2. Apple Inc.

Umsatz 2009: $ 36,537 Mrd. (€ 26,195 Mrd.)

Überblick

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Apple Inc. ist einer der führenden Anbieter von Computer-Hardware und Software. Seit 2000 ist das Unternehmen aus Cupertino, Kalifornien auch im Bereich von Unterhaltungselektronik aktiv. Mit der Veröffentlichung des iPod und des iPhone hat Apple die Art und Weise, Musik zu hören und mobil zu telefonieren, revolutioniert. CEO von Apple ist der ebenso charismatische wie umstrittene Steve Jobs.

Basisdaten

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Hauptsitz:
Apple
1 Infinite Loop
Cupertino, CA 95014
Tel.: 001 408 996 1010
www.apple.com

Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 30.9 – 27.9
Gründungsjahr: 1976

 

Tab. I: Ökonomische Basisdaten

2009

2008

2007

2006

2005

2004

2003

Umsatz

36,537

32,479

24,006

19,315

13,931

8,279

6,207

Gewinn (Verlust)

5,704

4,834

3,496

1,989

1,382

266

57

Mitarbeiter

k.A.

k.A.

21,600

17,787

14,800

11,695

10,912

Geschäftsführung

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Management:

  • Steve Jobs, Chief Executive Officer
  • Tim Cook, Chief Operating Officer
  • Mark Papermaster, Senior Vice President, Devices Hardware Engineering
  • Scott Forstall, Senior Vice President, iPhone Software
  • Jonathan Ive, Senior Vice President, Industrial Design
  • Ron Johnson, Senior Vice President, Retail Division
  • Bob Mansfield, Senior Vice President, Mac Hardware Engineering
  • Peter Oppenheimer, Senior Vice President, Chief Financial Officer
  • Phil Schiller, Senior Vice President, Worldwide Product Marketing
  • Bertrand Serlet, Senior Vice President, Software Engineering
  • Bruce Sewell, Senior Vice President & General Counsel


Board of Directors:

  • Bill Campbell, Chairman, Intuit, Inc.
  • Millard Drexler, CEO J. Crew
  • Albert Gore Jr.
  • Steve Jobs, Apple Inc.
  • Andrea Jung, Chairman & CEO, Avon Products
  • Arthur D. Levinson, Ph. D., Genentech, Inc.
  • Jerry York, CEO, Harwinton Capital Corporation

Geschichte und Profil

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Anfang der 1970er Jahre begegnete Steven Jobs Stephen „Woz“ Wozniak in dessen Garage, nachdem ihm ein Freund von einem Computer namens „Cream Soda“ erzählt hatte, den Wozniak in Eigenregie gebaut hatte. In den Schulferien arbeiteten beide gemeinsam bei Hewlett-Packard, wo sie sich besser kennen lernten und Freunde wurden. Ihr erstes gemeinsames Projekt war der Bau von „Blue Boxes“, mit denen man Gratis-Ferngespräche führen konnte, da die Geräte die entsprechenden Töne der Telefongesellschaft simulierten. Hier zeigte sich erstmals die Arbeitsteilung, die das Gespann Jobs/Wozniak so erfolgreich werden ließ: Wozniak war mit seinem technischen Know-how für die Herstellung der Geräte verantwortlich, während Jobs die Materialien zur Verarbeitung organisierte und den Verkauf leitete. An jeder verkauften Blue Box verdienten die beiden Jung-Unternehmer 90 Dollar. Doch da sie sich in einer rechtlichen Grauzone bewegten, stellten sie Herstellung und Verkauf schnell wieder ein.

In den folgenden Jahren verloren sich Jobs und Wozniak erst einmal aus den Augen. Jobs besuchte das Reed College, wo er sein Studium jedoch nach nur einem Semester wieder abbrach. Jobs langweilte sich in seinen Kursen und bekam ein schlechtes Gewissen, das Vermögen seiner nicht sehr wohlhabenden Adoptiveltern für die horrenden Studiengebühren zu opfern. Nachdem er offiziell nicht mehr als Reed-Student eingeschrieben war, verließ Jobs jedoch nicht die Universität, sondern blieb noch einige Zeit auf dem Campus, um ohne Notendruck die Kurse zu besuchen, die ihn wirklich interessierten. So nahm er unter anderem an einem Kaligraphie-Seminar teil, eine Erfahrung, die ihm später bei der Entwicklung von Apples grafischen Betriebssystemen helfen sollte. Jobs war zu dieser Zeit weitgehend mittellos. Er hatte kein eigenes Zimmer im Studentenwohnheim und schlief bei Freunden auf dem Boden, sammelte leere Cola-Flaschen, um an das Pfand zu gelangen und aß regelmäßig Gratis-Mahlzeiten in einem Hare-Krishna-Tempel. Mitte der Siebziger Jahre reiste er mit Daniel Kottke, der später der erste Apple-Angestellte wurde, nach Indien, um, damals unter Jugendlichen nicht unüblich, den Pfad spiritueller und philosophischer Erleuchtung zu beschreiten. Bei seiner Rückkehr nach Cupertino in Kalifornien trug Jobs traditionelle indische Gewänder, rasierte seinen Kopf und nahm in unregelmäßigen Abständen LSD zu sich.

Zu dieser Zeit heuerte Jobs wieder bei Atari an, wo er den Auftrag bekam, Schaltkreise für den Spielautomaten „Breakout“ zu konstruieren. Dem technisch vergleichsweise unbegabten Jobs wuchs diese Aufgabe schnell über den Kopf. Also besann er sich seiner alten Kontakte und rief seinen alten Freund Stephen Wozniak an, um ihn um Hilfe zu bitten. Er versprach, Wozniak an fünfzig Prozent seines Honorares zu beteiligen, wenn er den Job erfolgreich erledigen würde. Daraufhin schlug sich Wozniak vier Nächte in Folge um die Ohren und Jobs schaffte es, das fertige Produkt pünktlich bei Atari abzuliefern. Wozniak bekam absprachegemäß seinen Anteil von 350 Dollar, da Jobs behauptete, seine Prämie würde sich auf 700 Dollar belaufen. Erst später erfuhr Wozniak, dass Jobs in Wirklichkeit 5000 Dollar von Atari erhalten hatte.

Jobs und Wozniak gehörten 1975 zu der ersten Generation von Mitgliedern des Homebrew Computer Clubs. Dort konnten technikbegeisterte Hobby-Computeringenieure ihre Projekte Gleichgesinnten vorstellen und ihr Know-how austauschen. Eines Tages präsentierte dort Stephen Wozniak einen selbst gebastelten Computer, der mit einer Tastatur versehen war und an einen Fernseher angeschlossen werden konnte. Jobs war begeistert von dem Prototypen und überredete Wozniak dazu, eine eigene Firma zu gründen, um den Rechner serienmäßig herzustellen.

Apple Computer, so der Name der Firma, wurde 1976 im Schlafzimmer von Jobs Elternhaus in der Nähe von San Francisco gegründet. Jobs gab später an, den Namen „Apple“ unter anderem deswegen gewählt zu haben, um vor Atari im Telefonbuch zu erscheinen. Neben Jobs und Wozniak gehörte Ronald Wayne zu den Gründungsmitgliedern von Apple. Der Grafiker war ein Freund von Steve Jobs, den er bei ihrem gemeinsamen Arbeitgeber Atari kennen gelernt hatte. Jobs stattete Wayne, der auch das erste Apple-Logo designte, mit zehn Prozent der Unternehmensanteile aus, um im Ernstfall mit ihm zusammen ein Vetorecht gegenüber Wozniak ausüben zu können, der wie Jobs 45 Prozent am Unternehmen hielt.

