6. Activision Blizzard Inc.
Umsatz 2009: $ 1,557 Mrd. (€ 1,116 Mrd.)
Überblick
Activision Inc. ist ein führender, internationaler Publisher von interaktiven Unterhaltungssoftwareprodukten mit einem Produktportfolio, das sich über eine Vielzahl von Genres erstreckt und auf zahlreichen Hardwareplattformen und Betriebssystemen spielbar ist. Das Unternehmen hat verschiedene Marken mit hohem Bekanntheitsgrad hervorgebracht, lizenziert und erworben, die es an eine immer breiter gefächerte Zielgruppe vermarktet.
Basisdaten
Hauptsitz:
Activision Incorporated
3100 Ocean Park Boulevard
Santa Monica, CA 90405
Tel.: 001 (310) 255-2000
www.activisionblizzard.com
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.04 – 31.03
Gründungsjahr: 1979
2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | |
Umsatz | 1,557 | 2,898 | 1,513 | 1,468 | 1,406 |
Gewinn (Verlust)* | 344,9 | 85,8 | 40,2 | 135,057 | |
Beschäftigte | 2,640 | k.A. | k.A. | k.A. |
* Net Income
2007 | 2006 | 2005 | |
Publishing | |||
Konsole | 2,129 | 887 | 812 |
Handheld | 219 | 153 | 158 |
PC | 156 | 79 | 183 |
Gesamt | 2,505 | 1,112 | 1,154 |
Distribution | |||
Konsole | 269 | 239 | 196 |
Handheld | 95 | 122 | 77 |
PC | 29 | 33 | 40 |
Gesamt | 293 | 292 | 313 |
Geschäftsführung
Management:
- Robert Kotick, COB and CEO
- Brain Kelly, Co-Chairman and Director
- Ronald Doornink, Director and Senior Advisor, Activision, Inc.
- Michael Griffith, President and CEO Activision Publishing, Inc.
- Thomas Tippl, Chief Financial Officer, Activision Publishing, Inc.
- George Rode, Chief Legal Officer and Secretary
- Robin Kaminsky, Executive Vice President, Publishing
- Brian Hodous, Chief Customers Officer, Activision Publishing, Inc.
Board of Directors (Aufsichtsrat):
- Robert J. Corti
- Ron Doornink
- Barbara Isgur
- Brian Kelly
- Robert Kotick
- Robert Morgado
- Peter J. Nolan
- Richard Sarnoff
Geschichte und Profil
Activision wurde 1979 vom ehemaligen Plattenboss Jim Levy sowie den Programmierern David Crane, Bob Whitehead, Larry Kaplan und Alan Miller gegründet. Crane und Co. hatten genug davon, für Atari Videospiel-Bestseller zu produzieren, ohne am finanziellen Erfolg beteiligt und als Programmierer individuell wahrgenommen zu werden. David Crane produzierte zum Beispiel bei einem Jahresgehalt von 20,000 US-Dollar in kompletter Eigenregie Spiele, die sich zwanzig Millionen mal verkauften. Zudem hatte sich Warner Communications bei Atari eingekauft und die dortige hippie-esque Arbeitskultur zugunsten einer eher traditionellen Konzernatmosphäre abgeschafft. Da die vier für etwa die Hälfte aller damaligen Atari-Spiele verantwortlich waren, weigerte sich Atari zunächst, das Programmiererteam gehen zu lassen. Erst 1982 wurde ein entsprechender Gerichtsprozess zugunsten von Activision entschieden. In diesem Jahr landete das neu gegründete Unternehmen mit „Pitfall!“ einen ersten großen Hit. Das Spiel gilt heute als Urvater aller folgenden Plattform/Jump’n’Run-Spiele und begründete die Popularität ähnlicher Titel in den 1980er und 1990er Jahren.
Ab Mitte der 80er Jahre begann Activision durch die Akquise anderer Spielehersteller zu expandieren. Erstes Übernahmeobjekt war das Unternehmen Infocom, das sich in Zeiten von grafisch unterentwickelten 8-Bit Computern auf die Produktion von damals sehr beliebten Text-Adventures spezialisiert hatte. Als Bruce Davis 1986 Jim Levy als CEO beerbte, sorgte er durch gravierende Managementfehler für die Auflösung von Infocom im Jahr 1989. Zu dieser Zeit war niemand der fünf Gründungsmitglieder mehr an Bord von Activision.
