10. Wikimedia Foundation, Inc.

Umsatz 2009/2010: $ 0,011 Mrd. (€ 0,008 Mrd.)

Überblick

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Die internationale regierungsunabhängige Non-Profit-Organisation Wikimedia mit Sitz in Florida, USA, hat sich das Ziel gesetzt, frei zugängliches Wissens zu befördern. Für die Sammlung, Entwicklung und Verbreitung der Inhalte setzt sie Wikis ein, eine leicht bedienbare Computer-Software, die es Nutzern ermöglicht, Texte zu verfassen, zu ändern und mit anderen Seiten zu verlinken. Die Wikimedia Foundation stellt die nötige Infrastruktur und den Organisationsrahmen zur Unterstützung und Weiterentwicklung des mehrsprachigen Wikiprojekts zur Verfügung. Sie garantiert dafür, dass nützliche Informationen jederzeit und kostenlos bereitgestellt werden. Das bekannteste Wikimedia-Projekt ist die Online-Enzyklopädie Wikipedia. Wikipedia ist ein Kofferwort aus wiki (schnell) und Enzyklopädie. Mitte 2007 zählte die Online-Enzyklopädie zu den am zehnt meist besuchten Homepages weltweit.

Basisdaten

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Hauptsitz:
Wikimedia Foundation Inc.
200 2nd Ave. South #358
St. Petersburg, FL 33701-4313
USA
Tel.: +1-727-231-0101
Fax: +1-727-258-0207
Email: info(at)wikimedia.org
Homepage : www.wikipedia.org

Branche: Software, Online-Publikationen
Rechtsform:  Inc.
Geschäftsjahr:  1.7.-30.6.
Gründungsjahr:  2003

 

Tab. I: Ökonomische Basisdaten (Beträge in Mio. $)

2009/2010

2007

2006

2005

2004

Budget

10,6**

4,6*

1,5

--

--

Geldmittel

1,003,798

512,313

137,237

9,718

Außenstände

45,369

49,448

4,566.311

--

Investitionen

--

78,415

--

--

Betriebskapital

1,084,194

640,176

141,793

10,029

Computer Equipment & Software (akkumulierte Abschreibungen)

612,375

426,609

141,694

42,565

Andere Aktiva

--

4,072

--

--

Summe der Aktiva

1,696,569

1,066,785

283,487

56,666

 * Budget für 2007 und 2008.
** siehe hierzu den 2009-10 Annual Plan der Wikimedia Foundation

Geschäftsführung

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Vorstand (Aufgaben: Management der Foundation und Überwachung der Spenden):

  • Ting Chen, Vorstandsvorsitzender (bis Juni 2009)
  • Erik Möller, Schriftführer des Vorstandes
  • Michael E. Davis, Vorstandsmitglied
  • Kat Walsh, Vorstandsmitglied
  • Frieda Brioschi, Vorstandsmitglied
  • Sue Gardner, Executive Director


Ehemalige Mitglieder:

  • Jimmy Wales, Vorstandsvorsitzender (bis Dezember 2007)
  • Jan-Bart de Vreede, Stellv. Vorstandsvorsitzender (bis Dezember 2007)


Quelle: http://wikimediafoundation.org/wiki/Current_staff

Geschichte

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Wiki Wiki ist die hawaianische Bezeichnung für schnell. Das von 1994 bis 1995 von Ward Cunningham entwickelte WikiWikiWeb war die erste Seite, die als Wiki galt. Cunningham kam auf die Idee, sein Projekt WikiWikiWeb zu nennen, als man ihm am Flughafen von Honolulu riet, die „Wiki Wiki“ Chance RT-52- Shuttle Buslinie zu nehmen, die ihn offenbar rasch zum gewünschten Ziel chauffiert hat.
Cunninghams Inspiration für seinen Ur-Wiki war die HyperCard  aus dem Hause Apple, ein Hypermediasystem, das es Usern noch vor Entstehen des WWW ermöglichte, Informationen aufzubewahren, die zugleich leicht änderbar waren.
Anfang der 2000er Jahre wurden Wikis zunehmend in Unternehmen als Gemeinschaftssoftware genutzt, zum Beispiel zur Projektkoordination und -kommunikation, für Intranets und zur Dokumentation von Abläufen, vor allem in technikaffinen Branchen. Heute nutzen Unternehmen Wikis als einzige Koorperationssoftware und als Ersatz für statische Intranets. Es gibt wohl mehr Unternehmenswikis als Wikis, die öffentlich online zugänglich sind.
Den Namen Wikimedia erfand Sheldon Rampton, US-Autor und Betreiber von SourceWatch (vormals Disinfopedia). Seit März 2007 steht das Wort wiki im Oxford English Online-Wörterbuch.
Ein wiki bezeichnet heute eine Software, die es Usern erlaubt, Webseiten leicht zu erstellen, zu bearbeiten und zu verlinken. Wikis werden oft dazu gebraucht, um Gemeinschaftswebsites zu schaffen, vor allem in den Bereichen Intranet und Wissensmanagement innerhalb von Organisationen hat sich das Wiki-Prinzip bisher bewährt. Ward Cunningham beschrieb ein wiki als "the simplest online database that could possibly work". Das wohl heute bekannteste wiki ist Wikipedia.  1993 wurde erstmals die Idee diskutiert, das Internet für den Aufbau einer freien Enzyklopädie zu nutzen, doch kam man länger nicht über das Planungsstadium hinaus. 2000 startete Jimmy Wales dann sein Projekt einer Online-Enzyklopädie. Zusammen mit dem Philosophiedozenten Larry Sanger gründete er die „Nupedia“.  Hier mussten sich die Redakteure jeweils bewerben und jeder Text wurde via Peer-Review geprüft. 2001 wurden Wales und Sanger auf das wiki-Prinzip aufmerksam und integrierten den ersten wiki in ihr Nupedia-System.

Ab dem 15.01.2001 war dieser wiki unter der eigenständigen Adresse, wikipedia.com, erreichbar, der Tag gilt als Geburtstag des weltweiten Erfolgslexikons Wikipedia.

Zunächst sollten die Artikel noch das Peer-Review Verfahren durchlaufen, doch aufgrund der rasanten Entwicklung war das bald nicht mehr organisierbar. Ab März 2001 wurde Wikipedia auch in anderen Sprachen, darunter Deutsch und Französisch angeboten. Ende des Jahres existierte Wikipedia bereits in 18 Sprachen.

