34. The Nielsen Company

Umsatz 2008: $ 5,012 Mrd. (€ 3,408 Mrd.)

Überblick

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The Nielsen Company, ursprünglich bekannt als VNU Group, ist ein globaler Anbieter für Markt- und Mediendaten, der außerdem Publikationen, Online-Dienste und Veranstaltungen wie Messen und Konferenzen im Business-to-Business-Bereich anbietet. Die bekanntesten Marken der Nielsen Company sind der Marktforschungsgigant ACNielsen und das Medienforschungsunternehmen Nielsen Media Research. Nielsen Business Media veröffentlicht bekannte Branchenmagazine wie „Billboard“ oder „The Hollywood Reporter“. Darüber hinaus gehören zu Nielsen unter anderem der Internet-Statistik-Dienst Nielsen//NetRatings, der Marketing-Dienstleister Claritas und die Firma Scarborough Research, deren Schwerpunkt in der Erhebung soziodemografischer Daten liegt. The Nielsen Company befindet sich nach dem Aufkauf durch die Finanzinvestorengruppe Valcon Acquisition in Privateigentum.

Basisdaten

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Hauptsitz:
Ceylonpoort 5-25
2037 AA Haarlem, Niederlande
Telefon: 0031-23-546-3463
Telefax: 0031-23-546-3938
Internet: www.nielsen.com

Deutschland:

The Nielsen Company (Germany) GmbH
Insterburger Str. 16
60487 Frankfurt am Main
Telefon: +49 69 7938-0
Fax: +49 69 70740-12
www.acnielsen.de

Nielsen Media Research GmbH
Sachsenstrasse 16
20097 Hamburg
t: +49(0) 40 / 23642 – 0
f: +49(0) 40 / 23642 - 122
www.nielsen.de

Branche: Informationsdienste, Markt- und Medienforschung, Fachverlage, Messen
und Ausstellungen
Rechtsform: Besloten Vennootschap met beperkte aansprakelijkheid (B.V.), vergleichbar mit deutscher GmbH
Geschäftsjahr: 01.01. - 31.12.
Gründungsjahr: 1964

 

Tab. I: Ökonomische Basisdaten (Beträge in Mio. Euro)

2008

2007

2006

2005

2004

2003

2002

2001

2000

Umsatz Gesamt

3.408

3.434

3.324

4.049

3.781

3.882

4.275

4.825

3.384

Gewinn nach Steuern

-354

-206

-300 USD

138 USD

163

130

170

1.004

799

Aktienkurs in Euro (Jahresende)

-

-

-

-

21,73

25,05

24,85

34,51

52,35

Dividende in Euro (pro Aktie)

-

-

-

-

0,55

0,55

0,55

0,52

0,52

Beschäftigte

36.000

34.700

41.000

40.694

38.598

38.609

37.590

37.235

19.108

 

 

Geschäftsführung

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Vorstand / Geschäftsführung:

  • David L. Calhoun, Vorstandsvorsitzender und CEO
  • Susan D. Whiting, Vice Chairperson
  • Mitchell J. Habib, Executive Vice President, Global Business Services
  • Brian J. West , Chief Financial Officer
  • Itzhak Fisher, Head of Global Product Leadership
  • David E. Berger, Senior Vice President, Corporate Controller
  • James W. Cuminale, Chief Legal Officer
  • Roberto Llamas, Chief Human Resources and Public Affairs Officer
  • James W. Cuminale, Chief Legal Officer (The Nielsen Company)

 

Aufsichtsrat:

  • James A. Attwood, Jr.
  • Richard J. Bressler
  • Simon E. Brown
  • Michael S. Chae
  • Dudley G. Eustace
  • Patrick Healy
  • Gerald S. Hobbs
  • James M. Kilts (Chairman Supervisory Board, seit Mai 2009)
  • Iain Leigh
  • Eliot P. S. Merrill
  • Alexander Navab
  • James A. Quella
  • Scott A. Schoen


Besitzverhältnisse:

Der Besitz von The Nielsen Company liegt bei der Finanzinvestorengruppe Valcon Acquisiton, bestehend aus AlpInvest Partners aus den Niederlanden und den in den USA beheimateten Investorengruppen The Blackstone Group, The Carlyle Group, Hellman & Friedman, Kohlberg Kravis Roberts & Co und Thomas H. Lee Partners (beteiligt an TH Lee Putnam Ventures). Seit der vollständigen Übernahme durch Valcon Anfang 2007 ist Nielsen ein reines Privatunternehmen und nicht mehr an der Börse notiert.

