8. Facebook.com
Umsatz 2009: $ 0,500 Mrd. (€ 0,358 Mrd.)
Überblick
Facebook, 2004 an der Harvard University entwickelt, ist mit 400 Millionen aktiven Nutzern (Stand: April 2010) die größte Social Networking Plattform und zweithäufigst besuchte Internetseite der Welt (Alexa; Stand April 2010). User benutzen Facebook, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben und Fotos hochzuladen. Trotz der enormen Beliebtheit, der sich Facebook weltweit erfreut, werden kritische Stimmen lauter. Den Gründern wird Plagiat und dem Unternehmen ein verantwortungsloser Umgang mit privaten Nutzerdaten vorgeworfen.
Basisdaten
Hauptsitz:
Facebook Headquarters
471 Emerson St.
Palo Alto, CA 94301-160
www.facebook.com
Rechtsform: Private Company
Geschäftsjahr: 01.01. – 31.12.
Gründungsjahr: 2004
Geschäftsführung
- Mark Zuckerberg, Founder & Chief Executive Officer
- Christopher Cox, Vice President of Product
- Lori Goler, Director of Human Resources
- Mike Murphy, Vice President of Global Sales
- Dan Rose, Vice President of Business Development and Monetization
- Sheryl Sandberg, Chief Operating Officer
- Elliot Schrage, Vice President of Global Communications, Marketing and Public Policy
- Mike Schroepfner, Vice President of Engineering
- Ted Ullyot, Vice President & General Counsel
- Chamath Palihapitiya, Vice President of Product Marketing & Operations
- Jonathan Heiliger, Vice President of Technical Operations
Besitzverhältnisse: Größte Anteilseigner sind Mark Zuckerberg (20 %), Peter Thiel (7%), Digital Sky Technologies (1,9%) und Microsoft (1,6 %).
Geschichte und Profil
Im Sommer 2004 war Mark Zuckerberg noch ein gewöhnlicher US-College-Student ohne Wohnung und Auto. Es war seine Leidenschaft für Computer, die den passionierten Hacker in den Folgejahren zu einem der erfolgreichsten Internet-Unternehmer der Welt machen sollte. Die Geschichte von Facebook begann als Zuckerberg, damals noch Student der renommierten Harvard-Universität, sich in seinem zweiten Jahr in die Rechner des Studierendenbüros hackte. Zuckerberg war zuvor mehrfach an die Verwaltungsstelle der Hochschule herangetreten, um dort seinen Vorschlag für eine Online-Version des Hochschul-„Face Books“, dem Kompendium der Harvard Universität, das wie das anderer Universitäten auch, Fotos und Anschriften aller immatrikulierten Studenten enthielt, zu unterbreiten. Als sein Vorschlag abgelehnt wurde, verschaffte Zuckerberg sich Zugriff auf den Uni-Server und gelangte so an tausende von Fotos von Studenten, die er auf einer Homepage namens „Facemash“ postete. Das Konzept von Facemash bestand darin, die Personen auf den Bildern nach dem Attraktivitätsgrad zu bewerten. In nur wenigen Stunden verzeichnete die Seite rund 500 Besucher, die zusammen mehr als 20,000 Fotos betrachteten.
Zwar flog der Datendiebstahl schnell auf und Zuckerberg musste sich bei seinen Kommilitonen entschuldigen. Doch sein Experiment zeigte, wie viel Potential in einem solchen Online-Studentenverzeichnis steckte. Kurz darauf begann Zuckerberg mit der Arbeit an der Vorlage für die spätere Facebook-Seite. Zuckerberg, dessen exzellente Programmierfähigkeiten ihm schon zu High School Zeiten Jobangebote von AOL und Microsoft einbrachten, investierte derart viel Energie in den Aufbau seines Projektes, dass er seine akademische Karriere vernachlässigte. Einige Tage vor einer wichtigen Abschlussprüfung in Geschichte realisierte er, dass er eine gewaltige Wissenslücke in Bezug auf die Kaiserzeit Augustus hatte. Da er für die Prüfung fähig sein musste, 500 Bilder aus der Epoche zu beschreiben und zuzuordnen, bastelte er kurzerhand eine weitere Website. Auf der Homepage postete sämtliche Bilder und ließ unter jedem Platz für andere Studenten und deren Kommentare und Mitschriften. Mit Hilfe dieser Seite bestand Zuckerberg die Abschlussprüfung. Auch diese Erfahrung bestärkte ihn in seinem Glauben mit dem Facebook-Konzept auf dem richtigen Weg zu sein.
Im Februar 2004 ging der Prototyp namens Thefacebook.com exklusiv für Harvard-Studenten online. Es dauerte weniger als zwei Wochen bis zwei Drittel der Studentenschaft registriert waren. Zuckerberg engagierte seine Zimmernachbarn Dustin Moskovitz und Chris Hughes, die ihm halfen, weitere Anwendungen und Funktionen für die Seite zu entwickeln. Nach und nach erhielten weitere Hochschulen ihr eigenes Facebook-Netzwerk. Zunächst expandierte Facebook nach Stanford und nach Yale; drei Monate nach Start verfügten bereits 30 Universitäten über eine Facebook-Community.
