3. Comcast Corp.
Umsatz 2008: $ 34,265 Mrd. (€ 23,297 Mrd.)
Überblick
Die Comcast Corporation ist der derzeit weltweit größte Kabelkonzern. Sein Hauptsitz liegt in Philadelphia, USA. Comcast Corp. konzentriert seine Aktivitäten auf den US-Markt. Ca. 24,1 Millionen Kabelkunden konnte der Netzbetreiber im November 2006 vorweisen. Im Laufe seines fast 40-jährigen Bestehens entwickelte Comcast sich vom reinen Kabelanbieter zum modernen Kommunikations- und Medienunternehmen. Weitere Geschäftsfelder neben dem Angebot einer Breitband-Infrastruktur sind Video on Demand-Dienste (VOD), Digitaltelefonie und High-Speed-Internet-Dienste. Das ehemalige Familienunternehmen setzt verstärkt auf Content. Es betreibt eigene TV-Spartenkänale und ist an TV-Kanälen wie The Golf Channel, VERSUS oder PBS KINDS Sprout beteiligt. Seit Comcast im November die 39,5 prozentige Beteiligung an E! Networks für 1,23 Mrd. US-Dollar von der Walt Disney Company gekauft hat, ist Comcast alleiniger Besitzer von E! Networks, und damit auch von den Sendern E! Entertainment und Style Network. Auch hält Comcast mehrheitlich Anteile an Comcast Spectator, das in erster Linie Mehrzweckhallen und Sportstadien betreibt und managt. Zudem besitzt Comcast zwei riesige Mehrzweckarenen in Philadelphia sowie Anteile an Philadelphias Profi-Sportvereinen 76er (NBA-Basketball) und Flyers (Eishockey Profiliga NHL). Auch der Sportkanal Comcast SportsNet, der 24 Stunden lang Spiele und Informationen zu Amerikas beliebtesten Sportarten überträgt, gehört zu Comcast Spectator.
Basisdaten
Hauptsitz:
1500 Market St.
Philadelphia, PA 19102-2148, USA
Telefon: 001-215-665-1700
Telefax: 001-215-981-7790
Internet: www.comcast.com
Branche: Kabelnetze, Pay-TV, Spartenkanäle, Telekommunikation, Internet-Services, Event-Management
Rechtsform: Aktiengesellschaft (seit 1972)
Geschäftsjahr: 01.01. - 31.12.
Gründungsjahr: 1956 (TCI), 1969 (Comcast)
2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001 | |
Umsatz (in Mio. US-Dollar) | 34,265 | 30.895 | 24.966 | 21.075 | 20.307 | 18.348 | 12.460 | 9.836 |
Gewinn (Verlust) nach Steuern (in Mio. US-Dollar) | 2.547 | 2.587 | 2.533 | 928 | 970 | 3240 | (274) | 609 |
Aktienkurs (in US-Dollar, Jahresende) | 16,01 | 17,72 | 28,13 | 25,92 | 32,84 | 31,29 | 22,59 | 36,00 |
Beschäftigte | 100.000 | 100.000 | 90.000 | 80.000 | 74.000 | 68.000 | 82.000 | 38.000 |
2008 | 2007 | |
Cable | 32,443 | 30,120 |
Programming | 1,426 | 1,314 |
Corporate & Other | 387 | 276 |
Geschäftsführung
Geschäftsführung / Vorstand:
- Ralph J. Roberts, Executive and Finance Committee: Comcast Corporation
- Brian L. Roberts, Chairman and CEO: Comcast Corporation
- Stephen B. Burke, Chief Operating Officer: Comcast Corporation, President: Comcast Cable Communications
- David L. Cohen, Executive Vice President: Comcast Corporation
- John R. Alchin, Executive Vice President, Co-Chief Financial Officer: Comcast Corporation
- Arthur R. Block, Senior Vice President, General Counsel and Secretary: Comcast Corporation
- James J. Finnegan, Vice President, Intellectual Property Strategy: Comcast Corporation
- Lawrence J. Salva, Senior Vice President, Chief Accounting Officer and Controller: Comcast Corporation
- David Krone, Senior Vice President of Corporate Affairs: Comcast Corporation
- Michael J. Angelakis, Executive Vice President, Co-Chief Financial Officer: Comcast Corporation
- Amy L. Banse, Senior Vice President, Comcast Corporation President: Comcast Interactive Media
- Mark A. Coblitz, Senior Vice President, Strategic Planning: Comcast Corporation
- Marlene S. Dooner, Senior Vice President, Investor Relations: Comcast Corporation
- Robert S. Pick, Senior Vice President, Corporate Development: Comcast Corporation
- D'Arcy F. Rudnay, Senior Vice President, Corporate Communications: Comcast Corporation
- C. Stephen Backstrom, Vice President, Taxation: Comcast Corporation
- Payne D. Brown, Vice President, Strategic Initiatives: Comcast Corporation
- Joseph F. DiTrolio, Vice President, Financial Operations: Comcast Corporation
- William E. Dordelman, Vice President, Finance: Comcast Corporation
- Karen Dougherty Buchholz, Vice President, Administration: Comcast Corporation
- Kamal Dua, Vice President and General Auditor: Comcast Corporation
- Leonard J. Gatti, Vice President, Financial Reporting: Comcast Corporation
- Gregg M. Goldstein, Vice President, Corporate Development: Comcast Corporation
- Kerry Knott, Vice President Government Affairs: Comcast Corporation
- Charisse Lillie, Vice President, Human Resources: Comcast Corporation
- Kenneth Mikalauskas, Vice President, Finance: Comcast Corporation
- Marc A. Rockford, Vice President, Senior Deputy General Counsel: Comcast Corporate Communications
- Joseph W. Waz, Jr., Vice President, External Affairs and Public Policy Counsel: Comcast Corporation
- Tony Werner, Executive Vice President and Chief Technology Officer: Comcast Cable
Besitzverhältnisse: 8,7 % Davis Selected Advisers, 8,1 % AXA Financial Inc., 6,6 % Barclays Global Investors, 5,2 % Dodge & Cox, 71,4 % Streubesitz
Geschichte und Profil
Innerhalb von etwa 40 Jahren baute die Roberts-Familie einen kleinen Kabelnetzanbieter mit 1.200 Kunden in Tupelo/Mississippi zum weltweit größten Kabelkonzern aus. 1969, sechs Jahre nach dem Einstieg in die Kabelbranche, gründete Ralph Roberts das Unternehmen Comcast („COMmunication“/ „broadCAST“). Von Beginn an wuchs der Konzern vor allem durch eine aggressive Akquisitionsstrategie. Im Zuge des Kabelbooms der 1970er Jahre erwarb die Firma mehrere Regionalnetze, in den 1980ern folgte die Übernahme größerer Konkurrenten, 1986 verdoppelte Comcast seine Kundenzahl auf 1,2 Millionen durch den Anteilsankauf der Group W Cable, und 1988 erwarb die Firma 50 Prozent an Storer Communications und erreichte damit 2 Millionen Kunden.
