30. Bloomberg L.P.

Umsatz 2007: $ 5,452 Mrd. (€ 3,969 Mrd.)

Überblick

einklappen

Bloomberg L.P. ist ein globaler Informationsdienstleister, dessen Service hauptsächlich aus der Übermittlung von Finanzdaten besteht. Mit dem Bloomberg Professional Service bietet Bloomberg den rund 250.000 professionellen Nutzern weltweit eine einheitliche Plattform an, über die diverse Finanz- und Marktinformationen abgerufen werden können. Zu dem Medienunternehmen gehören außerdem eine Nachrichtenagentur, ein Fernsehprogramm, Radiosender, ein Verlag und ein Onlinedienst. Bloomberg beschäftigt in 125 Ländern rund 9.400 Mitarbeiter, davon sind 2.000 als Reporter tätig. Michael Bloomberg ist mit einem Anteil von über 70 Prozent nicht nur Gründer sondern auch Haupteigner des Unternehmens. Nach seiner Wahl zum Bürgermeister von New York zog sich Bloomberg 2001 aus der Unternehmensführung zurück, seine zweite Amtszeit dauert  voraussichtlich noch bis 2009.

Basisdaten

einklappen

Hauptsitz:
Bloomberg L.P.
731 Lexington Avenue
New York, NY 10022
Telefon: +1-212-318-2000
Telefax: +1-917-369-5000
www.bloomberg.com

Branche:
Nachrichtenagentur, Internet-Dienste, Free-TV, Radio, Zeitschriften, Buchverlag
Rechtsform: Private Company
Geschäftsjahr: 01.01.-31.12.
Gründungsjahr: 1981

 

Tab. I: Ökonomische Basisdaten (Beträge in Mio. US-Dollar)

2007

2006

2005

2004

2003

2002

2001

2000

Umsatz

5.452*

4.7

k.A.

3.329

2.988

2.812

2.551

2.841

Gewinn (Verlust) nach Steuern

k.A.

1,5**

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

Beschäftigte

10,000

9,500

k.A.

8.000

8.200

8.200

7.200

7.200

* Zahl basiert auf internen Aufzeichnungen von CEO Peter Grauer, Quelle: Silicon Valley Insider

**Operating Profit

Geschäftsführung

einklappen

Geschäftsführung:

  • Dan Doctorow, President
  • Peter T. Grauer, Chairman
  • Lex Fenwick, CEO
  • Matthew Winkler, Editor in Chief
  • Tom Secunda, Research und Development
  • Beth Mazzeo, Global Data Business
  • Norman Pearlstine, Chief Content Officer


Besitzverhältnisse:
Michael Bloomberg (92%), Rest Streubesitz

Geschichte und Profil

einklappen

Michael Bloomberg bemerkt schon früh, dass weltweit betriebener Wirtschaftsjournalismus durch die Globalisierung eine Blütezeit erleben sollte. Er gründet 1981 das Unternehmen Innovative Marketing Systems und beginnt daraufhin mit der Vermarktung des Bloomberg Terminals. Der Bloomberg Terminal ist ein Computerterminal, der an einen Informationsdienst angeschlossen ist und mit dem Finanzdaten übertragen werden können. Das Angebot richtet sich vor allem an Fachkräfte, die in der Wirtschaftsbranche tätig sind.
Die finanziellen Mittel für dieses Projekt stammen aus den geschätzten 10 Millionen USD Abfindung, die Bloomberg nach seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen Salomon Brothers erhält. Seit Mitte der siebziger Jahre war Bloomberg dort als Leiter des Aktienhandels tätig gewesen. Er verlässt das Unternehmen nun kurz nach der Privatisierung.

Bloombergs Medienunternehmen besteht heutzutage neben dem reinen Informationsdienst auch aus einer Nachrichtenagentur, einem Fernsehprogramm, Radiosendern, einem Verlag und einem Onlinedienst. Diese Unternehmenszweige sollen ursprünglich vor allem der Vermarktung der Terminals dienen.
Da Bloomberg am Anfang nur ein geringes Werbebudget zur Verfügung steht, gründet er die Bloomberg Nachrichtenagentur, um dadurch eine höhere Medienpräsenz zu erreichen. Er bietet Zeitungen die kostenlose Benutzung seiner "Bloombergs" an, im Gegenzug müssen sich diese verpflichten, unter seinem Namen Meldungen abzudrucken. Seither, so erklärte Bloomberg einmal seine Strategie, könne er sich über wohlwollende Kritik freuen, da das Unternehmen als zuverlässige Nachrichtenquelle gelte. Das Fachblatt "Columbia Journalism Review" spricht in diesem Zusammenhang davon, dass sich die Journalisten für Bloombergs Werbegeschenk „mit Tinte“ revanchieren. Zeitungen, die sein Informationsangebot zu selten nutzten, drohte der Chef mit Entzug.

