2. The Walt Disney Company

Umsatz 2010: $ 38,063 Mrd. (€ 28,712 Mrd.)

Überblick

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Die Walt Disney Company ist derzeit der zweitgrößte Medien- und Unterhaltungskonzern der Welt. Zur Unternehmensgruppe gehören unter anderem die Walt Disney Filmstudios und deren Tochterunternehmen Touchstone, das auch für den internationalen Fernsehmarkt produziert, der Comic- und Filmverlag Marvel Entertainment und mit ABC (American Broadcasting Company) einer der drei größten Fernsehsender der USA, zahlreiche Spartenkanäle wie Disney Channel, Disney XD und Playhouse Disney, der amerikanische Sportkanal ESPN sowie in Deutschland 50 Prozent am Familiensender Super RTL und darüber hinaus die Disneyland-Themenparks.

Basisdaten

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Hauptsitz:
500 South Buena Vista Street
Burbank, CA 91521, USA
Telefon: 001-818-560-1000
Telefax: 001-818-560-1930
Internet: http://corporate.disney.go.com/

Branche: Film, Free-TV/Pay-TV-Sender, TV-Produktion, Rechtehandel, TV-Sendestationen, Video/DVD, Radio, Games, Tonträger, Multimedia, Internet-Services, Buchverlage, Zeitschriften, Merchandising, Freizeitparks, Hotels
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.10. - 30.09.
Gründungsjahr: 1923 (Disney Brothers Cartoon Studio), 1986 (Walt Disney Company)


Tab. I: Ökonomische Basisdaten

2010

2009

2008

2007

2006

2005

2004

2003

2002

Umsatz (in Mio. Dollar)

38.063

36.149

37.843

35.510

34.285

31.944

30.752

27.061

25.329

Gewinn (Verlust) nach Steuern (in Mio. US-Dollar)

3.963

3.307

6.781

4.687

3.374

2.533

2.345

1.267

1.236

Aktienkurs (in US-Dollar, Jahresende)

37,51

32,25

15,05

32,28

31,82

24,13

27,80

23,33

16,31

Dividende (pro Aktie in US-Dollar)

0,35

0,35

0,35

0,35

0,27

0,27

0,24

0,21

0,21

Beschäftigte

149.000

144.000

137.000

k.A.

k.A.

133.000

129.000

112.000

114.000

Tab. II: Umsatz nach Sparten (Beträge in Mio. US-Dollar)

Media Networks

Parks & Resorts

Studio Entertainment

Interactive Media

Consumer Product

2006

14.638

9.925

7.529

2.193

2007

15.046

10.626

7.491

490

2.347

2008

16.116

11.504

7.348

719

2.875

2009

16.209

10.667

6.136

712

2.425

2010

17.162

10.761

6.701

761

2.768

Geschäftsführung

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Robert A. Iger, President and Chief Executive Officer, The Walt Disney Company

CORPORATE

  • Alan Braverman, Senior Executive Vice President, General Counsel and Secretary, The Walt Disney Company
  • Ronald L. Iden, Senior Vice President, Global Security
  • Kevin Mayer, Executive Vice President, Corporate Strategy, Business Development and Technology Group, The Walt Disney Company
  • Christine M. McCarthy, Executive Vice President, Corporate Finance and Real Estate and Treasurer, The Walt Disney Company
  • Zenia Mucha, Executive Vice President, Corporate Communications, The Walt Disney Company
  • Jayne Parker, Executive Vice President and Chief Human Resources Officer
  • Jay Rasulo, Senior Executive Vice President and Chief Financial Officer, The Walt Disney Company
  • Brent Woodford, Senior Vice President, Planning and Control, The Walt Disney Company

 

BUSINESS UNIT

  • Bob Chapek, President, Disney Consumer Products
  • George W. Bodenheimer, Co-Chairman, Disney Media Networks and President, ESPN, Inc. and ABC Sports
  • Rich Ross, Chairman, The Walt Disney Studios
  • Thomas O. Staggs, Chairman, Walt Disney Parks and Resorts
  • Anne Sweeney, Co-Chairman, Disney Media Networks and President, Disney•ABC Television Group
  • John Pleasants and Jimmy Pitaro, Disney Interactive Group

 

Aufsichtsrat:

  • Susan Arnold, former President, Procter & Gamble
  • Robert W. Matschullat, former CEO The Clorox Company
  • John E. Bryson, Kohlberg Kravis Roberts & Co
  • Fred Langhammer, The Estee Lauder Companies Inc.
  • John E. Pepper, Jr., Underground Railroad Freedom Center
  • John S. Chen, Sybase Inc.
  • Aylwin B. Lewis, former President, Potbelly Sandwich Works
  • Sheryl Sandberg, Facebook
  • Judith L. Estrin, JLABS, LLC
  • Monica C. Lozano, ImpreMedia, LLC
  • Orin C. Smith, former President, Starbucks Corporation
  • Robert A. Iger, Walt Disney Company


Gesellschafter
: Steve Jobs Estate (ca. 7%), Familie Walt Disney (ca. 5%), Sid Richardson Bass/Lee Marshall Bass/Perry Richardson Bass (zusammen ca. 4%), Berkshire Hathaway, Capital Group Inc., Disney-Management (u.a. Michael Eisner und Thomas S. Murphy, ca. 2%), Rest Streubesitz.

Geschichte und Profil

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Alles begann 1923 in einem Hinterzimmer in Hollywood, wo der 21-jährige Walter („Walt“) Elias Disney mit seinem Bruder Roy das Disney Brothers Cartoon-Studio gründete. Bereits drei Jahre später hatte das Unternehmen ein eigenes Studio auf der Hyperion Avenue und wurde in Walt Disney-Studio umbenannt. 1928 brachte Disney seinen ersten Mickey Mouse-Cartoon „Steamboat Willie“ in die Kinos, gleichzeitig einer der ersten Tonfilme. Die Maus war die zentrale Figur für die Entwicklung einer der stärksten Marken im weltweiten Mediengeschäft und Ausgangspunkt für die umfangreichen Merchandising-Geschäfte des Disney-Konzerns. Animierte Spielfilme wie „Schneewittchen“ oder „Bambi“ wurden große Kinoerfolge und machten weitere Figuren populär, die im Einzelhandel oder in Vergnügungsparks vermarktet werden konnten. Das erste Disneyland öffnete 1955 in Kalifornien seine Pforten. Im Fernsehen konnte sich Disney seit den 50er Jahren mit der wöchentlichen Show "Disneyland“ beim landesweiten Network ABC und mit dem „Mickey Mouse Club" etablieren.

