34. The Nielsen Company

Umsatz : € 3,324 Mrd.

Überblick

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The Nielsen Company, ursprünglich bekannt als VNU Group, ist ein globaler Anbieter für Markt- und Mediendaten, der außerdem Publikationen, Online-Dienste und Veranstaltungen wie Messen und Konferenzen im Business-to-Business-Bereich anbietet. Die bekanntesten Marken der Nielsen Company sind der Marktforschungsgigant ACNielsen und das Medienforschungsunternehmen Nielsen Media Research. Darüber hinaus gehören zu Nielsen unter anderem der Internet-Statistik-Dienst Nielsen//NetRatings, der Marketing-Dienstleister Claritas und die Firma Scarborough Research, deren Schwerpunkt in der Erhebung soziodemografischer Daten liegt. The Nielsen Company befindet sich nach dem Aufkauf durch die Finanzinvestorengruppe Valcon Acquisition in Privateigentum.

Basisdaten

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Hauptsitze:
The Nielsen Company B.V.
Ceylonpoort 5-25
2037 AA Haarlem, Niederlande
Telefon: 0031-23-546-3000
Internet: www.nielsen.com

The Nielsen Company
770 Broadway, New York, NY 10003-9595

Deutschland:

The Nielsen Company (Germany) GmbH
Insterburger Str. 16
60487 Frankfurt am Main
Telefon: +49 69 7938-0
Fax: +49 69 70740-12
www.acnielsen.de

Nielsen Media Research GmbH
Sachsenstrasse 16
20097 Hamburg
t: +49(0) 40 / 23642 – 0
f: +49(0) 40 / 23642 - 122
www.nielsen.de

Branche: Informationsdienste, Markt- und Medienforschung, Fachverlage, Messen
und Ausstellungen
Rechtsform: Besloten Vennootschap met beperkte aansprakelijkheid (B.V.), vergleichbar mit deutscher GmbH
Geschäftsjahr: 01.01. - 31.12.
Gründungsjahr: 1964

 

Tab. I: Ökonomische Basisdaten (Beträge in Mio. Euro)

2009

2008

2007

2006

2005

2004

2003

2002

2001

2000

Umsatz Gesamt

3.447

3.408

3.434

3.324

4.049

3.781

3.882

4.275

4.825

3.384

Gewinn nach Steuern

-350

-354

-206

-300 USD

138 USD

163

130

170

1.004

799

Aktienkurs in Euro (Jahresende)

-

-

-

-

-

21,73

25,05

24,85

34,51

52,35

Dividende in Euro (pro Aktie)

-

-

-

-

-

0,55

0,55

0,55

0,52

0,52

Beschäftigte

34.000

36.000

34.700

41.000

40.694

38.598

38.609

37.590

37.235

19.108

 

 

Tab. II: Umsatz nach Sparten 2009

Geschäftsbereich

Umsatz nach Segment in Mio. USD

Prozent des Gesamtumsatzes

Watch

1,635

34

Buy

2,993

62,3

Expositions

180

3,7

Total

4,808

 

 

Geschäftsführung

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Vorstand / Geschäftsführung:

  •  David L. Calhoun, CEO & Chairman
  • Susan D. Whiting, EVP & Vice Chair
  • Itzak Fisher, EVP & Global Product Leadership
  • Paul Donato, EVP & Chief Research Officer
  • Mitchell J. Habib, EVP & Global Business Services
  • Thom Mastrelli, EVP & Corporate Development
  • Dwight Mitchell Barns, President Consumer Greater China
  • Christophe Cambournac, President Consumer Asia Pacific India, Middle East & Africa
  • Patrick Dodd, President Consumer Europe
  • Arturo G. García Castro, President Consumer Latin America
  • John Lewis, President, Consumer North America
  • Mark Leiter, President Consumer Practices and Products
  • Dave Thomas, President Global Media Services
  • Steve Hasker, President Media Products
  • James W. Cuminale, Chief Legal Officer
  • Ed Dandridge, Chief Communications Officer
  • Roberto Llamas, Chief Human Resources & Public Affairs Officer
  • D. Sangeeta, Chief Business Process Improvement Officer
  • Brian J. West, CFO
  • Rick Kash, CEO, The Cambridge Group