2002 schied Sanger aus, und Wikipedia musste den ersten Rückschlag hinnehmen. Zahlreiche spanische Autoren spalteten sich ab und gründeten die Enciclopedia Libre, um Gerüchten dazu zu begegnen, dass Werbevermarktung auf Wikipedia geplant sei und zu großer Einfluss von der englischsprachigen Projektkoordination ausginge. Darauf erklärte Wales, dass Wikipedia werbefrei bleiben solle und änderte die Adresse um in wikipedia.org, um den Charakter einer nicht-kommerziellen Organisation zu unterstreichen.
Am 20.06.2003 gründete Wales die Wikimedia Foundation und übereignete ihr die Server, sowie die Namensrechte. Heute gibt es Wikipedia in über 220 Sprachen, darunter auch in Dialekten wie Kölsch. Die Grenze von 5 Millionen Artikeln sind längst überschritten. Mitte 2007 zählte die Online-Enzyklopädie zu den am zehnt meist besuchten Homepages weltweit.
Wikipedia-Beiträger behalten zwar die Rechte an ihren Einträgen. Doch müssen sie diese unter einer freien Lizenz herausbringen, gewöhnlich nach GNU-Lizenz, welche es jeder anderen Person erlaubt, den Beitrag unter derselben Lizenz fortzuschreiben.
Das Prinzip von freien Inhalten (content) soll nach Wales und Gleichgesinnten gewährleisten, dass das gemeinsam erschaffene Werk für alle verfügbar bleibt. Dafür, dass auch ältere Versionen von Wikipedia-Einträgen für die Allgemeinheit nicht verloren gehen, sorgt ein Archivsystem, einsehbar auf den Seiten der jeweiligen Begriffe der Wikipedia. 2007 arbeiteten die Mitglieder der Wikipedia-Foundation mit hoher Priorität am Ziel höherer Qualitätssicherung, wobei man sich die Frage nach der Identifizierbarkeit von verlässlichen Einträgen stellte. 

Management und Förderer

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Jimmy Wales, Gründer der Wikipedia, wurde 1966 in Huntsville, Alabama, USA geboren und hat Abschlüsse von der Auburn University und der University of Alabama. Er arbeitete als Leiter der Forschungsabteilung bei der Chicago-basierten Wertpapierhandelsfirma Chicago Options Associates und startete Mitte der 90er Jahre Bomis, ein Suchportal mit dem Focus auf popkulturellen Themen. Für das Portal bediente er sich als einer der ersten der freien Software des Open Directory Projects. 1999 kam Wales auf die Idee einer kostenfrei zugänglichen Enzyklopädie und gründete Nupedia. Als Chefredakteur heuerte er den Philosophen Larry Sanger sowie zwei Programmierer an, die die Software schreiben sollten. Nupedia scheiterte, vor allem an der Kritik aus der Szene am hierarchisch aufgebauten Kathedralen-System. Mit Kathedrale betitelte Eric S. Raymond im Mai 1997 auf dem Internationalen Linux-Kongress in Würzburg die Entwicklungsweise eines Open Source-Projekts, bei der ein Chef überwacht, wie das Team nach seinem Bauplan stufenweise wie eine Pyramide aufbaut. Im Unterschied dazu beteiligten sich bei Entwicklung nach dem Basar-System viele Menschen, die ihre Inputs gratis für alle zur Verfügung stellen, wobei keiner mächtiger als der andere sei, wobei aber eine Person, darauf achtete, dass alles korrekt verliefe. Der Basar setze sich aus vielen Teilen zusammen, auch wenn einer der Teile, wie Stände auf einem Markt, einmal nicht vertreten seien, so sei der Basar trotzdem vollständig.
Bei der Software-Entwicklung seien die Händler, die ihre Waren feilböten, die Programmierer, die einzelne Programmteile lieferten oder Verbesserungen vornähmen, um sie in das Projekt zu integrieren. Wächter des Handelns seien die Maintainer des Software-Projekts. Dabei ist davon auszugehen, dass die Software nie als fertig gelten könne. Raymond sprach daher davon, dass die Softwareindustrie keine Fertigungs-, sondern eine Dienstleistungsindustrie sei.
Nachdem aus Nupedia Wikipedia wurde, welche aus Einzeloperationen unabhängiger Beteiligter nach dem demokratischen Basartypus erschaffen wurde, begann ein unvergleichlicher Siegeszug. Eigentlich war Wikipedia nach zwei Jahren nur gegründet worden, um an Inhalte für Nupedia zu gelangen. Doch wurde Wikipedia sofort angenommen. Wales erkannte die Signale und schloss Nupedia.

2003 gründete Wales die Wikimedia Foundation, eine in San Francisco ansässige Non-Profit-Organization zur Unterstützung von Wikipedia, zur Entwicklung neuer Projekte und zur Popularisierung der Idee von freiem Content. Die Foundation zielt darauf ab, dem vielsprachigen Wiki-Projekt seine essentielle Infrastruktur sowie seinen organisatorischen Rahmen zu geben und die Mission der freien Nutzung dauerhaft zu erfüllen. Dazu koordiniert sie auch ein weltweites Netzwerk und knüpft Kooperationen mit internationalen Unternehmern und Projektleitern. Der Wikimedia Foundation gehören die Wikimedia Server, die Domain und Markennamen aller Wikimedia -Projekte sowie die MediaWiki-Software.

Die Stiftung finanziert sich bisher fast ausschließlich durch Spenden, überwiegend handelte es sich dabei um kleine Einzelspenden von Privatpersonen. Weitere Unterstützung erhält Wikimedia in Form von Geld- und Sachzuwendungen anderer Stiftungen und von Unternehmen. Zu den Förderern zählt seit Frühjahr 2005 auch der Suchmaschinen- und Internetportal-Betreiber Yahoo. Die Stiftung erhält aus über 50 Ländern Finanzspritzen, die meisten kommen aus den USA, England, Kanada und Australien. Über die Hälfte der Spender sind anonym.
Im März 2008 erhielt die Stiftung ihre bislang größte Einzelspende über 3 Mio. US-Dollar. Doron Weber von der spendenden Sloan Foundation begründete das Engagement damit, dass Wikipedia einen Quantensprung für die Sammlung und Organisierung von Wissen bedeute. Die Wikimedia Foundation plant, mit dem Geld Personal einzustellen, die Software-Qualität zu verbessern und neue Initiativen für Beiträge zu starten. Jimmy Wales wertete, die Spende der Sloan-Stiftung als wichtiges Signal, er erwarte weitere große Spenden. Nur dank dieser könnte Wikipedia werbefrei bleiben, ließ er durchblicken.