Erstes Produkt wurde also der von Wozniak entwickelte Computer, der „Apple I“ getauft wurde. Auf der Suche nach Abnehmern wurde Jobs schnell fündig. Paul Terrell, Eigentümer der Computereinzelhandelskette Byte Shop, orderte 50 Exemplare des Apple I inklusive Gehäusen und Kassettenlaufwerken. Um an das notwendige Kapital zu gelangen, verkaufte Jobs seinen Wagen, lieh sich Geld von Freunden und erhielt letztendlich einen Bankkredit über 5,000 Dollar. Ronald Wayne trat nach nur zwei Wochen nach der Gründung von Apple aus dem Unternehmen aus. Er war von Apples Geschäftsmodell nicht überzeugt und hatte akute Angst, sich zu verschulden. Also trat er seinen Anteil für 800 Dollar an Jobs und Wozniak ab. Zehn Jahre später hätte er mit dem Verkauf des Anteils 200 Millionen Dollar einnehmen können.

Nachdem die Bestellung von Terrel problemlos von Apples Zwei-Mann-Team bearbeitet werden konnte, wollte Steve Jobs schnell expandieren und brauchte ein dementsprechend höheres Kapital. Just zu diesem Zeitpunkt wurde Mike Markkula auf das Start-Up-Unternehmen aufmerksam. Der finnischstämmige Markkula befand sich mit Anfang dreißig eigentlich im Vorruhestand, da er als Marketing-Chef von Intel bereits zum Multimillionär avanciert war. Er investierte knapp 100,000 US-Dollar in Apple Computer und ließ seine Kontakte spielen, um Jobs zu einem weiteren Bankkredit von über 250,000 US-Dollar zu verhelfen.

Der Grund, der den aus dem Berufsleben ausgeschiedenen Markkula dazu bewog, eine derart große Summe in Apple zu investieren, lag in Stephen Wozniaks neuester Kreation. Markkula wusste, dass der Nachfolger des Apple I das Potenzial besaß, der erste Heimcomputer zu werden, den man kostengünstig an Kunden in aller Welt absetzen konnte. 1977 kam der Apple II zu einem Preis von 1,300 US-Dollar auf den nordamerikanischen Markt. Markkula hatte inzwischen wichtige Positionen innerhalb des Unternehmens mit Vertrauten aus der IT-Branche besetzt, die eine seriöse Geschäftsführung bei Apple garantierten.

Zu dieser Zeit kristallisierte sich auch die für Apple mittlerweile typische Unternehmenshierarchie heraus. Der erste Geschäftsführer Michael Scott veranlasste, dass jeder Mitarbeiter einen Ausweis bekam, auf dem eine Nummer abgebildet war, die die Rangfolge der Einstellung repräsentierte. Wozniak bekam als Entwickler der Apple-Computer die Nummer Eins zugewiesen. Steve Jobs weigerte sich jedoch die Nummer Zwei zu erhalten, was zu einer mittelschweren Krise führte, die Scott beilegte, indem er Jobs die Nummer Null zuteilte. Bereits zu dieser Zeit zeichnete sich die egomanische und herrschsüchtige Seite von Steve Jobs Persönlichkeit ab, die ihm knapp zehn Jahre später zum Verhängnis werden sollte.

Von 1977 bis 1980 wurden etwa 50,000 Exemplare des Apple II abgesetzt. Lag die Zahl der Apple-Mitarbeiter 1977 noch bei rund 50 Angestellten, so waren es 1979 bereits mehr als 1,000 Menschen, die für Apple arbeiten. Das Elternhaus von Steve Jobs war längst zu klein geworden, also zog die Belegschaft bereits Ende 1977 in die neue Firmenzentrale in Cupertino, Kalifornien. 1980 wagte Apple den Schritt an die Börse und war damit das erste Start-Up-Unternehmen aus Silicon Valley, dessen Wertpapiere an der Wall Street gehandelt wurden. Zahlreiche Mitarbeiter und insbesondere Steve Jobs wurden über Nacht zu Multimillionären.

Die Konkurrenzsituation auf dem Computermarkt war zu Beginn der 1980er Jahre eine ganz andere als noch Mitte der 1970er Jahre. Inzwischen boten Unternehmen wie Commodore, Atari und IBM ähnliche und teilweise leistungsstärkere Rechner an. Um keine Marktanteile auf die Wettbewerber zu verlieren, startete Apple mit dem Apple III sein bis dato ambitioniertestes Projekt. Steve Jobs bildete ein fünfzig Mann starkes Team, das für die Entwicklung verantwortlich war, während Stephen Wozniak Chef der Apple II-Division blieb.

Es lag zum Teil Wozniak fehlender Expertise, dass der Apple III sich zu einem monumentalen Flop entwickelte und seine Produktion bereits 1984 wieder eingestellt wurde. Doch waren Gründe für die schwachen Absatzzahlen vielfältig. Zum einen bedingten die technisch anspruchsvollen Rahmendaten einen enormen Verkaufspreis, der je nach Ausstattung bei zwischen 4,500 und knapp 8,000 US-Dollar lag. Zum anderen hatte Steve Jobs während der Entwicklungsphase ständig darauf gepocht, auf den Einbau eines Kühlungssystems zu verzichten. Dies hatte katastrophale Auswirkungen, da die Geräte sich dermaßen überhitzten, dass sich die Mikrochips verformten. Der Apple III hatte seit seiner Einführung einen derart miserablen Ruf, dass auch eine verbesserte und technisch einwandfreie Nachfolgeversion, der Apple III Plus, von den Kunden weitgehend ignoriert wurde.

Eine besondere Herausforderung stellte es für Apple dar, als IBM 1981 den „IBM PC“ vorstellte. Der IBM PC war als reiner Business-PC konzipiert, verfügte mit dem von Microsoft hergestellten DOS über ein benutzerfreundliches Betriebssystem und erfüllte damit alle Vorraussetzungen, in großen Firmen und Verwaltungsbehörden zum Einsatz zu kommen. Als erste Reaktion schaltete Apple eine ganzseitige Anzeige in einer amerikanischen Tageszeitung, die IBM Einstieg in den Personal Computer-Markt auf arrogante Art und Weise mit der Überschrift „Welcome IBM, seriously“ kommentierte.

Apple konnte zu dieser Zeit kein vergleichbares Produkt anbieten. Der Apple II fand zwar weiterhin reißenden Absatz, jedoch nur unter technikbegeisterten Privatanwendern. Um mit IBM mithalten zu können, sollte 1982 ein Computer auf den Markt gebracht werden, der im Gegensatz zum Apple III ein würdiger Nachfolger des Apple II war. Die Entwicklung des Apple Lisa (wahlweise nach der Abkürzung für „Local Integrated Software Architecture“ oder nach der Tochter von Steve Jobs benannt)  hatte bereits 1978 begonnen und wurde in den Folgejahren mit dem Ziel forciert, Benutzern eine völlig neuartige Erfahrung im Umgang mit Computern zu ermöglichen. Wichtigster Bestandteil des Lisa sollte ein Maus-basiertes, grafisches Betriebssystem sein, wie es zuvor nur der Computerhersteller PARC in sein Modell „Xerox Alto“ integriert hatte. Um an die technische Expertise für die Implementierung eines solchen „Graphical User Interface“ (GUI) in den Lisa zu gelangen, stattete Steve Jobs persönlich der Firmenzentrale von Xerox mehrere Besuche ab, um sich diesbezüglich zu informieren. Im Gegenzug erhielten die PARC-Manager Optionen auf Apple-Aktien. Wenig später wechselten zudem mehrere Programmierer von PARC zu Apple, um das Entwicklungsteam für den Lisa zu unterstützen.

