50. Electronic Arts

Umsatz 2014/15: $ 4,319 Mrd. (€ 3,251 Mrd.)

Überblick

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Electronic Arts ist einer der größten Game Publisher der Welt und produziert Spiele in zehn Genres, insbesondere Simulationen („Die Sims“) und Sports Games („FIFA World Cup 2010“) sowie Ego-Shooter-Titel wie „Battlefield". Electronic Arts veröffentlicht seine zahlreichen Titel unter den Marken EA Sports, EA Games und unter EA Play.

Basisdaten

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Hauptsitz:
209 Redwood Shores Parkway,
Redwood City, CA 94065
Telefon: 001 650 6281500
USA
Telefon: 001 650 628 1500
Website: ir.ea.com/home/default.aspx

Branche: Games-Entwicklung und Vermarktung
Rechtsform:
Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.04.-31.03.
Gründungsjahr: 1982

Tab. I: Ökonomische Basisdaten (Beträge in Mio. US-Dollar, das Geschäftsjahr endet jeweils im Folgejahr am 31.03.)
2017/182016/172015/162014/152013/14
Umsatz5.1504.8454.3964.5153.575
Gewinn (Verlust)1.0439671.1568758
Aktienkurs (Jahresende)105,3178,7668,7247,0222,94
Beschäftigte9.3008.8008.5008.400

8.300

Geschäftsführung

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Management:

·      Andrew Wilson, Chief Executive Officer

·      Blake Jorgensen, Chief Operating Officer, Chief Financial Officer

·      Laura Miele, Chief Studios Officer

·      Chris Bruzzo, Chief Marketing Officer

·      Ken Moss, Chief Technology Officer

·      Mala Singh, Chief People Officer

·      Jacob Schatz, Senior Vice President, General Counsel and Corporate Secretary

·      Joel Linzner, Executive Vice President, Worldwide Business Affairs

·      Ken Barker, Senior Vice President, Chief Accounting Officer

·      Matt Bilbey, Executive Vice President of Strategic Growth

 

Aufsichtsrat:

·      Leonard S. Coleman, Director

·      Jay Hoag, Director

·      Jeffrey T. Huber, Director

·      Lawrence F. Probst, Chairman of the Board

·      Talbott Roche, Director

·      Richard. A. Simonson, Director

·      Luis Ubiñas, Lead Director

·      Heidi Ueberroth, Director

·      Andrew Wilson, Director, CEO

Geschichte

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1982 gründete William „Trip“ Hawkins III die Unterhaltungselektronik-Firma Amazin’ Software, die ein Jahr später in Electronic Arts umbenannt wurde. Anfang der 1980er Jahre entwickelte EA vor allem Spiele für die Heimcomputer von Apple, Atari, Amiga und Commodore. Der erste große Erfolg war dabei der Shooter „Skyfox“, der 1984 erschien und erfolgreich mittels eines eigens eingerichteten Vertriebsnetzes verkauft wurde.

1987 landete EA mit „Chuck Yeager’s Advanced Flight Trainer“ für den PC einen weiteren Verkaufshit. Das Spiel warb mit dem lizenzierten Namen von Chuck Yeager, dem ersten US-Piloten, der in einem Jet die Schallmauer durchbrach. Um der wachsenden Nachfrage nach Computerspielen außerhalb der Vereinigten Staaten nachzukommen, eröffnete EA 1987 eine erste europäische Niederlassung in London.

1989 ging EA an die Börse. Zwei Jahre später – Gründer Trip Hawkins hatte EA bereits verlassen, um die später gefloppte Konsole 3DO zu entwickeln – führte das Unternehmen die Marke „EA Sports“ für seine Sporttitel ein, die bis heute das wichtigste Aushängeschild ist. Im selben Jahr lag der Konzernumsatz erstmals bei über 100 Millionen US-Dollar. Zu der Zeit produzierte EA auch Titel für 16-Bit-Konsolen wie dem Sega Mega Drive. 1993, nachdem EA die internationale Expansion mit Niederlassungen in Deutschland und Japan vorangetrieben hatte, folgte ein weiterer wichtiger strategischer Schachzug: Das Unternehmen erwarb die Lizenz des Weltfußballverbandes FIFA, die es EA ermöglichte, die jährlich erscheinende „FIFA Football“-Reihe zu etablieren. Als entscheidenden Vorteil gegenüber Konkurrenztiteln konnte EA die Original-Spieler- und Vereinsnamen verwenden.

