8. NBC Universal Inc.

Umsatz 2008: $ 16,969 Mrd. (€ 11,537 Mrd.)

Überblick

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Der in seiner jetzigen Form erst seit Mai 2004 bestehende Medienkonzern gehört zu vier Fünfteln dem NBC-Mutterkonzern General Electric Company (GE) und zu einem Fünftel Vivendi Universal. Neben der Entwicklung, Produktion und Vermarktung von medialen Unterhaltungs- und Informationsformaten unterhält das Unternehmen mittlerweile vier Themenparks in Hollywood, Orlando, Osaka und Barcelona. Zum Konzern gehören unter anderem das Hollywood-Studio Universal, das NBC TV Network, diverse Kabel- und Spartenfernsehsender wie Bravo, CNBC, die Universal TV- und Filmproduktionen und die spanischsprachige Sendergruppe Telemundo. Deutsche Medienkonsumenten sind mit dem Unternehmen mit dem bunten Pfauenradlogo durch den - inzwischen verkauften - frei empfangbaren Sender Das Vierte sowie die Pay-TV-Kanäle 13th Street, Sci Fi und Studio Universal bekannt.

Basisdaten

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Hauptsitz: 30 Rockefeller Plaza New York, NY 10112, USA
Telefon: 001-212-664-4444
Telefax: 001-212-664-4085
Internet: www.nbcuni.com

Branche: Film, Fernsehsender (Free-TV, TV-Spartenkanäle), TV-Produktion, TV-Sendestationen, Internet-Services, Freizeitparks
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.01. - 31.12.
Gründungsjahr:  1926

Tab. I: Ökonomische Basisdaten

2008

2007

2006

2005

2004

2003

2002

2001

Umsatz (in Mio. US-Dollar)

16,969

15.416

16.188

14.689

12.886

6.871

7.149

5.769

Gewinn (Verlust) nach Steuern (in Mio. US-Dollar)

3,313

3,107

2,919

3.092

2.558

1.998

1.658

1.408

Geschäftsführung

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Geschäftsführung/Vorstand:

  • Jeff Zucker, Chairman und CEO, NBC Universal (ehemals, bis Februar 2007: Robert C. Wright)
  • Lynn Calpeter, EVP und CFO
  • Marc Chini, EVP, Human Resources
  • Richard Cotton, EVP und General Counsel
  • John Eck, President und Chief Information Officer, Mediaworks und NBC Universal
  • Marc Graboff, Co-Chairman, NBC Entertainment und NBC Television Studio
  • Paul Madison, EVP of Diversity, NBC Universal
  • Cory Shields, EVP, Communications, NBC Universal
  • Peter Smith, President, NBC Universal International
  • Steve Capus, President, NBC News
  • Beth Comstock, President, Integrated Media, NBC Universal
  • Dick Ebersol, Chairman, NBC Universal Sports und Olympics
  • Jeff Gaspin, President, NBC Universal Cable and Digital Content
  • Mark Hoffmann, President, CNBC
  • Ron Meyer, President und COO, Universal Studios
  • Ben Silverman, Co-Chariman, Universal Television Studio
  • Anna Perez, EVP, Chief Communications Officer
  • John P. Wallace, President, NBC Owned-and-Operated Television Stations
  • Thomas L. Williams, Chairman und CEO, Universal Parks und Resorts

 

Gesellschafter:  General Electric Company (GE) 80 %,  Vivendi Universal 20 %

Geschichte und Profil

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Am 12. Mai 2004 lud NBC-Chef Bob Wright zu einer Pressekonferenz am Konzernsitz in der Radio City Music Hall im Herzen von New York City, um den Zusammenschluss seines Fernsehsenders mit den Universal Studios offiziell zu verkünden. Im Oktober 2003 hatte es der 61-jährige Wright geschafft, im Bieterverfahren um Universal Interessenten wie das Hollywoodstudio Metro-Goldwyn-Mayer sowie eine Investorengruppe rund um den früheren Universal-Eigentümer Edgar Bronfman Jr. auszustechen. Acht Monate später waren alle Verträge für die Gründung von NBC Universal unterschrieben. Mit diesem Schritt beendete NBC als letzte der drei großen Fernsehanstalten der USA seinen Status als autonome TV-Einrichtung. Während jedoch ABC und CBS in den Jahren zuvor von größeren Einheiten (Disney, Viacom) geschluckt wurden, behielt NBC nach seiner Fusion die Kontrolle. Es war NBC, das Universal kaufte, nicht umgekehrt. Der Verkäufer Vivendi bekam neben 3,3 Milliarden Dollar Bargeld lediglich eine Minderheitsbeteiligung von 20 Prozent am gemeinsamen Konzern.

Die US-Regierung hatte im Ersten Weltkrieg die gesamte Radio-Industrie unter staatliche Kontrolle gestellt. Dadurch lösten sich Patentstreitigkeiten und der Forschung flossen erhebliche finanzielle Mittel zu. Nach dem Krieg bat die Regierung General Electric, die Radiopatente zu nutzen und das Medium technisch weiterzuentwickeln. Die Folge war die Gründung von RCA. Für 1 Millionen Dollar kaufte RCA dann 1926 den New Yorker Sender WEAF (Western Electric AT&T Fone) und einen Washingtoner Schwestersender. RCA begründete damit den Aufbau eines Sendernetzes, das sich über ganz Amerika erstreckte. General Electric beteiligte sich mit 30 Prozent, Westinghouse mit 20 Prozent. Die verbleibenden 50 Prozent gehörten RCA. Der Name der Senderkette war The National Broadcasting Company (NBC). Im Jahr 1932 wurde das Radio-Monopol von der Regierung zerschlagen. GE und Westinghouse mussten sich aus dem Kartell zurückziehen. Bis 1985 gehörte NBC nur zu RCA.

NBC hatte bereits 1927, ein Jahr nach seiner Gründung, die erste landesweite Sendung ausgestrahlt. Nachdem sich NBC in den 30er Jahren als Radiogröße etablierte, gehörte das Unternehmen auch zu den Pionieren des Fernsehens. Erste Experimente unternahm NBC 1932 vom Empire State Building aus. Auf der Weltausstellung 1939 in New York zeigte NBC den erstaunten Besuchern, was dieser neuartige „Rundfunk in Bildern“ alles bieten kann. 1941 erhielt NBC die erste lokale Lizenz zum Betrieb eines Fernsehprogramms im Bundesstaat New York. Die nächsten 15 Jahre verbrachte der Sender mit dem Aufbau eines landesweiten „Netzwerks“ an Sendestationen im Wettlauf mit CBS und ABC. Quizshows, Talk-Sendungen und Nachrichten waren damals die wichtigsten Programmformate. Trotz Dauerbrennern wie der „Late Night Show“ oder Hits wie „Bonanza“ blieb NBC während der 60er Jahre in der Zuschauergunst aber stets hinter CBS. In den 70er Jahren zog auch ABC an NBC vorbei. Da es damals nur drei Programme gab, fand sich der einst führende Fernsehkanal plötzlich in der Rolle des abgeschlagenen Letzten. Dies änderte sich mit der „Cosby Show“, die 1984 auf Sendung ging. Die Sitcom-Komödie mit Bill Cosby lockte regelmäßig Millionen vor die Bildschirme, Programme wie „Cheers“ und „Miami Vice“ taten das Übrige, um NBC zur Nummer Eins bei den Quoten zu machen.

