21. Baidu Inc.

Umsatz 2015: $ 10,248 Mrd. (€ 9,237 Mrd.)

Überblick

einklappen

Baidu ist der zweitgrößte Online- und Medienkonzern Chinas. Ähnlich wie das westliche Pendant Google hat Baidu eine Reihe von Karten-, Cloud und Social Networking-Diensten um sein Hauptprodukt, der gleichnamigen chinesischsprachigen Suchmaschine, angesiedelt. Im Bereich Internetsuche hat Baidu in China einen Marktanteil von rund 80 Prozent. Den Großteil seines Umsatzes erwirtschaftet der Konzern mit Display-Werbung.

Basisdaten

einklappen

Hauptsitz:
Baidu Campus,
No. 10, Shangdi 10th Street,
Haidian District,
Beijing 100085, China
Telefon: +86.10.5992.8888
Fax: +86.10.5992.0000

Branche: Suchdienste, Social Media, Cloud-Computing, Software
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.01. - 31.12.
Gründungsjahr: 2000

 

Tab. I: Ökonomische Basisdaten (in Mio. RMB)
2015

2014

201320122011201020092008200720062005
Umsatz64.03749.05231.94322.30614.5017.9154.4483.1981.744838319

Gewinn

32.43213.81710.51810.4566.6393.5251.4851.04862930248

Mitarbeiter

41.46746.39131.67620.87716.02810.8877.3536.3876.2523.1131.307

 

 

Geschäftsführung

einklappen

Management:

  • Robin Li, Co-Founder, Chairman and CEO
  • Ya-Qin Zhang, President
  • Hailong Xiang, Senior Vice President
  • Guang Zhu, Vice President
  • Victor Liang, Vice President and General Counsel; Executive Assistant to CEO
  • Jennifer Li, Chief Financial Officer
  • Jing Wang, Senior Vice President
  • Lee Liu, Vice President of HR & Admin
  • Mingyuan Li, Vice President

 

Board of Directors:

  • Robin Li, Chairman and CEO
  • James Ding, GSR Ventures
  • Greg Penner, Madrone Capital Partners
  • Yuanqing Yang, Lenovo Group
  • Brent Callinicos, Chairman of the Audit Committee

Geschichte und Profil

einklappen

1989 entschied sich Eric Xu, damals ein Außendienstler für eine Biotech-Firma, dafür, einen Dokumentarfilm über Innovation in Silicon Valley zu drehen. Gemeinsam mit zwei Geschäftsfreunden, dem Paar Melissa und Robin Li, interviewte Xu damals auch unter anderem den Yahoo-Gründer Jerry Yang. Insbesondere Robin Li zeigte sich beeindruckt, wie ein chinesischer Landsmann wie Yang es in den USA geschafft hatte, den damals größten Onlinekonzern zu formen.

Li, seit jeher fasziniert von Suchmaschinen, hatte bereits Jahre zuvor eine Algorithmus entwickelt, der genau wie Googles PageRank, Suchergebnisse auf Basis von Links hierachisierte. Einer der Talking Heads aus Xus Dokumentation, Bob King, investierte gemeinsam mit dem heutigen Aufsichtsratsmitglied Greg Penner 1,2 Millionen Dollar in Lis und Xus Firma. Zunächst lizenzierte Baidu (zu deutsch etwa: hunderte Male) seine Suchtechnologie an andere Portale wie Sina. Doch nach Unstimmigkeiten über die Bezahlung, startete das Unternehmen 2001 seine eigene anzeigenfinanzierte Suchmaschine und erhielt ironischerweise eine fünf Million-Dollar-Finanzspritze von Google, das offenbar Pläne verfolgte, das Unternehmen später ganz aufzukaufen. Microsoft und Yahoo wollte Baidu ebenfalls übernehmen.

Stattdessen ging der Konzern 2005 an die Börse und Li wurde Chinas erster Internet-Milliardär. Baidu verstand es ohne Frage wie kein anderes Unternehmen eine Suchmaschine zu entwickeln, die perfekt auf die chinesische Sprache und Kultur abgestimmt war. Der Vorwurf, systematisch von Verstoßen gegen das US-Urheberrecht zu profitieren, hat das Unternehmen seit Jahren begleitet. Zeitweise bestanden 40 Prozent des Baidu-Traffics aus seinem Musik-Dienst, der es Usern erlaubte über externe Links fast jeden erhältlichen Song gratis downzuloaden. Und doch wurde Baidu vor allem deshalb zu einer Erfolgsgeschichte, weil es das Unternehmen verstand, sich aufgrund exzellenter Beziehungen zur kommunistischen Partei Hauptkonkurrent Google vom Leib zu halten. Unter nicht vollständig aufgeklärten Umständen war die Google-Suche zeitweise nicht erreichbar oder wurde sogar auf die Baidu-Seite umgeleitet. Als Googles Server dann von chinesischen Hackern angegriffen wurde und das Unternehmen sich entschied sich bis auf weiteres aus China zu verabschieden, wurde das auch als Sieg für Baidu gewertet.

