10. Wikimedia Foundation, Inc.
Umsatz 2011: $ 0,025 Mrd. (€ 0,018 Mrd.)
Überblick
Die unabhängige Non-Profit-Organisation Wikimedia mit Sitz in San Francisco (Kalifornien, USA) hat sich das Ziel gesetzt, das gesammelte Wissen der Menschheit im Internet frei zugänglich zu machen. Zur Sammlung, Erstellung und Verbreitung der Inhalte setzt sie Wikis ein, eine leicht bedienbare Computer-Software, die es Nutzern ermöglicht, Texte zu verfassen, zu ändern und mit anderen Seiten zu verlinken. Die Wikimedia Foundation stellt die nötige Infrastruktur und den Organisationsrahmen für das mehrsprachige Wikiprojekt zur Verfügung. Sie garantiert außerdem dafür, dass alle Inhalte jederzeit verfügbar sind und ausschließlich entgeltlos bereitgestellt werden. Das bekannteste Projekt der Stiftung ist die Online-Enzyklopädie Wikipedia.
Basisdaten
Hauptsitz:
Wikimedia Foundation Inc.
149 New Montgomery Street, 3rd Floor
San Francisco, CA 94105
USA
Tel.: +1-415-839-6885
Fax: +1-415-882-0495
Email: info(at)wikimedia.org
Homepage : www.wikipedia.org
Branche: Software, Online-Publikationen
Rechtsform: Inc.
Geschäftsjahr: 1.7.-30.6.
Gründungsjahr: 2003
2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | ||
Budget | 25* | 20,4 | 10,6 | 7,3 | 4,6 | |
Geldmittel | k.A.** | 7,177 | 6,243 | 2,999 | 1,003 | |
Außenstände | k.A. | 0,353 | 0,072 | 0,027 | 0,045 | |
Investitionen | k.A. | 5,540 | k.A. | 0,038 | k.A. | |
Betriebskapital | k.A. | 14,231 | 7,802 | 4,169 | 1,085 | |
Computer Equipment & Software (akkumulierte Abschreibungen) | k.A. | 1,194 | 0,800 | 0,521 | 0,612 | |
Andere Aktiva | k.A. | 0,661 | 0,186 | 0,085 | 0,035 | |
Summe der Aktiva | k.A. | 15,425 | 8,602 | 5,664 | 1,696 |
* Das Budget wird jeweils dem Zweijahresplan der Wikimedia Foundation entnommen, während alle anderen Daten aus den jährlichen Finanzberichten stammen. Für Details siehe den Annual Plan der Wikimedia Foundation für 2011-2012
** Für das Jahr 2011 liegt bisher nur ein Zwischenbericht zum Halbjahr vor (Stand: April 2012).
Geschäftsführung
Vorstand*:
- Ting Chen, Vorstandsvorsitzender (bis Juli 2013)
- Jan-Bart de Vreede, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender (bis Dezember 2012)
- Jimmy Wales, Gründer (bis Dezember 2012)
- Phoebe Ayers, Geschäftsführerin (bis Juli 2012)
- Stu West, Schatzmeister (bis Dezember 2012)
- Samuel Klein, Vorstandsmitglied (bis Juli 2013)
- Kat Walsh, Vorstandsmitglied (bis Juli 2013)
- Arne Klempert, Vorstandsmitglied (bis Juli 2012)
- Matt Halprin, Vorstandsmitglied (bis Dezember 2012)
- Bishakha Datta, Vorstandsmitglied (bis Dezember 2012)
* Der Wikimedia-Vorstand wird in Wahlen mit unterschiedlichen Schlüsseln durch Wikimedia-Community und Vorstand besetzt. Daraus resultieren u.a. die unterschiedlichen "Legislaturperioden" der Vorstandsmitglieder.
Geschichte
wiki wiki ist das hawaianische Wort für schnell. Das von 1994 bis 1995 von Ward Cunningham entwickelte WikiWikiWeb gilt als erstes Wiki weltweit. Die Inspiration für dieses Ur-Wiki war die HyperCard aus dem Hause Apple: ein Hypermediasystem, das es Usern noch vor Entstehen des WWW ermöglichte, Informationen zu speichern, die zugleich geändert werden konnten.
Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wurden Wikis in technikaffinen Unternehmen zunehmend als Software für die Projektkoordination und -kommunikation, für Intranets und zur Dokumentation von Abläufen genutzt.
Seit März 2007 steht das Wort wiki im Oxford English Online-Wörterbuch. Ein Wiki bezeichnet demnach eine Software, die es Usern erlaubt, Webseiten browser-basiert und in Echtzeit zu erstellen, zu bearbeiten und zu verlinken. Wikis werden deshalb oft für Gemeinschaftsprojekte genutzt. Ward Cunningham beschrieb ein Wiki als "the simplest online database that could possibly work".
Das heute wohl bekannteste Wiki ist die Wikipedia. 1993 wurde erstmals die Idee diskutiert, das Internet für den Aufbau einer freien Enzyklopädie zu nutzen, doch dauerte es eine ganze Weile, um über das Planungsstadium hinaus zu kommen. Erst im Jahr 2000 startete Jimmy Wales sein Online-Enzyklopädie-Projekt. Zusammen mit dem Philosophiedozenten Larry Sanger gründete er die „Nupedia“. Für dieses Lexikon mussten sich Redakteure einzeln bewerben, jeder Text wurde durch Peer-Review geprüft. 2001 wurden Wales und Sanger auf das Wiki-Prinzip aufmerksam und integrierten das erste Wiki in ihr System.
Ab dem 15.01.2001 war dieses Wiki dann unter der eigenständigen Domain wikipedia.com erreichbar - dieser Tag gilt als Geburtstag des weltweiten Erfolgslexikons. Den Namen Wikimedia erfand übrigens Sheldon Rampton, US-Autor und Betreiber von SourceWatch (vormals Disinfopedia).
Auch die Wikipedia arbeitete zu Beginn noch mit dem Peer-Review-Verfahren, doch aufgrund des rasanten Wachstums konnte dieser Aufwand rasch nicht mehr gestemmt werden. Bereits im März 2001 wurde Wikipedia auch in anderen Sprachen, darunter auf Deutsch und Französisch, angeboten. Ende des Jahres 2001 existierten Wikipedia-Artikel bereits in 18 Sprachen.
Einen ersten Rückschlag musste das Netzwerk 2002 mit dem Ausscheiden Sangers verkraften. Zahlreiche spanische Autoren wandten sich von Wikipedia ab und gründeten die Enciclopedia Libre. Ursache dieser Entwicklung waren Gerüchte, dass Wikipedia Werbevermarktung plane und die englischsprachige Projektkoordination zu großen Einfluss ausüben würde. Jimmy Wales beeilte sich zu erklären, dass Wikipedia werbefrei bleiben solle und änderte die Domain in wikipedia.org, um den nicht-kommerziellen Charakter der Organisation zu unterstreichen. Ein Jahr später, am 20.06.2003, gründete Wales die Wikimedia Foundation und übereignete ihr die Server und Namensrechte.
