2. Walt Disney Corp.

Umsatz 2008: $ 37,843 Mrd. (€ 25,730 Mrd.)

Überblick

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Die Walt Disney Company ist der zweitgrößte Medien- und Unterhaltungskonzern der Welt. Zur Unternehmensgruppe gehören unter anderem die Walt Disney Filmstudios und ihre Töchter Miramax und Touchstone; die auch für den internationalen Fernsehmarkt produzieren, der Filmverleih Buena Vista International, mit ABC (American Broadcasting Company) einer der drei größten Fernsehsender der USA, zahlreiche Spartenkanäle wie Disney Channel, Jetix, Toon Disney und Playhouse Disney, der amerikanische Sportkanal ESPN sowie in Deutschland 50 Prozent am Familiensender Super RTL und die Disneyland-Themenparks.

Basisdaten

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Hauptsitz:
500 South Buena Vista Street
Burbank, CA 91521, USA
Telefon: 001-818-560-1000
Telefax: 001-818-560-1930
Internet: http://corporate.disney.go.com/

Branche: Film, Free-TV/Pay-TV-Sender, TV-Produktion, Rechtehandel, TV-Sendestationen, Video/DVD, Radio, Games, Tonträger, Multimedia, Internet-Services, Buchverlage, Zeitschriften, Merchandising, Freizeitparks, Hotels
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.10. - 30.09.
Gründungsjahr: 1923 (Disney Brothers Cartoon Studio), 1986 (Walt Disney Company)


Tab. I: Ökonomische Basisdaten

2008

2007

2006

2005

2004

2003

2002

2001

Umsatz (in Mio. Dollar)

37.843

35.510

34.285

31.944

30.752

27.061

25.329

25.172

Gewinn (Verlust) nach Steuern (in Mio. US-Dollar)

6.781

4.687

3.374

2.533

2.345

1.267

1.236

(158)

Aktienkurs (in US-Dollar, Jahresende)

15,05

32,28

31,82

24,13

27,80

23,33

16,31

20,72

Dividende (pro Aktie in US-Dollar)

0,35

0,35

0,27

0,27

0,24

0,21

0,21

0,21

Beschäftigte

137.000

k.A.

k.A.

133.000

129.000

112.000

114.000

114.000

 

 

Tab. II: Umsatz nach Sparten (Beträge in Mio. US-Dollar, Anteil am Konzernumsatz)

Media Networks

Parks & Resorts

Studio Entertainment

Consumer Product

2006

14.638 (43%)

9.925 (29%)

7.529 (22%)

2.193 (6%)

2007

15.046 (43%)

10.626 (30%)

7.491 (21%)

2.347 (6%)

2008

16.116 (43%)

11.504 (30%)

7.348 (19%)

2.875 (8%)

Geschäftsführung

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  • Robert A. Iger, CEO, The Walt Disney Company
  • Andy Bird, President, Walt Disney International
  • George W. Bodenheimer, Co-Chairman, Disney Media Networks, President, ESPN, Inc. & ABC Sports, Chairman, ESPN Board of Directors
  • Alan Braverman, SEVP, General Counsel & Secretary, The Walt Disney Company
  • Richard Cook, Chairman, The Walt Disney Studios
  • Ronald L. Iden, SVP, Security, The Walt Disney Company
  • Kevin Mayer, EVP, Corporate Strategy, Business Development and Technology Group, The Walt Disney Company
  • Andrew P. Mooney, Chairman, Disney Consumer Products
  • James A. Rasulo, President, Walt Disney Parks and Resorts
  • Thomas O. Staggs, SEVP & CFO, The Walt Disney Company
  • Anne Sweeney, Co-Chairman, Media Networks, The Walt Disney Company & President, Disney-ABC Television Group
  • Brent Woodford, SVP, Planning and Control, The Walt Disney Company
  • Steve Wadsworth, President, Walt Disney Internet Group
  • Steve Jobs, Director of the Board (Apple Inc.)

Gesellschafter: Steve Jobs (Apple Inc.) (ca. 7%), Familie Walt Disney (ca. 5%), Sid Richardson Bass/Lee Marshall Bass/Perry Richardson Bass (zusammen ca. 4%), Berkshire Hathaway, Capital Group Inc., Disney-Management (u.a. Michael Eisner und Thomas S. Murphy, ca. 2%), Rest Streubesitz.

Geschichte und Profil

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Alles begann 1923 in einem Hinterzimmer in Hollywood, wo der 21-jährige Walter („Walt“) Elias Disney mit seinem Bruder Roy das Disney Brothers Cartoon-Studio gründete. Bereits drei Jahre später hatte das Unternehmen ein eigenes Studio auf der Hyperion Avenue und wurde in Walt Disney-Studio umbenannt. 1928 brachte Disney seinen ersten Mickey Mouse-Cartoon „Steamboat Willie“ in die Kinos, gleichzeitig einer der ersten Tonfilme. Die Maus war die zentrale Figur für die Entwicklung einer der stärksten Marken im weltweiten Mediengeschäft und Ausgangspunkt für die umfangreichen Merchandising-Geschäfte des Disney-Konzerns. Animierte Spielfilme wie „Schneewittchen“ oder „Bambi“ wurden große Kinoerfolge und machten weitere Figuren populär, die im Einzelhandel oder in Vergnügungsparks vermarktet werden konnten. Das erste Disneyland öffnete 1955 in Kalifornien seine Pforten. Im Fernsehen konnte sich Disney seit den 50er Jahren mit der wöchentlichen Show "Disneyland“ beim landesweiten Network ABC und mit dem „Mickey Mouse Club" etablieren.

Garant für die nahtlose Verwertungskette des Disney-Konzerns ist die starke Marke Disney. Bereits unter Gründer Walt Disney wurde eine starke Markenphilosophie entwickelt. „Onkel Walt“, der auf einer Farm in Missouri in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen war, liebte die heile, puritanische Welt, die ihm nicht vergönnt gewesen war. Entsprechend schuf er die Marke Disney, die sehr auf der Reinheit der Produkte beruhte und zu einem amerikanischen Mythos wurde. Erotische Freizügigkeiten und Gewaltdarstellungen galten als Tabu in Disney-Produktionen, die als „Filme für die ganze Familie" Erfolg hatten. Bis zu seinem Tod 1966 hatte Walt Disney das Unternehmen durch seinen Ideenreichtum geprägt. Später hemmte jedoch der stets präsente „Geist Walts" die Entwicklung Disneys. Eine Modernisierung wurde lange Zeit verpasst, unter Schauspielern und Autoren galt Disney als verstaubt und altmodisch. Vielversprechende Projekte wie Spielbergs „E.T.“ wurden abgelehnt, stattdessen erfolglose Filme nach bekanntem Strickmuster produziert. Das Unternehmen geriet ins Schlingern.

So durchlief der Disney-Konzern in den 80er Jahren eine tiefe Krise. Der Aktienkurs fiel tief und eine feindliche Übernahme mit anschließendem Ausverkauf drohte. Doch konnte die Disney-Spitze 1984 den texanischen Immobilienmogul Sid Bass für Investitionen in den maroden Konzern gewinnen. Mit dem „Team Disney“, dem neuen Management um Michael Eisner (ehemals Paramount) und Frank Wells (ehemals Warner Bros.), begann, verbunden mit einem Wiederaufblühen des Filmstudios, die Modernisierung des Unternehmens. Die Walt Disney Company expandierte zur heutigen Größe. Ein entscheidender Schritt war die 19-Milliarden-Dollar-Übernahme der Capital Cities/ABC-Gruppe 1997, die dem Disney-Konzern die Kontrolle über zahlreiche TV-Sender sicherte, darunter das landesweite Network ABC und der Sport-Kabelsender ESPN.

