6. Hubert Burda Media Holding GmbH & Co
Umsatz 2007: € 2,214 Mrd.
Überblick
Die Hubert Burda Media Holding ist ein Medienkonzern mit Marktpräsenz in Deutschland, Mittel- und Osteuropa, Russland und Asien. In Deutschland unterhält das Unternehmen neben dem Stammsitz in Offenburg Verlagsfilialen in München, Berlin und Hamburg.
Der Verlag sieht sich auf dem Weg "zu einem internationalen Multimedia-Konzern" und den Digital-Bereich als seine zweite Säule. Größere Standorte im Ausland befinden sich u.a. in Warschau, Prag, Moskau und Bukarest. Überdies ist die Holding in den Bereichen Direktmarketing und Druck (mit Druckereien in Offenburg und Vieux-Thann) aktiv. Unter dem Dach der Hubert Burda Stiftung sind die sozialen, kulturellen und wissenschaftlichen Aktivitäten des Konzerns gebündelt.
Basisdaten
Hauptsitz:
Hauptstr. 130
77652 Offenburg
Telefon: 0781-8401
Telefax: 0781-843064
Internet: www.hubert-burda-media.com
www.burda.de
Branche: Zeitschriften, Druck, Direkt Marketing
Rechtsform: Hubert Burda Media Holding GmbH & Co. Kommanditgesellschaft
Geschäftsjahr: 01.01. - 31.12.
Gründungsjahr: 1926
2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001 | |
Umsatz Gesamt* | 2.078 | 2.297 | 2.214 | 2.151 | 2.062 | 1.964 | 2.004 | 1.857 | 1.840 |
Bilanzsumme | 1.084 | 1.024 | 1.026 | 958 | 894 | 845 | 863 | 827 | k.A. |
Beschäftigte | 7.118 | 7.592 | 7.941 | 7.084 | 7.170 | 7.309 | 7.388 | 7.051 | 6.717 |
* Betriebsleistung (Gesamtumsatz)
Verlag | Digital | Druck | Direktmarketing | Sonstige | |
2009 | 949 | 380 | 123 | 128 | 7 |
2008 | 1.107 | 340 | 152 | 145 | 6 |
2007 | 1.085 | 274 | 157 | 166 | 5 |
2006 | 1.044 | 231 | 166 | 158 | 4 |
2005 | 1.015 | 174 | 174 | 159 | 3 |
2004 | 998 | 128 | 170 | 157 | 24 |
2003 | 1.120 | 88 | 179 | 135 | 4 |
2002 | 1.034 | 65 | 191 | 110 | 4 |
Geschäftsführung
Geschäftsführung/Vorstand (Schlüsselpositionen):
- Dr. Paul-Bernhard Kallen, Vorsitzender des Vorstandes seit 2010; Vorstand Technologie, Finanzen, International
- Philipp Welte, Stellv. Vorsitzender, Verlage, Vermarktung und Vertrieb, crossmediale Aktivitäten
- Helmut Markwort, Vorstand Focus, Fernsehen, Hörfunk, „1. Journalist“ (bis 31.12.2010)
- Prof. Dr. Robert Schweizer, Vorstand Recht
- Holger Eckstein (Vorstand Finanzen)
Gesellschafter: Dr. Hubert Burda (100%)
Geschichte und Profil
Im Jahr 1926 tritt der 23-jährige Franz Burda in die kleine Offenburger Druckerei seines Vaters ein. Ein Jahr später erreicht die Druckerei mit der Herstellung der „Süddeutschen Radio-Zeitung Sürag“ ihre Kapazitätsgrenze, was den promovierten Volkswirtschaftler zu einem reichen Mann macht. 1933 hat die „Sürag“, der Vorgänger von „Bild + Funk“, bereits eine Auflage von 60 000 Stück. Mit dem „Dritten Reich“ arrangiert sich der in die NSDAP eingetretene Franz Burda trefflich; er produziert Karten und Luftbildpläne für das Militär. Nach Kriegsende unter den französischen Besatzungstruppen darf Burda Schulbücher, Briefmarken und eine Soldatenzeitung drucken. Der Druckspezialist, dem die Technische Hochschule Karlsruhe den Titel Ehrensenator verleiht, wandelt 1954 seine neue Zeitschrift „Das Ufer“ in „Bunte Illustrierte“ um. Die „Bunte“ wird die Grundlage für eine forcierte Expansion. Während Burdas Frau Aenne mit einem Schnittmusterverlag („Burda Moden“ - 2009 in "burda style" umbenannt) Erfolge