1994, bei der Einführung der Spielekonsolen der fünften Generation (Sony Playstation, Sega Saturn, Nintendo 64), war Electronic Arts bereits der führende Publisher auf dem Videospielmarkt. Auch die Playstation 2 und die Xbox änderten daran nichts. Zum Jahrtausendwechsel erwirtschaftete das Unternehmen mehr als eine Milliarde US-Dollar. Die dominierende Marktstellung konnte der Publisher 2000 mit der Übernahme von DreamWorks Interactive, der Spiele-Tochter des gleichnamigen Hollywood-Studios von Steven Spielberg, weiter ausbauen. DreamWorks war unter anderem für den ersten Teil der „Medal of Honor“-Reihe verantwortlich. Mit der Lebenssimulation „Die Sims“ wurde 2002 eines der meistverkauften Computerspiele aller Zeiten veröffentlicht (mit bis heute rund 200 Millionen verkauften Exemplaren).

Anfang 2005 beteiligte sich EA mit rund 20 Prozent an dem global erfolgreichen französischen Spielentwickler Ubisoft. Bereits frühzeitig investierte man auch in den Onlinebereich. So übernahm man bereits 2005 den damals führenden Entwickler von Mobilfunkspielen Jamdat Mobile. Auch die Expansion nach Asien ließ nicht lange auf sich warten, 2007 erfolgte die Beteiligung an dem chinesischen „The9“-Studio und am südkoreanischen Entwickler „Neowiz“. Neben zahlreichen weiteren Übernahmen von Entwicklerstudios wie „BioWare“, „Pandemic“ und „Hands on Mobile“ übernahm Electronic Arts Ende 2009 die vor allem über Facebook aktive Social-Gaming-Plattform „Playfish". EA kündigte 2010 zudem an, keine Spiele mehr ohne Onlinekomponente zu veröffentlichen. Auch in der Independentszene akquirierte EA verstärkt. Ende 2010 übernahm man für einen unbekannten Preis den Publisher Chillingo und 2011 für 1,3 Milliarden das Entwicklerstudio PopCap (u.a. Hersteller der Spiele "Plants vs. Zombies" und "Bejeweled") sowie den Social-Games-Entwickler KlickNation.

2013 eine wichtige Weichenstellung. Im Rahmen einer Kooperation mit Disney erhielt EA die Lizenzrechte am „Star Wars"-Universum und beauftragte sowohl seine diversen In-House-Studios als auch externe Entwickler mit der Produktion verschiedener Titel. Nach einer Reorganisation und mit neuer Marketingstrategie konnte man den Aktienwert steigern. Im Juli 2015 beispielsweise erreichte Electronic Arts mit 71,63 US-Dollar ein Allzeithoch. Der Anstieg wurde dem damals mit Spannung erwarteten Neustart von „Star Wars Battlefront“ zugeschrieben. Am 10. Dezember 2015 kündigte EA eine neue Abteilung namens Competitive Gaming Division an, die sich auf die Entwicklung von „wettbewerbsfähigen Spielerlebnissen“ und die Organisation von E-Sports-Events konzentriert. Und 2016 gab Electronic Arts die Gründung einer neuen Abteilung mit Namen „Frostbite Labs“ bekannt (in Stockholm und Vancouver). Es geht um die Entwicklung von Virtual-Reality-Plattformen und „virtuellen Menschen".

Um seine Position weiter zu stärken zog sich der Konzern 2016 aus der größten Spielemesse E3 zurück und startete mit EA Play sein eigenes Industrie-Event. Die Spielewelt befand sich da ohnehin im Umbruch. 2016 lag der Umsatz von Mobile Games erstmals über dem von PC Spielen. EA war zudem nach der Übernahme von "Candy Crush"-Entwickler King Entertainment durch den Konkurrenten Activision besonders gefordert. Der Verkauf von Games auf Discs ging weiter zurückgehen und der Einstieg ins Games-Geschäft von Amazon und Apple führte zu einer verschärften Konkurrenz.

Mittlerweile ist EA ein integraler Bestandteil des internationalen Sportbusiness geworden. Was nicht nur Vorteile hat: So musste das man im Sommer 2015 z.B. den mit dem Profi-Eishockeyspielers Patrick Kane geschlossenen Vertrag aussetzen, weil gegen die Werbefigur des Titels "NHL Hockey" zeitweise wegen vermeintlicher Vergewaltigung ermittelt wurde (Kane wurde später freigesprochen). Zudem musste sich EA im Rahmen einer Sammelklage von College-Sportlern außergerichtlich einigen und eine Zahlung von 60 Millionen Dollar leisten. EA und die Universitätsliga NCAA waren 2013 verklagt worden, weil sie die vornehmlich afroamerikanischen College Football und Basketball-Athleten – im Gegensatz zu den Profisportlern – nicht für die Verwendung ihrer Namen und ihres Aussehens in den Spielen entlohnt hatten. EA hatte daraufhin die Produktion von Collegesport-Titeln eingestellt.