Heute sind Artikel der Wikipedia in über 270 Sprachen verfügbar (Stand: Juli 2011), darunter auch in Dialekten wie Kölsch. Die magische Grenze von 20 Millionen Artikeln ist längst überschritten (25.10.2011). Seit 2007 hält die Online-Enzyklopädie ihren Platz auf den Top-10-Listen der meistbesuchten Webseiten weltweit - aktuell auf Platz 5.
Wikipedia-Autoren behalten die Rechte an ihren Einträgen, müssen diese aber unter einer freien Lizenz herausbringen: Bis Mitte 2009 wurde zumeist die GNU-Lizenz verwendet, seither hat sich die Community aber der Creative Commons BY-SA-3.0-Lizenz, kurz Creative Commons, verschrieben. Diese Lizenz erlaubt es jeder anderen Person, den Beitrag unter derselben Lizenz fortzuschreiben.
Dieses Prinzip der freien Inhalte (contents) soll gewährleisten, dass das gemeinsam erschaffene Werk für alle verfügbar bleibt. Dafür, dass auch ältere Versionen von Einträgen nicht verloren gehen, sorgt ein Archivsystem, das auf den Seiten der jeweiligen Begriffe einsehbar ist.
Seit 2007 ist eines der wichtigsten Ziele der Wikimedia-Foundation die Qualitätssicherung. Verschiedene Initiativen der Wikimedianer wurden 2011 im ersten Strategieplan der Stiftung zusammengefasst und zu fünf Zielen verdichtet, die bis 2015 umgesetzt werden sollen: 1) Infrastruktur stabilisieren, 2) Partizipation erhöhen, 3) Qualität verbessern, 4) Reichweite vergrößern und 5) Innovation fördern. Mitte 2011 erschien zum Strategieplan ein Update (PDF), indem sich Wikipedia auch stärker zu einem "movement" charakterisiert.
Management und Förderer
Jimmy Wales, Gründer der Wikipedia, wurde 1966 in Huntsville, Alabama, geboren und hat Abschlüsse von der Auburn University und der University of Alabama. Er arbeitete als Leiter der Forschungsabteilung bei der Wertpapierhandelsfirma Chicago Options Associates und startete Mitte der 90er Jahre Bomis, ein Suchportal für popkulturelle Themen. Für das Portal nutzte er als einer der Ersten die freie Software des Open Directory Projects. 1999 entwickelte Wales die Vision einer kostenfrei zugänglichen, internationalen Enzyklopädie und gründete Nupedia. Als Chefredakteur heuerte er den Philosophen Larry Sanger an.
Nupedia scheiterte vor allem an der Kritik der Internet-Szene am hierarchisch aufgebauten Kathedralen-System. Die Bezeichnung Kathedralen-System geht auf Eric S. Raymond zurück, der damit ein Open-Source-Projekt charakterisierte, bei dem ein Chef überwacht, wie das Team nach seinem Bauplan stufenweise eine Pyramide aufbaut. Im Unterschied dazu beteiligten sich bei der Entwicklung nach dem Basar-Prinzip viele Menschen, die ihre Inputs gratis für alle zur Verfügung stellen. Dabei ist niemand mächtiger als ein Anderer; eine Person soll aber darauf achten, dass alles korrekt verläuft. Der Basar setzt sich aus vielen Teilen zusammen, auch wenn eines der Teile, einmal nicht vertreten ist, ist der Basar trotzdem vollständig.
Bei der Software-Entwicklung sind die Programmierer also wie Händler, die ihre Waren anbieten. Sie liefern einzelne Programmteile oder nehmen Verbesserungen vor, um sie in das Projekt zu integrieren. Wächter des Handels sind die Maintainer des Software-Projekts. Daraus folgt auch, dass die Software nie "fertig" sein kann: die IT-Industrie ist dewegen keine Fertigungsindustrie, sondern eine Dienstleistungsindustrie.
Erst als aus dem Mutterprojekt Nupedia die Tochter Wikipedia wird, die auf den Einzeloperationen unabhängiger Beteiligter nach dem demokratischen Basar-Prinzip basiert, beginnt der bis heute unvergleichliche Siegeszug der Internetenzyklopädie. Dabei war die Wikipedia nach zwei Jahren ursprünglich nur gegründet worden, um Inhalte für Nupedia zu generieren. Wales aber erkannte die Zeichen der Zeit rechtzeitig und besiegelte das Ende des Nupedia-Projekts.
Noch im gleichen Jahr, 2003, gründete Wales die Wikimedia Foundation, eine in San Francisco ansässige Non-Profit-Organisation. Sie soll die Wikipedia unterstützen, neue Projekte entwickeln und zur Popularisierung der Idee des freien Contents beitragen. Die Foundation zielt darauf ab, dem vielsprachigen Wiki-Projekt seine essentielle Infrastruktur und einen organisatorischen Rahmen zu geben sowie die Mission der freien Nutzung dauerhaft zu garantieren. Dazu koordiniert sie ein weltweites Netzwerk und knüpft Kooperationen mit internationalen Unternehmen und Projektleitern. Die Wikimedia Foundation ist Eigentümerin der Wikimedia Server, der Domain und der Markennamen aller Wikimedia-Projekte sowie der MediaWiki-Software.
Das Wikimedia Board of Trustees managt die Stiftung, überwacht und verwaltet das Ersuchen und die Vergabe von Spenden und fungiert damit als wichtigste Autorität der Wikimedia Foundation Inc. Die Kommunikation zwischen den unbezahlten Board-Mitgliedern und Kommissionsmitgliedern, den gering bezahlten Verwaltungsmitarbeitern, Entwicklern, Praktikanten und der Community erfolgt in der Regel online über Wikis, Mailinglisten und elektronischen Chats (IRC). Die jährliche Konferenz Wikimania wurde vom Kernteam der Wikipedia etabliert, um Probleme zu besprechen und neue Ideen zu diskutieren.
Bisher finanziert sich die Stiftung fast ausschließlich durch Spenden, überwiegend sind dies kleine Einzelspenden von Privatpersonen. Weitere Unterstützung erhält Wikimedia in Form von Geld- und Sachzuwendungen anderer Stiftungen und Unternehmen. Zu den Förderern zählt seit Frühjahr 2005 zum Beispiel Yahoo. Das internationale Wikimedia-Netzwerk macht sich bezahlt: Aus über 50 Ländern kommen die Finanzspritzen, vorwiegend aus den USA, England, Kanada und Australien.
Die bisher größte Einzelspende kam im Oktober 2011 von der Stanton Foundation und belief sich auf 3,6 Mio. US-Dollar (2,69 Mio. Euro).
Die Wikimedia Foundation nutzt das Geld, um Personal einzustellen, die Software-Qualität zu verbessern und neue Spenden-Initiativen anzustoßen. Jimmy Wales wird nicht müde zu betonen, dass Wikipedia nur mit Spenden werbefrei bleiben kann. Seit 2008 findet deshalb jährlich eine große Kampagne statt.