Management

einklappen

Baidus Robin Li ist der wahrscheinlich einzige Medienkonzernchef mit einem eigenen Fanclub. Insbesondere junge chinesische Studenten verehren den in Peking und New York ausgebildeten Informatiker und Sohn von Fabrikarbeitern aufgrund seines Erfolges und seines Aussehens. Er begann seine Karriere als einfacher Ingenieur bei Infoseek und avancierte mit einem geschätzen Vermögen von zehn Milliarden Dollar innerhalb von wenigen Jahren zum sechstreichsten Chinesen.

Sogar Googles ehemaliger Chef Eric Schmidt hat sich als Fan von Li geoutet - und dass obwohl Baidu sein Unternehmen mit Hilfe der kommunistischen Partei aus China verdrängt hat. Was Google unter anderem von der europäischen Kommission vorgeworfen wurde, gilt offenbar auch für Baidu: Kritiker werfen Li vor, die Suchergebnisse von Baidu zu manipulieren, indem Seiten von direkten Wettbewerbern wie Tencent oder Alibaba in den Suchergebnissen benachteiligt werden. Zudem machten in der Vergangenheit Gerüchte die Runde, dass Baidu seine wichtigsten Werbenkunden zu nahe steht. So wurden angeblich Informationen über den Milchproduzenten Sanlu Group aus der Baidu-Suche entfernt, der 2008 vergiftete Milch in den Handel brachte. Abgesehen vom Einfluss der Privatwirtschaft hat Li mehrfach offen eingeräumt die Suchergebnisse nach den Wünschen der chinesischen Regierung zu zensieren. Kritikern hält er entgegen, sich nur an die geltenden Gesetze zu halten. Bloomberg News zitiert ihn mit den Worten: "Ich bin ein Unternehmer und kein Politiker."

Geschäftsbereiche

einklappen

Baidu besteht im Wesentlichen aus drei Geschäftsbereichen: dem Suchmaschinen-Segment, dem Online-Bezahldienst Nuomi.com und der Videoplattform iQiyi. Die Suchmaschine Baidu.com ist mit monatlich mehr als 650 Millionen Usern (Dezember 2015) die viertmeistbesuchte Webseite der Welt. Mehr als eine Millionen Firmen nutzen Baidu.com, um - mit Hilfe der Werbetool BrandZone PhoenixNest und Alladin für ihre Produkte und Dienstleistungen zu werben. Integriert in Baidu.com sind unter anderem weitere Dienste wie Baidu Maps, Baidu Post Bar, Baidu Knows oder Baidu Encylcopedia oder WenKu, ein Tool zum Sharen von Dokumenten.

iQiyi ist das größte Videoportal Chinas. Um die kostenpflichtige Version von iQiyi populärer zu machen, plant Baidu massiv in die Entwicklung von eigenen Content zu investieren und hat Lizenzierungs-Deals mit den Hollywood-Studios Paramount und Lionsgate abgeschlossen. So sind bisher nur fünf der rund 500 Millionen monatlichen User bereit für eine Premium-Version zu zahlen. Das soll sich durch rund 40 neue Serien und Shows ändern, die für 2016 angekündigt sind.

Aktuelle Entwicklungen

einklappen

Baidu hat es geschafft innerhalb weniger Jahre ein Quasi-Monopol für die Internetsuche in China zu schaffen. Dennoch muss sich das Unternehmen zunehmend gegen Kritik aus dem eigenen Land wehren. Diverse Nachrichtenmedien, darunter auch das Staatsfernsehen CCTV haben investigative Recherchen über Baidus Geschäftspraktiken und Beziehungen zu diversen Sektoren der Industrie veröffentlicht. Einzelne Funktionäre der kommunistischen Partei haben in der Vergangenheit laut darüber nachgedacht, mit Hilfe von staatlichen Zeitungen oder der Nachrichtenagentur Xinhua quasi-staatliche Suchmaschinen zu entwickeln. Und mit dem Aufstieg von Tencent und Alibaba hat sich eine Konkurrenzsituation zwischen Onlineunternehmen entwickelt, wie sie in dieser Form wohl in keinem Land der Welt zu finden ist.