Wie das Schicksal wollte, entschied sich das Trio Zuckerberg, Moskovitz und Hughes dafür, die Sommerferien in Palo Alto, Kalifornien, zu verbringen. Dort traf Zuckerberg zufällig Sean Parker, den Mitbegründer der Musik-Tauschbörse Napster. Da Parker noch keine Unterkunft gefunden hatte, luden Zuckerberg und Co. ihn ein, bis auf weiteres in ihrem Appartement zu wohnen. Schnell stellte sich heraus, dass Parker ein wandelndes Adressbuch der IT-Branche war und über exzellente Kontakte im Silicon Valley verfügte. Er vermittelte den Kontakt zu Peter Thiel, dem Präsident von Clarium Capital, der nicht nur die ersten 500,000 US-Dollar an Risikokapital in Facebook investierte, sondern auch zum Mentor von Zuckerberg avancierte. Parker wurde später von Zuckerberg aus dem Unternehmen gedrängt, nachdem er von einer Anklage wegen Kokain-Besitzes gehört hatte.
Das dreiköpfige Facebook-Team entschied sich dafür, wie ihr Vorbild Bill Gates erst einmal Abstand vom Universitätsalltag zu nehmen, um sich auf die weitere Entwicklung ihrer Social-Networking-Seite zu konzentrieren.Von da an ging es Schlag auf Schlag: Im November 2004 registrierte sich der millionste User bei Facebook. Im Mai 2005 erhielt das junge Unternehmen eine weitere Finanzspritze in Höhe von 13 Millionen US-Dollar von der Risiko-Kapital-Firma Accel Partners. Zuckerberg stellte weitere Internet-Ingenieure ein, darunter Steve Chen, der später mit dem Video-Portal YouTube für Furore sorgte. Ende 2005 waren fünf Millionen Benutzer bei Facebook angemeldet. Die Zahl stieg weiter, als die Seite auch für High-School-Schüler geöffnet wurde und eine Foto-Funktion integriert wurde. Während dieser Zeit wurde der Ansturm auf die Facebook-Seiten derart groß, dass sich die Temperatur der Server-Räume auf fast 50 Grad Celsius erhitzte.
Im Sommer 2006 öffnete Facebook seine Pforten für so genannte „work networks“. Mittlerweile gibt es 20,000 solcher Arbeitnehmer-Netzwerke. Vernetzt sind unter anderem Angestellten des CIA, von Burger King oder vom US-Militär.
2006 war für Facebook auch das Jahr einer (wenn auch nur schrittweisen) internationalen Expansion. So wurde etwa auch deutschen und israelischen Studenten die Möglichkeit gegeben, sich bei Facebook anzumelden. Zwar gibt es noch keine eigenen, in die jeweilige Landessprache übersetzten Facebook-Portale. Diese sollen jedoch 2008 online gehen. Mittlerweile loggen sich knapp dreißig Prozent aller User von außerhalb der Vereinigten Staaten bei Facebook ein. Insbesondere in Kanada und Großbritannien erfreut es sich großer Beliebtheit.
Im September 2006 fielen bei Facebook sämtliche Zugangsbarrieren. Seitdem ist es nicht länger notwendig, eine Universität oder High School zu besuchen. Die Angabe einer funktionierenden Email-Adresse reicht aus, um aus aller Welt dem Facebook-Universum beizutreten.
Diese Entwicklung führte zwar zu einem weiteren Mitgliederanstieg, wurde jedoch von den alteingesessenen, studentischen Usern mit Skepsis oder Unverständnis aufgenommen. Zu einem regelrechten Aufstand in der Community kam es, als neue Features namens „News Feed“ und „Mini Feed“ den Profilen der Facebook-Benutzer hinzugefügt wurden. Auf einmal erschienen auf jedem Benutzerprofil in Form kurzer News alle Facebook-internen Aktivitäten und Änderungen von Freunden und Bekannten. Der Ärger der User war derart groß, dass sich innerhalb kurzer Zeit 700,000 Leute der Benutzergruppe „Students Against Facebook News Feed“ anschlossen. Nachdem Zuckerberg über seinen Blog Fehler eingeräumt und versprochen hatte, die Privatsphäre künftig besser zu schützen, entspannte sich die Situation.
