7. Bertelsmann AG
Umsatz 2008: € 16,118 Mrd.
Überblick
Die Bertelsmann AG mit Hauptsitz in der westfälischen Kreisstadt Gütersloh bezeichnet sich selbst gerne als "internationalstes Medienunternehmen" der Welt. Tatsächlich besteht das Unternehmenskonglomerat aus ca. 1200 Einzelfirmen oder Firmenbeteiligungen, besitzt Tochterunternehmen in über 50 Ländern und beschäftigt weltweit über 106.000 Mitarbeiter. Bertelsmann ist damit das größte Medienhaus Europas und einer der Mediengiganten der Welt. Die Produktpalette reicht von traditionellen Buchclubs, mit denen die Erfolgsgeschichte Bertelsmanns im Nachkriegsdeutschland begann, über Druckdienstleistungen, Software-Entwicklung und TV-Kanäle bis hin zu Radiostationen. Zudem baut Bertelsmann sein Dienstleistungsgeschäft aus und setzt unter anderem darauf, Dienstleistungen von Kommunen zu übernehmen.
Basisdaten
Hauptsitz
Carl-Bertelsmann-Straße 270
Postfach 111
33311 Gütersloh
Telefon: 05241-80-0
Telefax: 05241-751-66
Internet: www.bertelsmann.de
Branche: Zeitungen, Zeitschriften, Buchverlage, Buchclubs, Tonträger, Musiklabel, Musikclubs, Video/DVD, Druckereien, Druck- und Mediendienstleistungen, Free-TV, Radio, Film-/TV-Produktion, Multimedia, Internet-Services, E-Commerce, Rechtehandel
Rechtsform: Aktiengesellschaft (seit 1971)
Geschäftsjahr: 01.01. - 31.12.
Gründungsjahr: 1835
2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001* | |
Umsatz (in Mio. €) | 16.118 | 18.758** | 19.297 | 17.890 | 17.016 | 16.801 | 18.312 | 18.979 |
Gewinn (Verlust) nach Steuern (in Mio. €) | 270 | 405 | 2.424 | 880 | 1.032 | 154 | 928 | 1.235 |
Beschäftigte | 106.083 | 102.397 | 97.132 | 88.516 | 76.266 | 76.266 | 80.632 | 80.296 |
* Pro forma - Umstellung des Geschäftsjahres auf Kalenderjahr
** Im Geschäftsbericht 2008 führt die Bertelsmann AG für das Vorjahr einen Konzernumsatz in Höhe von 16,191 Mrd. Euro auf. Diese Zahl bezieht sich auf die fortgeführten Aktivitäten der Bertelsmann AG. Gesondert ausgewiesen wird der Umsatz der nicht fortgeführten Aktivitäten für das Jahr 2008 (1,404 Mrd. Euro) und das Jahr 2007 (2,567 Mrd. Euro).
Geschäftsführung
Geschäftsführung / Vorstand:
- Harmut Ostrowski, Vorstandsvorsitzender
- Thomas Rabe, Finanzen / Corporate Center / Leiter des Unternehmensbereichs BMG
- Markus Dohle, Random House
- Rolf Buch, Arvato
- Gerhard Zeiler, CEO RTL Group
Aufsichtsrat:
- Reinhard Mohn, Ehrenvorsitzender (verstorben am 03.10.2009)
- Prof. Dr. Jürgen Strube, Vorsitzender des Aufsichtsrats der BASF AG, Ludwigshafen und Gesellschafter der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft mbH, Gütersloh (Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats)
- Dr. Wulf Bernotat, Vorsitzender des Vorstands der E.ON AG, Düsseldorf
- John R. Joyce, Managing Director von Silver Lake Partners, New York
- Dr. Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Merck KGaA, Darmstadt
- Dr. Hans-Joachim Körber, Vorsitzender des Vorstands der Metro AG, Düsseldorf
- Oswald Lexer, Stellvertretender Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Bertelsmann AG, Gütersloh
- Prof. Dr.-Ing. Joachim Milberg, Vorsitzender des Aufsichtsrats der BMW AG, München
- Liz Mohn, Stellvertretende Vorsitzende des Vorstands und des Kuratoriums der Bertelsmann Stiftung, Vorsitzende der Gesellschafterversammlung und Geschäftsführerin der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft mbH, Gütersloh
- Christoph Mohn, Chief Executive Officer Lycos Europe N.V., Gesellschafter der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft mbH, Gütersloh
- Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe und Gesellschafterin der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft mbH, Gütersloh.
- Erich Ruppik, Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Bertelsmann AG und Gesellschafter der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft mbH, Gütersloh
- Richard Sarnoff, Vorsitzender der Führungskräftevertretung der Bertelsmann AG und President Bertelsmann Digital Media Investments, New York
- Lars Rebien Sørensen, President und Chief Executive Officer der Novo Nordisk A/S, Bagsvaerd
Besitzverhältnisse: Bertelsmann-Stiftung (76,9 %), Familie Mohn (23,1 %)
Geschichte und Profil
1835 gründete der Gütersloher Drucker und Lithograph Carl Bertelsmann einen Verlag für religiöse Literatur. Sein Sohn Heinrich erweiterte das Geschäft durch Zukäufe von Verlagen und den Ausbau einer Druckerei; dessen Schwiegersohn Johannes Mohn fügt ab 1881 Fachzeitschriften und pädagogische Buchreihen hinzu. In der vierten Generation unter Johannes Mohns Schwiegersohn Heinrich Mohn dehnt sich der Verlag von Beginn der Weimarer Republik an kontinuierlich aus, vor allem durch populäre Unterhaltungsromane. In der NS-Zeit lavierte sich der überzeugte Protestant Mohn durch die politischen Wirren, etwa als passives SS-Mitglied und Verleger von Wehrmacht- und NS-Literatur ("Panzer am Feind", "Volk ohne Raum").
Nach dem Zweiten Weltkrieg übernimmt Mohns politisch unbelasteter zweitjüngster Sohn Reinhard (Jahrgang 1921) den danieder liegenden Buch- und Kirchenverlag und formt daraus einen Weltkonzern. Das Erfolgsrezept: So genannte "Leseringe", die Bücher im Abonnement zum Billigpreis sowie auch eigene Lexika und Atlanten anbieten. Für den Vertrieb sorgen aggressive Drückerkolonnen, die an Haustüren und in Innenstädten Kunden locken sollen. Das Club-Geschäftsmodell überträgt Mohn auch auf das Ausland. Mitte der 1950er Jahre tritt er mit dem Kauf von Ariola ins Schallplattengeschäft ein.
