32. Wolters Kluwer nv

Umsatz 2009: € 3,425 Mrd.

Überblick

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Aus vier niederländischen Verlegerfamilien des 19. Jahrhunderts entwickelte sich einer der weltweiten Marktführer im Verlagswesen und einer der größten Wissens- und Informationsdienstleister der heutigen Zeit. Die Produktpalette des Unternehmens beinhaltet Publikationen und Informations- und Dienstleitungen für Fachpersonal in den Bereichen Recht, Medizin/Gesundheit sowie Steuern/Finanzwesen. Wolters Kluwer hat in den letzten Jahren auf die Krise der gedruckten Medien reagiert und seine Online- und Softwaresparte konsequent ausgebaut. Das Unternehmen ist in mehr als 40 Ländern in Europa, Nordamerika, Asien und Australien vertreten. An der Spitze des Konzerns steht Nancy McKinstry, der einzige weibliche CEO eines an der Börse von Amsterdam gelisteten Konzerns.

Basidaten

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Postanschrift:
Postfach 1030
2400 BA, Alphen aan den Rijn
The Netherlands

Besucheradresse:
Zuidpoolsingel 2
2400 BA, Alphen aan den Rijn
The Netherlands
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Fax: +31 (0)172 474 889
info(at)wolterskluwer.com
www.wolterskluwer.com

 

Wolters Kluwer Deutschland GmbH
Luxemburger Straße 449
50939 Köln
Tel: 0221/94373-0
Fax: 0221/94373-901
www.wolters-kluwer.de


Branche: Health, Tax, Accounting, Corporate Services, Financial Services, Legal and Regulatory
Rechtsform: Naamloze Vennootschap, niederländisches Äquivalent zur Aktiengesellschaft (nv oder N.V.) 
Geschäftsjahr: 01.01. - 31.12.
Gründungsjahr: 1836 (Wolters Schoolbook-Verlag), 1858 (Noordhoff-Verlag), 1891 (Kluwer startet seine Karriere als Publizist), 1968 (Schoolbook und Noordhoff fusionieren), 1972 (Wolters-Noordhoff fusioniert mit der Information and Communications Union der Samson-Familie), 1987 (Kluwer und Wolters-Samson fusionieren zu Wolters Kluwer NV)

 

Tab. I: Ökonomische Basisdaten

2009

2008

2007

2006

2005

2004

Umsatz (in Mio. Euro)

3,425

3,374

3,413

3,377

3,065

2,952

Gewinn (Verlust) nach Steuern (in Mio. Euro)

234

503

546

435

374

356

Aktienkurs (in Euro, Stand: 31. Dezember)

15,30

13,79

22,48

21,79

17,08

14,77

Dividende (pro Aktie in Euro)

0,66

0,65

0,64

0,58

0,55

0,55

Beschäftigte

18,207

19,500

18,620

18,971

17,419

17,515

 

 

Tab. II: Umsatz nach Geschäftsfeldern (Beträge in Mio. Euro, Anteil am Konzernumsatz)

Health

Corporate & Financial Services

Tax, Accounting & Legal

Legal, Tax & Regulatory Europe

Total

2004

623 (21%)

437 (15%)

596 (20%)

1,296 (44%)

2,925

2005

656 (21%)

496 (16%)

621 (20%)

1,292 (42%)

3,065

2006

823 (24%)

534 (16%)

826 (24%)

1,194 (35%)

3,377

2007

761 (22%)

522 (15%)

881 (26%)

1,249 (37%)

3,413

2008

687 (20%)

480 (14%)

879 (26%)

1,328  (39%)

3,374

2009

750 (22%)

492 (14%)

899 (26%)

1,284 (37%)

3,425

Geschäftsführung

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Geschäftsführung:

  • Nancy McKinstry, CEO und  Chairman of the Executive Board, Interim CEO Legal & Regulatory
  • Boudewijn Beerkens, Chief Financial Officer and Member of the Executive Board
  • John (Jack) J. Lynch, Jr., Member of the Executive Board
  • Robert Becker, CEO, Health & Pharma Solutions
  • Brian Longe, CEO, Financial & Compliance Services
  • Kevin Robert, CEO, Tax & Accounting
  • Tom Lesica, CEO, Global Shared Services
  • Shasha Chang, CEO, China
  • Kathy Baker, SVP, Human Resources
  • Jheroen Muste, SVP, Mergers & Acquisitions
  • Andres Sadler, SVP, Strategy
  • Elizabeth Satin, SVP, Corporate Development & Mergers & Acquisitions, North America
  • Sander van Dam, VP, Accounting & Control
  • George Dessing , VP, Corporate Treasurer
  • Rinus Kwakkel, VP, Tax Management
  • Jon Teppo, VP, Investor Relations
  • Maarten Thompson, VP, General Counsel/Company Secretary
  • Caroline Wouters, VP, Corporate Communications


 
Aufsichtsrat:

  • Adri Baan, Vorsitzender, Royal Philips Electronics nv
  • Peter Wakkie,  stellvertretender Vorsitzender, Royal AHOLD nv
  • Barbara Dalibar, France Telecom Group
  • Stuart James, Prime Financial Group Ltd.
  • Henk Scheffers, NPM Capital nv
  • Bruno Angelici, ehemals AstraZeneca Plc.
  • Len Forman, ehemals New York Times Company
     

Besitzverhältnisse: freier Markt, über 5 %: Silchester International Investor (6.0%)

Geschichte und Profil

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Wolters Kluwer ist einer der weltweiten Marktführer im Verlagswesen und der zweitgrößte Verlags-Konzern der Niederlande. Die Geschichte dieses heute global agierenden Multimediakonzerns ist dabei auf die vier niederländischen Verlegerfamilien Wolters, Noordhoff, Kluwer und Samson zurückzuführen.

1836 gründete J.B. Wolters den Schoolbook-Verlag in Groningen, den er später in J.B. Wolters Publishing Company umbenannte. Da J.B. Wolters kinderlos war, übernahm nach seinem Tod sein Schwager E.B. ter Horst die Führung über das Unternehmen. Es folgte eine Periode der Expansion, in der ter Horst den Unternehmensbereich durch eine Druckerei und eine Buchbinderei erweitern konnte. 1885 machte E.B. ter Horst seinen Sohn E.B. ter Horst, Jr. zu seinem Geschäftspartner, damit dieser ihn zukünftig bei der Leitung des Unternehmens zuerst unterstützen und danach ablösen könnte. Nach dem Tod Horst, Jr. ging es mit dem Verlag stetig bergab, so dass für seine Halbbrüder F.R. und A. ter Horst die Schließung des Unternehmens kurzzeitig in Betracht kam. Doch sie wandelten das Unternehmen eine Kapitalgesellschaft um und setzten zum ersten Mal Geschäftsführer ein, die nicht aus dem familiären Umkreis kamen. Dr. Anthony M.H. Schepman, ein Mitarbeiter der J.B. Wolters Company und weitläufiger Verwandter wurde 1917 zum Geschäftsführer ernannt und behielt diese Position über 40 Jahre.  Der ehemalige Banker F.R. ter Horst übernahm die Stelle des Generaldirektors und beaufsichtigte die Aktivitäten des Unternehmens. 

Unter der Führung von ter Horst und Schepman begann der Verlag weiter zu expandieren. Man eröffnete im Jahre 1920 eine Außenstelle in Jakarta, Indonesien (Kolonie Niederländisch-Ostindien), um Literatur an die dort ansässige niederländisch sprechende Bevölkerung liefern zu können. 1959 fanden diese Expansionspläne ein jähes Ende, als Indonesien alle ausländischen Unternehmen und somit auch J.B. Wolter Jakarta verstaatlichte. Allerdings hatte der Verlag bereits 1949  eine stabile Marktposition auf dem flämischen Buchmarkt aufgebaut. 

