8. IAC/InterActiveCorp.

Umsatz 2011: $ 2,059 Mrd. (€ 1,479 Mrd.)

Überblick

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InterActiveCorp. (IAC) ist mit mehr als 50 Online-Marken und 3,290 Mitarbeitern in 22 Ländern einer der größten Onlinekonzerne der Welt. Zu den bekanntesten Töchtern von IAC zählt die Dating-Börse Match.com. CEO von IAC ist seit 2010 Gregg Blatt, nachdem der aus Film- und Fernsehbranche stammende Barry Diller, der die Geschicke des Konzerns jahrzehntelang allein leitete, in den Aufsichtsrat wechselte.

Basisdaten

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Hauptsitz:

IAC
555 West 18th Street
New York, NY 10011
001 (212) 314-7300
info(at)iac.com
www.iac.com 


Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.01 – 31.12
Gründungsjahr: 1996 (Home Shopping Network Inc.), 1998 (USA Networks), 2002 (USA Interactive), 2003 (InterActiveCorp.)
Umsatz 2011: 2.059 Mio. US-Dollar

Tab. I: Ökonomische Basisdaten 2006-2010 (in Mio. US-Dollar)

2010

2009

2008**

2007

2006

Umsatz

1.637

1.376

1.445

1.333

1.001

Gewinn (Verlust)*

0.050

(1.059)

(0.062)

(0.079)

(0.111)

Beschäftigte

3,290

k.A.

k.A.

21.000

k.A.

*Operating income (loss)

** Im August 2008 wurden die Geschäftsbereiche HSN, Interval Leisure Group, Ticketmaster und Tree.com aus dem Unternehmen ausgelagert und werden seitdem als separate Unternehmen an der Börse gehandelt. Sie tauchen daher in dieser Übersicht nicht mehr auf.

*** Im Februar 2009 gaben der größte Konzertveranstalter, Live Nation, und Ticketmaster Fusionspläne bekannt, die Fusion wurde am 25.01.2010 abgeschlossen. Die Geschäftszahlen von Ticketmaster werden seither nicht mehr einzeln ausgewiesen, da das Unternehmen im neuen Konzern "Live Nation Entertainment" vollständig aufgegangen ist. 

Geschäftsführung

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Senior Management:

  • Greg Blatt, CEO
  • Barry Diller, Chairman and Senior Executive
  • Victor Kaufman, Vice Chairman
  • Jeff Kip, Executive Vice President and Chief Financial Officer
  • Gregg Winiarski, Senior Vice President and General Counsel
  • Joanne Hawkins, Senior Vice President and Deputy General Counsel
  • Greg Morrow, Senior Vice President, Tax
  • Rich Nelson, Managing Director, Mergers and Acquisitions
  • Michael Schwerdtman, Senior Vice President and Controller
  • Stacy Simpson, Senior Vice President, Global Communication and Marketing
  • Mark Stein, Senior Vice President, Corporate Development, Chief Officer, IAC Search
  • Jason Stewart, Senior Vice President and Chief Administrative Officer
  • Nick Stoumpas, Senior Vice President, Investor Relations and Treasury
  • Joey Levine, CEO, IAC Search, CEO, Mindspark Interactive Network
  • Vincent Luciani, Chief Information Officer

 

Business Management
New IAC:

  • Tina Brown, Founder, The Daily Beast, and Editor-in-Chief, Newsweek/ Daily Beast Company
  • Mandy Ginsberg, President, Match.com
  • Shravan Goli, President, Dictionary.com
  • Paul Greenberg, CEO, CollegeHumor Media
  • Jay Herratti, CEO, CityGrid Media
  • Michael Kestenbaum, CEO, Crowded Room
  • Doug Leeds, CEO, Ask.com
  • Darren MacDonald, CEO, Pronto.com
  • Joshua Meyers, CEO, People Media
  • Andrew Moers, President, Ask Partner Network
  • Dinesh Moorjani, CEO, Hatch Labs
  • Ben Silverman, Founder, Electus
  • Mike Sorabella, CEO, Shoebuy.com
  • Chris Terrill, CEO, ServiceMagic
  • Ricky Van Veen, Co-Founder and CEO, CollegeHumor, CEO, Notional
  • Sam Yagan, Co-Founder and CEO, OKCupid, President, Match Media Group