Geschichte und Profil

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The Nielsen Company ist ein globaler Informations- und Medienanbieter. Ursprünglich hieß das Unternehmen VNU Group, die Abkürzung stand für „Verenigde Nederlandse Uitgeversbedrijven“. Die Wurzeln des Unternehmens liegen in Haarlem in den Niederlanden, inzwischen werden über 90 Prozent des Umsatzes außerhalb des Landes erwirtschaftet.

VNU entstand 1964 durch den Zusammenschluss der zwei größten niederländischen Verlage für Verbraucherzeitschriften, "Cebema" und "de Spaarnestad". Im Laufe der 60er und 70er Jahre vergrößerte sich das Unternehmen hauptsächlich, indem es weitere Verlage und Verlagsdruckereien in den Niederlanden aufkaufte. 1967 erwarb der Konzern den Zeitungsverlag Het Nieuwsblad van het Zuiden und den katholischen Buchverlag Het Spectrum. Nach der Übernahme durch VNU verlagerte Het Spectrum seine Aktivitäten von religiösen Publikationen auf niederländische Übersetzungen international bekannter Bestseller-Autoren wie Tolkien und Somerset Maugham.

1968 wurde der Zeitschriftenverlag NRM und der Offsetdrucker Smeets in den Konzern integriert. Wenig später folgten weitere Medienunternehmen, wie der Fachverlag Intermediar (1973), die Buchbinderei Reliure Industrielle de Barchon (1974) und der Fachverlag Diligentia (1975). In den 90er Jahren konzentrierte sich VNU auf die Expansion in den nordamerikanischen Markt. Der Konzern kaufte dort 1985 den Informationsdienst Disclosure und benutzte diesen als Basis, um seine Aktivitäten in den USA aufzubauen. Das starke Engagement von VNU in den USA war anfangs von größeren Verlusten gekennzeichnet. Das 1986 übernommene Unternehmen Hayden Publishing, dessen Programm vor allem aus Computer-Magazinen bestand, kränkelte aufgrund des zwischenzeitlichen Tiefs in der Computerbranche. Schließlich verkaufte 1989 VNU Teile des Verlags.

Der Konzern war in dieser Zeit auch auf seinem Heimatmarkt aktiv: Die Übernahme des Verlages Audet machte den Konzern zum Marktführer im niederländischen Zeitungssektor. Als dann in den Niederlanden und Belgien der Startschuss für das private Fernsehen fiel, war VNU zunächst mit Minderheitsanteilen an verschiedenen Sendern beteiligt, die im Laufe der frühen 90er Jahre konsequent aufgestockt wurden. Nach dem Ende des Kalten Krieges engagierte sich das Unternehmen auch in Osteuropa. VNU brachte dort erfolgreich verschiedene Verbraucher-Magazine auf den Markt.

Anfang der 90er Jahre trennte sich VNU von seinen Druckereibetrieben, um sich auf verlegerische Tätigkeiten zu konzentrieren. Zielstrebig arbeitete VNU weiter daran, seine Marktstellung in den USA im Sektor Business-Information auszubauen. 1992 übernahm der Konzern 50 Prozent an Spectra Marketing Systems und beteiligte sich an einem Jointventure mit Arbitron. Maßgeblichen Einfluss auf die Medienbranche sicherte sich VNU 1994 durch die Übernahme der BPI Communications Inc., dem Herausgeber der etablierten Branchenblätter "Billboard" und "Hollywood Reporter".