Apple-CEO Michael Scott betrachtete Steve Jobs Involvierung in das Lisa-Projekt mit Argwohn. Jobs war schon für das gescheiterte Apple III-Modell verantwortlich, das dem Unternehmen mehrere Millionen Dollar gekostet hatte. Scott war nicht ein zweites Mal bereit, Jobs mit allen Freiheiten bei der Entwicklung eines neuen Computers auszustatten. Er zog ihn aus der Lisa-Abteilung ab und machte ihn zum Pressesprecher. Doch nach einem kurzen Intermezzo als Chef der PR-Abteilung begann sich Jobs für ein Computerprojekt im Hause Apple zu interessieren, das bis dahin mit nur vier verantwortlichen Programmierern ein Schattendasein gefristet hatte. Seit 1979 arbeitete das kleine Team unter der Führung von Jef Raskin an dem nach einer Apfelsorte benannten „Macintosh“-Computer, der nach Vollendung über hochwertige Grafikkapazitäten verfügen und zudem noch mit einem Preis von 500 Dollar für jeden erschwinglich sein sollte. Angetrieben von Trotz und Wut darüber, aus dem Lisa-Projekt verbannt geworden zu sein, riss Steve Jobs die Führung des Macintosh-Teams an sich, das er in den Jahren zuvor ironischerweise mehrfach auflösen wollte. Jef Raskin, der eigentliche Vater des Macintosh, wurde von Jobs umgehend in eine andere Abteilung versetzt und verließ Apple kurze Zeit später.

Jobs forcierte in der Folgezeit den Konkurrenzkampf zwischen seinem Macintosh-Team und den übrigen Lisa-Mitarbeitern. Die Programmierer aus Jobs Abteilung genossen bestimmte Privilegien. So wurde das eigens eingerichtete, separate Macintosh-Hauptquartier mit hochwertigem Mobiliar, kostspieligen Gemälden und einem Flügel im Eingangsbereich versehen. Regelmäßig lud Jobs eine Riege von Masseusen ein, die die Entwickler an ihren Schreibtischen massierten. Jobs Mitarbeiter trugen zu dieser Zeit T-Shirts, auf die der Slogan „90 hours a week and loving it“ gedruckt war, um ihren unbegrenzten Arbeitswillen zum Ausdruck zu bringen, wobei die meisten von Ihnen von Jobs zu Überstunden gezwungen wurden. Die Macintosh-Programmierer wurden von Jobs zu „Piraten“ hochstilisiert, während er die übrigen Apple-Beschäftigten als einfältige Krawattenträger betrachtete.

Mit dem von ihm initiierten, unternehmensinternen Konkurrenzkampf sorgte Steve Jobs für eine Vergiftung des Betriebsklimas. Das Lisa-Team blickte mit Verachtung auf die Macintosh-Ingeniure, die die besten Ideen und Bestandteile des Lisa kopierten und als eigenständige Errungenschaften proklamierten. Ebenso benachteiligt fühlte sich die Apple II-Abteilung, die nach wie vor das profitabelste Produkt aus dem Hause Apple produzierte. Als Steve Jobs dann auch noch Stephen Wozniak in die Macintosh-Abteilung holte, verlor das Apple II-Team seinen wichtigsten Mitarbeiter. Die negative Stimmung hatte auch personelle Konsequenzen. CEO Scott musste seinen Hut nehmen, da es ihm nicht gelungen war, den Betriebsfrieden aufrechtzuerhalten.

Nach einer Übergangsphase, während der Kapitalgeber Mike Markkula die Geschicke des Unternehmens leitete, wurde 1981 auf Drängen von Steve Jobs John Sculley als neuer CEO verpflichtet. Sculley kam vom Getränkeriesen PepsiCo., wo er als Vize-Präsident für das Marketing verantwortlich war. Jobs Wahl fiel auf Sculley, weil ihm imponierte, wie Sculley in den 1970er Jahren mit intelligenten Werbemaßnahmen Pepsi zu einer Getränkemarke ausgebaut hatte, die es mit dem Marktführer Coca-Cola aufnehmen konnte. Legendär ist in diesem Zusammenhang Steve Jobs Frage geworden, mit der er Sculley für das Engagement bei Apple begeisterte: „Willst du den Rest deines Leben damit verbringen, Zuckerwasser zu verkaufen oder willst eine Chance haben, die Welt zu verändern?“

1983, als Sculley sein Amt aufnahm, war Stephen Wozniak bereits seit zwei Jahren nicht mehr in das Tagesgeschäft von Apple involviert. Hobby-Pilot Wozniak hatte zuvor einen schweren Unfall erlitten, als seine Propellermaschine an einem Bahndamm zerschellte. Er verlor für eine Weile sein Kurzzeitgedächtnis, was jedoch später wieder hergestellt wurde. Dennoch entschied sich Wozniak dafür, seinen Universitätsabschluss nachzuholen und nicht mehr regelmäßig für Apple zu arbeiten.

In seinen ersten Monaten nach Amtsbeginn musste Sculley erkennen, dass der Apple Lisa ebenso wie der Apple III einen kommerziellen und technologischen Reinfall bedeutete. Obwohl der Lisa als einer der ersten Computer über ein grafisches Betriebssystem und eine Maus zur Steuerung verfügte, verlief der Verkauf nach einer schnell nachlassenden Euphorie nur schleppend. Das lag unter anderem am enorm hohen Preis von rund 10,000 US-Dollar.

CEO Sculley blieb nichts anderes übrig, als von da an auf das Macintosh-Team rund um Steve Jobs zu setzen. Beide verstanden sich anfangs sehr gut und wurden von der Presse und anderen Mitarbeitern als „dynamisches Duo“ bezeichnet. Sie teilten ihre Leidenschaft für ausgeklügelte Werbekampagnen und beauftragten die Agentur Chiat/Day damit, die Einführung des Macintosh im Jahr 1984 entsprechend zu vermarkten. Diese engagierte Regisseur Ridley Scott, um einen Werbespot zu drehen, der einmalig in der Halbzeitpause des Super Bowls ausgestrahlt wurde. Der Spot war in einer von George Orwells „1984“ inspirierten Zukunftswelt angesiedelt, in der eine Frau mit einem Hammer den Bildschirm von „Big Brother“ zerstört. Am Ende des Spots wurde der inzwischen berühmt gewordene Slogan eingeblendet: „On January 24th, Apple Computer will introduce Macintosh. And you’ll see why 1984 won’t be like ’1984’“

Anfangs verkaufte sich der Macintosh sehr gut. Die Einführung der neuen Serie verhalf Apple zu einem Umsatz von 1,5 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 1984. Sculley und Jobs fantasierten von einer Welt, in der der Macintosh ein Gebrauchsgegenstand wie Telefon oder Fernseher war und jede Familie oder Person über ein Exemplar verfügte. Doch ein Jahr später sah sich Apple mit einem riesigen Lager von Macintoshs konfrontiert, die partout nicht über die Ladentheke wandern wollten. Es hatte sich inzwischen herumgesprochen, dass der Macintosh äußerst langsam war und kaum Speicher besaß. Hinzu kam ein durch unzählige Überstunden entkräftetes und durch Steve Jobs soziopathisches Verhalten völlig demotiviertes Macintosh-Produktionsteam, das sich nicht mehr in der Lage sah, regelmäßig notwendige Updates zu veröffentlichen. Der ursprüngliche Plan, innerhalb von zwei Jahren zwei Millionen Exemplare abzusetzen wurde weit verfehlt.