Zuckerberg hat stets betont, dass es sich bei Facebook um eine Technikfirma handelt, nicht etwa um einen Medienkonzern. Wie um dieses Faktum zu unterstreichen, veröffentlichten die Facebook-Macher 2007 ein Feature, dass das Erscheinungsbild und die Möglichkeiten von Facebook erweiterte. Facebook Plattform (F8) gestattet es den Usern fortan, Applikationen selbst zu programmieren und auf ihren Profil-Seiten zu präsentieren. Sowohl Privatunternehmen wie Microsoft als auch technikbegabte Nachwuchsprogrammierer begannen damit, diverse Anwendungen herzustellen, die von anderen Usern heruntergeladen und installiert werden können. Ein Beispiel für die neuen Facebook-Funktionen ist das Tool iLike, mit dem man Freunden Musik empfehlen oder nach Bands suchen kann. Die Etablierung von Facebook Platform sorgte dafür, dass die Benutzer prinzipiell alle ihre Online-Aktivitäten, seien es Shopping, Dating, Chatten oder Spiele von Facebook aus erledigen können. Im Januar 2008 gab es etwa 14,000 solcher Applikationen. Allerdings stellten sich, trotz der stolzen User-Zahl von bis zu 50 Millionen, die nötigen Umsätze nicht ein und so wurde iLike im August 2009 an MySpace verkauft.
Die Anzahl registrierter Facebook-User stieg 2007 weiterhin an. Aber auch kritische Stimmen von Datenschützern wurden laut. Den Betreibern der Social Networking-Seite wurde ein verantwortungsloser Umgang mit persönlichen Informationen vorgeworfen. Medienberichte über Strafverfolgungen und Verhaftungen amerikanischer Teenager, die auf Facebook-Fotos mit Alkohol oder Drogen posierten, häuften sich. Hochschulen und Firmen verboten die Nutzung von Facebook, da Studenten und Mitarbeiter davon abgelenkt würden und weil Gruppen gegründet worden waren, die Lehrer oder Vorgesetzte diffamierten. Facebook wurde nicht nur in Bezug auf Datenschutz und aufgrund der Missachtung der Privatsphäre kritisiert, sondern auch unter dem Gesichtspunkt der Zensur. So begannen Facebook-Administratoren im September 2007 damit, sämtliche Fotos junger Mütter, die ihren Babys die Brust gaben, zu entfernen. Auch wurden bestimmte Gruppen liberaler politischer Organisationen wie MoveOn.org vorübergehend durch die Facebook-Adminstratoren gesperrt.
Im November 2007 kam es zum größten Skandal der Facebook-Geschichte. Kaum war der Ärger über News Feed verflogen, präsentierte Zuckerberg auf einer Pressekonferenz ein neues Feature namens Beacon (zu deutsch etwa „Signallicht“). Dieses Marketing-Tool informierte die Freunde eines Benutzers, sobald dieser über seine Facebook-Seite ein Produkt eines Hersteller kaufte, der eine Partnerschaft mit Facebook abgeschlossen hatte. Zu den zahlreichen Partnerfirmen gehören eBay, die Basketballliga NBA oder die New York Times Company. Erwarb ein User zum Beispiel bei eBay ein Produkt, sendete eBay Details des erworbenen Produktes auf alle Profile der Freunde des Benutzers, so dass diese Facebook-Benutzer sahen, welche Artikel ihr Freund gekauft hatte. Die Anzeige wurde zu einer Art persönlicher Empfehlung durch einen Freund und sollte so die Chancen darauf erhöhen, dass das jeweilige Produkt ebenfalls von der anderen Person gekauft wurde. Unmittelbar nachdem Beacon gestartet wurde, kam es zu einem Aufschrei sowohl unter Facebook-Benutzern als auch unter Datenschützern. Die Anti-Beacon-Bewegung, an dessen Spitze die demokratische Bewegung MoveOn.org stand, kritisierte vor allem, dass das Anzeigenprogramm ohne Zustimmung der Benutzer gestartet wurde. Zwei Wochen nach dem Launch erschien eine modifizierte Version von Beacon. Grund dafür waren wohl weniger die Proteste von Nicht-Regierungsorganisationen, sondern die Unruhe, die durch die negative Publicity auf Seiten der Beacon-Partnerfirmen entstanden war. So beendete etwa der Getränkeriese Coca Cola bis auf weiteres seine Partnerschaft mit Beacon. Die veränderte Version erlaubt es den Benutzern zwar nicht, Beacon ganz auszustellen. Jede Meldung auf Freundesseiten über den Erwerb von Produkten müssen seither aber per Check-Box genehmigt oder verboten werden.
Management
Das Aushängeschild von Facebook ist Mark Zuckerberg, Gründer, CEO und mit 23 Jahren prominentester Jung-Milliardär der USA. Er wurde im Großraum New York als Sohn jüdischer Eltern geboren und begann schon in Alter von 11 Jahren, sich mit Codes und Programmiersprachen auseinanderzusetzen. Sein erstes bedeutendes Projekt war eine Computerversion des Brettspiels „Risiko“, die der Latein und Altgriechisch beherrschende Studienabbrecher im Zeitalter des römischen Reiches ansiedelte.
