15. Liberty Media Corp.
Umsatz 2008: $ 10,048 Mrd. (€ 6,832 Mrd.)
Überblick
John Malone, der Kabelmilliardär aus Denver, auch bekannt als „Darth Vader des Kabelgeschäfts“, spielt mit seinem Unternehmen Liberty Media Corp. seit 30 Jahren in der ersten Liga der US-amerikanischen und der internationalen Kabel- und Medienindustrie mit. Dabei beruht die Stärke von Liberty Media nicht nur auf seiner Größe und Finanzkraft, sondern auch auf der Diversität seiner Beteiligungen. Die Unternehmensfelder der Liberty Media Corp. liegen in den Bereichen Programmproduktion und -distribution, Internetdienste und -technologie sowie technische Infrastrukturen wie Kabelnetze. Dabei spielen Homeshopping und E-Commerce eine immer größere Rolle.
Die wichtigsten Beteiligungen der Liberty Media Corp. sind in den drei Konzernbereichen Liberty Capital, Liberty Entertainment und Liberty Interactive gruppiert. Liberty Interactive verwaltet die Beteiligungen, die primär mit dem Verkauf von Waren und Dienstleistungen über Internet und Fernsehen befasst sind, während Liberty Entertainment sich vor allem den Beteiligungen im Bereich klassischer Programmanbieter und Medienmarken widmet. Liberty Capital verwaltet Beteiligungen, die den anderen beiden Geschäftsbereichen nicht klar zugeordnet sind.
Basisdaten
Hauptsitz:12300 Liberty Boulevard, Englewood, CO 80112, USA
Telefon: 001-720-875-5400
Telefax: 001-720-875-7469
Internet: www.libertymedia.com
Branche: Fernsehsender, Satelliten-TV, Telekommunikation, Internet-Services, internationale Kabelnetze, Reise- und Hotelservices
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.01. - 31.12.
Gründungsjahr: 1991 wurde die Liberty Media als Holdinggesellschaft für Senderbeteiligungen mitsamt einigen Kabelnetzen aus der Unternehmensgruppe des Kabelnetzbetreibers Tele-Communications, Inc. (TCI) ausgegliedert.
Ausgründungen: Liberty Media International, Inc. (LMI) im Juni 2004 (inzwischen mit UnitedGlobalCom zu Liberty Global fusioniert); Discovery Holding Company (DHC) im März 2005
2008 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001 | |
Umsatz (in Mio. US-Dollar) | |||||||
Liberty Media | 1.391 | 7.960 | 7.051 | 3.230 | 1.804 | 1.774 | |
Liberty Capital Group | 617 | 1.287 | |||||
Liberty Interactive Group | 8.079 | 7.326 | |||||
Gewinn (Verlust) nach Steuern (in Mio. US-Dollar) | |||||||
Liberty Media (ab 2008 Liberty Entertainment) | (1.002) | 897 | 725 | (940) | (80) | (1008) | |
Liberty Capital Group | (648) | 103 | |||||
Liberty Interactive Group | 906 | 633 | |||||
Aktienkurs (in US-Dollar, Jahresende) | |||||||
Liberty Media (voraussichtlich ab Juni 2009 Liberty Entertainment Group) | 22,02 | 11,60 | 13,80 | 9,20 | 15,20 | ||
Liberty Capital Group | 7,33 | 109,40* | 97,23** | ||||
Liberty Interactive Group | 3,41 | 23,45* | 22,77** | ||||
Dividende (pro Aktie in US-Dollar | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Beschäftigte | 15.400 | 13.660 | 17.160 | 17.670 | k.A. | 7.455 |
*Stand: 1. 4. 2007
**Eröffnungskurs Mai 2006 nach der Aufteilung in die Beteiligungsgesellschaften Liberty Media Capital und Liberty Media Interactive
Börsenkapitalisierung (April 2007): 16,5 Milliarden Dollar (Liberty Interactive); 15,9 Milliarden Dollar (Liberty Capital)
Geschäftsführung
Geschäftsführung / Vorstand:
- John C. Malone, Chairman
- Gregory B. Maffei, President und CEO
- Charles Y. Tanabe, EVP und General Counsel
- David J. A. Flowers, SVP und Treasurer
- Christopher W. Shean, SVP und Controller
Besitzverhältnisse: John C. Malone: 29% (Chairman Malone hat durch einen Tausch von Stammaktien Anfang März 2004 seinen Stimmrechtsanteil an der Liberty Media Corp. von 45 auf 29% reduziert, inzwischen kontrolliert er 33% der Stimmrechte.), Streubesitz: 79,65% der Aktien.