Insbesondere Tencent ist mittlerweile mit seinen Messaging-Tools und Online Games an Baidu vorbeigezogen. Um weiter zu wachsen und die Aktionäre zufrieden zu stellen, began Baidu 2015 damit im Zuge von diversen Übernahmen und Investitionen von Start-Ups sein Kerngeschäft um E-Commerce- und Games-Dienste zu erweitern. Das Videoportal iQiyi, dass es nicht geschafft hat, schwarze Zahlen zu schreiben, wurde indes Anfang 2016 von Robin Li persönlich aus dem Unternehmen herausgekauft um den strauchelnden Baidu-Kurs nicht weiter zu belasten.

Inhalte

Ranking - Die 50 größten Medienkonzerne 2015*

  1. Alphabet Inc.
  2. Comcast
  3. The Walt Disney Company
  4. News Corp. Ltd. / 21st Century Fox
  5. AT&T Entertainment Group (DirecTV)
  6. Time Warner Inc.
  7. Viacom Inc./CBS Corp.
  8. Sony Entertainment
  9. Apple Inc.
  10. Altice Group
  11. Bertelsmann SE & Co. KGaA
  12. Cox Enterprises Inc.
  13. Facebook, Inc.
  14. Liberty Media Corp./Liberty Interactive/Starz
  15. Tencent Holdings Ltd.
  16. Dish Network Corporation
  17. Thomson Reuters Corporation
  18. Vivendi S.A.
  19. The Hearst Corporation
  20. Rogers Comm.
  21. Baidu Inc.
  22. Microsoft Corporation
  23. Charter Comm. Inc.
  24. RELX Group
  25. Bloomberg L.P.
  26. Essel Group
  27. Lagardère Media
  28. BBC
  29. ARD
  30. Pearson plc
  31. Netflix
  32. Advance Publications
  33. Amazon.com Inc.
  34. Discovery Communications
  35. iHeart Media
  36. Nielsen Holdings plc
  37. Shanghai Media Group
  38. The Naspers Group
  39. Nippon Hoso Kyokai
  40. Grupo Televisa
  41. S&P Global
  42. Fuji Media Holdings, Inc.
  43. Yahoo! Inc.
  44. Globo Communicação e Participações S.A.
  45. Wolters Kluwer nv
  46. Activision Blizzard Inc.
  47. ITV plc
  48. Electronic Arts
  49. Verizon (AOL)
  50. Nintendo Company Ltd.
  51. Mediaset SpA
  52. Axel Springer SE
  53. ProSiebenSat.1 SE
  54. Phoenix Publishing & Media Group
  55. France Télévisions S.A.
  56. Nippon Television Holdings
  57. IAC/InterActiveCorp.
  58. Time Inc.
  59. Bonnier AB
  60. TEGNA
  61. Quebecor Inc.
  62. Grupo Clarin
  63. Scripps Networks Interactive
  64. Gannett Co. Inc.
  65. Tokyo Broadcasting System Holdings, Inc.
  66. Univision Communications
  67. Daily Mail & General Trust plc
  68. RAI Radiotelevisione Italiana Holding S.p.A.
  69. Bandai Namco Holdings Inc.
  70. Graham Holdings Company
  71. Bauer Media Group
  72. Hubert Burda Media Holding Gmbh & Co.
  73. China Central Television
  74. ZDF
  75. Lionsgate Entertainment Corporation
  76. Bell Media
  77. TF1 S.A.
  78. Twitter
  79. Hunan Broadcasting System
  80. Spotify AB
  81. tronc, Inc.
  82. Modern Times Group
  83. Georg von Holtzbrinck GmbH
  84. Sanoma Group
  85. Schibsted Media Group
  86. Grupo Planeta
  87. Egmont Group
  88. John Wiley & Sons, Inc.
  89. SRG SSR
  90. Asahi Shinbun Company
  91. Tribune Media
  92. Scholastic Corporation
  93. NOS
  94. Meredith Corporation
  95. New York Times Company
  96. Gazprom-Media
  97. Grupo PRISA
  98. China Publishing Group
  99. Ubisoft Entertainment
  100. De Persgroep