Der Finanzdienstleister Merrill Lynch & Co., Inc. wird mit dem Kauf mehrerer Terminals der erste Kunde von Bloomberg und sichert sich 1985 für 39 Millionen USD einen dreißigprozentigen Anteil am Unternehmen. Nach dem Einstieg von Merrill Lynch werden die Bloomberg Terminals in Serie produziert. Die Maschinen stehen heute in weltweit rund 180.000 Büros und Privatwohnungen, im Vatikan wie in der Redaktion der „New York Times“, und machen dank einer Monatsmiete pro Terminal von rund 1500 USD den Hauptumsatz des Unternehmens aus. Die Terminals informieren sekundenschnell über Börsenbewegungen in New York, Hongkong oder Frankfurt. Der interaktive Online-Service richtet sich zunächst vor allem an Börsenmakler, er ist leichter zu handhaben als die schwerfälligen Informationsdienste von Reuters und Dow Jones. Während die USA einen Wirtschaftsboom erlebten und selbst die Mittelschicht wieder nach Möglichkeiten suchen darf, Kapital anzulegen, bietet Bloomberg mit seinem Terminal die dazu nötigten Informationen: Börsendaten und Unternehmensnachrichten. Nebenbei flimmern aber auch Sportresultate, Wetterberichte und Horoskope über den Rechner, ebenso wie Kinoprogramme und Menükarten ausgewählter Restaurants. Man wolle, so Bloomberg, den vielgeplagten Brokern auch Entspannungsmomente bieten, denn im Grunde, so die Philosophie des Firmenchefs, sollten "Arbeit und Privatleben doch eins sein".

In den achtziger Jahren floriert das Unternehmen, mit der Zeit werden die über die Terminals verbreiteten Daten wichtiger als die Maschinen selbst. Der Finanzdatenhandel wird zum Kernsegment des Unternehmens, welches im Jahre 1986 in Bloomberg L.P. umbenannt wird. Auch der Aktien-Crash 1987 kann relativ unbeschadet überstanden werden, in der Folgezeit werden sogar Auslandsbüros in London und Tokyo eröffnet.

1990 steigt Bloomberg mit den Bloomberg News in das Nachrichtengeschäft ein. Die Nachrichten werden direkt über die Terminals ausgestrahlt. Die Redaktion wird dafür komplett neu gegründet, das Unternehmen stellt unter anderem Journalisten vom „Wall Street Journal“ und „Forbes“ ein. 1992 kauft das Bloomberg Unternehmen eine New Yorker Radiostation und formt diese zu einem reinen Nachrichtensender um, es folgen ein hausinternes Fernsehstudio und eine Satelliten-TV-Station. 1994 erscheint zum ersten Mal die Zeitschrift „Bloomberg Personal Finance Magazin“.

Im Internet stellt Bloomberg ab 1995 Geschäftsinformationen zur Verfügung. Kurz darauf werden Informationsangebote, die bis dahin nur über die Terminals abrufbar waren, PC-kompatibel gemacht und auch an Drittanbieter weiterverkauft. Außerdem wird das Bloomberg Tradebook eingeführt, ein elektronisches Handelssystem. Ein Jahr später wird das Unternehmen erneut verlegerisch tätig und bringt mehrere Bücher heraus. Das Tagesprogramm des New Yorker Fernsehsenders WPXN wird nun ebenfalls von Bloomberg produziert. Michael Bloomberg kauft zu dieser Zeit für 200 Millionen USD zehn Prozent der Unternehmensanteile von Merrill Lynch zurück. Das Unternehmen hat einen geschätzten Marktwert von zwei Milliarden USD.

1998 verdrängt das Unternehmen Bridge Information Systems, das mittlerweile zu Reuters gehört, durch den Kauf der Down Jones Märkte Bloomberg von Platz zwei auf Platz drei der am häufigsten installierten Finanzinformationsterminals. Bloomberg vergrößert sich trotzdem durch Kooperationen mit Internetfirmen sowie durch die Herausgabe der Magazine „Bloomberg Money“ (1998) und „Bloomberg Wealth Manager“ (1999). Auch eine Kooperation mit der Australischen Börse und einem spanischen Fernsehsender erweitert das Tätigkeitsfeld des Unternehmens. 2000 wird das E-Commerce-Portal von Merrill Lynch für Bloomberg-Kunden zugänglich gemacht. 2004 verkündet das Unternehmen, dass es den Sender E! Entertainment Television für die nächsten drei Jahre mit Wirtschaftssendungen beliefern wird.