Der schrittweise Zukauf des Hamburger Zeitschriftenkonzerns Gruner+Jahr ("Stern", "Geo", "Brigitte"), 1972 vollendet, katapultiert das Unternehmen aus Gütersloh an die Spitze der deutschen Medienwirtschaft. Unter Bertelsmann-Regie stößt Gruner+Jahr als erster deutscher Großverlag ins Ausland vor und kauft 1994 die komplette Zeitschriftengruppe der "New York Times" und Ende 2000 die Wirtschaftstitel "Fast Company" und "Inc." - doch im Juni 2005 beschloss das Medienhaus, für Branchenkenner eher unerwartet, wieder den Rückzug aus den USA. International bekannt wird Bertelsmann 1986 durch einen Doppelkauf in New York: die Akquisition des New Yorker Traditionsverlags Doubleday und des Musikriesen MCA. Zeitweilig, bevor 1989 Time mit Warner fusionierte, war Bertelsmann damit das weltgrößte Medienunternehmen. Auch im deutschen Privatfernsehgeschäft war Bertelsmann unter den Pionieren: Der 1984 zusammen mit der CLT gegründete Sender RTL wird 1993 Marktführer in Deutschland und steigt zu Europas größtem Werbeträger auf, später übernimmt Bertelsmann sogar in mehreren Etappen für hohe Kaufpreise die gesamte RTL-Gruppe. Nachdem sich der Gütersloher Konzern 1995 an AOL beteiligt hatte, investierte der Konzern zunehmend in Internet-Aktivitäten, etwa den Aufbau der amerikanischen Internet-Buchhandlung barnesandnoble.com sowie in das europäische Pendant BOL. Um über möglichst viele Inhalte für das vom damaligen Vorstandsvorsitzenden Thomas Middelhoff (November 1998 bis Juli 2002) hoch geschätzte E-Commerce zu verfügen, kauft Bertelsmann für schätzungsweise 4,7 Milliarden DM den New Yorker Verlag Random House und für knapp eine Milliarde DM die Mehrheit am wissenschaftlichen Springer-Verlag aus Heidelberg. Anfang 1999 steigen die Gütersloher aus dem deutschen Pay-TV (Premiere) aus und übernehmen in den folgenden Jahren im Free-TV die Produktionsgeschäfte von Pearson und Fremantle, den Kölner Sender Vox, sowie einen Anteil von 47 Prozent am Nachrichtensender n-tv, letzterer im Tausch gegen die "Berliner Zeitung". Aufgrund alter Verträge aus dem Jahr 1991 kaufte Bertelsmann 2002 außerdem die Musikfirma Zomba Records. Für hohe Sondererlöse sorgen die Verkäufe der 50 Prozent gehaltenen Anteile an AOL Europe und der 100 Prozent an der Technikfirma Mediaways an AOL. Middelhoffs Nachfolger Gunter Thielen trennte sich danach wieder von einigen Internet-Aktivitäten (E-Commerce), konsolidierte das Geschäft (Fusion von BMG und Sony) und akquirierte den DVD-Verkaufsklub Columbia House in den USA. Eine neue Firma für Tiefdruck vereinigte die Aktivitäten von Bertelsmann und der Tochter Gruner+Jahr sowie dem Juniorpartner Axel Springer AG. In zwei Büchern wurde jüngst die Klitterung der eigenen Geschichte im Dritten Reich kritisiert. Das Haus Bertelsmann, das sich zeitweise als Widerstandsverlag gerierte, arbeitete in Wahrheit mit den Nationalsozialisten gut zusammen.
Soziale Verantwortung, Unternehmenskultur, Führung und Partnerschaft, gesellschaftlicher Beitrag, Dialog - die wohlklingenden Begriffe sind Standardvokabular der Manager der Bertelsmann AG. Unentwegt beten sie der Öffentlichkeit einen Werte-Katechismus vor - und setzen ihn gegen die Shareholder-Value-Philosophie der Börsenunternehmen ein. Im Innenverhältnis dagegen messen sie sich an einer viel profaneren Größe: dem Gewinn.
Das Unternehmen aus Gütersloh hat sich eine Rendite von mindestens zehn Prozent auf den Umsatz vorgeschrieben. Nur so hält sich Bertelsmann nach den Berechnungen der in dem Unternehmen traditionell starken Controller in der Spitzengruppe des weltweiten Mediengeschäfts und kann den Anlegern eine Verzinsung von 15 Prozent auf die Bertelsmann-Genussscheine bieten. Die Kalkulation erlaubt ständige Akquisitionen und Fusionen, mitunter hart an der kartellrechtlichen Grenze.
Management
Das Machtzentrum: die BVG
Bertelsmann wird über die Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft (BVG) gesteuert, in der 100 Prozent der Stimmen gebündelt sind. An der Spitze steht ein Lenkungsausschuss, dem drei Mitglieder der Familie Mohn und drei gewählte, familienfremde Mitglieder angehören. Familienvertreter sind derzeit Reinhard Mohn, Liz Mohn und Dr. Brigitte Mohn, gewählte Mitglieder sind darüber hinaus Prof. Dr. Dieter H. Vogel, Prof. Dr. Jürgen Strube und Prof. Dr. Werner Bauer. Nicht vertreten ist Hartmut Ostrowski, der Vorstandsvorsitzende.
Man kann sich streiten, welche Veränderung an der Spitze der Bertelsmann AG wichtiger war für die Zukunft von Europas größtem Medienkonzern. Die Ernennung von Hartmut Ostrowski zum neuen Vorstandsvorsitzenden? Oder die Beschneidung seines künftigen Amtes fünf Tage danach? Beginnen wir mit seiner Ernennung. Seit Januar 2008 steht er an der Spitze des Unternehmens, so hatte es der Aufsichtsrat am 19. Januar 2007 entschieden. Bereits bei Ostrowskis Ernennung war klar, dass er ein Unternehmen führen wird, das stärker als in der Amtszeit seiner Vorgänger Gunter Thielen und Thomas Middelhoff im Griff der Familie Mohn steckt. Ostrowski war lange genug bei Bertelsmann, um das zu wissen und als Basis und Übereinkunft seiner Ernennung zu akzeptieren. Das illustriert ein Vorgang, den die Öffentlichkeit kaum wahrgenommen hat. Fünf Tage nach seiner Berufung gab Bertelsmann eine Verkleinerung und Umbesetzung in der BVG bekannt.
Der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, Erich Ruppik, und Christoph Mohn schieden als Gesellschafter aus. Gleichzeitig wurde die Zahl der BVG-Gesellschafter von acht auf sechs verkleinert. Das Prinzip, dass der Vorsitzende des Vorstands und der Aufsichtsratsvorsitzende kraft ihres Amtes in der BVG vertreten sind, wurde aufgegeben.
Weder die Person noch das Amt von Hartmut Ostrowski waren wohl Grund für die Änderung. Und doch bedeutet die neue Regelung einen Machtverlust für ihn gegenüber seinen Vorgängern. Der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann AG sitzt nicht mehr automatisch in der BVG. Ostrowski müsste sich seinen Platz erkämpfen. Durch die Verkleinerung wurde die Familie gestärkt - und der Vorstandsvorsitzende geschwächt. Man kann das als Mohns Lehre aus dem Konflikt mit dem einstigen Vorstandsvorsitzenden Thomas Middelhoff ansehen. Einmal mehr wurde deutlich, dass nicht die Manager, sondern die Familie das Unternehmen führen – trotz des Ausscheidens von Christoph Mohn.
