verdient Microsoft allerdings sehr viel mit seinem boomenden Cloud-Geschäft mit IT-Diensten im Internet (knapp 20 Prozent des Gesamtumsatzes 2018).

Für die Einordnung von Microsoft in das Medienkonzernranking wurden nur die Umsätze aus den Geschäftssparten "Gaming" und "Search advertising" als Grundlage genommen.

Basisdaten

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Hauptsitz:
One Microsoft Way
Redmond, WA 98052-7329
USA
Tel.: 001 425 8828080
Internet: www.microsoft.com/en-us/investor

Branchen: Werbung, Spiele
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.07. – 30.06.
Gründungsjahr: 1975

 

Tab. I: Ökonomische Basisdaten (in Mio. US-Dollar)
201820172016
Gesamtumsatz 110.36096.57191.154
Gewinn (Verlust)16.57125.48920.539
Aktienkurs (Jahresende)101,5785,5462,14
Beschäftigte131.000124.000114.000



Tab. II: Medienumsatz (in Mio. US-Dollar)
201820172016
Gaming 10.3539.0519.202
Search advertising7.0126.2195.428
Summe17.36515.27014.630

Geschäftsführung

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Management:

  • Satya Nadella, Chief Executive Officer
  • Judson Althoff, Executive Vice President, Worldwide Commercial Business
  • Chris Capossela, Chief Marketing Officer und Executive Vice President, Marketing and Consumer Business
  • Jean-Philippe Courtois, Executive Vice President und President, Microsoft Global Sales, Marketing and Operations
  • Kurt DelBene, Chief Digital Officer und Executive Vice President, Corporate Strategy, Core Services Engineering and Operations
  • Scott Guthrie, Executive Vice President, Microsoft Cloud and AI Group
  • Kathleen Hogan, Executive Vice President, Human Resources
  • Amy Hood, Executive Vice President and Chief Financial Officer
  • Rajesh Jha, Executive Vice President, Experiences and Devices
  • Peggy Johnson, Executive Vice President, Business Development
  • Kevin Scott, Chief Technology Officer und Executive Vice President
  • Harry Shum, Executive Vice President, Artificial Intelligence and Research Group
  • Brad Smith, President
  • Phil Spencer, Executive Vice President, Gaming
  • Jeff Weiner, CEO of LinkedIn

 

Aufsichtsrat:

  • John W. Thompson, Chairman
  • Bill Gates, Co-Founder and Technology Advisor
  • Reid Hoffman, Partner, Greylock Partners
  • Hugh Johnston, Vice Chairman, CFO PepsiCo
  • Teri List-Stoll, EVP, CFO Gap, Inc.
  • Satya Nadella, CEO Microsoft
  • Charles H. Noski, Former Vice Chairman, Bank of America Corporation
  • Dr. Helmut Panke, Former Chairman, BMW AG
  • Sandra E. Peterson, Operating Partner, Clayton, Dubilier & Rice
  • Penny Pritzker, Founder und Chairman, PSP Partners
  • Charles W. Scharf, CEO und President, Wells Fargo & Company
  • Arne Sorenson, President und CEO, Marriott International Inc.
  • John W. Stanton, Chairman, Trilogy Partnerships
  • Padmasree Warrior, Founder, CEO und President, Fable Group Inc.

Geschichte

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1955 wurde William Henry Gates III in Seattle als Sohn eines Anwalts und einer Lehrerin geboren. Ab 1967 ging er auf die renommierte Lakeside-Privatschule, wo er Paul G. Allen kennenlernte. Zusammen bauten sie Microsoft auf, bis heute der größte Softwarekonzern der Welt. 1972 gründeten Gates und Allen, „Nerds, wie sie im Buche stehen“, ihre erste Firma mit dem Namen „Traf-O-Data“, deren erster Auftrag darin bestand, ein Analyseprogramm zur Messung des Autoverkehrs zu entwickeln. Ein Jahr später trennten sich die Wege der beiden. Allen besuchte die Washington State University, während Gates in Harvard studierte. Dort freundete er sich mit Steve Ballmer an, der 1998 Präsident von Microsoft werden sollte.