 


Aufsichtsrat:

  • James M. Kilts, Aufsichtsratsvorsitzender, Mitbegründer Centerview Partners
  • James A. Attwood, Jr., Managing Director The Carlyle Group
  • Richard J. Bressler, Managing Director Thomas H. Lee Partners, L.P.
  • Simon E. Brown, Head of Consumer Products & Services, Kohlberg Kravis Roberts & Co. L.L.C.
  • Michael S. Chae, Senior Managing Director The Blackstone Group
  • Patrick Healy, Deputy CEO Hellman & Friedman L.L.C.
  • Gerald S. Hobbs, Managing Director Boston Ventures, Inc.
  • Iain Leigh, Head of U.S. Office AlpInvest Partners
  • Eliot P.S. Merrill, Managing Director The Carlyle Group
  • Alexander Navab, Head of Media and Communications Industry, Kohlberg Kravis Roberts & Co. L.L.C.
  • Robert C. Pozen, Chairman MFS Investment Management
  • Robert Reid, Managing Director The Blackstone Group
  • Scott A. Schoen, Vice-Chairman Thomas H. Lee Partners, L.P.

 

Besitzverhältnisse: Der Besitz von The Nielsen Company liegt bei der Finanzinvestorengruppe Valcon Acquisiton, bestehend aus AlpInvest Partners aus den Niederlanden und den in den USA beheimateten Investorengruppen The Blackstone Group, The Carlyle Group, Hellman & Friedman, Kohlberg Kravis Roberts & Co. und Thomas H. Lee Partners. Seit der vollständigen Übernahme durch Valcon Anfang 2007 ist Nielsen ein reines Privatunternehmen und nicht mehr an der Börse notiert. Nach Berichten der Financial Times bereitet sich die Firma jedoch auf einen erneuten Börsengang 2010/2011 vor. Der CFO der Nielsen Company bezeichnete diese Berichte als Spekulationen und Gerüchte.

Geschichte und Profil

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The Nielsen Company ist ein globaler Informations- und Medienanbieter. Ursprünglich hieß das Unternehmen VNU Group, die Abkürzung stand für „Verenigde Nederlandse Uitgeversbedrijven“ (Vereinigte Niederländische Verlagsbetriebe).
Die Wurzeln des Unternehmens liegen in Haarlem in den Niederlanden, inzwischen werden jedoch über 90 Prozent des Umsatzes außerhalb des Landes erwirtschaftet.

VNU entstand 1964 durch den Zusammenschluss der zwei größten niederländischen Verlage für Verbraucherzeitschriften, "Cebema" und "De Spaarnestad". Im Laufe der 60er und 70er Jahre vergrößerte sich das Unternehmen hauptsächlich, indem es weitere Verlage und Verlagsdruckereien in den Niederlanden aufkaufte. 1967 erwarb der Konzern den Zeitungsverlag Het Nieuwsblad van het Zuiden und den katholischen Buchverlag Het Spectrum. Nach der Übernahme durch VNU verlagerte Het Spectrum seine Aktivitäten von religiösen Publikationen auf niederländische Übersetzungen international bekannter Bestseller-Autoren wie J.R. R. Tolkien und Somerset Maugham.1968 wurden der Zeitschriftenverlag Nederlandse Rotogravure Maatschaapij (NRM) und die Offsetdruckerei Smeets in den Konzern integriert.Mit dem Erwerb der  Fachverlage für Wirtschaftszeitschriften  Intermediar (1973) und Diligentia (1975) begann eine Neuorientierung des Unternehmens auf Wirtschafts- und Handelspublikationen. 