Die ersten Jahre des neuen Jahrzehnts werden für Bloomberg auch durch den harten Wettbewerb mit den beiden großen Konkurrenten Thomson und auf dem deutschen Markt vor allem mit Reuters geprägt. Im Jahr 2001 wird Bloomberg auf Schadensersatz wegen Verbreitung einer Falschmeldung verklagt, die zu heftigen Kursverlusten des Unternehmens Emulex geführt hatte. Der Skandal löst Diskussionen darüber aus, ob der harte Wettbewerb zwischen den Informationsanbietern und der daraus resultierende Zeitdruck die Qualität der Berichterstattung zu stark beeinflusse. In dieser Zeit werden bei Bloomberg auch mehrere Magazine eingestellt, darunter 2003 das bekannte „Bloomberg Personal Finance Magazine“. Im Gegenzug ist das bis dahin nur im Abonnement vertriebene „Bloomberg Markets“ nun auch im Einzelhandel erhältlich. Im gleichen Zeitraum werden vor allem in der Belegschaft der Bloomberg-News-Sparte Stimmen laut, die einen Qualitätsverlust der Berichterstattung aufgrund eines journalistisch unqualifizierten Managements fürchten. Nach einem Artikel der Welt sprechen Aussteiger von einem „journalistischen Sweat-Shop“. Der Protest gipfelt 2004 in der Bestrebung, eine Gewerkschaft zu gründen. Der Konkurrent Reuters freut sich über zahlreiche Bewerbungen aus dem Hause Bloomberg, viele Journalisten verlassen das Unternehmen. Zur Unterstützung der Gewerkschaftsgründung wurde eine eigene Webseite ins Leben gerufen. Diese wurde von der Zeitungsgilde unterstützt. Mit der Seite sollten Angestellten davon überzeugt werden, an der Vorabstimmung für die Gewerkschaftsgründung teilzunehmen. Hierfür hätte die relative Mehrheit der Angestellten für eine Gewerkschaft stimmen müssen. Nach knapp zwei Jahren wurde die Webseite eingestellt, da sich nur sehr wenige Angestellte für eine Gewerkschaft aussprechen wollten. Gründe hierfür wurden zum einen in der sehr guten Bezahlung und den guten Arbeitsbedingungen gesehen als auch in der Angst vor einem drohenden Jobverlust.

Nach Bloombergs Ankündigung Ende 2004, nach seiner Amtszeit nicht mehr zum Unternehmen zurückzukehren, kochen die schon länger kursierenden Verkaufsgerüchte wieder hoch: Im Februar 2005 wurde spekuliert, ob die Microsoft Corperation die Firma übernimmt, nachdem bereits Thomson und Pearson PLC (Pearson in der Mediendatenbank) als Interessenten gehandelt wurden. Die Übernahmespekulationen haben sich aber in den folgenden Jahren nicht bewahrheitet, vielmehr wird Bloomberg selbst zum Käufer. Im April 2006 übernimmt Bloomberg das Unternehmen Brainpower N.V., einen europäischen Investment-Software-Anbieter.

Im Oktober 2007 kommt Bloomberg L.P. in die Schlagzeilen, weil erneut mehrere Frauen gegen das Unternehmen klagen. Es ging wie schon bei dem Prozess Anfang der 90er Jahre darum, dass Frauen, nachdem sie dem Unternehmen ihre Schwangerschaft mitgeteilt und Mutterschaftsurlaub genommen hatten, in der Bezahlung herabgestuft und auf schlechtere Posten versetzt wurden. Bloomberg begründet die Klagen gegen sein Unternehmen damit, dass er aufgrund seiner Popularität ein öffentlichkeitswirksames Ziel darstelle. Nur deshalb werde sein Unternehmen für etwas angeklagt, was auch in anderen Unternehmen nicht ungewöhnlich sei. Die Gerichtsverhandlungen fördern zutage, dass Michael Bloomberg wohl hingegen seinen Beteuerungen noch stark mit der Führungsspitze seines Unternehmens in Kontakt steht. Dies ist insofern interessant, da er die Mitarbeit in dem Unternehmen in Hinblick auf seinen Posten als Bürgermeister bisher verneint hatte. Die New York Times zitiert in diesem Zusammenhang allerdings Rechtsexperten, die das Verhalten Michael Bloombergs als legitim einstufen. Während ursprünglich nur vier Frauen im Oktober 2007 geklagt hatten, stieg die Zahl der Klägerinnen bis Mai 2008 auf insgesamt 61 an. Die Aussagen werden laut New York Times im Sommer 2008 aufgenommen, eine erste Voruntersuchung ist für September 2008 geplant.

Management

einklappen

Michael Rubens Bloomberg wurde am 14. Februar 1942 geboren. Er stammt aus einer kleinbürgerlichen Familie und wuchs in einem kleinen Ort in Massachusetts auf. Demut und Bescheidenheit galten nie als Stärken von Bloomberg. "Ich glaube, dass ich alles besser kann" lautet einer seiner typischen Sprüche. Immerhin dürfte ihm sein Selbstbewusstsein geholfen haben, binnen 15 Jahren vom Sekretär zum Leiter des Aktienhandels bei Salomon Brothers aufzusteigen. Er war immer etwas früher und etwas länger im Büro als seine Vorgesetzten und wurde so zu einem der bestbezahlten Wall-Street-Broker der Investmentbank Salomon Brothers. 1981 aber ging sein Ehrgeiz zu weit: Bloomberg forderte mehr Macht und musste gehen. Er erhielt zehn Millionen USD als Abfindung, die er zum Aufbau seines Medienunternehmens nutzte.

