90. Asahi Shinbun Company

Umsatz 2014: JPY 215,459 Mrd. (€ 1,536 Mrd.)

Überblick

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Die Asahi Shinbun Company ist ein japanischer Medienkonzern mit Hauptsitz in Tokio. Das Herzstück des Konzerns bildet die Asahi Shinbun – die zweitgrößte Tageszeitung in Japan. Zum Konzern gehören außerdem ein erfolgreicher Fernsehsender (TV Asahi) und Rundfunkstationen.

Basisdaten

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Hauptsitz:
5-3-2 Tsukiji, Chuo-ku
Tokyo 104-8011, Japan
Telefon: 0081-3-3545-0131
Telefax: 0081-3-3545-8450
Internet: http://www.asahi.com/

Branche: Zeitungen, Zeitschriften, Buchverlag, Fernsehsender, Satelliten-TV, Multimedia
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.04. – 31.03.
Gründungsjahr: 1879

 

Tab. I: Ökonomische Basisdaten (Beträge in Mio. Yen)
20122007200620052004200320022001
Umsatz476,179251,125249,384(US-Dollar 5.700)*402.4k.A.417.393432.548
Gewinn (nach Steuern)US-Dollar 179,4*k.A.k.A.k.A.k.A.
Mitarbeiter6.0436.452k.A.7.2287.374

Geschäftsführung

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  • Michiko Murayama, Besitzer
  • Shoichi Ueno, Besitzer
  • Kotaro Akiyama President and CEO
  • Fumio Ikeuchi, Geschäftsführender Direktor
  • Shinichi Yoshida, Geschäftsführender Direktor 
  • Toshitaka Ohazama, Geschäftsführender Direktor
  • Yoshihiro Ueda, Board Director 
  • Yoshiteru Miyata, Board Director
  • Izumi Kubota, Board Director
  • Tetsuro Kawahara, Board Director
  • Haruhito Kiyota, Board Director
  • Tetsuro Kawahara, Board Director
  • Noboru Kashiwagi, Corporate Auditor

Geschichte und Profil

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Die Wiege der „Asahi Shinbun“ stand in Osaka, der Stadt der Kaufleute und Jahrhunderte lang Japans Wirtschaftsmetropole. Hier betrieb Ryohei Murayama ein Handelsgeschäft. Auf Bitten seines Freundes Heihachi Kimura wurde er pro Forma Eigentümer eines von Kimura und dessen Sohn Noboru gegründeten Blättchens, das sich Asahi Shinbun nannte und erstmals am 25. Januar 1879 erschien. Im folgenden Jahr stieß Riichi Ueno hinzu. 1881 erwarben Murayama und Ueno alle Rechte von den Kimuras und betrieben die Zeitung fortan als Miteigentümer im Verhältnis zwei zu eins; die beiden Familien sind bis heute Hauptbesitzer der Asahi. Murayama und Ueno machten aus dem Boulevardblatt eine leicht lesbare, einflussreiche Zeitung. Die Auflage stieg binnen vier Jahren von tausend auf 20.000 Exemplare. 1888 kauften sie in Tokyo die Mezamashi Shinbun und reorganisierten sie als Tokyo Asahi Shinbun. Nach der Fusion der beiden Zeitungen 1908 wurde das Familienunternehmen 1919 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Murayama wurde Präsident des Unternehmens und behielt die Position bis zu seinem Tod 1933 inne. Ueno starb bereits 1919.
Politisch hat sich die Asahi oft mit Kritik an der Regierung oder am Militär hervorgewagt, was ihr nicht immer gut bekam. Ihre Berichterstattung über die so genannten Reisunruhen von 1918 führte zu einer Suspendierung der Asahi in Osaka und einem Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Pressegesetz. Mehrere Redaktionsmitglieder landeten im Gefängnis, Murayama wurde von Rechtsradikalen überfallen und zog sich vorübergehend zurück; der spätere Umbau zur AG diente auch dazu, seine Rückkehr an die Spitze des Unternehmens zu ermöglichen. Bei einem Militärputsch im Februar 1936 besetzten die Aufständischen auch die Asahi-Redaktion in Tokyo und demolierten die Einrichtung. Die Zeitung hatte die zunehmende Militarisierung der Politik und die vom Militär ohne politisches Mandat vollzogene Eroberung der Mandschurei kritisiert. Der wachsenden Macht des Militärs konnte sich aber auch die Asahi bald nicht mehr widersetzen und diente im Kriege – wie die anderen noch zugelassenen Zeitungen – als Propagandainstrument. Um dafür die Verantwortung zu übernehmen, traten Verlagsführung und Redaktionsspitze bald nach Japans Kapitulation zurück. Im Zuge der Demokratisierungswelle nach dem Kriege wählten Redaktion und Verlag sich ihre Führung selber, bis 1951 die Miteigentümer wieder ins Management zurückkehrten.
Ebenfalls 1951 entstand in Osaka mit finanzieller und personeller Unterstützung der dortigen Asahi ein regionaler Hörfunksender für Westjapan, „Asahi Hoso KK“, der sich auf Englisch „Asahi Broadcasting Corporation“ (ABC) nennt. 1956 expandierte ABC in den Fernsehbereich. 1961 wurden die Aktien der Asahi Hoso AG an der Börse von Osaka eingeführt. 1959 kam es auch in Tokyo mit Hilfe der dortigen Asahi Shinbun zur Gründung eines Rundfunksenders, und zwar zunächst als Bildungsfunk unter anderem Namen. 1973 gab der Sender den Bildungsfunk auf, erwarb eine allgemeine Rundfunklizenz und firmiert seit 1977 unter dem Namen „Zenkoku Asahi Hoso KK“, englisch „Asahi National Broadcasting Co. Ltd.“ (ANB). Als japanische Kurzform seines Namens verwendet der Sender „Terebi Asahi“, auf Englisch „TV Asahi“. ABC und ANB gehören beide zum landesweiten Verbundsystem „All-Nippon News Network“ (ANN). 2000 wurden die Aktien von „TV Asahi“ an der Tokyoter Börse eingeführt.