Der Konzern kaufte 1985 den US-Informationsdienst Disclosure und benutzte diesen als Basis, um seine Aktivitäten auf dem nordamerikanischen Markt aufzubauen. Das starke Engagement in den USA war anfangs von größeren Verlusten gekennzeichnet. So wurde der 1986 übernommene Verlag für Computermagazine   Hayden Publishing bereits nach wenigen Jahren wieder verkauft.
Auf dem Heimatmarkt machte die Übernahme des Verlages Audet (1988) VNU zum Marktführer im niederländischen Zeitungssektor. Als dann in den Niederlanden und Belgien der Startschuss für das private Fernsehen fiel, war VNU zunächst mit Minderheitsanteilen an verschiedenen Sendern beteiligt, die im Laufe der frühen 90er Jahre konsequent aufgestockt wurden. Nach dem Ende des Kalten Krieges engagierte sich das Unternehmen auch in Osteuropa und brachte dort erfolgreich verschiedene Verbraucher-Magazine auf den Markt. Zielstrebig arbeitete VNU weiter daran, seine Marktstellung in den USA im Sektor Business-Information auszubauen. 1992 übernahm der Konzern 50 Prozent an der Softwarefirma Spectra Marketing Systems und beteiligte sich an einem Jointventure mit Arbitron. Maßgeblichen Einfluss auf die Medienbranche sicherte sich VNU 1994 durch die Übernahme der BPI Communications Inc., dem Herausgeber der etablierten Branchenblätter "Billboard" und "Hollywood Reporter". Der "Dutch Info Giant" (The Industry Standard) läutete 1998 durch den Erwerb des Informationsdienstleisters World Directories (Print- und Online-Telefonverzeichnisse) für 2,1 Mrd. $ und den Verkauf fast aller Druckereibetriebe, Tageszeitungen und TV-Beteiligungen eine generelle Neuorientierung ein. Somit bewegte sich der Konzern seit dem Ende der 90er Jahre von den klassischen, verlegerischen Geschäftsfeldern in Richtung Markt- und Medienforschung weg.

Im Rahmen dieser  Umorientierung kaufte VNU 1999 das amerikanische Unternehmen Nielsen Media Research für 2,7 Mrd. $. Diese Firma hat in den USA und in Kanada das Monopol auf die Ermittlung von TV-Einschaltquoten. Ausschlaggebend für VNUs Akquisition von Nielsen Media Research dürfte allerdings die Marktstellung des Unternehmens als Innovationsführer im Bereich Internet-Ratings gewesen sein. Ein weiterer wichtiger Schritt des Konzerns hin zum Anbieter von Markt- und Medieninformationen war die Übernahme des amerikanischen Marktforschungsriesen ACNielsen im Frühjahr 2001 für 2,3 Milliarden Dollar.

ACNielsen wurde 1923 in den USA von Arthur C. Nielsen Sr. gegründet. Nielsen erfand die bis heute eingesetzte Methode des Handelspanels, der Datenerhebung im Geschäftund das Konzept des Marktanteils. Nach dem Zweiten Weltkrieg expandierte das Unternehmen u. a. nach Westeuropa, Australien und Japan. In Deutschland übernahm ACNielsen 1979 die „Schmidt & Pohlmann Gesellschaft für Werbestatistik“ zu 100 Prozent und gründete daraus die „A.C. Nielsen Werbeforschung S + P GmbH“. 1996 wurde der Bereich der Medienforschung „Nielsen Media Research“ im Rahmen eines Umstrukturierungsprozesses als eigenständiges Unternehmen aus dem Konzern ausgegliedert. Durch die Übernahme der beiden Firmen durch VNU waren sie Anfang 2001 wieder unter einem Dach vereint. In selbem Zug trennte sich der Konzern von seinen Verbraucher- und Bildungspublikationen, u.a. durch den Verkauf der Directories Sparte Ende 2004 für knapp 2,1 Mrd. €. 2005 strebte VNU mithilfe der  Übernahme des auf Pharmazie spezialisierten Marktforschungsunternehmens IMS Health einen Einstieg in den Medizin- und Gesundheitssektor an. Die Fusion wurde allerdings durch den Widerstand der Aktionäre verhindert.