Der wegen der Kombination aus Erfolg und „Nerd“-Image oft als „the next Bill Gates“ titulierte Zuckerberg schaffte es im Jahr 2007 durch massive Medienpräsenz zum bekanntesten Gesicht unter den Web 2.0-Entrepreneuren zu werden. Dabei gab er sich die größte Mühe, sich als Internet-Revolutionär darzustellen, dessen Anspruch, „Leute zu verbinden“ und „die Welt zu einem offeneren Platz zu machen“ Priorität vor allen Profitbestrebungen habe. Der Facebook-Chef wandelt stets auf einem schmalen Grad zwischen Euphorie und kindischen Verhalten. Es wird überliefert, dass Zuckerberg in der Vergangenheit Visitenkarten verteilt habe, auf denen zu lesen war: „I’m CEO…Bitch“. Das Wall Street Journal berichtete 2006 im Zuge einer möglichen Übernahme von Facebook durch Yahoo, dass Zuckerberg den Verhandlungen mit der Yahoo-Führungsriege mit der Begründung fernblieb, seine Freundin sei in der Stadt. Das Treffen mit der Freundin, ob es stattgefunden hat oder nicht, erwies sich als Glücksfall für Facebook und seinen Gründer. Leitet man aus den 240 Millionen US-Dollar, die Microsoft 2007 für seinen bloß 1,6 Prozent-Anteil an diesem Start up ausgab, den Gesamtwert von Facebook ab, so ergibt sich daraus für Zuckerberg ein persönlicher 20 Prozent-Anteil von drei Milliarden US-Dollar.
Das Bild von Zuckerberg als nettem Computerfreak von nebenan hat durch einen Rechtsstreit Kratzer bekommen, der das Facebook-Unternehmen seit seiner Gründung begleitet. Drei ehemalige Kommilitonen von Zuckerberg, Cameron und Tyler Winklevoss sowie Divya Narendra, behaupten bis zum heutigen Tag hartnäckig, dass Zuckerberg ihre Idee gestohlen habe. Das Trio arbeitete 2004 an einer Social Networking-Plattform namens Harvard Connection, der dieselbe Grundidee wie dem heutigen Facebook zugrunde lag. Da die Winklevoss-Brüder nicht über die technische Expertise verfügten, ihre Ideen umzusetzen, baten sie Zuckerberg Ende 2003, die Seite auf Honorar-Basis fertig zu programmieren. Nach ersten Vorbesprechungen hörten die Harvardstudenten trotz wiederholter Anfragen so gut wie nichts mehr von Zuckerberg. Dieser vertröstete sie mit diffusen Entschuldigungen solange, bis er Anfang 2007 sein eigenes Projekt The Facebook startete. Harvard Connection, das heute unter dem Namen ConnectU firmiert, hatte keine Chance gegen den Erfolg von Facebook und verschwand in der Bedeutungslosigkeit. Der Gerichtsprozess „ConnectU, Inc. vs. Facebook, Inc.“, in dessen Rahmen auch alte Computer von Zuckerberg sichergestellt wurden, um den Plagiatsvorwurf durch entsprechende Programmiercodes zu belegen, wurde im Februar 2009 beendet, indem Facebook den ConnectU-Gründern 115 Millionen US-Dollar (davon 95 in Facebook-Aktien) zahlte.
Während Zuckerberg zum öffentlichen Aushängeschild avancierte und in Talkshows Werbung für Facebook betreibt, gilt Peter Thiel als die entscheidende Figur im Hintergrund. Der ehemalige Pay Pal-Erfinder investierte 2004 500.000 US-Dollar in das Unternehmen und besitzt gegenwärtig sieben Prozent von Facebook, und damit einen Anteil, der heute rund eine Milliarde US-Dollar wert ist. Dank seiner Kapitalfirmen Clarium Capital Management und Founders Fund gilt Thiel als einer der erfolgreichsten Hedge Fond-Manager der USA. Das Magazin „Fortune“ bezeichnete Thiel und seine Geschäftskollegen aufgrund ihres ausschweifenden Lebensstils als „Pay-Pal-Mafia“.
Doch Thiel ist nicht nur Geschäftsmann, sondern auch Philosoph, Futurologe und neoliberaler Aktivist. 1998 veröffentlichte er das Pamphlet „The Diversity Myth“, in dem er den Liberalismus und Multikulturalismus an amerikanischen Hochschulen angriff und die These aufstellte, derartige Mentalitäten würden die individuelle Freiheit beschneiden. Weitere ideologisch motivierte Aktivitäten Thiels waren die Gründung der rechtskonservativen Zeitschrift „The Stanford Review“ sowie die Mitgliedschaft bei TheVanguard.org, einer Website, die kreiert wurde, um den Einfluss der liberalen NGO MoveOn.org einzudämmen. Außerdem ist Thiel Anhänger und Freund des Philosophen und Literaturwissenschaftlers René Girard, der ihn regelmäßig zu Abendgesellschaften in sein Haus einlädt. Girard begründete in den sechziger Jahren die „mimetische Theorie“ die (stark vereinfacht) besagt, dass das Zusammenleben durch ein gegenseitiges Aneignungsverhalten von Menschen geprägt werde, die in engem Kontakt zueinander stehen. Eine der Kernthesen Girards lautet, dass menschliche Bedürfnisse nicht aus jedem Individuum selbst entstünden, sondern aus einem Vergleich mit anderen. Vor dem Hintergrund dieser Weltanschauung ergibt sich ein neues Bild der Investitionen Thiels in Facebook. Insbesondere das umstrittene Werbetool Beacon (siehe Geschichte), sei, so Beobachter, unter den Prämissen Girards entstanden.