Die Arbeitshaltung und Prinzipien, die er für seinen Erfolg als Börsenmakler verantwortlich machte, übertrug er auf seine neue Karriere als Medienunternehmer. In der hauseigenen Kantine liegen Snacks, Getränke und Obst zum Mitnehmen bereit. Er zahlt übertariflich. Dafür verlangt er von den Angestellten, dass sie hochmotiviert sind und auch Überstunden ohne Klagen hinnehmen. Jeder neue Mitarbeiter erhält das Buch des Chefs und eine dreihundertseitige Verhaltensfibel. Um Klagen wegen sexueller Belästigung zu vermeiden, zensiert Bloomberg seine Mitarbeiter und hat seinen Terminal für gewisse Ausdrücke gesperrt.

Im Februar 2001 hat sich Bloomberg, im Forbes Ranking auf Platz 34 der 400 reichsten Amerikaner, aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen und widmet sich seither seiner dritten Karriere - der Politik. Eigentlich war er stets den Demokraten wohlgesonnen. Um seine Chancen zu erhöhen, ließ er sich jedoch von den Republikanern nominieren und wurde am 6. November 2001 zum Nachfolger von Rudolph Giuliani zum New Yorker Bürgermeister gewählt. Seine Wahl wurde von einigen kritisiert, da Bloomberg sein großes Vermögen für Wahlwerbung in gigantischen Ausmaßen genutzt hatte. Da er keine öffentlichen Gelder für den Wahlkampf in Anspruch nehmen musste, war er auch nicht an die damit einhergehende Beschränkung bei den Ausgaben gebunden. So investierte er insgesamt mehr in Eigenwerbung als alle anderen Konkurrenten zusammen. 2005 gewann Bloomberg erneut mit 59 Prozent der Stimmen und einem Abstand von 20 Prozent zur Konkurrenz. Umfragen deuten darauf hin, dass New Yorks Bürger wesentlich zufriedener mit Bloombergs Leistung sind als ursprünglich angenommen.

Die Tagesgeschäfte des Unternehmens führt seit Bloombergs Rückzug Matthew Winkler, ein ehemaliger Journalist des "Wall Street Journals". Eigentlich wollte Winkler Bloomberg nur interviewen, als dieser seine Terminals entwickelte. Bloomberg schien ihn aber so sehr zu überzeugen, dass Winkler bei ihm anheuerte und später Chefredakteur von Bloomberg News wurde.
Zum Chairman von Bloomberg L.P. wurde Peter Grauer im März 2001 ernannt. Er ist seit 1996 Mitglied des Vorstandes. Vorher war er bei Donaldson, Lufkin & Jenrette als Managing Director tätig, außerdem gründete er die Private-Equity-Firmen DLJ Merchant Banking Partners und DLJ Investment Partners. Donaldson, Lufkin & Jenrette wurde 2000 von Credit Suisse übernommen. Für den europäischen Markt ist weiterhin Katherine Oliver eine wichtige Person. Sie hat als  „Worldwide General Manager of Bloomberg Radio and Television“ innerhalb von fünf Jahren Bloomberg TV in Europa komplett aufgebaut.

Die Aufgaben des Top-Managements wurden im Februar 2005 neu verteilt. Dabei wurde Chairman Peter Grauers Position laut „New York Times“ gefestigt, CEO Lex Fenwick musste jedoch Einfluss abgeben und ist nur mehr für die Verkaufsabteilungen zuständig. Einige Angestellte hatten an seinen scheinbar ruppigen Ton Anstoß genommen. Tom Secunda (Forschung und Entwicklung) und Matthew Winkler (Redaktion) erhielten dem Vernehmen nach den gleichen Status wie Fenwick. Alle drei berichten an Grauer. Auch Winkler ist unter manchen Angestellten wegen seines als schlecht empfundenen Führungsstils nicht sehr beliebt. Von den angestellten Redakteuren wird auch beklagt, dass die Qualität der journalistischen Arbeit in der Bloomberg News Sparte Mängel aufweise, die durch ein unprofessionelles Management ausgelöst worden seien. Viele Journalisten hätten das Unternehmen aus diesem Grund in den vergangenen Jahren verlassen.

Michael Bloomberg selbst will angeblich nicht zu seiner Firma zurück, die mittlerweile eine neue Zentrale an Manhattans Upper East Side bezogen hat. Der Wert des 72-prozentigen Anteils von Bloomberg an seiner Firma wird heute auf fünf bis sechseinhalb Milliarden USD geschätzt. Er kann es sich leisten, als Bürgermeister für ein symbolisches Gehalt von einem US-Dollar zu arbeiten. Mit Bloombergs Überraschungssieg setzte eine Diskussion ein, ob und wie er das Amt mit seinen Interessen als Medienunternehmer vereinbaren kann - ohne Ergebnis, denn Bloomberg hält immer noch die übergroße Mehrheit der Anteile. Für dieses Verhalten spricht, dass er sich nie zu sehr in die journalistische Arbeit eingemischt habe, schreibt die "Washington Post". Selbst Kritiker erinnern sich an seine Fairness. Die wichtige Geschäftsbeziehung zur Investmentbank Merrill Lynch habe Bloombergs Reporter nicht gehindert, kritisch über das Finanzhaus zu berichten, obwohl Merrill Lynch als Erster die Terminals gemietet und später 20 Prozent der Firma erworben hat. Dabei lässt sich sagen: So wichtig die Redaktionen für das Marketing sind, so gering ist ihr Einfluss auf den Umsatz, der zu 97 Prozent aus dem Verkauf bzw. der Vermietung der Terminals kommt. Nur 2000 der rund 9000 Mitarbeiter gehören zur Redaktion. Das heißt, dass die Zukunft des Unternehmens nicht von den redaktionellen Innovationen abhängt, wie die New York Times analysiert. Das Hauptgeschäft von Bloomberg ist der Verkauf von Wirtschaftsdaten. Deshalb wird vor allem Tom Secunda, der zuständig ist für die Erhebung der Daten, für die Zukunft eine wichtige Rolle zugeschrieben.