feiert, kauft der „Senator“ Zeitschriften (u.a. „Freundin“) und etabliert 1948 den publicity-trächtigen Medienpreis „Bambi“. Während sich seine Söhne Franz und Frieder für Druck, Technik und Finanzen des Verlagshauses interessieren, wird der jüngste Sohn Hubert (Jahrgang: 1940) auf verlegerische Aufgaben vorbereitet. Der promovierte Kunsthistoriker muss 1970 sein erst 1969 gestartetes Männermagazin „M“ wieder einstellen und arbeitet ab 1976 als Chefredakteur der „Bunten“. Sein Vater lanciert weitere Blätter wie „Freizeit-Revue“ oder „Glücksrevue“. 1983 erwirbt Franz Burda 24,9 Prozent am Axel-Springer-Verlag (Axel Springer AG in der Mediendatenbank). Nach seinem Tod im September 1986 bekommen in einer 'Realteilung' Franz und Frieder Burda Vertriebsfirmen, Papierfabriken und Beteiligungen wie das Springer-Aktienpaket (das sie 1988 an die Verlegerwitwe Friede Springer verkaufen) zugesprochen. Der längst in München residierende Hubert Burda bekommt den Burda-Verlag, den er mit neuen Titeln nach vorne bringen will.
Zunächst muss Hubert Burda allerdings eine schwere Niederlage wegstecken: 1992 scheitert die Boulevardzeitung „Super“, die der „Bild“-Zeitung vor allem beim ostdeutschen Publikum Konkurrenz machen sollte. Abrupt zog sich der australische Verleger Rupert Murdoch, auf dessen langfristiges Engagement bei der Zeitung Burda finanziell angewiesen war, aus dem Projekt zurück. Ein Erfolg werden hingegen das in Lizenz herausgegebene Frauenmagazin „Elle“, ebenso deren deutsches Pendant „Lisa“, die in Ostdeutschland sehr verbreitete Wochenzeitschrift „Super Illu“, und vor allem das 1993 zusammen mit Helmut Markwort als Chefredakteur eingeführte Montagsmagazin „Focus“. Das Projekt, dem kaum ein Beobachter eine reale Erfolgschance eingeräumt hat, war der Versuch, das Meinungsmonopol des „Spiegel“ zu brechen und ähnliche Auflagenzahlen zu verzeichnen. „Es kann nicht sein, dass die Wirklichkeit nur aus einer Sicht gespiegelt wird“, so Hubert Burda. Der Erfolg gibt ihm recht: Das Magazin verändert die Presselandschaft im Bereich wöchentliche Nachrichten in Deutschland. Zeitweise tragen die Gewinne des Focusmagazins ein gutes Drittel des Burda-Verlagsgeschäfts.
In den neunziger Jahren beteiligt sich Burda mit dem Partner RCS Rizzoli (Kooperation von 1995 bis 2004) an der Hamburger Verlagsgruppe Milchstraße („TV Spielfilm“), die er 2004 ganz übernimmt. Zugleich übernimmt er mithilfe des Zwischenhändlers Hans Barlach, damals Verleger der Boulevardzeitung "Hamburger Morgenpost", die Gruner+Jahr-Tochter "Magazinverlag am Fleetrand" und legt die darin erscheinende Programmzeitschrift "TV Today" mit dem Konkurrenten "TV Spielfilm" zusammen. Beide Titel sind seither sowohl "nebeneinander konkurrierende Medienmarken" mit "zwei völlig separaten Titelbildern", als auch"Deutschlands größter Werbeträger unter den Kaufzeitschriften" mit identischem Inhalt. Die Burda Holding steigt zum damals größten Anzeigenvermarkter auf.
Aus dem Zeitungsgeschäft verabschiedet sich der Medienkonzern 2005, um das Portfolio zu bereinigen und sich auf Zeitschriften und Internet zu konzentrieren: Die „Schweriner Volkszeitung“ wird an den Schleswig-Holsteiner Zeitungsverlag verkauft, der 100 Arbeitsplätze streicht. Burda trennt sich auch von seinen 2.055 teilzeitbeschäftigten Zustellern.