Seit der legendären Rettung des Disney-Konzerns 1984 prägte vor allem CEO Michael Eisner die Entwicklung. Mit Eifer und eigenwilligen Management-Methoden führte Eisner Disney aus dem Tal der Bedeutungslosigkeit und machte es erneut zum Powerhouse der Entertainment-Industrie.

Auch nach außen verdiente sich Eisner den Ruf des härtesten „corporate warriors“ der Geschäftswelt. Noch nie habe er einen Disney-Geschäftspartner getroffen, der Eisner nicht gehasst hätte, meinte Michael Wolff, der Medienkritiker des „New York Magazine". Das ging solange gut, wie Eisner Erfolge aufzuweisen hatte. Doch in den letzten Jahren seiner Amtszeit kämpfte Disney vergeblich gegen sinkende Gewinne. Hinzu kamen Management-Fehler wie etwa die miserable Planung des Prestige-Objekts Eurodisney. In die Kritik geriet Eisner zudem wegen seines selbstgefälligen Umgangs mit kreativen Produktionspartnern wie Miramax und Pixar. Das ehemals unabhängige Studio Miramax war 1993 von Disney übernommen worden und unter der Leitung von Bob und Harvey Weinstein für Oscar-prämierte Erfolge wie „Shakespeare in Love“, „Chicago“ und die Klassiker von Quentin Tarantino verantwortlich. Das damals zum Apple-Konzern gehörige Animationsstudio „Pixar“ produzierte Kassenschlager wie „Toy Story“ oder „Monsters Inc.“, deren Vertrieb Disney übernahm.

Ende 2004 kam es zur Revolte unter den Aktionären, angeführt vom Disney-Neffen Roy E. Disney und dem Großinvestor Stanley Gold. Verbissen kämpfte Eisner um seinen Verbleib im Amt, musste aber nachgeben und nach über 20 Jahren an der Konzernspitze als Chairman abtreten. Eisner kündigte an, dass er, nach Auslaufen seines Vertrages 2005, auch seine Position als CEO aufgeben würde.

Als Eisners Nachfolger wurde mit Robert Iger im März 2005 ein Disney-Insider der Öffentlichkeit vorgestellt. Der ehemalige Wettermann und TV-Manager hatte sich seine Sporen bei ABC verdient und bei Disney emporgearbeitet, zuletzt als COO an der Seite von Michael Eisner. Kritiker sprechen von Iger als „more of the same“ und einer vergebenen Chance für einen Neubeginn bei Disney. Als externe Anwärterin hätte die erfolgreiche ebay-Chefin Meg Whitman bereitgestanden.

Doch die bisherige Bilanz spricht für Iger, der bestens mit der sehr speziellen Disney-Unternehmenskultur vertraut ist. Sein Management-Stil könnte nicht unterschiedlicher sein als der seines Vorgängers. Iger gilt als smarter, zurückhaltender Business-Mann, der sein Unternehmen eher team- und konsensorientiert leitet, als autokratisch zu regieren.

Igers erste Amtshandlung bestand darin, auf Versöhnungskurs mit dem Pixar-Chef Steve Jobs zu gehen, der im ständigen Streit mit dem damaligen Disney-CEO Eisner lag. War unter Eisner eine Verlängerung des gemeinsamen Kooperationsabkommens fraglich, so wurde unter Igers Führung Pixar Ende Januar 2006 Teil der Walt Disney Company. Durch die Übernahme von Pixar sicherte sich der Disney-CEO nicht nur die erfolgreichste Animations-Filmproduktion. Er holte sich mit Steve Jobs, dem Pixar zu 50,1 Prozent gehört, auch einen visionären Unternehmer ins Boot. Jobs ist nun mit ca. 7 Prozent stärkster privater Anteilseigner am Disney-Konzern. Er erhielt zudem einen Platz im Aufsichtsrat. Damit verbunden ist eine Annäherung Disneys an den Apple-Konzern, deren Geschäftsführer Jobs ist. Dies wirkt sich insbesondere auf das Angebot von Apples "iTunes-Store" aus, das sich nicht mehr auf Musikformate beschränkt, sondern auch über ein breites Angebot an Videos und Filmen verfügt. Laut Analysten-Meinung ergänzen sich beide Firmen hervorragend; Disney produziere die Inhalte, Apple die Werkzeuge, um die Inhalte zu erzeugen und zu vertreiben.

Geschäftsfelder

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Fernsehen: Disney ist inzwischen einer der weltweit führenden Produzenten von Fernsehformaten. Die ABC-Serie "Lost" ist laut eigenen Angaben die sich am schnellsten verkaufende TV-Serie aller Zeiten, und auch die Erlebnisse der “Deseprate Housewives” sind ein weltweiter Hit. Beide Serien werden inzwischen in über 200 Ländern ausgestrahlt. Auch "Grey´s Anatomy" oder “Alias” sind globale Erfolge. Für viel Aufsehen sorgte jüngst die neue TV-Reality-Show "Homeland Security", bei der Grenzbeamte im Einsatz gegen illegale Einwanderer und Drogen- und Menschenhändlern an der mexikanischen Grenze gezeigt werden. Neuen Entwicklungen steht man offen gegenüber: So wird die als Webisode für das Internet gestartete Serie "In the Motherhood" nun für ABC als Fernsehformat produziert. Die jahrelang unter dem Label „Touchstone Television“ operierende Fernsehtochter des Unternehmens (angelehnt an die Erwachsenenfilmsparte) wurde inzwischen in „ABC Television Studio“ umbenannt. Eine starke, auf allen Vermarktungsplattformen wieder erkennbare Marke soll geschaffen werden, die von Zuschauern als Kennzeichen von Qualitätsfernsehen identifiziert werden soll. Dieses Vorhaben ist ein Zeichen dafür, dass Disney seine Serienproduktionen unter einer einheitlichen Dachmarke (ABC) weiter ausbauen wird. So wurden bereits vier weitere Staffeln der „Desperate Housewives“ angekündigt und das Programmschema kräftig umgekrempelt: ABC startet zur neuen TV-Saison im Herbst gleich elf neue Serien, darunter ein Remake der 80er-Sci-Fi-Serie "V", die neue Reality-Show "Shark Tank", die Drama-Serien "The Forgotten", "Eastwick" und "Flash Forward", sowie die Comedy-Formate "Hank", "The Middle", "Modern Family" und "Cougar Town". Auf dem Kabelsender "Lifetime Televsision" startet Heidi Klum Anfang 2010 neue Folgen ihrer von Miramax Television produzierten erfolgreichen Model-Show "Project Runway".  Diese wird im Januar 2010 auch erstmals im deutschen digitalen Fernsehen auf dem "Biography Channel" ausgestrahlt, an dem Disney beteiligt ist.
 
Die hohe Bedeutung des internationalen Fernsehmarktes für Disney verdeutlicht, dass unter der sperrigen Bezeichnung „Global Distribution Disney-ABC Worldwide Television & Disney Media Networks“ Mitte 2007 eine neue, global operierende Fernsehabteilung eingerichtet wurde. Kostensynergien erhofft man sich durch die Zusammenlegung von ABC und ABC Studios, die zu mehr Eigenproduktionen führen soll.

"ABC News" gewinnt momentan deutlich an publizitischem Profil. Ein auf dem Nachrichtensender ausgestrahltes Video schockt seit mehreren Wochen die Welt. Zu sehen ist ein arabischer Prinz, der einen Mann brutal foltert. Der Täter ist Sheikh Issa bin Zayed al Nahyan, kein geringer als der Bruder des Kronprinzen der Vereinigten Arabischen Emirate. Man sieht auf den Bildern wie er und mehrere Polizisten mit der Peitsche auf ein am Boden liegendes Opfer einprügeln und diesem haufenweise Sand in den Mund stopfen. Zum Schluss überrollt Sheikh Issa den wehrlosen Mann mit seinem Auto. Auch mit einem kürzlich veröffentlichten Interview mit Irans Präsident Mahmud Ahmadinejad sorgte ABC für Schlagzeilen, als dieser Möglichkeit einer für ihn bislang nicht vorstellbaren  „Zwei-Staaten-Lösung“ im Nahost-Konflikt ins Spiel brachte.

