11. Cox Enterprises Inc.

Umsatz 2014: $ 17,100 Mrd. (€ 12,872 Mrd.)

Überblick

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Cox Enterprises (Atlanta) teilte sich bis Ende 2019 in drei Geschäftsfelder: Cox Communications, nach eigenen Angaben der drittgrößte Anbieter von Kabelfernsehen in den USA und zudem Anbieter von Digitalvideo-, Telefon- und Internet-Dienstleistungen. Die Cox Media Group konzentrierte sich auf das Mediensegment, betrieb u.a. 19 Fernsehstationen, einen Kabelsender, mehr als 88 Radiostationen, acht Tageszeitungen und mehr als 100 Digitalangebote. Der dritte Geschäftsbereich umfasste den Automobilhandel und Branchenkommunikation.

Wie gesagt, bis 2019, denn das US-Private-equity-Unternehmen Apollo Global Management übernimmt die Mehrheit am TV- und Radiogeschäft der Cox Media Group. Eine neue „national media company“ entsteht, weiterhin in Atlanta und unter dem Namen Cox Media Group. Cox Enterprises wird einen Minderheitsanteil behalten.

Die Angaben in diesem Eintrag beziehen sich noch auf den Status vor der Übernahme durch Apollo.

Basisdaten

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Hauptsitz:
6205 Peachtree Dunwoody Road
Atlanta, GA, 30328
USA
Telefon: 001 678 6450000
Internet: www.coxenterprises.com

Branchen: Kabelnetze, Fernsehsender, TV-Sendestationen, Radio, Zeitungen, Druckbetriebe, Internet-Services, Multimedia, Telekommunikation, Werbung, Handelsplattformen für Automobilhandel, Automobil-Auktionen, Nischenpublikationen
Rechtsform: Personengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.01. - 31.12.
Gründungsjahr: 1898

Tab. I: Ökonomische Basisdaten Cox Enterprises Inc.
2018*2017*2016*2015*2014*
Umsatz Gesamt (in Mrd. US-Dollar)2120,420,118,117,1
Beschäftigte55.000k.A.k.A.50.00050.000

 * Schätzungen

Geschäftsführung

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Geschäftsführung:

  • James C. Kennedy, Chairman
  • Alex Taylor, President and Chief Executive Officer, Cox Enterprises
  • Dallas Clement, Executive Vice President, Chief Financial Officer
  • Jill Campbell, Executive Vice President, Chief People & Operations Officer
  • Patrick J. Esser, President, Cox Communications
  • Kim Guthrie, President, Cox Media Group
  • Sanford Schwartz, President, Cox Automotive 

 

Aufsichtsrat:

  • James Kennedy, Cox Enterprises
  • Alex Taylor, President and Chief Executive Officer, Cox Enterprises
  • John M. Dyer, Board Member, Cox Enterprises
  • Michael J. Ahearn, Managing Partner, True North Venture Partners, L.P.
  • Anne Cox Chambers, Director Emeritus, Cox Enterprises
  • Henry Parry-Okeden, InvitedHome
  • Janet Morrison Clarke, President, Clarke Littlefield, LLC
  • S. Taylor Glover, President and Chief Executive Officer, Turner Enterprises
  • Byron D. Trott, BDT & Company
  • James C. “Rad” Weaver, McCombs Partners
  • Christopher Williams, Chairman and CEO, The Williams Capital Group L.P.

Geschichte

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Lehrer, Journalist, Politiker und dann Medienmogul – die Lebensstationen des Firmengründers James M. Cox zeichnen eine amerikanische Bilderbuchkarriere. Cox, Jahrgang 1870, wollte nach Beendigung der Schulzeit zunächst Lehrer werden, was er allerdings schon bald zu Gunsten seiner politischen und journalistischen Ambitionen aufgab. Er arbeitete zunächst als Sekretär eines Kongressabgeordneten, wurde dann Reporter beim Cincinnati Enquirer und kaufte 1898 für 26.000 Dollar den Dayton Evening. Sieben Jahre später kaufte er seine zweite Tageszeitung, den Springfield Press-Republican.

Die Zeitungen gaben ihm das nötige Standbein für eine sehr erfolgreiche politische Karriere, zunächst als US-Kongressabgeordneter und später als dreimaliger Gouverneur von Ohio. 1920 kandidierte der Demokrat Cox sogar bei den Präsidentschaftswahlen (mit Franklin D. Roosevelt als Vize), unterlag aber seinem Rivalen Warren Harding, zu der Zeit ebenfalls Verleger in Ohio.