Der "Dutch Info Giant" (The Industry Standard) läutete 1998 durch die Übernahme von World Directories und den Verkauf fast aller seiner TV-Beteiligungen in Belgien und den Niederlanden eine generelle Neuorientierung ein. VNU trennte sich komplett von seinen Fernsehbeteiligungen bei der Holland Media Groep und der Vlaamse Televisie Maatschappij (VTM), zwei Jahre später verabschiedete das Unternehmen sich von seinen Tageszeitungen. Noch Mitte der 90er Jahre hatte sich VNU mit zahlreichen Akquisitionen auf dem Fernseh- und Produktionssektor engagiert, jedoch veranlassten die anhaltenden Verluste im TV-Sektor den eher konservativen Konzern zu einem Kurswechsel. Der damalige Vorstandsvorsitzende Joep Brentjens entsprach eher dem Bild eines gewinnmargen-orientierten Kaufmanns als dem des klassischen Verlegers publizistischer Inhalte. Tatsache ist, dass der Konzern sich seit Ende der 90er Jahre von den klassischen, verlegerischen Geschäftsfeldern (Tageszeitungen, Bücher) in Richtung Markt- und Medienforschung wegbewegt hat.

Im Rahmen der Umorientierung kaufte VNU 1999 das amerikanische Unternehmen Nielsen Media Research für 2,7 Mrd. $. Diese Firma hat in den USA und in Kanada das Monopol auf die Ermittlung von TV-Einschaltquoten. Ausschlaggebend für VNUs Akquisition von Nielsen Media Research dürfte allerdings die Marktstellung des Unternehmens als Innovationsführer im Bereich Internet-Ratings gewesen sein. Ein weiterer wichtiger Schritt des Konzerns hin zum Anbieter von Markt- und Medieninformationen war die Übernahme des amerikanischen Marktforschungsriesen ACNielsen im Frühjahr 2001 für 2,3 Milliarden Dollar.

ACNielsen wurde 1923 in den USA von Arthur C. Nielsen Sr. gegründet. Nielsen erfand die bis heute eingesetzte Methode des Handelspanels, der Datenerhebung im Geschäft, wodurch der Konsumgüterindustrie erstmals verlässliche Informationen über die Wettbewerbsleistung geliefert werden konnten. Auch erfand Nielsen den Marktanteil, mit dem sich die Auswirkungen eigener Marketingprogramme auf den Umsatzanteil der Branche messen ließen. Der Marktanteil mauserte sich zu einer der wichtigsten Kennzahlen für die Darstellung der Unternehmensleistung. 1939 eröffnete ACNielsen das erste internationale Büro in Großbritannien. Nach dem Zweiten Weltkrieg expandierte das Unternehmen weiter ins Ausland, u. a. nach Westeuropa, Australien und Japan. In Deutschland übernahm ACNielsen 1979 die „Schmidt & Pohlmann Gesellschaft für Werbestatistik“ zu 100 Prozent und gründete daraus die „A.C. Nielsen Werbeforschung S + P GmbH“. Diese wurde später in „Nielsen Media Research“ umbenannt und 1996 im Rahmen eines Umstrukturierungsprozesses als eigenständiges Unternehmen aus dem Konzern ausgegliedert.

1999 kaufte VNU zunächst Nielsen Media Research und rund anderthalb Jahre später auch ACNielsen. Die  beiden Firmen wurden somit Anfang 2001 unter dem Dach von VNU als Schwesterfirmen wieder vereint. In selbem Zuge trennte sich der Konzern von seinen Verbraucher- und Bildungspublikationen. Der Verkauf der Directories Sparte (Print- und Online-Telefonverzeichnisse) Ende 2004 für knapp 2,1 Mrd. € war ein weiterer Schritt weg von Verbraucher-Informationen. 2005 strebte VNU die Übernahme des Unternehmens IMS Health an und versuchte dadurch, in den Medizin- und Gesundheitssektor einzusteigen. Die Fusion wurde allerdings durch den Widerstand der Aktionäre verhindert.