Dem Gründungsmythos zufolge war das wichtigste Ereignis in der Microsoft-Unternehmensgeschichte das Hobby-Technik-Magazin „Popular Electronics“ vom Januar 1975. Auf der Titelseite war eine Abbildung des damals leistungsstärksten Minicomputers, dem ziemlich klobigen Altair 8800, der nach einem Ort im „Star Trek“-Serienuniversum benannt war und als Vorläufer des heutigen Personal Computers gilt. „Popular Electronics“-Leser konnten für 400 Dollar einen Altair-Bausatz bestellen. Als Paul Allen den Artikel las, hatte er die Vision von einem riesigen Markt für eine von ihm und Gates programmierte Software: Es ging im Prinzip darum, eine Art Brücke zu schaffen zwischen den zu der Zeit für Laien kaum brauchbaren, einfachen Rechenmaschinen und den Endverbrauchern. Das Duo entwickelte eine Version der Programmiersprache BASIC („Beginner’s All-purpose Symbolic Instruction Code“) für den Altair. Allen und Gates verkauften ihr „Altair BASIC“ an MITS (Micro Instrumentation and Telemetry Systems), das den Altair entwickelt hatte mit einem Kaufvertrag, dessen Ausgestaltung wesentlich zum späteren Erfolg von Microsoft beitrug. MITS durfte die BASIC-Version auf ihren Computern vertreiben, unter der Bedingung, dass sie Gates und Allen, die weiterhin die Rechte daran behielten, einen Anteil an jedem verkauften Rechner zahlten.

Im August 1975 etablierten Gates und Allen ihre Partnerschaft, eröffneten ein erstes Büro in Albuquerque und nannten ihre Firma „Micro-Soft“, als Kurzformel für „Microcomputer-Software“. Ein Jahr später verschwand der Bindestrich im Firmennamen. Sie vereinbarten: Allen würde 36 Prozent der Anteile an dem Unternehmen erhalten, Gates 64 Prozent. Er war der Meinung, einen größeren Beitrag geleistet zu haben. In ihrem ersten Geschäftsjahr erwirtschaftete Microsoft einen Umsatz von 100.000 US-Dollar. 1977 expandierte Microsoft, indem man die eigene BASIC-Version auch für die Computerhersteller Tandy („TRS-80“), Commodore („PET“) und Apple („Apple II“) produzierte. Bill Gates war dann so sehr mit seiner Firma beschäftigt, dass er sein Studium in Harvard abbrach.

1978 wurde die Firmenzentrale von Albuquerque nach Bellevue, Washington (östlich von Seattle), verlegt. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte Microsoft nur zwölf Mitarbeiter, konnte aber trotzdem bald die Umsatz-Schallmauer von einer Million Dollar durchbrechen. Anfang der 1980er Jahre wurden entscheidende Weichenstellungen vorgenommen. Gates Studienfreund Steve Ballmer kam, zunächst als Assistent des Präsidenten. Zu der Zeit verschob Microsoft seinen Fokus von Programmiersprachen auf Betriebssysteme. Wichtigster Abnehmer wurde zu dieser Zeit IBM, an das Gates ein im Wesentlichen auf der Software QDOS basierendes Betriebssystem lizenzierte. An andere Hardware-Hersteller wurde das Programm unter dem Namen MS-DOS verkauft. Der Jahresumsatz überstieg bald acht Millionen Dollar.

Zum ganz großen Erfolg verhalf Microsoft das Betriebssystem Windows. Seit 1981, als Apple und VisiCorp der Öffentlichkeit erstmals so genannte GUIs (Graphical User Interfaces) präsentierten, stand Microsoft unter dem Druck, ein ähnliches grafisches und Maus-unterstütztes Betriebssystem zu präsentieren. Klar ist, dass Gates bei der Entwicklung von Windows deutlich von Apples Betriebssystem Mac OS inspiriert wurde; Apple-Chef Steve Jobs hatte Gates persönlich frühe Prototypen des Macintosh gezeigt. Als Windows 1.0 1985 auf den Markt kam, war das Programm voller Fehler und arbeitete langsam. Im Prinzip handelte es sich bei der ersten Windows-Version um eine erweiterte Form von MS-DOS. Um Windows zu verbessern, traf sich Gates zu geheimen Verhandlungen mit Apple und lizenzierte einige Features von Mac OS, zum Beispiel den „Papierkorb“, überlappende Fenster und Multitasking-Funktionen. Im Gegenzug erhielt Apple Garantien, dass Microsoft sein Schreibprogramm Word für den Macintosh entwickeln und die Veröffentlichung der Excel-Software auf das Jahr 1986 verschieben würde. Aus Platzgründen zog die Firma im Februar 1986, wenige Wochen vor dem Börsengang am 13. März, auf ein 12 Hektar großes Grundstück in Redmond, dem Stadtteil neben Bellevue. Der „Microsoft Redmond Campus“, bis heute bedindet sich hier das Hauptquartier des Konzerns. Schon 1983, kann an dieser Stelle erwähnt werden, war Mitgründer Paul Allen bei Microsoft nach einer Lymphdrüsenkrebs-Diagnose ausgeschieden. 2000 trat er auch aus dem Aufsichtsrat zurück.