Doch auch Jimmy Wales geriet bereits in die Kritik: Im März 2008 behauptete der ehemalige Novell-Chefwissenschaftler und langjährige Geschäftspartner der Wikimedia Foundation, Jeffrey Merkey, dass er der Stiftung 5.000 US-Dollar überwiesen habe. Im Gegenzug habe Jimmy Wales Merkey's Wikipedia-Eintrag überarbeitet und ihn in ein besseres Licht gerückt. Wales und die Wikimedia-Sprecher bestreiten dies. Allerdings waren Wochen zuvor bereits Vorwürfe wegen Verschwendung erhoben worden. Ein ehemaliger Wikimedia-Angestellter hatte erklärt, Wales habe seinen Etat mit Ausgaben für teure Weine, Massagen und Abendessen derart belastet, dass ihm die Kreditkarte entzogen worden sei. Als Konsequenz dieser Skandale war Wales zwischendurch gezwungen, den Vorstand zu verlassen - im letzten Jahr wurde er aber erneut vom damaligen Vorstand vorgeschlagen und von der Community wiedergewählt. Letztlich bleibt es auch 2010 sein Gesicht, dass die internationale Öffentlichkeit mit dem Wikipedia-Projekt verbindet.
Die Wikimedia Foundation hatte in den Jahren 2010 und 2011 jeweils ein Budget von 20,4 Mio. US-Dollar. Mehr als die Hälfte des Etats wird nach wie vor für den Betrieb der Server und für die Internet-Bandbreite aufgewandt. Durch die zahlreichen Spendenaufrufe sieht der aktuelle Jahresplan für 2011 und 2012 ein jährliches Budget von 29,5 Mio. US-Dollar vor. Es scheint, als sei es der Stiftung gut gelungen, die zunehmende Nutzung auch mit einem Anwachsen der Spenden zu verbinden. Gleichzeitig sucht die Stiftung nach alternativen Finanzierungskonzepten, beispielsweise Stipendien. Inzwischen verkauft man zum Beispiel WikiReaders (PDF-Versionen von Artikeln der Wikipedia) und es wird darüber diskutiert einen Großteil der (aktuellen) Wikipedia-Version zu veräußern - Arbeitsname des Projekts: "Wikipedia 1.0".
2005 wurde Jimmy Wales zum Fellow des Harvard Law School's Berkman Centers for Internet and Society ernannt. Im Oktober 2005 wurde er Aufsichtsratmitglied von Socialtext, einem Provider zur Anwendung der Wiki-Technologie in Geschäftskontexten. Jimmy Wales und Angela Beesley gründeten 2004 zusätzlich zur Wikimedia Foundation das Unternehmen Wikia Inc., dessen Geschäftsidee es ist, das Wikipedia-Modell auf andere Projekte zu übertragen. Ziel ist es, viele weitere Wikis zu schaffen, die spezialisierten Content wie Fanguides, Reiseinformationen oder auch die Uncyclopedia (eine von vielen Wikipedia-Parodien) anbieten. Anders als die spendenfinanzierte Wikipedia, finanziert sich Wikia über Investoren und Werbung. Gleichwohl sind die Wikia-Seiten der Wikipedia sehr ähnlich. Auch hier werden freie Inhalte, an denen jeder mitarbeiten kann, angeboten und Wikipedia-Autoren schreiben häufig auch bei Wikia.

Geschäftsfelder/Produkte
In allen Wikimedia-Projekten erstellen Autoren die Inhalte gemeinschaftlich. In der Regel sind alle Inhalte frei verfügbar, da die Texte und Medien z.B. unter der Creative Commons-Lizenz publiziert sind. Als technische Plattform fungiert die Software MediaWiki.
Zu den wichtigsten Projekten zählen neben der freien Enzyklopädie Wikipedia das Wörterbuch Wiktionary; Wikibooks, ein Projekt zur Entwicklung freier Lernmaterialien, sowie die Zitatsammlung Wikiquote. Weitere Projekte sind Wikisource für freie Texte, das Artenverzeichnis Wikispecies, Wikimedia Commons für Bilder und Multimedia-Daten; Wikinews, eine freie Nachrichtenquelle und Wikiversity, eine Plattform zur gemeinschaftlichen Bearbeitung wissenschaftlicher Projekte.
Zum Betrieb der verschiedenen Projekte unterhält die Wikimedia Foundation eine umfangreiche technische Infrastruktur. Kernstücke sind zwei Rechenzentren in Tampa im US-Bundesstaat Florida und in den Niederlanden: insgesamt 391 Server gewährleisten hier den Betrieb (Stand: Januar 2012). Seit 2010 baut Wikimedia in Virginia (USA) ein weiteres Rechenzentrum, das bald fertiggestellt werden dürfte und die Erreichbarkeit der Wikimedia-Produkte im Notfall gewährleisten soll. Daneben gibt es weitere kleinere Standorte in Amsterdam und Paris.


Wikipedia ist ein Projekt, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, freie Enzyklopädien in allen Sprachen der Welt aufzubauen, sodass jede Person mit einem Internetzugang nicht nur vom kostenfreien Zugriff auf Wissen profitieren, sondern auch an dessen Aufbau mitwirken kann.
Das Projekt wurde im Januar 2001 in einer einzigen Sprache, Englisch, initiiert. Im Januar 2012 waren in der Online-Enzyklopädie nach eigenen Angaben weltweit circa 20 Mio. Artikel online. Aktuell ist Wikipedia als Lexikon in rund 270 Sprachversionen vertreten (Stand: April 2012).
Die größte Version von Wikipedia ist die englische Version mit angeblich 3,9 Mio. Artikeln, gefolgt von der deutschen (1,38 Mio. Artikel) und der französischen Version (1,2 Mio. Artikel). (Stand: April 2012).
Wikipedia ist außerdem bekannt für seine große Leser-Community. Die Autoren-Community ist im Verhältnis dazu sehr klein. Nur ein Bruchteil aller User befasst sich mit dem Verfassen von Artikeln. Seit Beginn des Projekts haben mehr als 100,000 registrierte Benutzer mindestens zehn Beiträge editiert. Die Gesamtzahl der Accounts der englischen Wikipedia allein überschreitet 3,4 Millionen. Die meisten Einträge der englischen Version stammen von den tausend engagiertesten Nutzern.
Diese Einschätzungen decken sich auch mit den Erkenntnissen der Editor Trends Study, die 2011 von Diederik van Liere und Howie Fung für (die englische, deutsche, russische, französische und japanische) Wikipedia durchgeführt wurde. Demnach wächst die Zahl der Leser kontinuierlich (weltweit ca. 400 Mio. Leser monatlich), während immer weniger Autoren zur Wikipedia beitragen. Bis zum Jahr 2005 waren 40 Prozent der Autorenneulinge auch ein Jahr nach ihrer ersten Bearbeitung noch aktiv. Zwischen 2005 und 2007 fiel dieser Wert dramatisch auf 12-15 Prozent. Für den Nachwuchs, den Wikipedia dringend braucht, wird es also immer schwieriger Teil der Community zu werden. Auf einen möglichen Weg aus diesem Teufelskreislauf weisen die Forscher hin: Trotz der Professionalisierung und Qualitätssteigerung sollte der Spaßfaktor beim Schreiben und Editieren der Onlineenzyklopädie nicht zu kurz kommen, damit auch Anfänger dabei bleiben.
