46. Yahoo! Inc.

Umsatz 2014: $ 4,618 Mrd. (€ 3,476 Mrd.)

Überblick

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Yahoo! Inc. ist eine US-amerikanische, global agierende Firma, die internetbasierte Serviceleistungen anbietet. Im Januar 1994 von Jerry Yang und David Filo gegründet, betreibt Yahoo! heute ein Onlineportal mit einer Fülle von Produkten und Dienstleistungen. Nachdem die eigene Suchmaschine eingestellt wurde und im Rahmen einer Partnerschaft auf die Suchtechnologie von Microsoft zurückgegriffen wird, möchte das Management Yahoo in einen onlinebasierten Medienkonzern umwandeln. Kritiker sehen Yahoo wegen der unklaren Ausrichtung seit Jahren in einer Identitätskrise. Rund 700 Millionen Menschen weltweit (Stand Mai 2012) besuchen monatlich die Seiten von Yahoo.

Basisdaten

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Hauptsitz:
Yahoo! Inc.   
701 First Avenue, Sunnyvale CA 94089 
Telefon: 001-408-349-3300
Telefax: 001-408-349-3301
Internet: www.yahoo.com

Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.01. – 31.12.
Gründungsjahr:  Januar 1994

Tab. I: Ökonomische Basisdaten
20152014201320122011201020092008200720062005
Umsatz (in Mio. $)4.9684.6184.6804.9874.9846.3246.4607.2086.9706.4265.258
Gewinn (Verlust)  (in Mio. $)(4,748)1435905668001.244605598695751959
Aktienkurs (in $, Jahresende)33,2650,5140,4419,916,1316,6316,7811,9523,264037
Beschäftigte

k.A.

k.A.k.A.k.A.k.A.14.000k.A.k.A.k.A.11.400k.A.

Geschäftsführung

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Management

  • Marissa Mayer, Chief Executive Officer
  • Ron Bell, General Counsel & Secretary
  • Adam Cahan, Senior Vice President of Mobile and Emerging Products
  • Ken Goldmann, Chief Financial Officer
  • David Filo, Co-Founder & Chief Yahoo
  • Laurie Mann, Senior Vice President, Search Products
  • Jeff Bonforte, Senior Vice President, Communications Products
  • Jacqueline D. Reses, Executive Vice President of People and Development
  • Jay Rossiter, Executive Vice President, Platforms
  • Rose Tsou, Senior Vice President, Asia Pacific
  • Lisa Utzschneider, Senior Vice President, Americas Sales
  • Prashant Fuloria, Senior Vice President, Advertising Products
  • Brian Power, Senior Vice President, Human Resources
  • Ian Weingarten, Senior Vice President, Corporate Development & Partnerships
  • Simon Khalaf, Senior Vice President, Publisher Products

 

Vorstand

  • David Filo, Yahoo
  • Sue James, Ernst & Young LLP
  • Max Levchin, HVF, LLC
  • Marissa Mayer, Yahoo
  • Maynard Webb, Webb Investment Network
  • Thomas J. McInerney, IAC
  • Charles R. Schwab, The Charles Schwab Corporation
  • H. Lee Scott, Wal-Mart
  • Jane E. Shaw, Intel Corporation

 

 

Geschichte und Profil

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Anfang der neunziger Jahre trafen sich die beiden Studenten Jerry Yang und David Filo auf dem Universitätsgelände in Stanford. Eine folgenschwere Begegnung, wie sich später herausstellen sollte.
Yang, ein Taiwanese, kam mit 10 Jahren in die USA. Er lernte in Rekordzeit die englische Sprache und wurde aufgrund seines diplomatischen Geschicks schon bald Schulsprecher seiner High School. Später bekam er ein Stipendium für die Stanford University und begann Jura und Betriebswirtschaftslehre zu studieren. Seinen Abschluss machte er jedoch als Elektroingenieur. Während dieser Zeit arbeitete er in der Universitätsbibliothek, wo er ein verbessertes Verfahren zur Systematisierung des Bücherbestands entwickelte.
Filo, bereits mit einem Abschluss für Technische Informatik der Universität Tulane in New Orleans ausgestattet, freundete sich mit Yang auf dem Campus an. Die Studienveranstaltungen, die sie besuchten, langweilten sie, und so wandten sie mehr Zeit darauf auf, im noch jungen Internet zu surfen als sich auf ihr Studium zu konzentrieren.
1992 reisten die beiden Kommilitonen für einen sechsmonatigen Studienaufenthalt nach Japan, wo insbesondere Yang seine Leidenschaften für das Internet und das dort sehr populäre Sumo-Ringen vertiefte. Zurück in Palo Alto, Kalifornien, versuchte Yang seine beiden Interessen zu kombinieren und eine Internetseite für seine Lieblingssportart zu entwickeln. Allerdings bemerkte er schnell, dass ihn Probleme in der Informationssuche und –verarbeitung bei der Realisierung seines Projektes behinderten. Es fehlte an technischen Hilfsmitteln, die es erlaubten, gezielt im Internet nach Sachinformationen zu suchen. Nach wenigen Wochen intensiver Suche hatte Yang eine beträchtliche Zahl von Websites archiviert, die sich mit Sumo-Ringen beschäftigten. Die Mühe, die er in sein Sumo-Verzeichnis investiert hatte, brachte ihn auf eine Idee der Etablierung eines Adressverzeichnisses für Internetangebote.
Im Januar 1994 erschufen Yang und Filo eine Website mit dem Namen „Jerry’s Guide To The World Wide Web“, ein hierarchisch angelegtes Verzeichnis anderer Websites. Die beiden Studenten wussten, dass ein enormer Bedarf innerhalb der Internet-Community bestand, einen einzigen Ort im Netz zu haben, um geeignete Websites zu finden. Die Doktoranden entwickelten also eine Navigationshilfe, um die rasant wachsende Anzahl von Internetseiten des Webkatalogs in Kategorien zu ordnen.

