6. Sony Entertainment

Umsatz 2008: ¥ 2.525,000 Mrd. (€ 16,563 Mrd.)

Überblick

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Sony ist der einzige japanische Unterhaltungselektronik-Hersteller, der sich sowohl mit Hardware als auch mit der Herstellung und Verbreitung von Inhalten global etabliert hat. Über 40 Sony-Tochtergesellschaften gibt es in Japan, weltweit sind es über 900. Neben der Produktion von Audio-, Video- und TV-Geräten, Halbleitern, Kameras, Mobiltelefonen, Computern und Spielekonsolen bietet Sony außerdem Versicherungs- und Finanzdienstleistungen an. Der Bereich Sony Pictures Entertainment produziert Filme, Musik und Spiele. Teil dieser Firma ist das Hollywoodstudio Columbia Pictures, das z. B. die "Spiderman"-Filme produziert hat und TV-Serien wie „Seinfeld“ international vertreibt.

Auch multimediale Inhalte gehören zum Sony-Repertoire. Sony produziert computergenerierte Filme, Websites und Webgames für stationäre oder mobile Geräte. Sonys Spielekonsole Playstation, kam in der Version PS 3 Ende 2006 auf den Markt. Nach dem Zusammenschluss mit Bertelsmann zum Unternehmen Sony BMG bleibt Sony Music Entertainment nur noch in Japan als eigenständiges Unternehmen bestehen. Lokale Niederlassungen übernehmen jeweils den Vertrieb für BMG. Sony ist über eine Beteiligung von 50% am Jointventure mit Ericsson im Segment Mobiltelefon-Produktion aktiv.

Basisdaten

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Hauptsitz: 1-7-1 Konan, Minato-ku, Tokyo 108-0075, Japan 
Telefon: 0081-3-6748-2111  
Internet: www.sony.net

Branchen: Audio, Video, Fernsehen, Unterhaltungselektronik (Hardware), Videospiele (Hardware, Software), Film, Finanzdienstleistungen (dazu zählen z. B. eine Lebensversicherung und eine Bank), Halbleiter, Zubehör, Computer Hardware, Mobiltelefonie. 
Rechtsform: Aktiengesellschaft (seit 1958)
Geschäftsjahr: 01.04. - 31.03.
Gründungsjahr: 1946

Tab. I: Ökonomische Basisdaten

2008

2007

2005/06

2004/05

2003/04

2002/03

2001/02

Konzernumsatz (in Mrd. ¥)

8,871

8.296

7.475

7.159

7.496

7.474

7.578

Medienumsatz (in Mrd. ¥)**

2.525

2.363

1.809*

1.883

1.816

2.146

2.375

Gewinn (Verlust) nach Steuern (in Mrd. ¥)

369,435

123,6

123,6

163,8

88,5

115,5

15

Aktienkurs (in ¥)

3,970

6.200

4.180

4.000

4.360

4.200

6.700

Dividende (pro Aktie in ¥)

40

25

12,5

12,5

25

25

25

Beschäftigte

180,500

k.A.

158.500

151.400

162.000

161.000

168.000

 *ohne Sony BMG: Annäherungswert, da der Medienumsatz im Geschäftsjahr 2005/06 nicht gesondert ausgewiesen wurde.
**In die Berechnung des Medienumsatzes gehen die Sparten „Game“, „Pictures“ und „All Other“ ein, denn seit dem Geschäftsjahr 2005/06 weist Sony den Bereich Musik nicht mehr gesondert aus, sondern zählt die verbliebene Tochter in Japan im Geschäftsbericht zu der Sammelkategorie „All Other“. Der Sony-Medienumsatz ist daher ein Näherungswert.

 

Tab. II: Umsatz  nach Sparten (in Mrd. ¥, Anteil am Konzernumsatz)***

Electronics

Game

Pictures

Financial Services

All Other

2007

6.051

1.019 

966

649

377,6

2008

6.614

1.284

857,9

581,1

382,2

***ab dem Geschäftsjahr 2005/06 weist Sony den Bereich Musik nicht mehr gesondert aus, sondern zählt die verbliebene Tochter in Japan zu "All Other".

 

Tab. III: Umsatz 2005/2006 nach Sparten (in Mrd. ¥, Anteil am Konzernumsatz)***

Electronics

Game

Pictures

Financial Services

All Other

4.764(64%) 

918 (12%)

746 (10%)

721 (10%)

327 (4,2%)

Geschäftsführung

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Geschäftsführung / Vorstand:

  • Howard Stringer, Chairman und Group CEO
  • Ryoji Chubachi, President und Electronics CEO
  • Katsumi Ihara, Executive Deputy President, Officer in charge of Procurement 
    Strategies, TV and Video Business
  • Nobuyuki Oneda, EVP and CFO
  • Keiji Kimura, EVP, Officer in charge of Technology Strategies and Intellectual 
    Property
  • Nicole Seligman, EVP and General Counsel
  • Yutaka Nakagawa, EVP, Officer in charge of Products Strategies, Digital Imaging 
    Business and Audio Business


Besitzverhältnisse:
50,1% ausländische Anteilseigner, 18,5% japanische Finanzinstitutionen, 27,0% japanische nicht-institutionelle Anleger, 4,3% japanische Konzerne

Geschichte und Profil

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In über 40 Jahren schufen Masaru Ibuka und Akio Morita in ihren benachbarten Tokioter Büros einen Weltkonzern und eine der bekanntesten Marken. 1946 gründeten der 25-jährige Morita, Stammhalter einer prominenten Reiswein-Dynastie, und der 13 Jahre ältere Ibuka die Tokyo Tsushin Kogyo (Tokyo Telecommunications Engineering). Trotz schwieriger Produktionsbedingungen konnte sich das Unternehmen mit Produkten wie dem ersten japanischen Kassettenrekorder (1950) und dem Transistorradio „TR-55" (1955) eine wichtige Position im neuen Markt für Konsumelektronik sichern. Mit Blick auf eine internationale Expansion beschloss Morita 1958, die Firma in „Sony" umzutaufen (von lat. „sonus", der Ton). Der neue Name war nicht nur weltweit verständlich und aussprechbar, er verschleierte zudem Sonys Herkunft. Japanische Produkte galten im Westen damals als minderwertig.

Ab 1960 drang Sony massiv auf den US-Markt, wo der Konzern bald die Hälfte der Gesamtproduktion absetzte. Nach der Lancierung des Trinitron-Farbfernsehgeräts 1968 folgte ein Jahrzehnt extensiven Wachstums, an dessen Ende die traumatische Niederlage im Duell um die Videoformate stand. Der qualitativ bessere Sony-Betamax-Standard unterlag dem preisgünstigeren VHS-System der Matsushita-Tochter JVC. Sony wurde Opfer seines teuer bezahlten Entwicklungsvorsprungs. Das Betamax-Debakel zwang Sony, umzudenken. Morita propagierte die Diversifizierung des mittlerweile weltweit produzierenden Konzerns und erzielte hohe Gewinne dank seiner Innovationen in der Unterhaltungselektronik, etwa mit dem Walkman 1979, oder der Entwicklung der CD-Technologie (1982, zusammen mit Philips). Später stieg der Konzern in die Produktion von Software ein, zumal die Betamax-Norm nicht zuletzt daran gescheitert war, dass Sony keine attraktiven Videofilme anbieten konnte.

Sony erwarb 1988 für 2 Milliarden Dollar CBS Records, die größte Schallplattenfirma der Welt. Bald zog der Konzern als letzte Konsequenz der Strategie, sich im Markt global verwertbarer, US-geprägter Populärinhalte zu behaupten, den Kauf eines Hollywood-Studios in Betracht. Durch Vermittlung von „Superagent" Michael Ovitz, damals Geschäftsführer der Talentagentur CAA, erfolgte 1989 die erste Übernahme eines traditionsreichen Majors durch ein japanisches Unternehmen. Für rund 5 Milliarden Dollar kaufte Sony dem Besitzer Coca Cola die Filmfirma Columbia ab. Seither zählt Sony mit Sony Pictures Entertainment zu den Big Five der Filmindustrie.

Die ersten Jahre in Hollywood gerieten allerdings zum Fiasko. Peter Guber und Jon Peters, eher zweitrangige Produzenten, die nur einen Erfolgsfilm („Batman") vorzuweisen hatten, wurden zu den Studiochefs von Columbia/TriStar ernannt. Aber Guber und Peters fielen mit verworrener Personalpolitik, Nepotismus und der Zweckentfremdung von Sony-Millionen für private Extravaganzen negativ auf. Allein die Ablösesummen und Abfindungen, hervorgerufen durch das sich stetig drehende Personalkarussell, kosteten Sony mindestens zwei Milliarden Dollar. Das Missmanagement spiegelte sich in Misserfolgen an den Kinokassen wider. Columbia und TriStar reihten teure Pleiten aneinander. 1994 machte Sony mit 3 Milliarden Dollar einen der höchsten Verluste der japanischen Unternehmensgeschichte, der böse Zungen von einer „Wiedergutmachung für Pearl Harbor" sprechen ließ.

