11. Cox Enterprises Inc.

Umsatz 2014: $ 17,100 Mrd. (€ 12,872 Mrd.)

Überblick

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Cox Enterprises aus Atlanta gehört fast vollständig der Familie Cox bzw. Kennedy. Das Kerngeschäftsfeld unterteilt sich in drei zentrale Bereiche: Cox Communications ist nach eigenen Angaben der drittgrößte Anbieter von Kabelfernsehen in den USA und vermarktet zudem Digitalvideo-, Telefon- und Internet-Dienstleistungen. Die Cox Media Group konzentriert sich auf das Mediensegment. Sie betreibt u.a. 19 Fernsehstationen, einen Kabelsender, mehr als 88 Radiostationen, acht Tageszeitungen und mehr als 100 Digitalangebote. Der dritte Geschäftsbereich umfasst den Automobilhandel und Branchenkommunikation. Manheim ist bietet Vermarktungs- und Großhandelsdienstleistungen für Autos und verkaufte nach eigenen Angaben 2009 mehr als fünf Millionen Fahrzeuge. Dazu passend bietet AutoTrader.com einen Online-Marktplatz und ein Informationsportal, das monatlich mehr als 14 Millionen Käufer nutzen.

Basisdaten

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Hauptsitz:
6205 Peachtree Dunwoody Road, Atlanta, GA, 30328
Telefon: 001-678-645-0000
Internet: www.coxenterprises.com

Branche: Kabelnetze, Fernsehsender, TV-Sendestationen, Radio, Zeitungen, Druckbetriebe, Internet-Services, Multimedia, Telekommunikation, Werbung, Handelsplattformen für Automobilhandel, Automobil-Auktionen, Nischenpublikationen
Rechtsform: Personengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.01. - 31.12.
Gründungsjahr: 1898

Tab. I: Ökonomische Basisdaten Cox Enterprises Inc.
20152014201320122011201020092008200720062005
Umsatz Gesamt (in Mrd. US-Dollar)18,117,115,915,314,714,614,314,514,012,911,4
Beschäftigte50.00050.000k.A.48.000k.A.60.00066.00077.00083.00080.00078.000

 

 

Geschäftsführung

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Geschäftsführung:

  • James C. Kennedy, Chairman
  • John M. Dyer, President and Chief Executie Officer
  • Dallas Clement, Executive Vice President, Chief Financial Officer
  • Marybeth N. Leamer, Executive Vice President, Human Resources and Administration
  • Alexander C. Taylor, Executive Vice President
  • Patrick J. Esser, President, Cox Communications
  • Sanford Schwartz, President, Manheim & AutoTrader Group
  • Bill Hoffmann, President Cox Media Group

 

Aufsichtsrat:

  • Michael J. Ahearn, Managing Partner, True North Venture Partners, L.P.
  • Anne Cox Chambers, Chairman, Atlanta Newspapers
  • Janet Morrison Clarke, President, Clarke Littlefield, LLC
  • S. Taylor Glover, President and Chief Executive Officer, Turner Enterprises
  • John M. Dyer, Executive Vice President & Chief Financial Officer, Cox Enterprises
  • Jimmy W. Hayes, President and Chief Executive Officer, Cox Enterprises
  • James C. Kennedy, Chairman, Cox Enterprises
  • Jamie Kennedy, Cox Enterprises
  • Brady L. Rackley, Board of Advisors, Firethorn Holdings
  • Byron D. Trott, BDT & Compan
  • James C. Weaver, McCombs Partners
  • Alex Taylor, Cox Enterprises
  • Christopher Williams, Chairman and Chief Executive Officer, The Williams Capital Group L.P.

Geschichte und Profil

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Lehrer, Journalist, Politiker und schließlich Medienmogul – die Lebensstationen des Firmengründers James M. Cox zeichnen eine amerikanische Bilderbuchkarriere. Cox, Jahrgang 1870, wollte nach Beendigung der Schulzeit zunächst Lehrer werden, was er allerdings schon bald zu Gunsten seiner politischen und journalistischen Ambitionen aufgab. Er arbeitete zunächst als Sekretär eines Kongressabgeordneten, wurde dann Reporter beim Cincinnati Enquirer und kaufte 1898 für 26.000 $ den Dayton Evening. Sieben Jahre später kaufte er seine zweite Tageszeitung, den Springfield Press-Republican.

Die Zeitungen gaben ihm das nötige Standbein für eine sehr erfolgreiche politische Karriere, zunächst als US-Kongressabgeordneter und später als dreimaliger Gouverneur von Ohio. 1920 kandidierte der Demokrat Cox sogar bei den Präsidentschaftswahlen (mit Franklin D. Roosevelt als Vize), unterlag aber seinem Rivalen Warren Harding, der zu der Zeit ebenfalls Verleger in Ohio war.