Garant für die nahtlose Verwertungskette des Disney-Konzerns ist die starke Marke Disney. Bereits unter Gründer Walt Disney wurde eine starke Markenphilosophie entwickelt. „Onkel Walt“, der auf einer Farm in Missouri in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen war, liebte die heile, puritanische Welt, die ihm nicht vergönnt gewesen war. Entsprechend schuf er die Marke Disney, die sehr auf der Reinheit der Produkte beruhte und zu einem amerikanischen Mythos wurde. Erotische Freizügigkeiten und Gewaltdarstellungen galten als Tabu in Disney-Produktionen, die als „Filme für die ganze Familie" Erfolg hatten. Bis zu seinem Tod 1966 hatte Walt Disney das Unternehmen durch seinen Ideenreichtum geprägt. Später hemmte jedoch der stets präsente „Geist Walts" die Entwicklung Disneys. Eine Modernisierung wurde lange Zeit verpasst, unter Schauspielern und Autoren galt Disney als verstaubt und altmodisch. Vielversprechende Projekte wie Spielbergs „E.T.“ wurden abgelehnt, stattdessen erfolglose Filme nach bekanntem Strickmuster produziert. Das Unternehmen geriet ins Schlingern.

So durchlief der Disney-Konzern in den 80er Jahren eine tiefe Krise. Der Aktienkurs fiel tief und eine feindliche Übernahme mit anschließendem Ausverkauf drohte. Doch konnte die Disney-Spitze 1984 den texanischen Immobilienmogul Sid Bass für Investitionen in den maroden Konzern gewinnen. Mit dem „Team Disney“, dem neuen Management um Michael Eisner (ehemals Paramount) und Frank Wells (ehemals Warner Bros.), begann, verbunden mit einem Wiederaufblühen des Filmstudios, die Modernisierung des Unternehmens. Die Walt Disney Company expandierte zur heutigen Größe. Ein entscheidender Schritt war die 19-Milliarden-Dollar-Übernahme der Capital Cities/ABC-Gruppe 1997, die dem Disney-Konzern die Kontrolle über zahlreiche TV-Sender sicherte, darunter das landesweite Network ABC und der Sport-Kabelsender ESPN.

Seit der legendären Rettung des Disney-Konzerns 1984 prägte vor allem CEO Michael Eisner die Entwicklung. Mit Eifer und eigenwilligen Management-Methoden führte Eisner Disney aus dem Tal der Bedeutungslosigkeit und machte es erneut zum Powerhouse der Entertainment-Industrie. Doch in den letzten Jahren seiner Amtszeit kämpfte Disney vergeblich gegen sinkende Gewinne. Hinzu kamen Management-Fehler wie etwa die miserable Planung des Prestige-Objekts Eurodisney. In die Kritik geriet Eisner zudem wegen seines selbstgefälligen Umgangs mit kreativen Produktionspartnern wie Miramax und Pixar. Das ehemals unabhängige Studio Miramax war 1993 von Disney übernommen worden und für Oscar-prämierte Erfolge wie „Shakespeare in Love“ und die Klassiker von Quentin Tarantino verantwortlich. Das damals zum Apple-Konzern gehörige Animationsstudio „Pixar“ produzierte Kassenschlager wie „Toy Story“, deren Vertrieb Disney übernahm. Ende 2004 kam es zur Revolte unter den Aktionären, angeführt vom Disney-Neffen Roy E. Disney. Verbissen kämpfte Eisner um seinen Verbleib im Amt, musste aber nachgeben und nach über 20 Jahren an der Konzernspitze als Chairman und später auch als CEO abtreten. 

Als Eisners Nachfolger wurde mit Robert Iger im März 2005 ein Disney-Insider der Öffentlichkeit vorgestellt. Der ehemalige Wettermann und TV-Manager hatte sich seine Sporen bei ABC verdient und bei Disney emporgearbeitet, zuletzt als COO an der Seite von Michael Eisner. Kritiker sprachen deshalb von ihm als „more of the same“, doch die bisherige Bilanz spricht für Iger, der bestens mit der sehr speziellen Disney-Unternehmenskultur vertraut ist. Iger gilt als smarter, zurückhaltender Business-Mann, der sein Unternehmen eher team- und konsensorientiert leitet, als autokratisch zu regieren.

Igers erste Amtshandlung bestand darin, auf Versöhnungskurs mit dem Pixar-Chef Steve Jobs zu gehen und mit ihm gemeinsam Strategien zu entwickeln. So wurde unter Igers Führung Pixar Ende Januar 2006 Teil der Walt Disney Company. Durch die Fusion mit Pixar wurde Steve Jobs, dem Pixar zu 50,1 Prozent gehörte, mit ca. 7 Prozent stärkster privater Anteilseigner am Disney-Konzern. Er erhielt zudem einen Platz im Aufsichtsrat. Daraus resultiert eine enge Kooperation Disneys mit dem Apple-Konzern. Dies wirkt sich insbesondere auf das Angebot von Apples "iTunes-Store" aus, der auch über ein breites Angebot an Videos und Filmen der Disney-Studios verfügt. Laut Analysten-Meinung ergänzen sich beide Firmen hervorragend; Disney produziere die Inhalte, Apple die Werkzeuge, um die Inhalte zu erzeugen und zu vertreiben.

Deshalb trifft der Tod von Steve Jobs am 5. Oktober 2011 auch Disney hart. Seine visonären Ideen werden beiden Konzernen mit Sicherheit fehlen. Die Anteile von Jobs an Disney wurden an eine Stiftung überschrieben, die von seiner Witwe, Larene Powell Jobs, geleitet wird. Doch die enge Verzahnung der beiden Medienriesen geht weiter: Im November 2011 gab Apple bekannt, dass Steve Jobs Platz im Aufsichtsrat ausgerechnet mit Bob Iger neu besetzt wird. Der Disney-Boss deckte sich zudem gleich mal mit Apple-Aktien im Wert von einer Million Dollar ein.