2004 gewann Wikipedia den „Webby Award“ in der Kategorie „Community“ und die „Golden Nica“ der „Prix Ars Electronica“ in der Kategorie „Digital Communities“.
Einige Wikipedia-Versionen veröffentlichen reguläre Momentaufnahmen. Die deutsche Wikipedia wird zweimal im Jahr in Kooperation mit Directmedia Publishing als DVD veröffentlicht. Auch die polnische Wikipedia wurde als DVD veröffentlicht.

Wiktionary ist ein Projekt zur Erschaffung inhaltsbasierter Wörterbücher und Synonymwörterbücher in jeder Sprache. Das Projekt begann im Dezember 2002 und ist gegenwärtig in mehr als 400 Sprachen und Dialekten mit insgesamt über 2,9 Millionen englischsprachigen Einträgen erhältlich (Stand: April 2012). Die größte Version ist die englischsprachige, dicht gefolgt von den französischen (mehr als 2,1 Mio. Einträge) sowie den chinesischen und malagasischen Versionen, die jeweils mehr als 1 Mio. Einträge aufweisen (Stand: April 2012). Insgesamt haben bereits 25 Sprachen jeweils über 100,000 Einträge im Wörterbuch, weitere 35 Sprachen haben bereits mehr als 10,000 Worte mit Erläuterungen aufgebaut. Wiktionary kooperiert mit Wikimedia Commons: Viele Sounddateien werden dort hochgeladen, um das Wiktionary und andere Projekte mit Beispielen für die entsprechenden Aussprachen anzureichern.

Wikiquote ist ein virtueller Aufbewahrungsort für Zitate von berühmten Personen, Büchern, Reden, Filmen oder sonstigen intellektuell interessanten Materialien. Auch Sprichwörter, Merksätze und Parolen sind in Wikiquote enthalten. Das Projekt begann im Juli 2003, 2004 erschien es auch in deutscher Sprache. Anfang 2012 existierten nach eigenen Angaben circa 119,000 Einträge in 89 Sprachen. Die größte Wikiquote-Version ist die englische mit mehr als 20,000 Seiten. Die polnischen und italienischen Versionen verfügen jeweils über mehr als 10,000 Artikel, das deutsche Zitatforum hat über 7,000 Einträge (Stand: April 2012).

Wikibooks hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Sammlung kostenloser E-Books anzulegen. Darunter fallen u.a. Textbücher, Fremdsprachenkurse, Anleitungen und kommentierte, lizenzfreie Bücher. Ziel ist es, das Selbststudium von Studenten und Lehrpersonal in Oberschulen und Universitäten zu unterstützen. Die größte Version von Wikibooks ist die englischsprachige, die mehr als 35,000 Module umfasst. Das Projekt begann im Juli 2003 und hat gegenwärtig mehr als 100,000 Module in rund 120 Sprachen (Stand: April 2012). Wiederum gehört das deutsche Wikibooks zu den größten Versionen des Projekts (mehr als 16,000 Seiten).

Wikisource ist ein mehrsprachiges Projekt, das im November 2003 mit dem Ziel gegründet wurde, Texte von besonderem Wert zu archivieren, die als Sammlung kostenlos verbreitet werden können (Open Content). Es handelt sich dabei um klassische Literatur, Gesetzestexte und andere zitierfähige Werke. Diese werden als Hypertext archiviert und dienen als Basis für Übersetzungen. Wikisource umfasst mehr als 1 Mio. Quelltexte (Anfang 2011: 550,000). Die größte Wikisource-Version ist die englischsprachige mit mehr als 358,000 Werken, die russische Sammlung umfasst nunmehr circa 196,000 Werke und an dritter Stelle steht das portugiesische Projekt mit mehr als 87,000 Texten (Stand: April 2012).

Wikispecies ist ein offenes, wiki-basiertes Artenverzeichnis für Tiere, Pflanzen, Bakterien, Einzeller und andere Lebensformen. Wikispecies orientiert sich insbesondere an den Bedürfnissen wissenschaftlicher Nutzer und hat gegenwärtig mehr als 323,000 Einträge (Stand: April 2012). Es gibt Pläne einer Kooperation zwischen Wikispecies und dem „Encyclopedia of Life“-Projekt, die verwirklicht werden sollen, sobald sich letzteres etabliert hat. Bereits jetzt arbeitet Wikispecies aber mit naturwissenschaftlichen Fachzeitschriften (z.B. ZooKeys, PhytoKeys) zusammen, die passende Inhalte zur Verfügung stellen und auch über das Commons-Schwesterprojekt zugänglich sind.

Das Wikinews-Projekt wurde im Dezember 2004 aus der Taufe gehoben. Die Mission von Wikinews ist die Zusammenfassung von Nachrichten in Bezug auf verschiedene Sachthemen. Wikinews gibt es in 33 verschiedenen Sprachen und hat bisher über 182,000 Nachrichten-Artikel veröffentlicht (Stand: April 2012). 2006 hatten mehr als 30,000 Leute die englischsprachigen Wikinews via RSS-Feed abonniert, aktuell hat das Portal knapp über 4,000 RSS-Abonnenten (Stand: April 2012). Mitwirkende aus aller Welt schreiben gemeinsam Nachrichtenartikel. Die Berichte reichen von Originalberichten bis zu Zusammenfassungen von Nachrichten externer Quellen. Jeder Beitrag sollte mit einem neutralen Blickwinkel verfasst worden sein, ansonsten drohen Sanktionen aus der Wikinews-Community. Gegenwärtig verfolgt Wikinews zwei Ziele: die Schaffung einer kostenlosen Alternative zu kommerziell operierenden Nachrichtenseiten und die Sicherstellung, dass alle Artikel auf die Tatsachen hin überprüft werden. Angesichts der stagnierenden Userzahlen scheint zumindest das erste Ziel aber spätestens seit Twitter, Facebook & Co. zunehmend obsolet geworden zu sein.

Wikiversity ist ein Projekt, das sich Lehrmaterialien und Lerncommunities für alle Lehrstufen annimmt. Es wurde als Wikimedia-Projekt am 15. August 2003 (damals noch in der Beta-Phase) gestartet und zunächst sechs Monate getestet. Nach wie vor wird daran gearbeitet, die Leitlinien des Anwendungsbereiches zu bestimmen. Wikiversity ist aufgebaut wie eine richtige Universität und in verschiedene Fachbereiche bzw. Fakultäten unterteilt, in denen Kurse und Projekte stattfinden. Es gibt sogar eine Cafeteria (Fragen-Forum) und eine Termin-Funktion, um sich zur virtuellen "Sitzung" zu verabreden. Auch Schüler und Lehrer haben einen Schule-Bereich auf dem Online-Campus. Die Wikiversity hat 12 Sprachversionen, wobei die englische Online-Uni mehr als 17,000 Kurse anbietet (Stand: April 2012).