Management

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Nach einem Hirnschlag zog sich der 73-jährige Morita 1994 aus dem Firmengeschäft zurück. Norio Ohga wurde sein Nachfolger als CEO und Nobuyuki Idei neuer Sony-Präsident. Letzterer kümmerte sich vor allem um die Filmsparte. Er entließ die glücklosen Manager von Sony Pictures Entertainment und machte im November 1996 den erfahrenen John Calley zum Vorsitzenden der Sony-Studios. Bald schrieb Sony Pictures wieder schwarze Zahlen.

Im Juni 1999 rückte Nobuyuki Idei als Sony-Chef nach. Er reformierte die Konzernstruktur, um Sony für das digitale Zeitalter zu rüsten. „Ibuka war ein Transistor-Kid“, äußerte Idai, und „Morita ein Walkman- und Ohga ein CD-Kid. Und wir werden digital dream kids sein.“ Die Ernennung Sir Howard Stringers zum CEO der Gesamtgruppe im März 2005 kam einer Sony-internen Revolution gleich. Damit wurde der Riesenkonzern erstmals nicht von einem Japaner und nicht von jemandem, der auf Technik spezialisiert ist, gesteuert. Doch die Vision von Stringers Vorgänger Nobuyuki Idei eines "auf Digitaltechnik basierenden Multimedia-Unterhaltungskonzerns" wurde nicht zur Realität. Sie sollte der Firma ab 2007 eine Gewinnmarge von 10 Prozent bescheren, lag aber 2004 bei nur mageren 1,5 Prozent.

Stringer hingegen wartete mit Erfolgen auf. Als Chef der Sony Corporation of America gelang es ihm, das volatile Filmsegment zum verlässlichen Gewinnbringer aufzubauen. Bei der Sanierung der Kinosparte dürften Stringer sein „low-key management style“ (Economist) und seine Kenntnis der Entertainmentbranche sehr geholfen haben. Der gebürtige Waliser war 30 Jahre bei CBS beschäftigt, von 1988 bis 1995 fungierte er als Programmchef, später als Präsident. Einen der größten Coups in der Chronik des US-Fernsehens landete Sir Howard 1993, als er David Lettermans Late Night Show zu CBS holte. Seinen Aufstieg verdankt Stringer auch seiner konsequenten Personalpolitik. So feuerte er den extravaganten US-Musikchef Tommy Mottola und ersetzte ihn durch den Kostensenker Andrew Lack, der die Sparte für die Fusion mit BMG fit machte. Auch sein Nachfolger im Kinobereich, Michael Lynton, gilt als zuverlässige Größe.

Sony-Chef Sir Howard Stringer ist seit seinem Antritt im Konzern konstant dabei, die Produktpalette zu verringern und die Strategie zu straffen. Um Kosten zu senken, wurde unter Stringers Aufsicht ein Joint-Venture mit dem südkoreanischen Konkurrenten Samsung zur Produktion von Flüssigkristallbildschirmen geschlossen. Auch wurden rund 10.000 Arbeitsplätze abgebaut. Mit einem Japaner an der Spitze wären solche Schritte vermutlich nicht durchzusetzen gewesen. Denn in Japan gehören Entlassungen zum letzten Mittel. Stringer spricht zwar nicht Japanisch, besitzt aber kommunikatives Talent. So betont er ständig, er wolle von den Japanern lernen und lehne es ab, amerikanische Sitten in Sonys Corporate Culture einzuführen. Der 65-jährige mit Wohn- und Arbeitssitzen in New York, London und Tokio ist bekannt für sein freundliches und offenes Auftreten. Um den Sony-Präsidenten Ryoji Chubachi besser kennen zu lernen, lud er ihn einst zum Baden in einer heißen Quelle in einem japanischen Ressort am Fuji ein. Oft knistert es zwischen Stringer und dem Top-Ingenieur Chubachi, die zusammen die Sony-Doppelspitze bilden. Chubachi, unzufrieden mit den Entwicklungen unter Stringer, fordert mehr Zeit und keine weiteren Einschnitte.

Inwieweit es dem neuen Konzernchef Stringer gelingen wird, Sony zu seinem 60-jährigen Jubiläum 2007 zurück an die Marktspitze zu führen, hängt vor allem davon ab, wie er den Konzern gegenüber Wettbewerbern wie Matsushita (Panasonic), Samsung  oder Microsoft  und Apple positionieren kann.

Geschäftsfelder (Medien)

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Die Digitalisierung von Inhalten verwandelt die Unterhaltungselektronikbranche völlig. Filme, Fotos und Musik können online distribuiert, gespeichert und auf Fernseher oder Musikanlagen übertragen werden. Der Konkurrenzkampf um das Geschäft mit die Wohnzimmertechnik tobt, und auch ehemals reine Technologiekonzerne wie Intel oder Microsoft versuchen sich als Player im Markt zu etablieren. Da das Wachstum im PC-Markt abnimmt, streben sie in neue Geschäftsfelder. Auch drängt neue Konkurrenz aus China auf den Markt, die mit kaum zu schlagenden Kostenmodellen den Preiskampf weiter befeuert.

Sony steht wie andere Medienkonzerne unter Zugzwang, hat jedoch als Hardwareproduzent und -innovator eigentlich auch bessere Voraussetzung. Doch ist die bisherige Konzernstruktur mit ihrer unüberschaubaren Verzweigtheit sowie die hohe Anzahl an Produkten, Divisionen und Managern, die kaum miteinander kommunizieren, bislang eher wettbewerbshemmend. Konzentration lautet daher das Schlagwort von Stringers Geschäftsstrategie 2007. Produktsparten wie Chips, hochauflösenden Fernsehern und mobilen Geräte gelten sein Augenmerk. Auch sollen sämtliche Konzernteile stärker miteinander verzahnt werden. Zugleich kündigte Sir Howard Stringer an, Sony wolle nach dem Konzernumbau neue Geschäftsfelder erschließen.

Die folgenden Geschäftsfelder sind nicht deckungsgleich mit den Geschäftseinheiten/Profit Centers/Subunternehmen Sonys. Jedes Geschäftsfeld bearbeiten diverse Unterfirmen Sonys.


Electronic Business

Die Geschäftssparte Electronics umfasst die Bereicht Audio, Video, Fernsehen, Informations- und Kommunikationsgeräte und –zubehör. Sony entwickelt und vermarktet in diesem Bereich sowohl Hard- und Software- als auch Content. Sony rüstet sich mit seiner Hard-, Software- und Content-Entwicklung für die HD-digitale Zukunft. Ziel Sonys ist die Kreation einer „HD World“.

 Bei Sony glaubt man an die Entwicklung des hauseigenen Blu-ray-Standards als Treiber für das gesamte HD-Geschäft. Blue-ray-Discs stellen ein neues optisches Speicherformat dar, das eine hohe Auflösung verspricht. Zwar brachten die Majors Universal Studios Home Entertainment und Warner Home Video im April 2006 erste Kauf-DVDs im HD-Format in den Handel, doch trotz des schlechten Starts gelten Sonys Chancen, den Blu-ray-Standard am Markt durchzusetzen, als gut. Anders als in ähnlichen Formatkriegen der Vergangenheit, wagt der Konzern diesmal keinen Alleingang. Blu-ray wurde von einem Konsortium von über 100 Unternehmen entwickelt und kann so auf deutlich mehr Unterstützer zählen als der konkurrierende Toshiba-Standard HD-DVD.

Eine Entscheidung von Sony, Anfang 2007, könnte allerdings dafür sorgen, dass Blue-ray doch nicht so populärer wird wie das Konkurrenzformat HD-DVD. Sony hat Digital Playground, einem Vertrieb für Erotikfilme, keine Lizenz für Blue-ray erteilt. Es ist davon auszugehen, dass auch andere Firmen in der Erotik-/Pornobranche von Sony keine Lizenzen erhalten werden. Dies erscheint mit Hinblick auf die Rekordumsätze des Rotlichtsegments als Fehler, denn aktuell erhalten entsprechende Hersteller Lizenzen für das HD-DVD-Format. So wird auch Digital Playground auf HD-DVD setzen. Damit das teuer entwickelte Blue-ray-Verfahren nicht in der Schublade veraltet, vermarktet Sony sein hochauflösendes Bildverfahren mit seinen Online-Spielen. Die PS 3 von Sony spielt die Software mittels Blue-ray ab. Die Branche und die Spieler sind von der Qualität begeistert. Sony arbeitet daran, zu verhindern, dass sich die Betamax-Niederlage vor Jahren wiederholt.  

Sony-Boss Stringer setzt im Bereich Information auf die Vaio Business Group, die Personalcomputer herstellt. Im Bereich Kommunikationsservices hofft man auf Vorsprünge beim Digital Imaging.


Game Business Group

Kern dieser Sparte ist die Sony-Spielekonsole Playstation (PS). Der Bereich umfasst die Playstation-Hardware- und Prozessorenentwicklung, die Produktgruppe Playstation Portable (PSP), die sich im März 2006 17 Millionen-fach verkauft hat, sowie die Spielekreation. Zuständig für die Spielesparte ist das Profitcenter Sony Computer Entertainment Inc..