Auch die Ära der Familienverlage neigte sich dem Ende zu, als eine Welle von Fusionen in der Industrie auch die Verlagshäuser nicht verschonte. So kam es 1968 zu der Fusion zwischen der J.B. Wolters Company und dem von P. Noordhoff 1858 gegründeten Familienverlag Noordhoff, dessen Verlagshaus in direkter Nachbarschaft zu Wolters lag. 1972  fusionierte der frisch gegründete Konzern mit der „Information and Communication Union (ICU), einem Unternehmen, dass zwei Jahre zuvor aus der Verschmelzung der Verlage Samson und A.W.Sijthoff entstanden war. 1983 änderte man den Namen des gesamten Konzerns in Wolters-Samson. Das letzte Puzzleteil der Wolters-Kluwer Geschichte wurde 1891 mit der ersten Publikation Ebele E. Kluwers  in Deventer im Osten der Niederlande gelegt. Kluwer begann seine Karriere zunächst als Buchhändler und Autor. Er  konzentrierte sich in seiner Verlagsarbeit  viele Jahre vor allem auf Veröffentlichungen im Bildungs- und Hochschulsektor sowie auf Kinderbücher. Der Kluwer-Verlag blieb immer ein Familienunternehmen und entwickelte sich zum drittgrößten Verlagskonzern der Niederlande. 1986 betrug der Umsatz des Konzerns rund 966 Millionen Gulden. 1987 kam es zum ersten von zwei Übernahmeversuchen des größten Verlegers des Landes, Reed Elsevier, als dieser ankündigte, die Aktien des Kluwer-Verlages aufkaufen zu wollen. Ein Jahr zuvor hatte Elsevier Gespräche mit dem Verlag begonnen, mit dem Ziel, die beiden Unternehmen so schnell wie möglich zu fusionieren, doch die Geschäftsführung Kluwers lehnte diesen Plan mit dem Verweis auf Differenzen in der Geschäftsphilosophie ab und antwortete auf die Aktienkäufe Elseviers mit dem Auswurf weiterer Stammaktien und dem Beginn der Gespräche über eine freundliche Übernahme mit Wolters-Samson.. Die Vorliebe für eine Fusion mit dem kleineren Verleger Wolters-Samson lässt sich durch die große Vergleichbarkeit der Geschäftsphilosophien und dem relativ identischen Focus auf bestimmte Themenbereiche erklären. Am 14. August 1987 konnte Wolters-Samson den Besitz von 50,9% des Aktienkapitals des Kluwer-Verlages bekannt geben. Das neue Unternehmen änderte seinen Namen in Wolters Kluwer NV und bezog sein neues Hauptquartier in Amsterdam.

Durch diese Fusion wurde Wolters Kluwer NV zum zweitgrößten Verlags-Konzern der Niederlande. Durch Aktienaneignung verschiedener ausländischer Unternehmen, wie zum Beispiel der US-amerikanischen Tochterfirma Kluwer Law Book Publishing Company oder diverser unabhängiger Betriebe wie Raven Press, Aspen System und anderer, begann für den Verlag eine Periode der internationalen Expansion. In den nächsten 2 Jahren weitete das Unternehmen seinen Wirkungsbereich nach Frankreich, West-Deutschland und Spanien aus. 1989 erwirtschaftete Wolters Kluwer NV rund 44 % des Umsatzes auf ausländischen Märkten.

Durch die Öffnung der innereuropäischen Grenzen stieg der Bedarf an europarechtlichen Fachbüchern und Übersetzungen. Wolters Kluwer besetze diese Sparte und begann mit der Expansion nach Osteuropa. 1995 erweiterte der Konzern seinen Einflussbereich im europäischen Ausland erneut durch den Kauf verschiedener Verlagshäuser in Schweden, Österreich, Frankreich, Spanien und Deutschland, so dass die Firma zu diesem Zeitpunkt Außenstellen in 16 Ländern mit rund 8.000 Mitarbeitern aufweisen konnte.

1996 kaufte Wolters Kluwer für knapp zwei Milliarden Dollar den bekannten US-amerikanischen Fachverlag für Steuerwesen und Wirtschaft CCH. Damit stärkte der Konzern seine Position auf dem amerikanischen und asiatischen Markt. In den Jahren 1997/1998 folgten weitere Übernahmeversuche von Reed Elsevier. Ein schon sicher geglaubter Deal platzte im März 1998.