1990 übernahm Ralph J. Roberts Sohn Brian die Konzernleitung, investierte in Glasfasertechnologie und forcierte die Diversifizierung in Richtung Programmproduktion. 1995 sicherte sich Comcast durch einen viel beachteten 1,4-Milliarden-Dollar-Deal gemeinsam mit TCI 57 Prozent der Anteile am Teleshopping-Sender QVC, 1997 erfolgte (als Jointventure mit der Walt Disney Corp.) die Übernahme einer Kontrollmehrheit am Kabelkanal E! Entertainment. 1999 kam es zum Wettstreit um den Kabelrivalen MediaOne, der damaligen Nummer Vier im Geschäft. Ende März verkündete Comcast schon die Fusion mit MediaOne, als die Telefongesellschaft AT&T mit einer 58-Milliarden-Gegenofferte auf den Plan trat. Schließlich musste Comcast sein Angebot zurückziehen, konnte dafür aber im Gegenzug zwei Millionen Kabelhaushalte von AT&T für rund neun Milliarden Dollar übernehmen.
Bereits 2001 bot sich der Roberts-Familie eine Gelegenheit zur Revanche, als AT&T den Verkauf seines Kabelgeschäfts in Aussicht stellte – ein Geschäftsbereich, der erst 1999 mit dem Kauf der Pionier-Firma Tele-Communications Inc. (TCI) entstanden war. Deren Vorstandsvorsitzender John C. Malone hatte seit 1984 rund 150 Firmen übernommen und zugleich neue TV-Kanäle gestartet. Nachdem Malone 1999 lange einen Käufer gesucht hatte, ging TCI im Zuge eines 44-Milliarden-Dollar-Geschäfts in AT&T Broadband auf. AT&T-Chef Michael Armstrong investierte weitere 100 Milliarden Dollar in die Kabelnetze, bis die Investoren die Geduld verloren und der Aktienkurs unter Druck geriet. 2001 ließ der überschuldete Telefonriese dann verlauten, seine Kabelsparte wieder abstoßen zu wollen. Ein hitziges Bietergefecht begann. Neben Comcast bewarben sich auch AOL Time Warner (Time Warner in der Mediendatenbank) und Cox Communications um AT&T Broadband und seine damals über 13 Millionen Kunden. Mit dem Versuch einer feindlichen Übernahme startete Comcast recht unglücklich ins Rennen. Später hatte Brian Roberts aber einen mächtigen Verbündeten. Microsoft half mit einem Milliardenbetrag aus, vor allem um einen Sieg des Erzrivalen im Breitband-Business, Time Warner, zu verhindern. Kurz vor Weihnachten 2001 fiel die Entscheidung. Zum Preis von 47 Milliarden Dollar in Aktien und der Übernahme von 25 Milliarden Dollar Schulden erhielt Comcast den Zuschlag.
Nach der Mega-Fusion ordnete das Unternehmen seine Inhalte-Aktivitäten neu. Die QVC Gruppe wurde 2003 für 7,9 Milliarden Dollar an Liberty Media verkauft, dafür gingen mehrere Spartenkanäle on air: 2002 der Videospiele-Kanal G4, der dann 2004 durch das aufgekaufte Tech TV ergänzt wurde, TV One (2003), das auf die schwarze Bevölkerung abzielt und SportsNetChicago (2003). Zudem übernahm das Unternehmen 2003 alle Anteile am The Golf Channel. Dieses langsame Wachstum aber genügte dem Dealmaker Roberts nicht. 2004 präsentierte er einen verwegenen Plan, die feindliche Übernahme des Disney-Konzerns, dessen CEO Eisner 2003 unter heftigen Beschuss der Anteilseigner geraten war. Damit wäre Comcast dem Vorbild von Time Warner gefolgt, Inhalte und Infrastruktur zu kombinieren. Die 66 Milliarden-Dollar-Offerte wurde aber weder von Disneys Eignern noch den Comcast-Aktionären gebilligt, und Roberts musste im April kapitulieren. Als Sony im gleichen Jahr dann das Traditionsstudio MGM erwarb, war Comcast nur als Juniorpartner am Tisch. Für 300 Millionen Dollar sicherte sich der Konzern das Recht, Filme aus dem MGM-Studio-Katalog auf gemeinsamen Jointventure-Kanälen mit Sony in seinen Netzen anzubieten. Knapp ein Jahr nach der Disney-Attacke konnte Roberts dann doch eine Großfusion unter Dach und Fach bringen. Gemeinsam mit Time Warner kaufte Comcast im April 2005 Adelphia, die bankrotte Nummer Fünf in der amerikanischen Kabelbranche und gewann nochmals 1,8 Millionen Kunden hinzu – zu einem Preis von 3,5 Milliarden Dollar.
„Ralph Roberts ist ein harter Hund“, so äußerte sich der schillernde TV-Entrepreneur Barry Diller, Chef der Interactive Corp., über den Comcast-Gründer. Diller hatte 1994 als QVC-Präsident die Übernahme des Shoppingsenders durch CBS geplant, nicht zuletzt, um selbst in der Hierarchie des großen Networks aufsteigen zu können. Doch er hatte die Rechnung ohne den Comcast-Gründer gemacht. Ralph Roberts war nicht bereit, seine Position als größter QVC-Aktionär aufzugeben und machte gemeinsam mit TCI ein erfolgreiches Gegenangebot.
Ralph Roberts, der Selfmade-Milliardär und Gentleman mit sanfter Stimme, kann sich heute zurücklehnen. Sein Sohn und Nachfolger Brian, der 1981 als Kabelinstallateur ins Unternehmen einstieg, kam schnell in der Firmenhierarchie voran. Obwohl er 1990 Präsident von Comcast wurde, erschien auch der Vater zu dieser Zeit noch täglich am Firmensitz. Das wurde von der Branche zunächst skeptisch beäugt. Mit dem Übertrag der Stimmrechtsaktien Ende 1997 galt der Wachwechsel an der Firmenspitze jedoch als vollzogen. Beobachter sprechen von einem reibungslosen Generationentransfer – trotz des enormen innerfamiliären Konfliktpotenzials, das Transaktionen dieser Größe bergen.