Drei Monate später wurde „Jerry’s Guide To The World Wide Web“ in “Yahoo!” umbenannt. Laut Aussage von Yang und Filo wurde der Name aus drei Gründen gewählt. Ursprünglich bedeutet Yahoo! “rau, unverfälscht, grob“. Außerdem ist „Yahoo!“ eine Abkürzung für „Yet Another Hierarchical Officious Oracle“. Eine weitere Inspiration für die Namensgebung war Yangs regelmäßiger Ausruf „Yahoo!“ (zu Deutsch etwa: „Juhu!“), immer wenn er eine neue Website entdeckt hatte, die er seinem Verzeichnis hinzufügen konnte. Da bereits ein Anbieter von Barbecue-Soße das Copyright auf den Namen hatte, wurde ein Ausrufezeichen hinzugefügt.

Rasch verzeichnete die neue Suchmaschine eine Million Anfragen von über 100.000 Benutzern. 1995 wurde Yahoo! offiziell gegründet. Im März desselben Jahres wurde Yahoo! in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Mitte August 1995 begann man erstmals Anzeigen auf der Internetseite zu präsentieren. Ebenfalls 1995 wurde Tim Koogle erster CEO von Yahoo!. Koogle, von den Kollegen nur „TK“ gerufen, war zuvor Präsident von Intermec Corp. und Vizepräsident der Schwesterfirma Western Atlas Inc. Außerdem hatte er sich in diversen leitenden Positionen bei Motorola einen Namen gemacht. Während seiner Zeit als Chef von Yahoo! listete ihn die Fachzeitschrift BusinessWeek in ihrer „Top 25 Executives Of The Year“ auf. Er gilt als Experte für profitorientierte Fernsehsender wie CNBC und Fox News.

1996 ging Yahoo! an die Börse. Anleger aus aller Welt konnten nun Geld in die Aktien von Yahoo! investieren. Yang und Filo wurden nicht nur über Nacht zu Multimillionären, sondern auch Prototypen des modernen Geschäftsführers - als junge, anti-korporative Unternehmer, die in Jeans das Büro betraten und bis spät in die Nacht barfuss auf Augenhöhe mit den Angestellten arbeiteten.

Ausgestattet mit Risikokapital von Sequoia Capital, das später auch den Konkurrenten Google Starthilfe gab, sowie Reuters Ltd. und der japanischen Investmentfirma Softbank folgte eine weltweite Expansion des Erfolgsmodells. So wurden bis 2000 schrittweise die nationalen Märkte von Deutschland, Japan, Großbritannien, Japan, Frankreich (jeweils 1996), Singapur, Australien, Korea, Dänemark, Norwegen, Schweden (jeweils 1997), Italien, Spanien (jeweils 1998), China (1999), Argentinien, Indien, Kanada (jeweils 2000) mittels in der jeweiligen Landessprache verfasster Portale erschlossen.

Bald nach dem Börsengang wurde Yahoo! von einer bloßen Suchmaschine in ein Web-Portal umgewandelt. Dieses geschah größtenteils durch die Akquirierung anderer internetbasierter Dienstleistungsfirmen. Der Webmail-Dienst Rocketmail des Kommunikationskonzerns Four11 wurde in Yahoo! Mail umgewandelt. Die Spieleplattform Classicgames.com hieß künftig Yahoo! Games. Der Kauf von Yoyodyne Entertainment half Yahoo! seine Marketingmöglichkeiten entschieden zu verbessern. Der vor allem mittels Fernsehwerbung propagierte Slogan „Do You Yahoo!?“ stand im Mittelpunkt einer erfolgreichen Werbekampagne. Durch die Schaffung von Yahoo!ligans! (später Yahoo! Kids), eine auf Kinder abgestimmte Suchmaschine, die nur jugendfreie Ergebnisse präsentierte, erweiterte man die Zielgruppe. Durch Akquirierung von eGroups, dem führenden Portal für Email-Organisation wurde die Multifunktionalität weiter ausgebaut. Des Weiteren wurde Geocities, ein Provider für die Herstellung privater Homepages erworben und effektiv mit Yahoo! kombiniert. Yahoo! ermöglichte es den Benutzern nun, neben der Suchmaschine auch andere Angebote wie einen Email-Dienst, Message Boards, Chaträume, Spiele, Nachrichten und Shoppingmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen. Nach dem Erwerb solcher neuen Firmen änderte Yahoo! oft die Nutzungsbedingungen der Vorgängereigner, die die User für die Beanspruchung dieser Dienste akzeptieren mussten. So gelangte Yahoo! an Rechte am geistigen Eigentum von Inhalten, die Benutzer der Vorgängerfirmen verfasst hatten. Yahoo! hatte diese Inhalte quasi mitgekauft, nicht bloß die Dienste. Die Webdienste, die nun unter Kontrolle von Yahoo! standen, waren jedoch bei den alteingesessenen Usern nicht besonders populär.