Als die PS 2 im Millenniumsjahr auf den Markt kam, stiegen die Verkäufe kontinuierlich an, vor allem in Europa und in den USA. Von den zur PS 2 gehörenden Programmen lieferte Sony 223 Millionen Einheiten aus, für das Vorgängermodell wurden nur 41 Millionen Spiele abgesetzt. Von der PS 2 setzte Sony im Geschäftsjahr 2004/5 rund 16 Millionen Exemplare ab, vom Vorgängermodell PS über 14 Millionen. Sonys Games-Sparte machte 2006/07 einen operativen Verlust von 232,3 Milliarden Yen (1,42 Milliarden Euro). Schuld daran war vor allem die PS 3, die Sony unter den Produktionskosten verkaufte. Die Anschubfinanzierung durch die lange Entwicklungszeit von 6 Jahren und Entwicklungskosten von bis zu 1 Milliarden Euro sowie Produktions- und Marketingkosten brachten die Spielesparte in die roten Zahlen. Die Bauteile für ein 60-Gbyte-Modell der PS 3 kosten Sony rund 840 US-Dollar (exklusive der Fertigungskosten).

Nur ein Jahr nachdem das Microsoft-Konkurrenzprodukt Xbox 360 und eine Woche nachdem die Nintendo-Konsole Wii (in den USA) lanciert wurden, brachte Sony 2006 endlich seine PS 3, in reduzierter Anzahl und vorerst nur in Japan und in den USA, auf den Markt. Nachdem der für das Frühjahr 2006 geplante Launch der PS 3 immer wieder verschoben wurde, kam die PS 3 Ende November in die japanischen Geschäfte. Am ersten Verkaufstag waren die gerade mal 100.000 bereitgestellten Computerspielekonsolen innerhalb weniger Stunden in ganz Japan ausverkauft. Die meisten Konsolen wurden für den weihnachtsdominierten US-Markt zur Verfügung gestellt. Für nur rund 600 US-Dollar kam das Gerät hier in den Handel. Preissenkungen waren wegen der ständigen Verschiebungen des Erscheinungstermins vorgenommen worden, um die Kunden nicht zu verprellen. Auch verspricht man sich das eigentliche Geschäft vom Verkauf der Spiele und von Verbundkäufen. Noch sind Spiele, anders als bei Video- oder DVD-Rekordern, nicht mit sämtlichen Konsolen kompatibel. Den Schätzungen von Analysten zufolge ergibt sich für Sony ein Minus von rund 200 $ pro verkaufter Konsole. Der Erfolg der PS 3 ist von größter strategischer Bedeutung für den Konzern, aber eben nicht wegen der Direkterlöse durch den Absatz der Hardware, sondern durch das lukrative Geschäft mit den zugehörigen Spielen. Abgesehen von den Einnahmen aus dem Verkauf eigener Titel, profitiert Sony über Lizenzen aus jedem Spiel, das für die Konsole verkauft wird. Darüber hinaus soll über die PS 3 der Formatkrieg bei den Speichermedien der Zukunft mit entschieden werden. Alle Konsolen werden mit Laufwerken des DVD-Nachfolgestandards Blu-ray ausgeliefert, das Sony unterstützt. Die schnell wachsende Basis an verkauften Geräten soll die wichtigen Inhalteproduzenten dazu bewegen, ihre Produkte ausschließlich im Blu-ray-Format auszuliefern und das konkurrierende Format HD-DVD der Konkurrenten Toshiba und Microsoft  auszustechen. 

Der 1950 geborene Ken Kutaragi, Vater der drei seit 1994 erschienenen PlayStation-Spielekonsolen sowie der PlayStation Portable, wird am 19. Juni 2007 anlässlich der jährlichen Aktionärsversammlung sämtliche Management-Posten niederlegen und dann nur noch als Ehrenvorsitzender im Aufsichtsrat der japanischen PlayStation-Zentrale sitzen. Kutaragi hat das PlayStation-Geschäft zwar ins Leben gerufen, gilt als technischer Vordenker und kritisiert gerne die Xbox 360, musste aber verantworten, dass die PlayStation 3 wegen Komponente-Engpässen beim Blu-ray-Laufwerk verspätet und in zu geringer Stückzahl erschien. Der als zielstrebig geltende Kazuo Hirai, bereits President und Group COO, wird in Zukunft als President und Group CEO das weltweite PlayStation-Geschäft lenken. Der Weggang der Gaming-Ikone Kutaragi bedeutet das Ende einer Ära und verweist auch auf die schwierige Situation, in der sich Sony derzeit befindet.

Die Probleme mit der Playstation3 führten zu Imageverlusten, die beispielsweise dazu führten, dass der Konsolenhersteller Nintendo den Mitbewerber Sony im Juni 2007 auf einer Liste der zehn wertvollsten japanischen Markenartikler überholt hat. Nun rangiert Nintendo zusammen mit Unternehmen wie Toyota, Canon und Honda unter den bekanntesten und umsatzstärksten Marken in Asien.

Sony konnte im Geschäftsjahr 2006/07 insgesamt 5,5 Millionen PS 3 verkaufen, während die PS 2 noch 14,2 Millionen Mal verkauft wurde. Die PSP konnte Sony 8,36 Millionen Mal absetzen. 193 Millionen verkauften PS 2-Spielen stehen 13,2 Millionen für die PS 3 gegenüber, das sind 2,4 Spiele pro verkaufte PS3. Microsoft lag zum Start der Xbox 360 mit 2,5 Spielen pro Konsole in den ersten vier Wochen auf einem ähnlichen Niveau. Für die PSP wurden 54,1 Millionen Spiele verkauft. Sony prüfe Preissenkungsgedanken für die PlayStation 3, so Konzernchef Howard Stringer im Juni 2007. Im Juli 2007 wird der Preis für die PS 3 in Nordamerika angesichts des schleppenden Absatzes gesenkt. Statt 599 Dollar kostet die Spielkonsole nun 499 Dollar, um im Wettbewerb mit der Xbox 360 von Microsoft und der Wii von Nintendo mitzuhalten.

Bei der Game Developer's Conference im März 2007 in San Francisco verkündete Sonys Konsolenchef Phil Harrison, man wolle "das Spielen interaktiver und dynamischer gestalten, als je zuvor". Sony plant ein neues Konsolennetz mit dem Namen "Playstation Home", dessen globaler Launch für den Herbst angekündigt ist. Jeder Playstation-3-Besitzer soll künftig wie bei "Second Life" einen Avatar mit "millionenfachen Variationsmöglichkeiten" bauen können. Wer keine PS3 hat, bleibt außen vor, für PS3-Besitzer wird die Teilnahme kostenlos sein. Jeder Teilnehmer bekommt ein virtuelles Haus, das eingerichtet werden kann. Videos können auf dem virtuellen Fernseher angesehen, Fotos an die Wand gehängt, Musik von der virtuellen Stereoanlage abgespielt werden. Die Welt mit einem Interface, das aussieht wie eine Playstation Portable, soll je nach Geschmack verändert und bearbeitet werden können.

Ubisoft, weltweit größter Spieleproduzent, entscheidet sich im Mai 2007, mit Billigkonsolen-Herstellern zusammenzuarbeiten, um von den Playern Microsoft, Nintendo und Sony unabhängig zu sein.

Noch 2007 will Sony mit dem PlayStation Network-Game “Pain” ein Spiel im Stil der TV-Serie “Jackass” auf den Markt bringen. Ziel des Spiels ist es, dem Geschoss möglichst viel Schmerz zuzufügen und dabei die Stadt zu verwüsten. Besonders irre Flüge können obendrein via PSN getauscht werden. Mit überzeichnetem Comic-Look soll “Pain” klarstellen, dass es sich nicht um Sadismus, sondern um Klamauk dreht.

Sony und der japanische Konkurrent Nintendo werden das umstrittene Game des Herstellers Rockstar, „Manhunt 2“, ebensowenig wie „Menschenjagd 2“, auf ihren Spielekonsolen laufen lassen. Es hatte von der US-Prüfstelle ESRB die Einstufung „nur für Erwachsene“ erhalten. Bei Rockstar wird die Konsquenz prompt gezogen, der Start des Spiels am 10. Juli 2007 wird abgesagt.

Auch in den USA und Japan plant das Unternehmen Umstrukturierungen, nachdem es im Frühjahr 2007 bereits angekündigt hatte, in Europa rund acht Prozent der Belegschaft der Spielesparte abzubauen. In den USA wird davon ausgegangen, dass von den 1.500 Mitarbeitenden in der Spielsparte rund 100 ihren Job verlieren werden. Unternehmensvertreter beteuern, dass es sich bei den Stellenkürzungen um Umstrukturierungsmaßnahmen handele, die in keinem Zusammenhang zum schleppenden Verkauf der Playstation 3 stehen, äußern aber keine Alternativgründe.

Die Gerüchte um ein mögliches PSP-Telefon von Sony verdichten sich. Am 31. Mai 2007 wurde in den USA ein entsprechendes Patent angemeldet. Das darin beschriebene Produkt bietet spezielle Entertainment-Funktionen, die durch Spiele repräsentiert werden.

Unter http://blog.us.playstation.com/ ist seit Juni 2007 der offizielle Playstation-Blog verfügbar mit Neuigkeiten zu Produkten, News von Entwicklern sowie Meinungen der Industrie direkt von Sony. Die Inspiration dazu dürfte der Blog von Microsoft zur Xbox360 gewesen sein.