Wikimedia Commons gibt es seit September 2004 als zentrales Archiv für frei zugängliche Videos, Bilder, Musik, gesprochene Texte und andere kostenlose Medien, die so auf leichtem Wege von allen Wikimedia-Projekten wiederverwendet werden können. Im April 2011 konnte Wikimedia Commons die magische 10-Millionen-Marke multimedialer Dateien knacken, aktuell sind über 12,6 Mio. Mediendateien frei zugänglich und nutzbar (Stand: April 2012). Nach eigenen Angaben wird auf die Mediensammlung pro Stunde 230.000 Mal zugegriffen. Zu den "Lieferanten" zählen mittlerweile auch viele öffentliche Institutionen, wie Bibliotheken, die z.B. ihre Bildarchive hier für die Öffentlichkeit verfügbar machen. Wikimedia Commons gewann im Mai 2005 eine Ehrenauszeichnung in der Kategorie “Digital Community” bei den “Prix Ars Electronica Awards”.

Mediawiki ist eine Wiki-Software, die unter einer „General Public“-Lizenz veröffentlicht wird, also von allen kostenlos benutzt werden kann. Mit dieser Software laufen sämtliche Wikimedia-Projekte sowie weitere Internetseiten. 2005 gewann Mediawiki beim Festival “Les Trophées du Libre“ den Preis in der Kategorie „spezial php prize“. Gegenwärtig wird MediaWiki von vielen Webseiten und Projekten auf der ganzen Welt genutzt (etwa ActivityScout.de, Gamemob.de oder FAQFarm.com benutzt) und wurde vom „SourceForge“-Softwarearchiv bereits mehr als eine Million mal heruntergeladen.

Wikimedia Meta-Wiki ist ein zentrales Wiki zur Koordination und Entwicklung aller Wikimedia-Projekte. Die Meta-Wiki-Seite umfasst Projektanträge, Projektdiskussionen, Taktiken, Entwicklungsfragen und die Verwaltung aller Wikis von Wikimedia.
Wikipedia und die Zensur
Gemäß des für alle Projekte gültigen Wikimedia-Systems zensiert sich Wikipedia selbst. Seine Nutzer observieren einander und ihre Artikel gegenseitig. Nur in China läuft das anders. Wikipedias chinesische Version entstand 2001. Sie umfasst heute rund 800,000 Einträge (Stand: April 2012). Zunächst sind vor allem wissenschaftliche und geschichtliche Themen aufgegriffen worden, woraufhin noch Anfang 2004 Chinas staatliche Zeitungen lobend über die US-stämmige Suchmaschine schrieben. Die erste Blockade erfuhr Wikipedia jedoch noch im gleichen Jahr. Seit Oktober 2005 ist Wikipedia wegen kritischer Inhalte in China gesperrt, wobei im April 2008 und während der Olympiade die englische Wikipedia auf internationalen Druck hin partiell geöffnet wurde (s. Aktuelle Entwicklung).
Während Wikipedia in China nur eingeschränkt nutzbar ist, wächst im Reich der Mitte bedeutsame Konkurrenz heran. Baidu, Chinas größte Suchmaschine, baut eine zensierte Online-Enzyklopädie auf, die analog zu Wikipedia funktioniert. Auf den Seiten von Baidu sind Beiträge verboten, die regierungskritisch sind oder „Minderheiten-Meinungen“ enthalten. Baidu verhindert das Abfragen von Wörtern im Zusammenhang mit der in China verbotenen Falun Gong-Bewegung, der Ein-Kind-Politik, der Herrschaft der Kommunistischen Partei und von Begriffen wie "Dalai Lama". Weder auf Chinesisch, noch auf Englisch oder Deutsch erhält man Informationen zu derartigen Themen. Das Internetunternehmen Baidu nutzt die Sperre, um sich in China als Nummer Eins im Bereich offener Enzyklopädien zu etablieren. In einem Interview mit der "Financial Times" tat Baidu-Chef Robin Li so, als wisse er nicht, dass Wikipedia in China gesperrt sei und gab zu, dass "Baidupedia" die Idee der Wikipedia kopiere.
Rund 420 Millionen Internetnutzer gibt es in China (Stand: April 2012). Um sich auf diesem Markt zu etablieren, machen manche Internet-Unternehmen Zugeständnisse an die Zensurbestimmungen der Regierung. Kritiker werfen etwa der Yahoo-Spitze vor, sie hätte mit der Bereitstellung von Verbindungsdaten Pekinger Behördenmitgliedern dabei geholfen, einen Journalisten und einen Internet-Dissidenten zu fassen, die später zu Gefängnisstrafen verurteilt worden seien.
Die Technologie von Cisco soll, Presseberichten zufolge, in China dazu eingesetzt werden, Online-Inhalte zu zensieren und Cyber-Dissidenten zu jagen. Google und Microsoft mussten zugeben, mit chinesischen Behörden zusammenzuarbeiten, was die Zensur von Websites betrifft.
Engagement in Deutschland
Am 13. Juni 2004 wurde mit dem Verein „Wikimedia Deutschland - Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e. V.“ in Berlin die erste nationale Sektion von Wikimedia gegründet. Im Oktober desselben Jahres folgte die französische Organisation „Wikimédia France“.
Der Verein „Wikimedia Deutschland - Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V.“ wurde an der Technischen Universität Berlin angesiedelt, Sitz des Vereins ist demnach Berlin. Satzungsgemäßer Zweck des Vereins ist es, die Erstellung, Sammlung und Verbreitung von freien Inhalten (open content) zu fördern, um die Chancengleichheit beim Zugang zu Wissen und im allgemeinen die Bildung zu fördern. Wikimedia Deutschland unterstützt gemäß seiner Satzung verschiedene Projekte.
Seit dem 8. Mai 2010 ist Sebastian Moleski Vorsitzender der wachsenden Non-Profit-Organisation, stellvertretende Vorsitzende sind Ralf Liebau und Sebastian Wallroth, Delphine Ménarde ist Schatzmeisterin. Zudem besteht der Vorstand noch aus aktuell sechs Beisitzern. Die Organisation beschäftigt in Berlin rund 45 Mitarbeiter (2011: 25) für die Bereiche Öffentlichkeitsarbeit, Fundraising sowie die Betreuung der Community und Projekte des Vereins. Vorstand der deutsche Zweigstelle ist seit 2011 Pavel Richter, der zuvor seit August 2009 Geschäftsführer war (Stand: April 2012). Nicht immer geht es in der Wikimedia-Community Deutschlands harmonisch zu: Nachdem große Debatten u.a. über das Löschen von Artikeln mittlerweile abgeklungen sind, musste sich der Vereinsvorstand im Januar 2011 einem Misstrauensvotum stellen, über das die TAZ ausführlich berichtete. Die Gründung einer Tochtergesellschaft zur Verwaltung der Spendeneinnahmen sowie die Ausgliederung des Vereinsvorstands in ein Präsidium aus hauptamtlichen Mitarbeitern kam bei vielen basisdemokratisch gesinnten Wikimedianern nicht gut an.
