26. The McGraw-Hill Comp. Inc.

Umsatz 2008: $ 6,355 Mrd. (€ 4,321 Mrd.)

Basisdaten

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Hauptsitz: 1221 Ave. of the Americas New York, NY 10020-1095
Tel: 001 (212) 904-2000
Fax: 001 (212) 512 3840
Internet: www.mcgraw-hill.com

Branche: Fachverlage, Finanzdienstleister, TV-Sender, Marketing, Rating-Agenturen
Rechtsform:   Aktiengesellschaft 
Geschäftsjahr: 01.01. - 31.12.
Gründungsjahr: 1888 (1909) 

Tab. I: Ökonomische Basisdaten

2008

2007***

2006

2005

2004

2003

2002

2001

Umsatz (in Mio. US-Dollar)

6.355

6.800

6.225

6.004

5.251

4.890

4.708

4.554

Gewinn (Verlust) nach Steuern (in Mio. US-Dollar)

799,5

1.000

882,2

844,3

755,8

688

577

377

Aktienkurs (in US-Dollar, Jahresende)

22,85

43,80

68,02*

51,63

33,37

27,75**

28,75

33.85

Dividende (in US-Dollar)

0,88

0,82

0,73

2,21

1,20

1,08

1,02

0,98

Beschäftigte

12.649

21.171

20.214

19.000

17.253

16.068

16.505

17.135

 *Aktienkurs vom 29.12.2006
**Aktienkurs vom 31.12.2003
***vorläufig

 

Tab. II: Umsatz nach Segmenten (Beträge in Mio. US-Dollar)

2008

2007

2006

2005

2004

Information and Media Services

1.062

1.000

984,5

931,1

799,7

Financial Services

2.654

3.000

2.746

2.401

2.055

Education

2.639

2.700

2.524

2.672

2.936

 

 

Tab. III: Operating Profit nach Segmenten (Beträge in Mio. US-Dollar)

2007

2006

2005

2004

Information and Media Services

63,5

49,9

61

119

Financial Services

1.400

1.202

1.019

839

Education

400

329

410

340

 Börsenkapitalisierung (Juni 2005, Mrd. €): 13,716

Geschäftsführung

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Geschäftsführung / Vorstand:  

  • Harold McGraw III, Chairman, President und CEO
  • Robert J. Bahash, EVP, CFO
  • Bruce D. Marcus, EVP, CIO
  • David L. Murphy, EVP, Human Resources
  • Kenneth M. Vittor, EVP und General Counsel (Justiziar)
  • Peter C. Davis, EVP, Global Strategy
  • David B. Stafford, SVP, Corporate Affairs + Executive Assistant to Harold 
    McGraw III
  • Deven Sharma, President, Standard & Poor's
  • Henry Hirschberg, President, McGraw-Hill Education
  • Glenn S. Goldberg, President, Information and Media

Besitzverhältnisse: Barclays Bank Plc (6,4%), Goldman Sachs Group Inc. (5,73%), Sarofim (4,07%)

Geschichte und Profil

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Die Geschichte von McGraw-Hill beginnt auf dem Höhepunkt des Eisenbahnzeitalters. 1888 hatte James H. McGraw das „American Journal of Railway Appliances“ gekauft und wenig später John A. Hill, damals Redakteur beim „Locomotive Engineer“, kennengelernt. Beide bauten nach und nach eigene Verlage für Ingenieur-Zeitschriften und ein entsprechendes Buchprogramm auf. 1909 legten sie ihre Buchsparten zusammen, nach dem Tod von John A. Hill wurden 1917 auch die anderen Unternehmensbereiche in einer Firma zusammengefasst. McGraw-Hill war geboren. 1929 erfolgte der Börsengang und die Gründung des Wirtschaftsmagazins „Business Week“. Über die Jahre kamen mehr und mehr Fachzeitschriften aus Bereichen wie Industrie, Verkehr oder Gesundheit dazu.

