42. Fuji Media Holdings, Inc.

Umsatz 2015/16: JPY 640,572 Mrd. (€ 4,769 Mrd.)

Überblick

einklappen

Die Kernbestandteile der 2008 gegründeten Fuji Media Holdings sind der Fuji Television Network und Anteile an der "Sankei Shinbun", einer der fünf großen landesweiten Zeitungen in Japan.

Basisdaten

einklappen

Hauptsitz:
2-4-8 Daiba, Minato-ku
Tokyo 137-8088, Japan
Telefon: 0081-3- 5500-8888
Telefax: 0081-3-5500-8027
Internet: www.fujimediahd.co.jp

Branche: Fernsehsender, TV-Produktion, Film, Zeitungen, Zeitschriften, Buchverlage, Radio
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.04. – 31.03.
Gründungsjahr: 1957 (Fuji Television Network), 2008 (Fuji Media Holdings)

Tab. I: Ökonomische Basisdaten (in Mio. Yen)
20152014201320122011201020092008200720062005
Umsatz*640.572643.313642.145632.029593.645589.671583.843563.320575.484582.660593,493
Gewinn (Verlust)22.83519.90817.28231.33761.21310.0027.45916.56715.77042.32550.724
Aktienkurs (Jahresende; JPY)1.4321.4932.1501.3011.1641.2841.2891.2811.8502.7202.970
Mitarbeiterk.A.k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.32.23931.68330.794

 

 

Geschäftsführung

einklappen

Geschäftsführung / Vorstand:

  • Hisashi Hieda, Chairman & Chief Executive Officer
  • Kou Toyoda, Vice Chairman and Executive Managing Director
  • Shuji Kanoh, President and Chief Operating Officer
  • Osamu Kanemitsu, Executive Vice President
  • Takashi Wagai, Senior Executive Managing Director
  • Chihiro Kameyama, Ryunosuke Endo, Toru Ota, Koji Inaki, Katsuaki Suzuki, Masaki Miauchi, Isao Matsuoka, Akihiro Miki, Taizan Ishiguro, Masafumi Yokota, Kazuo Terasaki, Takehiko Kiyohara (Executive Managing Directors)
  • Kiyoshi Onoe, Hiroshi Seta, Yuzaburo Mogi, Nobuya Minami, Takayasu Okushima (Directors, Supervisory Committee)

Geschichte und Profil

einklappen

„Fuji Television“ wurde 1957 als Aktiengesellschaft (japanisch Kabushiki Kaisha, abgekürzt KK) in Tokyo gegründet. Gründungspräsident war Shigeo Mizuno, geschäftsführender Direktor wurde Nobutaka Shikanai. Der hatte die gleiche Position zuvor schon beim privaten Hörfunksender „Nippon Hoso KK“ bekleidet und stieg dort zum Präsidenten auf. Aber weil der von der Industrie finanzierte Privatsender nicht aus den roten Zahlen kam, musste Shikanai dem als Sanierer geholten Mizuno weichen. Bei „Fuji TV“ sollten die beiden Männer nun zusammenarbeiten. Es klappte: 1964 übergab der ältere Mizuno die Führung des erfolgreich etablierten Fernsehunternehmens an Shikanai. Eine entsprechende Wachablösung an Shikanai gab es 1968 auch bei der Tageszeitung „Sankei Shinbun“, deren Vorsitz Mizuno 1958 vom Gründer der Zeitung Hisakichi Maeda übernommen hatte; Maeda war der älteste unter den drei Vätern der 1967 aus einer formlosen Absprache zwischen „Fuji TV“, „Sankei Shinbun“, „Nippon Hoso“ und „Bunka Hoso“ (einem weiteren privaten Hörfunksender) gebildeten „Fuji-Sankei“-Gruppe, Vorläufer der heutigen „Fujisankei Communications Group“ (FCG). Shikanai wurde 1974 auch Vorsitzender dieser als Konferenz organisierten Gruppierung. Die Bildung solcher Konglomerate war nach 1945 im Zuge der Entflechtungspolitik der amerikanischen Besatzungsmacht verboten worden und wurde erst 1997 durch Änderung des Kartellgesetzes mit gewissen Einschränkungen wieder zugelassen.