Geschichte und Profil
Ursprünglich war Liberty Media eine Beteiligungsholding für TV-Programmanbieter, die zu einem der führenden US-amerikanischen Kabelanbieter, Tele-Communications Inc. (TCI) gehörte. (Das TCI-Kabelnetz wurde 1999 an AT&T Broadband und 2001 schließlich an Comcast verkauft).Als TCI 1973 ins Straucheln geriet, wurde der damals 32-jährige John C. Malone zum CEO berufen. Malone restrukturierte das Unternehmen und baute es in den 80er und 90er Jahren zum Marktführer im US-amerikanischen Kabelgeschäft auf. Dabei spielte Malone seine starke Position als Herr über die technischen Distributionskanäle voll aus, um sich Beteiligungen an Programmanbietern wie Discovery Channel oder Tri-Star Pictures zu sichern, die ihre Programme über die TCI-Kabelinfrastruktur verbreiten wollten. 1987 eilte TCI dem hoch verschuldeten Turner Broadcasting System zur Hilfe, was TCI eine 12%-Beteiligung an der Sendergruppe einbrachte. Auf diese Weise entstand ein breit gefächertes Portfolio US-amerikanischer und internationaler Medienbeteiligungen.
Im August 2001 trennte sich AT&T von Liberty Media. Der unter Druck geratene Telekommunikationsriese folgte einerseits einem weit reichenden Restrukturierungsplan, andererseits waren zunehmend Interessensgegensätze zwischen Malone und AT&T deutlich geworden.
John Malone hatte schnell verstanden, dass Infrastrukturen immer nur so gut sein können wie die Inhalte, die sie transportieren. Und so baute Liberty Media unter Malone das Netz seiner Beteiligungen konsequent mit Content-Anbietern aus. Seine Anteile an den zuvor gemeinsam mit Rupert Murdoch gegründeten FOX/Liberty Networks veräußerte Malone gegen eine 8%ige Konzernbeteiligung an News Corp.. Diesen Anteil erhöhte er im Jahr 2004, als die USA sich im Taumel der Präsidentschaftswahlen befanden, unerwartet auf 18% und tauschte seine nichtstimmberechtigten Anteile gegen stimmberechtigte Aktien. Durch diesen Coup wurde Liberty Media zum zweitgrößten Eigner – und Entscheider – im Murdoch-Imperium. Es gab Gerüchte darüber, dass Malone Rupert Murdoch, den Vorstands- und Verwaltungschef des Unternehmens, der zu diesem Zeitpunkt bereits 74 Jahre alt war, beerben würde. Im Zuge dieser Entwicklung schienen die beiden befreundeten Medientycoone Erzrivalen geworden zu sein. Inzwischen haben sich Malone und Murdoch auf einen Rücktausch der Anteile geeinigt, so dass Malone keine Anteile mehr an News Corp. besitzt (siehe dazu auch Aktuelle Entwicklungen).
In den vergangenen Jahren kam es zu erheblichen Verschiebungen innerhalb des Konzerns: Die Cash Cows von Liberty Media im US-Markt sind mittlerweile Pay- und Homeshopping-TV. An den Beispielen Starz Entertainment Group LLC und QVC zeigt sich außerdem, wie Malone mittel- bis langfristig plant. Hohe Investitionen, kostenintensive Aufkäufe sowie der Ausbau von Stimmrechts- oder Beteilungsverhältnissen werden zugunsten der erwarteten Gewinne nicht gescheut. Diese Strategie ist bisher aufgegangen.
Management
John Malone gilt in der Branche als gefürchteter Verhandlungspartner, dem es nicht um Macht, sondern ausschließlich um Geld geht. Seine Unternehmensziele und die Kernkompetenzen von Liberty Media fasst John Malone simpel, aber rhetorisch effektiv, in vier Punkten zusammen:
1. In Wachstumsmärkte investieren.
2. Durch zeitlich perfekte Übernahmen weitere Potenziale und neue Geschäftsfelder erschließen.
3. Vorhandenes Geld aktiv managen.
4. Unternehmen an die Gesellschafter des eigenen Unternehmens ausgründen.
Insbesondere die hohe Flexibilität der Firmenstruktur von Liberty Media macht das Unternehmen erfolgreich: Wenn andere nach vollzogenen Fusionen, Abspaltungen oder Beteiligungsübernahmen durchatmen, wird im Hause Liberty bereits wieder fusioniert, verkauft und ausgegründet.
