16. Reed Elsevier PLC
Umsatz 2011: £ 6,002 Mrd. (€ 6,902 Mrd.)
Überblick
Wissenschaftliche Zeitschriften, Datenbanken, Fachblätter - seit mehr als hundert Jahren ist der Zugang zu Informationen ein einträgliches Geschäft für das britische Medienunternehmen Reed Elsevier.
Basisdaten
Hauptsitz: 1-3 Strand, London WC2N 5JR, Großbritannien
Telefon: 0044 – 20 – 7930 - 7077
Telefax: 0044 – 20 – 7166 - 5799
Internet: www.reed-elsevier.com
Branche: Zeitschriften, Buchverlage, Fachverlage, Informationsdienste, Messen und Ausstellungen
Rechtsform: Kooperierende Aktiengesellschaft aus den selbständigen Unternehmen Reed International und Elsevier N.V.
Geschäftsjahr: 01.01. - 31.12.
Gründungsjahr: 1894 (Reed), 1880 (Elsevier)
2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | |
Umsatz in Mio. £) | 6.002 | 6.800 | 6.071 | 5.334 | 4.584 | 5.398 | 5.166 | 4.812 |
Gewinn nach Steuern (in Mio. £) | 760 | 642 | 982 | 901 | 888 | 625 | 464 | 461 |
Aktienkurs (in £, Jahresende) | 32,26 | 33,56 | 31,58 | 29,84 | 53,90 | 42,92 | 35,58 | 34,31 |
Dividende (pro Aktie, in €) | REplc: 21,55p RE NV: 0,436 | RE PLC: 20,4 £ | (RE PLC: 20.1£) | (RE PLC: 18,1£) | (RE PLC: 15,9£) | (RE PLC: 14,4£) | 0,19 | |
Beschäftigte | 30.500 | 42.300 | k.A. | 34.800 | 31.500 | 36.800 | 36.000 | 35.000 |
Elsevier | LexisNexis | Harcourt Education | Reed Exhibitions | Reed Business | ||
2011 | 2.058 | 2.542 | ---* | 707 | 695 | |
2010 | 2.026 | 2.618 | ---* | 693 | 718 | |
2009 | 1.985 | 2.557 | ----* | 638 | 891 | |
2008 | 1.700 | 1.940 | ----* | ---- | 1.694 | |
2007 | 1.507 | 1.594 | ----* | ---- | 1.483 | |
2006 | 1.521 | 1.570 | 889 | ---- | 1.418 | |
2005 | 1.436 | 1.466 | 901 | ---- | 1.363 |
*Harcourt Education-Sparte wurde 2007 verkauft.
Geschäftsführung
Management:
- Erik Engstrom, CEO
- Mark Armour, CFO
- Anthony Habgood, Chairman
Board Of Directors:
- Anthony Habgood, Reed Elsevier
- Marc Armour, Reed Elsevier
- Erik Engstrom, Reed Elsevier
- Mark Elliott, QinetiQ Group plc
- Adrian Hennah, Smith & Nephew plc
- Lisa Hook, Neustar Inc.
- Mark van Lier Lels
- Robert Polet, Safilo Group
- David Reid, Intertek Group plc
- Ben van der Veer
Besitzverhältnisse:
Reed Elsevier plc: Reed International und Elsevier NV (jeweils 50%)
Reed International: Prudential (8%, Versicherung), Rest Streubesitz
Elsevier NV: Reed International (5,8%), Rest Streubesitz
Geschichte und Profil
1993 begann die Zusammenarbeit des britischen Verlagsriesen Reed International mit der niederländischen Elsevier-Gruppe. Beide Unternehmen agieren als selbständige Konzerne, firmieren seit April 2002 aber nur noch als Reed-Elsevier.
Reed hatte 1894 als Papierfabrik angefangen, später auch Tapeten und Farbe produziert und war erst knapp 80 Jahre später durch den Kauf von Publikumszeitschriften und Tageszeitungen - unter anderem des "Daily Mirror" - zum Medienunternehmen geworden. Ab den 80er Jahren war Schluss mit Papier- und Anstreicherbedarf, ein Jahrzehnt später stieg Reed dann nach und nach von der Publikums- zur Fachpresse um.