Thiel ist ein fanatischer Anhänger des Internets, weil dort sämtliche marktwirtschaftliche Beschränkungen wegfallen. Die Gründung von Pay Pal wird als erfolgreicher Versuch gewertet, das internationale Währungssystem zu überwinden. Weitere millionenschwere Investitionen hat Thiel in den Bereichen Künstliche Intelligenz ("Singularity Institute for Artificial Intelligence“) und Medizin getätigt. So unterstützt er u. a. den Cambridge-Professor Aubrey de Grey, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Sterblichkeit von Menschen aufzuheben.
Neben Thiel sitzt mit Jim Breyer eine weitere kontroverse Person im Aufsichtsrat von Facebook. Breyer ist an der Risikokapitalfirma Accel Partners beteiligt, die 2005 knapp 13 Millionen in Facebook investiert hat. Er saß zuvor im Aufsichtsrat der National Venture Capital Association, die wiederum aus zahlreichen ehemaligen Managern von In-Q-Tel besteht. In-Q-Tel ist die offizielle Investmentfirma des US-amerikanischen Geheimdienstes CIA. Im Auftrag der Behörde investiert In-Q-Tel in zahlreiche Start-Up-Unternehmen, die in Zukunft für das Verteidigungsministerium und die CIA von Interesse seien könnten. In den allgemeinen Geschäftsbedingungen, die jeder Facebook-Nutzer akzeptieren muss, ist detailliert erklärt, dass Facebook die Daten von Usern an Regierungsbehörden übergibt, sofern diese sie anfordern.
Geschäftsbereiche
Benutzerprofile
Benutzer können bei Facebook Profile anlegen, die Informationen über sich selbst enthalten, die alle befreundeten User einsehen können. Die „Friends“-Page zeigt alle Freunde eines Benutzers an und ermöglicht die schnelle Navigation zu den Profilen der befreundeten Nutzer. Zusätzlich gibt es so genannte „Networks“, die je nach Arbeitsplatz, Wohnort oder Hochschule die Möglichkeiten, andere Benutzerprofile anzusehen oder Gruppen beizutreten, beschränken oder erweitern. Ein wesentlicher Bestandteil der Benutzerprofile ist ein Messaging-System für die private Korrespondenz zwischen Usern sowie The Wall eine Art virtuelle Pinnwand, auf der andere Benutzer Kommentare hinterlassen können. Seit Juni 2009 können sich Facebook-Benutzer eine eigene prägnante User-URL zulegen (www.facebook.com/username/), die eine schwer zu merkende id-Nummer in der URL ersetzt.
Anzeigen/Werbung
Der Anzeigenbereich von Facebook nennt sich Facebook Ads. Es handelt sich dabei um ein System, dass es Unternehmen ermöglicht auf Facebook zu werben und jeweils die gewünschte Zielgruppe zu erreichen. Facebook Ads besteht aus drei Elementen: Facebook Pages erlaubt es Unternehmen und werbenden Künstlern, ein Profil zu erstellen, genau wie es Studenten oder andere Personen tun. An einem Unternehmen oder Künstler interessierte Facebook-User können so Kontakt aufnehmen und andere User auf das Unternehmens- bzw. Künstlerprofil aufmerksam machen. Das umstrittene Werbetool Facebook Beacon hat die Funktion, das Konsumverhalten der Facebook-User auf den Online-Seiten von Partnerfirmen (z.B. eBay, Fandango oder STA Travel) auf den Profilen ihrer Freunde (gegen Einwilligung) zu dokumentieren. Wenn etwa ein Facebook-Benutzer seinen Urlaub bei STA Travel bucht, erscheint nach vorheriger Genehmigung mittels News-Feed die Buchung auf den Profilseiten aller seiner Facebook-Freunde. Facebook Social Ads ist ein Programm, dass es Werbekunden unter der Berücksichtigung der sozialen Aktivitäten des Facebook-Freundeskreises, ermöglicht, individuell zugeschnittene Anzeigen auf Benutzerprofilen zu schalten.
Applikationen
Mit Facebook Photos können User eine unbegrenzte Zahl an Fotos uploaden und Fotoalben erstellen. Andere Benutzer können die Fotos anschauen, kommentieren und weiter verlinken. Analog zu Facebook Photos funktioniert Facebook Videos. Facebook Groups erlaubt es Usern, themenbasierte Gruppen zu gründen, anderen Gruppen beizutreten oder zu sehen, in welchen Gruppen befreundete Nutzer Mitglied sind. Mit der Facebook Events-Funktion können User wichtige Ereignisse wie Parties oder anderweitige soziale Zusammenkünfte ankündigen oder Ereignisse von Freunden erfahren. Facebook Marketplace dient dazu, Kleinanzeigen, Jobangebote und Immobilien anzubieten und diese zu durchsuchen. Facebook Gifts sind kleine virtuelle Geschenke (zum Beispiel Kleeblätter, Kuchen oder Muscheln), die für einen US-Dollar erworben und an befreundete Nutzer verschenkt werden können. Die verantwortliche Designerin der Geschenke ist Susan Kare, die 1983 das Symbol für den Macintosh Computer entwarf.