Frühe Internet-Träume wie Europe Online (1994), das in Kooperation mit AOL Europe zum größten Internetprovider Europas aufsteigen sollte, scheiterten (1996 beendet der Konzern die Zusammenarbeit, 2002 meldet Europe Online Insolvenz an). Doch baut Burda die Sparte Burda Digital massiv aus. Längst wirft sie Gewinne ab (2008: 19,5 Prozent). 2005 ruft Hubert Burda die Digital Life Design (DLD) ins Leben: eine Konferenz in München, die digitale Innovationen auf den Gebieten Spiele, Kunst, Wissenschaft zum Gegenstand hat und Medienexperten, Politikern und Managern die Möglichkeit zum Austausch bietet. 2007 stellte beispielsweise Nicholas Negroponte auf der DLD seine „One Laptop per Child“-Intiative vor, mit der er Kindern aus strukturschwachen Ländern Zugang zur digitalen Welt verschaffen möchte. Zugleich verspricht sich Hubert Burda Medien eine Vorreiterrolle bei der Gestaltung der Digitalisierung. Dass 2010 die Teilnahme an der DLD-Conference nicht mehr gratis ist, sondern rund die Hälfte der zugelassenen Teilnehmer eine Gebühr von 2.500 Euro entrichtete, passt perfekt ins Bild der Bemühungen, mit Online-Einnahmen die zurückgehenden Erlöse aus dem klassischen Geschäft zu ersetzen.
Die Jahre 2009/2010 bilden eine Zäsur in der Unternehmensgeschichte, insofern dass Hubert Burda das operative Geschäft an seine lange aufgebauten Nachfolger übergab.
Management
Verleger Hubert Burda
Das Verlagsunternehmen war bis 2009 ganz auf den Alleinbesitzer Hubert Burda zugeschnitten, der auch dem Vorstand vorstand. Tatsächlich nutzte der ominipräsente Chef dieses Jahr dann wie angekündigt "zur Sicherung einer kontinuierlichen Führungsnachfolge in seinem Unternehmen". Zum Jahreswechsel 2010 übernahm Finanzvorstand Paul-Bernhard Kallen den Vorstandsvorsitz von Burda, der dann am 9. Februar seinen 70. Geburtstag "rauschend" (siehe Fotostrecke bei "bunte.de") begehen als "glücklichster Verleger Deutschlands" (meedia.de) nette Laudatios ("Er ist auch der einzige Mensch, den ich kenne, der mit einer gewissen Wollust Luhmann im Bett lesen kann", dichtete etwa Hanser-Verlags-Chef Michael Krüger in der "FAZ") genießen konnte.
Hubert Burda wird "als geschäftsführender persönlich haftender Gesellschafter seine verlegerische und unternehmerische Richtlinienkompetenz wie bisher aktiv und in vollem Umfang wahrnehmen". Wie Burda dem "Spiegel" sagte, sollen in "zehn bis fünfzehn Jahren" seine Kinder die Führung des Konzerns übernehmen, der weiterhin ganz in Familienbesitz bleiben solle.
Auch in seinem letzten Jahr als operativer Chef hatte Hubert Burda Gespür für Themensetzung auf der Höhe der Zeit gezeigt. So wurde seine Äußerung (auf der von seinem Unternehmen veranstalteten "Digital Life Design-Konferenz") von den "lousy pennies", die sich im Internet lediglich verdienen ließen, ebenso breit zitiert wie seine Attacken gegen den Suchmaschinen-Giganten Google. Seine Beiträge wie "Journalismus im Internet/ Wir werden schleichend enteignet", der sich in der "FAZ" vor allem gegen "Google News" wandte ("Onlinewerbung funktioniert. Aber sie landet vor allem bei Suchmaschinen wie Google oder Yahoo"), wurden off- und online umfassend diskutiert (siehe Altpapier, Carta).
Schon seit Hubert Burda sich vom übermächtigen Bild des Vaters Franz emanzipiert und mit dem spektakulären Erfolg "Focus" auch als politischer Verleger etabliert hat, pflegt er den Gestus, klare Worte zu sprechen und einen patriarchalischen Führungsstil, um den Mitarbeitern das Gefühl zu geben, Teil einer großen Familie zu sein. Da wirkt die Haltung des Vaters („Wir sind autoritär, aber mir machen's lustig“) fort. Der Verleger malt und singt gern oder spielt Trompete, tritt als Kunst- und Kulturmäzen hervor und zeigt sich an Kunst und Wissenschaften (Hirnforschung) interessiert. Burda genießt sein schillerndes Image, das auch vom populären "Bambi" profitiert. Die glamouröse Preisverleihung, um deren Austragung seit einigen Jahren deutsche Großstädte wie München, Berlin und andere konkurrieren, wird im ARD-Programm stets live übertragen. Dieser Vertrag läuft bis 2011; damit werde "das Engagement des Senders für Bambi und damit für das Haus Hubert Burda Media in der Vergangenheit gewürdigt", so eine Verlagsmitteilung.