Unter Beschuss geriet Wales im März 2008, nachdem der ehemalige Novell-Chefwissenschaftler und langjährige Geschäftspartner der Wikimedia Foundation, Jeffrey Merkey, behauptet hatte, er habe der Stiftung 5.000,- US-Dollar überwiesen. Im Gegenzug habe Wales Merkeys Eintrag bei Wikipedia überarbeitet, um Merkey darin in besseres Licht zu stellen. Wales und seine Sprecher bestreiten diese Behauptung. Wochen zuvor waren bereits Vorwürfe wegen Verschwendung gegen Wales erhoben worden. Ein ehemaliger Wikimedia-Angestellter hatte erklärt, Wales habe seinen Etat mit Ausgaben für teure Weine, Massagen und Abendessen derart belastet, dass ihm die Kreditkarte entzogen worden sei.

Wikipedia wurde 2001 gegründet und steht in der Liste der meistbesuchten Internet-Angebote in den USA auf Platz sieben. Die Wikimedia Foundation mit Sitz in San Francisco hat ein Budget von 4,6 Millionen Dollar im Jahr. Davon entfällt mehr als die Hälfte auf Ausgaben für Server und Internet-Bandbreite.
Bislang sind die Wikipedia-Seiten werbefrei. Wikimedia Foundation zielt darauf ab, die Einnahmen zu erhöhen. Gesucht werden alternative Finanzierungswege, beispielsweise Stipendien. Auch verkauft man inzwischen WikiReaders (PDF-Versionen von Artikeln der Wikipedia). Diskutiert wird auch, der Verkauf eines Großteils der (aktuellen) Wikipedia-Version, Arbeitsname: "Wikipedia 1.0" Projekt.

Das Board of Trustees von Wikimedia managt die Stiftung, überwacht und verwaltet das Ersuchen und die Vergabe der Spenden und fungiert damit als wichtigste Autorität der Wikimedia Foundation Inc.. Es hat die Lenkungsgewalt über die Geschicke der Stiftung inne. Die Kommunikation zwischen den unbezahlten Board-Mitgliedern und Kommissionsmitgliedern, sowie den 11 gering bezahlten Verwaltungsmitarbeitern (Stand Mitte 2007), Entwicklern, Praktikanten und der Community erfolgt in der Regel online, über wikis, Mailinglisten und via elektronischer Chats (IRC). Mit Wikimania wurde vom Kern der Wikipedia-Macher eine jährliche Konferenz zur Problembesprechung und um neue Ideen zu generieren, fest etabliert.

2005 wurde Jimmy Wales zum Fellow des Harvard Law School's Berkman Centers for Internet and Society ernannt. Im Oktober 2005 wurde er Aufsichtsratmitglied von Socialtext, einem Provider zur Anwendung der Wiki-Technologie in Geschäftskontexten. Wales lebt heute in St. Petersburg, Florida.

Jimmy Wales und Angela Beesley gründeten 2004 zusätzlich zur Wikimedia Foundation das Unternehmen Wikia Inc., dessen Geschäftsidee es ist, das Wikimedia-Modell auf andere Project zu übertragen. Ziel hierbei ist es, viele weitere wikis zu schaffen, die alle spezialisierten content bieten etwa Fanguides, Reiseinformationen, sowie eine unter vielen Wikipedia-Parodien, die Uncyclopedia. Anders als die spendenfinanzierte Wikipedia, finanziert sich Wikia über investors und Werbung.
Wikia-Seiten ähneln gleichwohl der Wikipedia. Freie Inhalte, an denen im Prinzip jeder mitschreiben kann, werden hier geboten, wobei Wikimedia- häufig auch Wikia-Autoren sind.

Geschäftsfelder/Produkte

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In allen Wikimedia-Projekten erstellen die Benutzer die Inhalte gemeinschaftlich. In der Regel sind alle Inhalte frei verfügbar, da die Texte unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation stehen. Als technische Plattform der Projekte dient die primär zu diesem Zweck entwickelte Software MediaWiki.
Zu den wichtigsten Projekten zählen neben der freien Enzyklopädie Wikipedia das Wörterbuch Wiktionary, Wikibooks, ein Projekt zur Entwicklung freier Lernmaterialien sowie die Zitatsammlung Wikiquote. Weitere Projekte sind Wikisource für freie Texte, das Artenverzeichnis Wikispecies, Wikimedia Commons für Bilder und Multimedia-Daten, Wikinews, eine freie Nachrichtenquelle und Wikiversity, eine Plattform zur gemeinschaftlichen Bearbeitung wissenschaftlicher Projekte.
Zum Betrieb der verschiedenen Projekte unterhält die Wikimedia Foundation eine umfangreiche technische Infrastruktur. Kernstück ist ein Rechenzentrum in Tampa im US-Bundesstaat Florida, in dem über 200 Server (Stand Oktober 2006) stehen. Daneben gibt es kleinere Standorte in Amsterdam und in Seoul mit elf, 15 weitere sind bestellt, bzw. 23 Servern.

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Wikipedia ist ein Projekt, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, freie Enzyklopädien in allen Sprachen der Welt aufzubauen, so dass jede Person mit einem Internetzugang nicht nur vom Gratiswissen profitieren, sondern auch zu dessen Aufbau beitragen kann.
Das Projekt begann im Januar 2001 in einer einzigen Sprache, Englisch, und hat, laut Meldung der Wikimedia Foundation am 28. März 2008, die Marke von zehn Millionen Artikeln in mehr als 200 Sprachen überschritten. Die größte Version von Wikipedia ist die englische Version mit angeblich 2.386.723 Artikeln (Stand Anfang Mai 2008), gefolgt von der deutschen (645,000 Artikel) und der französischen Version (563,000 Artikel). (Stand: Oktober 2007).