Die Eigentümer: Familie Mohn
Johannes Mohn: Er sollte einst das Unternehmen erben. 2008 schied er aus.
Im August 2008 wurde bekannt, dass Johannes Mohn Bertelsmann verlässt. Der älteste Sohn des Patriarchen Reinhard Mohn war jahrelang von ihm selbst als sein Nachfolger ins Gespräch gebracht worden. Das währte, bis Reinhards zweite Ehefrau Elisabeth („Liz“) mehr und mehr Macht übernahm und mit Chrsitoph und Brigitte zwei ihrer drei Kinder in aussichtsreiche Positionen brachte. Ihr Sohn Andreas, das jüngste von sechs Kindern von Reinhard Mohn, spielt keine aktive Rolle im Unternehmen. Vorstandschef Hartmut Ostrowski kommentierte das Ausscheiden von Johannes Mohn in einem Schreiben an die Mitarbeiter mit den Worten: „Johannes Mohn war 27 Jahre lang eine wichtige Führungskraft.“
Reinhard Mohn: Abschied vom Bertelsmann-Patron
Reinhard Mohn, der Bertelsmann nach dem 2. Weltkrieg gemeinsam mit seinen Managern an die Weltspitze geführt hat und der im Jahr 1980 den Vorstandsvorsitz abgab, ist im Oktober 2009 im Alter von 88 Jahren verstorben. In den Jahren vor seinem Tod trat er nach außen als Unternehmenschef nicht in Erscheinung - es gab jedoch keine wesentliche Entscheidung ohne sein Plazet, wobei der gesundheitlich angeschlagene Mohn vor allem auf seine Frau Liz Mohn hörte.
Christoph und Brigitte Mohn: die Kinder, die das Unternehmen erben
Bücher von Reinhard Mohn sind keine Bestseller, enthalten aber entscheidende Botschaften, was die Macht und Nachfolge in seinem Unternehmen betrifft. 2003 war die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, damals noch Oppositionsführerin, nach Gütersloh an den Unternehmenssitz geeilt, um Mohns Buch „Die gesellschaftliche Verantwortung des Unternehmers“ vorzustellen. Die Buchpremiere geriet als Inthronisation seiner Frau Liz als Familiensprecherin. Liz Mohn bedankte sich mit einer Empfehlung bei Angela Merkel.
2008 schrieb Reinhard Mohn: „Während sich Christoph durch große Eigenständigkeit auszeichnet, teilt Brigitte in ihrer zielgerichteten und verantwortungsvollen Art meine Auffassung, dass jedermann mit seiner Arbeit auch einen Beitrag für die Gemeinschaft zu erbringen hat.“ Brigitte sei einst das Sorgenkind gewesen. Wie ihr Großvater und ihr Vater, so leidet sie an Asthma. Als Kind habe sie wiederholt in Lebensgefahr geschwebt. Doch Liz habe sich um sie gekümmert.
Im Dezember 2007 wurde Brigitte Mohn mit Wirkung zum 1.1.2008 auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in den Aufsichtsrat der Bertelsmann AG gewählt. Brigitte Mohn übernahm bereits 2001 den Vorstandsvorsitz der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe (SDSH) von ihrer Mutter und Stiftungsgründerin Liz Mohn. 2005 wurde Mohn Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, in der sie die Bereiche tertiärer Sektor und Gesundheit verantwortet. Brigitte Mohn ist außerdem seit 2002 Gesellschafterin der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft (BVG). Mohn studierte Politik, Kunstgeschichte und Germanistik und promovierte an der privaten Universität Witten/Herdecke. 2001 absolvierte sie ein MBA-Studium an der Managementhochschule WHU Koblenz und am Kellogg Institute in den USA. Sie arbeitete am Institut für Weltwirtschaft in Kiel, bei den US-Verlagen Bantam, Doubleday und Dell in New York, sowie bei McKinsey und der Multimediaagentur Pixelpark.
Im Vorstand der Stiftung werde Brigitte die Kontinuität sichern, schreibt Reinhard Mohn. Mit diesen Worten erhebt er sie quasi zur Nachfolgerin seiner Frau. Das ist die Botschaft des Buches. So wurde das Buch bei Bertelsmann und in der Branche verstanden.
Christoph Mohn: Das „europäische Google“ gibt auf - das Ende von Lycos
Christoph Mohn, 43, Chef der Internetfirma Lycos und Bertelsmann-Milliardenerbe, wurde erzogen, bescheiden zu sein. Als Unternehmer habe man Verantwortung, predigte sein Vater Reinhard, der ihn zusammen mit seinen Geschwistern Brigitte und Andreas adoptierte als er fast schon erwachsen war. „Ich kenne überhaupt keinen Manager, der so wenig führt wie Chris Mohn,“ sagte einst ein Geschäftsführer einer Lycos-Tochterfirma. Er habe die dezentrale Führungstechnik des Vaters Reinhard so sehr verinnerlicht, dass er überhaupt nicht mehr führe. Christoph Mohn studierte Marketing in Münster, arbeitete in New York und Hongkong bei der Bertelsmann Music Group (BMG) und bei McKinsey. Als er, zurück am Firmensitz in Gütersloh, für Bertelsmann Internet-Firmen fit für die Börse machen sollte, und niemand sich für Lycos interessierte, stieg er selbst ein und investierte Millionen. Die Eigentümer machten ihn zum Chef. Damals dachte man, Lycos werde ein zweites AOL, mit dem Bertelsmann Milliarden verdienen kann – und sein Gesellenstück auf dem Weg in den Vorstand von Bertelsmann. Lycos galt als seine Bewährungsprobe.
Beflügelt vom Börsengang im Jahr 2000, bei dem Lycos rund 700 Millionen Euro einnahm, kaufte Mohn andere Firmen auf und plante eine riesige Firmenzentrale mit drei 20 Meter hohen Türmen für 2000 Mitarbeiter. Er hatte große Träume. Damals war die Aktie 33mal überzeichnet. Doch dann brach die Internetblase ein, der Börsenkurs von einst 20 Euro sank auf Pennyniveau und Christoph und seine Mitarbeiter mussten in ihren Containern an der Carl-Bertelsmann-Straße bleiben. Für 2008 immerhin hatte Christoph schwarze Zahlen vorausgesagt.
Doch es kam anders. Lycos ist Geschichte. Mohn musste im November 2008 verkünden, das Unternehmen werde aufgelöst – profitable Teile wie das Domaingeschäft nach Dänemark verkauft, der Rest (Webhosting und Portal) geschlossen. Das hatte eine interne Analyse der Gesellschafter ergeben. 500 Mitarbeiter verlieren ihren Job; die Gesellschafter erhalten immerhin 50 Millionen der verbliebenen 130 Millionen Euro ausbezahlt. Seit dem Börsengang hat Lycos eine halbe Milliarde Euro verbraucht. Die Analyse habe ergeben, dass man in absehbarer Zeit nicht profitabel werden könne, sagte Mohn. Gegen Google habe Lycos keine Chance gehabt.