Bezeichnend für die Abkehr von Yahoo! von einer reinen Suchmaschine hin zu einer multimedialen Entertainment-Plattform war ein Abkommen, das Yahoo! und Konkurrent Google im Jahr 2000 unterzeichneten. Dieses Abkommen besagte, dass auf der Homepage von Yahoo! getätigte Suchanfragen künftig von der Google-Suchmaschine bearbeitet würden. Diese Zusammenarbeit wurde im Jahr 2004 beendet. Yahoo! benutzt seitdem wieder seine eigenen Suchalgorithmen.

Nach sechs sehr erfolgreichen Jahren geriet Yahoo! 2001 in seine erste große Krise. Andere Internet-Dienstleiter und Web-Portale, insbesondere Google, drangen schrittweise in das von Yahoo! besetzte Marktsegment der Online-Suche ein. War Anfang 2000 eine Yahoo!-Aktie noch 235 $ wert, sank der Wert auf 11 $ pro Aktie im August 2001.

Inmitten der Phase der dot.com-Blase berichtete der US-Nachrichtensender CNBC von einer anstehenden Firmenfusion von Yahoo! und dem Online-Auktionshaus eBay. Diese Meldung stellte sich aber als Gerücht heraus. Doch beschlossen die beiden Unternehmen aber 2006 eine Allianz im Anzeigen- und Marketingbereich.

Nach dem Platzen „dot.com-Blase“, die dem Unternehmen vergleichsweise wenig schadete, drang Yahoo! ab 2001 zunehmend in den Telekommunikationsmarkt ein. Durch Partnerschaften mit SBC Inc. und Verizon Communications bot man flächendeckend DSL-Zugänge an, vor allem, um mit AOL (Time Warner in der Mediendatenbank) konkurrieren zu können.

2004 beendete Koogles Nachfolger Terry Semel die Partnerschaft mit Google im Suchmaschinensegment und verbesserte die eigene Suchtechnologie. Das Upgrade der Suchmaschine war aber weniger ein Resultat der Innovationskraft der eigenen Ingenieure, sondern erfolgte vielmehr durch die Akquisition von Inktomi, Overture Services Inc., von deren Filialen AltaVista und AlltheWeb.

Semels Strategie zahlte sich aus. 2004 wurden die jährlichen Einnahmen im Vergleich zu 2003 auf 1.4 Milliarden $ verdoppelt, der Aktienwert pendelte sich bei 40 $ pro Stück ein und Yahoo! wurde in  einem Ranking des Wirtschaftsmagazins „Fortune“ erstmals zu den „1000 größten Konzernen der Vereinigten Staaten“ aufgenommen.

Mit dem Kauf von Flickr, einem digitalen Photo-Portal und blo.gs, einem Weblog-Forum, dem Launch von Yahoo! 360° (inzwischen wieder eingestellt) und Yahoo! Music wurde im Jahr 2005 auf die Web 2.0-Revolution reagiert. Yahoo! Music passte sich hervorragend an die veränderten Angewohnheiten der Benutzer in Bezug auf den Konsum von Musik an. Erneut wurde hier die Handschrift von Terry Semel sichtbar, der sich offenbar der Techniken bediente, die er bei Time Warner (Warner Music ist der größte Musikverlag der Welt) kennen gelernt hatte. Yahoo! Music ist gleichzeitig ein Portal für den kostenpflichtigen Download von Musiktiteln, werbefinanziertes Internetradio und Promotiontool für Plattenfirmen und deren Künstler.
Der Launch von Yahoo! 360°, einem sozialen Netzwerkdienst, war als Gegenstrategie zu News Corps Marktführer MySpace zu verstehen. Zu erwähnen ist auch der eine Milliarde Dollar teure Einstieg beim chinesischen Online-Händler Alibaba. Er zeigt, wie wichtig der asiatische Internetmarkt mit Millionen von potentiellen Neukunden geworden ist. Alibaba überwacht seitdem auch die gesamten Operationen von Yahoo! China.

