13. Dish Network Corporation

Umsatz 2008: $ 11,620 Mrd. (€ 7,900 Mrd.)

Überblick

einklappen

Das Betriebskapital der Dish Network Corporation (bis zum 6. Dezember 2007 EchoStar Communications) zieht seine Bahnen im All. Mit inzwischen 14 eigenen und geleasten Satelliten gelang es dem Gründer Charles W. Ergen, das scheinbar allmächtige US-Kabelmonopol sozusagen vom Weltraum her aufzubrechen. Seit Dezember 2007 ist das Unternehmen aufgespalten. Die EchoStar Holding Co. betreut das Hardwaregeschäft mit Satelliten und Empfangsgeräten, während DISH Network als reine Programmplattform betrieben wird. 2006 erwirtschaftete das Kabelnetzwerk Dish mit 94% den Löwenanteil des Umsatzes, seit 2008 werden beide Unternehmen getrennt bilanziert. Charles W. Ergen bleibt allerdings in beiden Firmen CEO
DISH bietet Abonnenten über Satellit digitale Fernsehinhalte an. Das Programmangebot umfasst über 2.500 Digitalkanäle mit der kabelüblichen Auffächerung in Vollprogramme, Lokalsender, Sparten-, Sport-, Nachrichten- und Pay-per-view-Kanäle. EchoStar Holding Co ist die „Technik-Filiale“ des Unternehmens. Es entwickelt und vertreibt DBS-Set-Top-Boxen, Antennenanlagen und andere Geräte für den Empfang von Satellitenprogrammen, insbesondere für den Empfang der TV-Programme des DISH-Network.

Basisdaten

einklappen

Dish Network Corporation,
5701 South Santa Fe Drive,
Littleton, CO 80120
Telefon: 001-303-723-1000
Telefax: 001-303-723-1399
Internet: www.dishnetwork.com

Branche: Satellitenfernsehen
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.01. - 31.12.
Gründungsjahr: 1980 (Echosphere)

Tab.: Ökonomische Basisdaten

2008

2006

2005

2004

2003

2002

2001

Umsatz (in Mio. US-Dollar)

11.617

9.818

8.425,5

7.151,2

5.739,3

4.820,8

4.001,1

Gewinn (Verlust) nach Steuern (in Mio. US-Dollar)

903

608

1.514,5

214,8

224,5

(825)

(215,5)

Aktienkurs (in US-Dollar, Jahresende)

12.43*

43,54

27,18

32,14

35,48

20,40

27,47

Dividende (pro Aktie in US-Dollar)

1,98

k.A.

0

1

0

0

0

Beschäftigte

26.000

k.A.

21.000

20.000

15.000

15.000

11.000

 *Stand: 1. 4. 2009

Geschäftsführung

einklappen
  • Charles W. Ergen, Chairman of the Board, President and Chief Executive Officer
  • W. Erik Carlson, Executive Vice President, Operations
  • Tom Cullen, Executive Vice President, Corporate Development
  • James DeFranco, Executive Vice President, Sales & Distribution, Marketing
  • R. Stanton Dodge, Executive Vice President, General Counsel and Secretary
  • Bernard L. Han, Executive Vice President and Chief Financial Officer
  • Michael Kelly, Executive Vice President, Commercial and Business Services
  • Stephen Wood, Executive Vice President and Chief Human Resources Officer
     

Besitzverhältnisse: Hauptaktionäre: Charles W. Ergen (ca. 42 % der Anteile, 58 % der Stimmrechte), FMR Fidelity Management & Research Corp. (7%), Goldman Sachs Group Inc. (5,53%)