Nach Beendigung seiner aktiven politischen Karriere machte sich Cox daran, seine Zeitungsunternehmen zu einem Medienkonzern auszubauen. Nach dem Kauf weiterer Tageszeitungen gründete Cox 1923 WHIO, Daytons erste Radiostation. 1948/49 kamen TV-Sender für Dayton und Atlanta hinzu. Seit 1950 gehört auch die Zeitung The Atlanta Constitution, das heutige Flaggschiff, zu dem stetig expandierenden Unternehmen. Als James M. Cox 1957 starb, besaß seine Firma sieben Tageszeitungen, drei Fernsehstationen und zahlreiche Radiosender.

Während der späten 50er und frühen 60er Jahre engagierte sich Cox Enterprises unter James M. Cox Jr., der nach dem Tod seines Vaters die Leitung übernommen hatte, weiter auf dem TV-Markt. Es war eines der ersten großen US-amerikanischen Fernsehunternehmen, das 1962 durch den Kauf eines Kabelnetzes in Pennsylvania ins Kabelfernsehen einstieg. Im selben Jahr arrangierte der spätere Vorstand der Cox Broadcasting Corporation, J. L. Reinsch, die geschichtsträchtige, erste TV-Präsidentschaftsdebatte zwischen John F. Kennedy und Richard M. Nixon.

Die Rundfunkunternehmen der Cox Familie wurden 1964 zu einer Aktiengesellschaft zusammengefügt, während die Tageszeitungen unter Cox Enterprises in direktem Privatbesitz blieben. Die Kabel-TV-Sender wurden 1968 ebenfalls in einer Aktiengesellschaft, der Cox Cable Communications, zusammengeführt. 1968 und 1969 erschloss Cox Broadcasting weitere Branchen, zunächst durch den Kauf der Auto-Auktionshäuser Manheim Services und Kansas City Automobil Auction. 1972 kam die TeleRep, eine Fernsehwerbefirma, hinzu.

1977 fusionierte Cox Cable mit Cox Broadcasting und wurde 1982 dann zu Cox Communications. 1985 wandelte die Familie Cox Communications wieder in eine Personengesellschaft um und verschmolz das Unternehmen mit dem Mutterkonzern Cox Enterprises. 1987 übernahm der Gründerenkel James Kennedy die Leitung des Familienkonzerns. 1991 fusionierte Cox sein Auto-Auktionsgeschäft mit dem von Ford Motor Credit/GE Capital und kaufte die Direct-Mail-Kuponfirma Val Pak Direct Marketing. 1994 rief Cox in Partnerschaft mit Sprint, TCI und Comcast die Sprint Spectrum LP ins Leben, um seine Telecommunikations-Dienstleistungen zu bündeln. 1995 kaufte Cox Enterprises die Times Mirror Cable Television. Im Rahmen einer weiteren Umstrukturierung brachte der Konzern Cox Communications, Inc. vorübergehend wieder an die Börse, wobei rund 73 % der Anteile weiterhin im Besitz der Gründerfamilie blieben. Die lukrativen TV-Kabelaktivitäten sind vor den Automobil-Auktionshäusern heute einer der wichtigsten Geschäftsbereiche des früheren Zeitungskonzerns.

Ende der 90er Jahre ging der Konzern eine strategische Neuorientierung an. Zum einen stimmte Cox Enterprises Anfang 1999 dem Verkauf des Satellitengeschäfts Primestar an den Konkurrenten Hughes Electronics (Direct TV) zu. Cox war mit 10,4 Prozent an Primestar Inc. beteiligt. Zum anderen verabschiedete sich Cox Broadcasting 1999 endgültig aus der Produktionsbranche und liquidierte seine 100-prozentige Tochter Rysher Entertainment (Produktionen u.a. HBOs „Sex and the City“, CBSs „Nash Bridges“ und die Erfolgsshow „Entertainment Tonight“). Das verlustreiche Filmstudio Ryshers wurde bereits 1997 geschlossen. Die Rechte an Ryshers Film- und Fernsehbibliothek sowie die aktuellen Produktionen wurden von Paramount übernommen. Stattdessen investierte das Unternehmen fleißig in die Erweiterung und Ausbau seiner Kabelsysteme. Heute ist Cox Communications einer der führenden US-Anbieter digitaler Telekommunikationsdienstleistungen über Kabelfernsehnetze.

Angesichts der anhaltenden Krise der Zeitungsbranche kam im Frühherbst 2008 die Ankündigung von Cox Enterprises, 28 Wochen- und Tageszeitungen, sowie zwei Direktwerbetochterunternehmen verkaufen zu wollen, auch wenig überraschend. Die erhofften Erlöse sollen vor allem dem Abbau von Schulden dienen.