1985 kaufte General Electric für 6,3 Milliarden Dollar RCA und damit auch NBC. Der damalige GE-Chef Jack Welch setzte den Finanzexperten Bob Wright an die Spitze von NBC. Der machte sich gleich mit einer Fülle von Kosteneinsparungsmaßnahmen unbeliebt. 1991 war NBC bei den Quoten wieder weit hinter ABC und CBS und viele rechneten damit, dass GE das Abenteuer Fernsehen bald beenden würde. Doch GE hielt an NBC und Wright fest. Mit neuen Serien wie „Seinfeld“, „Frazer“ und „Friends“ eroberte NBC 1996 die Marktführung wieder zurück und gab sie bis zur Fusion mit Universal nicht mehr ab. In den 90er Jahren startete NBC auch den Wirtschaftssender CNBC sowie ein Joint-Venture mit Microsoft, MSNBC.

Universal ist deutlich älter als NBC. Die Firma taucht 1912 zum ersten Mal auf als neuer Name für die Kinokette und Filmproduktionsgruppe des deutschen US-Immigranten Carl Lämmle. Der ehrgeizige Württemberger hatte sechs Jahre zuvor sein erstes Kino in Chicago eröffnet und expandierte zügig. Dass Lämmle sein Geschäft auf die Kinofilmproduktion erweiterte, hatte allerdings weniger mit Leidenschaft als vielmehr mit einer Protestaktion zu tun. Nachdem sich der Jungunternehmer den ungünstigen Konditionen des Filmverleihkartells der Edison Gruppe nicht beugen wollte, wurden seine Kinos nicht mehr beliefert. Um weiter Filme zeigen zu können, gab es nur einen Weg: Lämmle musste selbst produzieren. Dazu kaufte er 1911 das Nestor Studio in Hollywood. Universal spezialisierte sich anfangs vor allem auf Horrorfilme. Frankenstein, Dracula, die Mumie, das Phantom der Oper, sie alle wurden zu Klassikern des Studios.

1936 verkaufte Lämmle an eine Finanzgruppe, die Standard Capital Company. Es folgte eine wenig inspirierte Periode, die mit dem Weiterverkauf Universals an die Plattenfirma Decca Records endete. In der Decca-Ära entstanden Filme wie „Spartacus“ mit Kirk Douglas und „Wer die Nachtigall stört“ mit Gregory Peck. Doch nur sechs Jahre später wechselte erneut der Besitzer. Diesmal war es die Music Corporation of America (MCA), die Universal 1958 kaufte und 1962 mit ihrer Musik- und Talentvermittlungssparte fusionierte. Mit MCA kam der legendäre Studiomanager Lew Wasserman zu Universal, der in den nächsten drei Jahrzehnten die Geschicke des Studios lenkte. Mit Steven Spielbergs „Der weiße Hai“ sorgte Wasserman im Jahr 1976 für den ersten Blockbuster der Kinogeschichte. Der Film wurde mit einer riesigen Kampagne in 974 US-Kinos gestartet, damals beispiellos in der Branche. 1983 brach der Universal-Film „E. T.“ alle Rekorde. 1991 kaufte die japanische Firma Matsushita für 6,1 Milliarden Dollar MCA-Universal, der aber nur vier Jahre Besitzer blieb. Der kanadische Spirituosenkonzern Seagram unter der Führung des ehrgeizigen Edgar Bronfman Jr. wurde neuer Eigentümer. Im Juni 2000 überredete schließlich Jean-Marie Messier, Chef des französischen Mischkonzerns Vivendi, Bronfman zu einer Fusion. Der gigantomanische „Wirtschafts-Napoleon“ Messier sah Universal als zentrales Element in der Umwandlung Vivendis von einem Wasserversorger zu einem Entertainment-Konzern. Die Rechnung ging nicht auf. 2002 stand Vivendi vor dem Bankrott, Messier verließ den Konzern und die Universal Studios standen im Zuge eines Sanierungsprogramms wenig später zum Verkauf. NBC schlug zu. Universal Music verblieb allerdings bei Vivendi.

NBC Universal ist in einen der größten Konzerne der Welt eingebettet – General Electric. In den Geschäftsberichten erscheint der Medienriese als eine von elf Geschäftssparten, die Fernseh- und Film-Manager müssen sich in ihren wirtschaftlichen Leistungen folglich mit „Schwesterfirmen“ aus so unterschiedlichen Bereichen wie der Medizintechnik oder der Triebwerkherstellung messen. Durch den direkten Vergleich zu völlig anderen Branchen kann sich NBC Universal die sonst typische Nabelschau der Medienleute nicht leisten. Wichtigster Garant für ein eher bescheidenes, zurückhaltendes Agieren in der Branche der Eitelkeiten ist Langzeitchef Bob Wright. Der Finanzfachmann steht seit zwanzig Jahren an der Spitze von NBC. Keiner seiner Branchenkollegen kann auf eine ähnlich lange Amtszeit zurückblicken.

Die Öffentlichkeitsarbeit überlässt Wright in der Regel seinem Programmchef Jeffrey Zucker. Der 1965 geborene Glatzkopf Zucker hält sich meist im sonnigen Kalifornien auf. Dort umgarnt er Stars und wird zunehmend selbst umgarnt. Der einstige Nachrichtenmann und Harvard-Absolvent ist längst zu einem kleinen Medienstar geworden, in Kirstie Alleys TV-Serie „Fat Actress“ spielte Zucker sich selbst.

Noch glamouröser ist die Welt des Ron Meyer. Seit 1995 leitet der in Malibu lebende Manager die Universal Studios. Er hat Chefs kommen und gehen sehen, Japaner, Kanadier, Franzosen und sie alle im Amt überlebt. Das hat ihm eine Aura der Gelassenheit verliehen. Durch die Fusion mit NBC ist es Meyer zwar wieder einmal verwehrt geblieben, selbst die Nummer eins im Management zu werden. Der ehemalige Gründer und Leiter einer Schauspieleragentur dürfte gleichwohl erleichtert sein, dass er seine Berichte jetzt nur noch nach New York senden muss statt wie zuvor zudem noch in die Zentrale Vivendis nach Paris.