2006 wurde VNU  einer freundlichen Übernahme durch private Finanzinvestoren. 80 Prozent der Firmenanteile gingen an die Finanzinvestorengruppe Valcon Acquisition, ein Konsortium aus sechs Private Equity Unternehmen, darunter die Blackstone Group, Kohlberg Kravis Roberts, Thomas H. Lee & Partners, AlpInvest Partners, Carlyle Group und Hellman & Friedman. Der Großaktionär Knight Vinke Asset Management hatte sich zunächst gegen die Übernahme gewehrt, später aber auf ein erhöhtes Angebot eingelassen, wonach der Marktwert des Unternehmens inklusive Schulden 8,7 Milliarden Euro betrug. Bis Anfang 2007 kaufte Valcon auch die restlichen Anteile an VNU, welches dadurch zu einem nicht mehr börsenorientierten Privatunternehmen wurde.

Ende 2006 verkaufte VNU die Gruppe „VNU Business Media Europe“ an die Finanzinvestorengruppe 3i. VNU Business Media Europe hat sich als Verlag auf den Business-to-Business-Bereich in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Belgien und Spanien fokussiert und bietet dort neben mehr als 70 Print-Titeln auch Internetseiten an. . 2007 gab Nielsen die Übernahme des Unternehmens NetRatings bekannt, welches auf Publikumsforschung im Onlinebereich spezialisiert ist. Im August 2007 folgte die Übernahme von Telephia, einem Marktforscher im Bereich Telekommunikation und mobiler Medien.

Gleichzeitig änderte VNU seinen Namen in „The Nielsen Company“. Damit sollte der bekannte Markenname Nielsen besser genutzt werden. Die Namensänderung ging mit einer verstärkten Integration und Vereinheitlichung der weltweiten Unternehmensaktivitäten einher.
Die Nielsen Company kauft weiter Unternehmen auf und baut damit ihre Monopolstellung vor allem im amerikanischen Markt aus. Dies wird von manchen Kunden und Beobachtern kritisch betrachtet, vor allem im Zusammenhang mit Problemen, die durch die von Nielsen verwendeten Messmethoden auftreten.

Im April 2007 wurden Nielsen//NetRatings sowie der Hauptkonkurrent ComScore vom Interactive Advertising Bureau (IAB = US-amerikanischer Interessenverband der Online-Werbewirtschaft) aufgefordert, ihre Messmethoden überprüfen zu lassen. In den vergangenen Jahren war es immer wieder zu großen Unterschieden in den Angaben der beiden Anbieter gekommen. Von der Überprüfung erhofft sich die IAB vor allem mehr Transparenz bei den Nutzerzahlen, auf deren Basis die Werbepreise im Online-Bereich festgelegt werden. Die Untersuchung wir im Moment vom unabhängigen Media Rating Council (MRC) durchgeführt. Nielsen befand sich zu diesem Zeitpunkt schon in Vorgesprächen mit dem Media Rating Council. Ursprünglich sollten die Ergebnisse bereits 2008 veröffentlicht werden. Da es jedoch bereits während der Überprüfung zu Änderungen in Nielsens Messmethoden gekommen war, wird das vollständige Ergebnis erst in diesem Jahr vorliegen.

Außerdem wird daran gearbeitet, mit neuen Erhebungsmethoden ein noch genaueres Bild vom Kunden zu zeichnen. So scheint ein langfristiges Ziel zu sein, die gesamte Mediennutzung und das Kaufverhalten einer Person vollständig zu erfassen. Bisher wird beispielsweise die Internetnutzung einer Personengruppe und das Kaufverhalten einer zweiten Personengruppe in sogenannten „Panels“ ermittelt, anschließend werden die gesammelten Daten mithilfe von statistischen Verfahren verknüpft. Analysiert man allerdings alle Mediennutzungsmuster und das Kaufverhalten von nur einer Personengruppe, lassen sich genauere Aussagen treffen, beispielsweise über die Werbewirkung. Obwohl Nielsen darauf hinweist, dass die Anonymität gewahrt wird, ist für viele Panelteilnehmer die Grenze zum „gläsernen Kunden“ hier scheinbar überschritten. Die Teilnahmebereitschaft sinkt bereits bei der gemeinsamen Erfassung von Internetnutzung und Fernsehverhalten so stark, dass die Nielsen Company laut New York Times zunächst wieder von den Plänen abgerückt ist.