Geschäftsfelder
Die Hauptaktivitäten von Liberty Media lassen sich in die drei Geschäftsfelder Shopping-Sender und Verkaufsaktiväten über das Internet, Kabelnetze und Programmangebote zusammenfassen.
Homeshopping-TV / Internet: Das Herzstück von Liberty Media ist das Homeshopping-TV. An den Gewinnen der Liberty Media Interactive hat der Sender QVC einen Anteil von über 90 Prozent. Aufgrund der zweistelligen Umsatzzuwächse konnte Liberty Media bereits 2002 die 1,1 Milliarden US-Dollar-Schulden der QVC-Übernahme aus dem Jahr 1995 tilgen. QVC, inzwischen hundertprozentige Tochter der Liberty Media (2003 kaufte Liberty die übrigen 56% für 7,9 Milliarden USD von Comcast),erreichte 2006 einen Rekordumsatz von 7,1 Milliarden US-Dollar, was einer Umsatzsteigerung von 9,2% gegenüber dem Vorjahr entsprach. Zwar hat sich der Umsatz 2008 in den USA und Großbritannien leicht rückläufig entwickelt, in Deutschland und Japan konnten die Umsätze aber um 10 beziehungsweise 25 Prozent zulegen. Es ist allerdings zu erwarten, dass die Wirtschaftskrise, die zunächst vor allem auf die Umsätze in den USA und Großbritannien durchgeschlagen ist, auch in Deutschland und Japan zumindest das Wachstum verlangsamen wird.
QVC ist eines der größten Multimedia-Versandhandelsunternehmen der Welt. Seine Sender werden von über 160 Millionen Haushalten weltweit empfangen. Die Website des Unternehmens, wird von Branchenexperten als einer der besten Internetauftritte für den Versandhandel eingestuft. Das Unternehmen ist in Großbritannien, Deutschland und Japan vertreten und hat in seiner 20-Jährigen Geschichte inzwischen fast eine Milliarde Pakete an seine Kunden verschickt.
Das Homeshopping spielt strategisch eine wichtige Rolle, denn es soll mit seiner direkten Kundenansprache und der konzerneigenen Möglichkeit des Vertriebs, sowie der Crosspromotion über das Internet, längerfristig die drohenden Verluste aus dem regulären Werbemarkt ersetzen. Die enormen Gewinne, die mittlerweile auch die Spötter des „Primitiv-TVs“ verstummen lassen, machen QVC nicht nur zu einer der größten und rentabelsten Medienmarke weltweit, sondern ermöglichen auch im größeren Maßstab Schuldenabbau, Übernahmeaktivitäten und Aktienrückkaufe der gesamten Liberty Media Corp.
Programminhalte/Programmvertrieb: Die Starz Entertainment Group LLC (SEG) ist einer der führenden Anbieter von Premium-Programmen, die über Kabel- und Satelliten-Plattformen in den USA vertrieben werden. Allein ihre „Flaggschiff-Marken“ Starz und Encore zählen insgesamt 42,8 Millionen Abonnenten (15,5 Mio. Starz; 27,3 Mio. Encore). Die SEG sendet jeden Monat mehr als 1000 Filme auf insgesamt 16 thematisch spezialisierten Pay-TV-Kanälen. Stetig steigende Abonnentenzahlen sorgten 2006 für einen Umsatz von über 1 Milliarde US-Dollar, ein Umsatzwachstum von mehr als vier Prozent gegenüber 2004. Dienlich sind dem Konzernstrategen John Malone bei seinem Programmangebot insbesondere die Kooperationen mit starken Inhalte-Partnern wie zum Beispiel Disney. Im Jahr 2003 wurde Starz Entertainment der exklusive Pay-TV Anbieter von Walt Disney Pictures. 2007 verklagte Liberty Media, exklusiver Lizenznehmer von Disney-Programmen im Pay-TV, den Mäusekonzern, weil Disney Inhalte auf anderen digitalen Plattformen wie iTunes angeboten hatte. Bei dem Prozess ging es um mehr, als nur eine mögliche Verletzung des Lizenzvertrages. Es ging um die frühe Eroberung möglicherweise lukrativer Internet-Entertainment-Claims. Denn auch Liberty Media versucht die Erlöse aus den „klassischen“ Pay TV Abonnements mit Video-on-demand-Services wie Starz HDTV und StarzOnDemand weiter auszubauen. Dem erfolgreichen Apple Music- und neuerdings auch Filmstore iTunes wollte Starz mit seinem Videoangebot Vongo Konkurrenz machen. Allerdings bediente Vongo nur Windows-Geräte. Im September wurde Vongo eingestellt und durch den On-Demand-Service Starz Play ersetzt. Starz Play bietet Filme und Serien für eine monatliche Flatrate zum Download an.