Nach dem 2. Weltkrieg weitete McGraw-Hill vor allem das Lehrbuch-Segment aus. Neben den etablierten Reihen für College-Studenten wurden jetzt auch Schulbücher für Grund- und weiterführende Schulen aus allen Unterrichtsbereichen produziert. 1966 stieg McGraw-Hill mit dem Kauf der Rating-Agentur Standard & Poor’s in den Bereich der Business-Information und Analyse ein.

Peinlich wurde für den Konzern das Jahr 1970. Ein damals unbekannter Autor hatte einem der McGraw-Hill-Buchverlage eine Biographie des angeblich im Sterben liegenden, exzentrisch-zurückgezogen lebenden Milliardärs Howard Hughes angeboten, die sogar von diesem autorisiert sei. Doch das Buch war eine Fälschung, Hughes erschien aus der Versenkung und klagte gegen den Autor, der zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt wurde.

1972 expandierte das Unternehmen erstmals Richtung elektronische Medien und erwarb TV-Stationen u.a. in San Diego, Indianapolis und Denver. Eine schleppende Geschäftsentwicklung insgesamt und dagegen überdurchschnittlich gute Ergebnisse bei Standard & Poor’s führten 1979 zu einem – allerdings erfolglosen – Übernahmeversuch durch American Express. 1980 überstiegen die Umsätze erstmals die Grenze von einer Milliarde US-Dollar. 1995 wurde das Unternehmen in die heute bestehenden drei Geschäftsbereiche Education, Financial Services und Information & Media Services umstrukturiert, 1996 lag der Umsatz bei über drei Mrd. US-Dollar. Nach einem „familenfremden“ Interregnum von 1988-1998 führt mit Harold McGraw III nun wieder der Nachkomme eines Firmengründers das Verlagsimperium.

Management

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„The Mc Graw Hill Companies liefern die entscheidenden Informationen und Kenntnisse, die es Menschen, Unternehmen und der Gesellschaft ermöglichen, ihr Potenzial auszuschöpfen. Sie teilen dabei ein gemeinsames Ziel: Sich den Anforderungen einer sich ständig verändernden globalen Welt anzupassen und das Wachstum der Wirtschaft zu fördern“, heißt es etwas schwülstig im „Mission Statement“ des Konzerns. Mit dem Wachstum meint McGraw-Hill vor allem sich selbst. Im knallharten Geschäft der Wissenschafts- und Fachmedienbranche konkurriert man mit Reed Elsevier (Reed Elsevier in der Mediendatenbank) und Pearson (Pearson in der Mediendatenbank) um die Spitze.

Bei der Anpassung an die sich veränderte globale Welt musste auch McGraw-Hill Lehrgeld zahlen: Vor allem in den Bereichen Informationen und Media Services ging durch die weltweite Medien- und Werbekrise Umsatz und Gewinne zum Teil empfindlich zurück. 2001 kam es – für McGraw-Hill bis dahin eigentlich so gut wie undenkbar – zu einer Gewinnwarnung. Obwohl der Konzern nach Medienberichten ohnehin schon das am höchsten bezahlte Management aller US-Medienunternehmen hat – CEO Harold McGraw erhielt neben 1,116 Mio. $ Gehalt noch 1,764 Mio. $ Bonus-Zahlungen, weiter zwei Mio. $ als „langfristige Kompensation“ sowie Aktiensonderzuteilungen (Restricted Performance Shareholding) im Wert von knapp vier Mio. $ – sorgt seit 2005 ein neuer „Performance Bonus Plan“ für noch mehr Möglichkeiten, dem Management leistungsabhängige Sondervergütungen zukommen zu lassen.

Geschäftsbereiche

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Informations- and Mediendienste/Information and Media Services: Der Bereich bündelt die Fach- und Publikumsmedien des Konzerns.