Nach diesem Vorfall rief Wolters Kluwer einen Entwicklungsrat ins Leben, der einen Wachstumsplan für die Zukunft des Unternehmens entwickeln sollte. Kurze Zeit später stand die „Strategic Agenda 2002“ als Richtlinie für die nächsten Jahre fest. Die Agenda besagte, dass sich das Unternehmen verstärkt auf die publizistische Arbeit in den Bereichen Legal and Tax, Business, Medical/Scientific und Educational/Professional Training konzentrieren solle.  So übernahm Wolters Kluwer 1998 mit Waverly, Inc., Ovid Technologies und  Plenum Publishing Corporation drei wichtige Medienunternehmen aus dem wissenschaftlich-medizinischen Bereich und verkaufte 1999 den Kinderbuchverlag Wayland Publishers. Ein weiterer Punkt der „Strategic Agenda 2002“ betraf die stetig wachsende Bedeutung der elektronischen Medien und des Internets in der Welt der Publizistik. Wolters Kluwer  bewusst, dass der traditionell gedruckte Angebotsbereich veralten bzw. hinter die neuen Medien zurückfallen würde, wenn man mit den technologischen Fortschritten der Industrie nicht Schritt halten könnte. Daraufhin integrierte das Unternehmen die neuen Medien in die traditionellen Methoden der Präsentation bzw. Publikation.  Der wissenschaftliche Verlag Kluwer Academic Publishing fusionierte 2004 mit dem Springer Akademischen Verlag und verwendet die Marke Kluwer nicht mehr.

Management

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Wolters Kluwer besitzt eine zweistufige Managementstruktur, bestehend aus dem  Executive Board (der Geschäftsführung) und dem Supervisory Board (dem Aufsichtsrat). Das Executive Board erarbeitet Strategien und Grundsätze des Unternehmens und setzt den jeweiligen „Divisions“ die zu erfüllenden Zielsetzungen, während das Supervisory Board dem Executive Board beratend zur Seite steht und gleichzeitig die Angelegenheiten des Unternehmens und die Geschäftspolitik der Führungsriege überwacht. Zusätzlich besitzt jeder der vier Geschäftsbereiche sein eigenes Führungsteam, dessen Kopf direkt dem CEO bzw. der Vorsitzenden des Executive Board, Nancy McKinstry, über aktuelle Entwicklungen berichtet.

Nancy McKinstry übernahm 2003 die Rolle des Chief Executive Officers und wurde damit zur einzigen weiblichen Vorstandschefin in der niederländischen Verlagsindustrie. Gleichzeitig ist sie die erste Nicht-Holländerin an der Spitze von Wolters Kluwer. Ihre Zielsetzung bestand darin, den kränkelnden Informationskonzern wieder auf den Wachstumspfad zurückzuführen. Um dieses Ziel zu erreichen, verordnete sie dem Unternehmen eine radikale Umstrukturierung und setzte dabei auf Konsolidierung, Kosteneinsparungen und eine bessere Integration des großen Verlagsnetzes. Infolgedessen musste sich der Konzern von rund 1.600 Mitarbeitern trennen.
Ein zweites Projekt bestand für McKinstry darin, den Rückstand des Unternehmens gegenüber Branchenkonkurrenten wie  Reed Elsevier in den Bereichen Electronic Publishing und Internet aufzuholen und die Verlagsarbeit hier auszuweiten. Die Anzahl der Publikationen über elektronische Medien und Programme zur Softwareentwicklung wurden seitdem konsequent ausgebaut, ohne allerdings auf die Arbeit im Printsektor zu verzichten.

2007 trennte sich der Konzern von seiner Bildungssparte, da diese den hohen Renditevorgaben des Executive Boards nicht gerecht werden konnte. Nancy McKinstry verkaufte sie an den Investor Bridgepoint Capital für 774 Millionen Euro. Mit diesem Geld wurde ein Aktienrückkaufprogramm ins Leben gerufen um weiter expandieren zu können. Dieser Verkauf setzte den Schlusspunkt unter McKinstrys Sanierungsprogramm. Sie holte den Informationskonzern zurück in die schwarzen Zahlen und bescherte dem Unternehmen im Jahr 2007 eine Umsatzsteigerung von knapp 9% auf 3.7 Milliarden Euro. 2009 belegte McKinstry auf der Forbesliste der mächtigsten Frauen der Welt den 43. Platz.