Das Management sowie der Vorstand von Apple wurden bei der Suche nach einem Verantwortlichen für die Misere schnell fündig. Steve Jobs hatte die Nerven von Entscheidungsträgern, Aufsichtsrat und einfachen Angestellten dermaßen strapaziert, dass er zur unerwünschten Person innerhalb des Unternehmens geworden war, das er selber knapp zehn Jahre zuvor ins Leben gerufen hatte. Von der Freundschaft zwischen Sculley und Jobs war nichts mehr zu sehen. Sculley konfrontierte den Verwaltungsrat mit Rücktrittsgedanken, sollte Jobs nicht umgehend die Verantwortung für das operative Geschäft entzogen werden. Ohne lange Diskussionen erfüllte das Gremium Sculleys Wunsch und degradierte Jobs zu einem de facto einflusslosen „Chairman“, der nur repräsentative Aufgaben wahrnehmen konnte. Es handelte sich um einen Schlag ins Gesicht für Jobs, der es schon seit einiger Zeit aus Sculley’s CEO-Posten abgesehen hatte. Wenige Wochen später, als Sculley sich geschäftlich in China aufhielt, sah Jobs den richtigen Zeitpunkt gekommen, Sculley von der Konzernspitze zu putschen. Jobs führte konspirative Treffen mit zahlreichen hochrangigen Apple-Managern durch und versuchte sie von einer Neuordnung in der Führung von Apple zu überzeugen, mit ihm an der Spitze des Unternehmens. Als Sculley von Jobs möglichen Coup erfuhr, brach dieser seinen Trip nach Fernost sofort ab und vereitelte den Umsturzversuch. Wenige Tage später reichte Steve Jobs seinen Rücktritt ein und der letzte der drei Gründer von Apple verließ die Computerfirma.

Unmittelbar nach Jobs Rauswurf erlebte Apple eine Blütephase. Hauptgrund dafür war die Entwicklung des technisch verbesserten Macintosh II, der sich bis 1993 zwölfeinhalb Millionen Mal verkaufte. Auch der Apple II blieb bis zum Jahr seiner Einstellung relativ erfolgreich und verkaufte sich insgesamt fünf Millionen Mal. Erfolgreiche neue Mac-Applikationen wie HyperCard (1987) oder die QuickTime-Software (1990) taten ihr übriges. Sculley ersetzte Jobs Position mit Jean-Louis Gassée, der im Alleingang die französische Division von Apple in Paris aufgebaut hatte. Einziger Wehrmutstropen während dieser Ära war das erste von Apple produzierte Notebook „Mac Portable“ (1989), das mit Batterien betrieben wurde und deshalb mehr als sieben Kilo wog. 1991 präsentierte Apple dann mit dem „Power Book“ eine weitaus benutzerfreundlichere und erfolgreichere Laptop-Serie.

Die Sculley-Ära war außerdem durch einen jahrelangen Streit zwischen Apple und dem Software-Produzenten Microsoft geprägt. Bis zum heutigen Tag behaupten Apple-Mitarbeiter, Microsoft hätte das grafische Macintosh-Betriebssystem Mac OS von Apple gestohlen. Ganz so eindeutig spielten sich die Vorgänge, die in einen der größten Urheberrechts-Streit der amerikanischen Wirtschaftsgeschichte mündete, nicht ab. Fakt ist, dass Microsoft-Chef Bill Gates bei der Entwicklung von Windows stark von Apples Betriebssystem Mac OS inspiriert wurde, als Steve Jobs ihm persönlich frühe Prototypen des Macintosh gezeigt hatte. Als Windows 1.0 1985 auf den Markt kam, war das Programm voller Fehler und arbeitete langsam. Im Prinzip handelte es sich bei der ersten Windows-Version um eine erweiterte Form von MS-DOS. Um Windows zu verbessern, traf sich Gates zu geheimen Verhandlungen mit Apple und lizenzierte einige Features von Mac OS, so zum Beispiel den „Papierkorb“, überlappende Fenster und Multitasking-Funktionen. Im Gegenzug erhielt Apple Garantien, dass Microsoft sein Schreibprogramm Word für den Macintosh entwickeln und die Veröffentlichung der Excel-Software auf das Jahr 1986 verschieben würde.

Die Windows-Version 2.0, die 1987 veröffentlicht wurde, war fast deckungsgleich mit Mac OS, sichtbar für Laien daran, dass sie erstmals Icons, die Dateien darstellten, beinhaltete. Apple, das der Meinung war, der Lizenz-Deal würde sich nur auf Windows 1.0 beschränken, warf Microsoft Urheberrechtsverletzungen vor und verklagte das Unternehmen. Die Folge war ein sechsjähriger Prozess, der unter dem Namen „Apple Computer, Inc. vs. Microsoft Corporation“ in die Geschichtsbücher eingegangen ist. Der zentrale Vorwurf der Apple-Anwälte lautete, dass Microsoft das Copyright-geschützte „Aussehen und Gefühl“ (look and feel) des Macintosh-Betriebssystems kopiert hätte. Microsoft behauptete hingegen, dass Apple den Prozess initiiert hätte, um an die geistigen Eigentumsrechte für graphische Benutzeroberflächen im Allgemeinen zu gelangen. 1994 wies das zuständige Gericht bis auf unbedeutende Details alle wesentlichen Vorwürfe von Apple zurück. Der zuständige Richter Vaughn R. Walker argumentierte, dass die Mehrzahl der Elemente, die Microsoft von Mac OS übernommen hatte, in der Lizenzvereinbarung beider Konzerne von 1985 enthalten war. In Bezug auf weitere Bestandteile von Windows, die denen von Mac OS ähnelten, urteilte das Gericht mit Verweis auf die „Merger-Doktrin“, diese könnten nicht urheberrechtlich geschützt werden, da sie den einzigen Weg darstellten, eine bestimmte Idee auszudrücken.

1993 neigte sich John Sculleys Amtszeit als CEO von Apple dem Ende zu. Grund dafür war die erfolglose Einführung eines PDAs (personal digital assistent) mit dem Arbeitstitel „Newton“. Als Sculley den Minicomputer 1992 vorstellte, steckten fünf Jahre und mehrere Millionen Dollar Forschungsarbeit darin. Das Gerät sollte über herkömmlichen Funktionen eines PC’s verfügen, jedoch klein und handlich daher kommen. Als der PDA 1993 endlich in Kooperation mit Sharp unter dem Namen „Message Pad“ in die Läden kam, verkaufte es sich anfangs beachtlich. Doch schnell wurden die Kunden auf die gravierenden technischen Defizite des Geräts aufmerksam und die Absatzzahlen stagnierten. Die vermeintlich revolutionäre Schrifterkennungs-Software (Besitzer des Newtons konnten mit einem Stift Notizen auf das Display schreiben) stellte sich als Farce heraus, das Gerät ließ sich nicht mit Desktop-PCs synchronisieren und war zu groß, um in eine Hosentasche zu passen. Zudem war der Batteriebetrieb mangelhaft und garantierte nur wenige Stunden Stand-By-Zeit.

Sculley hatte alles auf die „Newton“-Karte gesetzt und stand nun vor einem finanziellen Scherbenhaufen. Apple schrieb rote Zahlen. Hinzu kam, dass der Aufsichtsrat zunehmend das Gefühl bekam, Sculley würde seine Aufgaben bei Apple mehr und mehr vernachlässigen. Zu dieser Zeit investierte er in der Tat eine Menge Zeit und Geld in das Unterfangen, seinen Freund Bill Clinton ins Weiße Haus zu verhelfen. Clinton erwog sogar kurzzeitig, Sculley als Informationsminister in sein Kabinett aufzunehmen. Der Vorstand hatte genug Sculleys „Newton“-Eskapaden und ersetzte ihn durch Michael Spindler.

Spindler (Spitzname: „The Diesel“) war deutscher Herkunft und hatte zuvor die Europazentrale von Apple geleitet. Er litt unter Panikattacken, die zur Folge hatten, dass Kollegen ihn mehrere Male zusammengekaut unter seinem Schreibtisch hockend oder eingeschlossen in einem Wandschrank auffanden. Zudem zeichnete er sich durch das Abhalten von Meetings aus, die sämtliche Mitarbeiter frustrierte und ungläubig hinterließen. Spindler war häufig derart gestresst, dass er unverständliche Dinge in seinen Vorträgen murmelte und mit seiner unleserlichen Handschrift unentzifferbare Sätze auf Flipcharts schrieb. Nach einer Rede verließ Spindler meist umgehend den Raum ohne offene Fragen zu beantworten.