Aviation Week Group: Fachmagazine („Aviation Week“ u.a.) rund um Flugverkehr und Luftfahrtindustrie, Branchendienste, Datenbanken, Bücher, Messen und Konferenzen.

Business Week Group:
„Business Week”, Online-Angebote, Business-Week-TV.
Im Bereich Informationsdienste profitiert der Konzern von der Akquisition der J.D. Powers Gruppe. Beim Flaggschiff Business Week, das seit 2000 mit eigenen landessprachlichen Ausgaben für China, Polen Indonesien und die arabischen Staaten aggressiv auf internationale Expansion gesetzt hatte, läuteten 2006 dagegen die Alarmglocken. 2006 mussten Abstriche bei der Auflage hingenommen werden, die eigenen Print-Ausgaben für Asien und Europa wurden eingestellt. Die Probleme bei der Business Week hatte personelle Konsequenzen: Im April 2007 löste Keith Fox den glücklosen William Kupper als Präsident des Wirtschaftsmagazins ab, nachdem die Anzeigenpreise in zwei aufeinander folgenden Jahren gesunken waren.
Besser verläuft dafür die Entwicklung der Internet-Platform BusinessWeek-Online.

Broadcasting Group: KMGH-TV (Denver), KGTV (San Diego), KERO-TV (Bakersfield), WRTV (Indianapolis) – alle Sender sind dem ABC-Network (Walt Disney Co.Disney in der Mediendatenbank) angeschlossen. Sorgen bereiten Anfang 2007 Anzeigenrückgänge im TV-Werbemarkt, die den Umsatz um fast ein Fünftel auf nur noch 23,7 Millionen US-Dollar im ersten Quartal 2007 drücken. Auch diese Aussichten sind schlecht: Die MCGrawHill-Stationen haben die Ausstrahlungsrechte für den Superbowl verloren, außerdem überträgt das Unternehmen die erfolgreiche Oprah Winfrey Show nicht mehr landesweit.

Healthcare Information Group: The Physician and Sports Medicine, Postgraduate Medicine Healthcare Informatics, Healthcare Information Programs. Platts: Fachinformationen für die Energiebranche. McGraw Hill Construction: Fachinformationen für die Baubranche. J.D. Power & Associates (seit 2005): Marketing-Informationen, Verbraucherbefragung, Studien vor allem in der Automobilindustrie. 

Finanzdienstleistungen/Financial Services: Der Bereich läuft heute vollständig unter der Dachmarke Standard & Poor’s. Angebot: Aktien- und Unternehmensratings (S&P 1200, S&P 500), allgemeine Finanz- und Unternehmensdaten, Unternehmensberatung. McGraw-Hill profitiert stark von der rasanten Entwicklung bei Standard & Poor’s. Der Financial Services Bereich hat seit 2001 bis 2005 seinen Umsatz um knapp 700 Mio. $ gesteigert und den Operating Profit beinahe verdoppelt.

Bildung/McGraw Hill Education: McGraw Hill Education umfasst Schul-, Lehr- und Fachbuchverlage für alle Altersstufen von der Vorschule bis zur Universität. Die Marken sind u.a.: CTB/McGraw-Hill, Macmillan/McGraw-Hill, McGraw-Hill Contemporary, McGraw-Hill Digital Learning, McGraw-Hill Higher Education, McGraw-Hill Professional, McGraw-Hill Custom Publishing (Books-On-Demand-Verlag für Kleinauflagen und Selbstverleger),Wright Group/McGraw-Hill (produziert das „Everday Mathematics“-Programm, das von über drei Millionen Schülern in 185.000 Klassenräumen in den Vereinigten Staaten genutzt wird). Folgende internationale Beteiligungen bestehen: McGraw-Hill/Ryerson (Kanada), Tata/McGraw-Hill (Indien), McGraw-Hill Interamericana (Südamerika), Open University Press (Großbritannien).