Management

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General Electric gab Anfang 2007 den neuen Präsidenten und CEO für NBC Universal bekannt: Jeff Zucker. Er löste im Februar 2007 Bob Wright (63) ab, der weiter als Vice Chairman von General Electric tätig bleibt. Jeff Zucker (41) hat vor mehr als 20 Jahren im Sportbereich von NBC seine Unternehmenslaufbahn begonnen und war seit 2005 Präsident der NBC Universal Television Group.
Beth Comstock sitzt seit Februar 2007 NBC Universal Integrated Media vor und Jeff Gaspin der Sparte NBC Universal Cable and Digital Content. NBC Entertainment wird von den CO-Vorsitzenden Ben Silverman und Marc Graboff geleitet, die im Mai 2007 Kevin Reilly ersetzten. Als Kommunikationschefin warb man 2004 Anna Perez ab, die bis dahin im Weißen Haus das National Security Council leitete.

Geschäftsfelder

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Zu den Geschäftsfeldern von NBC Universal zählen zwei große Fernsehketten in den USA sowie Produktionsfirmen für Fernsehunterhaltung, Kinofilme, Nachrichten, Sport und Informationen. Drei große Themenparks in Hollywood, Orlando und in Osaka gehören dem Konzern. NBC betreibt ferner einen eigenen Online-Shop, der neben DVDs Merchandisingprodukte zu den großen Fernseh-, Film und Sportevents verkauft. NBC Universal Global Networks unterhält insgesamt 11 Sender in Europa und Lateinamerika. Diese Sender laufen unter vier getrennten Sendermarken: SCI FI (science fiction), 13th Street (action and suspense), Studio Universal (24-hour movies), und Universal Channel (crime and investigation). Der jüngste Kabelsender ist “Chiller”, im letzten Jahr gestartet. Er ist auf Fans für Grusel- und Horrorfilme spezialisiert – ein Genre, in dem es außer der video-on-demand Plattform FearNet praktisch keine Konkurrenz gibt. 

In Deutschland hat NBC seinen einzigen frei empfangbaren NBC-Sender außerhalb der USA verkauft: „Das Vierte“ ging an das Unternehmen Mini Movie International Channel des russischen Medienunternehmers Dmitri Lesnevsky. NBC besitzt Anteile an verschiedenen Sendern, etwa am Sundance Channel, HBO (Asien), HBO (China), Showtime und TV1 (Australien/Neuseeland), LAPTV (Lateinamerika), The History Channel (Deutschland, Österreich, und Schweiz), und Telecine (Brasilien). NBC erreicht nach eigenen Angaben mehr als 70 Millionen Haushalte in 40 verschiedenen Ländern. Seit zwei Jahren setzt das Unternehmen auf eine offensive digitale Strategie und gehört zu den Pionieren des IPTV.

Fernsehnetzwerk/TV-Produktion und -Distribution:
Die sogenannte Pilot Season, bei der neue Stoffe auf ihre Massentauglichkeit getestet werden, sagte NBC 2008 wegen des Drehbuchstreiks komplett ab. Zucker kündigte an, NBC werde durch den Streik viel Geld verlieren und auf Pilotfilme bis auf sehr wenige, vielversprechende Projekte ganz verzichten. Auf diese Weise würden 50 Millionen Dollar eingespart. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Zucker den Streik sogar begrüßte, um eine ohnehin geplante Kursänderung einzuleiten. Denn der Streik bemäntelt nur die Tatsache, dass zahlreiche NBC Formate in den vergangenen Jahren enttäuschten. Sieben Millionen Dollar für einen einstündigen Piloten, so Zucker, seien einfach zu viel, wenn sich danach keine erfolgreiche Serie aus dem Stoff entwickeln lasse. 
Die Serie „Quarterlife“, eine als MySpace-Drama angekündigte Serie, wurde nach dem Piloten direkt abgesetzt und hält damit den Rekord für die schnellste Absetzung der Jahre 2006/2007. Nicht einmal vier Millionen Zuschauer wollten den Piloten sehen. Der Mißerfolg gilt als Beweis dafür, dass Fernsehzuschauer und Internetnutzer doch noch sehr unterschiedlich sind. Die Serie lief zunächst als „Webisode“ auf Myspace und galt dort als Erfolg. Zwar hatte sie auch dort nicht mehr als 150.000 Zugriffe pro Folge, war aber Ausgangspunkt einer Netzgemeinde „angehender Künstler“. Die Verantwortlichen hoffen nun auf eine neue Comedyserie mit Justin Timberlake. Das Format ist eine Adaption der peruanischen Erfolgsserie „Mi Problema con las Mujere". Es geht um einen Junggesellen, der Mitte 30 ist, und sich in eine Therapie begibt, weil er keine langfristigen Beziehungen mit Frauen eingehen kann. Ein durchschlagender Erfolg wäre nötig, denn insgesamt liegt das Network in den USA mit einem Marktanteil von knapp 8 Prozent (nach 8,7 Prozent im Vorjahr) nur auf Rang vier.

NBC betreibt zwei voneinander getrennte Fernsehnetzwerke: „NBC Universal Television“ und „Telemundo“. Das erste besteht aus 14 TV-Sendern, Telemundo aus 16. Hinzu kommt der von beiden Netzwerken unabhängige spanische US-Sender KWHY in Los Angeles. Die Sender von Telemundo zielen auf den hohen Anteil spanisch sprechender Zuschauer in den USA. Dieses Segment weist seit Jahren die größten Wachstumsraten in den USA auf. NBC plant, das Programmangebot in den nächsten Jahren auszuweiten, um die gestiegene Nachfrage nach Pay-TV-Kanälen nachzukommen. Im Oktober 2007 kaufte NBC den US-Kabelfernsehanbieter Oxygen Media für 925 Millionen US-Dollar, nachdem schon im August 350 Millionen $ in die internationalen Hallmark-Programme des Kabelnetzanbieters Sparrowhawk investiert worden waren. Die Einnahmen aus dem Vertrieb internationaler Fernsehproduktionen verdoppelte sich mit diesem Kauf von 200 auf 400 Millionen $. Die 55,5 Millionen USD, die NBC für Carnival ausgab, eine der ältesten Produktionsfirma Großbritanniens, nehmen sich dagegen fast gering aus.  