Dennoch erlebte Spindler einen relativ erfolgreichen Start in seine Amtszeit. Er sanierte das von Sculley heruntergewirtschaftete Unternehmen indem er Kosten senkte und Tausende von Mitarbeitern entließ. Außerdem wurde unter seiner Ägide der sehr erfolgreiche und leistungsstarke „Power Mac“ veröffentlicht. Der Power Mac war das Resultat einer bereits von Sculley zu Beginn der 1990er Jahre initiierten Zusammenarbeit zwischen Apple, IBM und Motorola (die sogenannte AIM-Allianz). Gemeinsam entwickelten die drei Firmen eine Prozessor-Architektur für Personal Computer, die auch im Power Mac zur Anwendung kam. Spindler war von der Zusammenarbeit mit IBM derart überzeugt, dass er eine Fusion beider Konzerne vorantrieb. Diese scheiterte aber an Spindlers überzogenen Preisforderungen für Apple-Aktien. Spätere Fusions-Gespräche mit Hewlett-Packard oder Compaq verliefen im Sande.

Spindler leistete sich weitere Managementfehler, die katastrophale Auswirkungen für Apple hatten. Das Hauptproblem bestand darin, dass Spindler die Nachfrage nach Power Macs nicht befriedigen konnte. Mit einem besseren Maß an Voraussicht hätte Apple zu dieser Zeit weit mehr als die rund zehn Millionen Exemplare des Power Macs absetzen können. Massive Lieferrückstände führten zu großen Verlusten. Des Weiteren kündigte Spindler unüberlegt diverse Projekte an, die nie veröffentlicht wurden und dennoch Unmengen an Forschungsmitteln verschluckten. Dazu gehörten das Mac OS-Nachfolge-Betriebssystem Copland, eine Spielkonsole („Codename Pippin) und eine Digitalkamera. Zum Eklat kam es im Sommer 1995, als eine neue Version des Laptop „PowerBook“ die Endkunden erreichte. Das PowerBook 5300 musste zurückgerufen werden, da sich bei einem Großteil der Käufer die Batterien erhitzen und explodierten. 1995, zu einem Zeitpunkt, an dem das große Potenzial des Internets immer deutlicher wurde, hatte Apple zudem so gut wie keine Onlinestrategie. Windows 95 von Konkurrent Microsoft hatte sich als das vorherrschende Betriebssystem durchgesetzt, während Copland nicht fertig gestellt wurde. Spindler wurde im Januar 1996 seines Amtes enthoben.

Um Apple wieder auf stabile wirtschaftliche Beine zu stellen, setzte der neue CEO Gil Amelio zahlreiche unpopuläre Maßnahmen durch. Er entließ rund ein Drittel aller Mitarbeiter, stellte die Arbeit am Betriebbsystem Copland endgülitg ein und erlaubte es Fremdanbietern, eine Lizenz für die Herstellung von Mac-Klonen zu erwerben. Amelio erkannte, dass Apple über kein zeitgemäßes Betriebssystem verfügte und auch nicht in der Lage war, ein solches zeitnahe zu entwickeln. Also sah sich Amelio nach Firmen um, die ein Betriebssystem entwickelt hatten, das auf dem technisch neuesten Stand war. Zwei Übernahmekandidaten kamen in die engere Auswahl. Ironischerweise wurden beiden von ehemaligen hochrangigen Apple-Führungskräften gemanagt. An der Spitze des Unternehmens Be stand Jean-Louis Gassée, der ehemalige Präsident für die Produktentwicklung von Apple. Die Firma NeXT wiederum wurde von Apple-Gründer Steve Jobs betrieben. Beide verfügten über ein ausgereiftes Betriebssystem, das Amelio möglichst schnell mit den funktionierenden Bestandteilen des eingestellten Copland zu einem eigenen Produkt verbinden wollte. Amelio sah sich genötigt, schnell zu handeln, da eine Übernahme durch den Software-Produzenten Oracle in der Luft lag. Die Apple-Verantwortlichen trafen sich Ende 1996 gleichzeitig mit Gassée und Jobs, um sich für den Kauf einer der beiden Firmen zu entscheiden. Die Wahl fiel am Ende auf Jobs’ Unternehmen NeXT, unter anderem weil Gassée einen überzogenen Kaufpreis verlangte.

Steve Jobs hatte es zwölf Jahre nach seinem Rauswurf geschafft, wieder Teil von Apple zu werden. Anfangs war er offiziell nur in beratender Funktion tätig. Doch als Amelio rund ein Jahr nach Amtsantritt aufgrund ausbleibender Erfolge seinen Posten als CEO wieder räumen musste, war Jobs als Nachfolger zur Stelle. Zuvor hatte er geschickt ehemalige NeXT-Führungskräfte mit hochrangigen Positionen bei Apple ausgestattet.

Jobs erste Maßnahme als alter und neuer Chef von Apple bestand darin, eine Allianz mit Erzfeind Microsoft zu schmieden. Jobs und Bill Gates hatten einen Vertrag ausgehandelt, der vorsah, dass auf jedem Macintosh-Modell Microsofts Internet Explorer als Standartbrowser vorinstalliert war. Als Gegenleistung versprach Gates, das Office-Paket weitere fünf Jahre auch für Apple-User anzubieten. Außerdem brach Jobs die Verbindungen zu Drittanbietern, die Apple-Klone anboten, rapide ab. Bereits nach weniger als einem Jahr unter der Führung von Jobs hatte sich der Aktienkurs verdreifacht und Apple konnte wieder Gewinne verbuchen.

Im Sommer 1998 präsentierte Jobs eine neuen Generation des Macintosh, die der ursprünglichen Idee des Apple II entsprechen sollte: ein Computer für alle, der so selbstverständlich Teil der Lebensumgebung ist wie eine Stehlampe oder ein Telefon. Der iMac brach mit der Tradition aller Vorgängermodelle. Er verfügte über ein Design, das von runden Formen dominiert war. Der Computer wurde in verschiedenen bunten Farben hergestellt und konnte mit einer geringen Zahl von Kabeln in Minutenschnelle aufgebaut und mit dem Internet verbunden werden. Die Idee und das Aussehen des iMac trugen eindeutig die Handschrift von Steve Jobs, der die Partnerschaft mit der Werbeagentur Chiat/Day reanimiert hatte. Deren konzipierter Slogan „Think Different“ half Apple mehr als zwei Millionen Exemplare des iMacs und der Laptop-Version iBook zu verkaufen. Parallel zum iMac/iBook wurde 1999 das neue Betriebssystem Mac OS X angekündigt, das zu großen Teilen auf den von Jobs alter Firma NeXT entwickelten Technologien beruhte. 2000, als Jobs unter tosendem Applaus hunderter Anhänger verkündete, auch künftig CEO bleiben zu wollen, erwirtschaftete Apple Rekordgewinne.

Doch bereits 2001 befand sich die gesamte Computerbranche in einer Krise, die auch Apple schwer traf. Zu dieser Zeit war der Markt für internetfähige Heimcomputer bis auf weiteres gesättigt. Kommerzielle Flops wie der Power Mac G4 Cube, ein in der Versenkung verschwundener, würfelförmiger Computer, verschärften die Mini-Krise. Zu dieser Zeit sprachen einige Computerhersteller bereits vom Ende des PCs. Doch Jobs parierte diese pessimistische Sicht mit dem Hinweis darauf, dass der Heimcomputer künftig andere Aufgaben erfüllen müsse als bisher. Das Zauberwort, das Jobs in zahlreichen Präsentationen prägte, lautete „Digital Lifestyle“: Apple-Computer sollten künftig mit Unterhaltungselektronik kompatibel seien und mit dieser interagieren. Zu diesem Zweck entwickelte Apple die Videosoftware iMovie und das Programm iTunes, mit dem man MP3s auf seinem Rechner kategorisieren und brennen kann.