Es war Brian Roberts erster großer Coup, den zögerlichen Bill Gates davon zu überzeugen, dass das Fernsehkabel zukünftig für elektronische Inhalte die wichtigste Pipeline in die Wohnzimmer sein werde. Seitdem ist der gute Draht zu den Software-Leuten aus Redmond ein Schlüssel für den Comcast-Aufstieg. Gates investierte schon 1997 eine Milliarde Dollar in Comcast, und es war Microsoft-Vizepräsident Henry (Hank) P. Vigil, der Brian Roberts bei einem Business Lunch in Manhattan auf die Fährte von AT&T Broadband setzte. Auch bei dem Design der elektronischen Programmführer – wegen der Navigationsfunktion eines der Schlüsselangebote im digitalen Fernsehen – sicherte sich das Unternehmen 2004 die Unterstützung der Entwickler aus Redmond.
Management
Wie sein 40 Jahre älterer Vater Ralph ist auch Brian Roberts ein „old-fashioned cable guy“, eher zurückhaltend und weniger exaltiert als die meisten der superreichen Kabelbarone, zudem ausgestattet mit „stählernem Siegeswillen“ („New York Times“). Unter ihm hat sich der Firmenwert auf 57 Milliarden US-Dollar hochgeschraubt, zu einem Plus von 1.300 Prozent. Comcast schlug regelmäßig Konkurrenten und Börsenindizes. Heute, nach vier Jahrzehnten an der Weltspitze der Kabelindustrie angelangt, wird Comcast nach wie vor von den Roberts kontrolliert, was den Investoren keine Sorgen bereitet. Sie sprechen der Comcast-Führung außerordentliche Fähigkeiten zu. 2004 wurde Roberts vom Institutional Investor Magazine zu „America’s Best CEO“ gewählt. Die Roberts-Familie hält über Fondsgesellschaften 33% der Aktien an Comcast Corp.
Zur Unternehmenskultur von Comcast gehört soziales Engagement. The Comcast Foundation, gegründet 1999, unterstützt qualifizierte Non-Profit-Organisationen. Investiert wird vorwiegend in Freiwilligen-Programme, bei denen es um Jugendbildung und -förderung geht. Von 1999 bis 2007 wurden, laut Comcast, 30 Mio. US-Dollar in Kommunen vergeben, in denen Comcast seine Dienste anbietet. Leiter der Stiftung ist Allen Gomez, der nicht zufällig zugleich als Director für Public Affairs fungiert.
Darüber hinaus bietet das Unternehmen in Zusammenarbeit mit der United Bank of Philadelphia finanzschwachen Unternehmen einen Kreditrahmen in Gesamthöhe von zurzeit 32,35 Mio. Dollar an, der über 19 weitere Regionalbanken vergeben wird. Comcast betont, dass besonders Minoritäten gefördert werden sollen. Außerdem setzt Comcast innerhalb des Konzerns auf Diversity-Programme, bei denen die ethnische Vielfalt des Mitarbeiterstamms gezielt gefördert wird.
Comcasts Presseabteilung ist stolz darauf, im Juni 2007 verkünden zu können, dass das Black Enterprise Magazine das Unternehmen zu den Top-Förderern von ethnischer Vielfalt rechnet. Im September 2007 kürte das „Latina Style Magazine“ Comcast als eines der 50 Unternehmen, welche die besten Arbeitsbedingungen für lateinamerikanische Frauen bieten. Comcasts Diversity-Programm enthält die Vorgaben, multikulturelle Arbeitskräfte in den Konzern zu holen und da zu halten sowie multikulturelle Sonderprogramme mit gezielten Förderinvestments zu unterstützen.
Geschäftsfelder
Kabeldienste: Comcast hatte als Kabelnetzbetreiber angefangen und konzentriert sich auch weiterhin auf diesen Geschäftsbereich: Über 95 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftete das Unternehmen mit Kabel-TV, High-Speed-Internet und digitalen Telefondiensten. So ist Video-on-Demand neben VoIP Comcasts liebstes Steckenpferd. Die On-Demand-Bibliothek der Comcast Corp. verzeichnete 2005 rund 1,4 Milliarden Zugriffe, das sind etwa 30 Übertragungen pro Nutzer und Monat, was eine Steigerung um 150 Prozent ausmacht. Brian Roberts, der in der Kommunikationsbranche wie sein Vater als knallharter Verhandler und Schnäppchenjäger gilt, betont die großen Wachstumschancen für On-Demand-Dienste. Seiner Ansicht nach werden Videoanwendungen in den kommenden fünf Jahren die Nutzung des Internets maßgeblich prägen.
Seit Mai 2006 ermöglicht eine Partnerschaft zwischen CBS und General Motors, dass sich Comcast-Kabelkunden, dank des Sponsorings durch General Motors, Primetime-Sendungen aus dem CBS-Programm am Folgetag jederzeit kostenlos ansehen können. Bisher konnten sich Kunden ausgewählte CBS-Serien wie „CSI“ oder "Big Brother" über das Video-on-Demand-Angebot von Comcast für 99 Cent pro Sendung herunterladen. Seit September 2006 sind die Downloads von TV-Episoden aus dem CBS-Vertragspaket für Comcast-Kunden gratis. Die Finanzierung erfolgt durch von CBS verkaufte, in die Sendungen eingefügte Werbespots. Am Tag nach der Free-TV-Ausstrahlung sind die CBS-Sendungen für Comcast-Kunden vier Wochen lang frei verfügbar. Das „CBS Interactive Audience Network“ baut auf bereits bestehende Vereinbarungen mit Yahoo, Apple, Amazon und anderen auf, und umfasst, neben Comcast, AOL, Microsoft, CNet Networks und weiteren, auch Joost. CBS will sich die neue Zuschauerschaft aber nicht nur online erschließen, auch die mobile Kundschaft soll durch Verträge mit AT&T/Cingular, Verizon Wireless und Sprint gewonnen werden.
Gemeinsam mit GalleryPlayer startete Comcast Ende 2006 einen neuen Service, der das hauseigene HDTV-Angebot aufwerten soll. Comcast vertreibt dank der Kooperation nun Kunstwerke und Fotografien über GalleryPlayer on Demand. Hierbei wechseln hochwertig aufbereitete Bilder oder Bilder von Kunstwerken von zum Beispiel Monet oder da Vinci einander minütlich auf dem HD-Bildschirm ab. Der schnöde Fernseher soll sich dabei in eine digitale Leinwand verwandeln.