Im Januar 2018 kündigte EA die eMLS an, eine neue wettbewerbsfähige Liga für EA Sports' FIFA 18 durch die Competitive Gaming Division (CGD) und die MLS. Im selben Monat schloss EA mit ESPN und Disney XD einen mehrjährigen Pakt, um über die Competitive Gaming Division wettbewerbsfähige Spiele der Madden NFL in die ganze Welt zu übertragen.

Management

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Nachfolger des langjährigen CEOs John Ricitiello wurde im September 2013 Andrew Wilson. Der Australier hat in seinen ersten drei Amtsjahren den Publisher in die digitale, und vor allem mobile Zukunft geführt. Unter seiner Ägide hat sich der Aktienkurs verdreifacht. Wilson war zuvor ausführender Produzent von „FIFA Soccer", dem wohl wichtigsten EA-Titel, der rund ein Drittel des jährlichen Konzernumsatzes generiert.

Das Wirtschaftsmagazin Fortune wählte Wilson 2015 hinter Mark Zuckerberg und vor Tim Cook auf Platz drei seiner „Global Businessperson of the Year"-Liste. Wilson hat EA von einem klassischen Games Publisher in einen „online content delivery service" verwandelt, wie er der australischen Wirtschaftszeitung „Financial Review" 2016 sagte. Nicht nur die Vertriebswege für Games sind mittlerweile digitalisiert, sondern auch die Art und Weise, wie gespielt wird, hat sich verändert. Die Spieldauer und die Anzahl der Spieler hat sich durch Onlinegaming signifikant erhöht. Gab es vor zehn Jahren weltweit 200 Millionen Gamer, sind es heute knapp zwei Milliarden. EA-Titel werden nicht mehr einmalig produziert und verkauft, sondern ständig aktualisiert und erweitert. Dementsprechend musste Wilson EAs Kerngeschäft umstrukturieren und auf die Schwerpunkte Datensicherheit und Kundenservice umstellen.

Geschäftsbereiche

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EA ist der weltweit viertgrößte Spieleentwickler, -publisher und -vermarkter (nach Nintendo, Activision Blizzard und Bandai Namco) auf diversen Plattformen: Spielekonsolen, PCs, Mobiltelefone, Tablets. „Unsere Aufgabe ist es, die Welt zum Spielen zu inspirieren“, so die Selbsteinschätzung. Man vermarktet Spiele in verschiedenen Genres, wie Sport, Ego-Shooter, Action, Rollenspiele und Simulationen. Spiele, die EA vollständig besitzt (wie Battlefield, The Sims, Apex Legends, Anthem, Need for Speed und Plants vs. Zombies) oder von anderen lizenziert werden (wie FIFA, Madden NFL und Star Wars). Um auf dem asiatischen Markt Fuß zu fassen und dort die „FIFA"-Serie zu promoten, kooperiert EA in China mit Tencent und in Korea mit Nexon.

Aktuelle Entwicklungen

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Am 6. Februar 2019 fiel die Aktie von Electronic Arts um über 13 Prozent. Dies war vor allem auf die verspätete Veröffentlichung von „Battlefield V“ zurückzuführen, das nach der Urlaubssaison im Oktober 2018 rausgekommen war wurde. Danach nämlich verzeichnete man ein gemischtes Echo der Kritik; EA verkaufte eine Million weniger Exemplare als die erwarteten 7,3 Millionen. Bald aber ging es mit dem Aktienkurs deutlich nach oben, und zwar mit Erscheinen des Multiplayer-Shooter Apex Legends. Auf ZEIT online wurde gefragt: „Auf einer Skala von 1 bis Fortnite, wie erfolgreich kann ein neues Videospiel kurz nach der Veröffentlichung sein?“ Und weiter: „Der neue Multiplayer-Shooter Apex Legends bricht jedenfalls Rekorde: Nach drei Tagen zählte das Spiel bereits zehn Millionen Spieler – dafür benötigte Fortnite zwei Wochen.“ (Artikel vom 9.2.2019)

Schließlich die v.a. für Gamer interessanten News aus dem Oktober 2019: Beginnend mit dem Release von „Star Wars: Jedi Fallen Order“ im November 2019 werde man Spiele auch wieder auf der Internet-Vertriebsplattform „Steam“ publizieren, um mehr Kunden zu erreichen. Die konzerneigene Vertriebsplattform „Origin“ werde man auch weiter betreiben.

Inhalte

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