 

Aufsichtsrat:

  • Barry Diller, Chairman and Senior Executive, IAC
  • Greg Blatt, IAC
  • Chelsea Clinton, NBC und andere
  • Edgar Bronfman Jr., Warner Music Group
  • Victor Kaufman, Vice Chairman, IAC
  • Donald R. Keough, Allen & Company LLC
  • Bryan Lourd, Creative Artists Agency
  • Arthur C. Martinez, PepsiCo. Inc. und andere
  • David Rosenblatt, Groop Commerce Inc.
  • Alan Spoon, Polaris Venture Partners
  • Alexander von Fürstenberg, Ranger Global Advisers
  • Richard F. Zannino, Columbia Business School und andere
  • Sonali De Rycker, Accel Partners
  • Michael Eisner, The Tornate Company und andere

Geschichte und Profil

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Wie bei den meisten großen amerikanischen Konzernen ist auch die Entwicklung der InterActiveCorp (IAC) eng an die Person des Vorstandsvorsitzenden gebunden, der die längste Zeit Barry Diller war.

1995 wurde Diller CEO des Medienkonzerns Silver King Communications, der im Besitz einer Reihe kleinerer Fernsehstationen in den USA war. Ursprünglich wollte John Malone, Vorsitzender von Liberty Media, die Sendergruppe übernehmen, doch die Regulierungsbehörde FCC unterband den Plan. Die Übernahme wurde untersagt, weil Liberty bereits eng mit dem Kabelanbieter Tele-Communications verwoben war und Rundfunkanbieter nicht in denselben Märkten aktiv werden dürfen, in denen sie Kabelnetze betrieben. John Malone umging die konzentrationsrechtlichen Hürden, indem er Barry Diller, einen hoch geschätzten Vertrauten, als CEO installierte und die Stimmrechte der Liberty-Aktien auf ihn übertrug - eine Entscheidung, die Malone mehr als zehn Jahre später bereuen würde.

Barry Diller begann unmittelbar nach seinem Antritt mit der Umsetzung einer groß angelegten Expansionsstrategie, um Silver King Communications zu einem Multimedia-Unternehmen auszubauen, das dem Eintritt ins digitale Zeitalter gewachsen war. Seine Akquisitionsstrategie begann mit dem Erwerb des Produktionsstudios Savoy Entertainment Pictures und des Kabelsenders Home Shopping Network (HSN), der dem Unternehmen für die nächsten zwei Jahre auch als Namensgeber diente. 1997 kaufte Diller den Online-Ticketanbieter Ticketmaster und den Kabelkonzern USA Networks, inklusive der Tochtersender SCI FI und Studios USA. Diller baute USA Networks (wie der Konzern nun hieß) radikal um, indem er stark regionalisierte TV-Sender etablierte, die neben eingekauften Formaten vor allem lokal produzierte Programme ausstrahlten („WAMI-TV“ in Miami, „WHOT“ in Atlanta, „KSTR“ in Dallas).

Das Online-Portfolio wurde in der Folgezeit durch die Übernahme des Dating-Dienstleisters Match.com (1999), des Buchungs-Unternehmens Hotels.com (2000) und des Internet-Reisebüros Expedia (2002, das später ausgegliedert wurde) weiter ausgebaut. Wie sehr das Unternehmen zu dieser Zeit die Onlineaktivitäten fokussierte, zeigen zwei Maßnahmen deutlich: Zum einen trennte sich Diller - für Außenstehende überraschend - wieder von USA Networks und verkaufte die Sendergruppe an den spanischsprachigen Fernsehbetreiber Univision. Zum anderen entschied sich die Gruppe für eine erneute Umbenennung in USA Interactive.