Igers Gesamstrategie steht vor allem dafür, die Kernmarke "Walt Disney" zu stärken: So wurde Disneys weltweiter Filmverleih "Buena Vista International" im Herbst 2007 in "Walt Disney Studios Motion Pictures " umbenannt, da man „sämtliche Handelsmarken vereinheitlichen möchte“. Das Produkt Disney wird in den Vordergrund gerückt, alle Geschäftsbereiche sollen stärker zusammengeführt und zu einem Vermarktungszyklus  über alle Vertriebsstufen hinweg gebündelt werden. Dazu zählt eine enge Verzahnung mit der Handelssparte "Consumer Products". Was nicht zum Kerngeschäft gehört, wurde verkauft, wie die lange Zeit so erfolgreiche Arthouse-Tochter Miramax

Doch auch die Ära Iger wird bald enden: Zwar wurde sein Vertrag als CEO bis 2016 verlängert. Für diesen Zeitpunkt kündigte Iger aber bereits seinen Rücktritt aus dem operativen Geschäft an.  

Geschäftsfelder

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Fernsehen: Disney ist mit der "Disney-ABC-Television Group" einer der weltweit führenden Produzenten von Fernsehformaten und Betreiber des "ABC Televison Network". Auch die "Disney-Channel-Gruppe" und der ebenfalls global operierende Sportsender "ESPN" zählen zu diesem Netzwerk.

Die ABC-Serie "Lost" ist laut eigenen Angaben die sich am schnellsten verkaufende TV-Serie aller Zeiten, und auch die Erlebnisse der “Desperate Housewives” sind ein weltweiter Hit. Beide Erfolgsformate sind jedoch inzwischen in die Jahre gekommen: In den USA ist die letzte Staffel von "Lost" bereits im TV gezeigt worden und auch die "Desperate Housewives" enden 2012 mit der achten Staffel. Dafür lebt die Kultserie mit Eva Longoria und Co. in anderer Form weiter: Momentan entsteht eine eigene lokale Adaption für den südamerikanischen und den türkischen Markt. Nachdem Anfang des Jahres auch "Brothers & Sisters" eingestellt wurde, ist von den Langzeitserien ABCs jedoch nur noch "Grey´s Anatomy" weiterhin in Produktion. Mit einer Programmoffensive wollte ABC im Herbst 2011 an alte Erfolge anknüpfen: Doch das Remake von "Charlies`s Angels" wurde bereits wieder eingestellt und auch von "Pan Am" werden keine neuen Folgen mehr produziert.  Jetzt setzt man auf die neuen Formate "Work it", "Good Christian Bells" oder "Missing". Gespannt darf man auch auf das in Entwicklung befindliche Serienprojekt „Hulk“ von Guillermo del Toro sein. 

Rich Ross, der als Leiter des Disney-Channels so global erfolgreiche Teenie-Formate wie die "High-School-Muiscal"-Reihe oder "Hannah Montana" verantwortete, ist seit Oktober 2009 neuer Chef der Walt Disney Studios und soll das Filmgeschäft mit der gleichen Erfolgsformel restrukturieren. Neue Chefin der "Disney Channels Worldwide" wurde Carolina Lightcap. 

Eine ihrer ersten wichtigen Entscheidungen ist die Ausweitung des Vorschulprogramms. Seit Anfang 2011 greift "Disney Junior" die amerikanischen Marktkonkurrenten "Nick Jr." und "PBS Kids" an.

Das "ESPN-Netzwerk" wird weiter ausgebaut. Dazu zählt mit "espnW.com" die Einrichtung einer eigenen Webseite für Frauen, auf der zur Hälfte über Frauensport berichtet wird und die auch eine starke Personality-Berichterstattung beinhaltet. Auch Frauensportarten stehen verstärkt im Fokus: So übertrug "ESPN" mit Erfolg sämtliche Spiele der Frauen-Fußball-WM aus Deutschland in die USA. In Großbritannien zeigt ESPN ausgewählte Spiele der "Women Super League".

Die Konzentration auf die Kernmarken "ABC", "ESPN" und "Disney" im Fernsehsektor geht weiter: Der von Disney betriebene Channel "SOAP NET" soll 2012 eingestellt werden. Eine stärkere Rolle wird jedoch zukünftig der Marke "Marvel" zufallen: Im Juni 2010 gründete der Disney-Ableger eine eigene Fernsehdivision.

Film: Die Anzahl seiner eigenen Filmproduktionen hat Disney nach zahlreichen Flops in der Ägide des ehemaligen Studiochefs Dick Cook vor allem im Spielfilmbereich in den letzten Jahren drastisch zurückgefahren. 

Das neue Credo lautet auch im Filmbereich die Kernmarke Disney in den Mittelpunkt zu rücken und dies auf allen Kanälen. Der Verleiharm Buena Vista International wurde in Walt Disney Studios Motion Pictures umbenannt und Touchstone Pictures soll vorwiegend nur noch als Vertriebsarm für den 2009 geschlossenen, langfristigen Vertriebsdeal mit Dreamworks Pictures dienen. Disney verleiht jedoch keine Animationsfilme aus dem Studio des in Ungnade von Disney geschiedenen Dreamworks-Trickfilmchefs Jeffrey Katzenberg, jedoch die Highlights aus dem Spielfilmbereich unter Steven Spielbergs Verantwortung. Das erste Projekt in 2011, das Science-Fiction-Teenie-Drama "Ich bin Nummer Vier", war jedoch nur ein mäßiger Erfolg an den internationalen Kinokassen, eine geplante Fortsetzung wurde zu den Akten gelegt. Anschließend lief die Kooperation jedoch wesentlich besser: Der Roboterkampf-Film "Real Steel" landete gleich auf Platz Eins der US-Kinocharts und die Steven-Spielberg-Verfilmung "War Horse" ("Gefährten") gilt schon jetzt als einer der Oscar-Favoriten.

Umfangreich ist auch der Output für die seit 2010 von Disney verantworteten Marvel Studios. Deren Neuproduktionen wie "Captain America" (deutscher Kinostart am 18. August 2011) oder "The Amazing Spiderman" werden aufgrund längerfristger Verträge  noch von anderen Studios produziert und distribuiert. Die in Produktion befindlichen "Iron Man 3" und "The Avengers" sollen jedoch von Disney selbst verliehen werden.