Die Asahi Shinbun baut die Zusammenarbeit zwischen Zeitung und Rundfunk aus, vor allem durch Nutzung der Satellitentechnik. Beteiligungen an „Asahi Newstar“ und zwei weiteren Sendern sichern den Zugang zu Kommunikationssatelliten (CS). Für den Bereich der Rundfunksatelliten (BS) wurde 1998 die „Asahi Broadcasting Satellite Co. (BS Asahi oder BSA) gegründet, die im Dezember 2000 ihren Sendebetrieb aufgenommen hat. Die japanische Gesetzgebung hat für CS (Telekommunikation/Daten)- und BS (Fernsehen)-Technik verschiedene Zuständigkeiten geschaffen.

Die Asahi Shinbun entwickelte sich nach dem Kriege bald zur auflagenstärksten Tageszeitung Japans und konnte diese Stellung bis 1977 behaupten. 1954 begann sie, auch eine englischsprachige Abendzeitung herauszubringen, die Asahi Evening News, die trotz bescheidener Auflage bis März 2001 fortgeführt wurde. An ihre Stelle trat ab April 2001 die in Kooperation mit der International Herald Tribune, Paris, hergestellte Herald/Asahi. Die Asahi Broadcasting Corp hat Ende 2009 ihren Aktienanteil an der Asahi Shimbun erhöht. Die Asahi Broadcasting Corp. hat Ende 2009 ihren Aktienanteil an der Asahi Shinbun um 2,31 % erhöht.

1997 kaufte die Asahi Shinbun von Rupert Murdoch's News Corporation und der Softbank Corporation des japanischen Medienmoguls Masayoshi Son für 41,75 Mrd. Yen ein Aktienpaket von „TV Asahi“, um die finanzielle Stellung der Zeitung bei dem Sender zu stärken.

Die Asahi Shinbun hat Anfang 2008 gemeinsam mit Nikkei und Yomiuri Shinbun eine gemeinsame Website ins Leben gerufen. Auf dieser können die Leserinnen und Leser die aktuellen Meldungen und Kommentare der drei wichtigsten Zeitungen direkt vergleichen. Alle beteiligten Unternehmen versprechen sich von dieser Initiative einen Gewinn im umkämpften Abonnementenmarkt. Die Abbonnentenzahlen sind auch während der Krisenjahre 2008 und 2009 weitestgehend stabil geblieben. Trotzdem rechnet der Verlag langfristig nicht mit einer Erholung des Abonnementenmarktes.

Am 25. Januar 2009 konnte die Asahi Shinbun ihr 130-jähriges Jubiläum feiern.

Management

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Die Asahi Shinbun ist in ihren besten Zeiten eine linksliberale Zeitung. In gewissen Phasen des Kalten Krieges wirkte sie aber eher dogmatisch-sozialistisch als liberal. Die Asahi betrachtet sich als das Sprachrohr der Intelligenz, womit vor allem sogenannte „fortschrittliche Intellektuelle“ gemeint sind. Die Zeitung hat außerdem den Ehrgeiz, als das Prestigeblatt Japans zu gelten. Das verleiht ihr gewisse nationale Züge und weckt gelegentlich Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit. Das berühmteste Markenzeichen der Asahi ist die täglich auf dem Titelblatt abgedruckte anonyme Kolumne „Tensei Jingo“ (Vox Populi, Vox Dei), in mancher Hinsicht vergleichbar dem „Streiflicht“ der Süddeutschen Zeitung.