Im September 2007 übernimmt Sony Computer Entertainment die Spiele-Entwickler-Unternehmen Evolution Studios und Bigbig Studios, um seine Entwicklungskapazitäten zu stärken. Mit den Studios hat Sony schon zuvor eng zusammengearbeitet. Das englische Studio Evolution entwickelte mit MotorStorm einen der bislang wichtigsten Titel für Sonys PS3. Darüber hinaus war das 1999 gegründete Unternehmen für die Serie World Rally Championship (PS2) verantwortlich, die wie MotorStorm von Sony Computer Entertainment veröffentlicht wurde. Derzeit arbeitet Evolution an einer neuen Version von MotorStorm, die 2008 auf Blu-ray Disc erscheinen soll.

Seit Einführung der PS 3 im November 2006 macht Sony mit der Konsole Verluste. Und obwohl seither die Produktionskosten von 800 auf rund 400 US-Dollar sanken, wozu vor allem das veränderte, günstigere Design der Konsole beigetragen haben soll, hat sich die Situation nur wenig geändert. Zwar machte Sony im letzten Geschäftsjahr mit der PS 3 noch 2,1 Milliarden US-Dollar Verlust und in diesem Jahr sollen es "nur" noch 1,4 Milliarden US-Dollar sein, doch wird erst für 2009 ein positives Ergebnis erwartet. Vor allem das integrierte Blu-ray-Laufwerk war nicht nur übermäßig teuer, sondern sorgte auch für Produktionsengpässe. Inzwischen hat es sich als gutes Verkaufsargument herausgestellt und beschert Sony sogar neue Kunden.

Dennoch gerät Sonys Gamesparte durch harte Konkurrenz auf dem heimischen Markt unter Druck. 2006 hat sich die Spielekonsole Wii von Nintendo in Japan dreimal so gut verkauft wie die Sonys Playstation 3. Nintendo verkaufte 3,63 Millionen Geräte, Sony nur 1,21 Millionen, so Berichte Mitte Januar 2008. Im Januar 2008 ist die Playstation 3 in Deutschland für 399,- Euro erhältlich. Sony operiert als einer der ersten Spieleanbieter mit dynamischem und statischem Ingame-Advertising.

Sony will in seinen Spielen Werbung zulassen, auch um seine horrenden Verluste im Konsolengeschäft zu reduzieren. In PlayStation 3 Spielen sollen ab Juli 2008 Anzeigenflächen in virtuellen Billboards und Wänden zur Verfügung gestellt werden. Dazu schloss Sony eine Kooperation mit den In-Game-Werbespezialisten Double Fusion und IGA Worldwide. Werbung in Games soll zunächst vor allem in Japan, Nordamerika und Europa zu sehen sein.

Bloggerüchten vom Mai 2009 zufolge denke Sony darüber nach, den seine starke Marke PlayStation dazu zu nutzen, ein Handymodell namens PlayStation Phone zu entwickeln. Diese Gerüchte bestätigt im Juni die Nikkei Business Daily. Mit der Entwicklung soll im Juli 2009 begonnen werden. Sony suche noch Mitarbeiter für das Projekt.

Dass das neue Konsolenspiel das Onlinespiel ist, beweisen nicht nur die großen Player im Netz, sondern auch der bislang auf Konsolen spezalisierte japanische Spielekonzern, der den Trend zum WWW nicht verschlafen will. Nur sieben Wochen ist das kinderfreundliche, gratis verfügbare Online-Rollenspiel “Free Realms” von Publisher Sony Online Entertainment (SOE) nun im Netz, und schon hat es drei Millionen registrierte Spieler. John Smedley von SOE läßt wissen: “Wir freuen uns, durchschnittlich 500.000 neue Spielern pro Woche begrüßen zu können.” 

 

Entertainment Business Group

F
ilm und Fernsehen: Sony Pictures Entertainment Inc. agiert mit seinen Tochterfirmen weltweit in 67 Ländern. Der Bereich stellt Filme für Kino und Fernsehen sowie andere Formate her und vertreibt die Produkte auf dem Weltmarkt. Der TV-Produktionsbereich stellt ungefähr 60 TV-Formate, darunter Comedies und Herz-Schmerz-Dramen, her. Besonders erfolgreich ist Sony mit Fernsehproduktionen wie "The Young and the Restless" und "Days of our Lives". Globale Erfolge feiert der Konzern mit den eigenproduzierten Spielshows wie "Jeopardy", 1990-93 im deutschen TV unter dem Namen "Riskant!" gelaufen, und "Wheel of Fortune" ("Glücksrad"). Das "Glücksrad" konnte Sony im vergangenen Jahr weltweit noch weiter streuen und erhöhte damit die Umsätze im Fernsehsegmentl, auch stiegen die Umsätze dank erhöhter Werbe- und Abonnement-Einnahmen

Sony Pictures Entertainment brachte im November 2006 den James-Bond-Film "Casino Royale" heraus. Für Sony Pictures war das der James Bond-Film im Portfolio. Man darf nach den höchst erfreulichen internationalen Kinoauswertungen zuversichtlich sein, dass Sony mit diesem 21. 007-Abenteuer an alte MGM-Erfolge anknüpfen kann. Für Sonys Cross-Marketing-Strategen bot der Film jedenfalls eine einmalige Betätigungsplattform. Im Film umgaben den James Bond-Darsteller Daniel Craig so viele Sony-Produkte, als sei er undercover eigentlich Sony-Chef Stringer, der tagsüber ständig mobiltelefoniert und bis tief in die Nacht an Deck seines Schnellboots am Vaio-Labtop arbeitet.

Einen neuen Vertriebsweg für seine Formate sieht das Unternehmen im mobilen Fernsehmarkt. Der Sony-eigene TV-Sender AXN ist über UMTS-fähige Mobiltelefone empfangbar. Vodafone bietet AXN in seinem Top-Entertainment-Programm an und machte ihn für alle Vodafone-Kunden zur Fußball-WM zugänglich. In Japan ist die TV-Übertragung auf Mobiltelefonen bereits weit verbreitet.

Einen kühnen Schritt in die digitale Zukunft wagt Sony Pictures durch seine Beteiligung an Movielink, einem der führenden Internet-Portale für Filmdownloads. Movielink plant, Filme über das Internet anzubieten, die auch auf DVD gebrannt und anschließend beliebig oft angesehen werden können, anstatt wie bisher nur auf dem PC. Eine besondere Kopierschutztechnik soll zwar verhindern, dass unautorisierte Vervielfältigungen der gebrannten DVDs in Umlauf gebracht werden können. Dennoch galt ein solcher Schritt den großen Filmstudios bislang als Tabu, weil er als Garant für den weiteren Rückgang der Kinoerlöse galt. Angesichts dramatisch sinkender Erlöse an der Kinokasse, rückläufiger DVD-Verkäufe sowie der rasanten Zunahme illegaler Online-Angebote, sehen die Akteure jedoch keinen anderen Weg, als die Möglichkeiten des Vertriebskanals Internet zu nutzen. Ein entscheidender Schritt wird es sein, die Brücke vom PC ins Wohnzimmer zu schlagen, also Filmdownloads aus dem Internet jenseits des PCs legal konsumierbar zu machen. Aufmerksam wird der Vorstoß von Movielink, an dem neben Sony Pictures auch die Studios Paramount, MGM, Universal und Warner beteiligt sind, in der Branche verfolgt.

Sony Pictures Television International (SPTI) startet mit dem Anime TV-Sender ANIMAX Mitte Juni 2007 nun auch in Deutschland seinen 24-Stunden-Kanal mit einer breiten Palette an Anime-Genres, von Thriller, Action, Adventure, Romantic-Comedy über Fantasy bis hin zu Science Fiction und Horror. In Asien und Lateinamerika ist ANIMAX bereits eine etablierte Fernsehmarke und rangiert unter den erfolgreichsten Sendern von SPTI mit 36 Millionen Abonnenten in 38 Ländern und in elf Sprachen. Nun soll der deutsche Markt erobert werden. ANIMAX wird der erste deutsche Fernsehsender, der ab 2007 ausschließlich japanisches Anime-Programm zeigt. Kernzielgruppe des Senders sind Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 14 und 29 Jahren, die besonders affin sind für die Bereiche Games, Online und Mobile.

Sony Pictures Television International, der internationale Arm von Sony Pictures Television, ernennt mit Sander Schwartz im Juli 2007 einen Präsidenten für den Bereich internationale Produktion. Als solcher wird er den regionalen Produktionshäusern vorstehen, die Sony in Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Hong Kong, China und Russland unterhält. Von Florida aus produziert Sony International auch für den lateinamerikanischen Markt. Der deutsche Ableger hat sich seit Mitte der 90er Jahre vor allem durch eigenproduzierte Sitcoms („Nicola“, „Mein Leben und Ich“), in letzter Zeit auch durch Dramaserien wie „Die Familienanwältin“ oder „Post Mortem“ hervorgetan. Dass Sony für den Bereich der internationalen Produktion nun einen eigenen Präsidenten ernannt hat, wird als Zeichen dafür gewertet, dass das Unternehmen in diesem Sektor weiter expandieren will, was Schwartz bestätigt: „Wir sind definitiv darauf aus zu wachsen.“ Zu den Schwerpunkten seiner Arbeit wird dabei offenbar gehören, in weiteren Ländern Produktionsfirmen aufzubauen sowie das Lizenzgeschäft für Serienadaptionen zu anzukurbeln.