Ende 2007 ernannte Bloomberg den stellvertretenden Bürgermeister von New York, Daniel L. Doctoroff, zum Presidenten von Bloomberg L.P. Diese Ernennung führte zu Kritik, da Bloomberg zuvor Doctoroff all die delikaten medienbezogenen Sachverhalte regeln ließ, die er aus Gründen der möglichen Befangenheit als Besitzer eines großen Medienunternehmens nicht selbst bearbeiten konnte.
Die Verhandlungen der Stadt New York und dem Breitbandnetzanbieter Verizon übernahm Doctoroff, da sich Bloomberg mit Bloomberg TV auch im Bereich Kabelfernsehen engagiert. Als der Finanzdienstleister Merill Lynch, die einen 20-prozentigen Anteil an Bloomberg L.P. halten, aus Manhattan wegziehen wollte, verhandelte Doctoroff anstelle von Michael Bloomberg.
Kritiker befürchten jetzt, dass Doctoroff gerade im Zusammenhang mit seinem Hintergrundwissen von den Verizon-Verhandlungen als President von Bloomberg L.P. schon zu gut eingearbeitet ist. Die freundschaftliche Beziehung zwischen Doctoroff und Bloomberg wird auch als ein weiterer Hinweis dafür gesehen, dass Bloomberg sich nicht wie versprochen aus der Führung von Bloomberg L.P. heraushalten will.

Im März 2008 setzte Doctoroff den Journalisten Norman Pearlstine als Chief Content Officer, also als Chef der Journalismus-Sparte des Unternehmens, ein. Dieser Schritt zog die Vermutung nach sich, dass sich  Bloomberg L.P. in Zukunft stärker auf das Nachrichtengeschäft orientieren will, um im Fall eines Umsatzrückganges bei dem Verkauf der Bloomberg Terminals über ein zweites Standbein zu verfügen. Norman Pearlstine war vorher Spitzenredakteur bei Time Inc. und dem Wall Street Journal. Die Position bei Bloomberg wurde eigens für ihn geschaffen. Durch diesen Schritt soll womöglich der Einflussbereich von Winkler verkleinert werden, der wiederholt als Grund für das schlechte Betriebsklima in Bloombergs Newssparte genannt wurde.

Geschäftsfelder

einklappen

Informationsdienst
Der Informationsdienst Bloomberg Professional Service funktioniert als einheitliche Plattform, auf der interaktive Finanzdaten, Nachrichten, Berichte und Analysen dargestellt werden. Außerdem sind weitere Funktionen wie E-Mail und E-Commerce in die Plattform integriert. Das Interface-Design wird häufiger als unmodern moniert und mit dem Layout von MS DOS verglichen.
Für die Nutzung des Informationsdienstes wurde lange Zeit ein so genannter Bloomberg Terminal benötigt, der in Form und Funktion einem Computerbildschirm ähnelt. Mittlerweile sind viele Informationen auch über die 1995 entstandene Internetseite abrufbar. Bloomberg forciert die Verbreitung von Bloomberg Anywhere, das aus Sicherheitsgründen nur über eine biometrische Personenerkennung zugänglich ist. Dadurch müssen Unternehmen für einzelne Angestellte einen kompletten Account bezahlen, während sich vorher mehrere Angestellte den Zugang zu einem Bloomberg Terminal teilen konnten. Auch Preisanhebungen haben unter den Kunden zu Unmut geführt. Bloomberg kann die genannten Änderungen relativ unproblematisch durchsetzen, da beispielsweise die Messaging-Funktion der Terminals ein weit verbreitetes Kommunikationsmittel in der Branche ist. Unternehmen sind auf die Kontaktmöglichkeit über die Terminals angewiesen, somit wird ein Anbieterwechsel erschwert.