Wikipedia ist außerdem bekannt für seine große Leser-Community. Die Autoren-Community ist im Verhältnis dazu klein. Ein Bruchteil aller User befasst sich mit dem Verfassen von Artikeln. Seit Beginn des Projekts haben mehr als 100,000 registrierte Benutzer mindestens zehn Beiträge editiert. Die Gesamtzahl der Accounts der englischen Wikipedia allein überschreitet 3,4 Millionen. Die meisten Einträge der englischen Version stammen von den tausend engagiertesten Nutzern.
2004 gewann Wikipedia den „Webby Award“ in der Kategorie „Community“ und die „Golden Nica“ der „Prix Ars Electronica“ in der Kategorie „Digital Communities“.
Einige Wikipedia-Versionen veröffentlichen reguläre Momentaufnahmen. Das deutsche Wikipedia wird zweimal im Jahr in Kooperation mit Directmedia Publishing als DVD veröffentlicht. Auch das polnische Wikipedia wurde als DVD veröffentlicht.

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Wiktionary ist ein Projekt zur Erschaffung inhaltsbasierter Wörterbücher und Synonymwörterbücher in jeder Sprache. Das Projekt begann im Dezember 2002 und ist gegenwärtig in mehr als 100 Sprachen mit insgesamt über 1,5 Millionen Einträgen erhältlich. Die größte Version ist die englischsprachige, dicht gefolgt von den französischen, vietnamesischen und russischen Versionen, von denen jede mehr als 100,000 Einträge aufweist. Vierzig andere Sprachen haben mindestens 1000 Einträge. (Stand: Oktober 2007). Wiktionary hat in der Vergangenheit mit  Wikimedia Commons kooperiert. Viele Sounddateien wurden bei Wikimedia Commons hochgeladen, um das Wiktionary und andere Projekte mit Beispielen für die entsprechenden Aussprachen anzureichern.

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Wikiquote ist ein virtueller Aufbewahrungsort für Zitate von berühmten Personen, Büchern, Reden, Filmen oder sonstigen intellektuell interessanten Materialien. Auch Sprichwörter, Merksätze und Parolen sind in Wikiquote enthalten. Das Projekt begann im Juli 2003. Ende 2007 existierten mehr als 60,000 Seiten in über 30 Sprachen. Die größte Wikiquote-Version ist die englische mit mehr als 10,000 Seiten. Die deutschen, polnischen, italienischen und slowakischen Versionen verfügen jeweils über mehr als 4000 Artikel. (Stand: Mai 2007)

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Wikibooks hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Sammlung kostenloser E-Books anzulegen, Textbücher, Fremdsprachenkurse, Anleitungen und kommentierte, lizenzfreie Bücher. Ziel ist das Selbstlernen von Studenten und Lehrpersonal in Oberschulen und Universitäten. Die größte Version von Wikibooks ist die englischsprachige, die mehr als 26,000 Module umfasst. Das Projekt begann im Juli 2003 und hat gegenwärtig mehr als 70,000 Module aus 1000 Büchern in 50 Sprachen. (Stand: Sommer 2007)

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Wikisource ist ein mehrsprachiges Projekt, das im November 2003 mit dem Ziel gestartet wurde, eine Sammlung von Texten von besonderem Wert zu archivieren, die als kostenloser „open content“  verbreitet werden kann. Es handelt sich dabei um klassische Literatur, Gesetzestexte und andere zitierfähige Werke. Diese werden als Hypertext archiviert und dienen als Basis für Übersetzungen. Wikisource umfasst 260,000 Quelltexte. Die größte Wikisource-Version ist die englischsprachige mit mehr als 65,000 Werken.

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Wikispecies ist ein offenes, wiki-basiertes Projekt mit dem Ziel, ein zentrales und komplexes Artenverzeichnis in Bezug auf Tiere, Pflanzen, Bakterien, Einzeller und andere Lebensformen bereitzustellen. Wikispecies orientiert sich insbesondere an den Bedürfnissen wissenschaftlicher Nutzer und hat gegenwärtig mehr als 106,000 Einträge. (Stand: Juli 2007) Es gibt Pläne einer Kooperation zwischen Wikispecies und dem „Encyclopedia of Life“-Projekt, die verwirklicht werden sollen, sobald letztere sich etabliert hat.

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Das Wikinews-Projekt wurde im Dezember 2004 gestartet. Die Mission von Wikinews ist die Zusammenfassung von Nachrichten in Bezug auf verschiedene Sachthemen. Wikinews gibt es in 22 verschiedenen Sprachen und hat bisher mehr als 25,000 Nachrichten-Artikel veröffentlicht (Stand: Dezember 2006). Mehr als 30.000 Leute haben die englischsprachigen Wikinews via RSS feeds abonniert. (Stand: Dezember 2007). Mitwirkende aus aller Welt schreiben gemeinsam Nachrichtenartikel. Die Berichte reichen von Originalberichten bis zu Zusammenfassungen von Nachrichten externer Quellen. Jeder Beitrag sollte einem neutralen Blickwinkel verfasst worden sein, ansonsten drohen Sanktionen aus der Wikinews-Community. Gegenwärtig verfolgt Wikinews zwei Ziele: die Schaffung einer kostenlosen Alternative zu kommerziell operierenden Nachrichtenseiten und die Sicherstellung, dass alle Artikel auf die Tatsachen hin überprüft werden.

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Wikiversity ist ein Projekt, das sich mit Lehrmaterialien und Lerncommunities aller Lehrstufen beschäftigt. Es wurde als Wikimedia-Projekt am 15. August 2003 (damals noch in der Beta-Phase) gestartet und zunächst sechs Monate getestet. Es wird daran gearbeitet, die Leitlinien des Anwendungsbereiches zu bestimmen.

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Wikimedia Commons wurde im September 2004 gestartet, um eine zentrale Aufbewahrungsstelle für kostenlose Videos, Bilder, Musik, gesprochene Texte und andere kostenlose Medien zu etablieren, die auf leichtem Weg von allen Wikimedia-Projekten wiederverwendet werden können. Im Oktober 2007 umfasste Wikimedia Commons zwei Millionen multimedialer Dateien, nur ein Jahr nachdem die Schallmauer von einer Millionen Dateien durchbrochen wurde. Wikimedia Commons gewann eine Ehrenauszeichnung in der Kategorie “Digital Community” bei den “Prix Ars Electronica Awards” im Mai 2005.

Verwandtschaftsprojekte

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Mediawiki ist eine Wiki-Software, die unter einer „General Public“-Lizenz veröffentlicht wird. Diese Software wird von sämtlichen Wikimedia-Projekten sowie weiteren Internetseiten benutzt. 2005 gewann Mediawiki beim Festival “Les Trophées du Libre“ den Preis in der Kategorie „spezial php prize“. Gegenwärtig wird MediaWiki von vielen Webseiten und Projekten auf der Welt (etwa ActivityScout.de, Gamemob.de oder FAQFarm.com benutzt) und wurde vom „SourceForge“-Softwarearchiv bereits mehr als eine Million mal heruntergeladen.