Musik/Sony BMG Music Entertainment:

Das Joint Venture Sony BMG Music Entertainment, das Sony zusammen mit Bertelsmann betreibt, vereint Labels wie Arista, Columbia Records, Epic Record, Jive und RCA Records. Das vermarktete, musikalische Spektrum erstreckt sich von Hip Hop, Country, Klassik, Rock bis hin zu Pop. Sony BMG beheimatet deutsche und internationale Stars, darunter Beyoncé, Justin Timberlake, Christina Aguilera oder Bob Dylan. Das Unternehmen hat seinen Sitz in New York und wird zu gleichen Teilen von der Bertelsmann AG und von der Sony Corporation of America gehalten.

Anfang Juni 2006 meldete die Presse, Sony wolle die 50 Prozent von Bertelsmann ganz oder teilweise übernehmen. Im Juli hob der Europäische Gerichtshof die Genehmigung für den Zusammenschluss wieder auf. Damit gab das EU-Gericht in erster Instanz einer Klage unabhängiger Musikproduzenten nach. Die Reaktionen der Regulierungsbehörden werden in der Branche aufmerksam verfolgt, vor allem von den Sony BMG-Konkurrenten EMI und Warner Music, die ihrerseits seit geraumer Zeit Fusionsgespräche führen. Die EU-Kommission genehmigte die Fusion des Musikgeschäfts von Sony und Bertelsmann ohne Auflagen.

Der nach der Formierung von SonyBMG einzig verbliebene eigenständige Musikbereich von Sony, die japanische Tochter Sony Music Entertainment Japan, trat im Geschäftsjahr 2005/2006 wie gewohnt stark auf. Zwar dominiert Sony Music den japanischen Musikmarkt, der der zweitgrößte der Welt ist, und hat noch immer die meisten einheimischen Künstler unter Vertrag. Allerdings stellt Apple den Konzern vor Schwierigkeiten. Immer mehr Japaner nutzen iTunes zum Musik-Download, und die Musiker folgen dem Trend. Sony reagierte Ende des letzten Jahres, indem das Unternehmen eigene Produktionen nicht nur auf ihrem eigenen Downloadportal Mora, sondern auch via den in Japan populärem iTunes bereitstellten.

Im Februar 2007 erklärt Sony den Kopierschutz für Musik als passé. Während die Musikbranche heftige Debatten über Sinn und Unsinn des Kopierschutzes führt, ist die Diskussion für Christian Reiser, Ececutive Vice President bei Sony DADC vom Tisch: "Der Kopierschutz im Musiksektor ist tot. Im Software-, Game- und Video-Bereich ist der Kopierschutz in der Branche jedoch nach wie vor unbestritten und dort funktionieren die Maßnahmen auch." Für Videos und Software hat das Unternehmen neue Lösungen parat. Sony DADC decke diese Bereiche mit den Kopierschutzlösungen SecuROM undARccOS ab. SecuROM arbeitet nach dem Prinzip, dass der Kunde sowohl die Software erwerben, als auch einen dazu gehörigen, gültigen Lizenzschlüssel besitzen muss. Die auf einem Rechner installierte Software wird mit dem entsprechenden Schlüssel vor der Nutzung online aktiviert.

Der Medienkonzern Viacom verkaufte seinen Musikverlags Famous Music an Sony/ATV Music Publishing (Sony Corporation of America). Das Sony-Tochterunternehmen zahlte 370 Mio. Euro an Viacom, das den Musikverlag einst beim Kauf von Paramount Pictures miterworben hatte. Sony/ATV hat derzeit Lieder von den Beatles, Neil Diamond, Bob Dylan und Jimi Hendrix im Angebot. Famous Music hat Künstler wie Shakira und Eminem unter Vertrag. Der Musikkatalog des Unternehmens umfasst über 125.000 Titel, darunter Soundtracks "The Godfather" oder "Mission Impossible". Famous Music erteilt Lizenzen für das Abspielen der Musik aus seinem Katalog, etwa an Radio-Sender oder für Werbespots. 

Sony BMG plant die Rückkehr in das Musikverlagsgeschäft. "Wir werden alles tun, um in das Verlagsgeschäft zurückzukommen", sagte der Sony-BMG-Vorstandsvorsitzende Rolf Schmidt-Holtz Mitte Mai 2007. Investitionen in größere Verlage seien möglich. "Man muss nicht unbedingt zukaufen, aber es kann durchaus Sinn ergeben", so Schmidt-Holtz. Der weltweit zweitgrößte Musikkonzern will damit an das Geschäftsmodell vor der Fusion von Sony Music und BMG im Jahr 2004 anknüpfen. Schmidt-Holtz versucht so die kartellrechtlich erzwungene Trennung vom lukrativen Verlagsgeschäft rückgängig zu machen. Zudem arbeitet eSony BMG an einer Internet-Musik-Plattform, die auch für Konkurrenten zugänglich sein sollte. Nach drei Jahren Konkurrenzkampf gegen Apples iTunes zieht Sony bei seinem glücklosen Internet-Musikshop "Connect" die Notbremse. Das Downloadportal, das Musik und Videos anbot, wurde Mitte 2007 mangels Nachfrage eingestellt.

Im Juli 2007 schloss Sony BMG Music Entertainment mit der Online-Musikcommunity Last.fm eine Lizenzvereinbarung. Ein umfangreiches Song-Paket mit aktueller Musik und Klassikern wurde den über 20 Millionen Nutzern des personalisierten Radiosenders Last.fm zum Abspiel zur Verfügung gestellt. Last.fm wurde 2002 gegründet und entwickelte sich zum bislang größten Web 2.0-Portal britischer Herkunft. Es wurde Ende Mai 2007 für einen Betrag von 280 bis 320 Millionen US-Dollar von der CBS Coporation (Viacom) übernommen. Bereits im Februar 2007 hatte Last.fm ähnliche Vereinbarungen wie mit Sony BMG auch mit dem Major Warner Music und mit EMI geschlossen. "Unser Ziel war und ist, jeden jemals aufgenommenen Song auf unserer Website zum Hören anzubieten", erläutert der aus Österreich stammende Last.fm-Mitgründer Martin Stiksel seine Vision. "Mit dem Zugang zu Sonys Sammlung kommen wir diesem Ziel einen bedeutenden Schritt näher." Sony nähert sich mit diesem Schritt seiner Konkurrenz an, dem Medienkonzern Viacom, gibt also damit seine sonst eher an Abschottungspolitik erinnernde Strategie, vielleicht auch nur testweise, auf. Möglicherweise will man mit diesem Projekt Erfahrungen für Kooperationen in anderen Bereichen sammeln.  

Um sich MySpace-Kunden zu erschließen, platziert Sony BMG Musik und Videos seiner Künstler auf MySpace-Seiten. Geld bringen sollen unter anderem Werbeerlöse, die sich MySpace und Sony BMG teilen wollen.

Sony BMG Music Entertainment hat im November 2007 mit dem US-Internet-Portal Yahoo einen Lizenzvertrag abgeschlossen, der Yahoo-Nutzern künftig erlaubt, Musik und Videos herunterzuladen. Yahoo-Nutzer können künftig auch selbst erstellte Videos mit Audiomaterial aus dem Sony BMG-Archiv unterlegen. Yahoo wird Sony BMG an den Werbeeinnahmen beteiligen. Mit dem Abkommen erweitert Yahoo seine bestehende Partnerschaft mit Sony BMG auf mehr Territorien, wobei gleichzeitig der Yahoo-Musikkatalog entsprechend erweitert wird. Sony BMG Musikvideos werden künftig ebenfalls über das Yahoo-Netzwerk sowie über den entsprechenden Yahoo Player vermarktet. „Die Partnerschaft erweitert nicht nur unser Videoangebot, sondern bietet auch Sony BMG Künstlern ein breites Publikum infolge unserer Reichweite bei Musik- und Entertainment-Fans“, meint. Yahoo-Music Manager Ian Rogers.

Sony BMG, das Gemeinschaftsunternehmen des Sony-Konzerns und der deutschen Bertelsmann Gruppe, gibt als letzter großer Musikkonzern im Januar 2008 bekannt, noch im ersten Quartal 2008 werde zumindest ein Teil seines Musikangebots ohne Kopiersperre und Digital Rights Management (DRM) über das Internet angeboten.

Am 22.4.8 wurde bekannt, dass Sony BMG künftig eng mit dem Handybetreiberkonzern Nokia kooperieren wolle. Die Kooperation überrascht, da die Finnen in Konkurrenz zu Sony Ericsson stehen. Sony BMG unterstützt Nokias Dienst "Comes With Music". Man erlaubt also Nokia-Mobilkunden den Zugriff auf das umfassende Produktportfolio des Labels gegen eine Pauschalzahlung pro Kunde durch Nokia.

Trotz der nahezu halbierten Gewinne im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2008 übernimmt Sony Entertainment seine Musiktochter BMG Music ganz. Sony zahlt mehr als 600 Millionen Euro für den Bertelsmann-Anteil. Im August  2008 einigte man sich auf den Deal. Sony erhofft sich davon, besser für den Konkurrenzkampf gegen den weltweit größten Musikkonzern Universal Music Group gerüstet zu sein. Zu dem BMG-Coup passt die umfassende Marketing-Kooperation Sonys mit Napster. Künftig können Besitzer eines MP3-Players aus Sonys Walkman-Reihe kostenlos -Napster to go- testen, Nutzern werden außerdem Gratissongs in Aussicht gestellt. -Napster to go- kostet im Monat 14,95 Euro. Das Abo-Modell ermöglicht den uneingeschränkten Zugriff auf das Napster-Angebot, das ca. sechs Millionen Titel umfasst, ohne dass hierbei  für einzelne Titel extra gezahlt werden müßte. Einzelsongs können für iPod-Preise von 99 Cent und Alben für 9,95 Euro gekauft werden. Sets mit CD-Compilations, Künstler-Biografien, Diskografien, Playlisten oder Empfehlungen hat Napster obendrein im Angebot.