Die Auswirkungen der neuen Studiopolitik von Rich Ross sind noch nicht absehbar. Jüngste Erfolge wie die Tim Burton-Verfilmung "Alice im Wunderland" stammen genauso wie der Megaflop "Mars needs Moms" noch aus den Planungen des Vorgängers. Klar ist jedoch, dass Cook das von Disney selbst so bezeichnete "Franchise-Managment" stärken wird. Dies beinhaltet eine Konzentration auf den Marketing- und Vertriebsbereich mit Fortsetzungen von Blockbusterproduktionen wie "Fluch der Karibik" oder "Toy Story". Für sperrige Indie-Filme wie "Jay and Silent Bob" zu erfolgreichen Miramax-Zeiten wird zukünftig kein Platz mehr sein. Dafür plant Ross aber das Disney-Label einer richtigen Frischzellenkur zu unterziehen, indem er zukünftig vor allem nahmhafte Regisseure verpflichten will. So wurde bekannt, dass David Fincher, der Regisseur von "The Fight Club" und "The Social Network", bei dem Remake von "20.000 Meilen unter dem Meer" Regie führen soll. Brisanz verspricht eine geplante Neuverfilmung der "Miss Marple"-Krimigeschichten nach Agatha Christie. Auch die Zusammenarbeit mit Johnny Depp soll weiter ausgebaut werden: Neben dem zwischenzeitlich wegen explodierender Kosten gestoppten Western-Remakes "Lone Ranger" und dem fünften Teil von "Fluch der Karibik" sind weitere Projekte im Gespräch: Darunter eine Kinoneuverfilmung der amerikanischen Vampir-TV-Serie "The Night Stalker" und ein Projekt über den amerikanischen Nationalhelden Paul Revere.  

Auch die Expansion in neue Genres soll unter Ross weiter eine Rolle spielen: Nach dem riesigen Erfolg des Verleihts der BBC-Produktion "Unsere Erde" in den USA produziert Disney erstmals seit den fünfziger Jahren unter dem neuen Label "Disney Nature"  wieder verstärkt Dokumentarfilme. Auch das Sportgenre wird massiv ausgebaut: Mit dem Filmlabel "ESPN-Films" finden Biographien von Sportstars und bedeutenden Sportereignisse den Weg zumindest in die amerikanischen Kinos wie zuletzt 2009 "X Games 3 D: The Movie".

Internet: Mit einer großangelegten Internetoffensive will der Konzern bereits seit einigen Jahren das World Wide Web umfassend als Vertriebskanal ausbauen und dadurch das Fundament für zukünftiges Wachstum legen. Die Stärkung der digitalen Aktivitäten steht im Vordergrund der neuen strategischen Ausrichtung unter Iger.

Alle Aktivitäten sind in der "Disney Interactive Media Group" gebündelt. Der Internetauftritt Disneys soll zu einer Art „MySpace für Kids“ weiterentwickelt werden und als „Haustür zur Disney-Welt“ fungieren.

Mit dem Kauf der populären Online-Community "Club Penguin" verstärkte Disney sein Internet-Engagement weiter. Die Kinder-affine Plattform ist bislang in über 190 Ländern verfügbar und bringt es auf 150 Millionen registrierte Nutzer – überwiegend im Alter von sechs bis zwölf Jahren. Ca. 6 USD pro Monat kostet es, in einer von Pinguinen bevölkerten schneebedeckten virtuellen Welt zu chatten oder Games zu spielen. Die Ende 2005 gestartete Website ist bislang vor allem in Kanada, den USA und Großbritannien populär, doch Disney will mit dem Angebot nach wie vor auch in andere Regionen vorstoßen. Die deutsche Webseite startete Mitte November 2011.

Disney plant weitere Einkaufstouren im Internet, interessante Start-Up-Unternehmen sollen übernommen werden. Jüngste Übernahme war die des Blog-Netzwerks "Babble", das sich vor allem an Mütter richtet. Mit der konzerneigenen Investmentfirma "Steamboat Ventures" - benannt nach dem ersten Micky-Maus-Cartoon - will Disney noch stärker in den Bereich Neue Medien investieren.

Doch die Internet-Sparte entwickelt sich bislang nicht wie gewünscht, der zuständige CEO Steve Wadsworth musste im September 2010 seinen Hut nehmen. Die Sparte hatte zuletzt zwar den Umsatz gehalten, war allerdings mit einem Minus von 65 Millionen US-Dollar 2010 tief in die roten Zahlen geraten.

Der Turnaround soll jedoch schnell erfolgen, der Internetbereich wurde stärker denn je aufgerüstet. Neue Verantwortungsträger sollen den Onlinebereich massiv aufwerten: Der ehemalige Yahoo!-Manager James Pitaro übernahm im Oktober 2010 die Leitung des Online-Segments, in dem alle Webauftritte gebündelt sind. Statt Millionensummen für klassische TV-Spots auszugeben, soll der Leiter der Home Entertainment-Sparte, Bob Chapek, zielgerichtete Marketingkampagnen in den sozialen Netzwerken initiieren.

Die sozialen Netzwerke rücken damit endgültig an die Spitze der Digitalstrategie Disneys, zuletzt etablierte man sogar ein eigenes Ticketing-System für "Toy Story 3" auf Facebook. Außerdem rückte John Pleasants, der Direktor der erst kürzlich übernommenen Onlinespielefirma Playdom, in die Geschäftsführung ein.

Themenparks: Die Themenparks tragen rund 30 Prozent zum Umsatz des Konzerns bei und sind besonders konjunkturabhängig. So bedroht die derzeitige Konsumflaute in den USA auch die Vergnügungsparks. 2007 schrumpften die Gesamtbesucherzahlen in Kalifornien bereits um ein Prozent.

Die Anlage in Hongkong macht ebenfalls weiter Sorgen.  Bei dem dortigen Park handelt es sich um ein Joint Venture mit der chinesischen Regierung, die mit 1,74 Millionen Dollar an Disneyland Hongkong beteiligt ist. Im April 2006 gab es dort heftige Proteste der Gewerkschaften, die zu lange Arbeitszeiten der Beschäftigten kritisierten und höhere Löhne einforderten. Trotz solcher Startschwierigkeiten ist das angekündigte Vorhaben eines weiteren Parks in Shanghai nicht gefährdet. In der Millionen-Metropole  entsteht der sechste Vergnügungspark des Konzerns. Nach einem fünfzehnjährigen Tauziehen billigte die chinesische Zentralregierung den Bau des Vergnügungsparks. Der Park soll bis 2014 fertig gestellt sein.