Im Februar 2008 erschütterte Microsoft mit einem 45 Milliarden US-Dollar schweren Übernahmeangebot für Yahoo! die gesamte Internetbranche. Der Software-Riese versprach sich vom Aufkauf von Yahoo! Synergieeffekte, die jährlich eine Milliarde US-Dollar an Einsparungen bringen könnten und die führende Stellung von Google auf dem Online-Anzeigenmarkt beeinträchtigen würde.

Die Reaktion von Google ließ nicht lange auf sich warten. In seinem Blog bezeichnete David Drummond, „Chief Legal Officer“ des Suchmaschinen-Marktführers, die Offerte von Microsoft als feindliche Übernahme, die die Offenheit und die Freiheit des Internets bedrohe. Außerdem warnte er davor, dass Microsoft auf dem besten Weg sei, eine ähnliche Monopolstellung im Internet zu erreichen, wie sie der Konzern bereits in Bezug auf Betriebssystemen von Computern etabliert hätte. Insbesondere die Kombination der Instant Messaging-Software beider Firmen (Yahoo! Messenger und MSN Messenger) würde auf diesem Sektor zu einer marktbeherrschenden Stellung führen.

Der Microsoft-CEO Steve Ballmer hatte sich schon in den Jahren 2006 und 2007 mit dem damaligen Yahoo!-Manager Terry Semel getroffen, um eine Übernahme zu diskutieren. Damals setzte sich jedoch Nachfolger von Semel, Yahoo!-Gründer Jerry Yang vehement gegen den Aufkauf seines Unternehmens ein.

Es war wohl vor allem Yang zuzuschreiben, dass die Übernahme gestoppt wurde, für die Microsoft sogar bereit war, einen Kredit aufzunehmen und sich mit rund 23 Milliarden US-Dollar zu verschulden. Rund eine Woche nach der Microsoft-Initiative verkündete der Yahoo!-Vorstand in einer Pressemitteilung, das Angebot wäre „nicht im Interesse von Yahoo! und unseren Aktionären“. Das Unternehmen, seine globale Marke, seine Zielgruppe und seine Zukunfsperspektiven seien durch das Angebot „substanziell unterbewertet“. Offenbar wartete Yahoo! auf ein besseres Angebot.

Die Ablehnung der Offerte wurde nicht von allen Beteiligten begrüßt. Zehn Tage nach der Zurückweisung verklagten zwei in Detroit ansässige Rentenfonds, die unter anderem auf Basis von Yahoo!-Aktien operierten, den Konzern und seinen Vorstand. Der Vorwurf der Klage lautete, dass Yahoo! unverantwortlich mit seinen Aktionären umgegangen sei, indem das Übernahmeangebot abgelehnt wurde.

Ende Juli 2009 kam es dann doch noch zur Kooperation zwischen Micosoft und Yahoo. In Rahmen der Anfang 2010 gestarteten Zusammenarbeit werden die Suchanfragen auf Yahoo-Seiten von Microsofts neuer Suchmaschine Bing bearbeitet. Beide Unternehmen versprechen sich von der Zusammenarbeit eine Aufwertung ihres Werbegeschäfts. In den ersten fünf Jahren der bis 2019 laufenden Partnerschaft erhält Yahoo 88 Prozent der Erlöse, der neben den Suchergebnissen veröffentlichten Anzeigen, während Microsoft die übrigen zwölf Prozent einfährt. 

Angesichts der mäßigen Ergebnisse und einem Exodus an Führungskräften wurde Yangs Nachfolgerin an der Spitze von Yahoo, Carol Bartz, im September 2011 nach nur anderthalb Jahren wieder entlassen. Ihr wurde vorgeworfen, die Marke Yahoo nicht eindeutiger zu definieren und auf Gewinn- und Umsatzrückgänge nur mit Massenentlassungen reagiert zu haben (im Dezember 2010 erfolgte die dritte Entlassungswelle innerhalb von zwei Jahren, 2011 sollen weitere 100 Mitarbeiter das  Unternehmen verlassen). Die stagnierende wirtschaftliche Situation hatte Yahoo inzwischen zu einem Übernahmekandidaten gemacht.

Doch es kam noch schlimmer: Bartz Nachfolger Scott Thomson musste Anfang 2012 wieder gehen, weil er seinen Lebenslauf manipuliert und einen nicht vorhandenen Abschluss in Computerwissenschaft vorgetäuscht hatte. Nachfolgerin wurde die ehemalige Google-Führungskraft Marissa Meyer.