John Malones Beteiligung an der erfolgreichen Doku-Marke Discovery sind in der Discovery Holding Company (DHC) gebündelt. Im März 2005 wurde die Discovery Holding durch einen Spin-Off von ihrem Mutterunternehmen Liberty Media getrennt und als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht.John Malone hielt 29% der stimmberechtigten Anteile und war Chairman und CEO der Discovery Holding. 2008 wurde die Holding in die Aktiengesellschaft Discovery Communications eingebracht, die Aktionärsstruktur blieb aber im Wesentlichen unverändert. Die Unternehmensstrategie der Discovery Holding Company liegt in der eindeutigen Fokussierung auf das umsatzstarke non-fiktionale Fernsehen der Marke Discovery, die derzeit in 170 Ländern vertreten ist und fast 1,4 Milliarden Abonnenten erreicht.
Außerdem hält Liberty Media Beteiligungen an mehreren Produktionsfirmen. Das sind neben 11% am Branchenriesen Hallmark Entertainment auch kleinere Beteiligungen wie zum Beispiel eine 67% Anteil an dem Doku- und Newsproduzenten Mac Neil/Lehrer Productions.
Internationale Kabelnetze: Liberty Media, einst aus TCI hervorgegangen, ist noch immer ein gigantischer Kabelnetzbetreiber. Allerdings spielt sich das Kabelgeschäft inzwischen außerhalb der USA ab. 2004 lagerte Liberty Media die Auslandsgeschäfte in die Liberty Media International aus, die ein Jahr später mit dem Kabelriesen UnitedGlobalCom (UGC) zu Liberty Global fusionierte. Liberty Global ist nach der Fusion einer der größten Breitbanddienst-Betreiber außerhalb der USA. Malone ist Chairman der Liberty Global und hält einen Großteil der stimmberechtigten Aktien. Das Unternehmen ist in West- und Osteuropa mit den Firmen UPC (Kabelnetze) und Chellomedia (Spartensender) aktiv. Liberty Media betreibt unter anderem Kabelnetze und -Sender in Österreich, Belgien, der Tschechischen Republik, Ungarn, den Niederlanden und der Schweiz. Außerdem ist Liberty Global in Lateinamerika und Japan präsent. Insgesamt versorgt Liberty etwa 13 Millionen Haushalte mit Kabeldiensten. Unter anderem hält Liberty Global 37% der Anteile an der Jupiter Telecommunications Company, J-Com, mit 1,93 Milliarden Dollar Umsatz 2006 der größte Kabelnetzbetreiber Japans. J-Com erreicht mit seinem „Triple-Play“-Angebot, das Video, Sprache (Telefonie) und Datentransfer (wie etwa On-Demand-Dienste) aus einer Hand anbietet, in Japan ca. 8,1 Millionen Haushalte.
Games: 2005 stieg Liberty Media beim Spielentwickler und -anbieter FUN ein und erweiterte sein Portfolio im Hinblick auf den schnell wachsenden Markt für Computerspiele und interaktive Unterhaltung. FUN liefert Spielsysteme und Dienstleistungen an Unternehmen wie AOL, MSN und Virgin.
Engagement in Deutschland/Europa
Homeshopping-TV / Internet: Liberty Media ist auch in Deutschland aktiv. Der Teleshopping-Sender QVC ist auf dem deutschen Markt mit mehr als 3.500 Mitarbeitern vertreten und hat im Jahr 2008 eine Umsatzsteigerung von 870 Millionen auf 954 Millionen USD (9,7%) erreicht. Die Bestellhotline des Verkaufssenders wird täglich im Schnitt von 72.800 Anrufern genutzt, allein 2007 versendete QVC in Deutschland 14 Millionen Pakete.
In England ist QVC seit 1993 vertreten und erreicht mit seinem Angebot via Satellit und Kabel 16 Mio. Haushalte. Weiterhin besitzt Liberty Media 20% Anteile an dem auch in Deutschland heftig beworbenen Internet-Reiseanbieter Expedia. Dieser wurde 2005 als Spinn-Off von IAC ausgegründet, an der Liberty Media ebenfalls 22% der Anteile hält.