2006 wurde VNU zum Ziel einer freundlichen Übernahme durch private Finanzinvestoren. Die ersten Meldungen zu dem eventuell bevorstehenden Leveraged Buyout (fremdfinanziertem Firmenkauf) erschienen Ende 2005 nach der gescheiterten Übernahme von IMS Health. Ein halbes Jahr später gingen 80 Prozent der Anteile an die Finanzinvestorengruppe Valcon Acquisition, ein Konsortium aus sechs Private Equity Unternehmen, darunter die Blackstone Group, Kohlberg Kravis Roberts, Thomas H Lee & Partners, AlpInvest Partners, Carlyle Group und Hellman & Friedman. Der Großaktionär Knight Vinke Asset Management hatte sich zunächst gegen die Übernahme gewehrt, später aber auf ein erhöhtes Angebot eingelassen, wonach der Marktwert des Unternehmens inklusive Schulden 8,7 Milliarden Euro betrug. Bis Anfang 2007 kaufte Valcon auch die restlichen Anteile an VNU, welches dadurch zu einem Privatunternehmen wurde und seitdem nicht mehr börsennotiert ist.

Ende 2006 verkaufte VNU die Gruppe „VNU Business Media Europe“ an die Finanzinvestorengruppe 3i. VNU Business Media Europe hat sich als Verlag auf den Business-to-Business-Bereich in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Belgien und Spanien fokussiert und bietet dort neben mehr als 70 Print-Titeln auch Internetseiten an, darunter das bekannte IT-Portal „VNUnet“ mit 10 Millionen unique visits im Monat. Im Juni 2007 gab Nielsen die komplette Übernahme des Unternehmens NetRatings bekannt, welches auf Publikumsforschung im Onlinebereich spezialisiert ist. Im August 2007 folgte die Übernahme von Telephia, einem Marktforscher im Bereich Telekommunikation und mobiler Medien.
2007 ändert VNU seinen Namen in „The Nielsen Company“. Man nutzte damit bekanntesten Markenname des Unternehmens. Die Namensänderung ging mit einer verstärkten Integration und Vereinheitlichung der weltweiten Unternehmensaktivitäten einher.

Die Nielsen Company kauft weiter Unternehmen auf und baut damit ihre Monopolstellung vor allem im amerikanischen Markt aus. Dies wird von manchen Kunden kritisch betrachtet, vor allem im Zusammenhang mit Problemen, die durch die von Nielsen verwendeten Messmethoden auftreten.

Im April 2007 wurden Nielsen Netratings sowie der Hauptkonkurrent ComScore vom Interactive Advertising Bureau (IAB) aufgefordert, ihre Messmethoden überprüfen zu lassen. In den vergangenen Jahren war es immer wieder zu großen Unterschieden in den Angaben der beiden Anbieter gekommen. Das IAB ist ein US-amerikanischer Verband, der die Interessen der Online-Werbewirtschaft in den USA vertritt. Diese erhoffen sich von der Überprüfung vor allem mehr Transparenz beim Zustandekommen der Nutzerzahlen, auf deren Basis die Werbepreise im Online-Bereich festgelegt werden. Das unabhängige Media Rating Council (MRC) soll nach Vorschlag des IAB die Untersuchung durchführen. Nielsen befand sich zu diesem Zeitpunkt schon in Vorgesprächen mit dem Media Rating Council. Wenn alles planmäßig abläuft, soll eine endgültige Akkreditierung der Messmethoden bis Ende 2008 vorliegen.

Auch beim Fernsehen gelobt Nielsen Besserungen. In der Vergangenheit war es mehrmals zu erheblichen Verzögerungen bei der Ermittlung der Einschaltquoten gekommen. Nielsen will nun die Server erneuern, um der ständig wachsenden Menge an Daten besser gerecht zu werden. Mitte 2007 wurde bereits die Erhebung von Einschaltquoten angepasst, da es durch den zunehmenden Einsatz von DVD-Recordern unter Werbetreibenden die Sorgen gibt, dass Werbung nicht mehr gesehen wird, da die Zuschauer die Vorspulfunktion nutzen. Ab Mai 2008 werden außerdem Einschaltquoten einzelnd für Werbung und redaktionelle Inhalte ausgewiesen. Außerdem soll die Fernsehnutzung außer Haus (in Sportstudios, Kneipen) zukünftig automatisch und nicht mehr durch Nutzer-Tagebücher erhoben werden.