Zu den weltweit bekannten Produktionen der NBC Universal Television Studios gehören die Serien „Emergency Room“, „Heroes“, „Law and Order“, die Comedyserie „The Office“ die Spielshow „Deal or No Deal“ oder die Talk-Show „Jay Leno“. Die Angebote zur Primetime sind allerdings in die Jahre gekommen. Die Einschaltquoten brachen 2005 teilweise um bis zu 20 Prozent ein und haben seither nicht zu alter Stärke zurückgefunden. Man überlegt ob dieser anhaltenden Schwäche nun erstmalig, ganze Primetimeblöcke von zwei oder drei Stunden von aushäusigen Produzenten zu kaufen. Allein auf dem Nachrichtensektor bleibt NBC ungeschlagen. Dort steht NBC fast immer an erster Stelle der Quotenrankings, wenngleich der Abstand zur Konkurrenz kleiner wird. Der 24-Stunden-Nachrichtenkanal MSNBC, ursprünglich ein Jointventure von NBC und Microsoft, hat sich mittlerweile fest etabliert. Bei Microsoft bewertet man den Rückzug im Jahr 2005 inzwischen als Fehler. Vor allem bei der werberelevanten Zielgruppe der 25- bis 54-Jährigen steigerte MSNBC seinen Anteil kontinuierlich.

Vielleicht muss Microsoft den Fehler aber nicht lange bedauern. Die Website MSNBC betreiben Micorosoft und NBC trotz der Trennung im Fernsehgeschäft gemeinsam weiter. Sie gehört Microsoft und NBC zu je 50 Prozent. Die Website ermöglicht Microsoft den erneuten Einstieg ins Fernsehgeschäft, sobald Fernsehen und Internet noch enger zusammenrücken. Die Website ist dieser Tage ein Erfolgsgarant. Nielsen Research listet MSNBC.com als bestbesuchte unter den Nachrichtenkanalpräsenzen. Demnach deckt MSNBC.com ein Drittel des gesamten Traffics der Kategorie Nachrichten ab. Im Oktober 2007 kaufe MSNBC die Social-News-Website Newsvine.com, die erste Akquisition seit Gründung des Ventures. Newsvine bietet seinen Leser die Möglichkeit, Nachrichten zu verlinken, zusammenzufassen und zu kommentieren.

In den USA übernahm NBC den Weather Channel, der seinen Sitz in Atlanta hat. Wenn es noch eines Beweises bedürfte, wieviel Geld mit Spartenkanälen zu verdienen ist, würde er sich hier führen lassen. Der Channel mit der zugehörigen Website, auf der sich das Wetter für jede beliebige Region in den USA abrufen läßt, und der den Zuschauern Tipps zum Schutz der Haustiere und zum Wiederaufbau eines vom Hurrikan beschädigten Hauses liefert, kostete 3,5 Milliarden USD.
  

IPTV:
Seit November 2006 überträgt NBC Universal als letzter US-amerikanischer TV-Riese seine TV-Produktionen via Internet. NBC direct bietet US-Nutzern die Möglichkeit, ihre Lieblingsserien auf dem Computer anzusehen. Auf NBC.com werden alle Inhalte kostenfrei, allerdings mit Werbeunterbrechungen angeboten. Bei NBCfirstlook.com sind neue Folgen von Serien zu sehen, bevor sie ins Fernsehen kommen. Man hofft, auf diesem Weg verlorenes jüngeres Publikum wiederzugewinnen. Alle IPTV-Aktivitäten werden bei der Einheit NBBC gebündelt. NBBC hat auf alle Programme der regionalen und landesweiten Stationen Zugriff. Die Online-Strategie beinhaltet aber auch, die eigenen Programme über Drittanbieter zu vertreiben.

Die Zusammenarbeit mit Yahoo wurde intensiviert. NBC wurde mehrfach als weißer Ritter genannt, der die Übername von Yahoo durch Microsoft doch noch verhindern könnte. Geändert hat sich hingegen das Verhältnis zu YouTube, seit der Internetgigant Google die Plattform gekauft hat. NBC hatte YouTube lange großzügig mit Material versorgt oder zumindest keine Bedenken geäußert, wenn Programme des Unternehmens auf der Videoplattform zu sehen waren. Als Google einstieg, prozessierten mehrere Unternehmen mit YouTube wegen Urheberrechtsverletzungen, darunter NBC. Die Zusammenarbeit wurde erheblich eingeschränkt. NBC verlangte plötzlich Lizenzgebühren. Damit reagiert das Unternehmen auch auf Vorbehalte der Werbeindustrie, die YouTube wegen der sehr unterschiedlichen Qualität der Beiträge nicht für ein geeignetes Werbeumfeld hält. Der Angriff gegen YouTube bedeutete übrigens nicht, dass NBC nicht bereit wäre, mit Google zusammen zu arbeiten. Im Gegenteil: Im September 2008 meldete beide Unternehmen, Google werde künftig die Werbeplätze für die Gruppe NBC Universal über seine Plattform TV Ads versteigern. Google verschaffte sich dadurch einen Eintritt ins Fernsehgeschäft, NBC gewinnt Werbekunden, die bisher nicht auf das Fernsehen gesetzt haben.  

Ganz anders verhält es sich mit Apples iTunes. Die Partner gingen erst im Streit auseinander, weil NBC mit den Einheitspreisen auf der Plattform nicht einverstanden war. Mitte 2007 stieg NBC aus, verkaufte seine Serien stattdessen bei Amazon und gründete mit der Fox-Sendergruppe von News Corp. eine eigene Online-Video-Plattform, die mit Apple und vor allem mit YouTube konkurrieren sollte: hulu.com. Die Seite wächst rasant und verzeichnete im Februar 2009 immerhin 34 Millionen Nutzer im Monat. Dennoch sind sind die Produkte des Networks auf i-tunes mittlerweile wieder zu beziehen. Es erwies sich als Fehler, im Internetzeitalter einen erfolgreichen Vertriebsweg leichtfertig aufzugeben. Seit die Kooperation wieder läuft, hat NBC mehr als 1 Million Videos bei i-tunes verkauft. Solange beide Unternehmen profitieren, wird man folglich über die kühle Geschäftsbeziehung hinwegsehen. Die Zusammenarbeit mit der Multimediaplattform Boxee wurde hingegen ohne Angabe von Gründen eingestellt. Das Unternehmen hält die Marke mittlerweile vermutlich für zu stark, um auf einer konzernfremden Plattform zu laufen. 