2003 verstärkte USA Interactive sein Online-Engagement weiter durch die Übernahmen von uDate.com, RealEstate.com und LendingTree und symbolisierte diese Konzentration mit dem Namen InterActiveCorp. (IAC), der bis heute Bestand hat. Der wichtigste Kauf war der Erwerb der Suchmaschine Ask Jeeves (heute: Ask.com) im Juli 2005 für 1,8 Milliarden US-Dollar. Barry Diller unterstrich hiermit seine Ambitionen, aus IAC einen Internet-Player zu machen, der mit Marktführern wie Google und Yahoo konkurrieren konnte. Der Name Ask Jeeves basierte auf der literarischen Figur des Dieners Reginald Jeeves, der in Kurzgeschichten von P.G. Wodehouse stets eine Antwort auf beliebige an ihn gestellte Fragen geben konnte. Neben der traditionellen stichwortbasierten Suche bot Ask als eine der ersten Suchmaschinen die Möglichkeit an, das Internet nach Antworten auf umgangssprachlich formulierte Fragen zu durchsuchen. Diese Funktion bleibt auch weiterhin bestehen, obgleich sich IAC im November 2010 aus dem Suchmaschinen-Geschäft zurückgezogen hat und aktuell ein Käufer für die Ask-Suchmaschine gesucht wird.

2007 wurden Pläne bekannt, nach denen das Unternehmen in fünf separate, jeweils an der Börse notierte Subunternehmen unterteilt werden sollte (siehe Geschäftsbereiche). Offiziell argumentierte Barry Diller diesen Schritt so, dass die vielfältigen Online-Aktivitäten unter einem Dach zu unübersichtlich organisiert seien und sich in abgetrennten Geschäftseinheiten ungestörter entwickeln könnten. Tatsächlich bestand das Ziel wahrscheinlich darin, den Einfluss von Liberty Media und John Malone zu beschränken. Die Aufteilung in fünf unabhängige Unternehmen bedeutete gleichzeitig auch die Aufteilung der Liberty Media-Stimmrechte. Der Protest durch John Malone wurde durch ein Zivilgericht in Delaware beendet, das die Reorganisation von IAC nach den Wünschen Dillers’ genehmigte.

2011 umfasst das Imperium von IAC etwa 50 verschiedene Internet-Marken und beschäftigt direkt rund 3.200 Mitarbeiter.

Management

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Barry Diller hat IAC in den letzten zehn Jahren zu einem Online-Imperium ausgebaut, das so verschiedene Dienstleistungen und Produkte wie Hypotheken, Reisen, Dating, Internetsuche, Online-Games oder Schuhe anbietet. Seine Karriere begann Diller ursprünglich in den 1960er Jahren beim Fernsehsender ABC, kommt also aus der Kino- und TV-Branche. Dort machte er sich einen Namen mit dem Konzept exklusiv fürs TV produzierter „Movies of the Week“. Die nächste Station Dillers war das Hollywood-Studio Paramount Pictures, das unter seiner Leitung Blockbuster wie „Indiana Jones“ oder „Beverly Hills Cop“ produzierte. In den 1980er Jahren engagierte ihn Rupert Murdoch für den Aufbau des Fernsehkanals Fox der News Corp. Die Einführung von Serienformaten wie „Cheers“, „The Simpsons“ oder „Cops“ brachte ihm auch hier schnell einen guten Ruf ein. 1998 machte er sich unabhängig, indem er für vier Milliarden US-Dollar Universal Television kaufte, um das Unternehmen nur vier Jahre später (2002) zum vierfachen Preis an Vivendi abzugeben. Hintergrund dieses Deals war die Abkehr Dillers‘ vom Medium Fernsehen, als er das Potenzial des damals noch jungen Internets erkannte.

Diller gilt als einer der Top-Verdiener unter Amerikas Wirtschaftsbossen. Im Jahr 2005 kam er, inklusive Aktienoptionen und Bonuszahlungen, auf ein Gehalt von unglaublichen 469 Millionen US-Dollar. Da der IAC-Aktienwert gleichzeitig um acht Prozent sank, war der öffentliche Aufschrei groß, als diese Zahl öffentlich wurde: Der Lohn für Diller entsprach zu diesem Zeitpunkt etwa zehn Prozent des Unternehmenswerts (für ein börsennotiertes Unternehmen liegt das durchschnittliche Gehalt für einen CEO bei etwa 0,2 Prozent des Wertes einer Firma). Die Höhe seines Salär bestimmt Diller bis heute weitgehend selbst, da der IAC-Aufsichtsrat zum Großteil mit Geschäftsfreunden, wie dem Universal Music-Chef Edgar Bronfman Jr., besetzt ist. Diese Strukturen sind sicher auch ein Grund, warum Diller im Besitz einer der größten Yachten der Welt ist. 