Management

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Im April 2000 wurde Rob van den Bergh (54) Vorstandsvorsitzender von VNU. Unter Van den Bergh, seines Zeichens Jurist und schon seit mehr als 20 Jahren bei VNU, konzentrierte sich der Konzern weiter auf sein Kerngeschäft der Fach- und Marketing-Informationsdienste - als Anbieter so genannter "must have information". Diese Geschäftsfelder bieten wesentlich höhere Gewinnmargen im Vergleich zu den klassischen Verlagsaktivitäten und dem Fernsehsektor. Im Sommer 2005 verließ der Amerikaner Michael Conners den Vorstand von VNU. Damit war die oberste Etage des Konzerns wieder in rein niederländischer Hand.
Nach der gescheiterten Fusion mit IMS Health erklärte Van den Bergh 2005 seinen Rücktritt. Er blieb noch bis zur Beendigung der Übernahmeverhandlungen mit dem Private-Equity-Konsortium Valcon Acqusition im Amt. Sein Nachfolger wurde David Calhoun. Calhoun ist seit August 2006 Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer von Nielsen. Er war vorher seit 1981 bei der General Electric Company, zuletzt als Vize-Vorstandsvorsitzender und CEO der GE Infrastruktursparte. General Electric, der größte Mischkonzern weltweit, engagiert sich im Medienbereich unter anderem via seinem Unternehmen NBC (NBC in der Mediendatenbank).
2007 wechselten noch drei andere Vorstandsmitglieder von GE zu Nielsen: Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Mitchell J. Habib, der außerdem für den Global Business Service die Verantwortung trägt, der Finanzbeauftragte Brian West und Personalchef Roberto Llamas. Die für lange Zeit einzige Frau im Top-Management von Nielsen ist Susan D. Whiting. Sie begann 1978 bei Nielsen Media Research und ist seitdem in allen Unternehmensbereichen tätig gewesen, darunter ab 2001 als Geschäftsführerin von Nielsen Media Research und ab 2005 als stellvertretende Geschäftsführerin des Bereichs „Media Mesurement and Information“ beim Mutterkonzern VNU. 2007 wurde sie zur stellvertretenden Geschäftsführerin von Nielsen ernannt und ist damit für alle Geschäftsbereiche verantwortlich. Weibliche Unterstützung erhielt Whiting 2008 von Karen Watson, die in Zukunft die weltweite Kommunikation der Nielsen Company leitet sowie von D. Sangeeta, die für die Prozessoptimierung verantwortlich ist. 2008 kam außerdem John Burbank als neuer Marketingchef ins Managementteam.

Geschäftsfelder

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Nielsen Company ist hauptsächlich in drei Geschäftsfeldern tätig. Neben Marktforschung und Medienforschung bietet das Unternehmen auch fachspezifische Business-to-Business-Angebote an, so zum Beispiel Fachpublikationen und Fachmessen.

Marktforschung
In der Marktforschung ist ACNielsen als weltweit größter Anbieter für Marketinginformationen die bekannteste Marke bei Nielsen. Mit einem Jahresumsatz von $ 679.5 Millionen liegt das Unternehmen vor Konkurrenten wie Information Ressources Inc., The Kantar Group und Source Interlink Companies Inc.
ACNielsen ist in über 100 Ländern tätig und beobachtet dort neben der Marktentwicklung beispielsweise auch Verhalten und Einstellungen der Konsumenten. Die Hauptkunden von ACNielsen sind Produzenten und Verkäufer von Lebensmitteln, so genannten „Fast Moving Consumer Goods“. Weitere Nielsen-Firmen im Bereich der Marktforschung sind unter anderem ACNielsen Analytic Consulting, ACNielsen Homescan & Spectra, BASES, Claritas, DME, Scarborough Research und als neue Errungenschaft im Jahr 2007 das Unternehmen Telephia, welches im Bereich Telekommunikation/ Mobile Medien tätig ist.

Nach der gescheiterten Übernahme von IMS Health gründete Nielsen im August 2007 mit NielsenHealth einen eigenen Informationsdienst für den Medizin- und Gesundheitssektor. NielsenHealth erfasst Daten über die relevanten Zielgruppen (Ärzte und Patienten) und unterstützt damit Anbieter in diesem Bereich bei Produktentwicklungen und Marketingentscheidungen. Der Gesundheitsmarkt scheint generell eine größer werdende Bedeutung einzunehmen. Auch in Deutschland vereinbarte ACNielsen eine Kooperation mit INSIGHT Health, einen führendem Informationsanbieter für den Arzneimittelmarkt. Im Mai 2007 vergrößerte ACNielsen in Deutschland sein Pharma & Health Care Panel. 