Auch beim Fernsehen gelobt Nielsen Besserung. In der Vergangenheit war es mehrmals zu erheblichen Verzögerungen bei der Ermittlung der Einschaltquoten gekommen. Nielsen will nun die Server erneuern, um der ständig wachsenden Menge an Daten besser gerecht zu werden. Mitte 2007 wurde bereits die Erhebung von Einschaltquoten angepasst, da es durch den zunehmenden Einsatz von DVD-Recordern unter Werbetreibenden die Sorgen gibt, dass Werbung nicht mehr gesehen wird, da die Zuschauer die Vorspulfunktion nutzen. Dank des neuen Quotensystems können Werbespots getrennt von den redaktionellen Inhalten ausgewertet werden.  Außerdem soll die Fernsehnutzung außer Haus (in Sportstudios, Kneipen) zukünftig automatisch und nicht mehr durch Nutzer-Tagebücher erhoben werden. Im kommenden Herbst wird darüber hinaus eine gemeinsame Quote für den Fernsehkosum über TV und Onlinestream eingeführt.

Zu Letzterem sah sich Nielsen vor allem durch die Neugründung des Marktforschungskonsortiums CIMM durch die größten  US Medienkonzerne im September 2009 gezwungen. Der „Coalition for Innovative Media Measurement” (CIMM) gehören unter anderem die Medienunternehmen NBC Universal, Time Warner, News Corp., Discovery, Viacom, CBS und Walt Disney aber auch wichtige Werbekunden wie Procter & Gamble, AT&T und Unilever an. Das Konsortium kritisierte die Messmethoden von Nielsen als nicht zeitgemäß und hat ein Pilotprojekt zur Erforschung und Entwicklung einer plattformübergreifenden Quotenmessung für TV, Internet und mobile Dienste gestartet.

Management

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Im April 2000 wurde Rob van den Bergh Vorstandsvorsitzender von VNU. Unter Van den Bergh, seines Zeichens Jurist und schon seit mehr als 20 Jahren bei VNU, konzentrierte sich der Konzern weiter auf sein Kerngeschäft der Fach- und Marketing-Informationsdienste - als Anbieter so genannter "must have information". Diese Geschäftsfelder bieten wesentlich höhere Gewinnmargen im Vergleich zu den klassischen Verlagsaktivitäten und dem Fernsehsektor. Im Sommer 2005 verließ der Amerikaner Michael Conners den Vorstand von VNU. Damit war die oberste Etage des Konzerns wieder in rein niederländischer Hand.
Nach der gescheiterten Fusion mit IMS Health erklärte Van den Bergh 2005 seinen Rücktritt. Er blieb noch bis zur Beendigung der Übernahmeverhandlungen mit dem Private-Equity-Konsortium Valcon Acqusition im Amt. Sein Nachfolger wurde David Calhoun. Calhoun ist seit August 2006 Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer von Nielsen. Er war vorher seit 1981 bei der General Electric Company, zuletzt als Vize-Vorstandsvorsitzender und CEO der GE Infrastruktursparte. General Electric, der weltweit größte Mischkonzern, engagierte sich im Medienbereich unter anderem via seinem Unternehmen NBC.
2007 wechselten noch drei andere Vorstandsmitglieder von GE zu Nielsen: Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Mitchell J. Habib, der außerdem für den Global Business Service die Verantwortung trägt, der Finanzbeauftragte Brian West und Personalchef Roberto Llamas. Die für lange Zeit einzige Frau im Top-Management von Nielsen ist Susan D. Whiting. Sie begann 1978 bei Nielsen Media Research und ist seitdem in allen Unternehmensbereichen tätig gewesen, darunter ab 2001 als Geschäftsführerin von Nielsen Media Research und ab 2005 als stellvertretende Geschäftsführerin des Bereichs „Media Measurement and Information“ beim Mutterkonzern VNU. 2007 wurde sie zur stellvertretenden Geschäftsführerin von Nielsen ernannt und ist damit für alle Geschäftsbereiche verantwortlich.