Das wichtigste Produkt, das im Zuge der Digital Lifestyle-Offensive herausgebracht wurde, war der 2001 vorgestellte iPod. Der Musikplayer verfügte mit seinen fünf Gigabyte-Festplatte über so viel Speicherplatz wie kein MP3-Gerät zuvor. Das von Jonathan Ive entwickelte Design, das weißen Kunststoff und Chrom verband, machte den iPod zu einem Prestigeobjekt. Eine ausgeklügelte Werbekampagne sorgte für einen Hype, wie er zuvor wohl nur bei der Einführung des Sony Walkman Ende der 1970er Jahre zu beobachten war. Von 2001 bis 2008 verkaufte Apple mehr als 170 Millionen Exemplare des iPod. Ein wichtiger Bestandteil des Phänomens iPod ist das virtuelle Musikgeschäft iTunes Store, dass es iPod-Besitzern erlaubt, legal Musiktitel gegen Bezahlung herunter zu laden (sowie Videos und Filme zur beschränkten Nutzung anbietet). Seit 2001 hat Apple auf diese Weise mehr als fünf Milliarden Songs zu einem Preis von jeweils einem Dollar und circa 60 Millionen Videos und Filme verkauft. Apple wurde so zum Vorreiter in Sachen Musikvertrieb über das Internet. Der iPod war dermaßen erfolgreich, dass die gesamte Produktpalette von Apple nach dessen Design ausgerichtet wurde. Die iMac-Generation aus dem Jahr 2004, sowie der Mac mini, eine Miniaturversion, waren in ihrem Aussehen stark an den iPod angelegt und sollten die iPod-Besitzer zum Kauf bewegen.

Kurz nach der Veröffentlichung des iPod begann Steve Jobs sich über ein Gerät Gedanken zu machen, das die Funktionen des iPods mit denen eines BlackBerry und eines Mobiltelefons verband. Er konnte dabei auf den großen Erfahrungsschatz zurückgreifen, den das Entwicklungsteam des Newton-PDA seit Ende der 1980er Jahre begonnen hatte, anzuhäufen. Den Anfang von Apples Ausflug in die Handy-Branche machte 2005 das ROKR, das von Motorola hergestellt wurde und mit Apples iTunes-Format kompatibel war. Doch schnell realisierte Jobs, dass das ROKR von den Kunden nicht angenommen wurde und über zu wenig Speicherplatz für Musik verfügte. Also fasste Jobs den Entschluss, selbst ein Mobiltelefon zu produzieren. Er wusste, dass er auf Apple-Chefdesigner Jonathan Ive vertrauen konnte, der das Äußere des Handys so hochwertig gestaltete, dass es sich schnell zum Statussymbol entwickeln würde. Außerdem konnte er sich der Touchscreen-Technologie bedienen, die die Entwickler für die diversen Apple-PDA’s erfunden hatten. Während die technische Ausprägung des iPhones immer weiter voranschritt, führte Steve Jobs Gespräche mit Mobilfunkbetreibern bezüglich einer exklusiven Kooperation. Seine Wahl fiel auf den Mobilfunkkonzern AT&T, der damals noch unter dem Namen Cingular firmierte. Jobs handelte einen für die Handy-Branche revolutionären Vertrag aus. Das noch intakte Abkommen besagte, dass AT&T für die kommenden fünf Jahre der einzige Netzanbieter für das iPhone sei und an zehn Prozent der iPhone-Verkäufe in den AT&T-Shops beteiligt werde. Im Gegenzug verplichtete sich AT&T dazu, eine zeit- und kostenintensive „Visual Voicemail“-Technologie zu entwickeln und rund zehn US-Dollar pro Monat für jeden AT&T-Kunden der ein iPhone benutzt, an Apple zu zahlen. Nachdem das iPhone ab Juni 2007 in den Läden auslag, entwickelte es sich zum profitabelsten Gerät der Unternehmensgeschichte.

Apple steht mehr als 30 Jahre nach seiner Gründung besser denn je da. Das Angebot des Unternehmens wurde erfolgreich diversifiziert. Heute stellt Apple nicht nur Computer-Hardware her, sondern ist zusätzlich in den Markt für Unterhaltungselektronik eingestiegen. Die Markentreue und Loyalität der Apple-Kunden, deren Basis durch die Einführung des iPod, des iPhone und des iPad massiv ausgeweitet wurde, ist auf der Welt einmalig und wird wohl auch in Zukunft dafür sorgen, dass es langfristig eine breite Abnehmerschaft für Produkte aus dem Hause Apple geben wird.

Management

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Gründer und CEO Steve Jobs ist ohne Zweifel die wichtigste Person bei Apple. Die mehr als zehn Jahre, in denen Jobs gezwungenermaßen eine Auszeit von Apple nehmen musste, nutze er, um das (inzwischen an Disney weiterverkaufte) Filmanimationsstudio Pixar erfolgreich aufzubauen. Gleichzeitig war die Dekade ohne Steve Jobs die schwierigste der Unternehmensgeschichte, so dass sich mit einiger Sicherheit behaupten lässt, dass es Apple in seiner heutigen Form nicht mehr geben würde, wäre er 1997 nicht zurückgekehrt. Er übernahm das Unternehmen als beinah-bankrotten Übernahmekandidaten und machte es in nur zehn Jahren so profitabel und wachstumsstark wie es zuvor nie war. Die alljährlich stattfindenden Macworld Conventions verwandelten sich durch Jobs Auftritte zu einer Art religiöser Gottesdienste.

Jobs kontrolliert bei Apple jeden Aspekt der Produktion, von den Fernsehspots bis hin zur Gestaltung der überall auf der Welt verstreuten Apple-Geschäfte, die teilweise wie Museen anmuten. Seine erfolgreichste Kreation bis jetzt ist der iPod, mit dem er ein Quasi-Monopol auf dem Markt für MP3-Player geschaffen hat. Unter zehn in den Vereinigten Staaten verkauften MP3-Playern sind neun iPods. Dreiviertel aller neu produzierten Autos verfügen über eine iPod-Andockstelle. Der iTunes Music Store deckt mit fünf Millionen verkauften Songs pro Tag 80 Prozent des digitalen Musikverkaufs ab. Der Marktwert von Apple belief sich 2008 auf 108 Milliarden US-Dollar, und damit auf mehr als McDonalds oder Goldman Sachs.

Der Aufstieg von Jobs bei Apple wird jedoch auch kritisch gesehen. Die meisten Biographen beschreiben Jobs als Soziopathen mit Borderline-Störung, der Mitarbeiter spontan während einer Fahrstühlfahrt entlässt, Geschäftspartner manipuliert und sich mit den Erfindungen und Ideen anderer rühmt. Geradezu legendär ist seine Fähigkeit, Angestellte in Tränen ausbrechen zu lassen. 1985 machten ihn seine Eskapaden dermaßen unbeliebt, dass er aus dem von ihm selbst gegründeten Unternehmen gedrängt wurde, nur um zehn Jahre später bei seiner Rückkehr wie ein Messias gefeiert zu werden.