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Wikimedia Meta-Wiki ist ein zentrales Wiki zur Koordination und Entwicklung aller Wikimedia-Projekte. Die Meta-Wiki-Seite umfasst Projektanträge, Projektdiskussionen, Taktiken, Entwicklungsfragen und die Verwaltung aller Wikis von Wikimedia.

Wikipedia und die Zensur

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Gemäß des Wikipedia-Systems zensiert sich Wikipedia selbst. Seine Nutzer observieren einander und ihre Artikel gegenseitig. Nur in China läuft das anders. Wikipedias chinesische Version entstand 2001. Sie umfasst heute 67.000 Einträge. Zunächst sind vor allem wissenschaftliche und geschichtliche Themen aufgegriffen worden, woraufhin noch Anfang 2004 Chinas staatliche Zeitungen lobend über die US-stämmige Suchmaschine schrieben. Die erste Blockade erfuhr Wikipedia 2004. Seit Oktober 2005 ist Wikipedia wegen kritischer Inhalte in China gesperrt, wobei im April 2008 und während der Olympiade die englische Wikipedia auf internationalen Druck hin partiell geöffnet wird (s. Aktuelle Entwicklung).
Während Wikipedia in China gesperrt ist, wächst im Reich der Mitte bedeutsame Konkurrenz heran. Baidu, Chinas größte Suchmaschine, baut eine zensierte Online-Enzyklopädie auf, die analog zu Wikipedia funktioniert. Auf den Seiten von Baidu sind Beiträge verboten, die regierungskritisch sind oder „Minderheiten-Meinungen“ enthalten. Baidu verhindert das Abfragen von Wörtern im Zusammenhang mit der in China verbotenen Falun Gong-Bewegung, der Ein-Kind-Politik, der Herrschaft der Kommunistischen Partei und von Begriffen zum Dalai Lama. Weder auf Chinesisch, noch auf Englisch oder Deutsch erhält man Informationen zu derartigen Themen. Das Internetunternehmen Baidu nutzt die Sperre, um sich in China als Nummer Eins im Bereich offener Enzyklopädien zu etablieren. In einem Interview der "Financial Times" tat Baidu-Chef Robin Li so, als wisse er nicht, dass Wikipedia in China gesperrt sei und gab zu, dass "Baidupedia" die Idee der Wikipedia kopiere.
Rund 111 Millionen Internetnutzer gibt es in China. Um sich auf diesem Markt zu etablieren, machen manche Internet-Unternehmen Zugeständnisse an die Zensurbestimmungen der Regierung. Kritiker werfen etwa der Yahoo-Spitze vor, sie hätten mit der Bereitstellung von Verbindungsdaten Pekinger Behördenmitgliedern dabei geholfen, einen Journalisten und einen Internet-Dissidenten zu fassen, die später zu Gefängnisstrafen verurteilt worden seien.
Die Technologie von Cisco soll, Presseberichten zufolge, in China dazu eingesetzt werden, Online-Inhalte zu zensieren und Cyber-Dissidenten zu jagen. Google und Microsoft mussten zugeben, mit chinesischen Behörden zusammenzuarbeiten, was die Zensur von Websites angeht.

Engagement in Deutschland

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Am 13. Juni 2004 wurde mit dem Verein „Wikimedia Deutschland–Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e. V.“ in Berlin die erste nationale Sektion von Wikimedia gegründet. Im Oktober desselben Jahres folgte die französische Organisation „Wikimédia France“. Mittlerweile gibt es auch lokale Wikimedia-Sektionen in Italien, Polen, Serbien, Großbritannien, Taiwan, Israel, der Schweiz und in den Niederlanden.
Der Verein „Wikimedia Deutschland–Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V.“ wurde 2004 an der Technischen Universität Berlin gegründet. Sitz des Vereins ist Berlin. Satzungsgemäßer Zweck des Vereins ist es, die Erstellung, Sammlung und Verbreitung von freien Inhalten (open content) in zu fördern, um die Chancengleichheit beim Zugang zu Wissen und allgemeine Bildung zu fördern. Wikimedia Deutschland unterstützt gemäß seiner Satzung verschiedene Projekte. Das größte und bekannteste davon ist die deutsche Wikipedia. Im Zuge der Mitgliederversammlung wurden 2007 Kurt Jansson als Erster Vorsitzender, Arne Klempert als Zweiter Vorsitzender, Patrick Danowski als Schriftführer und André Darmochwal als Schatzmeister gewählt.
Zu Beginn des Jahres 2006 hatte der Verein 172 aktive und 40 Fördermitglieder, Wikipedia-Gründer Jimmy Wales ist Ehrenmitglied. Die Mitgliederzahl stieg bis zum 31. Dezember 2006 auf 322 aktive und 53 Fördermitglieder. Auf der öffentlichen Vereinsmailingliste stehen 2007 rund 250 Abonnenten. Das Spendenaufkommen von  2006 sank im Vergleich zu 2005. Zum 31. Dezember 2006 betrugen die Zuwendungen von Privatpersonen und Unternehmen 81.586,08 Euro (2005: 121.040,34 Euro). 5.722,47 Euro (7,0%, 2005: 15.069,85 Euro, 12,5%) stammten davon von Unternehmen, 75.134,48 Euro (92,1%, 2005: 105.970,49 Euro, 87,5%) von Privatpersonen.
2006 wurden 74.620 Euro der zugewendeten Mittel ausgegeben. Größter Ausgabenposten stellte die Anschaffung von 15 Servern für das Rechenzentrum in Amsterdam in Höhe von 60.550 Euro und eines Backup-Servers für 13.809 Euro dar, ebenfalls in Amsterdam angesiedelt. Der Toolserver, der sich wachsender Beliebtheit bei Softwareentwicklern im Umfeld der Wikimedia-Projekte erfreut, wurde mit mehr Festplattenspeicher aufgerüstet.
Mittlerweile verfügt Wikimedia Deutschland über ein Netzwerk in Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Personen und Organisationen treten mit Vorschlägen zu wissenschaftlicher oder wirtschaftlicher Zusammenarbeit an den Verein heran. Zudem wurde die Vernetzung auf internationaler Ebene vorangebracht. Vertreter von Wikimedia Deutschland trafen sich mit denen anderer Wikimedia-Organisationen, um über die Förderung freien Wissens zu diskutieren.