Die Medienkonzerne der USA wollen selbst von den Werbeeinnahmen profitieren, die mit Produktionen aus den Häusern generiert werden können. Die Seite hulu.com ist werbefinanziert und für den Nutzer kostenlos. Offenbar war es ein guter Zug, den langjährigen Amazon-Manager Jason Kilar, der dort zuletzt das Videoverleihgeschäft eingeführt hatte, an die Spitze von hulu zu setzen. Mitfinanziert wird das Projekt durch die Equity Firma Providence, die 100 Millionen US-Dollar bereitstellte. Anfänglich sah es so aus, als ob auch die US-Zuschauer den Formaten nicht beliebig folgen, das Projekt fand zunächst nicht die gewünschte Zustimmung. Das änderte sich durch die Olympischen Spiele, die für hulu.com einen großen Schritt nach vorn bedeuteten. Sportrechte scheinen nach wie vor der verlässlichste Motor für ein neues Medienprodukt zu sein. Schon jetzt spielt hulu nach Ansicht von Experten 80 Prozent seiner Kosten über Werbung ein, was gemessen am Alter des Unternehmens sicher als Erfolg zu werten ist. Den Konkurrenten YouTube hat hulu jedenfalls mit einem geschätzten Gewinn von 12 Millionen USD überholt - keine gewaltige Summe für einen Riesen wie NBC, aber der Triumph über Google dürfte auch eine Art Währung sein. Zwar hat YouTube etwa zehn mal so viele Nutzer wie hulu, aber den Werbekunden scheint gerade die Masse der YouTube-Nutzer zu dispers.

Zudem hat NBC den großen Vorteil, Rechte an Inhalten zu besitzen, die YouTube erst kaufen muss. Google zahlt für YouTube hohe Summen an die Rechteinhaber von Musik, Text und Bild und kann diese Summen trotz hoher Nutzerzahlen nicht wieder einspielen. Waren auf hulu in den ersten Monaten noch ausschließlich Formate zu sehen, an denen NBC oder News Corp. die Rechte hielten, kann der Zuschauer jetzt zunehmen auch Programme anderer Majors sehen. Das Konzept eines neuen Film- und Videoportals scheint aufzugehen und wenn man bedenkt, dass NBC neben hulu auch an sling.com beteiligt ist - einem ganz ähnlichen Portal, das von mehreren Majors zusammen betrieben wird und am 25. November 2008 erfolgreich freigeschaltet wurde - dann kommt man zwangsläufig zu dem Eindruck, NBC sei im Netz besser aufgestellt als die meisten Konkurrenten.

Eine enge Kooperation bahnt sich an mit AOL, Yahoo!, MSN und MySpace. Dort sind die NBC-Serien „Studio 60 on the Sunset Strip“ und Twenty Good Years“ als Vorschau zu sehen, wobei das Internet-Unternehmen AOL plant, selbst TV-Programme anzubieten. Es ist kein Zufall, dass mit Randy Falco ein NBC-Vorstand zu AOL wechselte und dort die Nachfolge von Jonathan Miller antrat. Für Nutzer außerhalb der USA steht das Angebot zunächst ebenso wenig zur Verfügung wie hulu oder sling. In den USA sehen Fachleute in der Ankündigung auch einen Angriff auf das Kabelfernsehen, mit dem in den USA riesige Summen zu verdienen sind. Das Breitbandfernsehen bekommt jedenfalls einen neuen Schub. Durch eine Kooperation mit AOL, MSN, MySpace und Yahoo wird die Plattform 96 Prozent aller Internetsurfer in den USA erreichen. Und wer weder fernsieht noch im Internet ? Der kann die Serien auf der Sony-Playstation ansehen. Seit Mitte März 2009 können Spieler Serien und Filme von NBC kaufen oder mieten.

Noch eine andere Allianz hat für Aufsehen gesorgt und gezeigt, dass NBC keinerlei Berührungsängste hat und mit allen großen Konzernen auf diese oder jene Weise zusammenarbeitet. Mit dem ehemaligen Telephon-Monopolisten AT&T, mit Ciso, Viacom und Microsoft präsentierte sich im Herbst 2008 eine Gruppe in der Öffentlichkeit, die nach eigenen Angaben gegen Spam, Viren, Musikpiraterie und Pornographie im Netz vorgehen will. Die Liste der Mitglieder ist beeindruckend. Wenn es diesen Unternehmen nicht gelingt, fragt man sich, wem dann?

Film:
Zu Beginn des Jahres 2008 unterzeichnete Universal Pictures ein Abkommen mit der Private Equity Gruppe Relativity Media, die bis 2011 75 Prozent der Studiofilme finanzieren wird. Der Deal war 1 Milliarde $ wert. Die Studios dürfen zwei Filme pro Jahr von der Partnerschaft ausnehmen, die Investoren ihrerseits die Finanzierung von drei Filmen ablehnen. Dabei haben die Studios die Mittel nicht unbedingt nötig. Das Jahr 2007 war ein Rekordjahr, mit dem besten Ergebnis in der hundertjährigen Studiogeschichte. Weltweit stiegen die Umsätze auf 2.133 Milliarden $, wozu der Heimatmarkt 1.099 Milliarden $ beisteuerte. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von 23 Prozent. Besonders zufrieden war man, weil das Ergebnis nicht auf zwei oder drei “Homeruns” beruhte, sondern auf einem breiten Angebot, was sich wiederum positiv auf das Videogeschäft auswirkte. Dies wuchs im Jahr 2007 nur in den USA auf  beachtliche 2,7 Milliarden $.
Die fünf erfolgreichsten Filme waren "Knocked Up", "Evan Almighty", "I Now Pronounce You Chuck & Larry", "The Bourne Ultimatum" und "American Gangster". "The Bourne Ultimatum" brachte den Studios 227.5 Millionen $ ein. Auf der Produktionsseite hält sich das Management für gut aufgestellt. Ausgezeichnete Beziehungen unterhalten die Studios etwa zu Imagine Entertainment (Brian Grazer, Ron Howard), Tribeca Films (Robert De Niro, Jane Rosenthal), Playtone Company (Tom Hanks, Gary Goetzman) oder Type A Films (Reese Witherspoon).