Da die meisten Kunden für 17.000 bis 20.000 USD Jahresgebühr nur wenige der tausend Funktionen nutzen, ist fraglich, ob ein Konkurrent die wichtigsten Funktionen nicht billiger anbieten könnte. Problematisch für Bloomberg ist dabei vor allem die Konkurrenz aus dem Internet, zum Beispiel durch Yahoo Finance oder Google Finance. Diese Dienste sind zwar zurzeit noch nicht so ausgereift wie die Bloomberg Terminals, entwickeln sich allerdings schnell weiter und sind vor allen Dingen kostenlos. Bloombergs Hauptkonkurrent Thomson-Reuters scheint darüber hinaus durch eine breitere Angebotsstruktur für zukünftige Veränderungen des Marktes besser aufgestellt zu sein. Im Gegensatz zu Bloomberg ist dieser Informationsanbieter nicht vom Wohlergehen der Finanzbranche abhängig, da sein Kundenstamm beispielsweise auch aus Medizinern oder Wissenschaftlern besteht.

Nachrichtenagentur
1990 startet Bloomberg seine Nachrichtenagentur Bloomberg Business News (heute "Bloomberg News"), die zunächst nur Wirtschaftsnachrichten, mittlerweile aber auch Informationen aus Politik und Sport verbreitet. Rund 2.2000 Journalisten sind weltweit für Bloomberg News aktiv, sie produzieren täglich 5.000 Artikel.  Neben den Bloomberg Medien, für die der Nachrichtendienst die wichtigste Quelle darstellt, verfügen auch noch 400 weitere Zeitungen und Zeitschriften über Lizenzen und können so auf das Informationsangebot zurückgreifen.  Eine seit 2002 bestehende Kooperation mit der Zeitung Herald Tribune wurde Ende 2007 aufgelöst, da die Zeitung von da an mit Bloombergs starkem Konkurrenten Reuters zusammenarbeiten will.

TV & Radio
Seit 1994 gibt es Bloomberg TV. "Wenn man erfolgreich sein will, muss man alle Medien bedienen", sagt Bloomberg. Markant für Bloomberg TV war lange Zeit das Fensterprinzip eines geteilten Bildschirms, der sogenannte „Multiscreen“. Neben dem normalen TV-Bild gab es noch verschiedene Informationsboxen mit den wichtigsten Aktienindizes, Devisenkursen und Infografiken auf der rechten Seite des Bildschirms sowie einen Presseticker und die aktuellen Aktienkurse am unteren Rand des Bildschirms als Laufband. Der Multiscreen wurde Mitte 2007 in den USA und in den darauf folgenden Monaten weltweit durch ein Vollbild ersetzt. Übrig blieben der Presseticker sowie der „Data Display Crawl“, auf dem die Informationen dargestellt werden, die früher in den Infoboxen zu sehen waren. Im Presseticker laufen neben Finanzinformationen auch Sportergebnisse und Weltnachrichten.
Das Netzwerk von Bloomberg TV besteht aus zehn eigenständigen Sendern, die in sieben Sprachen rund um die Uhr ausstrahlen. Weltweit könnten insgesamt 200 Millionen Haushalte erreicht werden, davon 43 Millionen in Europa.
Das Programm von Bloomberg Radio wird von 840 Radiostationen weltweit übernommen und ausgestrahlt. Es handelt sich hierbei um ein reines Nachrichtenprogramm. Der Hauptsender von Bloomberg Radio ist BLOOMBERG 1130 (WBBR-AM) in New York. 

Online
Das Internetangebot des Unternehmens Bloomberg.com wurde 1995 eingeführt. Neben aktuellen Marktdaten, Wirtschaftsnachrichten und Hintergrundberichten können die Nutzer auf umfassende Datenbanken zugreifen. Die Wirtschaftsdaten decken einen Großteil der Regionen der Welt ab und bieten zum Beispiel Informationen zu Währungen, Aktien und Fonds.
Bloomberg Television und Bloomberg Radio übertragen ihr Programm auf Bloomberg.com online. Ausgewählte Sendungen sind auch als Podcasts erhältlich. Bloomberg.com dient so als Plattform für das gesamte Medienangebot des Unternehmens.

Print
Bloomberg ist im Print-Bereich mit einem Buchverlag und einer Fachzeitschrift vertreten. Außerdem publiziert Bloomberg Auftragsarbeiten für wichtige Kunden, so zum Beispiel "On Investing" für Charles Schwab.
Der Verlag Bloomberg Press verlegt Bücher zu finanzthematischen Fragestellungen sowohl für Fachpublikum als auch im General-Interest-Bereich. Seit 1996 sind bereit 140 Titel erschienen. Die Bücher werden von Finanzspezialisten, darunter auch Redakteure von Bloomberg News, geschrieben und erscheinen in mehr als zwanzig Sprachen. In den USA und Kanada verlegt Bloomberg Press die Economist Reihe.
Das vom Unternehmensbereich „Periodicals Publishing“ herausgegebene Magazin BLOOMBERG MARKETS erscheint monatlich und richtet sich speziell and die rund 250,000 Nutzer von Bloomberg Professional. Die Themen sind wirtschaftsbezogen, behandelt werden zum Beispiel Entwicklungen auf den Finanzmärkten, Unternehmensnachrichten, Personalia sowie verschiedene Schwerpunktthemen. Das Magazin wurde für seine journalistische Qualität mit über fünfzig Preisen ausgezeichnet.
Seit 2000 wurden mehrere Magazine eingestellt, darunter das in England erscheinende Magazin „Bloomberg Money“ (2001) und das in den USA erscheinende Magazin „Bloomberg Personal Finance“ (2003). Eine Woche nach der Einstellung von „Bloomberg Personal Finance“ verkündet das Unternehmen, dass das Magazin „Bloomberg Markets“, welches bis dato nur als Abonnement erhältlich war, zukünftig auch über den Handel vertrieben werden soll.