Der Fernsehsender „Fuji TV“ nahm im März 1959 den Sendebetrieb auf. Anfänglich ein Verbund von vier regionalen Fernsehsendern, wurde das Netz schrittweise auf 28 Sender erweitert, die zusammen fast ganz Japan abdecken und nach eigenen Angaben etwa 98% der Bevölkerung erreichen. Das Fuji-Verbundsystem nennt sich FNS („Fuji Network System“) und unterhält als hauseigene Nachrichtenagentur den „Fuji News Network“ (FNN). Seit 1982 übermittelt Fuji TV auch Programme ins Ausland. Zuerst wurde das abendliche Nachrichtenmagazin „Supertime“ nach New York übertragen und dort von der Tochtergesellschaft „Fujisankei Communications International, Inc.“ (FCI) mit englischen Untertiteln versehen. Es kann in den USA und in Europa empfangen werden. Inzwischen lizenziert Fuji auch Unterhaltungsprogramme nach Amerika und Europa, seit Mitte 2008 verkauft Fuji TV erfolgreich Sendekonzepte an FOX und BBC. Damit knüpft das Unternehmen an seinen bereits seit einigen Jahren wachsenden Vertriebserfolg von Einzelsendungen in asiatische Länder an. Fuji TV gelingt es damit besser als anderen Networks in Japan, die sinkenden Werbeeinnahmen zu kompensieren.

Seit 2003 werden die Fuji-Fernsehprogramme mit Hilfe der modernen Digitaltechnik über so genannte Kommunikationssatelliten (CS) verbreitet; die digitale Übertragung ins Ausland über BS-Satelliten hatte schon 2001 begonnen. 1997 zog der Sender in sein neues, vollständig digitalisiertes Fernsehzentrum auf einer künstlichen Insel in der Bucht von Tokyo um. Im selben Jahr ging die „Fuji TV KK“ auch an die Tokioter Börse, um den aufwendigen Neubau zu finanzieren und sich für die weitere Expansion besseren Zugang zum Kapitalmarkt zu verschaffen.

„Nippon Hoso“, lange größter Aktionär von „Fuji TV“, wurde im Frühjahr 2005 Ziel einer spektakulären Übernahme-Attacke, die von der IT-Firma „Livedoor Co., Ltd.“ des japanischen Jungunternehmers Takafumi Horie ausging und letzten Endes auf einen Einstieg bei „Fuji TV“ abzielte. Tatsächlich gelang es Horie, zusammen mit Partnern der Livedoor-Gruppe eine Mehrheit der Aktien von „Nippon Hoso“ zu erwerben. Dies veranlasste „Fuji TV“, in Verhandlungen über künftige Zusammenarbeit mit der Livedoor-Gruppe einzuwilligen. Dabei erklärte sich die Livedoor-Seite bereit, einen Großteil ihrer Nippon Hoso-Aktien wieder zu verkaufen.  Takafumi Horie wurde 2006 wegen Verstößen gegen das Wertpapiergesetz zu einer zweieinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt. Anfang 2008 ging Horie in Berufung. Das Urteil wurde im Juli 2008 vom Obersten Gericht in Tokio bestätigt.

2008 kam es dann zu einer umfassenden Umstrukturierung des Konzerns. Nach grünem Licht durch die japanische Regulierungsbehörde wurde die Fuji Holding Media offiziell ins Leben gerufen, die den Fuji Television Network mit Musik-, Werbe- und Verlagssegmenten unter einem Dach vereinte.

Das Image des „Fujisankei“-Konglomerats ist zwiespältig: Nachrichten und andere „harte“ Informationen werden von Fuji unterhaltsam und leicht verständlich verpackt – „Infotainment“ pur. Politisch ist „Fuji TV“ gemäßigt konservativ; nur in bestimmten Sendungen werden zuweilen Thesen vertreten, die nur bei einer rechten Minderheit auf Wohlwollen stoßen. Ganz anders veortet ist die Zeitung „Sankei Shinbun“. Sie vertritt politisch einen betont national-konservativen Kurs. Japans militaristische Vergangenheit betrachtet sie als abgeschlossenes Kapitel der Geschichte, das mit den Exzessen westlicher Kolonialmächte zu vergleichen ist, und für das man sich nicht zu entschuldigen, geschweige denn Entschädigung zu zahlen brauche. Das Blatt erweckt leicht den Eindruck, als spreche es für die „schweigende Mehrheit“ der Japaner. In Wirklichkeit ist die "Sankei Shinbun" die kleinste unter den fünf großen Tageszeitungen mit landesweiter Verbreitung.