Nach Beendigung seiner aktiven politischen Karriere machte sich Cox daran, seine Zeitungsunternehmen zu einem Medienkonzern auszubauen. Nach dem Kauf weiterer Tageszeitungen gründete Cox 1923 WHIO, Daytons erste Radiostation. 1948/49 kamen TV-Sender für Dayton und Atlanta hinzu. Seit 1950 gehört auch die Zeitung The Atlanta Constitution, das heutige Flaggschiff, zu dem stetig expandierenden Unternehmen. Als James M. Cox 1957 starb, besaß seine Firma sieben Tageszeitungen, drei Fernsehstationen und zahlreiche Radiosender.

Während der späten 1950er und frühen 1960er Jahre engagierte sich Cox Enterprises unter James M. Cox Jr., der nach dem Tod seines Vaters die Leitung übernommen hatte, weiter auf dem TV-Markt. Es war eines der ersten großen US-amerikanischen Fernsehunternehmen, das 1962 durch den Kauf eines Kabelnetzes in Pennsylvania in das Geschäft mit Kabelfernsehen einstieg. Im selben Jahr organisierte der spätere Cox-Vorstand J. L. Reinsch die geschichtsträchtige, erste TV-Präsidentschaftsdebatte zwischen John F. Kennedy und Richard Nixon.

Die Rundfunkunternehmen der Cox-Familie wurden 1964 zu einer Aktiengesellschaft zusammengefügt, während die Tageszeitungen unter Cox Enterprises in direktem Privatbesitz blieben. Die Kabel-TV-Sender wurden 1968 ebenfalls in einer Aktiengesellschaft, der Cox Cable Communications, zusammengefasst. 1968 und 1969 erschloss Cox Broadcasting weitere Branchen, zunächst durch den Kauf der Auto-Auktionshäuser Manheim Services und Kansas City Automobil Auction. 1972 kam die TeleRep, eine Fernsehwerbefirma, hinzu.

1977 fusionierte Cox Cable mit Cox Broadcasting und wurde 1982 dann zu Cox Communications. 1985 wandelte die Familie Cox Communications wieder in eine Personengesellschaft um und verschmolz das Unternehmen mit dem Mutterkonzern Cox Enterprises. 1987 übernahm der Gründerenkel James Kennedy die Leitung des Familienkonzerns. 1991 fusionierte Cox sein Auto-Auktionsgeschäft mit dem von Ford Motor Credit/GE Capital und kaufte die Direct-Mail-Kuponfirma Val Pak Direct Marketing. 1994 rief Cox in Partnerschaft mit Sprint, TCI und Comcast ins Leben, die Sprint Spectrum LP, um die Telecommunikations-Dienstleistungen zu bündeln. 1995 kaufte Cox Enterprises „Times Mirror Cable Television“. Im Rahmen einer weiteren Umstrukturierung brachte der Konzern Cox Communications, Inc. vorübergehend wieder an die Börse, wobei rund 73 % der Anteile weiterhin im Besitz der Gründerfamilie blieben.

Ende der 1990er Jahre unternahm der Konzern eine strategische Neuorientierung. Zum einen stimmte Cox Enterprises Anfang 1999 dem Verkauf des Satellitengeschäfts Primestar an den Konkurrenten Hughes Electronics (Direct TV) zu. Cox war mit 10,4 Prozent an Primestar Inc. beteiligt. Zum anderen verabschiedete sich Cox Broadcasting 1999 endgültig aus der Produktionsbranche und liquidierte seine 100-prozentige Tochter Rysher Entertainment (die u.a. „Sex and the City“, „Nash Bridges“ und die Erfolgsshow „Entertainment Tonight“ hergestellt hatte). Die Rechte an Ryshers Film- und Fernsehbibliothek sowie die aktuellen Produktionen wurden von Paramount übernommen. Stattdessen investierte das Unternehmen in die Erweiterung und den Ausbau seiner Kabelsysteme. Heute ist Cox Communications einer der führenden US-Anbieter digitaler Telekommunikationsdienstleistungen über Kabelfernsehnetze.

Angesichts der anhaltenden Krise der Zeitungsbranche war die Ankündigng aus dem Frühherbst 2008, 28 Wochen- und Tageszeitungen sowie zwei Direktwerbetöchter verkaufen zu wollen, keine Überraschung. Die Erlöse sollten vor allem dem Abbau von Schulden dienen.