Geschäftsfelder

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Die Tätigkeit von Asahi Shinbun umfasst die Bereiche Zeitungen, Zeitschriften und Bücher; Fernsehen und Hörfunk, Druck und Übermittlung, Vertrieb und Anzeigen, kulturelle Aktivitäten wie den Betrieb der 18 Asahi-Kulturzentren (eine Art privater Volkshochschulen), Verwaltung und Betreuung der zahlreichen Asahi-Immobilien, Versicherungen; Reisen und Tourismus, Sozialeinrichtungen und -dienste.

Print
Die Aktivitäten des Zeitungskonzerns sind in rund „190 Tochterfirmen und kooperierende Organisationen“ im In- und Ausland untergliedert. An Stelle einer Definition der Zugehörigkeitskriterien heißt es dazu nur, diese Untergliederungen bildeten ein engmaschiges Geflecht zur Unterstützung der Konzernmutter Asahi Shinbun. Mit einer Tagesauflage von rund 8,12 Mio. Exemplaren (nur Morgenausgabe) ist die Asahi Shinbun die zweitgrößte Tageszeitung Japans und der Welt. Außer der Hauptzeitung und der englischsprachigen Herald/Asahi publiziert die Asahi im Eigenverlag zwei Wochenzeitschriften, mehrere Monatsmagazine, zwei Computerzeitschriften, viele Jahrbücher, ferner CD-Roms und jährlich über 700 sonstige Buchtitel.
Bedeutende Objekte sind auch die Sportzeitung Nikkan Sports Shinbun (mit einer Tagesauflage von fast 1,7 Mio. Exemplaren), die Lokalzeitung Kanagawa Shinbun in Yokohama (Tagesauflage rund 230.000 Exemplare) und die Studentenzeitung Asahi Gakusei Shinbun. Rund 50 Auslandskorrespondenten berichten für die Asahi Shinbun von 31 Standorten aus.

Fernsehen
Im Rundfunkbereich unterhalten „TV Asahi“ (ANB) und die Partnersender aus dem ANN-Verbundsystem weltweit rund 25 Studios oder Korrespondentenbüros. Unter den insgesamt 25 Privatsendern, die dem ANN-Verbund angehören, ist „TV Asahi“ mit einem Jahresumsatz von rund 240 Mrd. Yen (1,785 Mrd. €; der Gewinn nach Steuern betrug voraussichtlich 6,8 Mrd. Yen oder 53,8 Mio. €) und 2.654 Mitarbeitern im Ende März 2002 ausgelaufenen Geschäftsjahr mit Abstand das größte Unternehmen. Hauptanteilseigner des Tokyoter Senders ist die Asahi Shinbun mit 33,8% der Aktien, gefolgt von der Filmgesellschaft „Toei“ (16%) und der Druckerei „Dai-Nihon Insatsu“ (4%). Zweitgrößter Partner im ANN-Verbund ist „Asahi Hoso“ (ABC) in Osaka. Dieser älteste Asahi-Sender beschäftigt 788 feste Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2006 einen Umsatz von voraussichtlich rund 76 Mrd. Yen (567 Mio. €; Gewinn nach Steuern voraussichtlich rund 3,1 Mrd. Yen oder 22,3 Mio. €). Auch bei „Asahi Hoso“ ist die Asahi Shinbun mit einem Anteil von 14,1 % Hauptaktionär. Es folgen die US Bankgesellschaft „Morgan Stanley and Company“ mit 5,5%, die Genossenschaft der fest angestellten Asahi Shinbun-Beschäftigten mit 5% und Michiko Murayama aus der Gründerfamilie mit 4%. Addiert man die Umsätze der beiden größten Sender und der Asahi Shinbun, so ergibt sich für 2006 ein – immer noch unvollständiger – Konzernumsatz in der Größenordnung von 5,37 Mrd. Euro.

Engagement in Deutschland/Europa

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Die Asahi Shinbun hat ihr zentrales Europabüro in London und ist mit weiteren Korrespondenten in Paris, Berlin, Brüssel, Genf, Rom, Wien, und Moskau vertreten. Zwei ihrer sechs Satellitenausgaben im Ausland werden in Europa produziert, in London und im holländischen Heerlen. Die Asahi kooperiert mit folgenden europäischen Zeitungen: Le Monde, El Pais, Corriere della Sera, Süddeutsche Zeitung, Argumenti i Fakti, Nowoje Wremja und Nesawisimaja Gazeta. TV Asahi unterhält Studios oder Korrespondentenbüros in London und Moskau, Partnersender aus dem ANN-Verbund in Paris und Berlin. Zusätzlich verkauft TV Asahi zunehmend Sendekonzepte nach Europa.

Aktuelle Entwicklungen

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Die Digitalisierung des TV-Angebotes von TV Asahi wird landesweit seit 2009 eingeführt und soll bis 2011 abgeschlossen sein.

Im September 2009 haben TV Asahi und Asahi Shinbun mit KDDI einen Vertrag über umfangreichere Newsserviceangebote für Mobiltelefone abgeschlossen.

Seit Anfang Oktober wird das Angebot von TV Asahi über YouTube gestreamt und ist damit kostenfrei verfügbar.