14. Rogers Comm.

Umsatz 2008: CAD 11,335 Mrd. (€ 7,269 Mrd.)

Überblick

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Rogers Communications (RCI) ist ein kanadischer Kommunikationsdienstleister, der aus drei Segmenten besteht: Rogers Wireless, Rogers Cable und Rogers Media. Das Kerngeschäft des Unternehmens ist die TV und die Telekommunikationsbranche. Daneben besitzt RCI Zeitschriften, Sportvereine und vertreibt Filme als DVD oder als Video-On-Demand. Das Engagement ist bisher auf den heimischen Markt beschränkt. Rogers Wireless ist Kanadas größter drahtloser Sprach- und Datenkommunikations-Serviceprovider, Rogers Cable der bedeutendste Kabelfernsehanbieter, dessen Hochgeschwindigkeitsnetz auch Internetdienste und Festnetztelefonie anbietet. Zu diesem Unternehmenssegment zählt auch die Rogers Business Solutions, ein nationaler Anbieter von Sprachdiensten, Daten-Netzwerkbetrieb und Breitband Internet Verbindungen für kleine, mittlere und große Unternehmen. Rogers Media ist Kanadas führende Mediengruppe, bestehend aus Geschäftszweigen in den Bereichen Radio- und Fernsehübertragung, Verlagswesen, Teleshopping und Sportunterhaltung.

Basisdaten

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Hauptsitz: 333 Bloor St. East, Toronto, Ontario M4W 1G9, Canada
Telefon: 001 416 935 7777
Telefax: 001 416 935 3538
Internet: www.rogers.com

Branche: Mobilfunk, Kabelnetze, Radio, TV-Stationen, Spartenkanäle, Zeitschriften, Video/DVD, Telekommunikation, Sportvereine
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.01. - 31.12.

 

Tab. I: Ökonomische Basisdaten

2008

2007

2006

2005

2004

2003

2002

2001

2000

Umsatz (in Mio. CAD)

11,335

10,123

8.838

6.419

5.608

4.847

4.323

3.913

3.611

Gewinn (Verlust) nach Steuern (in Mio. CAD)

1,002

637

622

(268.2)

(13,2)

129,2

312

(434)

141

Aktienkurs (In US-Dollar. Jahresende)

26,43

44.43

27.64

28,13

21,02

14,59

9,92

18,76

18,41

Dividende (pro Aktie in EUR)

1,00

0,50

0,99

0,08

0,08*

0,05*

0,04*

0

0,03

Beschäftigte

29,200

24.400

k.A.

21.000

18.057

15.000

14.900

13.500

12.700

*geschätzt

Tab. II: Umsatz nach Geschäftsfeldern (in Mio. CAD)

Wireless

Cable & Telecom

Media

2007

5,154

3,558

1,317

2008

6,335

2,878

3,809

Geschäftsführung

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Geschäftsführung / Vorstand:

  • Nadir Mohamed: C.A. President and Chief Executive Officer
  • Edward S. Rogers: Deputy Chairman and Executive Vice President Emerging Business, Corporate Development
  • Rob Bruce: President CommunicationsTony Viner: President and Chief Executive Officer Media
  • William W. Linton, C.A.: Executive Vice President, Finance and Chief Financial Officer
  • Bob Berner: Executive Vice President Network and Chief Technology Officer
  • Edward S. Rogers: Deputy Chairman and Executive Vice President Emerging Business, Corporate Development
  • Jerry Brace: Executive Vice President Informations Technology and Chief Information Officer
  • Philip B. Lind, C.M.: Executive Vice President Regulatory and Vice Chairmen
  • David P. Miller: Senior Vice President, Legal and Gerneral Counsel
  • Kevin Pennington: Senior Vice President Human Resources and Chief Human Resources Officer
  • Melinda M. Rogers: Senior Vice President Strategy and Development   

 

Gesellschafter:     Rogers Control Trust (91%), Microsoft (9%)
Alan D. Horn: Chairman of the Board Rogers Communications Inc.