Geschäftsfelder

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Mit dem 31.12.2009 wurde das Unternehmen in 3 Geschäftsfelder umstrukturiert: Watch, Buy und Expositions.

What Consumers Buy (Marktforschung)
Diese Abteilung liefert Kundeninformationen für die Konsumgüterindustrie. Nielsen misst Verkäufe und Marktanteile. Mit einem Jahresumsatz von $ 2,993 Milliarden liegt das Unternehmen vor Konkurrenten wie Information Ressources Inc., The Kantar Group und Source Interlink Companies Inc. Mehr als 60% des Jahresumsatzes der Nielsen Company stammen aus der Marktforschung.
Nielsen ist in über 100 Ländern tätig und beobachtet dort neben der Marktentwicklung beispielsweise auch Verhalten und Einstellungen der Konsumenten. Die Hauptkunden n sind Produzenten und Verkäufer von Lebensmitteln, so genannten „Fast Moving Consumer Goods“. Weitere Nielsen-Firmen im Bereich der Marktforschung sind unter anderem Nielsen Scantrack, Nielsen Homescan, Nielsen Spectra, BASES, Claritas, Nielsen Direct Data, Scarborough Research und als neue Errungenschaft im Jahr 2007 das Unternehmen Telephia (jetzt Telecom), welches im Bereich Telekommunikation/ Mobile Medien tätig ist. Ebenfalls 2007 ging Nielsen eine strategische Partnerschaft mit Google ein. Die beiden Firmen verbinden die demographischen Daten von Nielsen mit den Ergebnissen der Google Ads TV Plattform. 2009 startete Nielsen zusammen mit Facebook NielsenBrandlift, eine Social-Network-Tool, mit dem User zu Marken/Produkten befragt und ihre Kaufintention gemesssen werden können.

Nach der gescheiterten Übernahme von IMS Health gründete Nielsen im August 2007 mit NielsenHealth einen eigenen Informationsdienst für den Medizin- und Gesundheitssektor. NielsenHealth erfasst Daten über die relevanten Zielgruppen (Ärzte und Patienten) und unterstützt damit Anbieter in diesem Bereich bei Produktentwicklungen und Marketingentscheidungen. Der Gesundheitsmarkt scheint generell eine größer werdende Bedeutung einzunehmen. Auch in Deutschland vereinbarte Nielsen eine Kooperation mit INSIGHT Health, einem führenden Informationsanbieter für den Arzneimittelmarkt. Im Mai 2007 vergrößerte Nielsen in Deutschland sein Pharma & Health Care Panel. 