Ein anderes aktuelles und viel verkauftes Produkt aus dem Hause Comcast ist der digitale Videorekorder, der das digitale Aufzeichnen und Abspielen von TV-Programmen ermöglicht.
Mit Hilfe der zahlreichen innovativen digitalen Angebote konnte Comcast vergangenes Jahr 1,5 Millionen neue High-Speed-Internet-Kunden, 1,1 Millionen neue Digitalkabel-Kunden und 202.000 neue Telefonie-Kunden gewinnen. Der Kabelbetreiber hatte die Geschwindigkeit seiner Internet-Services von sechs auf acht Megabyte pro Sekunde gesteigert. Durch neue Fieberglas-Leitungen soll sie künftig sogar auf 200 Megabyte pro Sekunde gepusht werden. Durch die Neuerungen Zweiwege-Kommunikation und High Speed werden neue Breitband-Features wie On-Demand-Dienste oder HD-fähige Programmübertragungen ermöglicht, die zur Vergrößerung des Kundenstammes beitragen sollen. 2005 brachte Comcast den neuen VoIP-Dienst zu seinen Kunden. Bis Mai 2006 hatte Comcast damit 1,5 Millionen Kunden gewonnen. Bis Ende 2006 wird eine Steigerung um 1 weitere Million Neukunden erwartet.
Comcast gab Anfang April die Übernahme des Kabelsystems von Patriot Media & Communications bekannt, das rund 81.000 Kunden bedient. Patriot Media & Communications ist ein nicht börsennotiertes Unternehmen im Besitz des Gründers Steven J. Simmons, Spectrum Equity Investors und Spire Capital. Der Kaufpreis liegt bei rund 483 Mio. US-Dollar.
Durch die Übernahme von Patriot Media erhält Comcast Zugriff auf die Netze des Unternehmens in den diversen Regionen von New Jersey, wo Patriot Media einziger Anbieter von Kabelservices ist. Comcast plant die Eingliederung in das eigene Kabelsystem sowie einen möglichen Ausbau des Netzes. Stephen B. Burke, Chief Operating Officer von Comcast, sieht in der Übernahme die Chance, in New Jersey zu wachsen. Man hatte vom Ausbau des eigenen Netzes abgesehen, da das Unternehmen mit einem lang andauernden Verdrängungswettbewerb und zu hohen Kosten rechnete. Die Zustimmung der Wettbewerbsaufsicht zu der Übernahme steht allerdings noch aus.
News Corp. und NBC-Universal haben seit Sommer 2007 kostenfreie Inhalte von einem Dutzend US-amerikanischer Sender und zwei Hollywood-Studios für in Nordamerika lebende Internet-Nutzer bereitgestellt. Bislang wurden schon AOL, MSN, MySpace und Yahoo! als Distributionspartner ins Boot geholt. Die zwei US-Medienriesen News Corp. und NBC-Universal starten ihre zuvor angekündigte Internet-Video-Plattform für TV-Serien, -Shows und Filme auch über den US-Kabelriesen Comcast. Im Gegenzug speist der Netzbetreiber unter anderem die Unterhaltungskanäle E!, Style und den Golf-Channel ein und wird damit zum ersten externen Inhaltslieferanten der Medienriesen. Comcast, der größte Netzbetreiber in den USA, verzeichnet derzeit rund 2,5 Milliarden Seitenabrufe pro Monat. Ca. 80 Millionen Videos werden von 15 Millionen Besuchern geladen. Insgesamt beziehen 24,2 Millionen Abonnenten ihr Fernsehprogramm von Comcast, 11,5 Millionen surfen und 2,5 Millionen telefonieren in dessen Netz.
Comcast bietet seit Herbst 2007 teilnehmenden Kabelnetzbetreibern sechs neue hochauflösende Kanäle auf seiner Sender-Plattform "Hits Quantum" an. HGTV HD, Food Network HD, A&E HD, Starz HD, Universal HD und National Geographic HD können die Kabelnetzbetreiber damit ab sofort an ihre Haushalte weitergeben. "Hits Quantum" bietet 200 digitale TV- und Radiosender als Dienstleister für kleinere Netzbetreiber. Laut Comcast habe man Verträge mit 15 Kabelnetzbetreibern geschlossen, darunter Adams Cable TV, MTC Cable und Cablevision of Marion County. Die Signalübertragung läuft über dem AMC-18-Satelliten der SES-Tochter "Americom".
Seit 12. Juni 2009 senden US-Sendestationen nur noch digital. Analoge Sendefrequenzen werden abgeschaltet. Comcast empfiehlt den Zuschauern deshalb, sich bei einem Anbieter anzumelden, der digitales Fernsehen anbietet und sich einen von der Regierung zugelassenen Receiver anzuschaffen. Etwa 3,5 Millionen US-Haushalte empfangen im Juni noch analoges Fernsehen. Comcast bot an, Kunden kostenlos zu Digital-TV zu beraten und verspricht ein kostengünstiges Abonnement für ein Jahr.
Jeff Bewkes und Brian Roberts verkünden eine Partnerschaft in Sachen Internetfernsehen. Ende Juni 2009 geben die Chefs von Time Warner und Comcast bekannt, dass an einer Video-On-Demand-Plattform für die Kabelsender gearbeitet werde. Time Warner-Chef Bewkes will, dass die Sendungen frei-empfangbarer TV-Stationen und Bezahlsender zwar im Fernsehen aufgerufen werden können, aber nicht jeder diese frei sehen können solle. Nur Kabelkunden sollten Zugang zu HBO, TNT, TBS und Cartoon Network erhalten. Bewkes und Roberts versuchen, dem Trend entgegen zu wirken, dass im Netz Programme gratis konsumiert werden. Jeder Kabelkunde muss für das breit-gefächerte Programm an einen Kabelnetzbetreiber wie Comcast zahlen. Nun überlegt man, für alle Time Warner-Angebote ein Log-In mit Kennwort einzuführen, weshalb eine eigene Internetseite eine simple Lösung wäre. Doch könnte auch die Einbindung auf den Senderhomepages sinnvoll sein. Comcast prüft auch, ob man ein Unterportal bei Hulu, Yahoo oder anderen populären Webseiten einrichten soll. Der Kabelriese greift gierig in den Contentbereich hinein, wohl wissend, dass auch ein Premium-Contenthersteller wie Time Warner sicherer Distributionskanäle bedarf.