Engagement in Deutschland

einklappen

Das private deutsche Fernsehprogramm Bloomberg TV wird seit dem 4. August 1998 in Hessen ausgestrahlt und ist seit August 1997 bundesweit zu sehen. Sitz des Senders ist die Finanzmetropole Frankfurt am Main. Geschäftsführerin und Medienmanagerin für Bloomberg TV in Deutschland ist Una Evelyn Brodherr. Die Programmleitung wird von Ken Kohn verantwortet und der Chefredakteur von Bloomberg TV ist Wilhelm Kötting.
Mittlerweile können 85 Prozent der deutschen Haushalte das werbefinanzierte Programm kostenlos empfangen. Über Kabel ist Bloomberg TV digital rund um die Uhr verfügbar, analog in bestimmten Zeitfenstern. Das Programm wird auch online über DSL und als IP-Stream übertragen. Nach einer Studie von forsa hatte Bloomberg TV 2006 durchschnittlich 769.000 Zuschauer pro Tag, über 60.000 mehr als noch 2005 (Quelle GWP/forsa 05/06 2006, BRD, E14+, BLOOMBERG Seher täglich).
Mitte 2007 erweitert Bloomberg TV sein Programm in Deutschland. Hinzu kommen zwei neue Sportformate, ein Magazin für den Mittelstand und zwei Nachrichten-Service-Sendungen.
Seit Anfang Oktober 2007 kooperiert Bloomberg in Deutschland außerdem mit dem Handelsblatt. Die gemeinsam gestaltete Marktberichterstattung „Marktplatz by Bloomberg“ erscheint auf der letzen Seite der Finanzzeitung.

Aktuelle Entwicklungen

einklappen

Im Wettbewerberfeld wurde eine weit reichende Entscheidung getroffen. Die Fusion der Unternehmen Thomson (Kanada) und Reuters (Großbritannien), die in direkter Konkurrenz zum Angebot Bloombergs stehen, wurde genehmigt. Sowohl das neu geschaffene Unternehmen Thomson Reuters als auch Bloomberg haben nun Markanteile von ungefähr je einem Drittel. Noch ist nicht entschieden, wer von beiden letztendlich die Marktführerschaft übernimmt, und es wird vermutet, dass sich das Duopol noch einige Zeit halten wird.

Im Juli 2008 hat der angeschlagene Finanzriese Merrill Lynch überraschend seinen Anteil von 20 Prozent an Bloomberg L.P. verkauft. Michael Bloomberg kaufte die Anteile für 4,5 Milliarden Dollar selbst auf. Der Wert des Unternehmens wird somit auf ungefähr 22 Milliarden Dollar geschätzt. Michael Bloomberg, der laut New York Times nun 92 Prozent am Unternehmen besitzt, verfügt damit über ein weitaus größeres Vermögen als bislang angenommen.

Die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise ist Chance und Problemfall für Bloomberg LP, wie Vanity Fair berichtet. Chance, weil es für einen Finanzdienst nun viel zu berichten gibt. Problemfall, weil Bloombergs Geschäft auf der Vermietung von Finanzterminals beruht und Kunden abspringen: Allein durch die bankrott gegangene Bank Lehmann Brothers verlor Bloomberg mehr als 3000 bis 4000 Kunden (von mehr als 290.000 Benutzern). Wirtschaftspublikationen schätzten, dass andere Banken mehrere Tausend Terminals zurückgegeben haben (laut Business Week: 8000 Terminals). Krisenzeiten eröffnen aber auch neue Möglichkeiten: Da Zeitungen sparen müssen und Redakteure entlassen, bietet Bloomberg Zeitungen an, Finanzseiten für sie in Auftrag zu produzieren. Solche Outsourcing-Verträge hat Bloomberg mit weltweit zehn Zeitungen geschlossen, darunter dem Tagesanzeiger in Zürich und dem Miami Herald. Dabei bietet Bloomberg nicht nur Finanznachrichten an, sondern auch Themen wie Kultur und Gesundheit.

Neben dem strategischen Outsourcing setzten Peter Grauer und Dan Doctoroff in ihrer Strategie stärker als bisher aufs Internet und haben dazu im Oktober 2008 Andrew Lack engagiert, der für NBC und Sony-BMG arbeitete. Er soll eine multimediale Abteilung aufbauen, in der Internet, Radio und Fernsehen vereint werden. Diese Sparte sei nach Auffassung von Doctoroff in der Vergangenheit vernachlässigt worden, weil man auf die Vermietung der Terminals fokussiert war.