1988 änderte Activision seinen Namen in Mediagenic, unter anderem weil das Unternehmen neben Computerspielen mittlerweile auch Büro-Organisationssoftware anbot. Der Ausflug in Videospiel-fremde Märkte erwies sich nicht als kluger Schachzug. 1992 musste Mediagenic Insolvenz anmelden. Robert „Bobby“ Koteck und seine BHK Corporation übernahmen Mediagenic und gaben ihr ihren ursprünglichen Namen Activision zurück. Koteck wurde der Nachfolger des erfolglosen Bruce Davis und schaffte es, Activision von einer bankrotten Firma in einen der erfolgreichsten Game Publisher der Gegenwart zu verwandeln. Sein Erfolgsrezept bestand darin, den Unternehmenssitz in die Nähe der Filmindustrie, nach Los Angeles zu verlegen, die Belegschaft effektiv zu verkleinern, die bekanntesten Spieleentwickler einzustellen und Hollywood-Stars und prominente Sportler als Werbeträger zu engagieren. In den darauf folgenden Jahren expandierte Activision durch Aufkäufe von Konkurrenzfirmen (unter anderem Take Us!, Head Game Publishing und Neversoft) sowie durch den Erwerb wertvoller Lizenzen für die Entwicklung von Videospiel-Adaptionen von Kino-Blockbustern (unter anderem Marvels „Spiderman“, Tony Hawk, „Lemony Snickets“ und „Transformers“).
2007 schließlich unterzeichneten Activision und der einstige Konkurrent Vivendi Games, Eigentümer des Videospielverlags Blizzard („World of Warcraft“), ein Abkommen über eine Fusion, die Mitte 2008 den neu strukturierten Konzern namens Activision Blizzard entstehen ließ. Der strategische Schritt, um die Marktführerschaft von Electronic Arts zu brechen. Die Transaktionskosten der Fusion liegen bei 18,9 Milliarden US-Dollar. Rund vier Milliarden US-Dollar versprechen sich die Verantwortlichen vom ersten Geschäftsjahr von Activision Blizzard.
Management
Robert Kotick, seit 1991 Direktor, Vorstandsvorsitzender und CEO, wird auch nach der Fusion zu Activision Blizzard seine Chefrolle beibehalten. Von Vivendi Games wird ihm dann Bruce Hack als Chief Corporate Officer zur Seite stehen. Da Kotick im Aufsichtsrat von Yahoo sitzt, wurde er in diversen Internetforen bereits als Kandidat für die Nachfolge von Jerry Yang gehandelt, sollte Yahoo an Microsoft verkauft werden.
Kotick hat in Interviews zugegeben, kein großer Fan von Videospielen zu sein. Laut Eigenaussage ist das einzige Spiel, mit dem er sich aktiv auseinandersetzt, die Rock-Simulation „Guitar Hero“, bei der man mit einem gitarrenförmigen Controller vor dem Fernseher populäre Rocktitel nachspielt, die man auch bei iTunes erwerben kann. Den öffentlichen Diskurs über einen möglichen Zusammenhang zwischen Gewalt und Videospielen bezeichnet Kotick als „Kommunikationsproblem“. Er verweist stets darauf, dass mehr als 50 Prozent aller Videospiele-Konsumenten zwischen 18 und 35 Jahren alt sind und an denselben (gewalttätigen) Inhalten wie im Fernsehen und Kino interessiert sei.
Zu Activisions ambitioniertesten Projekten und der Ägide von Kotick zählt die Entwicklung von „dynamic ad serving technology“, die es Activision erlaubt, zusätzliche Einnahmen durch die Platzierung von Werbung in Videospielen zu generieren. Dabei kooperiert Activision mit dem Unterhaltungssoftware-Werbevermarkter Massive, der von Microsoft akquiriert wurde.
Geschäftsbereiche
Activision ist in die beiden Geschäftsfelder „Publishing“ und „Distribution“ eingeteilt.
Publishing bezieht sich auf den Ausbau, das Marketing und den Verkauf von DVD, CD, UMD (Universal Media Disc), online- und konsolenbasierter interaktiver Unterhaltungssoftware. Dies geschieht direkt durch Activision oder durch an Lizenzen oder andere Verträge gebundene Drittanbieter.
Wichtigste Produktionsstudios:
- Raven Software
- Neversoft
- Treyarch
- Z-Axis
- Infinity Ward
- Luxoflux Corp.
- Shaba Games
- Beenox
- Toys for Bob
- Vicarious Vision
- Bizarre Creations
Wichtigste Kooperationen (Auswahl):
- Lizenzabkommen mit Dreamworks
- Geschäftsabkommen mit Comic-Verlag Marvel (bis 2017)
- Publishing- und Vertriebsabkommen mit LucasArts
- Distribution bezieht sich hauptsächlich auf Logistik und Verkaufsservice der europäischen Tochtergesellschaften
Engagement in Deutschland
Neben Geschäftsstellen in Großbritannien, Spanien, Italien, Frankreich, Schweden und den Niederlanden betreibt Activision in Burlengenfeld auch einen Standort in Deutschland.
News
14.07.08 / Activision Blizzard Inc., Vivendi S.A.
Activision und Vivendi Games fusionieren
Seit dem 11. Juli ist die Fusion von Activision und Vivendi Games perfekt. Activision Blizzard, so der der Name des neuen Unternehmens, ist mit einem gemeinsamen jährlichen Umsatz von 3,8 Milliarden US-Dollar der neue...
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