Geschichte und Profil

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Der Gründer von Kanadas größtem Kabelnetzbetreiber, Edward S. Rogers Sr., gilt als Erfinder des Radios mit Stromstecker. Vor ihm konnten Rundfunkempfänger nur mit Batterien betrieben werden. Für die Popularisierung des Rundfunks bedeutete seine Erfindung den Durchbruch. Wie für die großen Medienkonzerne Nordamerikas nicht unüblich, war der Unternehmensgründer zugleich ein hochtalentierter Techniker, der sein Produkt selbst am besten kannte. Im Jahr 1925 gründete er eine Firma mit dem Namen „Standard Radio Manufacturing". Die Firmengeschichte von Rogers Comm. geht auf diese Urgründung zurück, wenngleich die heutige Firma offiziell erst 1967 entstand. Edward S. Rogers Jr., genannt „Ted“, war fünf Jahre alt, als sein Vater starb. Als Student kaufte er in Toronto die Radiostation CHFI-FM. Obschon nur 5 Prozent aller kanadischen Haushalte damals Kurzwellen-Empfänger hatten, sah er den Siegeszug dieser Technik voraus. Für ein Land der Größe Kanadas, das im Gegensatz zu Europa riesige unbewohnte Flächen aufweist, war das keine Selbstverständlichkeit. Mit der gleichen Weitsicht erkannte er, dass die Verbreitung durch das Kabel große Möglichkeiten bot – nicht nur für das Radio, sondern vor allem für das Fernsehen. 1967 erwarb er erste Lizenzen für Toronto, Brampton und Leamington.

1974 strahlte Rogers Cable Television bereits 12 Programme aus und richtete sein Programm an den multikulturellen Begebenheiten des Landes aus, woraus sich eine verhältnismäßig große Vielfalt ergab. Rogers Cable stieg bis 1980 durch verschiedene Zukäufe zum größten Kabelunternehmen Kanadas auf.  Ab 1979 versuchte Rogers auch, in den USA Fuß zu fassen, verkaufte aber 1989 alle Anteile und beschränkt sich seither auf den kanadischen Markt. Aus den Erfahrungen des Kabelgeschäftes entwickelte Rogers ein neues Geschäftsfeld: Ab 1985 griff das Unternehmen die etablierten Telefonkonzerne mit einem eigenen landesweiten Mobilfunknetz an. Rogers Cantel Inc. (heute: Rogers Wireless) deckt mit seinem Netz nach eigenen Angaben 94 Prozent des Landes ab. Größere Anlaufschwierigkeiten gab es in der Festnetztelefonie: 1967 war aus den Telegrafenbranchen der beiden großen Eisenbahnunternehmen Kanadas das Joint-Venture „Canadian National-Canadian Pacific Telecommunications“ (CNCP) entstanden, das sich bis 1980 in ein Telefonunternehmen verwandelte. Rogers kaufte 1984 einen Anteil von 40 Prozent und nannte das Unternehmen Unitel Communications. Nach der Liberalisierung des kanadischen Telefonmarktes 1992 wies die staatliche Rundfunkaufsicht dem Unternehmen die Aufgabe zu, mit dem Monopolisten Bell Canada zu konkurrieren. Daraufhin erwarb der US-Anbieter AT&T 20 Prozent an Unitel. Es folgte eine Umstrukturierung von Unitel, die 1995 mit dem Rückzug Rogers aus der Festnetztelefonie endete. 

1994 konnte RG erfolgreich in das Printgeschäft einsteigen. Das Unternehmen übernahm für 2 Mrd. US $ das Verlagshaus Maclean Hunter mit seinem Buch- und Zeitungsangebot. Diese Akquisition und die teure technische Aufrüstung der Kabelnetze zwangen die Firma, sich von mehreren Aktivitäten zu trennen (u. a. von der Haussicherheitssparte und von Rogers Telecom). Sehr willkommen war daher auch das Angebot von Microsoft 1999, sich mit 9 % an RG zu beteiligen, um so interaktive Dienste über das Breitbandnetz von RG anbieten zu können. Der Vertrag umfasst die Lizenz für Microsoft TV und sieht die Verwendung von Microsoft Set-Top-Boxen vor.