Ende 2011 (PDF) hatte der Verein 1,200 Mitglieder (Ende 2010: 640 Mitglieder) sowie 345 Fördermitglieder (Ende 2010: 105), Wikipedia-Gründer Jimmy Wales ist Ehrenmitglied. Das Spendenaufkommen 2011 stieg im Vergleich zu 2010 deutlich: von rund 1 Mio. Euro auf 3,89 Mio. Euro. Damit konnte Wikimedia Deutschland das Spendenaufkommen noch einmal deutlich steigern. Der Bärenanteil der Spenden kam von Privatpersonen, Unternehmen trugen mit 200.813 Euro zu den Einnahmen bei. Nur ein recht kleiner Teil ergibt sich durch die Beiträge der Mitglieder: 54.442,00 Euro. Zu den Spenden und Mitgliederbeiträgen kamen 2011 (erstmalig 2010) auch Einnahmen aus Fördermitteln hinzu (11.286 Euro), u.a. für das Projekt RENDER, das die EU fördert und das sich mit der Diversität von Wissen auseinandersetzt. Ein weiteres Drittmittel-Projekt des Vereins ist TAO (= Third Age Online), das Wikimedia Deutschland mit der Initiative "Silberwissen" umsetzt, die ältere Menschen besser in die Wikipedia einbinden möchte.
Ausgegeben wird das Geld vor allem für die nötige IT (122.996 Euro) und für den Support der Community (317.638 Euro). Auch das Schulprojekt von Wikimedia zur Förderung der Medienkompetenz und der Wikimedia-Preis für herausragende Artikel in den Bereichen Geistes- bzw. Naturwissenschaften, die Zedler-Medaille, schlagen zu Buche (341.408 Euro; plus 200.350 Euro für Autorenförderung). Den Rest der Einnahmen reklamieren die Bereiche Öffentlichkeitsarbeit und International Outreach. Überdies engagiert sich Wikimedia mit dem Projekt Nawaro für nachwachsende Rohstoffe (Stand: April 2012).
Mittlerweile verfügt Wikimedia Deutschland über ein Netzwerk in Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Personen und Organisationen treten mit Vorschlägen zu wissenschaftlicher oder wirtschaftlicher Zusammenarbeit an den Verein heran. Zudem wurde die Vernetzung auf internationaler Ebene vorangebracht. Vertreter von Wikimedia Deutschland trafen sich mit denen anderer Wikimedia-Organisationen, um über die Förderung freien Wissens zu diskutieren. Im März 2011 war Berlin zum dritten Mal Gastgeber der Internationalen Wikimedia-Konferenz, an der Wikimedianer aus aller Welt teilnahmen.
Im August 2006 schloss sich der Verein der von namhaften deutschen und internationalen Forschungsorganisationen unterzeichneten „Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen“ (Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities) an, die die Veröffentlichung von wissenschaftlichen Ergebnissen in Form freier Inhalte fordert. Der Unterzeichnung sind inzwischen mehrere andere Wikimedia-Organisationen gefolgt. Daran anknüpfend beteiligte sich Wikimedia Deutschland Anfang 2007 an der „Petition für den garantierten öffentlichen Zugang zu öffentlich finanzierten Forschungsergebnissen“ (Petition for guaranteed public access to publicly-funded research results).
Die Wikipedia Academy wird von Wikimedia Deutschland mit Partnern aus der Wissenschaft organisiert, um die Wikipedia stärker im akademischen Feld zu etablieren. Ziele sind die Gewinnung und die sowohl inhaltliche wie strukturelle Einbindung fachkompetenter Autoren sowie die Anregung eines Dialogs unter Wissenschaftlern.
Konkurrenz auf dem Feld der Online-Enzyklopädien gibt es in Deutschland seit Mitte Dezember 2007. Der Spiegel und Wikipedia haben das Wissensportal Spiegel Wissen ins Leben gerufen. Bislang kostenpflichtige Inhalte von Spiegel Online werden hier kostenfrei zur Verfügung gestellt und mit passenden Suchergebnissen von Wikipedia kombiniert. Einnahmequelle sind Online-Werbeeinnahmen.
Am 15. April 2008 startet auf den Internetseiten des traditionsreichen Brockhaus-Verlages ein kostenfreies Lexikonportal. Geplant ist eine Werbefinanzierung, vor allem um die Nutzer kostenfrei zu bedienen und mit den existierenden Online-Angeboten mithalten zu können. Um sich von der Konkurrenz abzusetzen, werden Brockhaus-Einträge mit multimedialen Inhalten angereichert. Auf Tagesaktualität soll Wert gelegt werden. Auf die 22. Auflage der gedruckten Brockhaus Enzyklopädie wird der Verlag wahrscheinlich wegen hoher finanzieller Einbußen künftig verzichten. Insbesondere die Online-Enzyklopädie Wikipedia hat es dem „Brockhaus“ und anderen klassischen Lexika in den letzten Jahren schwer gemacht. Die einfache und schnelle Bedienung, die Gratisangebote und eine mit dem Medium Buch unerreichbare Aktualität, ließen Online-Enzyklopädien bei der jungen Zielgruppe zu den Favoriten des Internets werden. In wissenschaftlichen Kreisen übt man noch Zurückhaltung, wenn es darum geht, Wikipedia als sichere Informationsquelle zu akzeptieren. Durchschnittlichen Nutzern, auch Schülern und Studenten scheinen keine derartigen Bedenken zu heben. Nicht zuletzt weil die beliebteste deutsche Suchmaschine Google, Wikipedia-Einträge meist gleich auf Seite eins der Antwortlisten nach einer Suchanfrage platziert, ist der alltägliche Gebrauch der Wikipedia zur Normalität geworden.
Der Kampf zwischen neuen Online-Wissensportalen könnte sich zu Gunsten der Nutzer auswirken. Geld wird von diesen vorerst nicht verlangt. Populär wird das Portal sein, dass die höchste Qualität und Nutzerfreundlichkeit bietet. Bisher konnte sich die Konkurrenz nicht nennenswert gegen die deutsche Wikipedia durchsetzen.
Das Bertelsmann Lexikon Institut in Gütersloh wollte ein Wikipedia-Lexikon in Buchform herausbringen. Das Nachschlagewerk auf Basis der gleichnamigen Online-Enzyklopädie sollte ab September 2008 im Buchhandel erhältlich sein, so Bertelsmann-Sprecher. Am häufigsten recherchierte Suchbegriffe des von den Nutzern erstellten Online-Lexikons würden hier abgedruckt. Die Wikimedia-Community sprach sich allerdings gegen die Kooperation aus und bisher hat sich daraus nichts ergeben.
Jimmy Wales und Angela Beesley, die zusammen 2004 Wikia gründeten, freuten sich Mitte Juli 2008 über den Kauf des neben Wika größten Wiki-Hosters im deutschsprachigen Raum namens Gratis-Wiki.com. Gratis-Wiki betreute bisher über 1.500 Wikis. Die Übernahme durch Wikia zielte auf eine verstärkte Positionierung Wikias im deutschen Markt ab. Die Integration der Inhalte habe bereits begonnen, sagt Tim Bartel, Manager von Wikia in Deutschland.