Geschäftsfelder

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Im November des Jahres 2009 gab Wolters Kluwer sein Richtlinienprogramm, "Maximizing Value for Costumers" für die Jahre 2010 - 2012 heraus. Um den Gewinn in den nächsten Jahren zu maximieren, ist für Wolters Kluwer eine Umstrukturierung in einen global agierenden Konzern notwendig und somit eine Neuorganisation der einzelnen Geschäftsfelder. So wurden die Aktivitäten in China ausgebaut, wo sich Wolters Kluwer inzwischen eine marktführende Position erarbeitet hat. Das IT-Management wurde nach Indien ausgelagert. Ab 2010 ist der Konzern auf vier international operierende Geschäftsfelder ausgerichtet: Legal & Regulatory (Interim CEO Nancy McKinstry, (demnächst Donatella Treu)), Tax & Accounting (CEO Kevin Robert), Health & Pharma Solutions (CEO Robert Becker) und Financial & Compliance Services (CEO Brian Longe). Die vier Abteilungen besitzen jeweils ein eigenständiges Management.

Health & Pharma Solutions:
Das Geschäftsfeld ist in zwei Bereiche unterteilt: Wolters Kluwer Health und Wolters Kluwer Pharma Solutions. Die Kunden sind vorrangig Krankenhäuser, Bibliotheken, Forschungsinstitutionen, Pharmaunternehmen und Vertreter medizinischer Berufe.
Wolters Kluwer Health ist ein global agierender Informationsdienstleister für Fachkräfte und Studenten der Gesundheitspflege, Medizin und Pharmazie. Zu den Produkten der Abteilung „Medical Research“ gehört Ovid Technologies, ein weltweit führender Host für bibliografische Datenbanken und Volltextdatenbanken aus dem medizinischen und akademischen Bereich. In Portfolio der Abteilung „Professional & Education“  befinden sich traditionelle Verlage wie der Lippincott Williams & Wilkins Verlag, der sich auf Fachliteratur, Referenzmaterialien und Lehrbücher für Mediziner, Krankenpfleger, Fachärzte und Studenten (Medizin, Pharmazie) spezialisiert hat sowie weitere Produkte zur Ausbildung im Gesundheitswesen.
Die Abteilung „Clinical Solutions“ entwickelt und verkauft Medizin-Software an Apotheken, Drogerien, Krankenhäuser etc. Sie liefern Computertools für Diagnose, Dokumentation, Behandlung und klinische Studien. So bietet die Datenbank Medi-Span Fachinformationen über Krankheiten und Medikamente und warnt bei Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.
Wolters Kluwer Pharma Solutions liefert der Pharmaindustrie Informationen über Zielgruppen, Forschungen, Medikamentenentwicklung,  -lizenzierung und -vertrieb. Der Informationsdienstleister Adis publiziert und vertreibt Fachmagazine und Newsletter über neue Medikamente. Die Datenbank IFI CLAIMS Patent Databases ermöglicht die Suche nach US-amerikanischen Patenten. Health & Pharma stellt laut Halbjahresbericht 2010 den  momentan am schnellsten wachsenden Bereich des Unternehmens dar. 

Financial & Compliance Services:
Wolters Kluwer Financial & Compliance Services ist ein US-amerikanischer Dienstleister in Sachen Rechts-, Bank-, Wertpapier-, und Versicherungswesen. Die Abteilung ist in fünf kundenorientierte Unterabteilungen unterteilt: Wolters Kluwer Financial Services Banking , Wolters Kluwer Financial Services Risk and Compliance , Wolters Kluwer Financial Services Europe, ARC Logics, Wolters Kluwer Transport Services. Zu den Produkten und Dienstleistungen der Abteilung zählen umfassende Betriebs-, Kredit- und Risikomanagementlösungen. Außerdem sollen Kapitalveränderungen und „Corporate Actions“ helfen, den Unternehmen finanzielles Risikomanagement zu erleichtern und dadurch ihre Effizienz und Produktivität in allen Unternehmensbereichen zu steigern. Hierfür entwickelt das Unternehmen verschiedene Softwareprodukte, darunter AuthenticWeb oder NILS INSource. Vielfach werden hier auch Leistungen der Firmen aus den Bereichen Tax & Accounting und Legal & Regulatory mitgenutzt. So kombiniert ARC Logics beispielsweise die Zusammenarbeit der Controllingsoftware CCH TeamMate, der Onlineplattform für Banken Sword und der Compliance Managment Software Firma Axentis.
Der Kundenstamm beinhaltet vor allem Unternehmen im Finanzgewerbe, aber auch Regierungen, Energie- und Transportunternehmen und Firmen im Gesundheitswesen.