Geschichte und Profil

einklappen

Charles W. Ergen legte im Jahr 1980 den Grundstein für EchoStar Communications. Gemeinsam mit seiner Frau Cantey und James DeFranco gründete er zunächst die Firma Echosphere als Anbieter von Satelliten-Equipment. 1992 wurde dem Unternehmen eine DBS-Lizenz zugesprochen („direct broadcast satellite" – direkt empfangbares Satellitenfernsehen). Von da an setzte Ergen alles auf den jungen Satellitenmarkt, den er als Konkurrenz zur allmächtigen Kabelindustrie begriff. 1995 wurde Echosphere in EchoStar Communications umbenannt und 1996 das DBS-Angebot unter der Marke DISH („Digital Sky Highway“) platziert - mit Erfolg. Bereits 1997 ging EchoStar an die Börse. Nach dem einmillionsten Kunden im Jahr 1997 konnten 1999 schon drei Millionen vermeldet werden, Ende 2006 hatte Dish schon über 13 Millionen Abonnenten.
Auf dem Weg zu einem Monopol am Himmel über Amerika, trafen sich im Jahr 2002 DirecTV und EchoStar, die beiden Marktführer für Satellitenfernsehen in den USA. DirecTV schien ein perfekter Fusions-Partner zu sein. Das Unternehmen gehört zu Hughes Electronic, dessen Firmengründer der legendäre, bereits zu Hollywood-Ehren gekommene, Industrielle und Flug-Fanatiker Howard Hughes war. Die US-Medienregulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) untersagte jedoch den Zusammenschluss, da eine Marktdominanz im Bereich des Satellitenfernsehens von 91% die Folge gewesen wäre. Die gescheiterte Fusion kostete EchoStar die nicht unerhebliche Summe von 600 Millionen $, weil das Unternehmen eine Abstandszahlung an Hughes Electronics leisten musste.
EchoStar erholte sich schnell von diesem Rückschlag und ist mittlerweile äußerst erfolgreich am US-Markt aufgestellt. Die insgesamt positive Entwicklung spiegelt sich vor allem in den Mitarbeiterzahlen wider. Waren im Jahr 1997 noch 1.930 Mitarbeiter bei EchoStar beschäftigt, so sind es nach letzten Angaben 26.000. Nicht unwesentlichen Anteil daran hat, laut Wall Street Journal, die im Sommer 2003 geschlossene Partnerschaft mit dem US-Telekomkonzern SBC, der zu AT&T gehört. Der SBC-EchoStar-Deal basiert auf "Bündelung", einer Praxis, bei der verschiedene Services in einer Rechnung zusammengefasst werden. Mit diesem Projekt ist SBC der erste große Telekom-Carrier der Fernseh-, Telefon- und Internet-Services in einem Paket verkauft. Am 6. Dezember 2007 wurde das Unternehmen schließlich in Dish Network Corporation umbenannt. Am 1.1.2009 ist die Vertriebspartnerschaft mit AT&T ausgelaufen. Der Kabelanbieter wird zukünftig mit dem Konkurrenten DirecTV zusammen arbeiten. In der Folge erodierten die Abonnentenzahlen der Dish-Services dramatisch. Allein im 4. Quartal 2008 suchten sich 100.000 Abonnenten einen neuen Anbieter.

Management

einklappen

Wie viele große Medienkonzerne, ist auch das Dish Network von einer beherrschenden Unternehmerpersönlichkeit geprägt. In diesem Fall ist es Charles Ergen (53). Der als verschroben und impulsiv bekannte Ergen versteht es zu zocken: er verdiente in jungen Jahren sein Geld als professioneller Blackjack-Spieler in Las Vegas, bis ihm eines der Kasinos wegen unzulässiger Tricks Hausverbot erteilte. Heute ist er Milliardär und notorisch knauserig. Zu Geschäftsterminen erscheint der Workaholic hemdsärmelig und mit Pausenbrot. Gerüchte sagen, er weise Manager stets an, günstigere Nachtflüge zu nehmen und auf Geschäftsreisen die Hotelzimmer zu teilen – manchmal auch mit ihm. So schaffte Ergen es 2004 immerhin, in der „Forbes´ 100“ mit einem Vermögen von ca. 7 Mrd. $ auf Platz 23 der reichsten Amerikaner zu gelangen. Die dominante Rolle von Charles Ergen innerhalb des Unternehmens wird allerdings in der Öffentlichkeit zunehmend auch kritisch besprochen. GovernanceMetricsInternational (GMI), eine der führenden amerikanischen Corporate Governance Agenturen mit Sitz in New York, analysierte 1.750 US-Unternehmen hinsichtlich ihrer Art der Unternehmensführung; EchoStar erhielt Anfang 2005 eine der schlechtesten Beurteilungen. Vor allem das Fehlen eines unabhängigen Management-Boards wird bemängelt.