Die Windows-Version 2.0 von 1987 war fast deckungsgleich mit Mac OS, auch für Laien daran erkennbar, dass sie erstmals Icons, die Dateien darstellten, beinhaltete. Apple war der Meinung, der Lizenz-Deal würde sich nur auf Windows 1.0 beschränken, warf Microsoft Urheberrechtsverletzungen vor und verklagte das Unternehmen. Die Folge war ein sechsjähriger Mammutprozess mit dem Namen „Apple Computer, Inc. vs. Microsoft Corporation“. Der zentrale Vorwurf der Apple-Anwälte lautete, dass Microsoft das Copyright-geschützte „Aussehen und Gefühl“ (look and feel) des Macintosh-Betriebssystems kopiert habe. Microsoft behauptete hingegen, Apple habe den Prozess nur begonnen, um an die geistigen Eigentumsrechte für graphische Benutzeroberflächen im Allgemeinen zu gelangen. 1994 wies das zuständige Gericht bis auf unbedeutende Details alle wesentlichen Vorwürfe von Apple zurück.

1995 kam Windows 95 auf den Markt, sieben Millionen Exemplare wurden in den ersten fu?nf Wochen verkauft. Es waren die Jahre des „ungebremsten Wachstums“, als Microsoft quasi eine Monopolposition erreichte. Auf 80 Prozent aller Computer weltweit lief ein Betriebssystem von Microsoft. Auch die Online-Expansion mit dem „Microsoft Network“ (MSN) startete, das nach sieben Monaten mit u?ber einer Million Nutzern in mehr als 190 Ländern der weltweit erfolgreichste Internet-Dienstleister war. Im gleichen Jahr wurde MSNBC gegründet, ein 24-Stunden Nachrichtensender von NBC und Microsoft. Auch der Reisedienst Microsoft Expedia ging online und für 400 Millionen kaufte Microsoft den E-Mail-Dienst Hotmail. US-Umfragen zufolge war Microsoft zu der Zeit das meistbewunderte Unternehmen des Landes.

In den 1990ern hatte Microsoft seine Marktmacht genutzt und seine Betriebssysteme mit dem eigenen Browser des Internet Explorer gebündelt. Was 1998 eine Antitrust-Klage nach sich zog. Der Vorwurf: Von 1995 bis 1998 habe Microsoft den Konkurrenzbrowser des Netscape Navigator „unlauter verdrängt“. Die Sache würde als „Browserkriege“ oder „browser wars“ erinnert werden, an dessen Ende eine Abmahnung für Microsoft stand. Vorbei war es aber noch nicht, wie man sehen wird. 1998 dann erschien Windows 98, 1999 gab es ein Jahresumsatz von knapp 20 Milliarden Dollar. Steve Ballmer (Jg. 1956) hatte Bill Gates schon 1980 angeworben, 1993 war sein achtprozentiger Anteil am Kapital erstmals über eine Milliarde Dollar wert. 1998 machte Gates ihn zum President, 2000 zu seinem Nachfolger als CEO.

Nach einer weiteren Kartellklage wurde nach einem Urteil 2000 eine Aufspaltung von Microsoft festgelegt. Zu der es aber nie kam, nachdem George W. Bush, US-Präsident seit 2001, einen neuen Leiter der US-Kartellbehörde ernannt hatte. Das Urteil wurde aufgehoben, Microsoft konnte mit den umstrittenen Produktbündelungen weitermachen (jetzt mit dem Windows Media Player). Im selben Jahr stieg man mit der Entwicklung der Spielekonsole Xbox in den Videospielmarkt ein und konnte sich erfolgreich neben Nintendo und Sony auf dem Markt etablieren.