Medienforschung
Die bekanntesten Unternehmen in der Medienforschungs-Sparte von Nielsen sind Nielsen Media Research und Nielsen//NetRatings, ein Werbe-Statistik-Dienst für das Internet. Darüber hinaus wird im Online-Bereich zum Beispiel der Gebrauch von nutzergenerierten Inhalten durch das Unternehmen BuzzMetrics untersucht. Im Herbst 2007 wurden Nielsen/NetRatings und Buzzmedia zu Nielsen Online zusammengefasst, wodurch nun die gesamte Mediaforschung im Online-Bereich abgedeckt wird.
Die Nielsen Entertainment Abteilung analysiert die Nutzung unterhaltungsspezifischen Werbeträger wie Filme, Musik, Home Entertainment, Bücher und interaktiven Unterhaltungsangebote. Weitere Unternehmen in diesem Bereich sind SRDS (Publikumsforschung), Interactive Market Systems (Mediaplanungs- und Analyse-Software), PERQ/HCI (Mediaforschung zu Publikationen im Gesundheitswesen-/Arzneimittelmarkt), Nielsen Outdoor (Außenwerbung, Plakate etc.) und Nielsen Sports (Sport-Sponsoring).

Business-Media-Angebote
Die Sparte Nielsen Business Media vereint verschiedene Angebote im Business-to-Business-Bereich. Im Verlag Nielsen Business Publications USA werden unter anderem die Branchenmagazine „Billboard“ und „The Hollywood Reporter“ veröffentlicht. Nielsen Expositions veranstaltet Fachmessen sowie Konferenzen. Neben den entsprechenden Online-Auftritten der diversen Publikationen und Veranstaltungen bietet Nielsen eMedia & Information Marketing noch weitere digitale Dienste an, so zum Beispiel Adressdatenbanken für das Direktmarketing.

Engagement in Deutschland

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The Nielsen Company bietet ihre zahlreichen Dienste auch in Deutschland an. Das erste Standbein ist das Marktforschungsunternehmen The Nielsen Company (Germany) GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main. Unter diesem Namen fasste der Konzern im Sommer 2008 die Nielsen-Gesellschaften A.C. Nielsen GmbH, Axense GmbH, AC Nielsen Bases GmbH und TradeDimensions GmbH zusammen. Damit solle der Verwaltungsaufwand verringert und eine stärkere Integration der Dienstleistungen erreicht werden, teilte der Konzern mit. Geschäftsführer des Unternehmens ist Risto Maila (Group Managing Director für Deutschland/Österreich/Schweiz). Den Vorsitz im Aufsichtsrat hat Bernd Fletschok inne. Der Jahresumsatz des Unternehmens beträgt rund 64,3 Millionen Euro.

Zweites Standbein ist das Medienforschungsunternehmen Nielsen Media Research GmbH. Das Unternehmen wurde 1946 als „Dr. Kapferer & Dr. Schmidt Gesellschaft für Wirtschaftsanalyse und Markterkundung OHG“ in Hamburg gegründet. 1967 folgte eine Namensänderung in „Schmidt & Pohlmann Gesellschaft für Werbestatistik“. 1979 entstand nach einer hundertprozentigen Übernahme durch A.C. Nielsen daraus die „A.C. Nielsen Werbeforschung S + P GmbH“, die später in „Nielsen Media Research GmbH“ umbenannt wurde. Seit 1999 gehört das Unternehmen zur „Nielsen Company“, der heutige Geschäftsführer heißt Ludger Wibbelt. Das Unternehmen macht einen Jahresumsatz von circa 8,8 Millionen Euro und beschäftigt in Hamburg circa 210 Mitarbeiter, von denen ein Großteil mit der Erfassung der über 3.000 Werbeträgern beschäftigt ist. Nielsen Media Research betreibt Publikumsforschung für verschiedene Medien. In Deutschland unterteilt sich das Angebot in zwei Geschäftsbereiche, „Werbestatistik“ und „AdAlert“, einem Informationssystem für die Schaltung von Werbung.