Geschäftsfelder

einklappen

Satellitenfernsehen (DISH)
Das Programmangebot von DISH umfasst zur Zeit über 2.500 digitale Kanäle mit der kabelüblichen Auffächerung in Vollprogramme, Lokalsender, Sparten-, Sport-, Nachrichten- und Pay-Per-View-Kanäle. Die Programme werden in „Senderpaketen“ angeboten, die beispielsweise „America´s Top 100“ oder „America´s Everything Pack“ heißen, und zwischen 9,99 $ und 89,99 $ monatlich kosten. Der Markt des Satelliten-TV ist geprägt von zwei unterschiedlichen Wettbewerbs-Szenarien. Einerseits gilt es für die Unternehmen, im Vergleich mit den anderen Satelliten-Anbietern zu bestehen. Auf der anderen Seite ist natürlich immer die Konkurrenz zum Kabel präsent. Hier herrscht ein Wettbewerb der Infrastrukturen.

Dish ist der am schnellsten wachsende US-Anbieter digitaler Fernsehdienste der letzten vier Jahre. Obwohl DirecTV mit 17,6 Mio. Abonnenten im Vergleich zu 13,7 Mio. DISH-Kunden noch immer die Nase im Wettbewerb vorn hat, holte Dish bis Ende 2008 kontinuierlich auf. 2006 konnten 3,5 Mio. neue Abonnenten dazu gewonnen werden, das entspricht 3,4% mehr Neukunden als im Vorjahr. Dabei setzt das DISH Network auf innovative Marketing-Techniken. Im Dezember 2005 begann ein Pilotprojekt zum Prepaid Fernsehen. Abonnenten können zu ihrem Satelliten-Empfänger eine Pre-Paid Card erwerben, die je nach Bedarf immer wieder aufgeladen werden kann.

Eine zweite Front bildet die Konkurrenz durch klassische Kabelanbieter. Das Dish Network konnte durch kluge Preis- und Programmstrategien Marktanteile gewinnen, ein Prozess, der durch das schlechte Image der Kabelbetreiber beschleunigt wurde. Zudem senden Satelliten auch bis in die ländlichen Gebiete, die kein Fernsehkabel erreicht. Selbst wenn entlegene Gebiete an das Kabelnetz angeschlossen sind, werden häufig Upgrades notwendig, um das Netz funktional zu halten. Dies war zum Beispiel 2004 in der Kleinstadt Center in Colorado der Fall. Da die Einwohner für ihre 600 Anschlüsse keine halbe Million US-Dollar an Aufrüstungskosten zahlen wollten, kappten sie kurzerhand das Kabel. Echostar nutzte die Gelegenheit und montierte daraufhin seine Schüsseln auf den Dächern der Stadt.

Um zusätzlich zum Satellitendienst, der auf absehbare Zeit für Endverbraucher nur über Kabeldienste rückkanalfähig sein wird, Zugriff auf DSL-Leitungen zu bekommen, schloss EchoStar schon im Jahr 2003 die erwähnte Kooperation mit SBC Communications, der Nummer zwei der US-Telekommunikationsanbieter. Mit dem Ende dieser Vertriebspartnerschaft im Dezember 2008 steht allerdings das gesamte Geschäftsmodell auf der Kippe. Sollte Dish keinen Kabelpartner finden, der Internet und einen Rückkanal gemeinsam mit dem Satellitenprogramm vermarktet, hätte Konkurrent DirekTV das deutlich attraktivere Angebot. Zudem war die Vertriebspartnerschaft für einen erheblichen Teil der Kundenzuwächse verantwortlich. Etwa 17% der Neukunden 2008 kamen über AT&T zu Dish, insgesamt konnte etwa eine Million der Bestandskunden über den Kanal AT&T gewonnen werden.