Universal Pictures International, offiziel erst 2007 als unabhängiger Vertreibszweig gegründet und von Marc Shmuger and Co-chairman David Linde geführt, hätte nicht besser starten können und wird in den nächsten Jahren Schwierigkeiten haben, diesen Erfolg zu wiederholen. Seit Februar 2007 verkauft Universal aktuelle und Katalogfilme ebenso wie seine konkurrierenden Produzenten Fox, Disney, Lionsgate, MGM, Paramount, Sony Pictures und Warner Bros. via Walmart. Auf der Homepage des US-Supermarktkonzerns können unter der Kategorie Mediadownload Filme zu Preisen zwischen 7,50 und 19,88 US-Dollar erworben werden. Walmart vertreibt auf seiner Homepage zudem die Sendungen und Serienpakete der zu den entsprechenden Konzernen gehörenden TV-Sender.
Online-Dienste: Die Annäherung von klassischem TV und digitalen Formaten bietet NBC vielfältige Möglichkeiten. Eine ganze Reihe von NBC-Sendungen kann über iTunes heruntergeladen werden. Diese podcast-Hits wirken wiederum zurück auf die TV-Quoten. Nachdem beispielsweise die Serie „The Office“ tausende iTunes-Nutzer begeisterte, stiegen die TV-Zuschauerzahlen um Millionen. Erfolge wie dieser waren ausschlaggebend dafür, das Management im Digitalsegment breiter aufzustellen. Beth Comstock wechselte 2005 vom Mutterkonzern GE zurück zu NBC Universal. Sie soll nun als President Digital Media and Market Development den Einsatz digitaler Medien voranbringen.
Zufrieden ist NBC mit dem eigenen Internet-Portal. Von den Zuschauern, die eine Folge ihrer Lieblingsserie versäumt haben, gehen angeblich 78 Prozent auf das Portal, um das Verpasste nachzuholen. Dort bietet NBC seit Oktober die Einheit „NBC Rewind“ an, die einen Videorekorder überflüssig macht. Jeff Gaspin, Präsident von NBC Universal Entertainment, digital Content and Cross Network Strategy hat angekündigt, die Plattform weiter auszubauen. 
Online-Community: Der Erwerb von iVillage, einer Online-Community für Frauen, könnte sich als nützlich erweisen, da die Mitglieder der NBC-eigenen Online-Community zu Helden einer neuen TV-Serie werden sollen. Für 14 Millionen Nutzerinnen wurden mit 600 Millionen US-Dollar allerdings ein stolzer Preis bezahlt. 

Games (Sport): Die Website NBCSports bietet alles, was der interessierte Amerikaner suchen könnte: Ergebnisse, News und Spielberichte aus den Ligen aller populären Sportarten - immer natürlich mit einem Verweis auf die Berichterstattung der Fernsehsender und den Möglichkeiten, sich die Inhalte aufs Mobiltelefon herunterzuladen. Neben den Olympischen Spielen (bis 2012) überträgt NBC in den USA seit dem letzten Jahr die National Football League, die PGA Tour der Golfer und Wimbledon.

Die Olympiade im Sommer 2008 nahm das Unternehmen zum Anlass, das bisher größte Live-Streaming-Projekt zu starten, das die Welt gesehen hat. 6600 Programmstunden wurden on demand angeboten, das – nach Firmenangaben – ambitionierteste Medienprojekt“ aller Zeiten. Hierfür wurde ein eigener Media-Player entwickelt, der Raubkopien verhindert und den zeitlich beschränkten Download von HD-Inhalten ermöglicht. Der Erwerb der Sportrecht hat sich deshalb nicht nur finanziell ausgezahlt. 4,7 Milliarden Menschen haben die Berichterstattung verfolgt und den Namen NBC weltweit bekannt gemacht. Im Internet verzeichneten die Seiten täglich 10 Mllionen Hits. Dabei gilt es als großer technischer Erfolg, dass es dem Konzern gelang, Raubkopien und parasiätre Seiten fast ganz von der Berichterstattung auszuschließen. Nach Firmenangaben sahen 99 Prozent der Zuschauer in den USA die Olympischen Spiele in einem Angebot des Networks oder bei einem Lizenzpartner. Die Rechte kosteten inklusive der Übertragung etwa 1 Milliarde Dollar, die mit einem Gewinn von etwa 100 Millionen USD wieder eingespielt wurden.

Themenparks: Die Universal Parks & Resorts soll helfen, zwischen dem Unternehmen und den Gästen eine „emotionales Verhältnis” aufzubauen und die Marke stärker im Bewusstsein des Publikums zu verankern. Die Parks in Hollywood, Orlando und in Osaka ziehen jedes Jahr Millionen Gäste an. „Die Mumie“ und „Shrek“ gehören längst zu beliebten Figuren der Parks. Mit „Fear Factor Live“ wird dieses Jahr an beiden Küsten Amerikas zum ersten Mal eine Reality-Fernsehserie zur Jahrmarktattraktion. Als Publikumsmagnet erweisen sich auch die Filmstudios. Für Europäer gibt es die Möglichkeit, in Barcelona ein Universal Studio zu besuchen. 2010 soll nun in Dubai ein Themenpark für 2,2 Milliarden USD entstehen.

Engagement in Deutschland

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Das Vordringen in digitale Bereiche kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wachstumschancen auf dem amerikanischen Markt begrenzt sind und man sich seit längerer Zeit darüber Gedanken macht, wie der verhältnismäßig kleine Anteil von 15 Prozent ausgebaut werden könnte, den die europäischen Geschäfte zum Gesamtgewinn beitragen. Mit Das Vierte schien der Weg vorgezeichnet. Es war zunächst auch nicht erstaunlich, dass NBC mit Pro7Sat1 in Verbindung gebracht wurde. Ende Mai 2006 ließ NBC Universal jedoch verlautbaren, dass an der deutschen Mediengruppe kein Interesse mehr bestehe und ein Jahr später sah es plötzlich so aus, als würde sich der US-Konzern ganz vom deutschen Markt zurückziehen. Wie vordem Rupert Mordoch, hatte man sich ein falsches Bild von der deutschen Publikumslandschaft gemacht und die Resistenzen der hiesigen Medien- und Werbewirtschaft unterschätzt. Murdoch ist gleichwohl im letzten Jahr wieder zurückgekehrt, was die Geschäftsaktivitäten von NBC sogleich in Bewegung brachte.

Kurz nach dem Einstieg des Australiers, im Januar 2008, kaufte Premiere den NBC-Sender GIGA, der auf Gaming, Digital Lifestyle und eSports spezialisiert ist und mehrfach ausgezeichnet wurde. Der Verkaufspreis soll im unteren einstelligen Millionenbereich gelegen haben. Giga war erst seit dem 17. Oktober 2006 wieder ins digitale Free-TV Paket von Kabel Deutschland aufgenommen worden und erreichte über die Verbreitungswege Kabel und Satellit mehr als sieben Millionen digitale Fernseh-Haushalte in Deutschland. Darüber hinaus kann GIGA als Live-Stream über das Internet empfangen werden und ist Teil der IPTV-Pakete von T-Online und HanseNet. Eingefädelt wurde der Kauf vom ehemaligem NBC-Deutschlandchef Wolfram Winter, der GIGA seinerzeit mit aufbaute und durch ihn jüngere Zielgruppen gewinnen wollte.