Elsevier, gegründet 1880 in Rotterdam, war bereits zu Beginn der Zusammenarbeit mit Reed der größte Fachzeitschriftenverlag der Niederlande und besaß führende Tageszeitungen wie das "Allgemeen Dagblad". Wie Reed stieß auch Elsevier seine Publikumstitel 1995 ab, um sich ganz auf den weiteren Ausbau der Fachinformationssparte zu konzentrieren. Eine sicher geglaubte Fusion mit dem ebenfalls niederländischen Fachverlagsriesen Wolters Kluwer scheiterte aber überraschend im März 1998. Reed Elsevier machte zwar kartellrechtliche Auflagen dafür verantwortlich, doch auch die Doppelstruktur des britisch-niederländischen Unternehmens mit zwei Hauptsitzen und doppeltem Management war wohl nicht ganz unschuldig.
Management
Seit 1999 ist die komplexe Reed-Elsevier-Geschäftsstruktur grundlegend reformiert worden. Mittlerweile gibt es ein einheitliches Management unter einem Chairman und einem CEO. Untergeordnet sind jeweils eigene Vorstandsvorsitzende für die verschiedenen Kernbereiche des Konzerns. Der ehemalige CEO Crispin Davis gilt als treibende Kraft hinter dem erfolgreichen Umbau eines "archaischen Zweiländerkonstrukts zur weltweit führenden Mediengruppe" (Guardian). Der Oxford-Absolvent Davis galt schon immer als Sanierer. Vor seinem Wechsel zu Reed Elsevier hatte er in kurzer Zeit den britischen Werbe- und Marketingmulti AEGIS wieder flott gemacht. In seinem neuen Job verordnete er umgehend ein eisernes Sparprogramm, investierte rund 750 Millionen engl. Pfund in Internet-Strategien und sorgte dafür, dass Reed Elsevier eines der wenigen Unternehmen ist, die im World Wide Web Geld verdienen. Reed Elsevier setzte, anders als viele andere Medienbetriebe, in den letzten Jahren auf organisches Wachstum. Im September 2004 wurde für immerhin 400 Millionen engl. Pfund der US-Database-Spezialist SEISINT (www.scircus.com) gekauft, der international mit Adressen und Telefonnummern handelt und dessen Tochter ACCURINT, die Daten von Millionen US-Bürgern für staatliche Verwaltungen und den Justizbereich aufbereitet. Das Engagement blieb allerdings nicht ganz konfliktfrei. Menschenrechtsorganisationen und Datenschützer kritisieren, dass die Bestände des jetzt zu LexisNexis gehörenden Datenverwalters SEISINT auch an die US-Terrorismusabwehr-Datenbank MATRIX geliefert werden. Im Frühjahr 2005 musste Reed Elsevier außerdem zugeben, dass sich Hacker bei SEISINT Zugang zu den Daten von bis zu 310.000 US-Bürgern verschafft hatten.
Das Unternehmen fährt zudem weiterhin einen strikten Rationalisierungskurs. Von 2002 bis 2007 wurde im Rahmen des Konzernumbaus die Zahl der Beschäftigten nochmals auf weltweit 31.500 gesenkt. Im Juni 2008 tauchte ein firmeninternes Memo von CIO Bill Godfrey auf, in dem dieser die Entlassung von 900 Mitarbeitern bis zum Jahr 2010 ankündigt. Die Jobs verschwinden nicht, sondern werden zwecks geringerer Löhne nach China und Indien verlegt. Wachstum und Umsatzrendite bleiben so für den Medienbereich weiterhin traumhaft. Nach vier Verlustjahren wegen der internationalen Werbeflaute konnte Davis schon 2004 eine “Erholung” im Business-Bereich verkünden. Nur hier ist Reed Elsevier überhaupt nennenswert vom Anzeigengeschäft abhängig, die anderen Geschäftsfelder basieren fast ausschließlich auf Abonnement-Zahlungen. Auch der von einigen Branchenexperten als deutlich verspätet belächelte Einstieg in die Online-Welt erweist sich jetzt als goldrichtige Strategie. Reed- Elsevier setzte von Anfang an unerbittlich auf feste Kundenbeziehungen und zahlungspflichtige Angebote.
Im März 2009 verließ Crispin Davis das Unternehmen. Sein Nachfolger als CEO wurde Ian Smith, der ehemalige Geschäftsführer der englischen Baugesellschaft Taylor Woodrow.
Geschäftsfelder
Zwei Extreme treffen im Portfolio von Reed Elsevier, weltweit einer der größten Fachverlage, aufeinander: Führende Wissenschaftspublikationen, vor allem in den Bereichen Medizin und Jura, stehen neben dem Showbiz-Zentralorgan "Variety" (das allerdings 2012 verkauft werden wird) und den international wichtigsten Fernsehprogramm-Messen MIP-TV und MIPCOM im mondänen Cannes. Seit der Neustrukturierung ist das Unternehmen in vier Säulen gegliedert.