2000 setzte RG seinen Expansionskurs fort. Der Konzern erwarb Cable Atlantic TV Network, scheiterte jedoch bei dem Versuch, das Vidéotron Cable Network für 3,62 Mrd. US $ zu übernehmen. Ein Jahr später kaufte Rogers 13 Radiostationen von Standard Broadcasting und wurde Eigentümer des Major League Baseballteams Toronto Blue Jays (für 112 Millionen US $) sowie des Footballteams Toronto Phantoms. 2004 stieg der Konzern mit 50% in Dome Productions ein, Kanadas führendem Anbieter von HDTV-Technik, außerdem übernahm er für 1,4 Mrd. CAD $ den Mobilfunkanbieter Microcell und kaufte seine Anteile von AT&T Wireless zurück. Mit dem Erwerb von Call-Net Enterprises 2005 wird Rogers im Telekommunikationssektor z. B bei Fern- und Ortsgesprächen konkurrieren.

Management

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Nachdem Gründungsvater Ted Rogers Ende 2008 verstarb, übernahm Nadir Mohamend des Posten des CEO im März 2009. Im September 2009 wurde zusätzlich Edward S. Rogers zum zum Deputy Chairman des Unternehmens seines Vaters ernannt. Im Management von RCI sind außer Edward S. Rogers noch andere Mitglieder der Rogers-Familie präsent, insbesondere die junge Melinda M. Rogers, die als Vizepräsidentin den wichtigen Bereich der Strategiefindung und Entwicklung verantwortet. Loretta Rogers als Firmendirektorin und ein weiterer Edward S. Rogers verleihen der Familie des Gründervaters einen nicht zu unterschätzenden Einfluss im Management. Zum Führungsgremium zählen beispielsweise der 56-jährige Alan D. Horn, der als Direktor fungiert und seit 2006 im Aufsichtsrat mitwirkt. Unter der Führung Nadir Mohameds wuchs Rogers Wireless zum größten Kabelnetzbetreiber in Kanada mit mehr als 5,5 Millionen Kunden. Unter seiner Regie geht es Rogers den Gewinnzahlen nach weiterhin gut. In den zurückliegenden Quartalen fuhr das Management mit einer konsequenten Unternehmensführung und der Einbindung neuer Techniken wachsende Umsätze ein.

Geschäftsfelder

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Rogers Communications ist der größte kanadische Mobilfunkanbieter und Kabelnetzbetreiber. Das Unternehmen ist in drei Hauptsparten gegliedert:

Mobilfunk
Die Mobilfunksparte Rogers Wireless (RW) ist mit ihren 7,4 Millionen Kunden seit 2004 der führende Anbieter Kanadas und besitzt das einzige nationale GSM/GPRS-Netz. Im Herbst 2006 startete Rogers Wireless die Einführung von UMTS/HSDPA, das zum gegenwärtigen Zeitpunkt effizienteste drahtlose Hochgeschwindigkeitsnetzwerk. Durch diese Technologie will RW seine Kapazitäten ausbauen und neue Serviceleistungen auf den Markt bringen.

Kabelnetze und Video-/DVD-Vertrieb
Rogers Cable and Telecom Inc. (R.C.T.) betreibt Kabelnetze in Ontario, New Brunswick, Labrador und Newfoundland mit insgesamt 2,3 Millionen Haushalten und bedient damit 29 % der kanadischen Haushalte (Kanada hat 33 Millionen Einwohner). Neben HDTV-Programmen und Personal Video Recorder-Diensten umfaßt das Service-Angebot High-Speed Internetanbindungen, Sportprogramme sowie vier Video-on-Demand-Programme. Die Übernahme des Telefonanbieters Call-Net Enterprises im Juli 2005 erweitert den Wirkungsbereich von R.C.T. in die Festnetztelefonie. In diesem hart umkämpften Wachstumsmarkt bietet Rogers Cable and Telecom seine lokalen Dienste mit der Internet-Telefonie überregional in seinem gesamten Kabelnetz an und tritt in Konkurrenz zum landesweit größten Telefonanbieter Bell Canada. Darüber hinaus gehört die zweitgrößte Videokette Kanadas Rogers Video mit seinen rund 294 Videoshops zu R.C.T. Im Juni 2008 erwarb Robers Communications außerdem 100% der Aktien des Unternehmens Aurora Cable TV Limited (Aurora Cable), einem Kabelanbieter in der der Region York, Ontario.