Im August 2006 schloss sich der Verein der von namhaften deutschen und internationalen Forschungsorganisationen unterzeichneten „Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen“ (Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities) an, die die Veröffentlichung von wissenschaftlichen Ergebnissen in Form freier Inhalte fordert. Der Unterzeichnung sind inzwischen mehrere andere Wikimedia-Organisationen gefolgt. Daran anknüpfend beteiligte sich Wikimedia Deutschland Anfang 2007 an der „Petition für den garantierten
öffentlichen Zugang zu öffentlich finanzierten Forschungsergebnissen“ (Petition for guaranteed public access to publicly-funded research results).

Die Wikipedia Academy wird von Wikimedia Deutschland mit Partnern aus der Wissenschaft organisiert, um die Wikipedia stärker im akademischen Feld zu etablieren. Ziele sind die Gewinnung und die sowohl inhaltliche wie strukturelle Einbindung fachkompetenter Autoren sowie die Anregung eines Dialogs unter Wissenschaftlern. Die zweite Wikipedia Academy im August 2007 in Mainz wurde mit der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur gemeinsam ausgerichtet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützte 2007 die Wikipedia, indem die Mainzer Veranstaltung ins Programm des Wissenschaftsjahrs zum Thema Geisteswissenschaften aufgenommen wurde. Anlässlich des fünften Geburtstags der Wikipedia im Frühjahr 2006 wurde eine 18 Tafeln umfassende Ausstellung über die freie Enzyklopädie erstellt, die in der Universitätsbibliothek Göttingen gezeigt wurde. Ergänzend konnten Ausstellungsbesucher sich von Göttinger Wikipedianern über die Wikipedia informieren. Die Ausstellung wurde noch in einem Hildesheimer Gymnasium und in der TU Dresden gezeigt.

Konkurrenz auf dem Feld der Online-Enzyklopädien gibt es in Deutschland seit Mitte Dezember 2007. Der Spiegel und Wikipedia haben das Wissensportal Spiegel Wissen ins Leben gerufen. Bislang kostenpflichtige Inhalte von Spiegel Online werden hier kostenfrei zur Verfügung gestellt und mit passenden Suchergebnissen von Wikipedia kombiniert. Einnahmequelle sind Online-Werbeeinnahmen.

Am 15. April 2008 startet auf den Internetseiten des traditionsreichen Brockhaus-Verlages ein kostenfreies Lexikonportal. Geplant ist eine Werbefinanzierung, vor allem um die Nutzer kostenfrei zu bedienen und mit den existierenden Online-Angeboten mithalten zu können. Um sich von der Konkurrenz abzusetzen, werden Brockhaus-Einträge mit multimedialen Inhalten angereichert. Auf Tagesaktualität soll Wert gelegt werden. Auf die 22. Auflage der gedruckten Brockhaus Enzyklopädie wird der Verlag wahrscheinlich wegen hoher finanzieller Einbußen künftig verzichten. Insbesondere die Online-Enzyklopädie Wikipedia hat es dem „Brockhaus“ und anderen klassischen Lexika in den letzten Jahren schwer gemacht. Die einfache und schnelle Bedienung, die Gratisangebote und eine mit dem Medium Buch unerreichbare Aktualität, ließen Online-Enzyklopädien bei der jungen Zielgruppe zu den Favoriten des Internets werden. In wissenschaftlichen Kreisen übt man noch Zurückhaltung, wenn es darum geht, Wikipedia als sichere Informationsquelle zu akzeptieren. Durchschnittlichen Nutzern, auch Schülern und Studenten scheinen keine derartigen Bedenken zu heben. Nicht zuletzt weil die beliebteste deutsche Suchmaschine Google, Wikipedia-Einträge meist gleich auf Seite eins der Antwortlisten nach einer Suchanfrage platziert, ist der alltägliche Gebrauch der Wikipedia zur Normalität geworden.

Der Kampf zwischen neuen Online-Wissensportalen könnte sich zu Gunsten der Nutzer auswirken. Geld wird von diesem vorerst nicht verlangt. Populär wird das Portal sein, dass die höchste Qualität und Nutzerfreundlichkeit liefert.

Das Bertelsmann Lexikon Institut in Gütersloh will ein Wikipedia-Lexikon in Buchform herausbringen. Das Nachschlagewerk auf Basis der gleichnamigen Online-Enzyklopädie soll ab September 2008 im Buchhandel erhältlich sein, so Bertelsmann-Sprecher. Am häufigsten recherchierte Suchbegriffe des von den Nutzern erstellten Online-Lexikons würden hier abgedruckt.

Jimmy Wales und Angela Beesley, die zusammen 2004 Wikia gründeten, freuen sich Mitte Juli 2008 über den Kauf des neben Wika größten Wiki-Hosters im deutschsprachigen Raum namens Gratis-Wiki.com. Wikis sind Internet-Angebote, die von den Benutzern nicht nur gelesen, sondern direkt bearbeitet werden können. Gratis-Wiki betreute bisher über 1.500 Wikis. Die Übernahme durch Wikia zielt auf eine verstärkte Positionierung Wikias im deutschen Markt ab. Die Integration der Inhalte habe bereits begonnen, sagt Tim Bartel, Manager von Wikia in Deutschland.

Die Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek Dresden verkündet im März 2009 250.000 Fotos der Deutschen Fotothek der Wikimedia zur Verfügung zu stellen. Die Bilder will die Wikimedia unter der Creative Commons BY-SA-Lizenz anbieten. Diese erfordert es, den Namen der Urheber zu nennen und das Werk unter den gleichen Bedingungen weiterzugeben. Um die Bilder dauerhaft findbar zu machen, will Wikimedia sie mit Metadaten verknüpfen, z. B. mit Informationen zum Fotografen, zu Ort und Zeitpunkt und zum Motiv. 

Aktuelle Entwicklungen

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Um Vandalismus vorzubeugen und um die Qualität der Artikel zu verbessern, führt Wikipedia Media für Deutschland mittels eines Beta-Testes „gesichtete Artikel“ ein. Dazu erteilt man zunächst 10.000 Personen, so genannten „Sichtern“,  eine Berechtung zur Textkontrolle. Diese Sichter sollen in erster Linie dabei helfen, Vandalismen abzuwehren und langfristig höhere Qualität durch geprüfte Artikelversionen gewährleisten. 