Technologies/Hardware (EHC)
Die EchoStar Holding Corporation ist für die Satelliten-Empfangstechnik zuständig. Unabhängige Firmen produzieren die Geräte nach den Vorstellungen und Bedürfnissen von EchoStar. Das Geschäft von EHC ist die technische Unterstützung des DISH Networks. Neben der Bereitstellung der Receiver und zugehöriger Accessoires zum Empfang der Sender des DISH-Networks verkauft EHC weltweit digitale Satelliten-Empfänger. EHC bietet auch technische Geräte zur Nutzung des Internet über Satelliten an. Dabei wird als Rückkanal (Upload) eine herkömmliche DSL-Verbindung genutzt, und der Download erfolgt mit sehr hohen Übertragungsraten per Satellit. Dem Vorteil großer Bandbreiten steht zum einen die langsame Ansprache (Ping-Zeit) der Satelliten entgegen, die diese Technik für reaktionsschnelle Anwendungen wie Spiele ungeeignet macht; zum anderen ist Echostar für die Nutzung dieser Technik auf einen kooperierenden Kabelanbieter für den Rückkanal angewiesen. Im Oktober 2007 kaufte EchoStar für 380 Mio. Dollar den Set-Top-Box-Anbieter SlingMedia. Die SlingBox lädt das heimische Fernsehprogramm ins Internet, so dass man von jedem Ort der Welt aus die eigenen Sattellitenkanäle sehen kann. Weiterhin ist EchoStar mit dem Design und der Weiterentwicklung der in Set-Top-Boxen eingesetzten Technologien befasst, um den Kunden stets anspruchsvolle Technik anbieten zu können. So können Abonnenten derzeit digitale Videorecorder leasen oder Receiver nutzen, die interaktives Fernsehen ermöglichen. Dramatische Folgen für Echostar – und damit auch für Dish – könnte ein Urteil im Patentverfahren TIVO gegen Echostar haben. Der Recieverhersteller TIVO hatte schon 2004 gegen die Nutzung der patentierten Timeshift-Funktion bei Settop-Boxen mit digitalen Videorecordern geklagt. Ende 2008 gewann TIVO den Prozess. Für Echostar dürfte das Verbot, die Technik einzusetzen, längerfristig ein echtes Problem darstellen. Digitale Videorecorder, die auch zeitversetztes Fernsehen ermöglichen, sind bei digitalen Programmangeboten absoluter Branchenstandard. Mit unzeitgemäßer Hardware wäre der Service kaum noch zu verkaufen.

Engagement in Deutschland/Europa

einklappen

Dish ist ausschließlich auf dem nordamerikanischen Markt aktiv, bietet allerdings dort über 130 Programme in Fremdsprachen, zum Beispiel in arabisch, portugiesisch oder griechisch an. Seit dem 1. Januar 2006 empfangen Kunden bei DISH Network „DW-TV“ für $9,99 im Monat. Außerdem startete Ende Februar 2006 die ProSiebenSat1 Media AG mit ProSiebenSat1 Welt mit seinem Auslandskanal, der sich an deutschsprachige Zuschauer in den USA richtet. Der Pay-Kanal sendet die Samstags- und Sonntagsspiele der Fußball-Bundesliga live sowie Comedy-Programme, Filme und Nachrichten, die von Sat 1, Pro Sieben, Kabel 1 und N 24 zugeliefert werden. Zur Zielgruppe gehören rund eine Million deutschsprachiger Zuschauer.
Seit Mai 2007 ist zudem der Kanal "German Kino Plus(TM) empfangbar," er bietet Programme in den Kategorien Theater-Film, klassischer Film, Dokumentarfilm und Fernsehserien an. Der Kanal kann für monatlich $14.99 “à la carte” abonniert werden oder für monatlich $24.99 kombiniert mit dem bereits vorhandenen „German-language package“, bestehend aus ProSiebenSat1 Welt, DW-TV and EuroNews.