Welche Rolle wird Christoph Mohn künftig bei Bertelsmann spielen? Wird er ins Management wechseln? „Ich sitze im Aufsichtsrat“, sagte er. „Das ist bei Bertelsmann meine Rolle und daran wird sich nichts ändern.“ Der Medienunternehmer Jürgen Richter (ehemals Springer-Vorstandschef), der bei Lycos den Aufsichsrat führte und Christoph als Mentor vor Fehlern beschützte, sagte: „Christoph Mohn lernt nun fürs Leben. Er muss sich jetzt durchbeißen.“
Die Bertelsmann-Stiftung
Die 1977 gegründete Organisation soll einerseits die Unternehmenskontinuität sichern, wie das Fortbestehen des Betriebes im Gütersloher Jargon gern heißt, andererseits fördert sie Zukunftsprojekte auf den Gebieten Medien, Gesellschaftspolitik, internationale Verständigung, Kultur, Bildung, Medizin und Gesundheit. Bertelsmann war in seiner Anfangszeit von der evangelischen Erweckungsbewegung geprägt und streng pietistisch sowie entschieden konservativ ausgerichtet. Ein bisschen Missionsgeist ist geblieben: Gesellschaftspolitisches Engagement nimmt Bertelsmann heute über die eigene Stiftung wahr, die sich auch zur Pflege des Meinungsklimas sowie der Kontaktaufnahme mit ranghohen Politikern gut nutzen lässt. Das Ergebnis der Anstrengungen war ein positives liberales Image, das der Bertelsmann AG seit Jahren anhaftet, anders als etwa dem 1985 verstorbenen Verleger Axel Springer oder dem Filmhändler Leo Kirch. Dabei hatte zum Beispiel die frühe Beteiligung des Bertelsmann-Personals am Betriebsgeschehen von vornherein den angenehmen Nebeneffekt, dass sich dank der Mitarbeiterdarlehen und Genussscheine die großen Akquisitionstouren des Konzerns auch ohne immense Bankschulden finanzieren ließen. Bertelsmann solle stets gegen Begehrlichkeiten von Geldgebern sowie Attacken von Konkurrenten immun sein, verfügte Mohn.
In der Vergangenheit führte die vorsichtige Finanzstrategie dazu, dass Bertelsmann beispielsweise den bereits mehrfach eingefädelten Kauf eines Hollywood-Filmstudios (Universal, Savoy) scheute. In der New Economy versuchte der Konzern 1999 und 2000 über Börsengänge von Tochter- und Beteiligungsfirmen ausreichend Kapital für Expansionspläne hereinzuholen. Die zwischenzeitlich von der Gütersloher Konzernspitze verordnete Kulturrevolution, zu der "Stock Options" für Mitarbeiter und Manager gehörten, ist längst verflogen. Nun ist es wieder Philosophie, dass sich die Manager des Hauses mit hohen Gewinnbeiträgen qualifizieren sollen.
Zwei Manager, die sich mit Wertsteigerungen profilierten, waren deshalb auch für die Nachfolge des Vorstandsvorsitzenden Thielen im Gespräch, der am 1. Januar 2008 sein Amt quittierte. Ein Jahr lang wurde über die Nachfolge Thielens spekuliert. Die Berufung von Christoph Mohn, Sohn von Reinhard und Liz Mohn, in den Aufsichtsrat Mitte November 2006 bot einen ersten Anlass für Mutmaßungen. Im Januar 2007 berief der Aufsichtsrat für den 48-Jährigen Hartmut Ostrowski, bisher Chef der Druck- und Onlinedienst-Sparte Arvato, zum neuen Bertelsmann-Vorstandsvorsitzenden. Der gebürtige Bielefelder Betriebswirtschaftler, lebenslängliche Bertelsmann-Angestellte und Zögling von Thielen setzte sich als typisches Bertelsmann-Gewächs souverän gegen seinen Hauptkonkurrenten Ewald Walgenbach, Chef der Direct Group, durch. Mit der Berufung von Ostrowski seien "Kontinuität" und zugleich "neue Impulse" gewährleistet, so Stimmen aus dem Hause Bertelsmann.
Nachfolger von Ostrowski als Arvato-Chef wurde Rolf Buch, der als Vorstandsmitglied von Arvato maßgeblich zum Erfolg der Gruppe und besonders zum Ausbau des Servicegeschäfts beigetragen haben soll. Buch wird zudem neues Vorstandsmitglied. Ostrowski übernimmt ab Januar 2008 das Amt von Gunter Thielen, der an die Spitze des Aufsichtsrats wechselte. Thielen, enger Vertrauter der Gründerfamilie Mohn, wird Nachfolger des Vorsitzenden Dieter Vogel, der nach 20 Jahren aus dem Aufsichtsrat ausscheidet. Vogel bleibt Gesellschafter der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft.
Anfang Januar 2008 wird bekannt, dass Ex-Bertelsmann-Chef Gunter Thielen, nach fünfeinhalb Jahren an der Konzernspitze, den Vorstandsvorsitz der deutschen Bertelsmann Stiftung übernimmt. "Mein vorrangiges Ziel ist es, die hohe Glaubwürdigkeit der Stiftung zu sichern, zudem wollen wir internationaler werden und uns intensiver als bisher mit den Auswirkungen der Globalisierung befassen," ließ Thielen wissen. Thielen hatte von Oktober 2001 bis Juli 2002 schon einmal den Vorstandsvorsitz der Stiftung inne, seit 2001 gehört er dem Kuratorium an. Gunter Thielen wurde Mitte Januar 2008 auch zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt, und trat damit die Nachfolge des 65-jährigen Dieter Vogel an, der sein Amt Ende 2007 niedergelegt hatte. Die erste Aufsichtsratssitzung unter Leitung von Thielen fand am 25. Januar statt.
Geschäftsfelder
Fernsehen:
Die RTL Gruppe (u.a. RTL, RTL 2, Super RTL, Vox, n-tv), an der Bertelsmann über die RTL Group Verwaltungs- und Holding GmbH mit insgesamt 89,8 Prozent beteiligt ist, hat ihr Portfolio auf 42 TV- und 32 Radio-Stationen in zehn Ländern sowie ca. 30 Produktionsfirmen in insgesamt 40 Ländern ausgedehnt. Der europaweit größte Rundfunkanbieter setzte im Jahr 2007 mit 5,707 Milliarden Euro rund 1,2 Prozent mehr um als im Vorjahr (2006: ca. 5,64 Milliarden Euro). Mit einem Anteil von mehr als 29 Prozent am Gesamtumsatz die wichtigste ‚Cash Cow’ im Mediengeschäft. Das Nettoergebnis (Operating EBIT) lag bei 978 Millionen Euro. Der Zuwachs ist in erster Linie auf gestiegene Werbeeinnahmen in europäischen Kernmärkten zurückzuführen. Gewinntreiber war vor allem die zur Mediengruppe RTL Deutschland umfirmierte Senderfamilie um RTL Television. 2007 wurden zudem neue Sender in den Niederlanden und in Russland aufgebaut. Das Produktionsunternehmen Fremantle Media kündigte Ende 2007 den Start einer Kinoproduktionstochter in Deutschland („Ufa Cinema“) an. Die RTL Group trennte sich 2007 für 209 Mio. € von ihrem Anteil an dem portugiesischen Medienunternehmen Media Capital. In den Niederlanden übernahm sie von John de Mols Talpa Media Holding den führenden Radiosender des Landes, Radio 538, sowie TV-Sportrechte, -Shows und -Serien. Talpa Media erhielt im Gegenzug einen Minderheitsanteil an RTL Nederland. In Russland stieg die RTL Group mit einem Joint Venture in den Kabel- und Satellitenfernsehmarkt ein. Belastet wurde das Ergebnis durch ein Bußgeld des Werbezeitenvermarkters IP Deutschland an das Bundeskartellamt. Dieses hatte RTL sowie der ProSiebenSatl1-Gruppe vorgeworfen, ihre Marktmacht auf dem Werbemarkt wettbewerbswidrig ausgenutzt zu haben.