Film: Die Anzahl seiner eigenen Filmproduktionen hat Disney nach zahlreichen Flops vor allem im Spielfilmbereich in den letzten Jahren drastisch zurückgefahren. Eingespart wird vor allem im Arthousebereich durch ein neues Konzept bei der Vertriebstochter Miramax. Nachdem die Gründer und CEOs Bob und Harvey Weinstein die Firma zum 30. September 2005 verließen, kürzte Disney das Jahresbudget um die Hälfte auf 350 Millionen Dollar. Als neuer CEO wurde Daniel Battsek installiert, der vorher Disney- und Miramax-Filme in Großbritannien verantwortete. Der ehemalige Chef der der Disney-Filmsparte Dick Cook, wollte nicht, dass Miramax weiterhin 100-Millionen-Dollar-Projekte wie „Cold Mountain" betreut, sondern eine Firmenpolitik wie in den Anfangsjahren betreibt. Danach galt es, eine überschaubare Zahl anspruchsvoller Independent-Filme zu produzieren, die Preise auf Filmfestivals abräumen sollen. Dies gelang Daniel Battsek auch anfangs: Der erfolgreiche Einstand konnte 2006 mit dem Oscargewinn von „Tsotsi“ (bester ausländischer Film), dem ersten Miramax-Release nach der Ära Weinstein, gefeiert werden. Und der Erfolg ging weiter: Bei der Oscar-Verleihung 2008 konnte Miramax dann so richtig abräumen. Sowohl "There will be blood" mit Daniel-Day-Lewis in der Hauptrolle als auch die Western-Verfilmung "No country for old men" der Coen-Brüder wurden mehrfach ausgezeichnet. Doch 2009 ging es rasend bergab. Sowohl Greg Mottola's "Adventureland", als auch Stephen Frears' ´Liebesgeschichte "Chéri" und vor allem das Drama "The Boys Are Back" mit Clive Owen in der Hauptrolle lieferten allesamt enttäuschende Einspielergebnisse. Der neue Disney-Studio-Chef Rich Ross entschloss sich deshalb zu einem radikalen Schritt: Daniel Battsek muss Anfang 2010 zurücktreten, das Hauptquartier in New York wird geschlossen und in das Disney-Studio in Burbank eingegliedert, 50 der 70 Angestellten von Miramax müssen ihren Hut nehmen und die Zahl der Veröffentlichungen des Indielabels werden auf drei pro Jahr reduziert. Doch noch befinden sich zahlreiche bereits produzierte Filme in der Pipeline, darunter das Anfang Dezember 2009 in den USA gestartete Starvehikel „Everybody's Fine“ mit Robert De Niro, Drew Barrymore und Kate Beckinsale in den Hauptrollen, Julie Taymor's Shakespeare Adaption "The Tempest", der Horrorfilm "Don't Be Afraid of the Dark" und die Jennifer Aniston/Jason Bateman Komödie "The Baster." Anfang Februar 2010 wurde bekannt, dass sich Disney ganz von Miramax und seiner Rechtebibliothek trennen will. Als Kaufpreis wurden 700 Millionen Dollar aufgerufen, als Interessenten gelten die vormaligen Besitzer der Weinstein Company, sowie Summit Entertainment, Studio Canal und die Capco Group. 

Mit dem Verkauf von Dimension-Films an die Weinstein Brüder im Jahre 2005 war es bei Disney im Hinblick auf Horrorfilme ruhig geworden, nachdem man dieses Genre in der Vergangenheit mit den Fortsetzungen der „Helloween-Saga“ oder den „Scream-Sequels“ kräftig bedient hat. Doch 2006 wurde das seit einigen Jahren nicht mehr genutzte Label „Hollywood-Pictures“ reaktiviert, um nicht jugendfreie Extremstreifen im Stil von „Hostel“ oder „The Hills have eyes“ zu produzieren. 2007 beendete Disney nach nur drei Filmen jedoch wieder dieses Experiment.

Disney außerdem kündigte an, keine Fortsetzungen seiner Kinofilme mehr auf DVD zu veröffentlichen. Hinter der Entscheidung steckt vermutlich Steve Jobs, der sich über das Niveau von Filmen wie "Cinderella 2" oder "Der König der Löwen 3" beschwert haben soll. Disney will außerdem das Rauchen aus allen seinen Familienproduktionen verbannen.

Auch die Expansion in neue Formate soll dabei eine entscheidende Rolle spielen: Nach dem riesigen Erfolg von "Unsere Erde" will Disney verstärkt Dokumentarfilme in Europa produzieren. Ende 2009 kam "Das Geheimnis der Flamingos" als erste Kinoproduktion von "Disneynature" in die deutschen Kinos. Auch das Sportgenre wird massiv ausgebaut: Mit dem neuen Filmlabel "ESPN-Films" sollen Biographien von Sportstars und bedeutende Sportereignisse den Weg ins Kino finden. Für eine der ersten Produktionen konnte kein geringer als der Regisseur Spike Lee gewonnen werden, der in "Kobe doin` work" den Basketballstar Kobe Bryant porträtiert.

Hohe Erwartungen weckt auch die Ankündigung des Studios einen neuen Produktionszweig für familientaugliche Horrorunterhaltung zu schaffen. Die Leitung der neuen Division „Disney Double Dare You“ soll Guillermo Del Toro, der Regisseur von „Pans Labyrinth“ und „The Devils Backbone“ übernehmen. Die erste Produktion soll der animierte Horror-streifen „Trollhunter“ nach einer Idee von Del Toro sein.

Gespannt sein darf man auch auf das 3D-Remake des Beatles-Klassiker „Yellow Submarine“ und auf "The Sorcerer`s Apprentice". Inspiriert von Goethes Zauberlehrling handelt der Film von einem abgehalfterten Zauberer (gespielt von Nicholas Cage), der seinen Beruf an den Nagel hängt und sich einen Lehrling sucht.

Internet: Mit einer großangelegten Internetoffensive will der Konzern das World Wide Web umfassend als Vertriebskanal ausbauen und dadurch das Fundament für zukünftiges Wachstum legen. Der Internetauftritt Disneys soll zu einer Art „MySpace für Kids“ weiterentwickelt werden und, laut Internet-Chef Steve Wadsworth, als „Haustür zur Disney-Welt“ fungieren. Die neu gestaltete Website soll künftig mit einem komplexen Videoplayer ausgestattet werden, über den Games und Filme gekauft und gemietet werden können. Die neu gestaltete Website "Disney Xtreme Digital", die zur Zeit nur in den USA erreichbar ist, soll künftig mit einem komplexen Videoplayer ausgestattet werden, über den Games und Filme gekauft und gemietet werden können. Mit dem Kauf der populären Online-Community "Club Penguin" verstärkt Disney sein Internet-Engagement weiter. Die Kinder-affine Plattform verfügte im Herbst 2007 über 700.000 Mitglieder. Ca. 6 USD pro Monat kostet es, in einer von Pinguinen bevölkerten schneebedeckten virtuellen Welt zu chatten oder Games zu spielen. Die Ende 2005 gestartete Website ist bislang vor allem in Kanada, den USA und Großbritannien populär, doch Disney will mit dem Angebot nun auch in andere Regionen vorstoßen. 