Aktuelle Entwicklungen

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Im Geschäftsjahr 2008 konnte The Nielsen Company den Umsatz von 4,707 Mrd. US-Dollar auf 5,012 Mrd. US-Dollar (umgerechnet 3,408 Mrd. Euro) steigern. Das Unternehmen verbuchte allerdings im dritten Jahr in Folge einen Verlust. Er lag wegen beträchtlicher Restrukturierungskosten und Zinszahlungen bei insgesamt 521 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 354 Millionen Euro).

The Nielsen Company ist weltweit für 40 Prozent der Einschaltquoten verantwortlich, in den USA hat das Unternehmen sowohl beim Fernsehen als auch beim Internet eine Monopolstellung bei der Ermittlung der Nutzerzahlen. Durch die mangelnden Ausweichmöglichkeiten für die werbetreibende Wirtschaft ist Nielsen so immer wieder Kritik ausgesetzt. Es wird beispielsweise moniert, dass Nielsen nicht zeitgemäß in Bezug auf die verwendeten Technologien sei. Das Unternehmen versucht zurzeit, mit nachträglichen Verbesserungen auf diese Kritik zu reagieren.

Außerdem wird daran gearbeitet, mit neuen Erhebungsmethoden ein noch genaueres Bild vom Kunden zu zeichnen. So scheint ein langfristiges Ziel zu sein, die gesamte Mediennutzung und das Kaufverhalten einer Person komplett zu erfassen. Bisher wird beispielsweise die Internetnutzung einer Persongruppe und das Kaufverhalten einer zweiten Persongruppe in sogenannten „Panels“ ermittelt, anschließend werden die gesammelten Daten mithilfe von statistischen Verfahren verknüpft. Analysiert man allerdings alle Mediennutzungsmuster und das Kaufverhalten von nur einer Personengruppe, lassen sich genauere Aussagen treffen, beispielsweise über die Werbewirkung. Obwohl Nielsen darauf hinweist, dass die Anonymität gewahrt wird, ist für viele Panelteilnehmer die Grenze zum „gläsernen Kunden“ hier scheinbar überschritten. Die Teilnahmebereitschaft sinkt bereits bei der gemeinsamen Erfassung von Internetnutzung und Fernsehverhalten so stark, dass die Nielsen Company laut New York Times zunächst wieder von den Plänen abgerückt ist.

Im Juni 2009 kündigte The Nielsen Company eine stärkere Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Unternehmen Digimarc an, einem Spezialisten für die Entwicklung digitaler Wasserzeichen. Geplant sei die Gründung zweier Joint-Venture-Unternehmen, teilten die beiden Firmen mit. Ziel der Kooperation ist es, digitale Medieninhalte wie Fernsehsendungen oder Videoclips mit einem Wasserzeichen zu versehen und in einer Datenbank zu erfassen. Mit Hilfe dieses Wasserzeichens lässt sich zum Beispiel feststellen, an welcher Stelle die Inhalte im Internet noch veröffentlich werden. Ähnliche Verfahren werden beispielsweise von YouTube eingesetzt. Der Dienst wird sich wohl auch dazu eignen, Verstöße gegen das Urheberrecht aufzudecken und zu verfolgen. Laut dem Nielsen Manager Dave Harkness soll dies aber nicht der vorrangige Nutzen sein. Vielmehr könnten Content-Anbieter so ein genaueres Bild über die Verbreitung ihrer Inhalte im Internet bekommen.

In 2008 schloss The Nielsen Company Exklusivverträge mit Coca-Cola, Procter & Gamble und NBC Universal ab. NBC Universal gehört zu achtzig Prozent zu General Electric und hat unter anderem die olympischen Spiele 2008 ausgestrahlt. Nielsen hat somit Geschäftspartner sowohl auf der Seite der Werbetreibenden als auch auf der Seite der Medien. Gleichzeitig muss das Unternehmen weiterhin die gemeinsame Währung für die Werbewirtschaft, das heißt unabhängige Einschaltquoten und Nutzerzahlen, ermitteln.

News

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