Wegen des in den USA üblichen „adoption cycle“ – das Gros der US-Bundesstaaten entscheidet turnusmäßig alle zwei bis drei Jahre über die Anschaffung neuer Schulbücher – fielen hier 2005 Umsatz und Rendite deutlich höher aus als in den beiden Jahren zuvor. Im Education-Markt durch Zukäufe wachsen kann McGraw-Hill in den USA aufgrund seiner Größe allerdings kaum noch. Als 2003 aus der Erbmasse von VivendiUniversal (Vivendi in der Mediendatenbank) deren Fachverlagssparte Houghton Mifflin (Jahresumsatz knapp 2 Mrd. $) zum Verkauf stand, winkte McGraw-Hill ab, weil die Wettbewerbsaufsicht einer solchen Elefantenhochzeit niemals zugestimmt hätte.

Aktivitäten in Deutschland

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McGrawHill bietet diverse seiner Dienstleistungen auch in Deutschland an, verfügt aber über keine eigenen deutschen Tochterunternehmen.

Aktuelle Entwicklungen

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„An 2008 wird man sich lange als eines der schwierigsten Jahre für unser Land, unsere Wirtschaft – und unser Unternehmen erinnern“, schreibt  Harold McGraw im eben erschienen Jahresbericht: Der Umsatz ging um 6,2 Prozent auf rund 6,36 Milliarden US-Dollar zurück, der Gewinn brach sogar um über ein Fünftel auf nur noch 799,5 Millionen Dollar ein. Um die Aktionäre gnädig zu stimmen, wurde die Dividende trotz des mageren Ergebnisses nochmals von 82 auf 88 Cents je Aktie erhöht. Auf Fragen, wie McGrawHill in der aktuellen Krise aufgestellt sei, antwortet der Chairman, President und CEO allerdings mit eher schablonenhaften Antworten: Zum einen habe das konservative Wirtschaften und die Restrukturierung des Konzerns McGrawHill vor zu hohen Schulden bewahrt – schließlich wurden allein seit Ende 2007 rund 1650 Stellen weltweit abgebaut. Zum anderen seien die drei Geschäftsfelder Education, Financial Services und Information & Media aller Krisenszenarien zum Trotz gewissermaßen krisenfest: „Schüler und Studenten aller Altergruppen brauchen Wissen – in allen Ländern der Welt“, schreibt  Harold McGraw III an seine Aktionäre. Und damit, will der Konzernchef sagen, sei der Bereich Education ja wohl schon mal aus dem Schneider. Ähnlich simpel argumentiert er bei den Financial Services ( „Alle Regierungen, Unternehmen und Individuen brauchen Kapital, um Investitionen zu ermöglichen, Arbeitsplätze zu schaffen und Wachstum zu stimulieren.“) und im Informations-Bereich: „Wirtschaftsführer brauchen transparente Informationen, um begründete Entscheidungen zu treffen“. Doch gerade hier sah es auch bei McGrawHill – genauer: vor allem bei der Rating-Agentur Standard & Poor's – ziemlich düster aus. Schließlich waren es die guten S+P-Bewertungen für Subprime Mortgages und ähnliche heute als „Schrottpapiere“ bezeichnete Investment-Varianten, die zum aktuellen Fiasko geführt haben. „Es ist nur ein schwacher Trost, dass beinahe alle Marktteilnehmer – Banken, Rating-Agenturen, Hausbesitzer, Regulierungsbehörden und Investoren – den anhaltenden Verfall des US-Immobilien- und Hypothekenmarktes nicht vorhergesehen haben“, heuchelt der Konzernchef: „Hätten wir – und andere – diese außergewöhnlichen Entwicklungen vorhergesehen, hätten wir ohne Zweifel viele der Ratings, die wir vergeben haben, nicht vergeben.“ Sieh an! Und so ruft nun auch Harold McGraw III nach einem „globalen Regulierungsrahmen“ für die Kapitalmärkte. Konkrete Folgen für S+P sind aber bislang nicht in Sicht – lediglich die schon im Frühjahr 2008 verkündeten Ziele hin zu mehr Transparenz und zu neuen Bewertungsmaßstäben sollen nun noch hartnäckiger umgesetzt werden.