Disney plant eine großangelegte Einkaufstour im Internet, einige interessante Start-Up-Unternehmen sollen übernommen werden. Den Anfang machte jetzt die Übernahme des Ökologie-Portals „IdealBite“, mit dem Disney sich direkten Zugriff auf die  zahlungskräftige Zielgruppe der an einer bewussten Lebensführung interessierten Amerikaner erhofft.

Mit der konzerneigenen Investmentfirma "Steamboat Ventures" benannt nach dem ersten Micky-Maus-Cartoon - will Disney noch stärker in den Bereich Neue Medien investieren. Zu den jüngsten Übernahmen zählen das digitale Vertriebsnetz "EdgeCast Networks", die Eltern-Community "iParenting Media" und die Musikplattform "Kyte", die Handyvideos in Echtzeit auf unterschiedliche Online- und Mobilfunkportale überträgt. 

Themenparks: Die Themenparks tragen rund 30 Prozent zum Umsatz des Konzerns bei und sind besonders konjunkturabhängig. So bedroht die derzeitige Konsumflaute in den USA auch die Vergnügungsparks. 2007 schrumpften die Gesamtbesucherzahlen in Kalifornien bereits um ein Prozent.

Die Anlage in Hongkong macht ebenfalls weiter Sorgen.  Bei dem dortigen Park handelt es sich um ein Joint Venture mit der chinesischen Regierung, die mit 1,74 Millionen Dollar an Disneyland Hongkong beteiligt ist. Im April 2006 gab es dort heftige Proteste der Gewerkschaften, die zu lange Arbeitszeiten der Beschäftigten kritisierten und höhere Löhne einforderten. Trotz solcher Startschwierigkeiten ist das angekündigte Vorhaben eines weiteren Parks in Shanghai nicht gefährdet. In der Millionen-Metropole  entsteht der sechste Vergnügungspark des Konzerns. Nach einem fünfzehnjährigen Tauziehen billigte die chinesische Zentralregierung den Bau des Vergnügungsparks. Der Park soll bis 2014 fertiggestellt sein.

Disneyland Paris feierte 2007 mit einem in den Sommermonaten täglich stattfindenden Feuerwerk – dem größten, das je in einem Disney-Park zelebriert wurde - seinen 15. Geburtstag und konnte prompt einen neuen Besucherrekord vermelden.

Disney plant seine Aktivitäten im Bereich Themenparks weiter auszubauen. Disney hat Melbourne (Australien) und Johor in Indonesien als mögliche Park- Standorte ins Auge gefasst. Der amerikanische Park Disneyworld wird gerade einer kompletten Erneuerung unterzogen: Dazu zählen neue Attraktionen und Shows in den umbenannten „Disney's Hollywood Studios“ (früher „Disney-MGM Studios“) wie die 3D-Simulation "Toy Story Mania!" und die interaktiven Parade "Block Party Bash". Ein weiterer US-Park soll 2011 eröffnet werden: „Disney's Night Kingdom“ soll die Gäste auch am Ende des Tages umfassend unterhalten.

Für die kommende Jahre kündigte der Konzern nun die "größte Erweiterung seiner Geschichte" sowohl für Anaheim als auch für Orlando an. Zu den bekannt gegebenen neuen Attraktionen sollen u.a. eine Star Wars-Simulation in 3D und eine Unterwasserattraktion mit Arielle, der Meerjungfrau gehören.

Ein besonders spannendes Projekt entsteht gerade in Dubai.  Das indische Filmstudio „Yash Raj Films”, mit dem Disney ein Joint-Venture im Bereich Zeichentrickfilme betreibt, will gemeinsam mir der ortsansässigen “Dubai Infinity Holdings“ einen Themenpark in Dubai errichten. Sicherlich nicht ohne das Know-How von Disney.

Der Konzern plant, sein erfolgreiches Kreuzfahrtgeschäft auszuweiten und für diesen Zweck, neben den bereits operierenden Luxuslinern „Disney Magic“ und „Disney Wonder“, zwei weitere Schiffe in Dienst zu stellen.

Publishing:  Auch im Verlagssektor kann Disney eindrucksvolle Ergebnisse liefern. So hat sich "Disney Publishing Worldwide" zum wohl erfolgreichsten Kinderbuchverlag der Welt entwickelt. Seit dem Amtsantritt von Deborah Dugan als Präsidentin im Jahre 2002 hat der Verlag, der mit seinen Büchern und Magazinen jeden Monat laut eigenen Angaben mehr als hundert Millionen Leser erreicht, eine jährliche Wachstumsrate im zweistelligen Bereich erzielen können.

Games: Große Hoffnungen setzt Disney auf den Bereich Computerspiele. Auch wenn die wirtschaftliche Bedeutung für den Konzern noch nicht allzu hoch ist – der Jahresumsatz liegt momentan bei rund 500 Millionen Dollar -, rechnet man mit hohen Wachstumsraten. Disney hat deshalb in den letzten Jahren auch zahlreiche Entwicklungsstudios für Computerspiele übernommen bzw. neu gegründet. Hierzu zählen die Firmen Avalanche Software, Fall Line Studio, Propaganda Games, Black Rock Studio und Junction Point Studios. Jüngster Coup ist die Übernahme des chinesischen Spieleentwicklers „Gamestar“.  Die Gamesparte „Disney Interactive Studios“  beschäftigt inzwischen insgesamt über 700 Angestellte und verfügt über Büros in London, Brasilien, Hongkong, Japan, Kanada und den USA.  

Während sich Disney lange Zeit nur darauf beschränkte, Kinoerfolge als Computerspiel zu adaptieren, werden nun auch verstärkt filmunabhängige Produktionen in Angriff genommen. Der Anteil dieser Eigenproduktionen soll von jetzt 40 auf 80 bis 90 Prozent steigen. Dabei soll auch der Online-Sektor massiv ausgeweitet werden. Im Internet sollen verstärkt virtuelle Spielwelten, so genannte „Massively Multiplayer Online Games“ entstehen. Den Auftakt bildet, parallel zum weltweiten Filmstart von „Fluch der Karibik 3: Am Ende der Welt", eine entsprechende virtuelle Piratenwelt. Mit der Abenteuersaga „ANNO 1701“ erschien auch das erste Nintendo-DS-Spiel von Disney.

Um unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen bedient sich Disney auch im Spielbereich seiner zahlreichen Labels: So erschien das Spiel zur Fernsehserie "Lost" genauso wie die Spielvariante von „Desperate Housewives“ unter dem Banner "ABC-Televsion" und das recht gewalttätige Shooter-Spiel "Turok“ wurde Anfang Februar 2008 als "Touchstone-Produktion" veröffentlicht.

Zahlreiche neue Produktionen für den PC und alle gängigen Konsolen sind in Vorbereitung.  Zu den viel versprechenden Neuentwicklungen zählen die Rennsimulation "Pure" und die Konzertimitation "Ultimate Band“, die den Spielern den Traum erfüllen soll, eine Rocklegende nachzuahmen. Unter dem Namen „Disney Online Studios“ wurde ein neues Studio gegründet, das sich vor allem um die Entwicklung neuer Online-Rollenspiele mit Disney-Charakteren kümmern soll.

Zu den aktuellen Veröffentlichungen zählen auch die parallel zur Filmveröffentlichung konzipierten Spiele „High School Musical 3: Senior Year DANCE!“  -  und Disney/Walden Media's “The Chronicles of Narnia: Prince Caspian”. Über eine interaktive Plattform können Spieler einen eigenen, auf den jeweiligen Filmstoffen beruhenden Avatar kreieren und via dem Handheld der Nintendo DS online gegeneinander spielen. Disney Interactive hat mit "Split Second" außerdem ein eindrucksvolles Action-Rennspiel in der Produktion.

