Regulierungsbehörden wollen Videoportal von RTL & ProSiebenSat.1 untersuchen

15.09.2010

Eine gegenwärtig von den privaten Fernsehunternehmen RTL und ProSiebenSat.1 entwickelte Videoplattform ist zum Objekt der Fusionskontrolle der EU-Wettbewerbskommission sowie des deutschen Bundeskartellamt geworden. In Vorgesprächen mit den Behörden haben die Onlinesparten der Sendergruppen - RTL Interactive und SevenOne Intermedia - jedoch offenbar schon ausgelotet, wie das Vorhaben grünes Licht erhalten wird. Demnach soll die Plattform für alle Fernsehsender aus Deutschland und Österreich offen stehen. Eine eigens von ProSiebenSat.1 und RTL gegründete Gesellschaft soll die technische Infrastruktur bereitstellen, die dann von allen Fernsehsendern (inklusive den öffentlich-rechtlichen) individuell genutzt werden soll, um ausgewählte Inhalte bis zu sieben Tage nach Ausstrahlung abrufbar zu machen.

Ziel des Joint Venture ist es, den Online-Fernsehmarkt rechtzeitig vor der US-amerikanischen Konkurrenz zu schützen. So wird auch in Deutschland der Markt für kurze Videoclips und User Generated Video von YouTube dominiert, während die Ableger der Privatsender (myvideo, clipfish) ein Nischendasein fristen. Mit der Initiative wollen die größten Privatsendergruppen verhindern, dass ihnen ein ausländischer Anbieter wie etwa Hulu.com (Allianz der US-Medienkonzerne News Corp., Walt Disney, NBC Universal) mit der Etablierung eines universellen Portal für Filme und Serien zuvorkommt.

Mehr dazu:

- Satundkabel.de: Auch Kartellamt will Video-Plattform von RTL/ProSiebenSat.1 prüfen (12.09.2010) 

- Sueddeutsche.de: TV-Zentrale im Netz (06.08.2010)

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

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