Sorgen bereitet jedoch wie fast ständig seit der Eröffnung"Disneyland Paris". Die Pläne einer neuen, nach ökologischen Kriterien gestalteten Parkanlage sind erstmal auf Eis gelegt, aufrund rückläufiger Besucherzahlen und Umsätze wurden die Feierlichkeiten zum 19. Geburtstag im April 2011 einfach abgesagt.

Disney plant dennoch auf internationaler Ebene seine Aktivitäten im Bereich Themenparks weiter auszubauen. Disney hat Melbourne (Australien) und Johor in Indonesien als mögliche Park- Standorte ins Auge gefasst. Für die kommende Jahre kündigte der Konzern nun die "größte Erweiterung seiner Geschichte" sowohl für Anaheim als auch für Orlando an. Zu den neuen Attraktionen für den Park in Florida zählt seit Mai 2011 eine Star Wars-Simulation in 3D. All dies in den Schatten stellen wird aber wohl die sensationelleste Ankündigung: Im September 2011 verkündete Disney eine Partnerschaft mit James Cameron. In Florida soll eine eigene Themenwelt rund um seinen Mega-Blockbuster "Avatar" entstehen, die laut Cameron die "derzeitigen Grenzen von technischer Innovation und experimenteller Erzählung sprengen" soll.

Ein besonders spannendes Projekt entsteht gerade in Dubai. Das indische Filmstudio „Yash Raj Films”, mit dem Disney ein Joint-Venture im Bereich Zeichentrickfilme betreibt, will gemeinsam mir der ortsansässigen “Dubai Infinity Holdings“ einen Themenpark in Dubai errichten. Sicherlich nicht ohne das Know-How von Disney.

Der Konzern plant, sein unter der Marke "Disney Cruise Line" in Eigenregie durchgeführtes und bislang sehr erfolgreiches Kreuzfahrtgeschäft weiter auszuweiten und für diesen Zweck, neben den bereits operierenden Luxuslinern „Disney Magic“ und „Disney Wonder“, weitere Schiffe in Dienst zu stellen und neue Reiseziele anzupeilen. Seit 2007 ist die "Disney Magic" bereits im Mittelmeer unterwegs, Ende 2012 ging die in Deutschland (Papenburg) gebaute "Disney Dream" auf hohe See in Richtung Bahamas. Das neueste Flaggschiff der Disney Cruise Line, die Disney Fantasy, wird im Januar 2012 aus der Papenburger Meyer Werft ausgedockt

Publishing:  Auch im Verlagssektor kann Disney eindrucksvolle Ergebnisse liefern. So hat sich "Disney Publishing Worldwide" zum wohl erfolgreichsten Kinderbuchverlag der Welt entwickelt. Seit dem Amtsantritt von Deborah Dugan als Präsidentin im Jahre 2002 hat der Verlag, der mit seinen Büchern und Magazinen jeden Monat laut eigenen Angaben mehr als hundert Millionen Leser erreicht, eine jährliche Wachstumsrate im zweistelligen Bereich erzielen können.

Games: Große Hoffnungen setzt Disney auf den Bereich Computerspiele. Auch wenn die wirtschaftliche Bedeutung für den Konzern noch nicht allzu hoch ist – der Jahresumsatz liegt momentan bei rund 500 Millionen Dollar -, rechnet man mit hohen Wachstumsraten. Disney hat deshalb in den letzten Jahren auch zahlreiche Entwicklungsstudios für Computerspiele übernommen bzw. neu gegründet. Hierzu zählen die Firmen Avalanche Software, Fall Line Studio, Propaganda Games, Black Rock Studio und Junction Point Studios. Jüngster Coup ist die Übernahme des chinesischen Spieleentwicklers „Gamestar“.  Die Gamesparte „Disney Interactive Studios“  beschäftigt inzwischen insgesamt über 700 Angestellte und verfügt über Büros in London, Brasilien, Hongkong, Japan, Kanada und den USA.  

Während sich Disney lange Zeit nur darauf beschränkte, Kinoerfolge als Computerspiel zu adaptieren, werden nun auch verstärkt filmunabhängige Produktionen in Angriff genommen. Der Anteil dieser Eigenproduktionen soll von jetzt 40 auf 80 bis 90 Prozent steigen. Dabei soll auch der Online-Sektor massiv ausgeweitet werden. Im Internet sollen verstärkt virtuelle Spielwelten, so genannte „Massively Multiplayer Online Games“ entstehen. Den Auftakt bildete, parallel zum weltweiten Filmstart von „Fluch der Karibik 3: Am Ende der Welt", eine entsprechende virtuelle Piratenwelt.

Nachdem teure Konsolenspiele wie "Micky Epic" die Erwartungen an die Verkaufszahlen jedoch nicht annähernd erfüllen konnten, kam es zu einem Strategiewechsel. Zukünftig will man sich in erster Linie auf Download- und Social Network-Titel konzentrieren. Diese Neuausrichtung führt zunächst zu einem massiven Personalabbau, über 300 Stellen wurden Anfang 2011 abgebaut. Das Entwickler-Studio Propaganda Games wurde ganz geschlossen, die eigenständige Entwicklersparte Fall Line Studio in die bestehende Firma Avalanche uberführt.

Die hohe strategische Bedeutung der Game-Sparte wird aber insbesondere durch den 800 Millionen Dollar schweren Kauf von "Playdom" überdeutlich. Der Spielentwickler nutzt für seine populären Online-Spiele insbesondere Facebook als Vertriebskanal. Die Übernahme scheint sich bereits auszuzahlen: Playdoms "Gardens of Time"war das meistgespielte Facebook-Game in 2011.

Weitere aktuelle Aquisitionen im Gamesbereich sind die auf Browser- und Mobile-Spiele ausgerichteten Firmen Gamesalad und Rocket Pack.

Doch auch im großen Stil wird expandiert: So kaufte man im Oktober 2011 die komlette Gaming-Sparte der bereits mit Disney verbandelten indischen Softwarefirma UTV-Software/Indiagames.

Zu dem aktuell ehrgeizigsten Projekt zählt "Disney Universe" - ein Multimedia-Action-Adventure mit zahlreichen Disney Charaktheren aus so unterschiedlichen Filmen wie "Lilo und Stich" oder "Tron" - für alle gängigen Konsolen so wie für Mac und PC.