Management

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Cox Enterprises befindet sich seit jeher im Besitz der Cox-Familie, lange angeführt von der seit dem 1.12.2019 100-jährigen Tochter des Gründers James Cox, Anne Cox Chambers und ihrer mittlerweile verstorbenen Schwester Barbara Cox Anthony. Durch ihren Anteil am Unternehmen wurde das private Vermögen der ehemaligen Diplomatin Cox Chambers bis zum Jahr 2015 auf rund 17 Milliarden US-Dollar geschätzt (auf der Forbes-Rangliste der „reichsten Menschen der Welt“ nahm sie 2015 Platz 53 ein). Inzwischen wurden ihre Cox-Anteile in Hohe von 49 % an ihre drei Kinder Katharine Rayner, Margaretta Taylor und James Cox Chambers, an ihre Nichte Blair Parry-Okeden und den Neffen James Cox Kennedy aufgeteilt.

Der heutige Chairman James C. Kennedy und der Rest des Cox-Clans gelten als bescheiden, konservativ und öffentlichkeitsscheu. Sein Reichtum ist Kennedy eher unangenehm - 2015 erzählte er einem Reporter von Forbes in einem seltenen Interview, er würde in der Wirtschaftspresse lieber als Dummkopf anstatt als Milliardär bezeichnet werden. Und doch hat Kennedy seit Ende der 1980er Jahre eine Reihe von mutigen Entscheidungen getroffen, die dazu geführt haben, dass er und seine Geschwister - im Gegensatz zu den Grahams (Washington Post) oder Sulzbergers (New York Times) weiterhin in den alljährlichen Forbes-Ranglisten der reichsten Amerikaner auftauchten. Dazu gehörten zunächst Investitionen in den Kabelsektor und Ende der 1990er schließlich in die Auto-Verkaufsplattform Autotrader.com, mit der die schwindenden Umsätze mit Print-Kleinanzeigen aufgefangen wurden. Während andere Medienkonzerne und Zeitungshäuser mit dem Medienwandel zu kämpfen hatten, hat sich der Wert von Cox seit 1988 ungefähr verfünffacht. Aktueller CEO ist Alexander C. Taylor, Mitglied der Cox-Familie in der vierten Generation, Urenkel des Gründers James M. Cox.

Geschäftsfelder (bis Ende 2019)

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Cox Communications
Die drittgrößte US-Kabelfirma mit einem Kundenstamm von sechs Millionen Haushalten. Nach Investionen in Höhe von 15 Milliarden Dollar in den Glasfaser-Ausbau kann Cox im Gegensatz zur Konkurrenz ultraschnelle Übertragungsraten ("Gigablast") anbieten.

Cox Automotive
Herzstück von Cox' Autosparte ist Manheim, Inc., die größte Auto-Auktions-Webseite der Welt und weitere Brands wie Clutch Technologies, Dealer-Auction Ltd, AutoTrader, Kelley Blue Book, vAuto, Dealer.com, Dealertrack, NextGear Capital, Xtime, Vinsolutions.

Cox Media Group
Cox betreibt 14 Fernseh- und 61 Radiosender, einen regionalen Kabelsender, drei Tageszeitungen (Journal-News, Dayton Daily News, Springfield News-Sun) sowie diverse Websites.

Aktuelle Entwicklungen

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Am 17. Dezember 2019 wurde der im Laufe des Jahres häufig kommentierte Verkauf abgeschlossen, also der Verkauf der Mehrheit am TV- und Radiogeschäft, separat der TV-, Radio- und Print-Aktivitäten in Ohio, und der angeschlossenen CoxReps- und Gamut-Werbefirmen der Cox Media Group. Käufer: Die neue Cox Media Group, an der das US-Private-equity-Unternehmen Apollo Global Management die Mehrheit, Cox Enterprises eine Minderheit der Anteile halten wird.

Cox-CEO Alex Taylor verabschiedet sich auf der Firmenhomepage mit: „Die sicherlich schwierigste Entscheidung, die wir 2019 getroffen haben, war die Entscheidung, die Mehrheit der Cox Media Group zu verkaufen. Alle Beteiligten waren sich einig, dass es das Richtige für das Unternehmen war, aber der Abschied von so vielen Menschen, mit denen wir über die Jahre zusammengearbeitet haben, war hart. Die gute Nachricht ist, dass sie nicht weit weg sein werden und dass sie sich auf viele großartige Dinge freuen können, wenn die neue Cox Media Group in die Zukunft wächst.“

Links

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» Cox Enterprises - Homepage

Literatur

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Charles E. Glover, Journey through our Years: The Story of Cox Enterprises, Inc., 1999

Inhalte

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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und der Stadt Köln.