Diller's Nähe zur demokratischen Partei sorgte 2011 noch einmal für Wirbel als Ex-Präsidententochter Chelsea Clinton in den IAC-Aufsichtsrat berufen wurde und nur wenige Wochen später einen Job beim TV-Netzwerk NBC annahm. Insbesondere die journalistische Elite witterte in dieser Doppelfunktion potenzielle Interessenkonflikte, obgleich Clinton nicht als Wirtschaftsjournalistin, sondern für ein People-Format engagiert wurde.

Seit Dezember 2010 heißt der neue CEO der InterActive Corp. (IAC) Gregg Blatt. Er wurde bereits 2004 von Barry Diller ins Unternehmen geholt und stieg dort schnell auf. Vor seiner Beförderung zum Vorstandsvorsitzenden war Blatt bereits 2009 zum CEO von Match.com, einer der wichtigsten Konzernmarken, ernannt worden und bewährte sich dort schnell mit wachsenden Nutzerzahlen und gesteigerter Profitabilität. Der Jurist Blatt, der an der renommierten Columbia Law School abschloss, wurde 1999 von Martha Stewart - einer der wichtigsten amerikanischen Medienprominenten, die mit Lifestyle-Programmen ein multimediales Imperium aufbaute - abgeworben, um den Börsengang ihres Unternehmens zu managen. Sein Talent, schwierige Deals zum Erfolg zu führen, stellte Blatt dann auch innerhalb von IAC zu Beweis: Er war maßgeblich verantwortlich für die Umstrukturierung des Unternehmens, unter anderem für die Zusammenfassung aller Reisedienstleistungen im neuen Expedia-Unternehmen.

Geschäftsbereiche

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New IAC:

Herzstück von New IAC war die Suchmaschine Ask.com, die im April 2012 mit einem Marktanteil von 3,0 Prozent in den USA noch auf Platz Vier der am häufigsten benutzten Suchmaschinen kam (hinter Google, Bing und Yahoo). Zu den Internetmarken von New IAC zählen neben Ask unter vielen anderen auch Shoppingportale für Geburtstagsgeschenke (gifts.com), Schuhe (shoebuy.com), mit lustigen Sprüchen bedruckte T-Shirts (bustedtees.com), und Taschen (bagsbuy.com).

Um dem sehr breit aufgestellten Angebot von IAC mehr Struktur zu verleihen, gliedert der Konzern seine Online-Marken in die Bereiche: Suchen (Ask.com, Citygrid Media, Dictionary.com etc.), Kontaktportale und Datingseiten (Match.com, peoplemedia etc.) und Medien bzw. Contentanbieter (pronto, CollegeHumor, Electus, Notional, The Newsweek Daily Beast Company als Joint-Venture etc.). Daneben wurden Fun-Marken und -Dienste im Mindspark Interactive Network, Inc. zusammengefasst. Der Bereich Service Magic steht ebenfalls separat für ein Dienstleistungsportal, über das Nutzer Handwerker und andere Dienstleister rund ums Zuhause finden und buchen können.

Der Kontaktbörsen-Bereich ist mittlerweile zum wichtigsten Element von New IAC mit den prominenten Dating-Portalen Match.com, uDate.com und chemistry.com aufgestiegen. Besonders erfolgreich ist Match.com, das fast zu einem Synonym für die Online-Partnersuche in den Vereinigten Staaten geworden ist. IAC's Schwerpunkt auf Dating-Seiten wurde durch die Launches von spezialisierten Portalen wie BlackPeopleMeet oder SeniorPeopleMeet  zusätzlich unterlegt. Für den chinesischen Markt hat IAC außerdem eDodo erworben, eine Single-Börse, die 180.000 zahlende Mitglieder vorweisen kann. Im Juli 2009 wurde bekannt, dass IAC für 80 Millionen US-Dollar den konkurrierenden Singlebörsen-Betreiber People Media gekauft hat. Um endgültig die Nummer Eins im Bereich der Online-Partnervermittlung zu werden, äußerte CEO Diller bereits, am entsprechenden Yahoo-Dienst (Yahoo Personals) interessiert zu sein. Der Kaufpreis würde bei etwa einer halben Milliarde US-Dollar liegen.