What Consumers watch (Medienforschung)
Die Abteilung beschäftigt sich mit Publikumsforschung und –Analyse. Sie bietet Daten für Medienunternehmen, auf deren Grundlage die Preise für Werbung festgelegt werden. Gleichzeitig wertet die Medienforschung die Werbung für die Industrie aus und ermittelt den Erfolg der verschiedenen Marketinginstrumente. Nielsen misst weltweit ca. 35% aller  TV Quoten und der Marktanteil der Nielsen Internetauswertung liegt bei 70%. Die bekanntesten Unternehmen in der Medienforschungs-Sparte von Nielsen sind Nielsen Media Research und Nielsen//NetRatings, ein Werbe-Statistik-Dienst für das Internet. Nach der Vision des CEOs David Calhoun sollen die Nielsen//NetRatings die Währung der Internetwerbung sein, ganz so wie es die Nielsen Ratings für das US-Fernsehen seit Jahrzehnten sind. Darüber hinaus wird im Online-Bereich zum Beispiel der Gebrauch von nutzergenerierten Inhalten durch das Unternehmen BuzzMetrics untersucht. Das Programm misst, wann und wie Produktnamen im Web (2.0) genannt werden. Im Herbst 2007 wurden Nielsen/NetRatings und Buzzmedia zu Nielsen Online zusammengefasst, wodurch nun die gesamte Mediaforschung im Online-Bereich abgedeckt wird. Im gleichen Jahr präsentierte Nielsen zusammen mit der US-amerikanischen Firma Digimarc den Service VideoCensus. Mit diesem Programm werden Online-Videos mit Wasserzeichen versehen und in einer Datenbank erfasst. Mit Hilfe dieses Wasserzeichens lässt sich zum Beispiel feststellen, an welcher Stelle die Inhalte im Internet noch veröffentlich werden. Ähnliche Verfahren werden beispielsweise von YouTube eingesetzt. Der Dienst wird sich wohl auch dazu eignen, Verstöße gegen das Urheberrecht aufzudecken und zu verfolgen. Laut dem Nielsen Manager Dave Harkness soll dies aber nicht der vorrangige Nutzen sein. Vielmehr könnten Content-Anbieter so ein genaueres Bild über die Verbreitung ihrer Inhalte im Internet bekommen. Im Juni 2009 kündigte Nielsen einen Ausbau dieses Programms und die Gründung zweier Joint Ventures mit Digimarc an. Die Nielsen Entertainment Abteilung analysiert die Nutzung unterhaltungsspezifischer Werbeträger wie Filme, Musik, Home Entertainment, Bücher und interaktiver Unterhaltungsangebote. Weitere Unternehmen in diesem Bereich sind SRDS (Publikumsforschung), Interactive Market Systems (Mediaplanungs- und Analyse-Software), PERQ/HCI (Mediaforschung zu Publikationen im Gesundheitswesen-/Arzneimittelmarkt) und Nielsen Sports (Sport-Sponsoring). Die Medienforschung erwirtschaftet 34% des Gesamtumsatzes der Firma.

Expositions (Business-Media-Angebote)
Die Sparte Nielsen Business Media vereint verschiedene Angebote im Business-to-Business-Bereich. Nielsen Expositions veranstaltet Fachmessen sowie Konferenzen.  Jährlich werden ca. 40 Veranstaltungen mit 270.000 Teilnehmern aus 20 verschiedenen Industriesparten organisiert.
Zusätzlich besitzt Nielsen noch 7 Fachzeitschriften zu den Themen Innenarchitektur („Contract Magazine“, „HD Magazine“, „Impressions“, „Kitchen & Bath Business“) und Beruf
(„DDI Magazine“, „National Jeweler“, „Photo District News“)

Die Abteilung erwirtschaftet knapp 4% des jährlichen Umsatzes.

Engagement in Deutschland

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The Nielsen Company bietet ihre zahlreichen Dienste auch in Deutschland an. Das erste Standbein ist das Marktforschungsunternehmen The Nielsen Company (Germany) GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main. Unter diesem Namen fasste der Konzern im Sommer 2008 die Nielsen-Gesellschaften A.C. Nielsen GmbH, Axense GmbH, AC Nielsen Bases GmbH und TradeDimensions GmbH zusammen. Damit solle der Verwaltungsaufwand verringert und eine stärkere Integration der Dienstleistungen erreicht werden, teilte der Konzern mit. Geschäftsführer des Unternehmens ist Risto Maila (Group Managing Director für Deutschland/Österreich/Schweiz). Den Vorsitz im Aufsichtsrat hat Bernd Fletschok inne. Zweites Standbein ist das Medienforschungsunternehmen Nielsen Media Research GmbH. Das Unternehmen wurde 1946 als „Dr. Kapferer & Dr. Schmidt Gesellschaft für Wirtschaftsanalyse und Markterkundung OHG“ in Hamburg gegründet. 1967 folgte eine Namensänderung in „Schmidt & Pohlmann Gesellschaft für Werbestatistik“. 1979 entstand nach einer hundertprozentigen Übernahme durch A.C. Nielsen daraus die „A.C. Nielsen Werbeforschung S + P GmbH“, die später in „Nielsen Media Research GmbH“ umbenannt wurde. Seit 1999 gehört das Unternehmen zur „Nielsen Company“, der heutige Geschäftsführer heißt Ludger Wibbelt. Das Unternehmen macht einen Jahresumsatz von ca. 8,8 Millionen Euro und beschäftigt in Hamburg circa 210 Mitarbeiter, von denen ein Großteil mit der Erfassung der über 3.000 Werbeträgern beschäftigt ist. Nielsen Media Research betreibt Publikumsforschung für verschiedene Medien. In Deutschland unterteilt sich das Angebot in zwei Geschäftsbereiche, „Werbestatistik“ und „AdAlert“, einem Informationssystem für die Schaltung von Werbung.