Management

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Marissa Mayer, die bei Google u.a. für die Bereiche "Search" und "Local" verantwortlich war, leitet seit Sommer 2012 die Geschicke von Yahoo. Einen positiven Umschwung bei Yahoo konnte auch Mayer bisher nicht herbeiführen. Ehemalige Untergebene von Mayer bezeichnen die 37-jährige abwechselnd als erfolgsbesessene Visionärin oder tyrannische Chefin, der es an zivilisierten Umgangsformen mangelt. Eine ihrer ersten Amtshandlungen war die Abwerbung von Google's ehemaligen DoubleClick-Chef Henrique Del Castro, der inzwischen wieder gefeuert wurde. Bei ihrem ersten Auftritt vor Investoren zog sie die auf zehn Jahre angelegte Parnterschaft mit Microsoft im Bereich Suchmaschinen erstmals in Frage. Viele langjährige Yahoo-Mitarbeiter haben mit Unverständnis darauf reagiert, als Mayer im Frühjahr 2013 das Arbeiten von zu Hause verbot. Für sowohl Bewunderung als auch für Kopfschütteln sorgen Mayers regelmäßige Selbstinszenierungen in Hochglanz-Modemagazinen.

Nicht mehr an Bord ist Yahoo-Mitbegründer Jerry Yang. Für viele überraschend verabschiedete er sich wenige Tage nach Thompsons Amtsantritt sowohl aus dem Management als auch aus dem Vorstand. Yang kam damit wohl seinem Rausschmiss zuvor, den aufgebrachte Aktionäre (insbesondere der Chef der Investmentgruppe Third Point, Daniel Loeb) in den Wochen zuvor lautstark gefordert hatten. Auch die Yahoo-Mitarbeiter waren nicht mehr von ihrem "Chief Yahoo" überzeugt und begrüßten seinen Abgang wohl mehrheitlich. Neben Yang verlißen noch vier weitere Vorstandsmitglieder das Unternehmen und machten damit den Weg für einen völligen Neuanfang frei.

Geschäftsfelder

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Die Einstellung der Yahoo-eigenen Suchtechnologie im Rahmen der Partnerschaft mit Bing ist im Kontext des Strategiewechsels von Carol Bartz zu verstehen. Die ehemalige Yahoo-Chefin sah die Zukunft des Unternehmens eher als Entertainment-, Sport- und Wirtschaftsportal mit einem starken Fokus auf Display-Werbung. Schon heute kostet das Schalten einer Display-Anzeige auf der nach wie vor sehr populären Startseite bis zu einer Million US-Dollar pro Tag. Bartz Antwort auf die langjährige Identitätskrise des Unternehmens bestand darin, Yahoo sukzessive in einen Medienkonzern umzuwandeln. Dazu gehört auch die verstärkte Produktion eigener Inhalte. 10-30 Prozent aller Inhalte des Webportals werden in Eigenregie produziert, der Rest wird von Drittanbietern eingekauft. Es wurde massiv in Text- und Videoinhalte investiert und dafür Autoren, Redakteure, Blogger und Produzenten eingestellt. Immer mehr renommierte Journalisten von namhaften Print- und Onlinemedien wechseln zu Yahoo News, der meistbesuchtesten Nachrichtenseite der Welt (Insgesamt besuchen mehr als 550 Millionen Menschen pro Monat eine der 23 Blogs von Yahoo). Werbetreibenden Firmen wird geraten, sich Yahoo als Fernsehender mit einer riesigen globalen Zuschauerschaft vorzustellen. Die Wirtschaftshow TechTicker, das Fernsehmagazin Primetime in No Time , das Klatschmagazin omg! oder die Sportsendung Yahoo! Sports Minute sind schon jetzt durchaus erfolgsversprechende Beispiele dafür, dass sich die Content-orientierte Strategie zumindest auf lange Sicht als richtig erweisen könnte. Der Inhalt der nach wie vor verbreiteten Yahoo-Mailaccounts wird seit 2013 auf Anweisung von CEO Marissa Mayer zwecks Werbevermarktung gescannt. Wer damit nicht einverstanden ist, kann seine Yahoo-Adresse nicht mehr benutzen.

Kurzzeit-CEO Scott Thompson hatte entschieden, Yahoo künftig in drei Geschäftsbereiche einzuteilen: consumer, regions und technology. Die consumer-Sparte umfasst dabei alle Medien- und Social Media-Angebote wie etwa

Yahoo! Sports
Mit knapp 200 Millionen Besuchern im Monat beliebtestes Sportinformations-Portal der Vereinigten Staaten, für das diverse namhafte Sportjournalisten schreiben.

Yahoo Finance
Mit 45 Millionen Besuchern pro Monat das erfolgreichste Wirtschaftsportal der Welt. Im Rahmen von Yahoo Finance werden auch die Nachrichtensendungen "TechTicker/Daily Ticker" (vier Millionen Zuschauer pro Monat) und "Breakout" online ausgestrahlt. Letztere wird von den ehemaligen CNBC-Moderatoren Jeff Macke und Matt Nesto moderiert.

Yahoo News/ The Upshot
Blog/Nachrichten-Netzwerk von Yahoo, das nach den Themen Politik ("The Ticket"), USA ("The Lookout"), Außenpolitik ("The Envoy") und Medien ("The Cutline") unterteilt ist. "The Upshot" beschäftigt vornehmlich ehemalige Journalisten der Magazine Newsweek, Politico und des Gawker-Blog-Netzwerks.

