8. Square Enix

Umsatz 2011/12: JPY 127,896 Mrd. (€ 1,183 Mrd.)

Überblick

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„Dragon Quest“, „Final Fantasy“, „Kingdom Hearts“ – das japanische Unternehmen Square Enix vertreibt viele der populärsten Rollenspieltitel aller Zeiten. 2003 als Resultat einer Fusion der beiden japanischen Unternehmen Square und Enix entstanden, hat sich der Konzern in den letzten Jahren international ausgerichtet und ist zu einem der führenden Game Publisher der Welt geworden.

Basisdaten

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Hauptsitz:
Shinjuku Bunka Quint Bldg. 3-22-7 Yoyogi,
Shibuya-ku, Tokyo 151-8544, Japan
Tel. +81-3-5333-1555
www.square-enix.com

Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.04. - 31.03.
Gründungsjahr: Enix (1975), Square (1986), Square Enix (2003)

 

Tab. I: Ökonomische Basisdaten (in Mio. Yen)

2011/12

2010/11

2009/10

Umsatz

127.896

125.271

192.257

Gewinn (Verlust)

6.060

(12.043)

9.509

Geschäftsführung

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Management:

  • Yoichi Wada, President & CEO (verkündete im März 2013 seinen Rücktritt; Nachfolger unbekannt)
  • Keiji Honda, Executive Vice President and Representative Director
  • Yosuke Matsuda, Director
  • Yukinobu Chida, Director
  • Makoto Naruke, Director
  • Koji Taguchi, Senior Executive Managing Officer
  • Shinji Hashimoto, Senior Executive Managing Officer 
  • Yoichi Haraguchi, Senior Executive Managing Officer
  • Akihide Miyawaki, Senior Executive Managing Officer
  • Mike Fischer, Executive Managing Officer
  • Philip Rogers, Executive Managing Officer
  • Michihiro Sasaki, Executive Managing Officer 
  • Hirokazu Nishikado, Managing Officer

Geschichte und Profil

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Mit Dorfbewohnern sprechen, Erfahrungspunkte sammeln, plötzlich in rundenbasierte Gefechte gegen Monster verwickelt werden – mit dem auf Nintendos NES-Konsole veröffentlichten Dragon Quest (in Nordamerika bekannt als Dragon Warrior) erschaffte das japanische Videospiel- und Manga-Unternehmen Enix 1986 die Blaupause für alle später folgenden Rollenspiele. Etwa zeitgleich veröffentlichte die neu gegründete Firma Square ein ähnliches Rollenspiel mit dem Titel „Final Fantasy“, das ebenfalls in kurzer Zeit einen Siegeszug durch japanische Wohn- und Kinderzimmer antrat. Mitte der 1980er Jahre ahnte jedoch noch niemand, dass sich beide Game Publisher später zu einem Rollenspiel-Powerhouse zusammentun würden.

Dragon Quest war für die 1975 ursprünglich unter dem Namen Eidansha Boshu Service Center firmierende Enix Corporation der erste große Hit. Zuvor hatte sich die Firma erfolglos an diversen PC-Titeln versucht. Von Dragon Quest wurden in den nächsten 25 Jahren hingegen acht direkte Nachfolger sowie unzählige Spin-Offs für diverse Konsolen veröffentlicht, die allesamt kommerziell höchst erfolgreich waren. Neue Titel der Reihe sorgten Ende der 1980er Jahre in Japan für regelrechte Hysterien. Schon bald wurde der Verkaufsstart neuer Teile auf das Wochenende verlegt, da ansonsten am Erscheinungstag Hunderttausende Japaner Schule und Beruf ferngeblieben wären. In Europa und Nordamerika waren Enix-Titel hingegen nur Hardcore-Gamern mit einem Faible für japanische Rollenspiele bekannt. Seine erste US-Zweigstelle eröffnete Enix dementsprechend erst 1999. Parallel zum Vertrieb von Videospielen (Enix beauftragte stets dritte Firmen wie etwa Chunsoft mit der eigentlichen Herstellung), machte sich das Unternehmen auch im Verlegen von Manga-Comics einen Namen. Der mit Abstand erfolgreichste Titel war hierbei die „Full Metal Alchemist“-Reihe, von der zwischen 2001 und 2010 50 Millionen Ausgaben verkauft wurden.

Konkurrent Square, gegründet 1986, war nach wenigen Monaten des Bestehens schon kurz vor der Pleite ehe der erste „Final Fantasy“-Titel für das NES, der mit den letzten Cash-Reserven produziert wurde, die Firma vor dem schnellen Tod bewahrte. Genau wie Dragon Quest konnte Final Fantasy zunächst nur japanische Gamer für sich einnehmen. Teil zwei und drei wurden gar nicht erst im Westen veröffentlicht und Teil vier (für das Super Nintendo) wurde kurzerhand in Europa und Nordamerika in „Final Fantasy II“ umbenannt. Weitere erfolgreiche Rollenspieltitel, die von Squaresoft für die 16-Bit-Ära entwickelt wurden und auch im Ausland wachsende Fangemeinden fanden waren „Chrono Trigger“ und „Secret of Mana“.