Aktuelle Entwicklungen

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2008 schloss The Nielsen Company Exklusivverträge mit Coca-Cola, Procter & Gamble und NBC Universal ab. NBC Universal gehört zu achtzig Prozent zu General Electric und hat unter anderem die olympischen Spiele 2008 ausgestrahlt. Nielsen hat somit Geschäftspartner sowohl auf der Seite der Werbetreibenden als auch auf der Seite der Medien. Gleichzeitig muss das Unternehmen weiterhin die gemeinsame Währung für die Werbewirtschaft, das heißt unabhängige Einschaltquoten und Nutzerzahlen, ermitteln.

Zum Ende des Jahres 2009 verkaufte Nielsen acht Fachmagazine an das Investoren-Konsortium darunter „The Hollywood Reporter“, ein Magazin der US-amerikanischen Film- und Unterhaltungsindustrie, sowie „Adweek“, eine Fachzeitschrift der Werbebranche. Den Besitzer wechselten außerdem das renommierte Musikmagazin „Billboard“, das die US-amerikanischen Musik-Charts ermittelt und „Brandweek“, „Mediaweek“, „The Clio Awards“, „Backstage“ und  „Film Journal International“. Nach Medienberichten zahlte das neu formierte Konsortium „E5 Global Media“ für die acht Zeitschriften aus der „Business Media“-Sparte des Marktforschers Nielsen etwa 84 Millionen US-Dollar. Auch der Sohn von Rupert Murdoch, Lachlan Murdoch  war für die News. Corp. am Bieterwettstreit beteilligt.

Das Buchmagazin „ Kirkus Review“ und das Journalistikfachblatt „Editor und Publisher“ sollten ursprünglich zum Jahresende eingestellt werden. Für beide Zeitschriften fanden sich jedoch Käufer. Das Fachmagazin „Radio Records“ wurde bereits im Juni eingestellt.
2010 verkaufte Nielsen seine Reisemagazine an NorthStarTravel Media und die Lebensmittelzeitschriften an Stagnito Media. Somit verlegt Nielsen nur noch sieben Zeitschriften. Das Abstoßen der verlustreichen Titel erlaubt Nielsen eine weitere Fokussierung auf die Kerngeschäfte und gewinnbringende Projekte. Es wurde in Fachmedien als Vorbereitung für einen möglichen Börsengang gewertet.

Im ersten Quartal 2010 stieg der Umsatz der Nielsen Company im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4 % (währungsbereinigt) auf 1,2 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn stieg um 8,6 % auf 132 Millionen. Den meisten Umsatz machte Nielsen in der Marktforschung  (742 Millionen US-Dollar). Nach dem Verkauf der Zeitschriftensparte sank der Umsatz von Nielsen Expositions um 10, 1%, allerdings stieg der Gewinn um 29,7% auf 64 Millionen US-Dollar. Die Schulden der Nielsen Company liegen bei 8,57 Milliarden US-Dollar.

News

14.12.09 / The Nielsen Company

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Das Medien- und Marktforschungsunternehmen „The Nielsen Company“ hat acht Fachmagazine an ein Investoren-Konsortium verkauft. Wie das Unternehmen mitteilte, gehören dazu „The Hollywood Reporter“, ein Magazin der...

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18.08.09 / The Nielsen Company, NBC Universal Inc.

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