Sony BMG bietet seit August 2008 über seinen neuen Dienst musicbox.de Songs und Alben zum Download an, über 350.000 Titel umfasst der Katalog - alles ist ohne DRM-Kopierschutz zu haben. Einzeltitel kosten 1,20 Euro, Alben rund 10 Euro. Die heruntergeladenen Musikstücke sollen eine Art Wasserzeichen tragen, um kenntlich zu machen, dass die legale Quelle musicbox.de heißt. musicbox.de soll sich auf Blogs und Webseiten einbinden lassen, wobei Bestellungen dann direkt darüber erfolgen können. Auch mit myvideo.de wird kooperiert und hierüber Musikvideos vertrieben.

Seit dem Tod von Michael Jackson Ende Juni 2009 spekuliert man darüber, ob und wann Sony dessen Anteile an der wertvollen Firma Sony/ATV Music Publishing aufkaufen wird.

 

Telekommunikation/Sony Ericcson Mobile Communications 

Sony ist mit von 50% am Jointventure mit Ericsson beteiligt und im Segment Mobiltelefon-Produktion aktiv. Im Oktober 2007 beschloss man beim Mobiltelefonhersteller Sony Ericsson, dem Wettbewerber Motorola 50 Prozent seines Tochterunternehmens UI Holding zu verkaufen. UI Holding stellt Anschlüsse und Plattformen für Mobiletelefonwiederverkäufer her. Aus dem Joint-Venture erhoffen sich beide Seiten schnellere Weiterentwicklungen ihrer Produkte, bessere Kundenbetreuung sowie Kosteneinsparungen. Die beteiligten Unternehmen betonen, das Joint-Venture sei für andere Mobiltelefonhersteller offen.

Das Gemeinschaftsunternehmen Sony Ericsson hat im dritten Quartal 2007 zwar deutlich mehr Mobiltelefone verkauft als im Vorjahreszeitraum, aber weniger verdient. Vor allem wegen des Preisverfalls bei Mobiltelefonen ging der Vorsteuergewinn um 11 Prozent auf 384 Millionen Euro zurück. Der Nettogewinn sank von 298 Millionen Euro im dritten Quartal 2006 auf 267 Millionen Euro. Dabei lieferte das Unternehmen im dritten Quartal fast ein Drittel mehr Geräte aus als im Vorjahreszeitraum. 2006 kostete ein Mobiltelefon von Sony Ericsson allerdings im Schnitt 147 Euro, im dritten Quartal 2007 lag der Durchschnittspreis nur noch bei 120 Euro. Doch der Handyhersteller konnte den Quartalsumsatz um 7 Prozent auf über 3,1 Milliarden Euro steigern. Für das Umsatzwachstum seien, so Unternehmenssprecher, vor allem gute Absatzzahlen bei preisgünstigen Handys verantwortlich. Der Marktanteil von Sony Ericsson stieg um rund einen Prozentpunkt und lag Ende des dritten Quartals bei über neun Prozent. Für 2007 rechnet Sony Ericsson mit einem branchenweiten Absatz von über 1,1 Milliarden Mobiltelefonen.

Sony gab Mitte Januar 2008 die Unterzeichnung eines exklusiven, vierjährigen Sponsoringvertrages mit der Tennisspielerin Maria Sharapova bekannt. Die Russin wird damit die weltweit erste Botschafterin der Marke. Abseits des Tennisplatzes soll sie viele Marketingauftritte wahrnehmen. Geplant ist auch, dass Sharapova mit dem Sony Ericsson Design Team eine Produktlinie sowie Accessoires entwirft.

Engagement in Deutschland/Europa

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Im Juli 2006 verlegte Sony Deutschland GmbH seine Deutschlandzentrale von Köln nach Berlin in das Sony-Center am Potsdamer Platz. Der Umzug gründet weniger auf dem Wunsch nach einer repräsentativeren Dependance als auf Effizienzüberlegungen. Sony kann leer stehende Räume im Sony-Center nutzen, und die Verlegung erlaubte nebenbei einen Stellenabbau. Für 7 Mio. Euro und über einen Zeitraum von sechs Monaten hinweg baute man im Sony-Center am Potsdamer Platz das erste überdachte Legoland der Welt, das Legoland Discovery Centre, das im April 2007 eröffnet wurde. Die Initiatoren erhoffen sich davon bis zu 300.000 Sony-Center-Besucher pro Jahr.

Der japanische Elektronik-Konzern Sony plant offenbar weitere Sony-Stores in Deutschland, nach dem Modell des Stores am Potsdamer Platz. "Wir prüfen die Optionen sehr sorgfältig und werden in den kommenden Monaten darüber entscheiden", sagte Sonys Europa-Chef Fujio Nishida Mitte Mai 2007. Die Sony-Stores sollen über die multimediale Vernetzung von Unterhaltungs- und Informationsangeboten im Alltagsleben informieren und  den Absatz hochpreisiger und erklärungsbedürftiger Produkte ankurbeln, so Nishida.

Die Sony Pictures Releasing GmbH mit Sitz in Berlin ist der deutsche Kino-Verleiharm von Sony Pictures International. Sony Pictures Releasing trägt erst seit Ende des Jahres 2004 diesem Firmennamen. In den vorangegangenen Jahrzehnten firmierte der deutsche Major-Verleih unter dem Namen Columbia TriStar Film GmbH, der die Nähe zu den Columbia Pictures Film-Studios in USA deutlich erkennen ließ.

SONY BMG bietet ein vielfältiges Spektrum an deutschsprachiger Musik an. Das Unternehmen mit Sitz in München versteht sich als CD-Versand, A&R-Beratung, Promotion- und Marketing-Agentur. Zur Sparte "Domestic" gehören große Labels wie Ariola (www.ariola.de), Columbia, Epic, Four Music, Low Spirit, Jupiter-Records, Hansa sowie assoziierte Labels, darunter Cosmo, Chet, Pirate oder JKP. Der Domestic Bereich von SONY BMG stand bereits vor der Fusion mit Bertelsmann für eine Erfolgsgeschichte mit deutschen Künstlern wie Peter Maffay, Udo Jürgens oder Die Flippers. Heute vertritt man Newcomer wie Silbermond, Revolverheld oder Annett Louisan.

SPTI Networks Germany mit Sitz in München und Unity Media verbreiten seit Juni 2005 in den digitalen Paketen von Unity Media in Nordrhein-Westfalen und in Hessen, den neuen TV-Spartensender ANIMAX. Der Sender, der japanische Zeichentrickserien, genannt Animes, zeigt, ist bereits in 38 Ländern präsent. ANIMAX ist der erste Anime-Sender im deutschen Fernsehmarkt. Mit weiteren Distributionspartnern wird verhandelt. Sony ist bereits mit dem digitalen Action-Kanal AXN in Deutschland präsent.

Die Sony Computer Entertainment Deutschland GmbH mit Sitz in Neu-Isenburg (SCEE) ist verantwortlich für Verkauf, Marketing, Vertrieb und Software-Entwicklung von PlayStation-, PS one- und PlayStation2-Produkten. Der Zweig vermarket die Computer Entertainment System-Produkte für insgesamt 95 Länder. SCEE ist mit mehr als 1000 Mitarbeitern in 11 Ländern und Verkaufsorganisationen in weiteren 91 Ländern vertreten. Dieses gewährleistet eine optimale Ausschöpfung der Verkaufs- und Marketingaktivitäten in bestehenden Ländervertretungen, auf den neuen Märkten in Osteuropa sowie im Nahen Osten. Mitarbeiter von SCEE arbeiten auch in den Entwicklungsstudios in London, Liverpool und Cambridge sowie bei der Qualitätssicherung in Liverpool.

Im März 2007 erschien die lange Zeit gereifte, hochgerüstete, neue PS 3 endlich, nach wiederholten Verschiebungen, auch in Deutschland. Die Wartezeit wird dem Premium-Image, das Sony in Deutschland noch genießt, hoffentlich nicht schaden.

Nach längerer Durststrecke steht Sony Deutschland vor der Rückkehr in die Gewinnzone. "Wir werden im laufenden Geschäftsjahr erstmals seit fünf Jahren operativ wieder eine schwarze Null schreiben", äußert Sony-Deutschland-Chef Manfred Gerdes mit Blick auf das bevorstehende Ende des Geschäftsjahres (31. März) Mitte März 2007. Der Umsatz werde ebenfalls, wie geplant, um "rund zehn Prozent" zulegen. Zur Begründung für die gute Entwicklung verwies Gerdes auf die Restrukturierung und Einsparungen der vergangenen zwei Jahre. Zudem seien die Kosten für den Umbau und den Umzug der Deutschland-Zentrale von Köln nach Berlin geringer ausgefallen als geplant. Gleichzeitig profitiere das Unternehmen von der steigenden Nachfrage. So habe sich der Umsatz mit Flachfernsehern im Geschäftsjahr 2006/07 "praktisch verdoppelt". Auch Digitalkameras seien "hervorragend" gelaufen.