Wie wichtig die Person Steve Jobs für das Unternehmen ist, zeigte sich 2004, als beim Apple-Chef Bauchspeicheldrüsen-Krebs diagnostiziert wurde. Die durch eine erfolgreiche Operation überwunden geglaubte Krankheit Jobs hatte heftige Auswirkungen auf den Aktienkurs. Für die meisten Aktionäre steht fest, dass Apple nur mit Jobs an der Spitze weiter erfolgreich sein kann. Bei der Mac World Conference and Expo im Januar 2009 präsentierte erstmals nicht Jobs, sondern Marketing-Chef Phil Schiller Apples neue Produkte. Der Grund für das Fernbleiben von Jobs wurde in einer Pressemitteilung durch rapiden Gewichtsverlust von Jobs durch hormonelle Störungen erklärt. Kurz darauf verkündete Jobs selbst eine bis Juni 2009 andauernde sechsmonatige Pause, in der er sich komplett aus dem Tagesgeschäft zurückzog. Inzwischen wurde im Zuge unbestätigter Gerüchte bekannt, dass Jobs sich einer Lebertransplantation unterzogen haben soll. Es liegt aus medizinischer Sicht nahe, dass die Transplantation vorgenommen wurde, da Jobs Bauchspeicheldrüsenkrebs sich auf seine Leber ausgeweitet hatte. Damit wären die vom Unternehmen verkündeten "hormonellen Störungen" wohl Hirngespinste der PR-Abteilung mit dem Ziel, Kunden und Aktionäre zu beruhigen.

Sollte Jobs, der im Januar 2010 den Tablet-PC iPad in alter Frische vorstellte, entgegen eigenen Aussagen in Zukunft nicht mehr in der Lage sein, das Unternehmen zu führen, stände Tim Cook als Nachfolger bereit. Cook schaffte es als Jobs Vertretung während dessen Zwangspause problemlos, den Konzern auf Kurs zu halten. Ein mögliches Modell an der Führungsspitze sieht vor, dass Cook zum CEO befördert wird, während Jobs Vorsitzender bleibt und zudem einen Titel erhält, der ihn zum Chef der Kreativabteilung macht. Als weitere Kandidaten für den CEO-Posten gehandelt werden: Ron Johnson, Leiter der Apple Shops-Sparte, Scott Forstall, der für das iPhone-Software-Segment verantwortlich ist und Greg Joswiak, Marketing-Chef für das iPhone und den iPod.

Im Mai 2009 gelangten erstmals Details zum Skandal in Bezug auf rückdatierte Aktienoptionen der im Jahr 2006 bekannt wurde, an die Öffentlichkeit. Das Wirtschaftsmagazin Forbes dokumentiert in einem Artikel, der zum größten Teil auf einer 119-seitigen Untersuchung der Börsenaufsichtsbehörde SEC basiert, wie Jobs und seine Kollegen aus dem Aufsichtsrat sich mittels illegal rückdatierter Aktienpakete im Umfang von mehreren Millionen bereichert haben.

Geschäftsfelder

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Mac
Die Mac-Division umfasst den gesamten Computer-Hardwarebereich (Mac Pro, Mac mini, MacBook und iMac) sowie Software wie das Betriebssystem Mac OS X (neueste Version: "Snow Leopard") und Apple Quick Time.

iPod/iTunes
Das iPod/iTunes-Geschäftssegment beinhaltet den Music-Player iPod in allen seinen Ausführungen (shuffle, nano, classic, touch) sowie die Musikverwaltungs-Software iTunes und den dazugehörigen iTunes-Store mit dem man online Musiktitel, Videos und Spiele für den iPod erwerben kann. Beim iTunes Store kooperiert Apple mit den vier großen Plattenfirmen EMI, Universal, Warner und Sony BMG. Mit einem Katalog von über 8 Millionen Songs verfügt Apple über das größte Portal für den kostenpflichtigen Download von Musiktiteln. Seit Bestehen hat der iTunes Store über sechs Milliarden Songs verkauft (Stand: Januar 09). Ähnlich erfolgreich entwickelt sich der Verkauf von Videomaterial in Form von Musikvideos, Serien-Episoden und Filmen. Diese können User kaufen oder für eine beschränkte Zeit „ausleihen“ und sich auf dem PC, einem Video-fähigen iPod oder auf dem heimischen Fernseher (mittels der Hardware Apple TV) anschauen. Apple arbeitet hierbei mit den Hollywood-Produktionsstudios 20th Century Fox, Walt Disney, Warner Bros., Paramount, Universal, Sony Pictures Entertainment, MGM, Lionsgate und New Line Cinema zusammen.  Die US-Investmentbank Piper Jaffray hat den Anteil von iTunes am gesamten Jahresumsatz von Apple 2009 auf zwei Milliarden beziffert. 

Im Verlauf des Jahres 2010 soll der iTunes-Store einem umfassenden Relaunch unterzogen werden. Im Zuge der 85 Millionen US-Dollar teueren Übernahme des Musik-Streaming-Portals Lala Media überlegt der Konzern, den Verkauf von Musiktiteln über Webbrowser zu organisieren. Auf diese Art und Weise die spezifische iTunes-Software für den Erwerb von iTunes-Titeln obsolet werden, und Apple könnte die Songs auch an Nutzer verkaufen, die über kein Gerät mit iTunes-Software verfügen.

iPhone
Die eigenständige iPhone-Abteilung ist für die Produktion und Vermarktung von Apples Mobiltelefon zuständig. 2007 konnte Apple acht Millionen Exemplare der ersten Generation des iPhones absetzen. Ähnlich gut verkaufte sich auch der Nachfolger iPhone 3G, der im Juli 2008 veröffentlicht wurde. Die inzwischen dritte Auflage des Geräts, das iPhone 3G S kam am 19. Juni in die Läden und verkaufte sich am ersten Wochenende mehr als eine Million Mal. Einschließlich des vierten Quartal 2009, das Ende September 2009 endete, wurden insgesamt bisher mehr als 33 Millionen iPhones verkauft. Schätzungen zufolge soll Apple zusätzlich allein im Weihnachtsgeschäft 2009 weitere zehn Millionen Exemplare abgesetzt haben. 

Lukrativ für Apple ist auch der Verkauf diverser iPhone-Anwendungen ("Apps"), die über den iTunes-Store verkauft werden. Seit Bestehen des App Store wurden bereits mehr als drei Milliarden Applikationen verkauft. Inzwischen ist ein regelrechter Markt für die Entwicklung von iPhone-Programmen entstanden, von dem auch klein- und mittelständische Softwarefirmen profitieren. Mit der im Januar 2010 verkündeten Übernahme der Mobilfunk-Werbefirma Quattro Wireless will Apple zudem in den  Werbemarkt für Mobiltelefone einsteigen.

Im Oktober 2009 verklagte der finnische Mobiltelefon-Hersteller Nokia Apple wegen angeblicher Verletzung von Urheberrechten bei der Ausgestaltung der Wireless-Technologie des iPhones. Apple reagierte im Januar 2010, indem es seinerseits Nokia wegen der Verletzung von 13 Patenten verklagte.

Neben dem Exklusivvertrag mit AT&T (siehe Geschichte) ist  es vor allem die günstige Massenproduktion des iPhones in China, das Apple hohe Gewinne beschert. Sämtliche Geräte werden ebenso wie iPods und iPads ausnahmslos in einem Sweatshop in der Provinzstadt Shenzen hergestellt. Rund 300,000 Mitarbeiter von Hon Hai Precision Industry (firmiert an der Londoner Börse unter dem Namen Foxconn) sollen dort laut einem Bericht der „Mail on Sunday“ durch Stacheldraht geschützt jeden Tag 16-Stunden-Schichten für ein geschätztes Monatsgehalt von 50 bis 100 US-Dollar verrichten. Der milliardenschwere Fabrikbesitzer Terry Gou führe sein Unternehmen im Stile eines Militärdiktators, der seine Belegschaft, die zum größten Teil auf dem Firmengelände übernachtet, morgens zum Rapport antreten ließe. Rund 1,000 Sicherheitskräfte sorgten dafür, dass Mitarbeiter, die bei der Produktion Fehler begangen hätten, bestraft würden, unter anderem in dem sie gezwungen würden, mehrere Stunden an bestimmten Plätzen im Stehen auszuharren. Als die Vorwürfe bekannt wurden, leitete Apple eine eigene Untersuchung der Umstände in Shenzen ein, die zu dem Ergebnis kam, dass der Unternehmenskodex von Apple nicht verletzt worden sei.