Musical: Sehr erfolgreich ist Disney mit seiner Musicalsparte. An Disney-Zeichentrickfilme angelehnte Produktionen wie "Die Schöne und das Biest" oder "Der König der Löwen" laufen seit Jahren erfolgreich am Broadway und international. In Hamburg läuft seit Herbst 2008 die Musicalversion des Trickfilms "Tarzan" mit Musik von Phil Collins. Zu den neuesten Produktionen zählen  „Arielle – The litte mermaid“ und eine aktuelle Bühnenadaption von „Aladdin". Von zahlreichen Unfällen der Darsteller wird bislang leider die erste Marvel-Broadway Inszenierung "Spider-Man Turn off the Dark" überschattet, ein Abbruch sei jedoch bislang ausgeschlossen. 

Mobile Entertainment: Einen weiteren Geschäftszweig eröffnete Disney mit der Einführung von Disney Mobile. Seit Juni 2006 bietet der Konzern einen Mobilfunkdienst an, der Eltern Auskunft über das Telefonverhalten ihrer Kinder gibt. Zudem können die Eltern ihre Sprösslinge mit einem entsprechenden Zweittelefon via GPS orten und wissen so immer über deren Aufenthaltsort Bescheid. Einen ganz speziellen MP3-Player will die koreanische Firma Iriver – vorläufig nur in Asien - auf den Markt bringen. Das Abspielgerät soll die Form von Mickeys Kopf haben.  Weitere, speziell an Kinder gerichtete Elektronik-Produkte sind angekündigt, darunter Lautsprechersysteme für den iPod und mehrere LCD-Fernseher.

Die Übernahme des kalifornischen iPhone-App-Entwicklers Tapulous zeigt, dass Disney auch diesen Vertriebskanal für sich erschließen will.

Der neue Fokus auf mobile Social Games scheint sich schon auszuzahlen: Mit der App “Where’s My Water?” hat Disney im Herbst 2011 einen echten Hit für den "itunesstore" produziert. Der Hauptdarsteller, Kroko das Krokodil, könnte der erste Disney-Held werden, der seinen Ursprung in einer Applikation hat.

Musik: Auch in diesem Sektor ist Disney mit mehreren Labels vertreten, eines davon ist Hollywood Records, das in den USA demnächst mit einem neuen CD-Standard auf den Markt gehen soll. Das neue Format "CD view plus" soll neben den herkömmlichen Audiotracks zusätzliche Datenbestandteile enthalten, die Inhalte wie Songtexte, Fotos und ähnliche Hintergrundinformationen auf den Alben bereitstellen. Riesige Erfolge auf dem amerikanischen Markt feierte seit Jahren das Disney-Label "Lyric Street Records", das sich auf Country-Musik spezialisiert hat. Auch dieses Speziallabel wurde jedoch aufgrund der Konzentration auf die Kernmarke Disneys inzwischen geschlossen, die kommerziell wichtigen Künstler wurden zur neu firmierten Disney Music Group transferiert.

Engagement in Deutschland/Europa

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In Deutschland ist Disney neben der Lizenzierung seiner Charaktere für verschiedenste Produkte vor allem im Zeitschriftenmarkt für Kinder und Jugendliche präsent. Die Egmont-Mediengruppe, die zu den führenden Medienholdings in Skandinavien zählt, verfügt über ein umfangreiches Lizenzabkommen mit Disney und veröffentlicht über die Deutschland-Tochter Egmont-Ehapa sämtliche Disney-Comics und Zeitschriften, darunter das Micky-Maus-Magazin - welches in 2011 seinen 60. Geburtstag feierte - und die Lustigen Taschenbücher.

Auch im deutschen Fernsehmarkt ist Disney seit Jahren aktiv. Gemeinsam mit der zu Bertelsmann zählenden RTL-Gruppe betreibt Disney in Deutschland seit 1995 den Kinder- und Familiensender Super RTL. Beide Partner halten je 50%.Obwohl Super RTL in seiner Zielgruppe der 3- bis 13-Jährigen mit dem Neustart von Nickelodeon in Deutschland im Jahr 2005 Konkurrenz bekommen hat, bleibt der Sender mit und 30% Marktführer in seiner Zielgruppe. 

Weiterhin ist Disney über eine 50%-Beteiligung an der Tele-München Fernsehen GmbH & Co Medienbeteiligungs-KG mit rund 31,5% an dem Sender RTL 2 beteiligt.  Seit 1999 läuft auf Premiere/Sky ein deutscher Ableger des weltweit erfolgreichen Disney-Channel. Ebenfalls über Sky, diverse Kabelanbieter und auch über Satellit ist in Deutschland der Sender Disney XD zu empfangen. Die Deutsche Telekom, die bereits seit einiger Zeit Disney-Kinofilme über ihren Video-on-Demand-Service Videoload anbietet, überträgt auf ihrer VDSL-Plattform "Entertain" auch die Sender „Disney Channel“, „Disney Cinemagic", "Disney XD" und „Playhouse Disney“, sowie die beiden ESPN-Angebote "Classic" und "America". "ESPN America" in HD bleibt dagegen exklusiv bei Sky. Auch beim IPTV-Angebot von Vodafone in Deutschland ist Disney zukünftig mit "XD" und "Playhouse" vertreten, auch eine Filmdatenbank mit ABC-Serien wie "Lost" wird dort verfügbar sein.

Auch im Free-TV baut ProSiebenSat.1 die Partnerschaft mit Disney weiter aus. So sind die letzten Staffeln der “Desperate Housewives“ und die aktuellen Folgen von „Grey's Anatomy - Die jungen Ärzte' beim Münchener Fernsehsender zu sehen. Die sechste Staffel von „Lost“ läuft auf Kabel Eins. Mit der Pro-7-Mediathek "Maxdome" wurde eine umfangreiche Kooperation vereinbart. Hinzu kommt: Die ProSiebenSat.1-Tochter Red Arrow Entertainment Group konnte ihre Gameshow "You deserve it" an ABC lizensieren.

Auch in anderen europäischen Ländern hat Disney Abkommen mit Sendern und Telekommunikationsanbietern über den On-Demand-Vertrieb von Spielfilmen und Serien abgeschlossen, dazu zählen die spanische Telefonica, die britische BBC und Frankreichs TF1. In Spanien sendet der Disney Channel, der bislang in Europa ausschließlich als PAY-TV-Sender vermarktet wird, demnächst webefinanziert, als frei empfangbares Programm. Gleiches gilt für den türkischen Ableger.