Fernsehserien werden seit Mitte Januar 2006 über die Video-on-demand-Plattform RTL Now vertrieben. "RTL Now" ist, anders als Maxdome von ProSieben Sat.1, in die RTL.de-Websitestruktur integriert. Man operiert nicht mit einem externen Zugangsprovider. Auf der hauseigenen Seite Clipfish bietet RTL seit April 2007 Musikvideodownloads aus den Häusern Universal und Sony BMG gratis an. Für Schlagzeilen sorgte, dass die RTL Group 2007 eine Sonderdividende von 774 Millionen Euro ausschüttete, die überwiegend dem Mutterkonzern Bertelsmann zugute kam. Man habe kein großes Akqusitionsziel vor Augen, daher sei es nicht zu rechtfertigen, die vorhandenen Mittel von rund einer Milliarde Euro zu behalten, begründete der Chef der RTL Group, Gerhard Zeiler, die Entscheidung. Hintergrund war jedoch wohl auch der hohe Schuldenstand von Bertelsmann, nach dem Rückkauf von rund 25 Prozent der Aktien für 4,5 Milliarden Euro 2006.
Direktvertrieb:
Kerngeschäft der DirectGroup sind mit 35 Millionen Mitgliedern in 24 Ländern die Buch- und Musikclubs sowie Online-Shops von Bertelsmann. Im Geschäftsjahr 2007 sank der Umsatz der DirectGroup um 4,3 Prozent von 2.665 Milliarden Euro 2006 auf nun 2.555 Milliarden Euro. Das Operating EBIT sank von 110 Millionen Euro auf zehn Millionen Euro. Bertelsmann kündigte an, einen Verkauf der Direct Group zu prüfen. Bereits beschlossen ist der Verlauf des amerikanischen Club-Geschäfts.
Der Umsatzrückgang sei auf negative Einflüsse durch die Dollarschwäche zurückzuführen, hieß es. Zudem sinkt der Absatz von Tonträgern sowie die Mitgliedszahlen in den USA. Der Club in Deutschland, der 2006 in die Gewinnzone zurückgekehrt war, war auch 2007 profitabel. Ebenso die Clubgeschäfte von France Loisirs in Frankreich und der spanische Circula de Lectores. In Portugal verfügt die Direct Group nach der Integration der 2006 erworbenen Buchhandelskette Bertrand über die gesamte Wertschöpfungskette vom Verlag über die Distribution bis hin zum Vertrieb über Club, Internet und stationären Handel. Unter gleichem Namen wurde 2007 der Aufbau einer eigenen Buchhandelskette in Spanien gestartet.
Musik:
Seit August 2008 hat sich Bertelsmann mit dem Verkauf seines 50-prozentigen Anteils an Sony BMG (an Joint Venture-Partner Sony) endgültig aus dem Musikgeschäft zurückgezogen. Der Kaufpreis lag laut unternehmensnahen Kreisen wohl bei 1,5 Milliarden US-Dollar. Bereits im November 2006 trennte sich Bertelsmann von seinem Musikverlag BMG Music Publishing, der an die Universal Music Group verkauft wurde. Kartellbehörden in diversen Ländern müssen dem Verkauf jedoch noch zustimmen.
Presse:
Das Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr wurde 1965 von Richard Gruner, dem Inhaber einer Druckerei im schleswig-holsteinischen Itzehoe, und den Verlegern John Jahr und Gerd Bucerius in Hamburg gegründet. Das Unternehmen hat heute (2008) 14.941 Mitarbeiter und gibt Zeitschriften, Zeitungen und Online-Angebote in mehr als 30 Ländern heraus. In Deutschland zählen insbesondere die Zeitschriften Stern, Geo, Capital, Neon und Brigitte zu den bekanntesten Titeln. Der Verlag ist aber nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern sowie in Russland oder der Volksrepublik China aktiv und erwirtschaftet rund 54 Prozent seines Umsatzes (2008) außerhalb von Deutschland. Gruner + Jahr gehört zu 74,9 Prozent der Bertelsmann AG und zu 25,1 Prozent der Hamburger Verlegerfamilie Jahr.
Gruner + Jahr ist seit dem Ausstieg des britischen Medienkonzerns Pearson im Jahr 2008 alleiniger Gesellschafter der Wirtschaftszeitung Financial Times Deutschland. Der Verlag ist zudem am Dresdner Druck- und Verlagshaus (u. a. Sächsische Zeitung, Dresdner Morgenpost – 60 Prozent), am Spiegel-Verlag (25,25 Prozent), an der Motor Presse Stuttgart (59,9 Prozent) und am Tiefdruck-Joint-Venture Prinovis beteiligt. Vorstandsvorsitzender von Gruner + Jahr ist Dr. Bernd Buchholz, der auch Mitglied im Vorstand des Mutterkonzerns ist. Die im Jahr 2006 ausgerufene „Expand your Brand“-Strategie bestimmt auch weiterhin das unternehmerische Handeln des Verlags. Gemeint ist der multimediale Ausbau bestehender Angebote und Medienmarken. Internet-Plattformen und Communities, Events und Merchandising sollen aus den bewährten Zeitschriften gewinnbringende Produkte machen.
Medien- und Kommunikationsdienstleistungen:
Die zu Bertelsmann gehörende Arvato AG, einer der weltweit größten Medien- und Kommunikationsdienstleister, bietet, laut Selbstauskunft, alles „vom klassischen Druck bis zu modernen Dienstleistungen wie Servicecentern, Finanz-Clearing oder Mobile Services“. Inzwischen arbeitet in der Dienstleistungsparte rund die Hälfte aller weltweiten Bertelsmann-Angestellten. Der Umsatz erhöhte sich 2007 um 2,8 Prozent auf 4,9 Mrd. € (Vorjahr: 4,8 Mrd. €). Mit dem Projekt „Würzburg integriert!“ fiel 2007 zudem der Startschuss für die Zusammenarbeit von Arvato und öffentlicher Verwaltung in Deutschland. Ziel ist es, kommunale Diensleistungen zu übernehmen. Arvato schätzt den Gesamtmarkt in diesem Bereich in Deutschland auf 20 Milliarden Euro, was ungefähr dem Gesamtumsatz von Bertelsmann enstpricht.