Elsevier: Elsevier (vormals Science & Medical) ist der Weltmarktführer in Sachen Wissenschaftsinformation und gibt rund 1.500 Fachblätter und Newsletter sowie jährlich bis zu 1.000 Bücher und CD-ROMs heraus. Die Datenbank ScienceDirect ermöglicht ihren rund 10 Millionen Nutzern den Online-Zugriff auf 1.200 aktuelle Newsletter, ein Archiv mit über 6,7 Millionen Fachaufsätzen und rund 40 Lexika. Der Health Science-Bereich ist einer der größten Anbieter medizinischer Fachinformationen mit rund 8.000 Fachbüchern und 250 Zeitschriften, wie z.B. "The Lancet". Mit zum Angebot gehört der Ärzte-Onlinedienst "MD Consult".
Das organische Wachstum durch planmäßiges Hinzukaufen exakt ins Portfolio passender kleinerer Einheiten beschreibt das langfristige Vorgehen von Reed Elsevier. So ergänzte Reed Elsevier beispielsweise 2006 seinen Gesundheitsbereich in den USA durch den Kauf der Pharmazie-Datenbank Gold Standard, die online aktuelle Informationen über Medikamente für Ärzte und Apotheker aufbereitet. Im März 2007 akquirierte Reed Elsevier über seine Tochterfirma Elsevier MDL die Beilstein-Database. Dieses in Deutschland ansässige Archiv für organische Chemie gilt als das weltweit größte seiner Art.
Um dem grassierenden akademischen Plagiatismus zu begegnen, entwickelte Elsevier gemeinsam mit der IT-Firma iParadigms die Software CrossCheck, die es Verlegern ermöglicht, zu erkennen, ob Autoren bei anderen Wissenschaftlern abgeschrieben haben. Grundlage von CrossCheck ist der über zwanzig Millionen Zeitschriftenbeiträge umfassende Reed Elsevier-Katalog.Wichtigste Marken: Elsevier Science, Academic Press, Butterworth-Heinemann, (Harcourt Health Science)
Lexis Nexis: Diesen Bereich der juristischen Literatur dominiert das 1994 von Reed Elsvier erworbene Imperium von Lexis-Nexis (LN). LN North America Legal Markets bietet Fachinformationen, juristische Kommentare und Urteilsdokumentationen für Anwälte, die Administration und die Gerichte aller 50 US-Bundesstaaten. LN US Corporate and Federal Markets umfasst den wirtschaftsjuristischen Dienst nexis.com sowie spezielle Angebote für Hochschulen und Forschung. Dem Martindal Hubell Legal Network sind über eine Million Anwälte in 160 Ländern weltweit angeschlossen.
Im März 2008 akquirierte Reed Elsevier für 4,1 Milliarden Pfund das in Alpharetta, Georgia, ansässige Unternehmen ChoicePoint Inc., das sich auf das Sammeln von Daten jeglicher Art spezialisiert hat. Das umstrittene Geschäftsmodell sieht folgendermaßen aus: ChoicePoint trägt kostenlose Informationen zusammen, um diese kostenpflichtig zu verkaufen. Die Daten, die das Unternehmen an dritte Parteien wie Versicherungen, Marketingfirmen und Regierungsstellen verkauft, beinhalten vor allem Dossiers über Einzelpersonen. Diese Dossiers, die bereits für über 200 Millionen US-amerikanischen Bürgern angelegt wurden, sind teilweise 20 Seiten dick und beinhalten Informationen wie Kreditdaten, Autoregistrierung, Vorstrafenregister, Kaufaktivitäten und Ergebnisse von Drogentests. Doch nicht nur die Daten US-amerikanischer Bürger werden gesammelt. Europa und vor allem Lateinamerika sind seit geraumer Zeit in den Fokus von ChoicePoint gerückt. Die Datenbanken von ChoicePoint sind in den letzten Jahren dermaßen gewachsen, dass sie größer und genauer sind, als jene von US-Behörden. Seit dem 11. September 2001 und der Verabschiedung des umstrittenen Patriot Act dürfen staatliche Stellen wie die Einwanderungsbehörde, die NSA oder das FBI ohne richterliche Ermächtigung auf die persönlichen Daten von ChoicePoint zugreifen.