Dazu passt auch dieser Schachzug: Comcast Corp vermarktet ab Herbst 2009 Werbung für den Verizon-TV-Service FiOS in zehn ausgesuchten US-Märkten. Fünfeinhalb Jahre soll der Vertrag zwischen den Unternehmen laufen, die in diesem Markt Konkurrenten darstellen. Doch will Comcast Spotlight das Geschäftskonzept sogar auf weitere Provider ausdehnen. Bereits im Januar schloss Comcast einen Vertrag mit seinem Rivalen Dish Network in Bezug auf die Werbevermarktung auf zehn regionalen Dish-Sportsendern ab.
Spartensender: Comcasts zweiter Geschäftsbereich, die Spartensender, generierte 2005 mit 919 Millionen Dollar nur einen Anteil von rund vier Prozent am Gesamtumsatz. Bemerkenswert ist hier jedoch die Steigerung um knapp 17 Prozent. Das Network E! Entertainment Television, an dem Comcast einen Anteil von 60,5 Prozent hält, vergrößerte seine Nutzerzahl mit knapp 80 Millionen Abonnenten im Vergleich zum Vorjahr (78 Millionen) allerdings nur wenig. Mit den anderen Kanälen Style Network, The Golf Channel, Outdoor Life Network, G4, AZN Television, PBS KIDS Sprout, TV One und vier regionalen SportsNets-Sendern erreichte Comcast die beachtliche Zahl von zusammen über 290 Millionen Abonnenten.
Comcast trifft im April 2007 eine Übereinkunft zum Erwerb von Patriot Media & Communications für 483 Millionen Dollar. Patriot Media & Communications ist ein in privaten Händen befindliches Kabel-TV-Unternehmen mit 81.000 Video-Kunden. Zu den Verkäufern zählen Steven J. Simmons, Spectrum Equity Investors und Spire Capital. Die Transaktion soll im dritten Quartal abgeschlossen werden.
Comcast ist auf Einkaufstour. Im Mai 2007 kauft man dem regionalen Mitbewerber Cablevision die Ableger des Sportkanals Fox Sports Network in der Bay Area und New England ab. 60 Prozent der Anteile an FSN Bay Area sowie 50 Prozent der Anteile an FSN New England, die von der Cablevision-Tochter Rainbow Media Holdings LLC gehalten werden, werden also künftig von Comcast gehalten. Die Kaufsumme beläuft sich auf 570 Millionen US-Dollar. Die New-England-Tochter ist nun zu 100 Prozent in Comcast-Besitz. Beide Programme würden infolge dessen vollständig durch Comcast betrieben.
Kabellose Kommunikationsdienste: Auch am Trend Wireless ist Comcast interessiert. Ein Jointventure mit dem Telekommunikationsunternehmen SprintNextel soll die Nutzung kabelloser Geräte für die Dienste Internet, Video und Telefonie vorantreiben. Während das Jointventure mit Motorola Sicherheitsstandards verbessern soll, arbeitet der Konzern mit den Hard- und Software-Unternehmen Microsoft, Panasonic, Pace, Samsung und TiVo zusammen, um technische Geräte zu entwickeln und Standards zu setzen.
Interaktive Medien: Einen weiteren Schritt in die digitale Welt hat Comcast mit der Gründung der Division Interactive Media im Dezember 2005 gemacht. Dieser Geschäftsbereich konzentriert sich ausschließlich auf die Entwicklung von interaktiven Medien und soll das Geschäft mit Inhalten vorantreiben. Comcast.net heißt das neue Internet-Portal, das seine Nutzer – ähnlich wie das Yahoo-Portal – mit Informationen, Unterhaltung und Web-Diensten versorgt. Das Unternehmen hat außerdem im Juni 2007 eine Repräsentanz in der 3D-Infrastruktur der virtuellen Welt von „Second Life“ der US-Firma Linden Research Inc. eröffnet und setzt damit vor allem auf Unterhaltungsangebote, um Neukunden zu akquirieren sowie Kundenbindung zu betreiben.
Im November 2007 gab Comcast bekannt, mittels einer strategischen Partnerschaft mit Microsoft seinen Internet-Service auf mittelständische Geschäftskunden zu erweitern. Microsoft bietet neben seinen Internet- und Office-Anwendungen auch die Anpassung der Software auf die speziellen Unternehmensbedürfnisse der Comcast-Kunden an. Weitere Investitionen mit einem Volumen von insgesamt etwa drei Milliarden US-Dollar sollen bis 2012 folgen. Langfristiges Ziel ist eine Verschärfung des Wettbewerbs mit den Konkurrenten AT&T und Verizon, die sich in der Vergangenheit mit ihren Internet-Angeboten bei Geschäftskunden besser positionieren konnten als Comcast.
Der Onlinehändler Amazon gibt im Februar 2007 bekannt, mit TiVo, dem Vorreiter der digitalen Videorekorder, Angebote der Amazon-Videoplattfom Unbox via TV zugänglich zu machen.
Ähnliches meldet Comcast: Comcast und die Social Networking-Plattform Facebook wollen gemeinsam Amateurvideos ins Fernsehen bringen. Sie setzen bei ihrem Service auf ein Video-on-Demand-Modell, das ein Best-Of an Videoclips anbieten soll. Auf der Webseite Ziddio, die von Comcast betrieben wird, sollen bald ausgewählte Videos der Facebook-User zu sehen sein. Die Partner planen darüber hinaus eine eigene Fernsehshow, in der sie die Filmchen dann präsentieren wollen. Noch befindet sich Ziddio in der Testphase, das Portal wird erst im Laufe des Jahres offiziell starten. Mit Werbeschaltungen auf den Webseiten und mit Werbeclips, die vor und nach den Unterhaltungs-Videos gespielt werden, erhoffen Facebook und Comcast sich Geld zu verdienen. Dieses Werbemodell ist bei der populärsten aller Videoplattformen, YouTube (Besitzer: Google), bisher nicht angedacht.
Comcast lässt seine gut besuchte Online-Präsenz ab Jahresmitte 2007 vom Suchmaschinenanbieter und Google-Konkurrenten Yahoo! vermarkten. Finanzielle Details sowie die Laufzeit des Vertrags sind unbekannt, offenbar handelt es sich um einen mehrjährigen Kontrakt. Comcast verweist auf 2,5 Milliarden Pageviews von 15 Millionen Besuchern, die zudem etwa 80 Millionen Videos monatlich laden. Mit dem Deal verbunden soll auch ein Wechsel der bisher genutzten Suchtechnologie von Google verbunden sein: Künftig soll Yahoo!-Software zum Einsatz kommen.