2005 hatte Arvato, zusammen mit Gruner + Jahr und der Axel Springer AG, das Tiefdruck-Jointventure Prinovis gegründet. Ende März 2006 kaufte Arvato fünf Telekom-Call-Center hinzu. Doch während die Entwicklungen in Frankreich und in Deutschland dank des anhaltenden Trends zum Outsourcing von Dienstleistungen erfreulich verlaufen, verläuft das Geschäft in den USA und Italien schwierig.
Anfang Dezember 2006 genehmigten die zuständigen Behörden in Brüssel ein Joint Venture zwischen der Bertelsmann-Tochter Arvato und der deutschen Vodafone-Tochter Vodafone D2, die gemeinsam Inhalte für Mobilfunk und einen Download-Service anbieten. Dazu kauften die Unternehmen des Joint Ventures Anteile an dem Unternehmen Moconta, das Kundenbindungsprogramme für Mobilfunkkunden entwickelt und vermarktet. Moconta trat dem Joint Venture ebenfalls bei.
Bei der scoyo GmbH, einer Arvato-Tochter, entwickeln rund 50 Mitarbeiter Online-Formate, die Lerninhalte multimedial vermitteln sollen. Kinder und Jugendliche sollen mit Comic-Illustrationen, Info-Grafiken oder flash-animierten Spielewelten an Wissen herangeführt werden. Das Angebot soll für Deutschland gelten und später internationalisiert werden. Dieses Start-up, im Mai 2007 als SIA - study interactive gegründet, seit August unter scoyo firmierend, verfügt über ein Investitionsvolumen von 15 bis 20 Mio. Euro. Geschäftsführer von scoyo ist Ralf Schremper, der auch Leiter der Bertelsmann- Unternehmensentwicklung im Stab von Vorstandschef Hartmut Ostrowski ist. Mit dem Einstieg in den Bereich E-Learning-Lösungen konkretisierte der neue Arvato-Chef die vom Bertelsmann-Vorstandsvorsitzendem Hartmut Ostrowski zu Beginn des Jahres angekündigte Verlagerung auf die Bereiche Dienstleistung und Bildung.
Buchverlage:
Dank der hundertprozentigen Übernahme des amerikanischen Großverlags Random House ist Bertelsmann mit rund 11.000 Neuerscheinungen pro Jahr und 100 Verlagsablegern in 16 Ländern (z.B. Goldmann in Deutschland, Doubleday und Alfred A. Knopf in den USA sowie Ebury und Transworld in Großbritannien) zur weltweit größten Buchverlagsgruppe angewachsen. Bestsellerautoren wie J. K. Rowling („Harry Potter“), John Grisham („The Rainmaker“) oder Dan Brown („Da Vinci Code“) scheinen Bertelsmanns Marktposition in diesem Unternehmensbereich, in dem inzwischen 5.784 Angestellte (Stand: 31.12.2007) arbeiten, auch auf lange Sicht zu sichern. Dan Browns „Da Vinci Code“ scheint zu Random House´s Longseller zu avancieren. Der Erfolg des Werks hält auch 2006 an – für die Märkte USA, Großbritannien und Australien wurden ca. 7 Millionen Exemplare gedruckt.
Allerdings sank der Umsatz der Buchsparte 2007 um 5,6 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,9 Mrd.), was jedoch auch auf die schwache Kursentwicklung des Dollar zurückzuführen war. 231 Bücher von Random House schafften es auf die Bestenliste der „New York Times“. 2007 expandierte Random House weiter. In Großbritannien übernahm der Verlag einen Mehrheitsanteil an Virgin Books.
Digitaltechnologie:
Der Bertelsmann Digital Media Investments Fonds BDMI, der mit 50 Millionen Euro startete, soll den Güterslohern den direkten Zugang zu innovativen Technologien und Entwicklungen sichern. Die Ehefrau des Gründers Christoph Mohn, Shobhna, wechselte ins Management des im Oktober 2006 gegründeten Venture Capital Fonds. Da sich Bertelsmann angesichts seiner aktuellen finanziellen Lage den Aufkauf potenziell erfolgreicher StartUps nicht leisten kann, will das Management mit Minderheitsbeteiligungen am Ball bleiben und vorerst in kleine Garagenfirmen investieren. Gesucht werden neue Geschäftsmodelle, mit denen sich Geld verdienen lässt. Erste Erfolge kann der Konzernchef vorzeigen. Die Internetplattform clipfish.de, die Online-Communities der Zeitschriften von Gruner + Jahr sowie die von Konzerntochter Arvato entwickelte Download-Plattform GNAB spülen geringe Gewinne in die Betriebskassen.
Aktuelle Entwicklung
Die Bertelsmann-Stiftung
Die Bertelsmann-Stiftung wird international. Bisher ist die Stiftung in Gütersloh, Berlin und Brüssel vertreten, in Spanien laufen einzelne Projekte der Stiftung. Mittelfristig sind zusätzliche Niederlassungen in wichtigen Regionen der Welt geplant. In den USA wurde Anfang 2008 eine Tochterstiftung, die Bertelsmann Foundation North America, gegründet. "Die Eröffnung unseres Büros in Washington ist ein zentraler Schritt zur Internationalisierung unserer Arbeit", so Vorstandschef Gunter Thielen im April 2008. Ziel der Filiale sei es, die Zusammenarbeit mit amerikanischen Stiftungen auszubauen und Reformstrategien auszutauschen. Themenschwerpunkte bildeten dabei die transatlantische Partnerschaft, der demografische Wandel, das Bildung- und Gesundheitswesen.
Die Kritik an der Gemeinnützigkeit der Stiftung nimmt unterdessen zu. Im Oktober 2007 haben mehrere Organisationen und 200 Teilnehmer bei einer Tagung in Frankfurt (Titel: „Das Schattenkabinett aus Gütersloh“) alle politischen Stiftungen, Gewerkschaften und Verbände aufgefordert, die Kooperation mit der Bertelsmann-Stiftung einzustellen. Die Tagung wurde unter anderem von den Anti-Globalisierungs-Bewegung Attac und der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di organisiert. Wie der Mediendienst epd berichtet, lautete der Vorwurf der Kritiker: Die Stiftung mische sich in politische Debatten ein oder setze diese notfalls auch selbst, um dem Konzern die Grundlage für einen wirtschaftlichen Erfolg zu bestellen.