Weitere Features
Die News Feed-Funktion versorgt jeden User mit den neuesten Aktivitäten seiner Facebook-Freunde. Wenn beispielsweise ein befreundeter Nutzer ein neues Fotoalbum hochlädt, wird jeder seiner Freunde darüber informiert. Mini-Feed fasst dagegen alle kürzlich getätigten Aktionen und Interaktion in Kurzform zusammen. Mittels der Share-Funktion können User Nachrichten mit Medieninhalten verknüpfen und versenden. So genannte „Share-Buttons“ befinden sich entweder auf Facebook-Seiten oder externen Partner-Seiten. Damit werden Facebook-Freunde auf im Web befindliche Zeitungsartikel oder Videos aufmerksam gemacht. Facebook Mobile (bestehend aus den Komponenten Mobile Web, Mobile Uploads, Mobile Texts und Facebook Platform for Mobile) ist die Handy-Version von Facebook, die fast alle Funktionen der Facebook-Seite auf das Mobiltelefon überträgt. Gegenwärtig befindet sich das Facebook-Management in Gesprächen mit dem finnischen Mobiltelefonhersteller Nokia. Verlaufen die Gespräche wie gewünscht, könnten schon bald alle Nokia-Handys von Werk aus mit der Facebook-Software ausgestattet sein.
Facebook Platform (F8)
Facebook Platform gibt externen Software-Programmierern die Möglichkeit, selbst Applikationen zu entwickeln, die mit der Facebook-Oberfläche interagieren. Gegenwärtig gibt es mehr als 14,000 solcher von Privatpersonen oder externen Firmen programmierten Anwendungen, mittels derer man zum Beispiel den Ausgang von Sportereignissen tippen, Filme diskutieren oder Poker spielen kann.
Engagement in Deutschland
In Deutschland hatten Anfang 2010 knapp 7,5 Millionen Menschen ein Facebook-Account. Facebook hatt in deutschland lange Zeit stake Konkurrenz von nationalen Social Networking-Seiten wie StudiVZ und Xing. Erst Ende 2009 schaffte es das US-Unternehmen StudiVZ zahlenmäßig zu überholen.
Seit März 2008 gibt es Facebook in deutscher Sprache. Facebook beschäftigt jedoch keine eigenen Mitarbeiter in Deutschland. Die deutsche Übersetzung der Seiten der Social Community aus den USA wurde von deutschen Usern unentgeltlich vorgenommen.
Vier Monate nach dem Start seiner deutschen Community verklagte Facebook den Konkurrenten StudiVZ. Auf Anweisung des Chefs Mark Zuckerberg reichte das Unternehmen im Juli 2008 eine Klage vor einem kalifornischen Bezirksgericht ein. Facebook wirft der deutschen Social-Networking-Plattform vor, „Aussehen, Anmutung, Charakteristika und Services“ kopiert zu haben. Es kursieren bereits Gerüchte, Zuckerberg würde durch die Klage den Unternehmenswert von StudiVZ verringern, um das Unternehmen, das zur Holtzbrinck-Verlagsgruppe gehört, günstiger aufzukaufen. Der zuständige Holtzbrinck-Manager Konrad Urban lehnte in einer ersten Stellungnahme einen Verkauf jedoch ab. Ein ähnliches Verfahren vor dem Landgericht Köln wurde mit Abweisung der Klage von Facebook Ende 2008 beendet.
Als erstes deutsches Nachrichtenportal hat sich im April 2009 zudem Bild.de mit Facebook vernetzt.
Aktuelle Entwicklungen
Die Zahl der registrierten Nutzer von Facebook ist auch 2009 weiter rapide angewachsen. Mittlerweile gibt es über 400 Millionen aktive User weltweit, davon ca. 7,5 Millionen in Deutschland (Stand: April 2010). Der Großteil der Nutzer ist jünger als 25 Jahre alt und ist täglich mindestens einmal auf der Plattform aktiv.
Durchschnittlich zwei Millionen neue Benutzer meldeten sich 2007 jede Woche an. An US-amerikanischen Universitäten hingegen hat Facebook, das immer mehr zu einem regelrechten Webbrowser mutiert, einen Marktanteil von etwa 90 Prozent. Facebook steht, laut comScore, auf Platz zwei der meist besuchten Seiten des Internets und ist bereits die Nummer eins unter den beliebtesten Foto-Sharingseiten. Bis zu einer Milliarde Bilder und zehn Millionen Videos werden monatlich bei Facebook eingestellt.