Die Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek Dresden verkündete im März 2009 250.000 Fotos der Deutschen Fotothek der Wikimedia zur Verfügung zu stellen. Die Bilder werden von Wikimedia unter der Creative Commons BY-SA-Lizenz anbieten. Diese erfordert es, den Namen der Urheber zu nennen und das Werk unter den gleichen Bedingungen weiterzugeben. Um die Bilder dauerhaft findbar zu machen, will Wikimedia sie mit Metadaten verknüpfen, z. B. mit Informationen zum Fotografen, zu Ort und Zeitpunkt und zum Motiv. 2008 hatte bereits das Bundesarchiv eine Kooperation mit der deutschen Wikipedia realisiert, aus der 100.000 Bilder gewonnen wurden.
Aktuelle Entwicklungen
Um Vandalismus vorzubeugen und um die Qualität der Artikel zu verbessern, führt Wikipedia Media für Deutschland mittels eines Beta-Testes „gesichtete Artikel“ ein. Dazu erteilt man zunächst 10.000 Personen, so genannten „Sichtern“, eine Berechtigung zur Textkontrolle. Diese Sichter sollen in erster Linie dabei helfen, Vandalismen abzuwehren und langfristig höhere Qualität durch geprüfte Artikelversionen gewährleisten.
Um Kritik an einem von Bürgern und nicht von verlässlichen Fachleuten geschriebenen Lexikon entgegenzuarbeiten, ist Wikimedia über sein Projekt Citizendium außerdem dabei, die weltweit "verlässlichste" Enzyklopädie der Welt zu kreieren. Sowohl das breite Publikum als auch Experten arbeiten für das Projekt, diesmal unter Verwendung ihres realen Namens. Autoren und Editoren müssen zunächst die Citizendium Statement of Fundamental Policies und die Bestimmungen zum Datenschutz lesen, bevor sie ein Lexikon-Konto auf der Plattform erhalten. Außerdem werden ein Fragebogen und eine Vita verlangt. Beide Beweismaterialien dienen als Tauglichkeitstest dafür, ob an diesem Projekt mitgeschrieben werden darf.
Wikipedia plant seit 2008, alle verfügbaren Informationen zu den einzelnen Genen des Menschen bündeln. Wie die übrigen Wikipedia-Einträge sollen auch die im Gen-Wiki, im Unterschied zu einschlägigen Genom-Datenbanken, frei zugänglich sein. Jeder angemeldete Benutzer soll Informationen hinzufügen oder verändern. Ein ständig aktualisiertes Gen-Lexikon soll entstehen und als verlässliche Datenquelle nutzbar sein. Damit macht man Google Konkurrenz, das auch in eine Gen-Datenbank investiert.
Ab 23. Juli 2008 ging die von Google betriebene Wissensdatenbank „Knol“ online, die sich mittelfristig als Alternative zur Online-Enzyklopädie Wikipedia etablieren sollte. Knol, eine Kurzform für das englische Wort knowledge (dt. Wissen) hatte das Ziel, qualitativ hochwertigere Artikel als Wikipedia zu veröffentlichen. Das Neuartige an Knol war, dass alle Beiträge mit dem Namen und optional mit einem Bild des Verfassers gekennzeichnet sind und nicht von anderen Usern verändert werden können, es sei denn, diese stimmen einer Verbesserung zu. Google hatte auch erklärt, dass die Autoren die Rechte an ihren Artikeln erhalten und an den Werbeeinahmen, die durch Anzeigenschaltung generiert werden, beteiligt würden. Doch das Knol-Projekt blieb, gemessen an der Artikelzahl, weit hinter Wikipedia zurück und kann zwei Jahre später als gescheitert gelten. 2009 knackte Google Knol die Grenze von 100.000 Artikeln. Mittlerweile ist bekannt geworden, dass Knol ab dem 01.05.2012 offline geht bzw. alle bestehenden Inhalte an Annotum übergehen, ein ebenfalls akademisches open-content, open-source, open-process Wissensportal (Stand: April 2012).
Wales kollektive, „soziale“ Suchmaschine Wikia Search setzte 2009 an der Kritik an Google, Yahoo und Microsoft an, die auf diesem Markt um User und Werbebudgets kämpfen. Wales kritisierte, dass Nutzer auf den Seiten der etablierten Anbieter vor allem zu Webseiten der Werbetreibenden gelenkt würden. Nicht mehr der Zufall eines Suchalgorithmus oder eine solche kommerzielle Fremdeinwirkung sollten die Reihenfolge der Resultate bestimmen, sondern die Usergemeinde. Doch auch in diesem Segment gibt es weitere Konkurrenz, etwa ChaCha.com und Naver.com. Bei beiden Suchmaschinen gibt man eine Suchanfrage ein und Guides fragen nach, was gemeint war, um dem Nutzer eine kleine, aber oftmals treffendere Auswahl an Ergebnissen in Form von Links zu liefern oder sogar selbst zu antworten. Die Konkurrenz für Wikia Search zeigte, dass Wales Idee von der freiwilligen Hilfe per se nicht abwegig ist. Dennoch gab Jimmy Wales Ende April 2009 bekannt, dass das Projekt Wikia Search gestorben sei. Hauptgrund dafür seien die schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Er bedauere diese Notbremse, weil er mit ganzem Herzen an dem Projekt gehangen habe. Im Falle einer verbesserten Finanzsituation werde er den Faden neu aufnehmen. Ab 2010 fördert Wales statt seines Wikia Search-Projekts das ähnliche hunch.com, das sich die Flickr-Erfinderin Fake ausgedacht hat. Es ist weiterhin unsicher, ob das Angebot gegen Wikipedia, Google oder Facebook bestehen kann, in Deutschland hat man von dem Projekt bis heute zumindest noch nicht viel vernommen.
Die Non-Profit-Organisation Wikimedia Foundation kündigte Ende April 2009 eine Content-Partnerschaft mit dem Mobilfunkanbieter Orange, einer France Telecom-Marke an. Orange solle über Wikipedia Inhalte für seine Mobil- und Web-Portale beziehen können und gemeinsam sollen neue Dienste rund um Wikipedia-Inhalte entstehen. Orange darf auch die Marke Wikipedia nutzen. Wikipedia-Kanäle sollen zunächst in Polen, Frankreich, Großbritannien, und Spanien starten. Über finanzielle Vereinbarungen wurde nichts bekannt. Sue Gardner erklärte, sie wolle mit den Einnahmen Programme und Aktivitäten bezahlen, außerdem werde Wikipedia werbefrei bleiben. Und dann traf sie noch eine Aussage, die Wikipedia-Autoren wohl ungern hören werden: die freie Lizenz der Wikimedia-Projekte und -Artikel schließe deren kommerzielle Nutzung durch Dritte nicht aus. Die Wikipedia-Autoren haben offenbar kein Problem damit. In einer Abstimmung Anfang Mai 2009 sprachen sich diese mehrheitlich dafür aus, die Inhalte der Wikipedia zukünftig doppelt zu lizenzieren: Außer unter der früher verwendeten GNU Free Documentation License (GFDL) sollen sich die Artikel und sonstigen Medien künftig auch zu den Bedingungen der Creative-Commons-Lizenz "Attribution, Share Alike" (Namensnennung, Weitergabe unter gleichen Bedingungen, CC-BY-SA) nutzen lassen. Über 17.000 Wikipedia-Autoren beteiligten sich an der Abstimmung, von diesen sprachen sich 75,8 Prozent für die Lizenzänderung aus. Die CC-Lizenz hat kurze und klare Konditionen, die in ihrer Absicht der GPL und der GFDL ähneln. So erlaubt sie die freie Verbreitung von Inhalten in modifizierter oder unmodifizierter Form. Modifikationen sind dabei erlaubt, müssen aber ebenfalls unter dieser Lizenz vertrieben werden. Außerdem müssen die Autoren genannt werden. Diese Änderung erleichert die Übernahme der Wikipedia-Inhalte durch Dritte. Ziel der von langer Hand geplanten Lizenzänderung ist es laut der Foundation, mehr Kompatibilität mit vorhandenen freien Inhalten für Bildung und Wissen zu erreichen sowie die Pflichten bei der Wiederverwendung von Inhalten klarer und einfacher zu machen.