Programminhalte/Programmvertrieb: Weitere Verbindungen zu Deutschland hat John Malone als Direktor und Anteilseigner der Discovery Communications. Der Discovery Channel ist mit einem 24-Stunden-Programm seit Juli 1996 über Premiere zu empfangen. Bis zur Insolvenz der Kirch Media bzw. Kirch PayTV im Frühjahr 2002 war der Discovery Channel ein Gemeinschaftsunternehmen von Discovery Communications und der Kirch PayTV. Beide Unternehmen hielten 50% der Anteile am deutschsprachigen Discovery Network. Seit 2003 ist der Discovery Channel wieder im vollständigen Besitz der Discovery Communications.
Kabelnetze: Liberty Media hatte sich Anfang September 2001 mit der Deutschen Telekom bereits über die Übernahme von sechs regionalen Kabelnetzen in Deutschland geeinigt. Das US-Medienunternehmen hätte damit zu einem Kaufpreis von 5,5 Milliarden Euro Zugriff auf mehr als zehn Millionen angeschlossene Haushalte, also ca. 40% des deutschen Kabelmarktes erhalten. Ende Februar 2002 hat das deutsche Kartellamt den Verkauf nach monatelangen Verhandlungen jedoch untersagt. Dennoch investierte John Malone weiter in den europäischen Markt und besitzt heute Kabelnetze in elf europäischen Ländern (siehe Geschäftsfelder/Internationale Kabelnetze).
Aktuelle Entwicklungen
Im Dezember 2006 einigten sich die beiden Medienmogule Rupert Murdoch und John Malone auf einen Rücktausch der Aktien, mit denen Malone an News Corp. beteiligt war. Dabei hatte Malone für sich äußerst vorteilhafte Konditionen herausgeschlagen. Er bekam von Rupert Murdoch 39% von Direct TV, dem größten amerikanischen Satelliten-TV Betreiber, dazu drei regionale Sportsender und 550 Millionen Dollar in bar. Im Gegenzug bekam Murdoch alle Anteile Malones an News Corp. und besitzt somit wieder knapp 40% der Aktien. Der Deal hatte einen Wert von rund elf Milliarden Dollar (8,3 Milliarden Euro). Einige Aktieninhaber kritisierten, der Deal sei zu Lasten Murdochs gegangen, da allein Murdochs Anteile an DirecTV einem Wert von rund 11 Milliarden Dollar entsprochen hätten. Doch Rupert Murdoch scheint am Ende jedes Mittel (und jeder Preis) recht gewesen zu sein, um der Einflussnahme Malones auf News Corp. ein Ende zu setzen.
Die Umschichtung der Liberty Media-Beteiligungen hat auch eine strategische Komponente. Mit dem Einstieg beim Spielentwickler FUN setzt Malone auf die Synergien zwischen den Unternehmensaktivitäten im Fernsehbereich und der Entwicklung interaktiver Internetangebote. Das strategische Investment diene explizit dem parallelen Markenaufbau in Fernsehen und Internet und der Diversifizierung etablierter TV-Marken im Internet. Hier zeigen sich, wie schon beim Investment in Internet-Homeshopping, die Bemühungen John Malones, dem stetigen Bedeutungsverlust des Fernsehens durch integrierte Marken entgegenzutreten und neue Ertragsmodelle zu etablieren. Allerdings waren nicht alle Versuche, neue Vertriebswege zu etablieren von Erfolg gekrönt. Die Online-Angebote Starz Ticket und Vongo konnten sich am Markt nicht durchsetzen und wurden eingestellt. Zumindest in den USA und Großbritannien scheint auch die Cash Cow QVC an ihre Wachstumsgrenze gestoßen zu sein. Im Zuge der Finanzkrise ist ein Ende des Wachstums von Teleshopping-Angeboten auch in Deutschland und Japan zu erwarten sein.
Anfang September 2008 gab das Unternehmen Pläne bekannt, seine Anteile an der DirecTV Gruppe in eine neue Gesellschaft unter dem Namen Liberty Entertainment Group auszugliedern. Der 48%-Anteil von Liberty Media an DirecTV wird dann 80% des Werts von Liberty Entertainment ausmachen. Im Juni 2009 soll diese Ausgliederung vollzogen sein.
Literatur
- Mark Robichaux: Cable Cowboy: John Malone and the Rise of the Modern Cable Business, 2002.
- L.J. Davis, The Billionaire Shell Game, New York 1998.
Inhalte
Ranking - Top 50 2008
- Time Warner Inc.
- Walt Disney Corp.
- Comcast Corp.
- News Corp. Ltd.
- Viacom Inc./CBS Corp.
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- Bertelsmann AG
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- Vivendi S.A.
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