Yahoo! Health
Portal rund um das Thema Gesundheit, dessen Inhalte in Kooperation mit Healthline Networks produziert werden, der führenden Suchmaschine für Krankheiten und Symptome.

Yahoo! Games
Spiele-Sektion von Yahoo: Benutzer können hier Spiele herunterladen oder online mit anderen spielen.

omg!
Führende Celebrity-Gossip-Website der USA.

Flickr
Website für Photo-Sharing: Angemeldete User können ihre Fotos digital archivieren, versenden und Foto-Blogs verfassen. Jeden Tag werden etwa rund drei Millionen Fotos bei Flickr hochgeladen.

Yahoo! Video
Video-Plattform, auf der User nach Videos suchen, bzw. eigene Filme hochladen können.

Koprol
Aus Indonesien stammender, im Mai 2010 übernommener Social Geolocation-Dienst, mit dem man über sein Mobiltelefon - ähnlich wie Googles Foursquare - Geschäfte, Restaurants und Leute in seiner Umgebung erkunden kann.

Associated Content
Im Mai 2010 akquirierte Veröffentlichungsplattform, auf der Nutzer Inhalte gegen Geld veröffentlichen können.

Yahoo TV
Tool, mit dem Internetanwendungen auf dem Fernseher laufen. Yahoo hat dazu Abkommen mit den Herstellern Sony, Samsung, Vizio, LG und Toshiba abgeschlossen, auf deren internetfähigen Fernsehgeräten die Software vorinstalliert ist.

Livestand
Digitaler Zeitungskiosk für Tablet-PCs.

Für eine Übersicht sämtlicher Yahoo-Produkte siehe hier.

Engagement in Deutschland

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Terry von Bibra, gebürtiger US-Amerikaner und ehemaliger Marketing-Chef von Amazon Europe, war von 2005 bis Anfang 2013 Geschäftsführer der Yahoo! Deutschland GmbH mit Sitz in München und Vizepräsident des Mutterkonzerns Yahoo! Inc. Zentraleuropa ehe er E-Commerce-Leiter von Karstadt wurde. Geschäftsführer und Country Commercial Director für Deutschland ist Steffen Hopf.

Analog zur weltweiten Strategie sieht von Bibra für Yahoo! Deutschland das vorrangige Ziel darin, das Unternehmen auch im Zeitalter des „Social Web“ als das führende Online-Portal in Deutschland zu positionieren und für Werbekunden wie Endverbraucher zu einer noch attraktiveren Plattform zu machen.
Der Konkurrenzkampf mit Google gestaltet sich in Deutschland und Europa schwieriger als im Rest der Welt, wo Yahoo! über eine größere Nutzerbasis und Popularität verfügt. Im Mai 2012 startete Yahoo in Deutschland eine Onlineausgabe des TV-Wissensmagazins "Welt der Wunder". Im September 2012 launchte Yahoo Deutschland das Videoportal Yahoo Screen das überwiegend selbst produziere und von Werbepartnern finanzierte Videoinhalte ausstrahlt. 
Im Dezember 2014 wurde zudem die deutsche Media Group One übernommen.

Engagement in Asien

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China
Ähnlich wie Google wurde auch Yahoo in der Vergangenheit von Menschenrechtsorganisationen für die Kooperation mit der chinesischen Regierung gerügt. So war Yahoo maßgeblich an der Entwicklung eines Systems für Internetzensur in China beteiligt und gehört zu den 300 Unternehmen, die die „Öffentliche Erklärung zur Selbstdisziplin“ des kommunistischen Staates unterzeichneten. Die britische Journalistengewerkschaft NUJ hat am 2. Juni 2006 ihre 40.000 Mitglieder aufgefordert, Yahoo zu boykottieren. Grund dafür ist ein Fall von 2005. Der chinesische Journalist Shi Tao wurde zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, nachdem er eine regimekritische Email über sein Yahoo Mail-Account an eine Nicht-Regierungsorganisation verschickt hatte. Verschiedene Zeitungen berichteten, dass Yahoo direkt mit der chinesischen Regierung zusammengearbeitet habe, um die Festnahme zu ermöglichen.

Yahoo besaß bis Mai 2012 einen 44-prozentigen Anteil an der chinesischen Online-Handelsplattform Alibaba. Die Beziehung zwischen Yahoo und Alibaba gilt jedoch als problembeladen. Folglich wurde der Anteil 2012 im Rahmen eines Verkaufs auf 24 Prozent reduziert.

Japan
Yahoo hält darüber hinaus einen 35-prozentigen Anteil an Yahoo Japan, den das Unternehmen aber seit Anfang 2011 zu verkaufen versucht. Eine Beendigung der seit Jahren erfolglosen Partnerschaft würde Yahoo bis zu acht Milliarden US-Dollar in die Kassen spülen, Geld, dass das Unternehmen dringend für den Konkurrenzkampf mit Facebook und AOL benötigt. Entsprechende Pläne (z.B. ein Verkauf an Mehrheitseigner Softbank) wurden jedoch erstmal auf Eis gelegt.