Aktuelle Entwicklung
2005 wurden insgesamt 786 Millionen Dollar in neue – in erster Linie digitale – Inhalte und Dienste investiert. Diese Investitionen machten sich für Comcast bezahlt. Die Abonnentenzahlen für die digitale Version des Kabelfernsehens stiegen an, über 9 Millionen Kunden nutzen das High-Speed-Internet und 1,5 Millionen die Internet-Telefonie (VoIP). Hinzu kommt Comcasts unangefochtene Dominanz im US-Kabelmarkt, das Unternehmen positionierte sich bereits 2005 mit einem Jahresumsatz von 22,255 Milliarden US-Dollar weit vor der Nummer zwei, Time Warner Cable. Außerdem kamen in den vergangenen Jahren weitere Millionen Neukunden dazu. Eine im Jahr 2005 anvisierte Übernahme der Walt Disney Corp. scheiterte.
Die Konzernführung hofft, dass sich die Investitionen und Akquisitionen der vergangenen Jahre auszahlen und dank der verbesserten Technik und Infrastruktur noch mehr Kunden gewonnen werden können, in erster Linie im Digitalbereich. Comcast treibt seine Aktivitäten im Bereich Video-on-Demand (VOD) voran. Die meisten Kabelbetreiber setzen auf diesen Trend, mit dem sie Abonnenten vom Wechsel zum Satelliten-TV abhalten wollen, das diesen Leistungsumfang nicht bieten kann.
Im Mai 2006 erfolgte die Übernahme von Susquehanna Communications (SusCom). Bisher agierte dieses Unternehmen, an dem Comcast einen Anteil von 30% hielt, in den Bundesstaaten Maine, Mississippi, New York und Pennsylvania. SusCom bringt 230.000 Kabelabonnenten und 86.000 Breitband–Internetnutzer zu Comcast. Das Telekommunikations-Unternehmen hatte erst vor kurzem kabelbasierte Telefondienste eingeführt.
Seit März 2006 verhandelt Comcast wieder einmal mit der Walt Disney Co.. Im November 2006 ist der Deal bezüglich des Disney Anteils von 39,5% an E! Networks erfolgreich abgeschlossen. Comcast zahlte 1,23 Mrd US-Dollar, um alleiniger Besitzer von E! Networks zu werden. Außerdem schloss Comcast mit Disney einen Distributionsvertrag ab. Disney setzt ab November 2006 erstmals Programme seiner 10 ABC-TV-Känale über Video on Demand ab. Über sein VOD-Netz darf Comcast künftig ABC-Serien wie "Desparate Housewives" oder "Lost" gratis an seine Kunden vertreiben. Im Gegenzug bewirbt Comcast Werbeinhalte von Disney auf seinem Breitbandportal comcast.net. Auch Disney-, Touchstone- und Miramax-Spielfilme enthält das frisch geschnürte VOD-Paket. Filme wie "Pirates of the Caribbean 2" oder "The Guardian" sind für Comcast-Kunden downloadbar, Neuerscheinungen zum Preis von je 3,99 US-Dollar, Bibliothekstitel für 2,99 US-Dollar. Brian Roberts lang gehegter Plan, näher an Disney und seine Unterhaltungsinhalte zu gelangen, nimmt Formen an. Ihn stimmt die Vereinbarung, für die er geschätzte 1 Mrd US-Dollar hingeblättert hat, enthusiastisch. "Diese Vereinbarung spiegelt unsere Fähigkeit wider, Content über multiple Plattformen zu verbreiten und signalisiert die einzigartige Zukunftsorientierung von Disney und Comcast, die Möglichkeiten der Digitaltechnologie auszuschöpfen. Doch ohne Bob Igers Führungsphilosophie und Vision hätten wir den Deal nicht machen können," erklärte Brian Roberts nach dem Geschäftsabschluss.
Seit November 2006 begann Comcast als erster Kabelnetzbetreiber der USA mit der Vermarktung von Mobilfunkangeboten. Nur in Portland, Oregon und Boston wird der Dienst bisher beworben und angeboten. Der Dienst ergänzt das Triple Play-Paket, das bereits TV-Programme, Internet-Zugang sowie einen Festnetzanschluss enthält und soll mehr Neukunden mobilisieren. Time Warner Cable, zweitgrößter US-Kabelnetzbetreiber, startete ein ähnliches Angebot wie Comcast.
Die Ergebnisse für 2006 scheinen Roberts Juniors Zukunftsvisionen Recht zu geben. Schon im 1. Quartal konnte die Comcast Corp. vor allem im Bereich Kabel neue Kunden gewinnen: 437.000 für DSL, 47.000 für Kabel und 211.000 für Telefonie. Die Umsätze im Bereich Kabel haben sich zum 3. Quartal, im Vergleich zum Vorjahr 2005, um 12%, erhöht und im Bereich Content-Angebote um 9%. Die Schlüsselkennzahlen haben sich für Comcast extrem gut entwickelt und bestätigen Brian Roberts Strategie, auf das Kabel- als Kerngeschäft zu setzen, den Bereich Content auszudehnen und Paket-Angebote wie Triple Play massiv zu vermarkten.
Der amerikanische Kabel-Dienstleister Comcast wird nach eigenen Angaben vom 11.4.07 das US-Unternehmen Fandango übernehmen. Fandango vertreibt Theater- und Kinotickets und veröffentlicht über das Internet Informationen zu Film- und Theateraufführungen. Comcast gab weiter bekannt, es wolle eine neue Internet-Seite starten. Auf der Seite, die den Namen Fancast.com erhalten werde, sollen die Nutzer Unterhaltungsangebote suchen und auf unterschiedlichen Plattformen - wie Fernsehern, Computern, und Mobilfunkgeräten - verwalten können.
Comcast ist nach eigenen Angaben der größte Aufkäufer von Video-Inhalten auf dem US-Markt, mit rund 25 Millionen Kabel-Kunden und 11,5 Millionen Breitbandkunden. Fandango und Fancast.com sollen von der Abteilung Comcast Interactive Media, die die Internet-Geschäfte des Unternehmens leitet und entwickelt, geführt werden. Damit könnte Comcast Befürchtungen von Content-Anbietern Stoff geben, dass künftig Kabelbetreiber verstärkt zu Inhalteanbietern werden und diese also den gelieferten Inhalt nicht nur selbst bestimmen, sondern auch selbst herstellen.