Die Hälfte der Facebook-Benutzer hat mittlerweile keinen universitären Hintergrund mehr. Der Anteil der 35-54-jährigen User ist 2008 um 276 Prozent gestiegen. Viele jüngere Nutzer haben zunehmend ein Problem damit, in der selben Social Community wie ihrer Eltern zu sein. Um seine Benutzer für die werbetreibende Wirtschaft interessanter zu machen, begannen Facebook-Verantwortliche auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos im Frühjahr 2009 einen radikalen Imagewechsel anzustreben. In Davos war erstmals die Rede davon, dass es sich bei Facebook-Mitgliedern um "ernste und einfühlsame" Erwachsene handelt, die sich mit der Wirtschaftspolitik von Barack Obama oder dem Nahost-Konflikt auseinandersetzen. Das neue Werbe-Tool/Abstimmungssystem "engagement ads" soll diese Bildungsbürgerschicht in Zielgruppen einteilen und ihr in Echtzeit Feedback zu den Produkten multinationaler Konzerne entlocken. Damit wird Facebook immer mehr in ein gigantisches kommerzielles Meinungsforschungsinstitut umgewandelt. Das entsprechende Potenzial wurde erstmals 2008 deutlich, als 40,000 erboste Konsumenten den Süßwaren-Hersteller Cadbury in einer Facebook-Kampagne überzeugten, den Produktionsstopp des Schokoriegels "Wispa" zu überdenken.
Aufgrund des außergewöhnlichen Wachstums von Facebook wird in wiederkehrenden Intervallen über einen Börsengang des Unternehmens spekuliert. Mark Zuckerberg bemüht sich jedoch, diese Gerüchte in das Reich der Fabeln zu verweisen. Ein Börsengang, so Zuckerberg, sei nicht das primäre Ziel von Facebook. Dennoch wird frisches Kapital aus einem Börsengang wichtig werden, sollte Facebook international expandieren wollen, darunter in Länder, in denen es noch nicht als führende Social Networking-Plattform gilt, wie zum Beispiel in Deutschland, wo der ehemalige Marktführer StudiVZ erst im November 2009 überholte werden konnte,. Im November 2008 zeigte sich Facebook sehr an einer Übernahme des Microblogging-Dienstes Twitter interessiert. Wie Peter Thiel jedoch später äußerte, scheiterte die Übernahme, die mit Facebook-Aktien finanziert werden sollte, an einer Bewertung dieser Anteile, die von Twitter-Verantwortlichen als viel geringer eingeschätzt wurde als von Zuckerberg, Thiel und Co.
Trotzt exorbitant wachsender Nutzerzahlen operierte Facebook lange Zeit nicht profitabel und hatte Schwierigkeiten, höhere Umsätze zu erzielen. Wie Michael Arrington von TechCrunch dokumentierte, verlor Facebook jeden Monat Millionen US-Dollar. Allein für die Elektrizität für das Betreiben der 50,000 Server, die zusammen 100 Millionen US-Dollar gekostet haben, gibt Facebook jeden Monat eine Million US-Dollar aus. Die Unternehmensberatung Deloitte schätzt, das die Kosten für das Speichern von Fotos und Videos rund 70 Millionen Pfund im Jahr veranschlagen. 750 Mitarbeiter veranschlagen jeden Monat weitere zehn Millionen US-Dollar an Gehaltskosten. Da das Startkaptal in Höhe von 500 Millionen US-Dollar dahinschwand, reiste der ehemalige CFO Gideon Yu im Oktober 2008 nach Dubai, um mögliche Geldgeber zu gewinnen. US-amerikanische Investmentfonds hatten während der globalen Finanzkrise kein Interesse an einer Investition in Facebook. So war es im Mai 2009 die russische Investmentfirma Digital Sky Technologies, die für rund 250 Millionen einen zweiprozentigen Anteil am Unternehmen erwarb. Damit bekam die russische Internetfirma einen größeren Anteil an Facebook als Microsoft, das 2007 für rund 300 Millionen nur 1,5 Prozent der Anteile kaufte. Im August 2009 kaufte Facebook außerdem das Startup FriendFeed, einen echtzeit News-Aggregator, der von dem ehemaligen Facebook-Mitarbeiter Paul Buchheit gegründet worden war. Im September 2009 verkündete Zuckerberg, das Facebook zum ersten mal in seiner Firmengeschichte schwarze Zahlen geschrieben hatte.
Beflügelt von diesem Ergebnis tätigte das Unternehmen 2010 weitere Investitionen. Im Februar kaufte Facebook das malayische Softwarehaus Octazen Solutions, das auf die Entwicklung von Importfiltern spezialisiert ist. Diese Filter ermöglichen es, E-Mail-Kontakte in Social Networks zu übertragen. Facebook hofft so, Nutzer für den eigenen Email-Dienst zu gewinnen, die bislang auf andere Anbieter, wie AOL, Gmail oder Yahoo, zurückgreifen.