Jüngst übernahm man Chiacago ansässige Entwicklerstudio Wideload Games, welches angeblich an einer eigenen Disney-Konsole arbeitet.

Musical: Sehr erfolgreich ist Disney seit Jahren mit seiner Musicalsparte „Buena Vista Theatrical Productions“. An Disney-Zeichentrickfilme angelehnte Produktionen wie "Die Schöne und das Biest" oder "Der König der Löwen" laufen seit Jahren erfolgreich am Broadway und international. Zu den neuesten Produktionen zählen „Tarzan“ mit Songs von Phil Collins,  „Arielle – The litte mermaid“ und eine aktuelle Bühnenadaption von „Mary Poppins“, sowie für verschiedene Altersgruppen konzipierte Aufführungen des Disney Channel-Hits „High School Musical“. Der Soundtrack zum Musical ist 2006 das am meisten verkaufte Album in den Vereinigten Staaten gewesen. In Hamburg eröffnet im Herbst 2008 die Musicalversion des Trickfilms "Tarzan" mit Musik von Phil Collins. 

Mobile Entertainment: Einen weiteren Geschäftszweig eröffnete Disney mit der Einführung von Disney Mobile. Seit Juni 2006 bietet der Konzern einen Mobilfunkdienst an, der Eltern Auskunft über das Telefonverhalten ihrer Kinder gibt. Zudem können die Eltern ihre Sprösslinge mit einem entsprechenden Zweittelefon via GPS orten und wissen so immer über deren Aufenthaltsort Bescheid. Im Oktober brachte die Consumer Electronics Sparte Disneys auch ein eigenes mobiles Abspielgerät, den Disney Mix Max, auf den Markt. Der Player, der zu einem Preis von 99 Dollar bislang nur in den USA erhältlich ist, soll besonders Teens und Twens ansprechen. Einen ganz speziellen MP3-Player will die koreanische Firma Iriver – vorläufig nur in Asien - auf den Markt bringen. Das Abspielgerät soll die Form von Mickeys Kopf haben. Über die Ohren der Maus kann der Benutzer dann die Lautstärke regulieren und durch die einzelnen Titel zappen. Weitere, speziell an Kinder gerichtete Elektronik-Produkte sind angekündigt, darunter Lautsprechersysteme für den iPod und mehrere LCD-Fernseher. Das an die gleichnamige Fernsehserie angelehnte Produkt „Hannah Montana“ soll mit Anschlüssen für eine Gitarre und ein Mikrofon ausgestattet werden, so dass Kids die in der Serie gespielten Lieder live begleiten können.

Musik: Auch in diesem Sektor ist Disney mit mehreren Labels vertreten, eines davon ist Hollywood Records, das in den USA demnächst mit einem neuen CD-Standard auf den Markt gehen soll. Das neue Format "CD view plus" soll neben den herkömmlichen Audiotracks zusätzliche Datenbestandteile enthalten, die Inhalte wie Songtexte, Fotos und ähnliche Hintergrundinformationen auf den Alben bereitstellen. Riesige Erfolge auf dem amerikanischen Markt feiert seit Jahren das Disney-Label "Lyric Street Records", das sich auf Country-Musik spezialisiert hat. Seit der Veröffentlichung des ersten Albums im Jahr 1998 hat Lyric Street 26 Alben veröffentlicht und fast 20 Millionen Exemplare verkauft.

Engagement in Deutschland/Europa

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In Deutschland ist Disney neben der Lizenzierung seiner Charaktere für verschiedenste Produkte vor allem im Zeitschriftenmarkt für Kinder und Jugendliche präsent. Die Egmont-Mediengruppe, die zu den führenden Medienholdings in Skandinavien zählt, verfügt über ein umfangreiches Lizenzabkommen mit Disney und veröffentlicht über die Deutschland-Tochter Egmont-Ehapa sämtliche Disney-Comics und Zeitschriften, darunter das Micky-Maus-Magazin und die Lustigen Taschenbücher.

Auch im deutschen Fernsehmarkt ist Disney seit Jahren aktiv. Gemeinsam mit der zu Bertelsmann zählenden RTL-Gruppe betreibt Disney in Deutschland seit 1995 den Kinder- und Familiensender Super RTL. Beide Partner halten je 50%. Obwohl Super RTL in seiner Zielgruppe der 3- bis 13-Jährigen mit dem Neustart von Nickelodeon in Deutschland im Jahr 2005 Konkurrenz bekommen hat, bleibt der Sender mit und 30% Marktführer in seiner Zielgruppe.  Weiterhin ist Disney über eine 50%-Beteiligung an der Tele-München Fernsehen GmbH & Co Medienbeteiligungs-KG mit rund 31,5% an dem Sender RTL 2 beteiligt.  Auch auf den digitalen Fernsehplattformen von Premiere und Kabel Deutschland ist Disney präsent. Seit 1999 läuft auf Premiere ein deutscher Ableger des weltweit erfolgreichen Disney-Channel. Ebenfalls über Premiere und auch über Satellit ist in Deutschland der Sender Jetix zu empfangen, ehemals "Fox Kids", der demnächst in "Disney XD" umbenannt wird. Des weiteren ist Disney in Deutschland auch an den Veranstaltern der Digitalprogramme The History Channel, The Biography Channel und Crime & Investigation Network minoritär beteiligt.

Im digitalen Bouquet von Kabel Deutschland laufen die werbefreien Angebote Toon Disney (Cartoons) und Playhouse-Disney (Vorschulprogramm). Auch Disney-Spielfilme werden demnächst verstärkt bei Kabel Deutschland zu sehen sein. Man einigte sich Ende 2006 über einen mehrjährigen Vertrag zur On-Demand-Nutzung von Disney-Spielfilmen. Einen ähnlichen Vertrag hat Disney auch mit ProSiebenSat1 für Fernsehserien abgeschlossen. Seit September 2006 sind Serienhits wie „Lost“ und „Desperate Housewives“ als Video-on-Demand auf „Maxdome“, dem Internetportal von ProSiebenSat.1 downloadbar. Auch auf der digitalen Satellitenplattform "Premiere-Star" ist Disney mit den Sendern Playhouse-Disney und Toon-Disney vertreten. Der neue Premiere(Sky)-Kanal „Disney Cinemagic bietet Abonnenten demnächst die Möglichkeit, Disney- Spielfilme auch in High Definition zu sehen

Auch im Free-TV baut ProSiebenSat 1 die Partnerschaft mit Disney weiter aus. So sind die vierte Staffel der “Desperate Housewives“ und von „Grey's Anatomy - Die jungen Ärzte' beim Münchener Fernsehsender zu sehen sein.  Die vierte Staffel von „Lost“ läuft in Deutschland zunächst exklusiv auf dem neuen „Fox-Channel“ und soll ab 2009 aber auch bei Pro Sieben ausgestrahlt werden. Mittlerweile gibt es auch gemeinsame Produktionsaktivitäten zwischen ProSiebenSat1 und Disney/ABC in Form einer Neuauflage des Filmklassikers „Ben Hur“ Die internationale TV-Koproduktion mit weiteren Partnern soll als vierteilige Miniserie veröffentlicht werden.

Die Deutsche Telekom-Tochter T-Com, die bereits seit einiger Zeit Disney-Kinofilme über ihren Video-on-Demand-Service anbietet, überträgt auf ihrer VDSL-Plattform "Entertain" auch die Sender „Disney Channel“, „Toon Disney“ und „Playhouse Disney“. Disney kündigte im Juni 2007 auch eine intensive Zusammenarbeit mit der deutschen Produktionsfirma „Your Family Entertainment AG“ an, die Lizenzen an populären Charakteren wie dem „Moorhuhn“, „Fix und Foxi“ oder „Kommando Störtebecker“ hält und mit diesen auch im Merchandisinggeschäft sehr aktiv ist.