Comcast war in die Schlagzeilen geraten, weil das Unternehmen Kunden ausgeschlossen hat, die ihre Internet-Flatrate zu stark genutzt hatten. Laut "Washington Post", begründete Comcast diesen Schritt damit, dass "exzessive Donwloader" die Kapazität belasteten und so andere Nutzer benachteiligt würden. Ende 2007 geriet Comcast erneut ins Kreuzfeuer von Internet-Kunden, die sich bei der Nutzung von Peer-to-Peer-Portalen wie BitTorrent durch den Konzern behindert sahen. Ein Upload von Material wurde in zahlreichen berichteten Fällen durch die Unterbrechung der Internetverbindung unmöglich gemacht. Zwei Untersuchungen der Electronic Frontier Foundation (EFF) ergaben im Oktober und November 2007, dass Comcast die Verbindung zu derlei Anwendungen durch restriktives Traffic Management bewusst störe und seine marktbeherrschende Stellung ausnutze, um den Internetzugang zu regulieren. Mehrere Privatpersonen reichten Klage gegen das Geschäftsgebaren von Comcast ein und brachten damit eine Diskussion um Netzwerkneutralität in Gang.
Sprecher der Comcast Corp. erwarten bis 2009 einen jährlichen Umsatzanstieg von 12 Prozent. Im Zentrum dieser Erwartung steht eine verstärkte Nutzung der Vernetzung von Telefon, Internet und Videoanwendungen. Man glaubt, dass 20 Prozent der Comcast-Kunden die vom Unternehmen angebotenen zusätzlichen Dienstleistungen für die Digitaltelefone in Anspruch nehmen wird. Bereits in den vergangenen Quartalen habe man so Abonnenten gewinnen können. CEO Brian Roberts sagte Ende November 2007 im Interview mit “Fortune”: “We’re having the second-best year in our history in terms of growth in new products. We grew 100% last year, and we’re on pace to grow another 30% this year in new products. We’re disappointed that growth wasn’t even faster, but we’re pleased that for every customer we lost in cable, we gained ten telephone customers.“
Comcast war auf Frühjahrseinkaufstour. Nachdem für 175 Mio US-Dollar das Web 2.0-Unternehmen Plaxo, das Nutzern ein intelligentes Adressbuch bietet, gekauft wurde, dessen größter Kunde Comcast bereits war, kündigte man Ende Mai 2008 an, in das Unternehmen GridNetworks zu investieren. Über die Höhe machten die Partner keine Angaben. GridNetworks entwickelte GridCast, ein Peer-to-Peer-System, über das hochauflösende Videos über das Internet übertragen werden. Dabei ist Comcast nicht gerade als Freund von P2P-Anwendungen bekannt. Im Herbst 2007 blockierte der Konzern den Datentausch über BitTorrent, was in den USA eine Debatte über die Netzneutralität ausgelöst hatte. Forscher des Max-Planck-Instituts konnten sogar beweisen, dass Comcast BitTorrent systematisch und dauerhaft blockiert hat.
Am 25. Februar 2008 fand eine öffentliche Anhörung zu den Praktiken von Comcast statt, nachdem Comcast P2P-Verbindungen gesperrt hatte. Da diese Sperrung der Netzneutralität widerspricht, stellt sie ein Vergehen gegen die FCC-Regularien dar. Die Anhörung stellte einen Präzedenzfall dar. In einer mehr als fünfstündigen Frage-Antwort-Sitzung, die auf Einladung der Federal Communications Commission (FCC) an der Harvard Law School in Cambridge, Massachusetts, stattfand, plädierte der FCC-Vorsitzende Kevin Martin dafür, Internet-Service-Provider (ISPs) wie Comcast zu mehr Transparenz beim Netzwerk-Management zu zwingen. Zudem forderte er, dass Konsumenten alle Dienste, für die sie bezahlten, auch erhielten Comcast wurde zu der Anhörung gebeten, da es Uploads zu P2P-Bittorrent drosselte. Comcast sollte vor der FCC seine Praktiken begründen, nachdem man zuvor diese lapidare Ankündigung an Kunden versandt hatte: "Comcast wird eventuell auf limitierter Basis und zeitlich beschränkt bestimmten P2P-Traffic verlangsamen, wenn dieser einen nachteiligen Effekt für die Anwender hat".
Comcasts Vizepräsident David Cohen machte klar, Comcast sperre nur in seltenen Fällen P2P-Filesharing. Dieses Traffic-Management sei in Spitzenzeiten nötig und für die meisten Nutzer nicht wahrzunehmen. Cohen fürchte mögliche von der FCC auferlegte Strafen nicht. Die Internetpioniere und MIT-Informatiker David Reed und David Clark, hielten Comcasts Vorgehen für unangemessen. Comcast ließe Willkür walten, wenn es über die üblichen Maßnahmen, Internetstaus zu beheben, hinausgehe und Kunden und Entwickler im Unklaren darüber lasse, wann und wieso solche Eingriffe stattfänden. Comcast wurde Anfang August 2008 wie erwartet von der FCC dafür gerügt, dass es P2P-Verbindungen geblockt hatte. Die FCC sah durch Comcasts Vorgehen die Offenheit des Internets als gefährdet an, da die User beim Zugriff auf legale Inhalte behindert und bestimmte Anwendungen ausgesetzt worden seien.
Comcast plane, in Stoßzeiten den Datenverkehr von Vielnutzern zu drosseln, doch keine bandbreitenintensive Programme, etwa für Filesharing, behindern, verkündete das Unternehmen Ende September 2008. Nach einer Testphase der Netzwerkmanagementtechnik von drei Monaten in fünf US-Städten, soll das neue Konzept bis Jahresende US-weit eingeführt worden sein. Kundenbeschwerden habe es nicht gegeben, so Konzernmeldungen. Damit kommt der Kabelnetzanbieter den Auflagen der US-Kommunikationsbehörde Federal Communications Commission (FCC) nach.
Zum gärenden Streit um die Frage illegaler Downloads gaben Comcast-Vertreter im März 2009 bekannt, dass der Konzern, wie andere Provider auch, schon seit Jahren mit der Musikindustrie zusammenarbeite und Warnungen Recording Industry Association of America (RIAA) an Kunden leite. Comcast wolle sich, anders als etwa Cox, allerdings auch künftig nicht an den geplanten Zugangssprerren beteiligen.