Deutsche Zuschauer kennen das Unternehmen mit dem bunten Pfauenradlogo vor allem durch die frei empfangbaren Sender Das Vierte sowie die Pay-TV-Kanäle 13th Street, Sci Fi und Studio Universal. Das Internet-Portal Maxdome, das zu ProSiebenSat1 gehört, zeigt kostenpflichtig Folgen von „Lost“ und „Desperate Housewives“. Maxdome gehört neben T-Com, Arcor und Allice auch zu den iptv-Anbietern, über die der History Channel und der Biographie Channel zu empfangen sind. Der History Channel zeigt historische Dokumentationen, die sich weniger an ein Experten- als ein breites Publikum richten. Der Biography Channel, ebenso wie der History-Channel ein Joint Venture mit A&E Television Network, zeigt Portraits international bekannter Persönlichkeiten in deutscher Sprache. Beide Channels sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz über Kabel, Satellit und IPTV in verschiedenen Paketen ab 2,95 €/Monat buchbar. Außerdem sind einzelne Dokumentationen als Video on Demand und sogar im Kino zu sehen.

Die Landesmedienanstalt Niedersachsen hat in der ersten Dezemberwoche 2006 der NBC-Tochter History Channel neben einer Lizenz für den Biographie Channel noch eine weitere erteilt. Ob das Crime and Investigation Network (CIN), das in Großbritannien bereits erfolgreich läuft, aber jemals bei uns gezeigt wird, ist ungewiß. CIN zeigt Dokumentationen aus dem Umfeld von Polizei und Ermittlungsbehörden und berät Zuschauer in Fragen zur Prävention vor Verbrechen. Das Thema dürfte bei deutschen Zuschauern eigentlich auf reges Interesse stoßen. Das Problem ist nur: Wie bekommt man den programmfixierten deutschen Zuschauer in die Spartenkanäle? Das Zutrauen ist da, die Verträge mit Premiere wurden langfristig verlängert. Das Vierte hingegen wechselte im Juni 2008 den Besitzer. Dass Hubert Burda bei einem Preis von zwischen zehn und dreizehn Millionen Euro die Acquise ablehnte, jedoch Bibel-TV offiziell Interesse bekundete, ist eine eigene Geschichte. Wieviel der 38-jährige russische Medienunternehmer Dmitri Lesnevsky für den Sender am Ende bezahlt hat, wurde nicht gemeldet - Schätzungen gehen von 13 Millionen € aus.  

Die Namensänderung von NBC zu „NBC-Universal Global Networks Deutschland“ hat dazu geführt, dass die in Deutschland lizenzierten Programme einer neuen Zulassung bedurften. Geplant ist es, Studio Universal, derzeit nur als Programmfenster bei Premiere zu sehen, wieder als eigenes Programm zu starten. Von frei empfangbaren Programmen hat sich NBC mit dem Verkauf von Das Vierte ganz verabschiedet. Das Unternehmen konzentriert sich in absehbarer Zukunft auf die Expansion der Bezahlfernsehsender. Im Februar 2009 meldete die Deutschland-Chefin, Katharina Behrends, dass NBC einen  Frauensender nach dem Vorbild des britischen Bezahlsenders „Diva“ gründen werde, was ein Konzernsprecher jedoch auf Nachfrage nicht bestätigten wollte.

Anschaubar sind aus Deutschland derzeit aktuelle NBC-Produktionen wie "30 Rock", "Emergency Room", "Knight Rider" und "The Office", die Late-Night-Shows von Conan O'Brien und Jay Leno auf dem Online-Portal hulu. Insgesamt 15 NBC-Sendungen lassen sich aufrufen - allerdings nur die aktuellsten Episoden. Programe von Fox und Comedy Central, sowie sämtliches Archivmaterial bleibt außerhalb der USA gesperrt. Es ist aber wahrscheinlich, dass NBC den Web-Player in Deutschland bald freischalten wird. Deutschlandchefin Katharina Behrends sieht die Zukunft von NBC als Pay-TV Anbieter mit großer Zuversicht. Es gibt einen Qualitätsverlust im Free-TV, der uns in die Hände spielt, so Behrends: Weniger Werbeeinnahmen bedeuten immer mehr Wiederholungen und billig gemachtes Schlicht-Programm. Für Pay-TV sei diese Entwicklung äußerst positiv. 

Aktuelle Entwicklungen

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Am 3. Dezember 2009 wurde bekannt, dass General Electric seine Mediensparte an den Kabelriesen Comcast verkauft. Es gab seit Jahren das Gerücht, GE wolle NBC-Universal abstoßen. Synergien gab es so gut wie keine und die Medien-Sparte offenbarte schon vor der Wirtschaftskrise Jahren Schwächen. Teils sind sie hausgemacht, teils aber auf den tiefgreifenden Strukturwandel zurück zu führen, der die Medienbranche weltweit belastet. Der ausgeschiedene CEO Bob Wright war zuversichtlich, den Umsatz innerhalb von drei Jahren zu verfünffachen. Dafür sollten aber zunächst 750 Millionen USD eingespart werden. Die Senderkette wurde umstrukturiert und strich weltweit 700 Arbeitsplätze. Es folgten drastische Einsparungen beim Programm. In der Hauptsendezeit zwischen 20 und 21 Uhr sind nun keine Drama- und Comedyserien mehr zu sehen, sondern Spielshows und Realityformate, deren Produktionskosten nur halb so hoch sind. Ein drastischer Schritt war, die Primetime um anderthalb Stunden zu verkürzen, indem die tägliche Talksendung von Jay Leno auf 22 Uhr vorverlegt wurde. NBC hatte für den späteren Abend kein erfolgreiches Programm mehr in der Hinterhand. Die finanzielle Dividende der "Programmrevolution", wie Jeff Zucker die Reform nennt, wird stimmen, doch den Zuschauerflow lenkt der Sender damit zu den Konkurrenten.

Die Konzernmutter GE ist für vorsichtiges Wirtschaften bekannt. Zwar könnte sich das zeitweilig größte Unternehmen der Welt ein vielseitiges Investitionsprogramm immer noch leisten. GE hat das Medienunternehmen aber eigentlich gekauft, um am Gewinn zu partizipieren und nicht, um zu investieren. GE verhielt sich gegenüber NBC wie ein Finanzinvestor. Um dem Ziel der Mutter zu entsprechen, setzte NBC neben dem traditionellen Fernsehgeschäft auf die neuen digitalen Medien. NBC beteiligt sich in jüngerer Zeit vorwiegend dort, wo das Unternehmen gewinnbringende Kanäle für seine Inhalte vermutet. Dazu zählen der Vertrag mit P2P und die Investitionen in die Slingbox. Erstere vertreiben Filme von Peer to Peer, ähnlich dem iTunes-Prinzip. Begleitend, setzte NBC auf einen besseren Schutz der Urheberrechte im Internet und einigte sich mit US-Medienkonzernen wie Disney, CBS und Viacom, Microsoft und MySpace auf eine Filtertechnik, die urheberrechtlich geschützte Videos, Filme oder Musik im Internet findet und meldet. Die Medienunternehmen verpflichten sich, diese Filter einzusetzen und im Gegenzug auf Klagen zu verzichten. Die beteiligten Firmen speichern zudem relevante Daten von Nutzern, auf deren Seiten sich illegale Inhalte finden, für sechzig Tage. Die Copyright-Inhaber erhalten Zugriff auf diese Daten. Die Initiative konkurriert mit einem ähnlichen Filter, den Google anbietet. Der Unterschied zu Google ist jedoch, dass die illegalen Inhalte schon beim Hochladen gefunden werden. 