2003 das Ende der Browserkriege, als Microsoft als Teil eines Vergleichs 750 Millionen Dollar an den AOL Time Warner zahlte (AOL hatte Netscape 1998 übernommen). Im März 2004 aber schon die nächste Strafzahlung. Wieder ging es um Monopolmissbrauch (diesmal um den gebu?ndelten Windows Media Player). Die Europäische Union verhängte 2004 eine Strafzahlung von 497 Millionen Euro mit der Auflage, neue Windows-XP-Versionen nur noch ohne den Media Player anzubieten.

Die Boomjahre, könnte man sagen, kamen ab ungefähr 2007 an ihr Ende. Microsoft verpasste den Einstieg beim „next big thing“ des Smartphones, die Entwicklung eines Betriebssystems für mobile Geräte musste man Google und Apple überlassen. 2008 dann verhängte die Europäische Kommission erneut ein Bußgeld (diesmal in Höhe von 899 Millionen Euro). Microsoft hatte sich einfach geweigert, den 2004 verhängten Strafzahlungen und Auflagen nachzukommen. Danach gab es 2012 den ersten Quartalsverlust in der Firmengeschichte, wurden die EU-Bußgeldforderungen vom Europäischen Gerichtshof betätigt, 2013 die nächste EU-Strafzahlung. 561 Millionen Euro, weil man dem Betriebssystem Windows 7 keine Konkurrenzbrowser beigefügt hatte.

Zwar machte Microsoft in der Folge noch immer gewaltige Umsätze, doch das Kerngeschäft war rückläufig. Anstatt Innovationen voranzutreiben, und trotz dem Kauf von Skype (2011 für 8,5 Milliarden Dollar) und der Mobiltelefonsparte von Nokia (2014 für fünf Milliarden Dollar) kopierte Microsoft die Konkurrenz nur, und das erfolglos. Die iPod- und iPhone-Klone Zune und Kin verschwanden schnell in der Versenkung. Der Wandel zum mobilen Internet wurde von Microsoft komplett verschlafen: 2014 hatten die Smartphone-Betriebssysteme des Unternehmens nur einen sehr geringen Marktanteil von vier Prozent.

2013 kündigte Ballmer seinen Rücktritt an, die Microsoft-Aktie legte gleich um zehn Prozent zu. 2014 trat er ab und wurde durch Satya Nadella ersetzt, zu dem Zeitpunkt 46 Jahre alt.  Mit ihm kam ein neuer Wind in den Konzern, eine neue Strategie, ein, wie es in der Presse stand, „neues Microsoft“. Der Wandel bestand darin, das Geld nicht mehr mit dem Verkauf von regelmäßig erneuerten Betriebssystemen und Office-Programmen zu verdienen, sondern mit „Softwarenutzung als Dienstleistung über das Netz, inklusive Rechenleistung und Speicherplatz“. Nadellas Mantra: „Mobile first, cloud first“. Weitere Signale, die Microsoft unter Satya Nadella setzte: die 26 Milliarden Dollar teure Übernahme des kalifornischen Karrierenetzwerks LinkedIn am 08.12.2016 und das Projekt der Datenbrille „Holo Lens“, laut Nadella eine revolutionäre neue Benutzeroberfläche. Sollte die Virtual Reality-Technologie tatsächlich das nächste große Ding werden, will Microsoft mit der Konkurrenz von Facebook (Oculus) und Sony (Sony VR) mithalten können.

Am 15.10.2018 starb Mitgründer Paul Allen nach langer Krebskrankheit im Alter von 65 Jahren.