Auch in anderen europäischen Ländern hat Disney Abkommen mit Sendern und Telekommunikationsanbietern über den On-Demand-Vertrieb von Spielfilmen und Serien abgeschlossen, dazu zählen die spanische Telefonica, die britische BBC und Frankreichs TF1. In Spanien sendet der Disney Channel, der bislang in Europa ausschließlich als PAY-TV-Sender vermarktet wird, demnächst webefinanziert, als frei empfangbares Programm.

Über den Bezahlsender Premiere, über Satellit und über diverse Kabelanbieter ist Disney mit ESPN Classic Sport in Europa vertreten. Der Sender zeigt vor allem historische Sportereignisse. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, wann Disney sich noch stärker im europäischen Sportbusiness engagiert. Mit dem Kauf des britischen Kabelfernsehkanals North American Sports Network wurde ein wichtiger Schritt in diese Richtung vollzogen. NASN widmet sich ausschließlich den populären amerikanischen Sportarten und ist über Satellit und dem digitalen Kabelnetz auch in Deutschland zu empfangen. Anfang Februar wurde NASN in "ESPN America" umbenannt. Der neue Sender sorgte bereits für Aufregung in Deutschland, als man sich (jedoch erfolglos) um die Rechte an der Fussball-Bundesliga bei der letzten Ausschreibung der DFL bewarb.

ESPNs Einstieg in den europäischen Sportrechtemarkt wird jedoch immer konkreter: Nachdem man im ersten Anlauf bei der Versteigerung der Übertragungsrechte an der britischen Premier League  für die Spielzeiten 2010/11 bi 2012/13 noch leer ausgegangen war, sicherte man sich nun aus der Insolvenzmasse des irischen Sportsenders Setanta die Rechte für 23 Live-Spiele in den kommenden Spielzeiten plus weitere 46 Spiele aus dieser Saison.

Der Disney Filmverleih Buena Vista International (Germany) GmbH beschränkt sich seit Mitte der Neunziger Jahre nicht mehr auf den Verleih und Vertrieb der Filme des Mutterstudios aus den USA, sondern engagiert sich auch in der Produktion deutscher und europäischer Filme. Zu den bekanntesten deutschen Werken, die Buena Vista in den vergangenen Jahren in die Kinos brachte, zählen "Stadtgespräch" und "Knockin´on heaven`s door". Besonders erfolgreich läuft die Jugendfilmreihe "Wilde Kerle" um eine junge Fußballgang, deren fünfter Teil im Februar 2008 die Spitze der deutschen Kinocharts erklommen hat. Der aktuelle Hit ist die Kinderbuchverfilmung "Hexe Lili -Der Drache und das magische Buch", die im Februar 2009 die deutschen Kinocharts anführte. Der nächste sichere Kinoerfolg feiert im März 2009 Premiere: Der Fortsetzungsfilm "Die drei ??? - Das verfluchte Schloss". Auch die erfolgreiche Vertriebspartnerschaft mit der RTL-Tochter Universum Film wird fortgesetzt, die aktuelle Erfolgsproduktionen sind der Kinderfilm "Prinzessin Lillifee" und das Action-Spektakel "Crank 2: High Voltage".

Der größte künstlerische Erfolg gelang der Disney-Tochter mit Sitz in München jedoch mit "Das Leben der Anderen" vom deutschen Nachwuchsregisseur Florian Henckel von Donnersmarck. Der Film war beim Deutschen Filmpreis 2006 in elf Kategorien nominiert und konnte in sieben davon gewinnen. Außerdem wurde "Das Leben der Anderen" in Warschau als bester europäischer Film ausgezeichnet. Der Höhepunkt war der Oscar-Gewinn für den besten fremdsprachigen Film im Februar 2007 in Los Angeles. Dadurch schaffte „Das Leben der Anderen“ die Rückkehr in die Top 10 der meist gesehenen Filme in Deutschland. Über 1,7 Millionen Kinogänger bis zum März 2007 machen das Stasidrama zum internationalen Kassenerfolg für Buena Vista. Für die DVD-Auswertung, die Disney für den deutschsprachigen Markt ebenfalls übernommen hat, verspricht sich Disney nochmals erhebliche Gewinne. Auch die nächste deutsche Regiehoffnung dreht demnächst für Disney. Fatih Akin realisiert für Miramax einen Episodenfilm in den USA. Laut Medienberichten will Akin für "New York, I love you" auf ihm angebotene teure Stars verzichten und stattdessen vorwiegend mit europäischen Schauspielern arbeiten.

Der Filmverleih "Buena Vista International (Germany)" wurde im Herbst 2007 in "Walt Disney Studios Motion Pictures Germany" umbenannt, da man „sämtliche Handelsmarken vereinheitlichen möchte“. Daher heißt "Buena Vista Home Entertainment" inzwischen auch "Walt Disney Studios Home Entertainment". Erwachsenenunterhaltung wird aber weiterhin unter dem Label "Buena Vista International" veröffentlicht, auch die deutsche Produktionsfirma "Buena Vista International Film Production Germany" bleibt erhalten. Trotz der Konzentration auf die Marke Disney veröffentlichte Buena Vista 2009 die Teenie-Komödie „Gangs“ mit (dem deutschen Disney-Star) Jimi Blue Ochsenknecht in der Hauptrolle, im Oktober desselben Jahres folgte „Lippels Traum“ mit Mortz Bleibtreu und Anke Engelke in den Hauptrollen. Gespannt darf man auf das neueste Buena-Vista-Projekt sein: "Rock It" soll eine At deutsches "High School Musical" werden. Die aufwändigen Choreographien des Teeniefilms hat kein Geringerer als Selatin Kara entwickelt, ein Schüler von Kenny Ortega, Regisseur und Choreograph des amerikanischen Vorbilds. 

Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft Anfang Dezember 2009 beginnt Walt Disney Studios Home Entertainment als Vetriebspartner der ARD mit der Auswertung mehrerer Folgen der legendären Krimiserie TATORT. Neugierig macht die angekündigte Veröffentlichungspolitik schon jetzt: Nicht etwa chronologisch sollen die erworbenen Staffeln veröffentlicht werden, sondern in thematischen Paketen: So soll es sowohl Städteboxen wie „München“ oder „Leipzig“ geben, als auch vier Komissarboxen.

Um die Wachstumspläne im Bereich Mobile Content weiter zu fördern, hat Disney im November 2005 den Münchner Handy-Spieleentwickler Living Mobile übernommen. Für 2008 hat die Firma einige neue Games angekündigt, darunter das auf den populären Lego-Bausteinen basierende "Bionicle Defenders".

Auch neu auf dem deutschen Markt: E-Plus bietet mit der „Disney Youngsters Karte“ eine Art Flatrate für Handytelefonate im E-Plus-Netz mit Eltern und Freunden.


Disneys Wachstumsaktivitäten in Europa sind verstärkt auf Osteuropa ausgerichtet. So ging der Disney Channel Anfang Dezember auch in Polen auf Sendung. In der Türkei startete im April diesen Jahres der „Disney Channel Turkey“. Auch im russischen Markt konnte Disney weiter Fuß fassen. So konnten Abkommen über die Ausstrahlung von Filmen und Serien mit den Sendern St. Petersburg TV, TV3 Russia, NTV und Ren TV und jüngst Channel One abgeschlossen werden. Disneys Engagement in Europa ist jedoch keineswegs eine Einbahnstraße: So kündigte ABC kürzlich an, eine US-Version der deutschen "Wetten dass...?"-Show zu entwickeln.