Fernsehen und Radio
Rogers Media Inc. bündelt Rogers Broadcasting (R. B.) mit 43 Radiosendern, den einzigen kanadischen Home-Shopping Fernsehsender "The Shopping Channel" und die beiden ethnisch-multikulturellen Fernsehsender OMNI.1 und OMNI.2. In 2005 kaufte R. B den Sender NOW TV und plaziert ihn als OMNI.10 am Markt. Darüber hinaus entstanden drei neue Nachrichten-Radiosender in Halifax, Saint John und Moncton. 2008 erwarb das Unternehmen zusätzlich die restlichen zwei Drittel der Anteile am Unternehmen "Outdoor Life Network ("OLN"). R. B. hält mehrere Minderheitenanteile an Spartenkanälen wie z. B. an "Viewers Choice Canada", "G4TechTV Canada" ("Tech TV"), "The Biography Channel Canada" und dem Fernsehsender "Channel M" aus Vancouver. Bei den Spartensendern "TechTV" und "The Biography Channel" ist R. B. auch der ausführende Produzent, zusätzlich wurde 2005 der Infomerchial Produzent Mix Promotions hinzugekauft.

2004 übernahm Rogers Media die restlichen 20%-Anteile am Sender Sportsnet von Fox Sports Net Canada. Rogers Sportnet unterhält verschiedene Sportsender, die in ganz Kanada via Kabel und Satellit zu empfangen sind. Das Unternehmen verzeichnet 7,3 Millionen Teilnehmer und jährliche Umsätze von 100 Mio. kanadischen Dollar. Mit der Übernahme von Sportsnet erfüllt sich Rogers Communications den Traum des komplett vernetzten Sportmediengiganten: Die Spiele des Baseballteams Blue Jays werden von Rogers Wireless gesponsert, übertragen von Sportsnet und den Radiostationen; darüber berichtet wird in den Magazinen. Die Firma plant zudem, die Spiele der Blue Jays über Mobiltelefone auszustrahlen. Durch diese Crossover-Promotion hofft das Unternehmen, mehr Kabelkunden bzw. Mobilfunkkunden zu gewinnen und damit den Umsatz zu steigern. Auch die Spielstätte der Toronto Blue Jays, den SkyDome, Kanadas größtem Veranstaltungsort, hat Rogers Media 2004 gekauft und in Rogers Center umbenannt. Zusammen mit Bell Globemedia sicherte sich Rogers Media zudem die TV-Übertragungs- und Vermarktungsrechte an den Olympischen Spielen 2010 und 2012 auf dem kanadischen Markt.

Verlage
Zu Rogers Publishing gehören mehr als 70 Verbrauchermagazine, Wirtschafts- und Fachmagazine (z. B Maclean's, Chatelaine, Flare, L'actualité, Canadian Business) sowie Telefonbücher und Internetinformationsdienste. Das Tochterunternehmen Magnetic North bietet Postproduktionsmöglichkeiten für Fernsehen und Film an.

Aktuelle Entwicklungen

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Rogers Communications hat seit mittlerweile zehn Jahren kontinuierlich seine Umsätze vergrößert. RCI verzeichnete 2007 steigende Umsätze vor allem im Mobilfunksegment sowie im Kabel- und Telekombereich, erhöhte seine Investitionen und ging gezielt Kooperationen ein. Zu Beginn des Jahres lieferte Ericsson im Rahmen eines Exklusivvertrags dem kanadischen Unternehmen die Technologie für den Ausbau seines HSDPA-Sprach- und Datennetzes (High Speed Downlink Packet Access). Damit stärkte RG seine Position als landesweit größter Anbieter von drahtlosen Datendiensten und setzte gleichzeitig auf eine größere Fülle von Inhalten. Durch wesentlich schnellere, mobile Breitbanddienste kann der Netzbetreiber nun neue Anwendungen anbieten, dazu zählen Videokonferenzen, Remote Desktop Access, interaktive Spiele im Netz, Videoklingeltöne und dynamische Inhalte im mobilen Internet. Als Teil seiner Kundenmanagement-Strategie implementierte R.C.T. im Juni 2006 die Software von Amdocs, einem Anbieter von Applikationen und Services für integriertes Kundenmanagement. Im September 2006 traf RCI ein Abkommen mit CBS Paramount International Television, um seinen Kunden Video-On-Demand Angebote offerieren zu können. Die bedeutendste Kooperation des laufenden Jahres ging RCI mit seinem Wettbewerber Bell Canada International ein. Ende September errichteten beide mit dem Joint Venture Inukshuk Internet in Kanada ein landesweites Breitband-Netzwerk. Es soll in weniger als drei Jahren mehr als zwei Drittel der Bevölkerung erreichen, die entstehenden Kosten in Höhe von 200 Mio. Dollar werden die beiden Unternehmen gemeinsam und zu gleichen Teilen übernehmen. 40 Städte sowie 50 ländliche, bisher nicht mit Services versorgte Gebiete in Kanada werden dadurch abgedeckt. Damit hat sich RG einen der größten Konkurrenten zum Verbündeten gemacht. Entsprechend wohlwollend reagierten die Aktienmärkte. Die Grenzen scheinen für Rogers weiterhin noch nicht abgesteckt zu sein. Die Erweiterung der Angebotspalette bietet in Verbindung mit der Ausweitung seiner Reichweite dem Unternehmen auch für die Zukunft sehr gutes Wachstumspotential.