Indien
Yahoo ist in Indien mit einer Reichweite von 73 Prozent die mit Abstand populärste Internetmarke. Von den 80 Millionen Indern, die überhaupt das Internet benutzen, besuchen mehr als die Hälfte jeden Monat die Homepage von Yahoo. Das indische Yahoo-Angebot konzentriert sich auf eine jüngere Zielgruppe, da ein erheblicher Teil der indischen Internetbenutzer zwischen 16 und 24 Jahre alt sind.

Aktuelle Entwicklungen

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Auch nach zwei Jahren mit Marissa Mayer an der Führungsspitze bleibt Yahoo in der Krise. Die jüngsten Quartalsergebnisse lassen weiterhin zu Wünschen übrig. Mittels eines an Google angelehnten gegenseitigen Mitarbeiterbewertungssystems sollen deshalb künftig die schwächsten Mitarbeiter aus dem Konzern ausgesiebt werden. Mayer plant so in den kommenden Monaten 500 Mitarbeiter zu entlassen. Prominentester Abgang war der von Mayer erst 2012 engagierte COO Henrique De Castro, der allerdings in seiner einjährigen Amtszeit knapp 40 Millionen US-Dollar an Gehalt und Boni einstrich. Längst haben sich sog. Activist-Investor gegen Mayer gestellt und ihre auf teuere Zukäufe angelegte Strategie (zuletzt wurden 10 Milliarden US-Dollar in den Bilderdienst Snapchat investiert) heftig kritisieren. Es geht hierbei insbesondere um die Verwendung der durch den Alibaba-Börsengang (Yahoo hält noch 16 Prozent an Alibaba und hat jüngst acht Prozent verkauft) erlösten riesigen Summen. Die Anteile wurden 2015 - auch um die Aktionäre ruhig zu stellen-  in die eigens gegründete Firma SpinCo ausgegliedert. Das Konsortium Starboard Value kritisiert die von Mayer bisher verantworteten Zukäufe und favorisiert stattdessen eine Partnerschaft, bzw. Fusion mit AOL.

Die Transformation zum Medienkonzern wird - bei gleichzeitigen Fokus auf technischer Innovation - auch unter Mayer unverändert forciert werden. Bereits 2012 wurde von Yahoo die Produktion zahlreicher neuer Serienformate und Talkshows in Auftrag gegeben, darunter eine Talkshow mit Schauspieler Jeff Goldblum sowie mit "Electric City" eine Science-Fiction Show von und mit Tom Hanks. Weitere Webserien sind "Burning Love" und "Ghost Girls", die jedoch in Sachen Produktionsaufwand und Popularität nicht mit Netflix-Serienoffensive mithalten können. Damit sich das ändert, hat Yahoos Europachefin Dawn Airey im März 2014 angekündigt, in Kürze höherwertige Serien nach dem Vorbild von "House of Cards" produzieren zu lassen. Die Yahoo-User, so Airey, hätten ein unstillbaren Hunger nach Video-Content. In den USA sollen vier neue zehnteilige Comedy-Serien entstehen, deren Produktionskosten bei bis zu einer Million Dollar pro Episode liegen (die beiden ersten Serien werden "Other Space" und "Sin City Saints" heißen). Außerdem will Yahoo gemeinsam mit LiveNation künftig für ein Jahr lang jeden Tag ein Konzert streamen.

Im Juni 2013 wurde zudem Clear Channel zum offiziellen Web-Radiopartner von Yahoo. Mit den großen TV-Networks NBC (Sport), ABC (Nachrichten) und CNBC (Wirtschaftsinformationen) hat Yahoo bereits Kooperationen eingefädelt. 70 Prozent der Inhalte der Yahoo News-Seiten werden bereits von Yahoo selbst produziert. "Global News Anchor" wurde Ende 2013 die bekannte TV-Journalistin Katie Couric, die in ihrer Karriere bereits für alle wichtigen TV-Networks gearbeitet. hat. Seit April 2013 ist Yahoo zudem im Besitz der exklusiven Rechte des Archivs der berühmten US-Comedyshow "Saturday Night Live". Mit seiner neuen App Yahoo Screen werden nun sämtliche Videoinhalte nutzerfreundlich gebündelt.  Es ist daher bezeichnend, dass Yahoo im ehemaligen Redaktionsgebäude der New York Times sein Ostküsten-Hauptquartier eröffnete.

Neben Facebook, das in Sachen Umsatz durch Display-Werbung Yahoo bereits überholte, hat sich AOL spätestens durch den Kauf der Huffington Post zum größten Konkurrenten entwickelt. Kritiker werfen Yahoo demnach auch vor, den Bieterwettbewerb um die Onlinezeitung von Ariana Huffington fahrlässig verschlafen zu haben. Dies soll durch die im Mai 2013 verkündete, 1,1 Milliarden Dollar schwere Übernahme der Blogging-Platform Tumblr ausgeglichen werden, mit der Yahoo in erster Linie sein Publikum verjüngen möchte.