Engagement in Asien

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Disneys Expansionsstrategie gilt vor allem dem asiatischen Markt. Bereits 2003 eröffnete Disney gemeinsam mit dem Unternehmen NTT in Japan einen Download-Dienst für Breitbandinhalte, der mittlerweile über rund 8 Millionen Abonnenten verfügt. Einen ähnlichen Dienst betreibt das Unternehmen seit 2005 auch mit einem lokalen Partner in Taiwan. Vertriebsabkommen über Inhalte für Mobilfunkdienste existieren mittlerweile in 13 lokalen Märkten in der Pazifikregion, darunter China, Thailand und Korea. Praktisch sämtliche der derzeit rund 700 Millionen Mobilfunknutzer in der Region haben somit Zugang zu Disneys Inhalten.

Ab dem kommenden Frühjahr will Disney noch stärker in den japanischen Mobilfunkmarkt einsteigen. Die japanische Konzerntochter will gemeinsam mit dem drittgrößten japanischen Mobilfunkbetreiber Softbank einen eigenen Mobilfunkservice anbieten und bei der Entwicklung von Geräten, Diensten und Inhalten mit den Japanern zusammenarbeiten. Damit ist Disney das erste große ausländische Unternehmen, das einen Mobilfunkdienst in Japan ohne eigene Netz-Infrastruktur anbieten will. Disney will demnächst auch Animationsfilme speziell für den japanischen Markt produzieren. Gemeinsam mit dem japanischen Partner Madhouse ist zunächst eine TV-Fassung des Films "Lilo & Stitch" geplant, mit Japans führenden Animationsstudios Toei soll ein computeranimierter Robotercartoon auf Disneys eigenem Satellitenkanal auf Sendung gehen.

Seit neuestem ist Disney auch im vietnamesischen Kabelnetz präsent. Insbesondere der chinesische Markt gestaltet sich aufgrund der dortigen Restriktionen für ausländische Investitionen weiter schwierig, Fortschritte können jedoch auch hier vermeldet werden. Der Konzern verhandelt mit der chinesischen Regierung über die Übertragungsrechte für einen eigenen Fernsehkanal. Bereits jetzt laufen einzelne Disney-Formate auf dem heimischen Dragon-TV-Kanal.

Ein bedeutender Schritt ist der Kinostart von Disneys erster in und für China produzierter Filmproduktion "The Magic Gourd". "Wir wollen als chinesische Walt Disney Company wahrgenommen werden und nicht als bloßer Walt Disney Ableger in China“, so der Managing Director von Disney Greater China, Stanley Cheung.  Disney plant außerdem, seine erfolgreiche Teenie-Film-Reihe "High School Musical" auf China zu erweitern. 2010 soll eine neue Version eigens für das Land der Mitte mit chinesischen Schauspielern gedreht werden.

Schwierigkeiten gibt es jedoch weiterhin mit einheimischen Produktionsstätten in China, die für Disney Spielzeug und andere Konsumartikel produzieren. Die Vorwürfe von NGOs sind massiv: Überstunden sollen nicht vorschriftsgemäß bezahlt werden, die Arbeitszeiten seien länger als gesetzlich erlaubt und für Wohnheimplätze und Kantinenessen soll mehr Geld vom Lohn abgezogen werden als angekündigt. Laut einem Bericht der TAZ hat die zuständige Disney-Filliale in Hongkong reagiert und den Dialog mit betroffenen Arbeitern eingeleitet.

Besonderes Augenmerk hat Disney in letzter Zeit auch dem indischen Markt gewidmet. Millionen von indischen Haushalten empfangen bereits den Disney Channel über Kabel und Satellit. Nun wird auch ein indischer Ableger des Nachrichtenkanals ABC News in Kooperation mit dem landesweiten digitalen Infrastrukturbetreiber Dish TV auf Sendung gehen. Disney hat außerdem angekündigt, den erfolgreichen Kinderkanal Hungama für 30,5 Mio. Dollar von dem heimischen Medienunternehmen United Home Entertainment zu erwerben. Im Rahmen dieser Transaktion wird sich Disney auch für 14 Mio. Dollar zu 14,9 Prozent an UTV Software Communications beteiligen. Mit "Vicky aur Vetal" und "Dhoom Machao Dhoom" wurden die ersten Fernsehshows fertig gestellt. Die Zusammenarbeit scheint erfolgreich zu verlaufen: Disney kündigte an, für rund 370 Millionen Dollar das Unternehmen komplett übernehmen zu wollen. Eine Rolle hierbei spielt sicherlich auch, dass sich die Verflechtungen zwischen dem indischen Subkontinent und der westlichen Filmindustrie weiter verstärken. So beteiligte sich UTV mit rund 30 Millionen Dollar an dem Hollywood-Thriller „The Happening“ von M. Night Shyamalan, investierte auch in „I Think I Love My Wife“ - eine Produktion des schwarzen Komikers Chris Rock -  und schloss darüber hinaus mit Will Smiths Produktionsfirma Overbrook eine umfangreiche Kooperationsvereinbarung ab.

Disney kündigte an, mit der indischen Produktionsfirma Yash-Raj-Films jährlich einen neuen Animationsfilm zu produzieren, der spezifisch auf das indische Publikum zugeschnitten sein soll. Die erste dieser Produktionen, "Roadside Romeo", soll nächstes Jahr in den indischen Kinos Premiere feiern. Disney wird sein Engagement in Indien ausweiten. Mit der Produktionsfirma von Shah Rukh Khan, dem männlichen Superstar des Bollywood-Musicals schlechthin, wurde eine millionenschwerere Zusammenarbeit vereinbart.

Der neueste Coup: Mit der "Rotana Media Group", die im Nahen Osten und in Nordafrika zu den größten Medienanbietern zählt, wurde ein umfangreicher Output-Deal abgeschlossen.

Aktuelle Entwicklung

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Die Partnerschaft zwischen Disney und Apple wird weiter ausgebaut. Bereits seit Oktober 2005 bietet Apples Onlineshop iTunes aktuelle Serien-Hits der Disney-Fernsehtochter ABC zum Download an. Seit September 2006 verkauft  und verleiht Disney auch Filme über den iTunes Store. In der Zeit hat der Unterhaltungskonzern bereits weit über vier Millionen Filme über diesen Vertriebskanal verkauft. Neben seinen Filmen vertreibt Disney auch TV-Shows über Apples iTunes Store. Mehr als 20 Millionen TV-Shows konnte der Konzern bis Anfang 2007 digital verkaufen. Alle großen Studios kündigten kürzlich an, dass die Online-Veröffentlichung ihrer Filme demnächst zeitgleich mit dem DVD-Start erfolgt. Film-Verleih und -Download über iTunes sind allerdings bislang nur für US-Kunden zugänglich. Wann die Angebote auch auf andere Märkte ausgedehnt werden, ist noch offen. Disney-Fernsehserien können in Deutschland bereits über iTunes gekauft werden.

2011 will Apple laut dem Branchendienst "Macnews" mit einem eigenen TV-Gerät auf den Markt kommen. Neben der Fernsehfunktion soll das Gerät auch als digitaler Videorekorder und als Spielekonsole dienen; der iPod soll dabei als Fernbedienung fungieren. Disney soll als Premiumpartner bereits mit an Board sein.

Disney wird sich jedoch keineswegs auf eine digitale Verkaufsplattform beschränken: "Das Geschäft mit Apple ist in keiner Weise exklusiv", betont Iger, wie auch der On-Demand-Deal mit Comcast und Disneys eigenen Internetdownloadangebote zeigen.