Aktuelle Entwicklung

einklappen

Für große Aufregung hat das Werbeabkommen, das Echostar im April 2007 mit der Internetfirma Google geschlossen hat, gesorgt. Das „Pay-per-click“ System von Google soll in der Partnerschaft der beiden Unternehmen das erste Mal auf den TV-Markt übertragen werden. Die über die Set-Top-Boxen der Kunden gewonnenen Daten zum Zuschauerverhalten werden anonym ausgewertet. Es wird ermittelt, wie Werbung am besten zu platzieren ist, und wie viele Zuschauer von einer Werbemaßnahme erreicht wurden. Werbung kann so den erreichten Kontakten entsprechend abgerechnet werden. Der gezielte Einsatz von Werbung ist besonders in Zeiten einer immer größeren Ausdifferenzierung des Fernsehpublikums eine Innovation. Inzwischen vertreibt Google etwa ein Drittel der lokalen Werbezeiten von Dish. Seit Oktober 2007 kooperieren Dish und Google auch mit dem Marktforschungsunternehmen Nielsen, das die Daten aus den Settop-Boxen weiter ergänzt und auswertet. Der mit dieser Kooperation vollzogene Eintritt der Firma Google in den amerikanischen TV-Werbemarkt (zuletzt auf ein Volumen von 60 bis 70 Mrd. USD geschätzt), wird von der Branche kritisch beobachtet. Gerüchten zufolge ist bereits ein ähnlicher Deal mit DirecTV angestrebt.
Das Satelliten-Duell Dish gegen DirectTV führt zur Zeit DirectTV an, obwohl Dish bis zum dritten Quartal 2007 zunächst höhere Wachstumsraten verzeichnet. Ende 2007 hat DirectTV seine Flotte um zwei Satelliten vergrößert und hat so mit 70 HD-Sendern seinen Vorsprung auf dem wachsenden Markt für High-Definition TV ausgebaut. Obwohl auch Dish HD-Pläne schmiedet und aktuell mit 25 HD-Sendern um Kunden wirbt, besteht die Gefahr, dass das Unternehmen ohne weitere kostspielige Investitionen in den Ausbau seiner Infrastrukturen für HD-TV ins Hintertreffen gerät. Dabei wird Dish ironischer Weise von einer Technik von vorgestern, vom traditionellen terrestrischen Fernsehen, bedroht. Dieses greift Bedürfnisse nach lokalen Inhalten auf und ist zudem kostenfrei empfangbar. Die Nutzungszeiten des Fernsehens sinken beständig zu Gunsten des Internets. Auch wenn der Untergang des Fernsehens oft beschworen wurde und bis heute nicht eingetreten ist, haben Satellitenanbieter mittelfristig durch das Fehlen des Rückkanals einen gravierenden Wettbewerbsnachteil.
Die größte Herausforderung für Dish ist es allerdings, auch im Zeitalter des Breitbandkabels ein zeitgemäßes Angebot aufrechtzuerhalten. Anbieter wie AT&T oder Verizon Communications kombinieren Telefon, Internet und Fernsehangebote in Form von Triple Play-Angeboten, bieten also alle 3 Kommunikationskanäle zu einem Preis aus einer Hand an. Triple Play wird durch günstigere Tarife und mehr verfügbare Bandbreiten immer attraktiver. Durch Triple Play-Flatrates egalisiert sich für die Nutzer mehrerer Kommunikationsmedien auf Dauer auch der Preisvorteil des Satellitenangebots. Der Einstieg in den Mobile-Entertainment Markt über die Submarke PocketDish wird das Preisproblem nicht lösen können. Dish begegnet dieser Herausforderung zurzeit mit Kooperationen. Allerdings wird es nicht leicht sein, gegen die Anfang 2009 geschmiedete Allianz zwischen AT&T und DirecTV zu bestehen. Zusätzlich lassen die steigenden Bandbreiten moderner DSL-Verbindungen den Vertrieb von Programmen über Satelliten obsolet erscheinen. Der einzig bleibende Wettbewerbsvorteil von Satellitenanbietern gegenüber Kabel- und Telekomanbietern ist neben geringeren Preisen die Verfügbarkeit auch in Regionen mit schlecht ausgebauter Infrastruktur. Dieser Faktor ist in einem Land von der Größe und unterschiedlichen Besiedelungsdichte der USA nicht zu unterschätzen – insgesamt nutzen etwa 32 Prozent der Pay-TV Abonnenten in den USA Satellitentechnik. Allerdings gehörte gerade diese Klientel auch zu den ersten Leidtragenden der Finanzkrise in den USA. Ob Pay-TV angesichts drohender Zwangsversteigerung zu den Prioritäten der unter Druck geratenen Hausbesitzer zählt, darf bezweifelt werden.