Im 4. Quartal 2008 erlitt Comcast einen Gewinn-Rückgang von 32 Prozent, der Nettogewinn fiel von 602 auf 412 Mio. US-Dollar. Doch immerhin konnte der Umsatz um 7 Prozent auf 8,77 Mrd. US-Dollar erhöht werden. Comcast übertraf damit die Erwartungen der Analysten, denn schließlich wanderte die von Microsoft-Mitgründer Paul Allen kontrollierte, konkurrierende US-Kabelgesellschaft Charter Communications vor allem aufgrund der Finanzmarktkrise im Februar 2009 ins Insolvenzverfahren.
Als Amerikas führender Kabel-TV-Spezialist bietet Comcast Corp. als erster seiner Zunft ab Sommer 2009 in den USA einen mobilen Breitbandservice an. In Regionen, in denen keine Wi-Fi Hotspots zur Verfügung stehen, will Comcast mit seinen mobilen, regionalen Internetzugangsservices punkten. Das Serviceangebot wird zunächst in Portland, später in weiteren US-Städten zur Verfügung stellen.Mit dem Vorstoß begibt sich Comcast in direkte Konkurrenz zu Mobilfunk- und Netzbetreibern. Der WiMAX (Worldwide Interoperability for Microwave Access)-basierte Service ist allerdings auf den Einsatz bei Laptops begrenzt. WiMAX gilt als Alternative zu DSL- und UMTS-Verbindungen, wobei sich WiMAX gerade für Regionen eignet, die nicht mit DSL erschlossen sind. Der US-Mobilfunkspezialist Verizon will 2010 mit einem ähnlichen Dienst starten.
Comcast versorgt im Juli 2009 um die 24 Millionen Kunden mit Kabelfernsehen.15,3 Millionen nutzen Comcast-Internetdienste und 6,8 Millionen telefonieren über das Kabelnetz von Comcast. Der Ausbau seiner schnellen Internetzugänge mit Bandbreiten bis zu 50 MBit/s vollzieht sich plangerecht. Ein Next-Generation-Network auf Basis der DOCSIS-3.0-Technologie wurde im Großraum Philadelphia am 22.7. fertig aufgebaut. Auch in den Bezirken Bucks, Chester, Delaware, Montgomery, New Jersey und Delaware könnten Comcasts Kunden die Dienste jetzt nutzen. Laut Comcast sind potenziell fast 25 Millionen Haushalte an das seit Dezember 2008 aufgebaute Glasfaser-Hochleistungsnetz anschließbar.
Comcast Corp. erwirtschaftete im zweiten Quartal 2009 einen Gewinn von 967 Millionen US-Dollar. Im Vergleichszeitraum von 2008 verdiente Comcast (nur) 632 Millionen. Der Umsatz von Comcast legte um 4,5% auf 8,9 Milliarden US-Dollar zu. Im dritten Quartal konnte Comcast seinen Gewinn abermals deutlich steigern. Comcast meldet einen Umsatzzuwachs von rund 3 Prozent auf 8,8 Mrd. US-Dollar. Dabei verdiente der Konzern 944 Mio. Dollar oder 33 US-Cent je Aktie. Damit zog Comcast im dritten Quartal an AT&T vorbei und ist nun der größte Internet-Service-Provider (ISP) in den USA.
Wie die US-Netzbetreiber AT&T und Verizon plant auch Comcast nicht, Mittel aus dem 4,7 Milliarden US-Dollar starken Konjunkturpaket der US-Regierung zu beantragen, das die umfassende Versorgung mit Breitband- und Mobilfunknetzen in den USA zum Ziel hat. Comcast behauptet zu Recht, dass die eigene Kasse ausreichend voll sei. Zudem wollen die Netzbetreiber dem Einfluss der Regierung in unternehmerische Entscheidungen vorbeugen. Zugangsanbieter sollen bei Inanspruchnahme von Fördergeldern aus dem "American Recovery and Reinvestment Act" unbedingt die Vorgaben der US-Regulierungsbehörde FCC zur Netzneutralität beachten. Comcast aber klagt derzeit gegen die Aufsichtsbehörde FCC, weil der Konzern die FCC-Entscheidung von 2008 infolge der Bit Torrent-Datenverkehr-Drosselung nicht akzeptiert.
Comcast will weiter in den Contentbereich vorstoßen und verhandelt seit Herbst 2009 mit General Electric über die Übernahme von Teilen der GE-Tochter NBC Universal. General Electric will NBC Universal in ein Joint Venture mit dem größten US-Kabelnetzbetreiber Comcast Corp. überführen, aber selbst komplett aus dem neuen Unternehmen aussteigen. Investoren hatten GE dazu gedrängt, seinen NBC-Universal-Anteil von 80 Prozent zu verringern. Comcast soll für die Transaktion 6 Mrd. US-Dollar in bar zahlen und seine Netzwerke einbringen, womit der Konzern 51 Prozent der Anteile am Joint Venture bekäme. General Electric plant, zunächst 49 Prozent der Anteile am Gemeinschaftsunternehmen zu halten, um sie zu einem späteren Zeitpunkt abzustoßen.
Der Time-Warner-Konzernchef Jeff Bewkes hatte, als ihm der Ankauf von NBC Universal angetragen wurde, aus denselben Gründen abgewinkt, welche GE zum Verkauf veranlassen: es ist das große, neue Rätsel der Mediengeschichte, wie man mit digitalen Inhalten in Zukunft profitabel arbeiten kann. Der Kabelanbieter Comcast entscheidet sich mit seinem Investment in eine Medieninhaltesparte gegen den allgemeinen Vorsichtstrend. Er kann sich das Experiment leisten und hat vor, sein Produkt mit neuen Inhaltepaketen für Endkunden attraktiver zu machen.
Anfang Dezember wurde eine Einigung erzielt: am 3. Dezember 2009 wurde beschlossen, dass Vivendi für seinen 20-prozentigen Anteil an NBC 5,8 Milliarden US-Dollar, erhält. Comcast wird vorerst 51% am Gemeinschaftsunternehmen halten und General Electric 49 Prozent. In das Geschäft bringt Compcast Unternehmenswerte von rund 7 Milliarden US-Dollar ein.
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Presseberichterstattung:
- Süddeutsche Zeitung: Comcast - Unterm Hammer (27.07.2009)
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Ranking - Top 50 2008
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