Im April 2010 kündigte Facebook den Kauf des Foto-Sharing-Dinstes Divvyshot (Link) für einen zunächst unbekannten betrag an. Der US-Startup, auf dem Nutzer ihre Fotos zu Ereignissen zusammentragen können, soll in die interne Entwicklungsabteilung integriert werden und somit der Weiterentwicklung von FacebookPhoto dienen.
Zuckerberg stellt Facebook in der Öffentlichkeit gerne als machtvolles Kommunikationsmittel dar, das soziale Schranken durchbricht und Menschen zusammenführt. Dieser Interpretation steht die neueste soziologische Forschung skeptisch gegenüber. Soziologen weisen darauf hin, dass die Segmentierung von Gesellschaften entlang der Konfliktlinien Schichtzugehörigkeit, Bildung und Ethnizität auch im virtuellen Raum reproduziert wird. Anhand des im englischsprachigen Raum bekannten Konzeptes der "Homophily" - der Tendenz von Individuen, sich nur mit ähnlich denkenden Personen des selben Alters und der selben Ethnie abzugeben - hat die Ethnografin Danah Boyd gezeigt, wie die beliebtesten Social Communities der USA, Facebook und MySpace, zunehmend aus zwei klar von einander abgrenzbaren Gruppen zusammengesetzt sind. Während die Mitglieder von Facebook immer "weißer", gebildeter und wohlhabender werden, werden die MySpace-User immer "schwärzer", ungebildeter und ärmer. Kommunikation zwischen diesen Gruppen gibt es laut Boyd nicht. Sie vergleicht die massenhafte Migration ehemaliger Benutzer von MySpace - bis vor kurzem noch das populärste Netzwerk der USA - zu Facebook mit dem Phänomen des "white flight", der seit dem Ende des zweiten Weltkriegs zu beobachtenden Flucht der US-Ober- und Mittelschicht aus den urbanen Zentren in die Vororte, um nicht mit Afroamerikanern zusammen zu leben.
Eines der großen Probleme Facebooks, das Thema Datenschutz und Datensicherheit, wurde Ende 2009 in Deutschland erneut heftig diskutiert. Anlass war eine Untersuchung der Stiftung Warentest, die der Facebook im Vergleich am schlechtesten abschnitt und insgesamt nur mit der Note "Ausreichend" bewertet wurde. Gründe waren mangelnde Transparenz und die im Dezember 2009 geänderten Datenschutzeinstellungen, wonach Profildaten öffentlich einsehbar sind und erst durch umständliche Einstellungsänderungen verborgen werden können.
Im April 2010 publizierte Facebook schließlich auf der eigenen Homepage den Vorschlag, die Datenschutzrichtlinie so zu ändern, dass die Weitergabe an Dritte möglich ist. Ziel sei, den Nutzern die Möglichkeit zu geben, auch andere „überprüfte Web-Sites und Anwenungen“ innerhalb des Facebook-Besuchs zu nutzen. Wierauf hangelte es heftige Kritik von Nutzern aus aller Welt und sogar die deutsche Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner protestierte in einem Brief an Facebook-Chef Zuckerberg und droht gar mit der Kündigung ihrer Mitgliedschaft. „Privates muss privat bleiben – ich denke, ich spreche hier für viele Internetnutzer“, schrieb Aigner in dem auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichten Brief. Sie appellierte: „Gerade weil besonders jungen Nutzern meist nicht bewusst ist, dass ihre persönlichen Profile zu kommerziellen Zwecken genutzt werden sollen, kommt Unternehmen wie Facebook eine besondere Verantwortung zu.“ Das Onlineunternehmen reagierte umgehend auf diese massive Kritik, bot der Ministerin Gespäche an und gab Pläne bekannt, seinen Sicherheitsbereich weiter auszubauen. Allerdings äußerte man sich vorerst nicht dazu, ob man an der umstrittenen automatischen Datenweitergabe festhalten wolle. In Folge einer Protestaktion im Juni 2010 verließen 30.000 Nutzer das Social-Network-Potal, nachdem zuvor eine Facebook Gruppe der Aktion aufgerufen hatte. Facebooks globalen Popularität taten die datenschutzprobleme wohl dennoch keinen Abruch, denn im Juli 2010 wurde die Marke von 500 Millionen aktiven Nutzern überschritten. Auch die Umsätze steigen weiter an: Laut Reuters setzte Facebook im vergangenen Jahr zwischen 700 und 800 Mio. US-Dollar um.
Das beachtliche Wachstum des Unternehmens versetzte in jüngster Zeit nicht nur Datenschützer in Aufruhr, sondern auch die deutschen Verleger. Sie fürchten - ähnlich wie bei Google - das Wegbrechen von Werbeeinnahmen zu Gunsten Facebooks. Aus einer Studie des Verlegerverbands VDZ geht hervor, das bis Ende 2012 rund zehn Prozent der Werbeeinnahmen aus dem Printgeschäft an Facebook übergehen könnten. Die Verleger fordern nun eine Beteiligung an den Werbeeinnahmen - wie eine solche Beteiligung allerdings aussehen könnte, ist bislang noch unklar.
News
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