Management

einklappen

Seit 2001 ist Hisashi Hieda Vorsitzender und Boss von Fuji Media. Zuvor war er Manager des Sankei Building Group, die den gleichnamigen Wolkenkratzer in Tokyo sowie diverse Immobilien verwaltet. Hieda ist zudem Vorsitzender des Japanischen Kunstverbandes und spendete in dieser Funktion unter anderem 750.000 Euro an das Goethe-Institut, um dessen Flüchtlingsarbeit zu unterstützen.

Für das Tagesgeschäft von Fuji TV ist derweil Präsident Shuji Kano verantwortlich. Er versucht den Sender Fuji TV vor allem für jüngere Zuschauer wieder attraktiv zu machen, wie es in den 1980er Jahren der Fall war, als Fuji mit innovativen Formaten die japanische Fernsehlandschaft revolutionierte und zum Marktführer aufstieg.

Geschäftsfelder

einklappen

Fuji Media Holdings vereint 21 Tochterfirmen, die in sieben Segmente verteilt sind (Rundfunk, Produktion, Musik, "Life Information", Werbung, Immobilien und Diverses). Wichtigste Marken sind neben Fuji TV der Radiosender Nippon Broadcasting System (auch bekannt als JOLF), der digitale Satelliten-Service BS Fuji sowie die Produktionsfirma Kyodo Television und die Werbeagentur Quaras. Durch das 28 Sender umfassende Verbundsystem FNS/FNN ist „Fuji TV“ direkt oder indirekt in allen Landesteilen Japans mit Fernsehstudios und Korrespondenten vertreten. Im Ausland unterhält der Verbund in 18 Städten Vertretungen. Die Zentrale der Tochtergesellschaft „Fujisankei Communications International, Inc.“ (FCI), die zugleich die Interessen des Konzerns vertritt, sitzt in New York. In Los Angeles wurde eine besondere Tochtergesellschaften errichtet, die „Fujisankei California Entertainment, Inc.“.„Fuji TV“ produziert außer Fernsehprogrammen auch Kinofilme, zumeist mit in- oder ausländischen Partnern; zwei seiner Anteilseigner – „Toho“ und „Shochiku“ – zählen zu den drei größten Filmgesellschaften Japans.

Im Musikbereich betreibt Fuji das J-Pop Plattenlabel Pony Canyon (oder "Ponycan) und den Musikverlage FujiPacific. Mit Dinos Cecile betreibt Fuji zudem diverse E-Commerce und Homeshopping-Angebote. Zur „Sankei Shinbun“-Gruppe gehören neben der gleichnamigen Tageszeitung die Wirtschaftszeitung „Nihon Kogyo Shinbun“, die Sportzeitung „Sankei Sports“ und das Boulevardblatt „Yukan Fuji“. Zur „Fuji TV“-Gruppe gehört auch das Verlagshaus „Fuso“ („Fuso-sha“, englisch „Fuso Publishing, Inc.“), das außer Büchern populäre Publikumszeitschriften herausbringt, die sich speziell an junge Frauen oder junge Männer wenden – die bevorzugten Zielgruppen des Fernsehsenders.

Aktuelle Entwicklungen

einklappen

Wie andere japanische Massenmedien zeigt auch Fuji TV nach wie vor starke Anzeichen von Selbstzensur. Zuletzt zeigte sich diese in Japan als jishuku bezeichnete Praxis während der Reaktorkatastrophe von Fukushima. Während der Großteil der Expertenmeinungen in den unmittelbaren Stunden und Tagen nach dem Vorfall von Vertretern der Atom-Lobby in Radio- und TV-Sendungen geäußert wurden, kam bei Fuji TV der ehemaliger Physikprofessor und Atomkraft-Skeptiker Fujita Yuko zu Wort. Als dieser am 11. März korrekt spekulierte, dass die Daiichi Reaktoren kurz vor der Kernschmelze sein, war dies sein letzter Auftritt. Er wurde nie wieder in eine Fernsehsendung eingeladen.