Management

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Cox Enterprises befindet sich seit jeher im Besitz der Cox-Familie, lange angeführt von der inzwischen 96-jährigen Tochter des Gründers James Cox, Anne Cox Chambers und ihrer mittlerweile verstorbenen Schwester Barbara Cox Anthony. Durch ihren Anteil am Unternehmen wurde das private Vermögen der ehemaligen Diplomatin Cox Chambers bis zum Jahr 2015 auf rund 16 Milliarden US-Dollar geschätzt. Doch inzwischen wurden ihre Anteile gleichmäßig auf ihre drei Kinder James Cox Chambers, Katharine Anne Johnson Rayner und Margaretta Johnson Taylor sowie auf ihre Nichte Blair Parry-Okeden (die in Australien lebt und dort zu den reichsten Bürgern gehört) und ihren Neffen James Cox Kennedy verteilt.

Der heutige Chairman Kennedy und der Rest des Cox-Clans gelten als bescheiden, konservativ und extrem öffentlichkeitsscheu. Sein Reichtum ist Kennedy eher unangenehm - 2015 erzählte er einem Reporter von Forbes in einem seltenen Interview, er würde in der Wirtschaftspresse lieber als Dummkopf anstatt als Milliardär bezeichnet werden. Und doch hat Kennedy seit Ende der 1980er Jahre eine Reihe von mutigen Entscheidungen getroffen, die dazu geführt haben, dass er und seine Geschwister - im Gegensatz zu den Grahams (Washington Post) oder Sulzbergers (New York Times) weiterhin in den alljährlichen Forbes-Ranglisten der reichsten Amerikaner auftauchten. Dazu gehörten zunächst Investitionen in den Kabelsektor und Ende der 1990er schließlich in die Auto-Verkaufsplattform Autotrader.com, mit der die schwindenden Umsätze mit Print-Kleinanzeigen aufgefangen wurden. Während andere Medienkonzerne und Zeitungshäuser mit dem Medienwandel zu kämpfen hatten, hat sich der Wert von Cox seit 1988 ungefähr verfünffacht. Das Tagesgeschäft leitet momentan CEO John Dyer, der keine familiären Beziehungen zur Cox-Familie hat. Mit James Kennedys Sohn Jamie oder seinem Cousin Alex Taylor könnte jedoch bald wieder ein Familienmitglied an der Spitze des Unternehmens stehen.

Geschäftsfelder

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Cox Communications
Als fünftgrößter Internet Service Provider der USA ist Cox Communications in 27 Bundesstaaten präsent und hat dort einen Kundenstamm von insgesamt 21 Millionen Haushalten. Aufgrund einer 15 Milliarden Dollar schweren Investion in den Ausbau von Glasfaser-Netzwerken bietet Cox im Gegensatz zu seinen Konkurrenten ultraschnelle Übertragungsraten ("Gigablast") und kann es auch mit neuen Initiativen wie Google Fiber aufnehmen.

Cox Automotive
Herzstück von Cox' Autosparte ist Manheim, Inc., die größte Auto-Auktions-Webseite der Welt sowie die dazugehörigen Firmen Autotrader.com, Haystak Digital Marketing, Homenet und Kelley Book.

Cox Media Group
Cox betreibt 14 Fernseh- und 60 Radiostationen, einen Kabelsender, sechs Tageszeitungen (u.a. Palm Beach Daily News, Dayton Daily News, Atlanta Journal Constitution und Austin Statesman) sowie diverse Websites (u.a. die Newsfeed-Seite Rare.us und der Onlineratgeber ClarkHoward.com).

Aktuelle Entwicklungen

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Die Cox-Familie hat in der Vergangenheit bewiesen, dass sie flexibel auf die Herausforderungen eine sich stetig wandelnden Medienmarkt reagieren kann. Künftig könnte das traditionelle Mediengeschäft (Print, TV, Radio) immer mehr in den Hintergrund treten. Schon jetzt generieren lukrative Online-Autokleinanzeigen, die geschickt mit den alten Cox-Medien verknüpft werden, den Löwenanteil des Umsatzes. Zuletzt wurde für vier Milliarden Dollar DealerTrack übernommen, Hersteller einer Software für Autoverkäufer. Doch Cox ist auch nicht scheu in gänzlich Medien-fremde Bereiche zu investieren: In Zukunft könnte das Unternehmen einer der großen Player im Bereich "Home Health Care" mit dem man von zu Hause beispielsweise Bluttests durchführen kann. Entsprechend investierte Cox bereits zwischen 50 und 100 Millionen Dollar in das umstrittene Start-Up Theranos.