Tax & Accounting:
Wolters Kluwer Tax & Accounting ist ein Anbieter für Software und Onlineservices in den Bereichen Steuern und Buchführung. Die Hauptmärkte des Geschäftsbereiches reichen von Nordamerika über Europa bis hin nach Asien. Onlineprodukte und -services sind die am schnellsten wachsende Produktsparte der Abteilung. Und somit bildet die amerikanische Firma CCH (Commerce Clearing House, 1995 von Wolters Kluwer übernommen) das wichtigste Standbein. CCH produziert mehr als 700 verschiedene Print- und Onlineprodukte zu den Themen Steuern und Wirtschaftsrecht. Mit Pro System Fx Suite stellen sie eine der meistgenutzten Software Suites für Steuerberater und Buchhalter her.
Neben diversen Softwareprogrammen gehören auch kundenunterstützende Webseiten zur Produktpalette der Abteilung. Hauptkunden sind vor allem Buchprüfungsfirmen, Steuerabteilungen großer Unternehmen, Teile des Verwaltungsapparates der USA, Universitäten und Bibliotheken.
Im Juli 2009 verstärkte der Konzern die Sparte Tax and Accounting durch die  Akquisition von der US-Firma Axentis Inc. Bei der nicht börsennotierten Gesellschaft handelt es sich um einen Anbieter von Governance, Risk und Compliance-Lösungen.
2010 erweitere Wolters Kluwer seine Produktpalette um Tax Compliance Sofwarepaket der australischen Firma  Ernst & Young Australia. Der Kauf dient als weiterer Schritt zur globalen Erweiterung es Konzerns. Die Produkte werden zukünftig unter der Dachmarke CCH vertrieben.

Legal & Regulatory:
Wolters Legal & Regulatory ist ein Anbieter von Fachinformationen für Berufsträger in sechs Kundensegmenten: Anwaltsfirmen und –abteilungen, Rechtsberatung, juristische Ausbildung, Universitäten, Bibliotheken und Regierungen. Zum Geschäftsfeld der Abteilung zählen kundenspezifische Informations- und Dienstleitungen, Softwareentwicklung, diverse Onlineportale und verschiedenste Publikationen.

Engagement in Deutschland

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In Deutschland wird die Wolters Kluwer seit knapp 20 Jahren von der Wolters Kluwer Deutschland GmbH vertreten, die sich größtenteils auf fachspezifische Verlagsarbeit spezialisiert hat. So gehören heute die Verlage Luchterhand, Carl Heymanns, Werner, R. S. Schulz, Carl Link, CW Haarfeld, der Deutsche Wirtschaftsdienst, die Dr. Grannemann & von Fürstenberg Verlags GmbH, der Verlag für Deutsche Steuerberater, der Verlag für Vermieter & Immobilienwirtschaft und die Akademische Arbeitsgemeinschaft sowie der Online-Dienst Jurion und die Softwareanbieter AnNoText und ADDISON zu Wolters Kluwer Deutschland. Auf insgesamt 25 Standorten verteilt, beschäftigt das Unternehmen in Deutschland rund 1000 Mitarbeiter. Der Hauptsitz der Wolters Kluwer Deutschland GmbH liegt in Köln.
Nancy McKinstry kündigte 2007 in einem Interview  mit dem Handelsblatt den Ausbau der Aktivitäten in Deutschland an: „In einigen Jahren wollen wir in Deutschland die Nummer eins sein. Wir suchen weiterhin nach Übernahmekandidaten“, sagt McKinstry.