Zu New IAC gehört außerdem das populäre Videoportal Vimeo, womit Nutzer selbst erstellte Videos in HD-Qualität austauschen und veröffentlichen können. Nach Angaben von IAC hat die Vimeo-Community, die seit 2004 besteht, 8,5 Millionen registrierte Nutzer.

Das ambitionierteste Projekt des Geschäftsbereichs ist ohne Frage The Daily Beast, ein von der ehemaligen Vanity Fair-Chefredakteurin Tina Brown betreutes Nachrichten- und Blogportal im Stil der Huffington Post, das eigenständig recherchierte Artikel, Blogs und Links auf anderswo erschienene Artikel kombiniert. Mit circa 5 Millionen Besuchern pro Monat (Stand: Dezember 2011) fällt die Bilanz des Portals noch immer relativ bescheiden aus - abgesehen von der fehlenden Profitabilität. Immerhin reicht es für einen Platz unter den Top 15 der meistbesuchten Blogs, an deren Spitze die Huffington Post mit dem Zehnfachen, circa 54 Millionen Besuchern pro Monat, thront.

Es überrascht aufgrund der vergleichsweise geringen Nutzung und des ausbleibenden ökonomischen Erfolgs nicht, dass am 12. November.2010 bekannt gegeben wurde, dass das US-Printmagazin Newsweek und The Daily Beast sich für die Gründung eines 50-50-Joint Ventures entschieden haben. Das neue Angebot firmiert unter dem Namen „Newsweek Daily Beast Company“ und wird von Tina Brown in der Rolle des Editor-in-Chief verantwortet. Für Newsweek, das im erst im September 2010 von der Washington Post-Gruppe verkauft wurde, bietet sich durch die neue Zusammenarbeit die Möglichkeit, online stärker und besser als bisher vertreten zu sein. Für The Daily Beast offeriert die Marke Newsweek die Chance, sich endlich als relevanter Player auf Augenhöhe mit Titeln wie der Huffington Post zu positionieren.

Zu The Daily Beast gehört auch ein eigener Verlag, Beast Books, der sich auf die schnelle Veröffentlichung von Büchern zu relevanten, kurzfristig-aktuellen Themen spezialisiert hat – Beast Books besteht trotz des neuen Joint Ventures vorerst weiter.

Die unzähligen IAC-assoziierten Firmen und Beteiligungen, wie u.a. HSN, Interval Leisure Group, Tree.com und Ticketmaster, werden an dieser Stelle nicht mehr aufgeführt bzw. deren Entwicklung wird nicht mehr im Detail nachgezeichnet, weil sie als separate Einheiten u.a. an der Börse gehandelt werden.

Aktuelle Entwicklungen

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Die Entscheidung, IAC in fünf separate Unternehmen zu gliedern, hat sich als gelungener strategischer Schachzug erwiesen, um den Einfluss von Liberty Media-Chef John Malone bis auf weiteres einzudämmen. Die Machtfülle, die IAC-Chef Diller damit erwarb, wurde von zahlreichen Analysten jedoch kritisch bewertet. Dillers Geschäftsführung hielten viele für eine unkontrollierte und ziellose Einkaufstour ohne nachvollziehbare Gesamtvision. Für den Rückzug Dillers vom CEO-Posten im Dezember 2010 waren allerdings nicht die externen Kritiker, sondern vielmehr ein anderer Deal verantwortlich:

Am 02.12.2010 wurde bekanntgegeben, dass sich Liberty Media vollständig aus IAC zurückzieht - die jahrelangen Auseinandersetzungen zwischen Barry Diller und Liberty-Chef John Malone fanden damit ein Ende. Der Deal wurde über einen Aktientausch abgewickelt: Barry Diller übernahm die Liberty Media-Stimmrechte und kontrolliert mit einem nun auf 34% angewachsenen Aktienanteil endgültig InterActive als Mehrheitseigner. Der Preis für den Rückzug von Malone lag bei 220 Millionen US-Dollar in Cash. Zusätzlich bekam Malone die IAC-Tochtergesellschaft mit Shopping-Schwerpunkt (u.a. mit den Marken Evite und Gifts.com), die das Konsum-Portfolio von Liberty Media sinnvoll ergänzte. Außerdem besiegelt wurde der bereits angesprochene Wechsel Dillers vom CEO in den Aufsichtsrat, wo er neuer Vorsitzender und Senior Executive wurde. Neuer operativer Chef der InterActive Corp. wurde Greg Blatt, der 2003 von Diller zum Unternehmen geholt wurde und bisher als CEO von Match.com tätig war. Das erste sichtbare Resultat dieses Deals war die prompte Verbesserung des IAC-Aktienkurses, die sich auch 2011 fortsetzte.

Die Erfolgsbilanz der wichtigsten Marken von IAC fällt vergleichsweise bescheiden aus. Die knapp zwei Milliarden Dollar teure Übernahme von Ask.com aus dem Jahr 2005 hat sich nicht gerechnet. Nach Expertenmeinung ist es versäumt worden, Ask zu der Marke auszubauen, die alle Online-Aktivitäten von IAC unter einem Dach vereint. Im Oktober 2009 dachte Diller während einer Konferenz mit Wall Street-Analysten erstmals laut über einen Verkauf der Ask-Suchmaschine nach. Nach dem Launch von Microsofts Bing und dem zugehörigen Deal mit Yahoo wurden die Verkaufspläne aber zunächst wieder verworfen, weil Diller auf neue Chancen für Ask.com durch die zu erwartende Konsolidierung des Suchmaschinen-Marktes setzte. Unabhängig von der Suche im engeren Sinne hat bis zum Jahr 2012 außerdem noch eine Anzeigen-Kooperation zwischen Google und Ask.com Bestand, die soeben (April 2011) bis 2016 verlängert wurde. Erst im November 2010, nachdem Bing schneller als erwartet und mithilfe einer eindrucksvollen Marketingkampagne ein Stück vom Suchmaschinenmarkt eroberte, entschied man sich dazu, die Ask-Suchmaschine einzustellen. 130 Stellen in den Entwicklungsabteilungen werden gestrichen. Die verbleibenden Mitarbeiter wurden der Ask-Zentrale in Oakland zugeteilt und kümmern sich seither um den Frage-Antwort-Service der Plattform. An wen Ask möglicherweise verkauft wird, ist nach wie vor offen. Analysten gehen davon aus, dass Google die Suchmaschinen-Funktion übernehmen könnte, die auf der Ask-Seite weiterhin angezeigt wird.

Das Jahr 2010 stand bei IAC im Zeichen eines erneuten Strategiewechsels. Anstatt vorrangig weitere Internet-Start-Ups zu akquirieren, richtete sich IAC darauf aus, zu einem der führenden Produzenten von Content für neue und klassische Medien zu wachsen. Zu diesem Zweck gründete Diller die Produktionsfirmen Electus und Notional. Letztere wird von Ricky Van Veen geleitet, der zuvor - ebenfalls im Auftrag von IAC - für den Internetauftritt CollegeHumor.com humoristische Videos herstellte. Bei Electus handelt es sich um eine Produktionsfirma, für die Barry Diller eigens Ben Silverman engagierte, der zuvor für den gesamten Entertainment-Bereich von NBC Universal verantwortlich war. Die von Electus hergestellten (Video-) Inhalte werden seit 2010 online von Yahoo vertrieben. Wie Silverman bei der MIPTV-Konferenz in Cannes (Frankreich) bekannt gab, soll Electus das erste integrierte Multimedia-Studio werden, das Produzenten, kreative Köpfe, Werbetreibende und Vertreiber an einem einzigen Standort zusammenführt, um gemeinsam Inhalte jeglicher Form zum weltweiten Vertrieb über zahlreiche Plattformen zu produzieren. Außerdem erstellt Electus TV- und digitale Programmpläne für führende Kabelsender, Sendernetze und Online-Anbieter und will so die Lücke zwischen herkömmlichen TV-Angeboten, dem Internet sowie sonstigen Medienplattformen schließen.