Links

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» Cox Enterprises - Homepage
» Cox Enterprises - Pressemitteilungen
» Cox Enterprises - Jahresberichte
» Cox Communications - www.cox.com
» Cox Media Group - www.coxmediagroup.com
» Manheim - www.manheim.com
» AutoTrader.com - www.autotrader.com

Literatur

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Charles E. Glover, Journey through our Years: The Story of Cox Enterprises, Inc., 1999

Organigramm

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Quelle: www.coxenterprises.com/corp/aboutcox/at_aglance.htm?Vermenu=comp_overview&Hormenu=at_aglance

News

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01.04.15 / Charter Comm. Inc., Comcast Corp., Cox Enterprises Inc., Advance Publications

Konsolidisierung des US-Kabelmarktes: Warten auf FCC-Genehmigung

06.08.12 / Comcast Corp., Walt Disney Corp., News Corp. Ltd., Cox Enterprises Inc., Gannett Co. Inc., The Hearst Corporation

FCC: US-Medienkonzerne müssen Einnahmen aus Wahlwerbung transparent machen

24.04.12 / Comcast Corp., Walt Disney Corp., The Washington Post Company, Cox Enterprises Inc., News Corp. Ltd., The Hearst Corporation

Wahlwerbung: US-Medienkonzerne bekämpfen transparente Gesetzgebung

Inhalte

Ranking - Die 50 größten Medienkonzerne 2015*

  1. Comcast
  2. Google Inc.
  3. The Walt Disney Company
  4. News Corp. Ltd. / 21st Century Fox
  5. DirecTV, LLC
  6. Viacom Inc./CBS Corp.
  7. Time Warner Inc.
  8. Sony Entertainment
  9. Bertelsmann SE & Co. KGaA
  10. Apple Inc.
  11. Cox Enterprises Inc.
  12. Liberty Media Corp./Liberty Interactive
  13. Dish Network Corporation
  14. Vivendi S.A.
  15. Tencent Holdings Ltd.
  16. Thomson Reuters Corporation
  17. Facebook, Inc.
  18. Rogers Comm.
  19. The Hearst Corporation
  20. Microsoft Corporation
  21. Lagardère Media
  22. RELX Group
  23. Charter Comm. Inc.
  24. Bloomberg L.P.
  25. ARD
  26. Pearson plc
  27. Advance Publications
  28. BBC
  29. Baidu Inc.
  30. Globo Communicação e Participações S.A.
  31. The Naspers Group
  32. Cablevision Systems Corp.
  33. iHeart Media
  34. Nielsen Holdings plc
  35. Discovery Communications
  36. Nippon Hoso Kyokai
  37. Fuji Media Holdings, Inc.
  38. Grupo Televisa
  39. Gannett Co. Inc.
  40. Netflix
  41. Nintendo Company Ltd.
  42. S&P Global
  43. ITV plc
  44. Wolters Kluwer nv
  45. Shaw Communications
  46. Yahoo! Inc.
  47. Mediaset SpA
  48. Asahi Shinbun Company
  49. Activision Blizzard Inc.
  50. Electronic Arts
  51. Axel Springer SE
  52. Amazon.com Inc.
  53. ProSiebenSat.1 SE
  54. France Télévisions S.A.
  55. Graham Holdings Company
  56. Bonnier AB
  57. Nippon Television Holdings
  58. Shanghai Media Group
  59. RAI Radiotelevisione Italiana Holding S.p.A.
  60. Quebecor Inc.
  61. Tokyo Broadcasting System Holdings, Inc.
  62. Time Inc.
  63. Hubert Burda Media Holding Gmbh & Co.
  64. IAC/InterActiveCorp.
  65. Daily Mail & General Trust plc
  66. Bauer Media Group
  67. Univision Communications
  68. Tribune Co./Tribune Publishing
  69. China Central Television
  70. TF1 S.A.
  71. Bandai Namco Holdings Inc.
  72. ZDF
  73. Scripps Networks Interactive
  74. Lions Gate Entertainment Corporation
  75. Hunan Broadcasting System
  76. AOL
  77. Sanoma Group
  78. Schibsted Media Group
  79. Modern Times Group
  80. Georg von Holtzbrinck GmbH
  81. King Digital Entertainment plc
  82. Grupo Planeta
  83. Scholastic Corporation
  84. Egmont Group
  85. Jiangsu Broadcasting Corporation
  86. Ubisoft Entertainment
  87. John Wiley & Sons, Inc.
  88. Grupo PRISA
  89. NOS
  90. SRG SSR
  91. De Agostini Group
  92. Gazprom-Media
  93. RCS Media Group
  94. Seven West Media Ltd.
  95. GungHo Online Entertainment
  96. New York Times Company
  97. Mondadori Group
  98. China Publishing Group
  99. Meredith Corporation
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