Um im Geschäftsjahr 2007/08 beim Umsatz deutlich über zehn Prozent zuzulegen und beim Nettoergebnis eine schwarze Null zu erreichen, werde sich Sony, so Gerdes, verstärkt "als Premium-Marke zu Premium-Preisen" etablieren. "Wir subventionieren keine preisaggressive Vermarktung mehr." Um die Position in Deutschland auszubauen, will Gerdes die Beziehungen mit Einkaufsgemeinschaften wie Expert oder Electronic Partner verbessern.

Der Wettbewerb um die Vorherrschaft im Konsolen-Markt Europa kostete Sony unerwartet viel Performance. Um den lädierten Geschäftszweig zu sanieren, sollen im Jahr 2007 160 europäische Mitarbeiter gehen. Sony plane, die Bestrebungen im europäischen Markt von Grund auf anders zu organisieren und das Hauptaugenmerk künftig statt auf Video-Spiele verstärkt auf interaktive Spieleangebote und anspruchsvolle Inhalte zu konzentrieren, so Unternehmenssprecherin Nanako Kato Mitte April 2007. „Wir planen das Unternehmen zu reorganisieren, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen“, fügte sie hinzu. Neben dem Stellenabbau plant Sony einen Einstellungsstop. Wieviele deutsche Mitarbeiter den Konzern verlassen müssen, ist bislang nicht klar.

Sony BMG und Microsoft gründen im Juni 2007 gemeinsam das Internetportal Comedy.de. Das Angebot soll zur führenden Comedy-Internetseite aufgebaut werden. Sony BMG wolle sich neu aufstellen und bis 2009 rund 30 Prozent des Umsatzes "außerhalb des klassischen Tonträgergeschäfts" erzielen, so Sony-BMG-Deutschlandchef Edgar Berger.

Was ist in der deutschen Geschäftsführung des japanischen Konzerns los? Der 53-jährige Managing Director Manfred Gerdes entschied sich Anfang Dezember 2007, nach 11 Jahren bei der Sony Deutschland GmbH, den Konzern zu verlassen. Bis sein Nachfolger gefunden ist, soll Jürgen Schmitz, Director Finance & Operations, den Posten kommissarisch übernehmen. Zum Jahresauftakt 2007 hatte bereits Vertriebsleiter Frank Lubnau auf eigenen Wunsch Sony Deutschland den Rücken gekehrt. Gerdes hatte dessen Verantwortung für den Vertrieb in Deutschland mit geschultert. Unter Gerdes Regie wurde Sony komplett neu aufgestellt. Doch solle sich mit seinem Weggang nichts an der strategischen Ausrichtung von Sony Deutschland ändern, so Konzernsprecher. 
Nach erheblichen Umsatzrückgängen und Verlusten von bis zu 40 Mio. EURO im Geschäftsjahr 2005/2006 hatte Gerdes 150 Mitarbeiter entlassen und Kostensenkungsmaßnahmen durchgesetzt. Die Restrukturierung und den Umzug der Firmenzentrale von Köln nach Berlin habe Gerdes, so Konzernberichterstatter, mit Erfolg abgeschlossen.

Sony Europe benannte Jeffry van Ede zum neuen Geschäftsführer der Sony Deutschland GmbH. Zum 1. Januar 2008 tritt Van Ede die Nachfolge von Manfred Gerdes an, der das Unternehmen zum 30. November 2007 verlassen hat und bis zum 1. Januar durch Jürgen Schmitz ersetzt wird. Van Ede (41) arbeitet seit 1991 für Sony. Er hat Erfahrungen im Handel und in diversen Geschäftsbereichen von Sony gesammelt. Seine Karriere begann bei Sony Niederlande. Nach seiner Ernennung zum Vice President von Audio Marketing Europe 2006 soll Van Ede, so Sony-Berichte, die Revitalisierung des Geschäftsbereichs betrieben haben, indem er strategische Fokusprodukte im Hardware- und Software-Bereich auf den europäischen Markt brachte.

Sony ist es, nach einem mißglückten Anlauf im Januar, im März 2008 gelungen, das Sony Center am Potsdamer Platz in Berlin an ein Konsortium aus der US-Investmentbank Morgan Stanley, dem Unternehmen The John Buck Company und dem Immobiliendienstleister Corpus Sireo zu verkaufen. John Buck und Corpus Sireo übernehmen jeweils nur 3,75 Prozent der Anteile. Im Unterschied zu den ursprünglich angestrebten 850 Millionen Euro habe man sich, so schätzt man in Branchenkreisen, auf einen Kaufpreis von um die 600 Millionen geeinigt. Sony teilte bei Vertragsabschluss in Tokio mit, der Name „Sony Center“ bleibe in Zukunft erhalten. In dem ca. 132.500 Quadratmeter umfassenden Gebäude liegen neben Büro-, Gastronomie- und Gewerbeflächen ein Kino und die Berliner Zentrale von Sony. Trotz Besitzerwechsels werden die Sony Europe GmbH, Sony Deutschland, Sony Pictures Releasing GmbH und Sony/ATV Music Publishing Germany in der Immobilie weiterhin untergebracht sein.

Aktuelle Entwicklung

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Einsparungen von rund 500 Millionen Euro im Herbst 2006 bedeuteten ebensowenig wie der Abbau von 9600 Stellen, die Entlassung von 44 Top-Managern und Firmenschließungen wie die einer firmeneigenen Restaurantkette den großen Wurf. Die konzertierte Entflechtung des Konzerns sowie eine Reduzierung des Produktportfolios in der Elektronik-Sparte ist im Gang, damit künftig statt 3.000 nur noch 600 Produktmodelle produziert werden. Im Fokus der 2006 begonnenen Sony-Strategie stehen Produkte aus dem Feld "High Definition (HD)" , darunter LCD-Fernseher, Spiegelreflexkameras sowie DVD-Player der neuen Generation. Der Blue-ray-Standard ist 2008 dabei, durchgesetzt zu werden. Das Geschäft mit tragbaren Musikspielern wird weitgehend dem Tochterunternehmen Sony Ericsson überlassen, das Mp3-Player in Handys integriert. Ob durch all diese Maßnahmen Sony langfristig auf Wachstumskurs gebracht werden kann, muss bewiesen werden. Die Chancen stehen gut.

Für Gewinne sollen vor allem die PlayStation und Bravia-Flachbildfernseher sorgen. Diverse Produktstrategien sollen Sony dabei helfen, die mediale Zukunft der Welt mitzubestimmen. Dazu gehört, dass Sonys die Macht Apples auf dem Musikdownload-Markt zwar anerkennt, diese aber als Türöffner für eigene Geschäftsmodelle nutzt. Sony produziert nun Zubehör sowie eine Dockingstation für den iPod. Seit März 2007 ist die Dockingsstation mit eingebauten Stereolautsprechern und Subwoofer zu einem Preis von ca. 250 US-Dollar im Handel. Dass Sony Apple auch beim Internet-Fernsehen als Benchmark erkannt hat, beweist die Entwicklung der Bravia Internet Video-Link-Box, eine nur mit Sony-TV-Geräten kompatible Empfangbox, die Internet-Fernsehen möglich macht. Die Programmauswahl beschränkt sich allerdings ausschließlich auf Inhalte, die von Sony oder seinen Partnern erstellt werden. Neben Sony-Filmen und Musikkünstlern werden Inhalte von Yahoo, Time Warners AOL und der YouTube-Konkurrenz Grouper zu sehen sein. Eine Erweiterung des Angebots soll mithilfe weiterer Partnerschaften erfolgen, die Sony bereits angekündigt hat. Ob Sonys Abschottungstaktik erfolgreich sein wird, ist fraglich.

Ende Mai 2007 kündigten Vertreter von Sony Computer Entertainment Europe (SCEE) an, zusammen mit dem britischen Telekom-Konzern BT weltweite Videogespräche über die PlayStationPortable-Konsole (PSP) zu ermöglichen. Über einen Vier-Jahres-Vertrag sollen alle neuen PSP-Konsolen für Gespräche und für Videochats verwendet werden können, falls Benutzer in Reichweite einer Funkstation für den Zugang zum Internet sind. Der Dienst wird zunächst inGroßbritannien und später in mehr als 100 Staaten in Europa, dem Nahen Osten und Afrika angeboten.

Derartige Entwicklungen zeigen, dass bei Sony, trotz des Verschlafens des MP3-Hypes, noch Visionäre agieren. Die Weiterentwicklung von PlayStation-Konsolen, die heute bereits außer Gaming, zudem Musikhören, Filmesehen, Internetsurfen und Mailing erlauben, könnte für Sony der Schlüssel zum Aufrollen des Medienmarktes sein. Der Trend in Kinderzimmern geht dahin, Fernsehgeräte durch die Alleskönner Spielkonsolen zu ersetzen.