ESPN expandiert auch in Deutschland weiter: Über diverse Kabel- und IPTV-Anbieter ist Disney mit "ESPN Classic Sport" und "ESPN America" vertreten. Auf "Sky-Deutschland" läuft seit Herbst 2010 "ESPN America" als Zusatzangebot in HD.

Die Größe des deutschprachigen Kinomarkts rechtfertigt scheinbar eine weiterhin sehr eigenständige Strategie der Kinosparte in München. So kündigte Deutschland Chef Thomas Menne im Juli 2011 das verstärkte Einsteigen in deutsche Koproduktionen und den Verleih deutscher Filme an, wie man es früher bereits sehr erfolgreich u.a. bei "Knockin`on haevens door" praktizierte. Vier bis sechs heimische Produktionen sollen zukünfitig pro Jahr bei Disney in Deutschland Platz haben. Um flexibel in der Stoffauswahl zu bleiben, wird auch weiterhin das Label "Buena Vista" genutzt, sowohl als lokale Produktionsfirma, als auch als Vertriebsmarke für die Kooperation mit dem RTL Verleih Universum. Aktuell erfolgreich ist die Kömödie "Eine ganz heiße Nummer" um einen erotischen Telefonservice in der bayerischen Provinz, welche die Spitze der deutschen Arthouse-Kinocharts erobern konnte. 

Fortgeführt wird die im Dezember 2009 begonnene Tätigkeit der deutschen Home Entertainment-Sparte Disneys als Vertriebspartner der ARD mit der Auswertung mehrerer Folgen der legendären Krimiserie TATORT - im Herbst 2011 erscheinen neue DVD-Boxen. 

Disneys Wachstumsaktivitäten in Europa sind ansonsten verstärkt auf Osteuropa ausgerichtet. So ging der Disney Channel Anfang Dezember 2009 auch in Polen auf Sendung. Auch im russischen Markt konnte Disney weiter Fuß fassen. So konnten Abkommen über die Ausstrahlung von Filmen und Serien mit den Sendern St. Petersburg TV, TV3 Russia, NTV, Ren TV und Channel One abgeschlossen werden. Auch der "Disney Channel" startet demnächst im landesweiten, russischen Fernsehen. Disneys Engagement in Europa ist jedoch keineswegs eine Einbahnstraße: So kündigte ABC an, eine US-Version der deutschen "Wetten dass...?"-Show zu entwickeln.

Engagement in Asien

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Disneys Expansionsstrategie gilt vor allem dem asiatischen Markt. Bereits 2003 eröffnete Disney gemeinsam mit dem Unternehmen NTT in Japan einen Download-Dienst für Breitbandinhalte, der mittlerweile über rund 8 Millionen Abonnenten verfügt. Einen ähnlichen Dienst betreibt das Unternehmen seit 2005 auch mit einem lokalen Partner in Taiwan. Vertriebsabkommen über Inhalte für Mobilfunkdienste existieren mittlerweile in 13 lokalen Märkten in der Pazifikregion, darunter China, Thailand und Korea. Praktisch sämtliche der derzeit rund 700 Millionen Mobilfunknutzer in der Region haben somit Zugang zu Disneys Inhalten.

Die japanische Konzerntochter Disneys will gemeinsam mit dem drittgrößten japanischen Mobilfunkbetreiber Softbank einen eigenen Mobilfunkservice anbieten und bei der Entwicklung von Geräten, Diensten und Inhalten mit den Japanern zusammenarbeiten. Jüngst brachte man ein auf Android basierendes Smartphone auf den Markt.

Seit einiger Zeit ist Disney auch im vietnamesischen Kabelnetz präsent. Insbesondere der chinesische Markt gestaltet sich aufgrund der dortigen Restriktionen für ausländische Investitionen jedoch weiter schwierig, Fortschritte können jedoch auch hier vermeldet werden. Der Konzern verhandelt mit der chinesischen Regierung über die Übertragungsrechte für einen eigenen Fernsehkanal. Bereits jetzt laufen einzelne Disney-Formate auf dem heimischen Dragon-TV-Kanal.

Ein bedeutender Schritt war der Kinostart von Disneys erster in und für China produzierter Filmproduktion "The Magic Gourd". "Wir wollen als chinesische Walt Disney Company wahrgenommen werden und nicht als bloßer Walt Disney Ableger in China“, so der Managing Director von Disney Greater China, Stanley Cheung.  Disney erweiterte außerdem seine erfolgreiche Teenie-Film-Reihe "High School Musical" auf China. 2010 erschien eine neue Version eigens für das Land der Mitte mit chinesischen Schauspielern.

Schwierigkeiten gibt es jedoch weiterhin mit einheimischen Produktionsstätten in China, die für Disney Spielzeug und andere Konsumartikel produzieren. Die Vorwürfe von NGOs sind massiv: Überstunden sollen nicht vorschriftsgemäß bezahlt werden, die Arbeitszeiten seien länger als gesetzlich erlaubt und für Wohnheimplätze und Kantinenessen soll mehr Geld vom Lohn abgezogen werden als angekündigt.

Besonderes Augenmerk hat Disney in letzter Zeit auch dem indischen Markt gewidmet. Millionen von indischen Haushalten empfangen bereits den Disney Channel über Kabel und Satellit. Nun wird auch ein indischer Ableger des Nachrichtenkanals "ABC News" in Kooperation mit dem landesweiten digitalen Infrastrukturbetreiber "Dish TV" auf Sendung gehen. Disney übernahm 2006 den erfolgreichen Kinderkanal "Hungama" für 30,5 Mio. Dollar von dem heimischen Medienunternehmen "United Home Entertainment". Im Rahmen dieser Transaktion hat sich Disney auch für 14 Mio. Dollar zu 14,9 Prozent an dem größten integrierten Medienkonzerns Indien, der "UTV Software Communications",  beteiligt - laut Presseberichten vom Juli 2011 plant Disney nun sogar eine Komplettübernahme. Auch eine groß angelegte Partnerschaft mit dem indischen Medienriesen "Reliance" ist laut Informationen der FT in Vorbereitung.

Der neueste Coup: Mit der "Rotana Media Group", die im Nahen Osten und in Nordafrika zu den größten Medienanbietern zählt, wurde ein umfangreicher Output-Deal abgeschlossen.