Chefredakteur Matthew Winkler dagegen musste (oder wie er sagt: konnte) Zuständigkeiten abgeben: Nachdem Lack den Online-, Radio- und TV-Bereich übernommen hatte, gab Winkler angeblich auch Kontrolle im Print-Bereich ab. Er selbst habe das so gewollt, hieß es bei Bloomberg. Monate zuvor hatte er Vanity Fair allerdings noch versichert, dass er ständig an Geschichten denke und sie entwickle – so als könne er sich nichts anderes vorstellen. Spekuliert wird, dass dies mit dem Engagement von Norman Pearlstine zu tun hat, der bereits viele Jahre davor bei Dow Jones Winklers Chef war. Winkler selbst sagte vor Pearlstines Antritt bei Bloomberg, dass alles, was er im Journalismus gelernt habe, er einst von Pearlstine gelernt habe. Möglich aber auch, dass Winkler tatsächlich Zuständigkeiten freiwillig abgibt und es als Befriedigung empfindet, dass er nun auf gleicher Ebene wie sein einstiger Chef agiert und er für Bloomberg das journalistische Fundament gelegt hat.

In den vergangenen Jahren hatte Bloomberg LP mehr als 300 Mitarbeiter für die weltweit 135 Büros eingestellt, wobei die Chefs in regelmäßigen Gesprächen mit Bankern erfahren, in welchen Märkten sie ihre Berichterstattung ausbauen sollen. Es kann sein, dass sie nach so einem Treffen spontan 30 neue Redakteure und Reporter einstellen, um über ein Fachgebiet zu berichten, und damit dann Tausende neue Kunden gewinnen, die alle zwischen 1500 und 1800 Dollar monatlich für das Terminal zahlen.  

Im August 2008 hat Bloomberg Gleitzeit- und Heimarbeit eingeführt und erlaubt Mitarbeitern nun, die Wochenarbeitszeit zu reduzieren. Die Arbeitsmoral des Gründers Michael Bloomberg sah vor, dass jeder frühmorgens antritt und seinen Computerplatz bis spät abends nicht bzw. kaum verlässt und für den Rest des Abends und die Wochenenden Arbeit mit nach Hause nimmt. Dafür entschädigte das Unternehmen mit hohen Gehältern.

Allerdings ist auch Bloomberg LP nicht immun gegen Krisenzeiten. Erstmals seit der Gründung 1981 musste das Unternehmen im Jahr 2009 Mitarbeiter entlassen und teilte im Februar 2009 mit, man habe in den Bereichen Radio und Fernsehen 100 Mitarbeiter entlassen. Dazu habe man die Bereiche weltweit neu organisiert, sagte eine Sprecherin. Betroffen waren allerdings vor allem Mitarbeiter, die in New York für diese Bereiche tätig waren. Das Unternehmen betonte allerdings, die Entlassungen hätten nichts mit der Rezession zu tun. Vielmehr seien sie der Reorganisation der Multimedia-Abteilung geschuldet. Andrew Lack will aus weltweit elf Sendern einen einzigen Sender auf Englisch machen, berichtet die New York Times. Dazu wolle Bloomberg LP nach eigenen Worten innerhalb des nächsten Jahres rund 1000 Mitarbeiter neu einstellen, vor allem in New York. Erstmal werden aber Leute entlassen: Tage nach der Ankündigung berichteten der Guardian und Reuters, Bloomberg wolle in London auf weitere 80 Mitarbeiter in den Bereichen Radio und Fernsehen verzichten.

Gründer und Eigentümer Michael Bloomberg, der laut Forbes seit 2009 der reichste Bürger von New York ist (und 16 Milliarden Dollar besitzt), plant nicht, zu seinem Unternehmen zurückzukehren. Er strebt 2009 eine dritte Amtszeit an und begründet die Ausnahmeregelung, dass New York in wirtschaftlichen Krisenzeiten einen erfolgreichen Unternehmer wie ihn nötiger denn je habe.

Grafik

einklappen
Quelle: “Thompson-Reuters verdrängt Bloomberg”, FAZ.net vom 08.05.2007

News

14.10.09 / The McGraw-Hill Comp. Inc., Bloomberg L.P.

Bloomberg kauft Wirtschaftsmagazin BusinessWeek

Der US-amerikanische Finanzinformationsdienstleister Bloomberg L.P. hat sich in einem Bieterwettstreit gegen 25 Interessenten durchgesetzt und das Wirtschaftsmagazin BusinessWeek von Medienkonzern McGraw-Hill übernommen. Über die...

» mehr

07.10.09 / Bloomberg L.P., Cox Enterprises Inc.

Forbes: Vermögen der US-Medienunternehmer schrumpfen

Das Vermögen der 25 reichsten Medienunternehmer der USA ist innerhalb eines Jahres insgesamt um mehr als ein Viertel geschrumpft. Zu diesem Ergebnis kommt das jüngste Forbes-Ranking, das die 400 reichsten US-Amerikaner in einer...

» mehr