Auch über die X-Box von Microsoft sind seit November 2006 Filme und Serien von Disney in den USA zu sehen. Über die Fernbedienung der X-Box können diese auf dem Fernseher konsumiert werden, nachdem sie vorher per PC herunter heruntergeladen wurden. Für monatlich rund 10 USD vertreibt die Partnerfirma Vongo den neuen Download-Dienst. Disney kündigte darüber hinaus werbefinanzierte, freie Downloads bestimmter Filme über die eigene Webseite an, darunter Klassiker wie „Finding Nemo“ und „Monsters Inc.“.

Die offensive Digitalstrategie zeigt sich auch im Einstieg Disneys bei der in den USA ungemein populären Streaming-Plattform „Hulu“. Weitere Gesellschafter dort sind NBC Universal, News Corp. und Providence Equity Partners. Nur wenige Tage nach diesem Deal haben die Verantwortlichen bei Disney einen separaten Deal mit der Google-Tochterfirma YouTube abgeschlossen.Die geplanten Themen-Kanäle sollen vor alle aus Sneak Previews und speziell für das Internet gedrehten Kurzfilmen bestehen. Laut dem Fortune-Magazine arbeitet Disney parallel momentan an einem eigenen abonnementfinanzierten Webangebot. 

Doch auch das Studio mit der Maus ist vor Flops an den Kinokassen nicht gefeit: Nachdem sowohl „Die Jagd zum magischen Berg“, als auch "Bedtime Stories" und "Die Schnäppchenjägerin“ nicht die Erwartungen erfüllt hatten, erklärte der Disney-Studiochef Dick Cook, seinen sofortigen Rücktritt.

Pixar dagegen ist weiter sehr erfolgreich: "Oben" durfte als erster Animationsfilm überhaupt die diesjährigen Filmfestspiele von Cannes eröffnen – und das in 3-D. Noch dazu ist der Film bislang trotz der nur bedingt massentauglichen Story überraschend erfolgreich. Mit 68,2 Mio. Dollar hatte der CGI-Animationsfilm den drittbesten Start eines Pixar-Films überhaupt. 

Für einen regelgerechten Paukenschlag sorgte Anfang Februar die Mitteilung, dass Disney zukünftig den Vertrieb und das Marketing von bis zu sechs Produktionen aus dem Hause des bisherigen Konkurrenten Dreamworks übernimmt - zwar keine Animationsfilme aus dem Studio des in Ungnade von Disney geschiedenen ehemaligen Trickfilmchefs Jeffrey Katzenberg, jedoch die Highlights aus dem Spielfilmbereich unter Steven Spielbergs Verantwortung. Das erste Projekt ist nun für 2010 angekündigt worden: Der Roboterfilm “Real Steel” mit dem X-Men-Star Hugh Jackman in der Hauptrolle wird unter dem "Touchstone-" und "DreamWorks-" Label veröffentlicht. 

Doch auch vor Disney macht die allgemeine Wirtschaftskrise nicht Halt: Im abgelaufenen Quartal ist der Gewinn um mehr als ein Viertel auf 954 Millionen Dollar eingebrochen, der Gesamtumsatz sank um sieben Prozent auf knapp 8,6 Milliarden Dollar.

Für einen Paukenschlag sorgte daher Ende August 2009 die Mitteilung, dass Disney für rund vier Milliarden Dollar den traditionsreichen Comic-Konzern Marvel-Entertainment übernehmen will. Zum Marvel-Universum zählen so illustre Superhelden wie Hulk, Spiderman, die X-Men, Captain America oder Die Fantastischen Vier. Die Aktionäre haben der Übernahme Ende Dezember zugestimmt - damit ist Marvel 2010 bereits Teil von Disney. Doch der besonders bei Comicpuristen umstrittene Deal steht vor zahlreichen Herausforderungen: So bestehen für Kinoverfilmungen der Marvelcharaktere längerfristige Lizenzverträge mit konkurrierenden Studios und die Erben des legendären Marvel-Zeichners Jack Kirby haben eine Klage über die Nutzungsrechte der von ihm erschaffenen Figuren angestrengt, die aufgrund der Besonderheiten des amerikanischen Copyright-Systems Disney noch teuer zu stehen kommen könnte. Strategisch macht der Deal für Disney sicherlich Sinn, da man sich seit geraumer Zeit – in jüngster Zeit insbesondere mit dem Neustart von „Disney XD“ – in Richtung actionreicherer Unterhaltung orientiert.

Disney setzt in Zukunft verstärkt auf das Thema 3-D. Neue Animationsfilme des Studios sollen in ausgewählten Lichtspielhäusern im eigenen „Disney Digital 3D“-Format präsentiert werden, einem neuartigen 3D-Prozess,der die jüngsten technischen Innovationen Disneys mit der Erfahrung von Digitalpionieren wie der George Lucas-Firma Industrial Light & Magic (ILM) und Dolby Laboratories vereint. So werden sämtliche Filme des Animationsstudios Pixar künftig sowohl in 3D als auch im konventionellen Format veröffentlicht. Der spektakulärste 3-D-Erfolg gelang Disney bislang mit dem Konzertfilm "Hannah Montana". Die auf einer TV-Serie basierende Verfilmung konnte sogar den Startrekord von "Titanic" brechen. Mit gerade einmal 700 Kopien spielte der Film mit dem Teeniestar Miley Cyrus bislang 29 Millionen Dollar ein, obwohl er ausschließlich in 3-D-tauglichen Kinosälen gezeigt werden konnte.

Zu den ambitioniertesten Neuproduktionen zählen die für das Weihnachtsgeschäft produzierten Animationsfilme „Disneys Weihnachtsgeschichte“ von Robert Zemickis und der handgezeichnete Animationsfilm "Küss den Frosch” mit der ersten afroamerikanischen Prinzessin in der Geschichte Disneys. Bereits im Hebst erschienen das Remake des Tanzklassikers „Fame“und die schräge FBI-Persiflage „G-Force“. Gespannt darf man auf das im Dezember 2009 in den USA startende 3-D-Remake des Science Fiction Klassikers "Tron" sein. In den USA setzt man verstärkt auf Dokumentationen: Disney hatte 2009 mit großem Erfolg die BBC-Produktion „Unsere Erde“ in den dortigen Kinos veröffentlicht.

ABC ist nach wie vor erfolgreich. In den Einschaltquoten beim Gesamtpublikum liegt man immer noch auf einem komfortablen zweiten Rang, gleichauf mit Konkurrent FOX und Primus CBS ist man dicht auf den Fersen. Diese Position verdankt der Sender jedoch zum Großteil überwiegend bereits vor mehreren Jahren gestarteten Klassikern wie "Desperate Housewives", "Lost", "Greys Anatomy" sowie der Tanzshow "Dancing With the Stars". Neuen Erfolg verspricht man sich mit einer umfassenden Programmreform. ABC startet im Herbst gleich elf neue Serien, darunter ein Remake der kultigen 80er Science-Fiction-Serie "V".

Dabei sorgt die Neuproduktion „Cougar Town“ schon im Produktionsstatus für Riesenaufregung bei ABC: Thematisch dreht sich alles um ein paar in die Jahre gekommene Frauen, die das Leben noch einmal in vollen Zügen geniessen wollen. Dabei kennen sie kein Tabus: Angeblich soll eine der Darstellerinnen in einer Szene sogar Sex mit einem minderjährigen Jungen haben. ABC droht nun damit, die neue Sitcom in der jetzigen Form keinesfalls auszustrahlen. 

Die traurigste Nachricht erreichte das Studio jedoch kurz vor Weihnachten: Roy Disney ist tot. Der Neffe des Firmengründers verstarb am 16. Dezember in einem Krankenhaus in Newport Beach. Roy schied 2003 aus der Konzernspitze aus, bei der er zuletzt die Position des Vize-Vorsitzenden inne hatte. Er war das letzte Mitglied der Disneyfamilie, das aktiv im Vorstand mitarbeitete.

News

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