Fuji Media Holdings leidet derweil unter der Printkrise, die schrittweise nun auch Japan erreicht. Im internationalen Vergleich steht der japanische Zeitungsmarkt mit einer Gesamtauflage von mehr als 40 Million verkauften Exemplaren glänzed da. Doch die Sankei Shimbun hat in den letzten Jahren rund 500,000 Leser verloren- und das obwohl sich in den letzten Jahren der Zeitgeist zugunsten des konservativen und nationalistischen Blatts gewandelt hat und Japan nach rechts gerückt ist. Der Auflagenschwund könnte in Realität noch viel größer sein, glaubt man den regelmäßigen Vorwürfen, japanische Zeitungsverlage würden oshigami praktizieren, eine Methode, durch kostenlose Lieferungen an Distributoren die Auflage künstlich aufzublähen.

Weiterführende Literatur

einklappen
  • David McNeill, Japan's Contemporary Media. In Jeff Kingston (ed.) Critical Issues in Contemporary Japan. New York: Routledge, 2014, 64-77.
  • Ian Buruma, Expect to Be Lied to in Japan. New York Review of Books, November 8, 2012 Issue.

Inhalte

Ranking - Die 50 größten Medienkonzerne 2015*

  1. Alphabet Inc.
  2. Comcast
  3. The Walt Disney Company
  4. News Corp. Ltd. / 21st Century Fox
  5. AT&T Entertainment Group (DirecTV)
  6. Time Warner Inc.
  7. Viacom Inc./CBS Corp.
  8. Sony Entertainment
  9. Apple Inc.
  10. Altice Group
  11. Bertelsmann SE & Co. KGaA
  12. Cox Enterprises Inc.
  13. Facebook, Inc.
  14. Liberty Media Corp./Liberty Interactive/Starz
  15. Tencent Holdings Ltd.
  16. Dish Network Corporation
  17. Thomson Reuters Corporation
  18. Vivendi S.A.
  19. The Hearst Corporation
  20. Rogers Comm.
  21. Baidu Inc.
  22. Microsoft Corporation
  23. Charter Comm. Inc.
  24. RELX Group
  25. Bloomberg L.P.
  26. Essel Group
  27. Lagardère Media
  28. BBC
  29. ARD
  30. Pearson plc
  31. Netflix
  32. Advance Publications
  33. Amazon.com Inc.
  34. Discovery Communications
  35. iHeart Media
  36. Nielsen Holdings plc
  37. Shanghai Media Group
  38. The Naspers Group
  39. Nippon Hoso Kyokai
  40. Grupo Televisa
  41. S&P Global
  42. Fuji Media Holdings, Inc.
  43. Yahoo! Inc.
  44. Globo Communicação e Participações S.A.
  45. Wolters Kluwer nv
  46. Activision Blizzard Inc.
  47. ITV plc
  48. Electronic Arts
  49. Verizon (AOL)
  50. Nintendo Company Ltd.
  51. Mediaset SpA
  52. Axel Springer SE
  53. ProSiebenSat.1 SE
  54. Phoenix Publishing & Media Group
  55. France Télévisions S.A.
  56. Nippon Television Holdings
  57. IAC/InterActiveCorp.
  58. Time Inc.
  59. Bonnier AB
  60. TEGNA
  61. Quebecor Inc.
  62. Grupo Clarin
  63. Scripps Networks Interactive
  64. Gannett Co. Inc.
  65. Tokyo Broadcasting System Holdings, Inc.
  66. Univision Communications
  67. Daily Mail & General Trust plc
  68. RAI Radiotelevisione Italiana Holding S.p.A.
  69. Bandai Namco Holdings Inc.
  70. Graham Holdings Company
  71. Bauer Media Group
  72. Hubert Burda Media Holding Gmbh & Co.
  73. China Central Television
  74. ZDF
  75. Lionsgate Entertainment Corporation
  76. Bell Media
  77. TF1 S.A.
  78. Twitter
  79. Hunan Broadcasting System
  80. Spotify AB
  81. tronc, Inc.
  82. Modern Times Group
  83. Georg von Holtzbrinck GmbH
  84. Sanoma Group
  85. Schibsted Media Group
  86. Grupo Planeta
  87. Egmont Group
  88. John Wiley & Sons, Inc.
  89. SRG SSR
  90. Asahi Shinbun Company
  91. Tribune Media
  92. Scholastic Corporation
  93. NOS
  94. Meredith Corporation
  95. New York Times Company
  96. Gazprom-Media
  97. Grupo PRISA
  98. China Publishing Group
  99. Ubisoft Entertainment
  100. De Persgroep