Doch die Kritik an Apples Partnerschaft mit Foxcon reisst nicht ab. Im Juli 2009 begang der 25-jährige Foxcon-Angestellte Sun Danyong Selbstmord nachdem er offensichtlich von der Geschäftsleitung massiv unter Druck gesetzt worden war. Wie die Shanghai Daily berichtete, sprang Danyong aus dem Zimmer seiner Wohnung, nachdem er von Foxconn-Verantwortlichen des Diebstahls eines neuen iPhone-Prototyps beschuldigt wurde. Danyong hatte den Auftrag bekommen 16 Prototypen der vierten Generation des iPhones von Shenzen an die Apple-Unternehmenszentrale nach Cupertino zu schicken. Als dort jedoch nur 15 Exemplare ankamen, kontaktierte der notorisch auf Geheimniskrämerei bedachte Apple-Konzern das Foxconn-Unternehmen, das sich daraufhin für eine härtere Gangart entschied. Sun Danyong, der in chinesischen Blogs beteuert hatte, nichts mit dem Verschwinden des iPhones zu tun zu haben, wurde - so Medienberichte - kurz vor seinem Freitod vom Foxcon-Sicherheitsdienst in einem Keller festgehalten, verhört und geschlagen, während seine Wohnung durchsucht wurde. Im April 2010 wurden weitere besorgniserregende Fälle bekannt. Einem Bericht des "Telegraph" zufolge gab es allein im Monat März (2010) insgesamt vier Selbstmordversuche von Foxconn-Angestellten.

Engagement in Deutschland/ Europa

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Nachdem der letzte Apple Deutschland-Chef Freddie Geier im Juni 2007 seinen Rücktritt erklärte, gibt es gegenwärtig keinen Manager der das Geschäft von Apple koordiniert. Stattdessen wurde ein „European Regional Management Team“ gebildet, das für ganz Westeuropa verantwortlich ist. Damit wurde der erste Schritt hin zu einer Zentralisierung des Unternehmens in Europa unternommen, der Geier mit seinem Rücktritt zuvor kommen wollte.

Im Jahr 2007 konnte Apple in Deutschland ein wirtschaftliches Wachstum von mehr als 40 Prozent vermelden. Nach Marktanteilen liegt Apple im Bereich von Hardware an achter Stelle.

Für Aufsehen sorgte im August 2009 die EU-Kommission für die Sicherheit von Konsumgütern, die Apple bat, die Serie von mutmaßlichen Explosionen von iPhone-Geräten zu untersuchen. Weltweit berichteten iPhone-Besitzer davon, ihre Geräte würden heiß werden und explodieren. Apple-Verantwortliche sprechen dagegen jedoch von Einzelfällen.

Aktuelle Entwicklungen

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Konkurrenz im Bereich der Smartphones bedeutet für Apple nicht nur das Anfang Januar 2010 von Google vorgestellte Handy "The Nexus One". Auch die Smartphones anderer Hersteller (BlackBerry Storm2, Palm Pre, G2, Motorola Droid) könnten im Rahmen der "iPhone Clone Wars" mittelfristig ihre Abstände zum Marktanteil des iPhones verringern.

Während der Fokus des Konzerns in den letzten Jahren klar auf den Produkten iPhone und iPod lag, drohte Apple lange Zeit im Homecomputer- und Notebook-Bereich von der Konkurrenz abgehängt zu werden. Die Verkäufe in der Mac-Sparte gingen in den ersten beiden Quartalen 2009 zweimal in Folge zurück. In Zeiten, in denen der Computermarkt von günstigen, unter einem Preis von 300 US-Dollar liegenden Netbooks überschwemmt wird, entscheiden sich immer mehr Kunden gegen herkömmliche Apple-Rechner, die zudem noch signifikant teurer als herkömmliche PCs sind, ein Fakt, den Steve Ballmer, CEO von Konkurrent Microsoft, gerne als "Apple-Steuer" bezeichnet.

Im gesamten Angebot von Apple befand sich lange kein Computer, der günstiger ist als 999 US-Dollar. So hat sich der wiedergenesene Steve Jobs nach seiner Krankheit daran gemacht, unter höchster Geheimhaltungsstufe einen "Tablet PC" zu entwickeln, der für rund 500 US-Dollar zunächst auf den US-Markt gebracht wurde und der in seiner größeren Version des iPod touch dazu benutzt werden kann, im Internet zu surfen, Emails abzurufen, Filme zu sehen oder Spiele zu spielen. Mit dem "iPad" kann man auch Apps abrufen oder digitalisierte Bücher lesen, wodurch Apple in Konkurrenz zu Amazon und seinem E-Reader Kindle tritt. Unter Kritikern ist das iPad als Großeltern-Rechner verpönt, weil es den Nutzern einige Barrieren auferlegt, darunter die Unmöglichkeit, Flash zu verwenden. Weder auf dem iPad noch auf dem iPhone funktioniert die Videosoftware Flash aus dem Hause Adobe. Apple hat womöglich Angst davor, dass über die Adobe-Software Apple-eigener Code geknackt werden könnte. Daher könnte auch die ungewohnt heftige Attacke von Steve Jobs herrühren. Anfang Mai 2010 stellte Jobs einen Aufsatz auf die Apple-Seite, in dem er Adobe-Produkte als rückständig und fehlerhaft darstellte. Rückständig zeigen sich Jobs und sein Konzern nicht, wohl aber rigide. In Zeiten von offenen Schnittstellen, Kompatibilität und Einsatz für soziale Themen erweist sich der Apple-Konzern als kommerzielle Trutzburg: Wer Apps an Apple verkauft, muss sich mit einem Exklusivitätsvertrag begnügen und kann seine Software nirgendwo anders mehr unterbringen. Seine Nutzer zwingt Apple in seine geschlossenen Systeme (Walled Gardens). Apple-Geräte und iTunes-Produkte kommunizieren zwar untereinander, aber nicht oder schlecht mit den Geräten und der Software Dritter. Apple Inc. machte sich auch unbeliebt, als er zwei Anzeigen lostrat, eine gegen den Mann, der über den zufällig gefundenen iPhone-Prototypen der neuen Generation bloggte und eine andere gegen die Macher der US-Show mit Ellen de Generes. Die Moderatorin wurde gezwungen sich vor der Kamera für einen TV-Einspieler zu entschuldigen, in dem sie mit dem iPhone ungeschickt herumfuchtelte. Die letzte Kritik an der Apple-Rigidität bezieht sich auf das mangelnde soziale Engagement des Konzerns. Es sei nichts bekannt über Hilfs- oder Förderprojekte, wie sie andere Konzerne der Größe Apples vorwiesen. Gäbe es diese, wäre Apple Inc. wohl der erste Konzern, der das werbemäßig ausschlachtete. Apple und sein Geist Steve Jobs sind Marken- und Marketingexperten, die ihr Image reinhalten wollen, aber derzeit von Flecken heimgesucht werden. Es fällt auf, dass Apple- Aktionen in erster Linie und ungeschminkt dem wirtschaftlichen Erfolg untergeordnet werden. Das kommt in einem Teil der User- und Programmierer-Community nicht gut an, doch von ihr lebt Apple.

Weiterführende Literatur

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  • Kahney, Leander 2008: Inside Steve’s Brain, Portfolio, New York.
  • Young, Jeffrey S./Simon, William L. 2006: iCon Steve Jobs: The Greatest Second Act in the History of Business, Wiley, New Jersey.
  • Wozniak, Steve/Smith, Gina 2007: iWoz: How I Invented the Personal Computer, Co-Founded Apple, and Had Fun Doing It, W.W. Norton, New York.

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