Während die Mehrheit der Tech- und Medienpresse Marissa Mayer als Visionärin feiert, die Yahoo neues Leben einhaucht, kommt die einzige kritische Stimme von Experte Michael Wolff: Yahoo sei auch weiterhin ein nicht reformierbares Unternehmen, das zum Scheitern verurteilt ist; das Engagement von Mayer war nicht mehr als ein Publicitiy-Stunt; und die Übernahme von Tumblr der Versuch des inkompetenten Investors Dan Loeb den Konzern künstlich aufzublähen um anschließend seine Anteile gewinnbringend zu verkaufen. Wolff behielt Recht: Ende Juli 2013 nutzte Loeb die positive Kursentwicklung und verkaufte zwei Drittel seiner Aktien mit einem Gewinn von mehr als 600 Millionen US-Dollar. Langfristiges Vertrauen in die Entwicklung von Yahoo sieht anders aus. Den seit Jahren andauernden schrumpfenden Umsatz (von dem  rund ein Drittel aus der Partnerschaft mit Microsofts Suchmaschine Bing stammt) konnte Mayer bisher ebenfalls wie ihre Vorgänger nicht stoppen. Und mit neuen Produkt-Launches konnte Mayer bisher ebenfalls nicht punkten. Das Redesign des wohl wichtigsten Produkt des Unternehmens - Yahoo Mail - geriet unter ihrer persönlichen Federführung zu einem Desaster.

Inhalte

Ranking - Die 50 größten Medienkonzerne 2015*

  1. Comcast
  2. Google Inc.
  3. The Walt Disney Company
  4. News Corp. Ltd. / 21st Century Fox
  5. DirecTV, LLC
  6. Viacom Inc./CBS Corp.
  7. Time Warner Inc.
  8. Sony Entertainment
  9. Bertelsmann SE & Co. KGaA
  10. Apple Inc.
  11. Cox Enterprises Inc.
  12. Liberty Media Corp./Liberty Interactive
  13. Dish Network Corporation
  14. Vivendi S.A.
  15. Tencent Holdings Ltd.
  16. Thomson Reuters Corporation
  17. Facebook, Inc.
  18. Rogers Comm.
  19. The Hearst Corporation
  20. Microsoft Corporation
  21. Lagardère Media
  22. RELX Group
  23. Charter Comm. Inc.
  24. Bloomberg L.P.
  25. ARD
  26. Pearson plc
  27. Advance Publications
  28. BBC
  29. Baidu Inc.
  30. Globo Communicação e Participações S.A.
  31. The Naspers Group
  32. Cablevision Systems Corp.
  33. iHeart Media
  34. The Nielsen Company
  35. Discovery Communications
  36. Nippon Hoso Kyokai
  37. Fuji Media Holdings, Inc.
  38. Grupo Televisa
  39. Gannett Co. Inc.
  40. Netflix
  41. Nintendo Company Ltd.
  42. S&P Global
  43. ITV plc
  44. Wolters Kluwer nv
  45. Shaw Communications
  46. Yahoo! Inc.
  47. Mediaset SpA
  48. Asahi Shinbun Company
  49. Activision Blizzard Inc.
  50. Electronic Arts
  51. Axel Springer SE
  52. Amazon.com Inc.
  53. ProSiebenSat.1 SE
  54. France Télévisions S.A.
  55. Graham Holdings Company
  56. Bonnier AB
  57. Nippon Television Holdings
  58. Shanghai Media Group
  59. RAI Radiotelevisione Italiana Holding S.p.A.
  60. Quebecor Inc.
  61. Tokyo Broadcasting System Holdings, Inc.
  62. Time Inc.
  63. Hubert Burda Media Holding Gmbh & Co.
  64. IAC/InterActiveCorp.
  65. Daily Mail & General Trust plc
  66. Bauer Media Group
  67. Univision Communications
  68. Tribune Co./Tribune Publishing
  69. China Central Television
  70. TF1 S.A.
  71. Bandai Namco Holdings Inc.
  72. ZDF
  73. Scripps Networks Interactive
  74. Lions Gate Entertainment Corporation
  75. Hunan Broadcasting System
  76. AOL
  77. Sanoma Group
  78. Schibsted Media Group
  79. Modern Times Group
  80. Georg von Holtzbrinck GmbH
  81. King Digital Entertainment plc
  82. Grupo Planeta
  83. Scholastic Corporation
  84. Egmont Group
  85. Jiangsu Broadcasting Corporation
  86. Ubisoft Entertainment
  87. John Wiley & Sons, Inc.
  88. Grupo PRISA
  89. NOS
  90. SRG SSR
  91. De Agostini Group
  92. Gazprom-Media
  93. RCS Media Group
  94. Seven West Media Ltd.
  95. GungHo Online Entertainment
  96. New York Times Company
  97. Mondadori Group
  98. China Publishing Group
  99. Meredith Corporation
  100. Twitter