2006 gewann Wolters Kluwer Deutschland einen Rechtstreit mit dem Beck Verlag. Demnach muss Beck in seiner Neuen Juristischen Wochenzeitschrift aufgrund der marktbeherrschenden Stellung auch Anzeigen des schärfsten Konkurrenten Wolters Kluwer drucken. Es folgten Plagiatsvorwürfe von Beck gegen Luchterhand, einen Tochterverlag von Wolters Kluwer. Luchterhand musste den Verkauf eines juristischen Nachschlagewerkes stoppen und eine Neuauflage auf den Markt bringen. Der Autor der umstrittenen Texte war für beide Verlage gleichzeitig tätig.

Aktuelle Entwicklungen

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Aus dem Geschäftsbericht 2009 geht hervor, dass mittlerweile 52% des Gesamtumsatzes durch Produkte aus der Software- oder Onlinesparte erzielt wird und die Wachstumsraten der einzelnen Abteilungen auf diese Entwicklung zurückzuführen sind. Der Konzern wird weiterhin in diese Bereiche investieren und erwartet dort die meisten Gewinne. Insgesamt investiert Wolters Kluwer zwischen 8% und 10% in die Neuentwicklung von Produkten und in die Verbesserung ihrer bestehenden Produktbandbreite, um auch langfristig für steigende Umsatzzahlen sorgen zu können. Der Gesamtumsatz stieg 2009 um 2%. Für 2010 erwartet Wolters Kluwer einen langsamen, aber stetigen wirtschaftlichen Aufschwung.

Im ersten Quartal 2010 wuchsen die Umsätze bei den Onlineprodukten der Bereiche Health & Pharma Solutions und Tax & Accounting besonders stark.  Abonnementbasierte Umsätze, welche fast 71% des Umsatzes ausmachen, blieben dank einer gleichbleibenden Kundenbindungsrate stabil. Während sich die Märkte in Asien und den USA erholen, macht Wolters Kluwer in Europa jedoch weiterhin Verluste.
Durch die Gesundheitsreform in den USA erhofft sich der Konzern neue  Wirkungsfelder und Absatzchancen, besonders im Bereich der Klinik-Software zur Unterstützung von Behandlungsentscheidungen. Die Umsätze in den Bereichen Financial & Compliance Services und Legal & Regulatory sollen durch verschiedene Publikationen zu den restriktiveren Finanzgesetzen nach der Wirtschaftskrise gesteigert werden.Im Juli 2010 bestätigte der Verlagskonzern seine Jahresprognose. Das Verhältnis des Gewinns (EBITA)  zum Umsatz soll mittelfristig weiter verbessert werden. Für das laufende Fiskaljahr wird von einer Marge von 20% ausgegangen . Ein freier Cash Flow von mindestens 400 Millionen wird angestrebt.  Die Umsatze stiegen im ersten Halbjahr leicht (1%) an auf 1,728 Millionen Euro. Besonders der Umsatz der Produkte aus der Online- und Softwaresparte wuchs erneut um 4%. Momentan liegt der freie Cash Flow bei 165 Millionen Euro (+13%). Ende Juli erhielt der Konzern dank eines neuen Kredites (600 Millionen Euro) und einer Privatinvestition (250 Millionen Euro) noch zusätzliche finanzielle Unterstützung. 

Bereits im April 2010 gab Wolters Kluwer Deutschland die Zusammenarbeit mit dem Nachrichtenportal Spiegel Online bekannt. Das Produkt dieser Kooperation ist das Webmagazin Legal Tribune Online. Das Portal will Juristen und juristisch Interessierten Informationen rund um Job, Wissen und Leben liefern. Das kostenlose, täglich aktualisierte Angebot bietet neben juristischen Hintergrundanalysen und Branchen-News auch Lifestylethemen und Nachrichten, die von Spiegel Online geliefert werden. Außerdem übernimmt Spiegel QC die Werbevermarktung. Mit dem Portal bündelt Wolters Kluwer die Online-Inhalte der juristischen Fachverlage Heymanns, Luchterhand und Werner. Statt auf Paid Content, setzt der Konzern auf Werbevermarktung und hohe Reichweiten durch die gegenseitige Verlinkung mit dem Web-Massenmedium Spiegel Online.