Die Kritiker, die vor allem in Gewerkschaften und in der Partei Die Linke organisiert sind, tauschen ihre Vorwürfe über eine Website aus. Es folgten mehrere lokale Treffen und Demonstrationen (u.a. in Gütersloh) sowie eine kritische Studie, in der die Kritiker ihre Forderung bekräftigten. Die Studie erschien im Februar 2009 in der linken Onlinezeitung Neue Rheinische Zeitung. Nachdem die in Gütersloh erscheinende Lokalzeitung „Neue Westfälische“ (NW) darüber berichtete, reagierte die Stiftung in einem Interview. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Gunter Thielen, sagte der NW: „Wir sind klinisch rein.“ In einer Stellungnahme betont die Stiftung, sie setze sich „seit ihrer Gründung durch Reinhard Mohn im Jahr 1977 kontinuierlich für das Gemeinwohl ein. Sie hat seit Bestehen mehr als 800 Millionen Euro für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung gestellt. Alle Ergebnisse sind öffentlich und für jedermann zugänglich. Die Bertelsmann Stiftung beteiligt sich am öffentlichen Diskurs in einer pluralistischen Gesellschaft - das entspricht dem Kerngedanken der Gemeinnützigkeit. Die Bertelsmann Stiftung arbeitet politisch neutral und unabhängig von den Interessen der Bertelsmann AG.“ Die Tatsache, dass die Finanzbehörden die Gemeinnützigkeit anerkennen, belege die Rechtmäßigkeit der Aktivitäten und des steuerrechtlich bevorzugten Zustands. Die Kritiker hingegen betonen, dass Zweifel an der Gemeinnützigkeit der Bertelsmann-Stiftung nicht mit dem Hinweis auf das gegenwärtige Steuerrecht auszuräumen sind.
Seinen 320 Mitarbeitern sagte Thielen laut NW, die Stiftung müsse das Jahresbudget von 80 auf 70 Millionen Euro kürzen, werde aber ihre Kernthemen wie Bildung, demographischer Wandel, Gesundheit und Kommunal-Reformen nicht aufgeben, da sie zentrale Anliegen der Reformwerkstatt seien.
Konzernentwicklung
Bertelsmann findet im Juli 2008 endlich einen Käufer für seine Buchclubs in Nordamerika. Der US-Privatinvestor Najafi Companies übernimmt die Direct Group North America. Das Europa-Geschäft bleibt davon unberührt. Bertelsmann Digital Media Investments (BDMI), der Risikokapital-Arm der Bertelsmann AG, kann nach einer Entscheidung aus Brüssel bei der Online-Shopping-Community BuyVIP einsteigen. Neben BDMI haben auch die Private Equity-Firmen Molins Capital Inversion sowie die 3i Group in BuyVIP investiert. Über zwei Millionen registrierte Mitglieder in Deutschland, Italien und Spanien haben dem Shopping-Portal allein in diesem Jahr bereits einen Umsatz von mehr als zwölf Millionen Euro beschert.
Random House, Tochterunternehmen der Bertelsmann AG, wird zukünftig mit dem Onlinekonzern Google zusammenarbeiten. Das Abkommen, das zunächst nur für das US-Geschäft der Verlagsgruppe gilt, erlaubt Google Random House-Veröffentlichungen in die Bücher-Suchmaschine Google Book Search zu integrieren. Damit hat es Google geschafft, den größten Buchverlag der Welt für sein Digitalisierungsprojekt zu gewinnen, dessen Ziel es ist, sämtliches Wissen elektronisch zugänglich zu machen. In der Vergangenheit war Random House einer der prominentesten Gegner der Google-Buchsuche, die in einer urheberschutzrechtlichen Grauzone operiert.
Am 18.12.08 wird bekannt, dass der Brockhaus-Verlag künftig zur Bertelsmann AG gehören soll. Arvato übernimmt voraussichtlich zum 1. Februar 2009 die Rechte an den Inhalten und Beständen der Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG.
Gruner + Jahr: Erstmals offener Machtkampf mit den Spiegel-Eigentümern
Wegen des umstrittenen Spiegel-Geschäftsführers Mario Frank kam es 2008 erstmals zu einem offenen Machtkampf zwischen Gruner + Jahr und den Mitarbeitern des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Die Mitarbeiter KG besitzt 50,5 Prozent am Spiegel; Europas größter Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr hat mit 25,5 Prozent ein Vetorecht bei allen wichtigen Entscheidungen. Schlusspunkt war, dass der Spiegel-Verlag am 15. September 2008 einen neuen Geschäftsführer erhielt. Damit war der Streit beendet. Die Mitarbeiter hatten sich durchgesetzt und ihren Geschäftsführer Mario Frank abgesetzt, dem viele vorwarfen, auch als Geschäftsführer des Spiegels in erster Linie seinem alten Arbeitgeber Gruner + Jahr gedient zu haben. Bei der Personalentscheidung konnte aber auch der Mitbesitzer G+J sein Gesicht wahren. Der neue Mann, Ove Saffe, kommt wie sein Vorgänger Mario Frank von Gruner + Jahr, wo er zuletzt für die Stern-Gruppe (Stern, Geo, Art) verantwortlich war.
Wechsel bei Gruner + Jahr: Bernd Buchholz neuer Chef
Am 6. Januar 2009 gab Gruner + Jahr bekannt, dass der Verlagsmanager Bernd Buchholz ab sofort Vorstandsvorsitzender des Hamburger Großverlags sei. Ob der 47-jährige wie seine Vorgänger auch im Vorstand des Mehrheitseigners Bertelsmann sitzen wird, werden die zuständigen Gremien zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden. Der bisherige Deutschlandchef war als Nachfolger erwartet worden. Sein Vorgänger Kundrun hatte zuvor mitgeteilt, er habe sein Mandat „wegen unterschiedlicher Auffassungen über die zukünftige Strategie von Gruner + Jahr mit sofortiger Wirkung niedergelegt.“
Das geschah in stürmischen Zeiten: Gruner + Jahr legt in diesem Frühjahr die Redaktionen seiner Wirtschaftsmagazine „Capital“, „Impulse“ und „Börse Online“ mit der „Financial Times Deutschland“ zusammen und entlässt zahlreiche Redakteure. Bei Bertelsmann und der Eigentümerfamilie Jahr fand dieser Kurs laut FAZ zwar grundsätzliche Zustimmung, doch wurde es als Affront verstanden, dass der Verlagschef Kundrun inmitten dieses Prozesses mit ProSieben verhandelte und offenbar gehen wollte. Gleichwohl hieß es nun mit der üblichen Floskel, man trenne sich „in gegenseitigem Einvernehmen“ voneinander. In den acht Jahren seiner Amtszeit wurden bei Gruner + Jahr zwar, wie der Verlag betont, mehr als 80 neue Zeitschriften in über 20 Ländern gegründet, zuletzt aber lief im deutschen Zeitschriftengeschäft nichts mehr rund. Das Gesellschaftsmagazin „Park Avenue“ wurde eingestellt, die Rettungsaktion für die Wirtschaftsmagazine und die FTD „wirkt brachial“ (FAZ). Daran beteiligt war in seiner bisherigen Funktion auch der neue Vorstandschef und frühere FDP-Politiker Buchholz.