Im Frühjahr 2010 übernahm IAC die Mehrheit an dem Social-Network DailyBurn.com. Über die Seite können Fitness-Fans in Kontakt treten und interaktiv Aufzeichnungen zu Kalorienverbrauch, Gewicht und Essgewohnheiten auswerten. Das Portal hatte im Janur 2011 rund 1 Mio. Mitglieder mit stark wachsender Tendenz (+4000/Monat) und ist besonders aufgrund der eigens entwickelten iPhone-App FoodScanner beliebt. Mit der populären Anwendung können iPhone-Nutzer per Barcodescan den Kaloriengehalt von Lebensmitteln und Getränken ermitteln.

Weitere Akquisitionen im Jahr 2011 konzentrierten sich inbesondere auf die Präsenz im Dating-Sektor (Match.com) und auf die Expansion in ausländische Märkte, insbesondere nach China und Europa. Im Geschäftsfeld Reisedienstleistungen gab die wichtigste IAC-Marke Expedia bereits im April bekannt, dass das interaktive Reiseportal TripAdvisor ausgegliedert werden soll, um dem im Vergleich zur Mutterfirma doppelt so schnell wachsenden Angebot mehr Entwicklungsfreiheit einzuräumen.

Die Geschäftszahlen von IAC hatten sich bereits 2010 wieder erholt: Nachdem sich im vierten Quartal 2009 eine Milliarde Dollar Verlust aufgebaut hatte, konnten diese 2010 eingrenzt und gleichzeitig die Erlöse wieder gesteigert werden. Im dritten Quartal 2010 stiegen die Erlöse um 25% auf 422 Millionen Dollar, das operative Einkommen vervierfachte sich auf 36 Millionen US-Dollar. Zur positiven Entwicklung trugen vor allem die Such-Geschäfte (sie stellten fast die Hälte der Einkünfte), Dating-Services und der Stadt-Führer Citysearch bei. Am schnellsten wuchsen jedoch die Erlöse aus dem Medien- und Content-Bereich (CollegeHumor, The Daily Beast, Electus, Evite, and Vimeo), die dennoch einen operativen Verlust von 4,6 Millionen USD einfuhren. Demgegenüber entwickelten sich die Dating-Services von Match.com und Co. weiterhin gut und arbeiteten profitabel, das Geschäft wuchs umsatzmäßig um 31 Prozent auf 106 Millionen USD.

Im Jahr 2011 schaffte es das Unternehmen nicht nur die Umsätze weiter zu steigern, sondern ging auch insgesamt wieder in die Gewinnzone und schrieb schwarze Zahlen. Dieser positive Trend wurde auch auf dem Aktienmarkt belohnt: War die IACI-Aktie 2009 noch in einem absoluten Tief und gerade einmal 13,23 USD pro Anteil wert, gelang 2010 der Umschwung, der sich 2011 verfestigen ließ. Im Dezember 2011 markierte IAC ein neues Allzeithoch mit 43,38 USD pro Papier. Über zwei Jahre und seit Beginn des aktuellsten Strategiewechsels hat der Unternehmenswert damit wieder an frühere Glanzzeiten (2003) anknüpfen können. Obgleich der Aktienkurs sich 2011 und im ersten Quartal 2012 positiv entwickelt hat und IAC-Anteile aktuell 48,9 US-Dollar wert sind, stufte die Citigroup den Medienriesen kürzlich (28.03.2012) von "buy" auf "neutral" zurück. Diese Bewertung tut dem Unternehmen aber aktuell noch keinen Abbruch.

Letzte Aktualisierung und vollständige Überarbeitung: 20.04.2012

News

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26.09.11 / Walt Disney Corp., Comcast Corp., InterActiveCorp.

Schleichwerbung und Sponsoring: neue Erlösquelle für TV-Unternehmen

21.12.10 / InterActiveCorp.

Dossier: Neustrukturierung von IAC

12.02.09 / InterActiveCorp.

Fusion von Live Nation und Ticketmaster