Doch erst der siebte Teil der „Final Fantasy“-Reihe, der 1997 für die Playstation veröffentlicht wurde, verhalf dem Rollenspielgenre in der westliche Hemisphäre zum endgültigen Durchbruch. Von vielen Kommentatoren noch heute als bestes Spiel aller Zeiten gepriesen, konnte Square von Final Fantasy VII mehr als 10 Millionen Exemplare verkaufen und löste damit den Rollenspiel-Boom der späten 1990er Jahre aus. Auch bedingt durch den Erfolg von „FF VII“ konnte Square einen Vertriebsdeal für Europa und Nordamerika mit Electronic Arts einfädeln. 2002 wurde gemeinsam mit der Walt Disney die Rollenspielreihe „Kingdom Hearts“ gestartet, die die japanischen Manga-Charaktere von „Final Fantasy“ mit den traditionellen Disney-Figuren paarte.

Da die Square-Titel für die fünfte Konsolengeneration traditionell graphisch aufwändige Zwischensequenzen enthielten, und sich Pixars „Toy Story“ 1995 als erster komplett computeranimierter Film zu einem kommerziellen Mega-Erfolg entwickelt hatte, beschloss das Management Ende der 1990er Jahre in den Filmsektor einzusteigen. Mit Square Pictures wurde ein Filmstudio gegründet, das in Hawaii – als Bindeglied zwischen Asien und Amerika – ein Animationsstudio mit 200 Programmierern betrieb. Unter der Regie von Erfinder Hironobu Sakaguchi wurde über vier Jahre an einer komplett animierten Verfilmung von Final Fantasy gearbeitet. Der 2001 erschienene Film „The Spirits Within“ verärgerte jedoch Fans wegen konfuser Story, die nichts mit den Videospielen zu tun hatte und entwickelte sich zu einer der größten finanziellen Flops der jüngeren Kinogeschichte. Aufgrund von Verlusten in Höhe von 115 Millionen US-Dollar musste Square sein Studio wieder dichtmachen und war kurz vor dem Bankrott.

Anfangs konnte Square noch einer Übernahme durch Sony standhalten und bekam unter dem neuen CEO Yoicihi Wada ein finanziell stabileres Fundament. Doch Anfang 2003 entschloss sich das Unternehmen mit dem langjährigen Konkurrenten Enix zu fusionieren. Das Resultat war mit Square Enix ein Konzern, der mit Final Fantasy und Dragons Quest nun zwei der populärsten RPG-Titel unter einem Dach vereinbart. 2005 folgte die Übernahme des japanischen Arcade-Riesen Taito, der die führende Stellung von Square Enix untermauerte.

Management

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2002 wurde Yoichi Wada CEO und Präsident von Square und beaufsichtigte auch die Fusion mit Enix ein Jahr später. Square Enix hat sich unter Wada zu einem stark international ausgerichteten  Konzern entwickelt. Als Präsident des japanischen Branchenverbands CESA mahnte er bereits öffentlich an, dass die japanische Games-Industrie ihre weltweit führende Stellung verloren habe und sich dem Westen noch weiter öffnen müsse. So forcierte er Square Enix Übernahme des britischen Game Publishers Eidos Interactive im Jahr 2009 (u.a. „Tomb Raider“, „Hitman“, „Batman: Arkham City“), um nicht ausschließlich auf den nach wie vor für europäische Zielgruppen sehr eigenen japanischen Markt angewiesen zu sein und der Konsolidierung des weltweiten Games-Marktes Rechnung zu tragen. Im März 2013 verkündete Wada seinen Rücktritt. Er zog damit die Konsequenzen aufgrund zu erwartener hoher Verluste im Geschäftsjahr 2012/13.

Geschäftsbereiche

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Game Publishing
Square Enix vertreibt und entwickelt Videospiele für Konsolen, PCs, Smartphones und Soziale Netzwerke. Zu den bekanntesten Marken zählen "Final Fantasy", "Dragon Quest" und "Tomb Raider".

Print/TV
Zu Square Enix Printsparte gehört der Verlag Gangan, der Mangas herausbringt und diese für TV-Serien lizenziert (u.a. Full Metal Alchemist, Bamboo Blade, Soul Eater), sowie Lösungsbücher und Comic-Adaptionen der Games-Titel publiziert.

Arcade
Seit der Übernahme der Taito Corporation im Jahr 2005 ("Space Invaders") betreibt Square Enix mehr als hundert Arcade-Spielhallen in Japan.