Rogers bringt in Kanada das iPhone auf den Markt und war das erste Unternehmen Nordamerikas, das die Yahoo-Software OneSearch für Mobiltelefone übernahm. Diese Suche wurde eigens für Mobiltelefone entwickelt und bietet Ergebnisse, die sich auf den Aufenthaltsort des Nutzers beziehen. Durch die Kooperation mit Bell im Projekt Inukshuk wird die Infrastruktur eines kabellosen Hochgeschwindigkeitsnetzes zügig hergestellt. Beide Unternehmen bieten dann unabhängig von einander die Zugänge an und profitieren von der Reichweite. Rogers bietet einen Service an, mit dem ein Mobiltelefonkunde wählen kann, ob er über das Funknetz oder das Internet telefonieren möchte. Mit dem „cell-home phone hybrid“ greift das Unternehmen die Festnetztelefonie von zwei Seiten an. Für ein US-Unternehmen wie AT&T, dem immer wieder nachgesagt wird, dass es nach Kanada expandieren will, wird es in Zukunft fast unmöglich, mit dem Duopol zu konkurrieren. Für die kanadische Aufsicht bestehe hingegen die Gefahr eines Marktmißbrauchs. Erste Anzeichen gab es im April 2008, als Rogers ankündigte, die Flatrate im Internet abzuschaffen und eine Downloadrate einzuführen.
Im Dezember 2008 verstarb Unternehmensgründer und Geschäftsführer Edward S. "Ted" Rogers. Nach seinem Tog ging die Unternehmensführung an einen Trust über, der sich aus Familienmitgliedern und Begünstigten zusammensetzt. Der Rogers Control Trust wird von einer gecharterten kanadischen Bank verwaltet und begünstigt sind die Mitglieder der Familie Rogers.

 

Im Jahr 2008 konnte das Unternehmen seine Dividende fast verdoppeln, sie liegt nun bei 58 Cent. Durch ein Aktienrücklaufprogramm wuchs das Stammkapital der Rogers Company rasant von ursprünglich 300 Millionen um zehn Prozent auf nunmehr 1,5 Milliarden Dollar an.

Im März 2009 übernahm Nadir Mohamed den Posten des CEO. Die wichtigste Aufgabe des neuen Vorstands, der an der University of B.C. Wirtschaft studiert hatte und später bei Price Waterhouse tätig war, ist es, die Stellung des Unternehmen an der Spitze des kanadischen Wireless- und Kabelmarktes zu verteidigen und zu sichern. „The world is changing,“ so zitiert die kanadische Zeitung „Vancouver Sun“ Mohamed “How we won the last five years is going to be different from how we win going forward.”

Die personelle Umstrukturierung führte im September 2009 schließlich dazu, dass Edward S. Rogers, Sohn des Unternehmensgründers, zum Deputy Chairman ernannt wurde. In dieser Funktion ist Rogers mit wichtigen strategischen Aufgaben betraut und teilt sich defacto die Geschäftsführung Mohmaned. Die beiden hatten zuvor um den Posten des CEO konkurriert.