Aktuelle Entwicklung

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Die Partnerschaft zwischen Disney und Apple wird weiter ausgebaut. Bereits seit 2005 bietet Apples Onlineshop iTunes in den USA aktuelle Serien-Hits, Filme und Shows von Disney über den eigenen Store an, seit 2009 auch in Deutschland und zahlreichen anderen Ländern.  Auch bei "Apple TV" ist Disney in den USA mit ABC-Serien zum Preis von 0,99 Cent pro Episode von Anfang an mit am Start. Disney ist auch der erste große Partner bei Apples neuem Werbeprogramm "iAd" für das "iPad". Die geschaltete Werbung für "Tron" bietet zahlreiche Multimedia-Inhalte, darunter Clips aus dem Soundtrack und eine umfangreiche Film-Vorschau. 

Disney wird sich jedoch keineswegs auf eine digitale Verkaufsplattform beschränken: "Das Geschäft mit Apple ist in keiner Weise exklusiv", betont Iger, wie auch der On-Demand-Deal mit Comcast und Disneys eigenen Internetdownloadangebote zeigen.

Dies wird durch einen im Januar 2012 abgeschlossenen Mega-Deal mit dem größten Kabelnetzbetreiber der USA überdeutlich: Comcast und Disney einigten sich auf einen Vertrag über zehn Jahre. Aus diesem geht hervor, dass Comcast künftig seine 20 Millionen Kunden mit Inhalten der Disney-Fernsehsender auf verschiedensten Endgeräten wie Hybridfernsehgeräten aber auch Tablet-PCs versorgen kann.

Auch über die X-Box von Microsoft sind seit November 2006 Filme und Serien von Disney in den USA zu sehen. Disney kündigte darüber hinaus weitere, werbefinanzierte, freie Downloads bestimmter Filme über die eigene Webseite an. Auch mit dem in den USA ungemein populären Film-Streamingdienst "Netflix" ist Disney eine umfangreiche Partnerschaft eingegangen.

Die offensive Digitalstrategie zeigt sich auch im Einstieg Disneys 2009 bei der in den USA ungemein populären Streaming-Plattform „Hulu“. Weitere Gesellschafter dort sind NBC Universal, News Corp. und Providence Equity Partners." Ein zwischenzeitlich geplanter Verkauf scheint inzwischen vom Tisch zu sein.

Im November 2011 hat Disney einen umfangreichen Content-Deal mit der Google-Tochterfirma YouTube abgeschlossen. Die geplanten Themen-Kanäle sollen vor allem aus Sneak Previews und speziell für das Internet gedrehten Kurzfilmen bestehen. Hinzu kommt der Verkauf von Filmen, die Produktion eines eigenen Serien-Formats und die Integration von User-Generated-Content.

Pixar ist weiter sehr erfolgreich: Schon jetzt gilt Toy Story 3  als der erfolgreichste Animationsfilm aller Zeiten, auch "Cars2" war sehr erfolgeich, verschlang jedoch auch hohe Marketingkosten.

Für einen Paukenschlag sorgte Ende August 2009 die Mitteilung, dass Disney für rund vier Milliarden Dollar den traditionsreichen Comic-Konzern Marvel-Entertainment übernehmen will. Zum Marvel-Universum zählen so illustre Superhelden wie Hulk, Spiderman, die X-Men, Captain America oder Die Fantastischen Vier. Seit 2010 ist Marvel nun bereits Teil von Disney. Strategisch macht der Deal für Disney sicherlich Sinn, da man sich seit geraumer Zeit – in jüngster Zeit insbesondere mit dem Neustart von „Disney XD“ – in Richtung actionreicherer Unterhaltung orientiert. Die Filmstudios werden dazu immer stärker auf die Marvel-Charaktere ausgerichtet - 2012/2013 stehen zahlreiche Premieren wie "The Avengers" oder "The Amazing Spiderman" bevor.

Disney setzt in Zukunft weiter auf das Thema 3-D. So schnitt das 3-D-Remake des Science Fiction Klassikers "Tron" sehr erfolgreich ab. In den USA und Europa landete das 170 Millionen US-Dollar teure Actionspektakel gleich in der Startwoche meist auf Platz Eins der Kinocharts und konnte bislang weltweit rund 400 Millionen Dollar einspielen - auch wenn die Erwartungen noch höher waren. Auch die 3-D-Wiederaufführung von "König der Löwen" erwies sich als so erfolgreich, dass Disney weitere Klassiker wie "Die Schöne und das Biest" in der neuen Technik präsentieren will.

Im Film- und TV-Geschäft scheint Disney somit erfolgreicher denn je zu sein: Sowohl  "Alice im Wunderland", als auch "Thor" (über den Marvel-Deal) füllten die internationalen Kinosäle; populäre ABC-Serien wie "Legend of the Seeker" oder "Criminal Minds" lassen sich blendend ins Ausland verkaufen. 

Vereint mit seinem neuen Studioleiter Rich Ross setzt Disney Chef Iger somit vor allem auf neue Technologien, die den umfangreichen Content Disneys im Verbund mit massiven Marketingkampagnen über alle gängigen Vertriebswege effektiv verbreiten: Egal ob mobil, in sozialen Netzwerken oder auf neuartigen TV-Geräten. Bei den Filmen dreht sich zwar alles vermehrt um Markenware und Franchises - dies lassen auch die neuen Fortsetzungsfilme wie "Monster University"oder die Fortführung der Tempelritter-Reihe mit Nicolas Cage in der Hauptrolle vermuten - aber die Produktpalette Disneys ist gerade durch die neuen Marvel-Superhelden so breit, dass man sicherlich nicht zum reinen "Corporate Hollywood" mutieren wird.

Neben dem Film- und Fernsehgeschäft werden andere Bereiche in den Vordergrund rücken, wie z.B. die Sportvermarktung. Gerade ESPN macht Disney momentan viel Freude. So war die Fußballweltmeisterschaft  ein unerwarteter Quotenerfolg für den Disneysender auf dem amerikanischen Markt, der sich nun auch vermehrt der europäischen Champions League im US-Fernsehen widmet. 

Eine traurige Nachricht erreichte das Studio jedoch im Oktober 2011 mit dem Tod des visionären Aufsichtsratsmitglieds Steve Jobs.

News

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22.02.12 / Time Warner Inc., Walt Disney Corp., The Washington Post Company, Comcast Corp.

US-Medien und Iran-Konflikt

20.01.12 / NBC Universal Inc., News Corp. Ltd., Walt Disney Corp., Vivendi S.A., Time Warner Inc., Viacom Inc./CBS Corp., Sony Entertainment

Medienkonzerne vs. freies Internet