Datenschutzaktivist Robert O’Harrow hat in seinem Buch „No Place to Hide“ die Machenschaften von ChoicePoint näher beleuchtet. Er dokumentiert, wie die 1997 gegründete Firma zunächst als Dienstleister für die Versicherungsbranche die Risiken von deren Kunden bemaß. In den folgenden Jahren wurde das Unternehmen durch Aufkäufe von rund 50 Firmen jedoch Stück für Stück in einen privatwirtschaftlich agierenden Geheimdienst umgewandelt. Man schloss Verträge mit der US-Justizbehörde und dem CIA ab. ChoicePoint ist so zu einem der mächtigsten Firmen der USA avanciert. Mittelbar hat man darauf Einfluss, wer ein Flugzeug besteigen darf, wer in einem Betrieb eingestellt wird oder wer einen Kredit bekommt. Die Führungsetage des Konzerns liest sich übrigens wie ein „Who is Who“ des (neo)konservativen Flügels der Republikanischen Partei. So sind oder waren unter anderem William Crowell (Ex-Direktor der NSA), Vin Weber (Lobbyist und Ex-Kongressabgeordneter) und Viet D. Dinh (Autor des Patriot Act-Gesetzestext) bei ChoicePoint angestellt.
Reed Business Information (steht zum Verkauf): Cahners Business Information ist einer der führenden US-Fachverlage, der 85 Fachtitel für 15 verschiedene Branchen herausgibt. Aus dem Medienbereich sind vor allem Titel wie "Variety" (steht vor dem Verkauf), "Publishers Weekly" und das "Library Journal" bekannt. In Europa bringen die Untergruppen Reed Business Information (Großbritannien) und Elsevier Business Information (Niederlande/Belgien/Frankreich/Deutschland/Spanien) zusammen knapp 200 Fachtitel (u.a. “New Scientist”) auf den Markt.
Reed Exhibitions: Diese Sparte des Konzerns ist mit rund 470 Veranstaltungen pro Jahr einer der führenden Veranstalter von Messen und Trade Shows der Welt.
Engagement in Deutschland
Seit 2006 gehören die Online-Suchmaschinen Kellysearch und Hotfrog zur Reed Business Information GmbH.
Elsevier verlegt in den deutschsprachigen Ländern über 60 Fachblätter und Journals, überwiegend aus dem medizinischen Bereich – von „Akupunktur“ über „Krankenhaus-Hygiene und Infektionsverhütung“ bis zur „Zeitschrift für Medizinische Physik“. Außerdem bietet Elsevier ausgewählte „Lancet“-Studien in deutscher Sprache zum Download an. Seit 2003 gehören auch die akademischen Fachverlage Urban & Fischer sowie der Heidelberger Spektrum Verlag („Spektrum der Wissenschaft“) zu Elsevier.
Der deutsche LexisNexis-Ableger wurde Anfang 2011 an Wolters Kluwer verkauft.
Aktuelle Entwicklungen
Die Hochpreispolitik der Elsevier-Fachzeitschriften hat mittlerweile zu einer Boykott-Bewegung geführt, der sich mehr als 6000 Wissenschaftler angeschlossen haben. Sie sind nicht mehr bereit, in den Zeitschriften zu publizieren oder sich ehrenamtlich (etwa beim Peer-Review-Verfahren) für se ausbeuten zu lassen. Immer mehr Unis weigern sich deshalb, neue Elsevier-Magazine in ihre Kataloge aufzunehmen - eine Entwicklung, die mittlerweile den Aktienkurs bedroht.