Seit dem Sommer 2009 können Wikipedia-Artikel auch durch Videos illustriert werden. Die Inhalte stammen aus drei Datenbanken mit frei verwertbaren Inhalten. Neben Wikimedia Commons, der zur Wikimedia Foundation gehörenden Datenbank, zählten eine Sammlung des US-Kongresses (Metavid) und das Internet Archive zum Startfundus. Demnächst sollen die Nutzer auch im ganzen Netz nach Video-Inhalten suchen und sie in die Artikel einbinden können, falls sie gemeinfrei nutzbar sind. Spezielle Software wird dazu nicht benötigt. Die Wikipedia-Macher hoffen, dass Inhalteanbieter ihr Filmmaterial für diese Nutzungsoption frei zur Verfügung stellen. Es könnte sie motivieren, ihre Inhalte freizugeben, um von den Lesern und Sehern der Wikipedia zu profitieren. Eine erste Version der Software, mit der die Bearbeitung der Videos am Browser vorgenommen werden kann, wurde im Juni 2009 auf der Open Video Conference in New York vorgestellt.
Vor Weihnachten wartet die Wikimedia Foundation nicht auf Geschenke, sondern macht sich auf, diese selbst einzusammeln. Wie stets zum Jahresende wurde der Spendenaufruf gestartet. Das Spendenziel bis Ende Januar lag bei 20 Millionen US-Dollar und war damit deutlich anspruchsvoller als das Ziel vom Vorjahr (16 Millionen). Tatsächlich gelang es der Organisation, das Ziel zu erfüllen: Mit der 2011er-Kampagne wurden mehr als 20 Mio. US-Dollar eingenommen. Die frischen Gelder sollen u.a. in Projekte zur Verbesserung der Qualität der Online-Enzyklopädie Wikipedia fließen, erläuterte die Stiftung. Die Mitarbeiterzahl wurde im letzten Jahr weltweit deutlich aufgestockt, vor allem um die Implementierung neuer Anwendungen voranzutreiben. Die höheren Einnahmen aus Spenden in den Jahren 2010 und 2011 sind größtenteils in die Verbesserungen der Anwendungen investiert worden, so kam z.B. im September 2010 eine Wikipedia-Version für das iPad in die App-Stores - natürlich kostenlos. Innerhalb der ersten drei Wochen nach Erscheinen wurde diese bereits 250,000 Mal heruntergeladen und scheint damit einen weiteren, erfolgreichen Kanal für das Lexikon eröffnet zu haben.
Im Mai 2010 sorgte Wikimedia-Chef Jimmy Wales für einen "Porno-Skandal", indem er Bilder mit pornographischen Inhalten aus der Sammlung Wikimedia Commons herauslöschte. Vorausgegangen war dieser Maßnahme ein Streit mit dem Mitgründer Larry Sanger, der die Nachricht gestreut hatte, er habe die Wikimedia Foundation bei US-amerikanischen Behörden wegen der Verbreitung eindeutiger Inhalte angezeigt. Der Nachrichtensender Fox News griff das Thema auf und behauptete, Wales werde nun alle seine Rechte als oberster Administrator für Wikipedia und andere Projekte der Foundation aufgeben. Dabei soll Wales gegenüber ZDNet versichert haben, er bleibe der oberste Schlichter bei größeren Konflikten und behalte auf jeden Fall das letzte Wort bei Regelfragen. Der Fall zeigt indes, wie kritisch die Lösch- und Editiertätigkeiten der Wikipedia-Administratoren mittlerweile generell beäugt werden. Bereits im Mai 2009 gab es Kritik, als Wikipedia Autoren der Organisation Scientology von der Plattform ausgeschlossen wurden.
Darüber hinaus haben die internationalen Wikimedia-Organisationen weitere spannende Bündnisse schließen können. In Deutschland startete Wikimedia gemeinsam mit der Deutschen Zentralbücherei für Blinde in Leipzig (DZB) das Projekt der "Gesprochenen Wikipedia", in dem zunächst einen Monat lang täglich ein Artikel vorgelesen und veröffentlicht wurde. Diese Initiative soll weiter ausgebaut und fortgeführt werden.
Auch Microsoft engagiert sich für die Wikipedia: Die indische Forschungsabteilung des Software-Riesen stellte im Oktober 2010 das Projekt WikiBhasha vor. Die Software soll den Wikipedianern helfen, Artikel aus der englischsprachigen Version zu übersetzen und unterstützt zum Start 31 Sprachen, darunter auch Deutsch. Ganz uneigennützig ist die Intitiative von Microsoft natürlich nicht: Die Community-Arbeit soll dabei helfen seine eigenen Übersetzungsdienste zu verbessern. Dies wird durch die Cloud Computing-Technik Microsoft Azure ermöglicht, die alle für die Wikipedia-Versionen übersetzten Sätze speichert und für Microsoft auswertet. Wann die Software eingeführt wird, steht bisher noch nicht fest.
Das Thema der Wikipedia-Bücher hat sich mit der Diskussion um eine Kooperation mit Bertelsmann nicht erledigt: Seit November 2010 können Wikipedia-User sich individuelle Lexika zusammenstellen. Der Wikipedia-Partner, Pedia Press, bietet diese Bücher nun auch als Hardcover-Versionen und in Farbe an. Die Preise für Taschenbücher und Hardcover liegen zwischen 8,90 und 20,00 Euro. Mit dem 2007 gegründeten Online-Verlag hat die Wikimedia Foundation einen langfristigen Partner gefunden.
Auf der Blogger-Messe re:publica am 13.04.2011 in Berlin wurde eine neue Initiative des deutschen Fördervereins vorgestellt: Die Wikipedia soll nun Weltkulturerbe werden. Über eine Petition sollen Unterschriften für eine entsprechende UNESCO-Eingabe gesammelt werden. Sollte die Plattform ausreichend Unterstützer finden, könnte Wikipedia auf diese Weise das erste weltweite, digitale Kulturerbe werden.
Letzte vollständige Überarbeitung und Aktualisierung: 20.04.2012