Management

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Microsoft-Geschäftsführer seit Februar 2014: der ehemalige Chef der Cloud-Sparte Satya Nadella. Nach Bill Gates und Steve Ballmer der erst dritte Boss in der Unternehmensgeschichte scheint Nadella in seiner bedächtigen Art als das Gegenteil seines cholerischen Vorgängers Ballmer. Nadella stammt aus dem indischen Ort Hyderabad und war Manager beim Hardware-Hersteller Sun Microsystems (heute Oracle), bevor er 1992 zu Microsoft wechselte. Eine seiner ersten Amtshandlungen bestand darin, von den Mitarbeitern in einer Rundmail einen „grundlegenden kulturellen Wandel“ einzufordern, um dann einen Wandel hin zu einem Fokus auf Cloud-Dienste auszurufen. Bei einem seiner ersten Auftritte präsentierte Nadella seine persönliche „One Windows"-Strategie, die vorsieht, das Betriebssystem auf Computern, Smartphones und die Spielekonsole Xbox zu integrieren.

Bill Gates, weltweit bekannter Microsoft-Gründer, mit einem Vermögen von 106,7 Milliarden Dollar zweitreichster Mensch der Welt (nach Jeff Bezos) und seit 1994 in erster Ehe mit der Programmiererin Melinda French verheiratet, verkündete 2006 seinen Rückzug aus dem Tagesgeschäft und gab 2014 auch den Posten als Aufsichtsratsvorsitzender ab. Heute widmet sich der Philanthrop Gates hauptsächlich der „The Bill & Melinda Gates Foundation", der mit Abstand größten Privatstiftung der Welt.

Geschäftsbereiche

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Die Geschäfte von Microsoft sind in drei Segmente unterteilt:

Die „Productivity and Business Processes“-Sparte erzielte 2018 32,5 Prozent des Gesamtumsatzes u.a. mit dem Office 365-Softwarepaket (als Abonnement) und dem sozialen Netzwerk für Geschäftskontakte LinkedIn (630 Millionen registrierte User in 150 Ländern, Stand: Juni 2019).

Intelligent Cloud“ (Cloud-Computing-Plattform Azure) erzielte 2018 29,2 Prozent des Gesamtumsatzes.

Unter „More Personal Computing” erzielte Microsoft 2018 38,3 Prozent des Gesamtumsatzes. Das Segment beinhaltet das Betriebssystem Windows, Geräte (die Tablet-PC-Familie „Surface“, die 2012 eingeführt wurde), Gaming (Xbox-Hardware und -Software. Die neue „Xbox Series X“wird Ende 2020 auf den Markt kommen), die Mixed-Reality-Brille „Microsoft HoloLens“ (die man in den USA für 3.500 Dollar kaufen oder für 125 Dollar mieten kann) und Suchmaschinen wie Bing oder Bing Ads. Wie erwähnt werden für die Einordnung in das Medienkonzern-Ranking nur die Umsätze der Sparten „Gaming" und der Suchmaschinenwerbeumsatz berücksichtigt.

Aktuelle Entwicklung

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Aufschlussreich ist ein für den Software-Riesen sehr ungewöhnliches Merkmal, das Satya Nadella für sein neues Microsoft anstrebt, wie er schon früh ankündigte. „Wir wollen, dass die Menschen nicht nur Windows brauchen, sondern sich für Windows entscheiden und Windows lieben“, sagte Nadella und spielte auf ein „emotionales Marken-Defizit“ an. Jeder kennt die Marke, doch alle verbinden damit nur Software, und ständig auftretende Fehlermeldungen und Werbebanner. Es fehlen Kult-Produkte mit dem feel good-Potenzial von Apple oder „magic moments“, die Nadella sich besonders von „Windows Holograms“ erhofft, um den zweidimensionalen Bildschirm zur dreidimensionalen virtuellen Realität zu erweitern. Oder wie Chefentwickler Alex Kipman es beschreibt: „Vom kleinen zum großen Bildschirm – zu gar keinem Bildschirm“. Und die HoloLens-Datenbrille wird „der erste holografische PC der Welt“.

Jedes Jahr im Oktober veranstaltet Microsoft den „Surface Event“, um neue Hardware-Produkte vorzustellen. 2019 die Überraschung: Nach den desaströsen Erfahrungen mit den bunten Lumia-Geräten und dem Betriebssystem Windows 10 Mobile will Microsoft zurück auf den Smartphone-Markt. Nach jahrelangen Gerüchten um ein „Surface Phone“ ist es jetzt soweit. Das foldable „Surface Duo“ wirde vorgestellt (auch wenn es sich nicht falten, sondern nur klappen lässt). Was Redmond aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat: Diesmal greift man das „vielseitigere und durchdachtere“ Android zurück.