Bertelsmann-Bilanz: RTL wirft weniger Cash ab
„Trotz eines Konzernumbaus von beispiellosem Ausmaß“ sei Bertelsmann in den Sog der weltweiten Wirtschaftskrise geraten, berichtete dpa. Bertelsmann musste 2008 den niedrigsten Nettogewinn seit fünf Jahren hinnehmen und rechnet mit weiteren Einbußen. 2008 verdiente die Gruppe nur noch 270 Millionen Euro, ein Drittel weniger als im Vorjahr, teilte der Vorstand mit. „Das ist enttäuschend“, sagte Finanzvorstand Thomas Rabe. Der Vorstand verzichte für 2009 auf seine Tantiemen und damit auf mehr als 50 Prozent seines Einkommens, sagte Unternehmenschef Hartmut Ostrowski. Die Bezüge des Vorstandes summierten sich 2008 auf rund 22 Millionen Euro. Der Verzicht soll ein Signal für den strikten Sparkurs sein, den der Konzernchef seinem Unternehmen angesichts der Konjunkturkrise verordnen will. 2009 werde im Zeichen der Sicherung von Geschäften stehen, sagte Ostrowski. Von seinem 2008 gesteckten Ziel, im Jahr 2015 rund 30 Milliarden Euro umzusetzen, rückte er ab. Eine konkrete Prognose sei für 2009 nicht möglich.
RTL und die Dienstleistungstochter Arvato erbrachten die größten Erlöse. Allein durch RTL erhielt Bertelsmann eine halbe Milliarden Euro an Dividende. Wegen Wertberichtigungen im britischen TV-Geschäft und bei der Buchclubsparte sank der Konzerngewinn allerdings auf 270 Millionen Euro nach 405 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz fiel um 0,5 Prozent auf 16,1 Milliarden Euro. Die Schulden senkte Bertelsmann um 1,1 Milliarden Euro auf rund 6,6 Milliarden Euro zum Jahresende 2008. Wegen der Wirtschaftskrise werde Bertelsmann den Abbau der Schulden vorerst nicht weiter verfolgen, sagte Finanzvorstand Rabe.
Bertelsmann leidet unter der schlechten Konjunktur und milliardenschweren Schulden. Die Beiträge der wichtigsten Sparte RTL fallen künftig geringer aus. Der Medienkonzern aus Gütersloh schrumpft. Mit diesen Nachrichten fasste die konzerneigene Financial Times Deutschland am Tag vor der Bilanzpressekonferenz am 24. März die wirtschaftliche Lage von Bertelsmann zusammen. Die Signale aus Luxemburg seien „nicht ermutigend“. RTL-Chef Gerhard Zeiler sagte: „Es ist zu erwarten, dass das Profitabilitätsniveau sinken wird.“ Die Werbekrise trifft den Fernsehkonzern hart - und damit auch das Mutterhaus Bertelsmann. RTL wird auf absehbare Zeit weniger Geld in Gütersloh abliefern als bislang.
Im Vergleich zu internationalen Konkurrenten halte der Konzern der Krise aber besser stand, was die Profitabilität betrifft: US-Rivale Time Warner etwa musste 24 Mrd. $ auf seine Kabelnetzsparte abschreiben und meldete 16 Mrd. $ Quartalsverlust. Doch Bertelsmann spürt wie die gesamte Medienbranche die wegbrechende Werbekonjunktur. Um 16 Prozent liege RTL in Deutschland im Bruttowerbemarkt derzeit unter Vorjahr. Laut Marktforscher Nielsen haben die Kölner im Januar und Februar insgesamt rund 70 Mio. Euro weniger durch Reklame eingenommen als ein Jahr zuvor.
Die RTL Group ist Bertelsmanns wichtigster Geldbringer: Fast 30 Prozent des Konzernumsatzes von 18,8 Mrd. Euro (2007) und mehr als die Hälfte des operativen Gewinns steuert die Fernsehtochter bei. Rund 500 Mio. Euro Dividende wird RTL für 2008 noch einmal nach Gütersloh überweisen. Nicht abzusehen ist, wie hoch die Zahlungen künftig ausfallen werden. Der Kapitalmarkt ist skeptisch. Die Ratingagentur Standard & Poor's sekte ihren Ausblick für Bertelsmann im Februar wegen der Werbeausfälle von „stabil“ auf „negativ“.
Links
Informationen des Unternehmens:
- Pressemitteilungen der Bertelsmann AG
- Geschäftsberichte
Presseberichterstattung:
- Handelsblatt: Hartmut Ostrowski - Niederlagen machen kleiner (24.11.2009)
- Die Zeit: Reinhard Mohn - Erfolg haben, heißt Verantwortung abgeben (05.10.2009)
- taz: Reinhard Mohn - Abschied von einem Scheinlinken (05.10.2009)
- Frankfurter Rundschau: Reinhard Mohn - Der Patriarch (04.10.2009)
- Horizont: Bernd Buchholz wird auch Bertelsmann-Vorstand (17.07.2009)
- Wirtschaftswoche: Dünne Luft bei Bertelsmann (18.06.2009)
- Horizont: Bertelsmann arbeitet unter Hochdruck an Sparprogramm (4.6.2009)
- Werben & Verkaufen: Bertelsmann will 10.000 Stellen streichen (3.6.2009)
- Handelsblatt: Bertelsmann droht der Abstieg (12.5.2009)
- FAZ: H. Ostrowski - „Mehrere hundert Millionen Euro einsparen“ (2.5.2009)
- FAZ: Christoph Mohn: Lycos hatte keine Chance gegen Google (26.11.2008)
- NZZ: Die Gabe des Vergessens (31.10.2008)
- Süddeutsche Zeitung: Bertelsmann - Der ungeliebte Sohn geht (22.8.2008)
- FAZ: Hartmut Ostrowski: 15 Kilometer Auslandserfahrung (28.7.2008)
- New York Times: Bertelsmann - At a Global Media Company (2.6.2008)
- DIE ZEIT: Bertelsmann Stiftung - Wo geht es hier zur Zukunft? (08.11.2007)
- FAZ: Brigitte Mohn - Vom Imperium befreit (27.8.2007)
- Cicero: Das schwere Erbe der Mohns (08/2006)
Organigramm
Quelle: http://www.bertelsmann.de
Erläuterung: Dem Vorstand der Bertelsmann AG unterstehen das Corporate Center, in dem der Vorstandsvorsitzende und das höhere Management sitzen, und das Corporate Development Committee. Dieser Ausschuss koordiniert die zentralen Stäbe Corporate Controlling und Strategic Planning, Media Technology sowie das Bertelsmann Corporate Network, das für die Vernetzung und Integration der zahlreichen Tochterunternehmen zuständig ist. Die Unternehmensbereiche RTL Group, Random House, Gruner + Jahr, Arvato und die DirectGroup unterstehen dem Vorstand, der sein Vorgehen mit Corporate Development Committee und Corporate Center abstimmt.
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Ranking - Top 50 2008
- Time Warner Inc.
- Walt Disney Corp.
- Comcast Corp.
- News Corp. Ltd.
- Viacom Inc./CBS Corp.
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- Hubert Burda Media Holding Gmbh & Co.
- Nippon Television Network Corporation