Sony und Toyota kündigten Ende September 2007 die Verschmelzung zwei gemeinsam betriebener LCD (Liquid Crystal Display)-Produktionsfirmen zum 1. Dezember an. Dadurch sollen Herstellungsprozesse vereinfacht und durch zentrale Steuerung flexiblere Reaktionen auf aktuelle Wettbewerbssituation möglich werden, hieß es zur Begründung. Die Leitung des neuen Unternehmens übernimmt Sony. Zum Start verfügt Sony über 86 Prozent Anteile am Unternehmen, Toyota über 14 Prozent. Bis 31. März 2009 soll das Unternehmen durch Aktienübertragungen in ausschließlichen Sony-Besitz übergehen. Toyota wird sich künftig stärker auf seine Kerngeschäftsfelder im Automobilbereich konzentrieren.

Die Sony Corp. hat am 18.9.2007 einen weiteren Schritt in Richtung des geplanten Börsengangs der Finanzsparte vollzogen. Die Sony Financial Holdings Inc. setzte für die Bookbuilding-Phase die vorläufige Preisspanne pro Aktie auf 380.000 bis 400.000 JPY (rd. 2.400 -2.500 EU) fest. Damit hätte der IPO ein Volumen von bis zu 348 Mrd JPY (rd. 2,2 Mrd EU). Nach Einschätzung von Marktbeobachtern wäre dies der größte Börsengang im Jahr 2007 in Japan und einer der größten japanischen IPOs der letzten acht Jahre.

Ende November 2007 wird bekannt, dass der Scheich von Dubai, Sheikh Mohammed bin Rashid al-Maktoum über seine Investment-Firma Dubai International Capital eine unbekannte Zahl an Sony-Aktien im Wert von 500 Millionen US-Dollar erworben hat. Dubai International Capital bekundete bereits früher den Willen zur Investition in eine japanische Firma. Weitere Unternehmen im Portfolio der Kapitalgesellschaft sind u. a. Daimler-Chrysler und, über die Private-Equity-Tochter Texas Pacific Group, auch Avaya. Dubai International Capital verwaltet 13 Milliarden Dollar aus dem Vermögen des Scheichs von Dubai, der auch der Vizepräsident der Vereinigten Arabischen Emirate ist.

Sony gibt Mitte Dezember 2007 eine Strategieänderung bekannt. Man setze in der Zukunft nicht mehr schwerpunktmäßig auf Hardware- sondern auf Softwareprodukte und trete somit in einen Konkurrenzkampf mit Microsoft und Apple. Sony will sich in die Liga der großen Softwarehersteller einreihen und Synergien nutzen. Produkte aus den Bereichen Computer und Unterhaltungselektronik sollen stärker mit Software und Anwendungen verknüpft werden. In der Verbindung von Software mit der bestehenden Elektronikproduktion sieht Stringer gute Chancen für die erfolgreiche Entwicklung des Konzerns: „Wenn es uns gelingt, die einzelnen Punkte zu verknüpfen, sind wir konkurrierenden Elektronikherstellern überlegen und haben auch Vorteile gegenüber Apple und Microsoft.“

Aus dem Wettstreit um die Nachfolge der DVD geht Ende Februar 2008 das von Sony entwickelte Format Blu-ray als Sieger hervor. Ausschlaggebend für den Sony-Sieg gegenüber dem Hersteller des konkurrierenden Formats HD DVD von der japanischen Toshiba Corp., war die Ankündigung der Filmgesellschaft Warner Bros. Entertainment, die eines der größten Filmarchive Hollywoods besitzt. Außer Warner Bros veröffentlichen die Sony-Filmstudios, Walt Disney und Twentieth Century Fox ausschließlich im Format Blu-ray. Auch bei der europäischen Filmproduktions- und -verleihfirma Constantin setzte man Anfang 2008 Zeichen: "Ab dem 1. März 2008 werden die Veröffentlichungen ausschließlich im Blu-ray Format erscheinen, mit unserer Entscheidung für das Blu-ray Format orientieren wir uns eindeutig an der internationalen Entwicklung. Der jahrelange DVD-Nachfolgestreit hat vor allem im Jahr 2007 eine merkliche Verunsicherung bei den Konsumenten hervorgerufen", so Constantin-Vorstand Franz Woodtli. Nach der Warner-Entscheidung für Blu-ray war die kritische Masse erreicht, um Blue-ray als Sieger gegenüber HD DVD aus dem schon Jahre dauernden Kampf um die DVD-Nachfolge hervorgehen zu lassen. Die Standards sind nicht kompatibel. Zwar gibt es Geräte, die Blu-ray und HD DVD abspielen können, doch kosten sie teils mehr als zwei einzelne Player für beide Formate zusammen. Im März 2008 werden die Produktionen von HD DVD-Geräten sowie -DVDs bei Toshiba komplett eingestellt. Sony kann, im Unterschied zum einstigen Scheitern am Videostandard, den wichtigen Formatsieg für sich verbuchen.

Der japanische Elektronik- und Unterhaltungskonzern will weitere Zeichen setzen.  Im Februar 2008 wird verkündet, Sony investiere über 200 Millionen US-Dollar in den OLED-Bereich. Die Entwicklung der Displays auf Basis organischer Polymere solle beschleunigt werden, auch indem die ersten Produktionsanlagen auf die Massenfertigung von größeren OLEDs umgestellt werden sollen. Bis März 2009 will das Unternehmen die Herstellung aufnehmen. Die Investitionen sollen unter anderem in die Werke in der Aichi-Präfektur in Japan fließen, die der Geschäftseinheit Sony Mobile Display angehören.

Der Anbieter digitaler Sicherheitslösungen SCM Microsystems arbeitet ab 2008 mit dem japanischen Elektronikkonzern Sony Corporation zusammen. SCM wird weltweit Lesegeräte und Terminals für kontaktlose FeliCa-Chipkarten entwickeln und vertreiben, einen vom Innovator Sony entwickelten Standard für kontaktlose Bezahllösungen in Japan. Mit einem Volumen von über 250 Millionen elektronischen Bezahlkarten und Mobiltelefonen auf FeliCa-Basis ist Japan der heute am weltweit weitesten entwickelte Markt für kontaktlose Anwendungen. FeliCa basiert auf RFID-Chips und ermöglicht elektronische Zahlungsverfahren, Couponsysteme, elektronische Ticketverkäufe und andere Anwendungen.

Aus einer Börsenmeldung von Ende Juni 2008 geht hervor, dass Sony mit seiner Konsole PlayStation3 Verluste von ingesamt 3,3 Milliarden US-Dollar eingefahren hat. Zwar steuert die Sony-Spielesparte mit rund 8,5 Milliarden US-Dollar bloß 12 Prozent zum Gesatzumsatz bei. Doch hat sie über die Jahre hinweg für bis zu 60 Prozent des Gewinns gesorgt. Das sind weit höhere Renditen als sie Bereiche Fernehgeräte, DVD-Player, Musik oder Filme abwarfen. Die Herstellung einer PS3 kostet zwischen 800 und 850 US-Dollar, je nach Modell, wobei die Verkaufspreise nur bei 500-600 US-Dollar liegen. Dass die erlittenen Verluste schwer auszugleichen sind, gefährdet den Konzern. Der Sony-Chef Howard Stringer bezeichnet die durch die PS3-Verluste entstandende Lage als halbwegs katastrophal. Microsoft, das seit der Einführung der Konsole Xbox im Jahr 2002 bzw. 2007 über 7 Milliarden US-Dollar Verluste verzeichnen musste, erwirtschaftet die Haupteinnahmen aus seinem Softwaregeschäft. Microsoft ist also nicht so stark vom Erfolg seiner Konsole abhängig wie Sony.

Sony hat seinen Gewinn im ersten Quartal 2008 nahezu halbiert, im Vergleich zum Vorjahresquartal soll er um 47,4 Prozent auf 34,98 Milliarden Yen (206 Mio. Euro) gefallen sein. Folglich senkte Sony seine Gewinnerwartung für das gesamte Geschäftsjahr bis März 2009 von 290 Milliarden Yen (1,71 Mrd. Euro) auf 240 Milliarden Yen. Doch, so heißt es aus dem Hause Sony, das schlechte Ergebnis habe nichts mit den Spielekonsolen Playstation 3 und Playstation Portable zu tun. Das Geschäft entwickle ebenso erfreulich wie sich der Absatz von Flachbildfernsehern. Schwierigkeiten räumte man bei der Handy-Sparte Sony Ericsson ein. Man nannte auch den starken Preiswettbewerb im Elektronikgeschäft und den starken Yen als Ursachen für die Probleme.

Sony kündigt im Dezember 2008 an, 8000 Stellen streichen zu wollen und seine Investitionen zu senken und sich aus unprofitablen Geschäftssparten zurückzuziehen. Damit hofft man, umgerechnet um die 850 Millionen Euro (100 Milliarden Yen) zu sparen.

Einen Vorsprung im E-Book-Sektor verschafft sich Sony gegenüber Amazon, indem es sein Buchlesegerät Sony-Reader in Europa noch vor Amazons Kindle auf den Markt bringt. Das Gerät Sony PRS 505 wird am 11. März 2009 in Deutschland in enger Kooperation mit Libri zu einem Grundpreis von EU 299,- eingeführt. Es wird in 230 Thalia-Buchhandlungen angeboten. Die einigen Tausend Buchtitel im Angebot werden im offenen, von anderen Lesegeräten entschlüsselbaren EPUB-Format zum Download bereit gestellt.

 

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