Um Kritik an einem von Bürgern und nicht von verlässlichen Fachleuten geschriebenen Lexikon entgegenzuarbeiten, ist Wikimedia über sein Projekt Citizendium dabei, die, laut eigenen Aussage, die weltweit verlässlichste Enzyklopädie der Welt zu kreieren. Sowohl das breite Publikum als auch Experten arbeiten für diese, diesmal unter Verwendung ihres realen Namens. Autoren und Editoren müssen zunächst die Citizendium Statement of Fundamental Policies und die Bestimmungen zum Datenschutz lesen, bevor sie ein Lexikon-Konto auf der Plattform erhalten. Außerdem werden ein Fragebogen und eine Vita verlangt. Beide Beweismaterialien dienen als Tauglichkeitstest dafür, ob an diesem Projekt mitgeschrieben werden darf. 

 

Wikipedia plant seit 2008, alle verfügbaren Informationen zu den einzelnen Genen des Menschen bündeln. Wie die übrigen Wikipedia-Einträge sollen auch die zum Gen-Wiki- im Unterschied zu einschlägigen Genom-Datenbanken frei zugänglich sein. Jeder angemeldete Benutzer könne Informationen hinzufügen oder verändern. Ein ständig aktualisiertes Gen-Lexikon soll entstehen und als verlässliche Datenquelle nutzbar sein. Damit macht man Google Konkurrenz, das auch in eine Gen-Datenbank investiert.

Ab 23. Juli 2008 war die von Google betriebene Wissensdatenbank „Knol“ online, die sich mittelfristig als Alternative zur Online-Enzyklopädie Wikipedia etablieren sollte. Knol, eine Kurzform für das englische Wort „knowledge“ (= Wissen) hatte das Ziel, qualitativ hochwertigere Artikel als Wikipedia zu veröffentlichen. Das Neuartige an Knol war, dass alle Beiträge mit dem Namen und optional mit einem Bild des Verfassers gekennzeichnet sind und nicht von anderen Usern verändert werden können, es sei denn, diese stimmen einer Verbesserung zu. Google hatte auch erklärt, dass die Autoren die Rechte an ihren Artikel erhalten und an den Werbeeinahmen, die durch Anzeigenschaltungen generiert werden, beteiligt würden. Doch das Knol-Projekt blieb, gemessen an der Artikelzahl, weit hinter Wikipedia zurück und kann zwei Jahre später als gescheitert gelten.

Wales kollektive, „soziale“ Suchmaschine Wikia Search setzte 2009 an der Kritik an Google, Yahoo und Microsoft an, die auf diesem Markt um User und Werbebudgets kämpfen. Wales kritisierte an den etablierten Suchmaschinenbetreibern, dass  Nutzer auf die Seiten der Werbetreibenden gelenkt würden und diese dafür hohe Summen zahlten, bei Google & Co. werben zu dürfen, oder um in den Resultaten vorne gelistet zu werden. Nicht mehr der Zufall eines Suchalgorithmus oder Fremdeinwirkung sollten die Reihenfolge der Resultate bestimmen, sondern die Usergemeinde, wünsche sich Wales. Doch gibt es hier weitere Konkurrenz, etwa ChaCha.com und Naver.com. Bei beiden Suchmaschinen gibt man eine Suchanfrage ein und Guides fragen nach, was gemeint war, um dem Nutzer eine kleine, aber oftmals treffendere Auswahl an Ergebnissen in Form von Links zu liefern oder sogar selbst antworten.

Die Konkurrenz von Wikia Search zeigte, dass Wales Idee von der freiwilligen Hilfe nicht so abwegig sein kann. Ende April 2009 gab Wales bekannt, dass das Projekt Wikia Search gestorben sei. Hauptgrund dafür seien die schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Er bedauere diese Notbremse, weil er mit ganzem Herzen an dem Projekt gehangen habe. Im Falle einer verbesserten Finanzsituation werde er den Faden neu aufnehmen. Ab 2010 fördert Wales statt seines Wiki-Projekts das diesem ähnliche hunch.com, das sich die Flickr-Erfinderin Fake ausgedacht hat. Es ist weiterhin unsicher, ob das Angebot gegen Wikipedia, Google oder Facebook bestehen kann.

Die Non-Profit-Organisation Wikimedia Foundation kündigte Ende April 2009 eine Content-Partnerschaft mit dem Mobilfunkanbieter Orange, einer France Telecom-Marke an. Orange solle über Wikipedia Inhalte für seine Mobil- und Web-Portale beziehen können und gemeinsam sollen neue Dienste rund um Wikipedia-Inhalte entstehen. Orange darf auch die Marke Wikipedia nutzen. Wikipedia-Kanäle sollen zunächst in Polen, Frankreich, Großbritannien, und Spanien starten. Über finanzielle Vereinbarungen wurde nichts bekannt. Sue Gardner erklärte, sie wolle mit den Einnahmen Programme und Aktivitäten bezahlen, außerdem werde Wikipedia werbefrei bleiben. Und dann traf sie noch eine Aussage, die Wikipedia-Autoren wohl ungern hören werden: die freie Lizenz der Wikimedia-Projekte und -Artikel schließe deren kommerzielle Nutzung durch Dritte nicht aus. Die Wikipedia-Autoren haben offenbar kein Problem damit. In einer Abstimmung Anfang Mai 2009 sprachen sich diese mehrheitlich dafür aus, die Inhalte der Wikipedia zukünftig doppelt zu lizenzieren: Außer unter der bisher verwendeten GNU Free Documentation License (GFDL) sollen sich die Artikel und sonstigen Medien künftig auch zu den Bedingungen der Creative-Commons-Lizenz "Attribution, Share Alike" ("Namensnennung, Weitergabe unter gleichen Bedingungen", CC-BY-SA) nutzen lassen. Über 17.000 Wikipedia-Autoren beteiligten sich an der Abstimmung, von diesen sprachen sich 75,8 Prozent für die Lizenzänderung aus. Die CC-Lizenz hat kurze und klare Konditionen, die in ihrer Absicht der GPL und der GFDL ähneln. So erlaubt sie die freie Verbreitung von Inhalten in modifizierter oder unmodifizierter Form. Modifikationen sind dabei erlaubt, müssen aber ebenfalls unter dieser Lizenz vertrieben werden. Außerdem müssen die Autoren genannt werden. Diese Änderung erleichert die Übernahme der Wikipedia-Inhalte durch Dritte. Ziel der von langer Hand geplanten Lizenzänderung ist es laut der Foundation, mehr Kompatibilität mit vorhandenen freien Inhalten für Bildung und Wissen zu erreichen sowie die Pflichten bei der Wiederverwendung von Inhalten klarer und einfacher zu machen.