Der Deal mit Comcast enthebt NBC nun von allen kleinteiligen Versuchen, neue Vertriebswege zu finden und die Wertschöfpungskette zu verlängern. Der Lizenzvertrag mit dem US-Empfangsgerätehersteller Aeon, der es erlaubte, NBC-Spielfilme direkt aus dem Internet über eine Set-Top-Box anzuschauen oder mit der National Rural Telecommunications Cooperative, sind nun überflüssig und werden Comcast eher stören als erfreuen. Comcast selbst verfügt über 24 Millionen Abonnenten und ist damit der größte Fernsehzulieferer in den USA. Etwa 7 Millionen Kunden telefonieren auch über das Kabelnetz. 

NBC hatte vor dem Kauf „Cross Plattform Deals“ entwickelt, um Werbung nicht nur über das klassische Fernsehen, sondern auf allen technischen Wegen zu verbreiten. Auf die Plattformen der TV-Sender entfallen schon heute 53 Prozent aller Werbeeinnahmen im Online-TV-Bereich, der freilich bislang weniger als 5 Prozent vom TV-Werbemarkt ausmacht. Ein klassisches TV-Network ist deshalb immer noch weit wertvoller als Anbietern wie youtube, denen es wesentlich schwerer fällt, ein tragfähiges Konzept zu finden. Die Einnahmen aus Werbung im Digitalbereich seien um bis zu 75 Prozent gestiegen, heißt es bei NBC. An der Abspielplattform hulu, die zur Zeit von NBC und News Corp betrieben wird, ist nun auch Disney mit 30 Prozent beteiligt. hulu konnte seine Werbeeinnahmen im lezten Jahr verdoppeln und ist bei den Werbekunden offenbar viel beliebter als youtube. Die Werbetreibenden schätzen die 30 Sekunden-Spots auf hulu, weil ihnen dieses System vom traditionellen Fernsehen vertraut ist. NBC denkt aber darüber nach, eine Premiumversion anzubeiten, bei der Zuschauer keine lästige Werbung ertragen müssen.

Die Einnahmen im online-Bereich steigen aber trotz dieser Erfolge nicht schnell genug, um den Einbruch im klassischen TV-Geschäft aufzufangen. Verträge mit Endemol und dem indischen Film-Distributor Saavn bringen amerikanische Kunden jetzt in den Genuss diverser Serien aus England, die zuvor noch nie in den USA zu sehen waren. Gleichzeitig plant hulu, im September mit einer britischen Version am Markt zu sein. Das Managment verhandelt im Moment mit BBC, Channel 4 und ITV. NBC baut in London eine internationale Produktionssparte auf und plant, unabhängige TV-Produktionsfirmen in Europa und Asien aufzukaufen. So soll der Auslandsumsatz des Konzerns von drei auf fünf Milliarden US-Dollar im Jahr 2010 steigen. Die Rückwirkungen auf den US-Markt werden in absehbarer Zeit aber gering bleiben. Hoffnungen wecken eher die Ankündigungen von Jeff Zucker, die Anzahl der Programme in den USA auf 50 zu steigern.

Im nächsten Jahr wird das Programm von NBC durch das Recht, die Olympischen Winterspiele in Vancouver zu übertragen, in zwei Hälften geteilt, da diese zwischen dem 12. und 28 Februar das komplette Programm beherrschen. Das bedeutet auch, dass einige der neu bestellten Serien - wie bereits im letzten Jahr - eigentlich nicht für eine Verlängerung  über die ursprüngliche Order von 13 Episoden vorgesehen sind. Dies betrifft vor allem die neuen Serien „Trauma“, „Parenthood“ und „Day One“, aber auch „Chuck“. Insgesamt hat NBC elf Serien abgesetzt, während es nur sechs neue geben wird. Ein großer Teil der finanziellen Möglichkeiten sind durch Olympia gebunden und in der Krise setzt der Sender - um Produktionskosten einzusparen - eher auf Spiel-Show und Talk. Es gibt keine wirkliche Neuerung und ein Sommerhit ist nicht zu erwarten.

Comcast übernimmt also ein Unternehmen, dass inhaltliche Schwierigkeiten hat und zuletzt in der Gunst des Publikums auf den letzten Platz der Networks zurückgefallen ist. GE behält zunächst 49 Prozent der Anteile. Vivendi ist hingegen ausgeschieden. Das französische Unternehmen hat dafür angeblich 5,8 Milliarden Dollar kassiert. Es wird erwartet, dass Comcast NBC ganz übernimmt, sobald Vorbehalte der US-Medienaufsicht und des Kartellamtes geklärt sind. An GE hat Comcast 30 Milliarden Doller überwiesen. Analysten bewerten den Deal mit gemischten Gefühlen. Denn Fusionen dieser Größe haben selten zu guten Ergebnissen geführt. Hat nicht Time Warner soeben seine Kabelsparte AOL abgestoßen? Zu früh, wie manche meinen. Denn die gemeinsamen Interessen von Infrastruktur und Inhalten sind einfach zu offensichtlich, um den Zusammenhang zu ignorieren. Immerhin verfügt NBC-Universal über Rechte an 4000 Filmen und 55 000 Episoden von TV-Serien. Überleben wird, wer die Inhalte hat. Ohne Inhalte zu wachsen - das ist im umkämpften amerikanischen Markt schwierig. Ob Netz, Telefonleitung oder Satellit: Die Infrastruktur ist austauschbar, die Inhalte nicht.

Links

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Informationen des Unternehmens:

- Überblick - „This is NBC Universal“
- Pressemitteilungen von NBC Universal/GE
- Finanzinformationen  

Presseberichterstattung:

- Spiegel Online: GE und Comcast schätzen NBC Universal auf 30 Milliarden (09.11.2009)
- Spiegel Online: Mediengigant NBC Universal – Gerupfter Pfau zu verkaufen (02.11.2009)
- FTD: Investoren rechnen mit Verkauf von NBC (01.10.2009)
- W&V: Dmitri Lesnevski kauft Das Vierte (05.06.2008)
- DWDL: Ben Silverman will mit NBC das US-Fernsehen revolutionieren (08.05.2008)

News

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