Für das Geschäftsjahr 2009 erwartet McGrawHill einen empfindlichen weiteren Rückgang im Education-Bereich, da hier vor allem der wichtige US-Markt einzubrechen droht (minus 10 bis 15 Prozent) und die neuen Märkte in Indien und China wegen der Wirtschaftskrise diese Rückgänge nicht kompensieren können, auch wenn dort die Zahl der Studierenden weiter rapide ansteigt. Wegen der unsicheren Lage auf den Finanzmärkten fällt eine konkrete Prognose für das Segment Financial Services derzeit völlig aus. Im Information & Media-Bereich rechnet der Konzern ebenfalls mit Rückgängen wegen allgemein lahmende Konjunktur im Werbemarkt und vor allem bei der Automobilindustrie. Hiervon sind vor allem die Fachmagazine der J.D. Power-Gruppe betroffen, die sich derzeit verstärkt online aufstellen. Auch das Flaggschiff „Business Week“ leidet wie alle Wirtschaftstitel zwar unter allem anderen als unter Themenmangel, muss aber wie die TV-Stationen empfindliche Werberückgänge verkraften.

Den Schritt in die digitale Welt will McGrawHill aber zügig weiter voran gehen: Die 2008 gekaufte Marketing-Intelligence-Firma Umbria ist mittlerweile in die J.D. Power-Gruppe integriert und bietet nach Konzernangaben nun erstmals ausgefeilte Analyse-Tools, um die rasant wachsende Welt der Blogs, Online-Communities und Social-Networks nach demographischen und anderen Merkmalen zu untersuchen und nutzbar zu machen.

Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise ist an McGraw-Hill nicht spurlos vorüber gegangen, zumal die geplanten neuen Aufsichts- und Kontrollvorschriften im Banken- und Investmentsektor direkt auf die Arbeit von Standard & Poor's durchschlagen werden. Der Gewinn brach um über zwanzig Prozent von 81,1 Mio. US-Dollar auf 63 Mio. im ersten Quartal 2009 ein. Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,7 Prozent auf 1,1 Mrd. US-Dollar zurück.

McGraw-Hill-CEO Harold McGraw III machte neben der Krise vor allem den saisonbedingt schwachen Start im Schulbuchsektor für den Rückgang verantwortlich – und warb hier für Geduld: Da die neue US-Regierung den Schulbereich mit öffentlichen Geldern unterstützt, könne der Wert des klassischen „Adoption Cycles“, also des regelmäßigen Austauschs von alten gegen neue Schulbüchern in den US-Bundesstaaten, für 2010 die Milliarden-Dollar-Grenze überschreiten. Für 2011 rechnet McGraw nochmals mit einer Steigerung, an der sein Konzern mitverdienen werde.

Doch im ersten Quartal 2009 ging der Umsatz im Education-Segment zunächst einmal um 5,3 Prozent auf 312,6 Mio. US-Dollar zurück. Der Bereich Financial Services, zu dem S&P gehört, schrumpfte um den gleichen Prozentsatz auf 378,6 Mio. US-Dollar, das Segment Information & Media verlor mit 7,4 Prozent am stärksten und brachte nur noch 225,4 Mio. US-Dollar. Noch deutlich war der Rückgang beim Gewinn: Er reduzierte sich bei Financial Services um 12,3 und bei Information & Media sogar um 76,4 Prozent. Der Education-Bereich schrieb in den ersten drei Monaten 2009 wie schon im Vorjahreszeitraum Verluste, diese sanken im Vergleich zu 2008 aber von gut 90 auf 76,6 Mio. US-Dollar.