Seit Sommer 2009 können Wikipedia-Artikel mit Videos erweitert werden. Die Inhalte stammen aus drei Datenbanken mit frei verwertbaren Inhalten. Neben Wikimedia Commons, der zur Wikimedia Foundation gehörenden Datenbank, zählten eine Sammlung des US-Kongresses (Metavid) und das Internet Archive zum Startfundus. Demnächst sollen die Nutzer auch im ganzen Netz nach Video-Inhalten suchen und sie in die Artikel einbinden können, falls sie gemeinfrei nutzbar sind. Spezielle Software wird dazu nicht benötigt. Die Wikipedia-Macher hoffen, dass Inhalteanbieter ihr Filmmaterial für diese Nutzungsoption frei zur Verfügung stellen. Es könnte sie motivieren, ihre Inhalte freizugeben, um von den Lesern und Sehern der Wikipedia zu profitieren. Eine erste Version der Software, mit der die Bearbeitung der Videos am Browser vorgenommen werden kann, wurde im Juni 2009 auf der Open Video Conference in New York vorgestellt. 

Zusammen mit der New York Times haben Jimmy Wales und seine Wikipediagenossen dazu beigetragen, dem Times-Autor David S. Rhode das Leben zu retten. Rhode war im November 2008 von den Taliban als Geisel genommen worden. Um seinen Wert für die Taliban niedrig zu halten, klammerten New York Times und Wikipedia die Entführung aus ihren Publikationen sieben Monate lang komplett aus. Erst Ende Juni 2009, nachdem der Reporter frei war, gelangte der Fall an die Öffentlichkeit. Nun findet sich der Wikipedia-Eintrag mit den Informationen zur Entführung in der Online-Enzyklopädie. Für Wales und die Seinen muss die Herausforderung immens gewesen sein, den anonymen Schreiberling aus Florida immer wieder davon abzuhalten, den Fall Rhodes auf den Wikipediaseiten publik zu machen. Die Wikipedia-Betreiber waren permanent damit beschäftigt, News zur Rhodes-Sache zu unterdrücken. Da der willige Verfasser aus Florida seine Identität verbarg, konnte man ihn nicht kontaktieren und bremsen. So setzte ein Teufelskreis ein, als der wütende Schreiber immer wieder dieselben Fakten publizieren wollte, Wikipedia sie jedoch immer wieder aus dem Netz nahm. Die konzertierte Aktion von New York Times und Wikipedia ging auf, trotz der Anonymität des Wikipedianers und der Popularität von Rhodes.

Ein Geldregen im August 2009 rasselt auf die Wikimedia Foundation. Über eine halbe Million US-Dollar spendete die Hewlett Foundation. Zwei Wochen darauf ließ auch Omidyar Network, die "philanthropische Investmentfirma", die der eBay-Gründer Pierre Omidyar und seine Frau Pam gründeten, um innovative Organizationen zu unterstützen, Wikimedia 2 Millionen US-Dollar zukommen. Zudem berief Wikimedia den Omidyar Network-Partner Matt Halprin in ihr Board of Trustees.

Vor Weihnachten 2009 wartet die Wikimedia Foundation nicht auf Geschenke, sondern macht sich auf, um solche eigenhändig einzusammeln. Wie stets zum Jahresende wurde die Spendensammlung gestartet. Das Spendenziel bis Ende Januar lautet 7,5 Millionen US-Dollar und ist anspruchsvoller als das Ziel vom Vorjahr von 6 Millionen. Das höhere Ziel wird mit gestiegenen Ausgaben begründet. Der eingeplante Etat für die Arbeit der Wikimedia liege für 2009 bei ca. 9,4 Millionen Dollar, während er 2008 nur 5,9 Millionen Dollar betragen habe. Die frischen Gelder sollen in Projekte zur Verbesserung der Qualität der Online-Enzyklopädie Wikipedia und andere fließen, erläuterte die Stiftung- Für die Technikabteilung sind allein 3,3 Millionen Dollar vorgesehen, wovon eine Million Euro auf die Kosten für das Webhosting entfiele. Die Mitarbeiterzahl von knapp über 30 wird aufgestockt, vor allem um die Implementierung neuer Anwendungen voranzutreiben. 

Im Mai 2010 sorgte Wikimedia-Chef Jimmy Wales für seinen eigenen Pornoskandal, indem er Bilder mit pornographischen Inhalten aus der Sammlung Wikimedia Commons herauslöschte. Vorausgegangen war ein Streit mit dem Mitgründer Larry Sanger, der die Nachricht gestreut hatte, er habe die Wikimedia Foundation bei US-amerikanischen Behörden wegen der Verbreitung eindeutiger Inhalte angezeigt.  Der Nachrichtensender Fox News griff das Thema auf und behauptete, Wales werde nun alle seine Rechte als oberster Administrator für Wikipedia und andere Projekte der Foundation aufgeben. Dabei soll Wales gegenüber ZDNet versichert haben, er bleibe der oberste Schlichter bei größeren Konflikten sei und behalte auf jeden Fall das letzte Wort bei Regelfragen. Der Fall zeigt indes, wie kritisch die Lösch- und Editiertätigkeiten der Wikipedia-Administratoren mittlerweile generell beäugt werden.



 

News

05.01.09 / Wikimedia Foundation

Jimmy Wales bleibt Vorstandsmitglied der Wikimedia Foundation

Verantwortliche der Wikimedia Foundation haben bestritten, dass Wikipedia-Gründer Jimmy Wales nicht mehr länger im Aufsichtsrat der Stiftung sitzt. Wie Valleywag irrtümlicherweise berichtet hatte, sollte der zum Ende des Jahres...

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17.11.08 / Wikimedia Foundation

Linken-Politiker lässt deutschen Wikipedia-Auftritt sperren

Der schleswig-holsteinische Bundestagsabgeordnete Lutz Heilmann hat die deutsche Version der Online-Enzyklopädie Wikipedia mittels eines Gerichtsbeschluss vorübergehend sperren lassen. Der 42-jährige Jurist war mit dem...

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