Von 2005 bis Mitte 2008 sorgen Verbindungen des Konzerns zum internationalen Waffenhandel für Schlagzeilen. Ausgerechnet die renommierte und von Reed Elsevier herausgegebene Medizin-Fachzeitschrift „The Lancet“ kritisierte in einem Artikel die Aktivitäten der Tochterfirma Spearhead/Reed Exhibitions. Letztere ist auf die Organisation von Messen und Ausstellungen spezialisiert. Im September 2005 veranstaltete die Firma erstmals die DSEi (Defence Systems and Equipment international), eine der größten Militäraustellungen der Welt, auf der unter anderem auch von der UNO geächtete Streubomben kommerziell vertrieben werden. Seit zwei Jahren nun distanziert sich „The Lancet“ regelmäßig von den Beziehungen des Mutterkonzerns zur internationalen Rüstungsindustrie mit dem Hinweis, diese wären für eine medizinische Publikation moralisch nicht tragbar. Im März 2007 verfassten rund 80 „Lancet“-Redakteure einen offenen Brief samt kritischem Fragenkatalog an Davis. Auf drei Seiten protestierten unter anderem Ian Gilmore, Präsident der obersten britischen Ärzteorganisation Royal College of Physicians, und der US-Linguist Noam Chomsky in Leserbriefen gegen die Waffenmessen. Sir Michael Atiyah, ehemaliger Präsident der einflussreichen Royal Society, forderte einen Boykott von Reed-Elsevier-Publikationen, und immer mehr Wissenschaftler und Universitäten weltweit haben sich in den letzten zwei Jahren der Boykott-Bewegung angeschlossen und veröffentlichen ihre Forschungsergebnisse nicht mehr in Reed Elsevier-Publikationen. Aktionäre und Kunden haben die Verantwortlichen gebeten, sich von diesem Geschäftszweig zu trennen. Der John Rowntree Trust, der mit den Erlösen aus seinen Finanzinvestments Menschenrechts- und Friedensaktivisten unterstützt, reagierte. Er verkaufte alle Anteile an Reed-Elsevier. Der ehemalige CEO Crispin verteidigte das kontroverse Engagement mit dem kurzen Statement, dass „die Verteidigungsindustrie notwendig für die Aufrechterhaltung von Freiheit und nationaler Sicherheit“ sei. Im Mai 2008 reagierte das Management und kündigte an, die DSEi werde zukünftig nicht mehr von Reed Elsevier organisiert. Der Druck von Seiten der Aktionäre und der Protestbewegung „The Campaign Against Arm Trade“ war zu groß für das Unternehmen geworden.
Zu einer peinlichen Panne kam es im Mai 2009, als bekannt wurde, dass Elsevier in Australien jahrelang im Auftrag von Pharmakonzernen Zeitschriften publizierte, die wie unabhängige Fachtitel aussahen. In einer Stellungnahme räumte der Verlag ein, dass man erst kurz vor dem publik werden der Panne erfahren habe, dass eine australische Tochterfirma in dem Zeitraum von 2003 bis 2005 eine Reihe von bezahlten Sammelpublikationen im Auftrag von Pharma-Unternehmen veröffentlicht hatte. Diese Publikationen wurden allerdings so gestaltet, dass sie wie Fachmagazine wirkten und keinen entsprechenden Hinweis auf die Verbindung zur Pharmaindustrie enthielten. Zusätzlich wurden in den Pseudo-Fachblättern Artikel über Hormonerstaz-Therapien abgedruckt, die nachweißlich von Ghostwritern geschrieben wurden, die im Dienste der Pharmaindustrie stehen.
Ian Smith hat seine Position als CEO des Unternehmens nach nur 8 Monaten freiwillig geräumt. Grund für die Trennung seien nach Medienberichten interne Unstimmigkeiten mit dem Managemnet. Erik Engstrom übernahm zeitgleich die Aufgaben des scheidenden CEOs.
Links
Presseberichterstattung:
- epd medien: Pharma-Pressionen - die invasive PR der Gesundheitsindustrie (27.05.2009)
- Der Spiegel: Elsevier ließ Pseudo-Fachblätter von Pharmafirmen bezahlen (11.05.2009)
- Manager Magazin: G+J ist aus dem Bieterpoker (24.09.2008)
- Handelsblatt: Gruner + Jahr bietet um Fachzeitschriften von Reed Elsevier (21.08.2008)
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- Bloomberg L.P.
- Fuji Media Holdings, Inc.
- Charter Comm. Inc.
- Cablevision Systems Corp.
- Globo Communicação e Participações S.A.
- Advance Publications
- The McGraw-Hill Comp. Inc.
- Clear Channel Comm.
- Mediaset SpA
- The Nielsen Company
- Gannett Co. Inc.
- Grupo Televisa
- Yahoo! Inc.
- The Naspers Group
- Shaw Communications
- Wolters Kluwer nv
- Bonnier AB
- Axel Springer AG
- France Télévisions S.A.
- Discovery Communications
- Tokyo Broadcasting System Holdings, Inc.
- The Washington Post Company
- RAI Radiotelevisione Italiana Holding S.p.A.
- Quebecor Inc.
- ITV plc
- ProSiebenSat.1
- Sanoma Group
- The Hearst Corporation
- Grupo PRISA
- TF1 S.A.