Der Information & Media-Bereich wurde besonders hart durch die Anzeigen- und Werberückgänge bei den Zeitschriften und TV-Stationen des Konzerns getroffen: Allein die Business-Week verlor im ersten Quartal 2009 knapp 40 Prozent ihrer Anzeigeneinnahmen, bei Broadcasting-Group gingen die Werbeerlöse um über 20 Prozent zurück.

Bei einer Analysten-Präsentation im Mai gab sich McGraw-Hill verhalten optimistisch: Neben dem zu erwartenden Einnahme-Segen im Education-Bereich ab 2010 würden sich auch die anderen Konzernbereiche im weiteren Jahresverlauf  wieder etwas erholen. Allerdings werden die Verluste des ersten Quartals bis Ende 2009 nicht zu kompensieren sein. Für den Information & Media-Bereich rechnet McGraw-Hill mit einem Umsatzminus von 5 bis 6 Prozent für das Gesamtjahr, im Education-Bereich sind 7 bis 8 Prozent veranschlagt. Bei den Financial Services profitiert McGraw-Hill von relativ stabilen Zahlen im Non-Transaction-Business (das aktuell für rekordverdächtige 36 Prozent des Umsatzes sorgt), während der Konzern für das klassische Ratings-Geschäft 2009 Rückgänge von 10 bis 12 Prozent erwartet.

Bei den anhängigen Klagen wegen zu optimistischer S&P-Ratings erwartet der Konzern, dass „viele Fälle von den Gerichten zurückgewiesen werden“, wie es bei der Präsentation hieß. Den Prozess der Neufassung von Spielregeln für die Finanzmärkte wolle man konstruktiv mit gestalten. Hier gefällt McGraw-Hill vor allem ein Gesetzentwurf von Senator Jack Reed (Rhodes Islands, Dem.), der vorsieht, dass Ratings-Agenturen nicht wegen einfacher Nachlässigkeit belangt werden können sollen, sondern wissentliches oder böswilliges Fehlverhalten nachgewiesen werden müsste. „Der Kongress und die US-Regierung sollten die für Finanzanalysten, Wirtschaftsprüfer und andere in der Finanzindustrie geltenden Prinzipien auch auf die Rating-Agenturen anwenden“, fordert der Konzern.

Größere Akquisitionen waren im ersten Quartal 2009 nicht zu verzeichnen, McGraw-Hill trennte sich im Mai von seiner Research-Firma Vista Research, die mit 13,8 Mio. US-Dollar Verlust vor Steuern an die Beratungsfirma Guidepoint Global weitergereicht wurde.

In Sachen Personalia war das erste Quartal  bei McGraw-Hill ebenfalls ruhig: Lawrence P. Neal wurde im März neuer Presidents der Fachinformationssparte Platts. Neal kommt von S&P und ersetzt Victoria Chu Pao, die das Unternehmen verlassen hat. Auch für Peter C. Davis, der schon seit Jahresanfang als neuer President dem Education-Segment vorsteht, ist ein Nachfolger gefunden: Der neue Executive Vice President Global Strategy heißt Charles L. Teschner und hat bisher als Leading Partner bei der Beratungsfirma Booz, Allen & Hamilton vor allem in Europa und Asien gearbeitet. Zumindest eines dürfte ihn bei McGraw-Hill ziemlich einzigartig machen – der 48-jährige ist bilingual in Englisch und Deutsch.

News

14.10.09 / The McGraw-Hill Comp. Inc., Bloomberg L.P.

Bloomberg kauft Wirtschaftsmagazin BusinessWeek

Der US-amerikanische Finanzinformationsdienstleister Bloomberg L.P. hat sich in einem Bieterwettstreit gegen 25 Interessenten durchgesetzt und das Wirtschaftsmagazin BusinessWeek von Medienkonzern McGraw-Hill übernommen. Über die...

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