Burda ist verheiratet mit der studierten Ärztin und Schauspielerin Maria Furtwängler, bekannt vor allem als niedersächische NDR-"Tatort"-Kommissarin und aus Filmen wie "Die Flucht" im ARD-Programm.
Tief getroffen hat Burda der Tod seines Sohnes Felix. Die Felix Burda Stiftung wurde 2002 ins Leben gerufen, um die Zahl der tödlichen Darmkrebserkrankungen zu reduzieren, indem sie für die Früherkennung wirbt.
Medienpolitisch und in Debatten um das Internet tritt Burda vor allem in seiner Eigenschaft als Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) in Erscheinung - auch wenn es um Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender geht. Mitunter gerät dieses Engagement in Konflikt mit seinen Geschäftsbeziehungen. So verursachte 2008 eine angekündigte Kooperation mit der Deutschen Post, damals ein Lieblingsfeind der deutschen Verleger, Aufregung: Burdas Verlagsgruppe Milchstraße wollte mit ihrer Programmzeitschriften-Kompetenz "Einkauf aktuell", die wöchentlich gemeinsam mit reinen Werbeprospekten in bis zu 17,6 Millionen Briefkästen gestopfte Gratis-Fernsehprogrammübersicht der Post, unterstützen. Acht Tage später wurde die bereits heftig kritisierte Kooperation auf Eis gelegt.
Burdas Nachfolger
Zu seinem Nachfolger als Vorstandschef bestimmte Hubert Burda mit Paul-Bernhard Kallen einen Volkswirt und ehemaligen McKinsey-Berater. Kallen agiert als Vorstand Technologie, Finanzen, Ausland, dem die Geschäftsbereiche Burda Digital, die Tomorrow Focus AG, Abantis (Internet-Portale) und Burda Druck unterstehen. Seinen ersten Auftritt als neuer Chef hatte Kallem bei der Burda-Veranstaltung DLD. Auch strategisch hat Hubert Burda eine klare Regelung getroffen und Philipp Welte als starken Mann für die inländischen Verlage und verlagsnahe Dienstleistungen etabliert.
Der ehemalige Burda People Group-Geschäftsführer Welte war erst 2007 zu Axel Springer gewechselt, kam aber schon 2008 zurück, als Burdas langjähriger Stellvertreter im Vorstand, sein Schulfreund Dr. Jürgen Todenhöfer (jenseits der Branchengrenze durch Bücher wie "Wer weint schon um Abdul und Tanaya?" bekannt), in den Ruhestand ging und ein Nachfolger gebraucht wurde. Welte organisiert seither mit seinem "Change"-Programm den verschachtelten Konzern kräftig um. Im Sommer 2010 werden rund 40 Maßnahmen im Rahmen dieses Programms protokolliert.
Was mit zu Weltes schneller Rückkehr beigetragen haben dürfte: der schnelle Abschied der erst zum April 2008 überraschend als als Cross Media-Vorstand verpflichteten Christiane zu Salm, Gründerin des umstrittenen "Transaktionssenders" 9Live, noch im selben Jahr (Pressemitteilung). Die Presse spekulierte intensiv über die Gründe ("Vielleicht war sie einfach zu amerikanisch, zu unbekümmert, zu jugendlich für das patriarchalisch geführte Haus", "SZ"; "Geklappt hat in ihrer kurzen Zeit bei Burda eigentlich nichts", "taz"). Damit ist vor allem das Geschäftsfeld Handy-TV gemeint, in dem sich Burda und die Verlagsgruppe Holtzbrinck engagierten, ohne es in Deutschland vorantreiben zu können.
Weitere Manager
Den Vorstandsposten für Finanzen gab Kallen im Juli 2010 und damit schon ein Jahr früher als zunächst geplant an seinen bisherigen Stellvertreter Holger Eckstein ab.
„1. Journalist“ darf sich „Focus“-Gründer Helmut Markwort, Jahrgang 1936, nennen, dem die „Focus“-Gruppe, Broadcast und die „Lifestyle-Community“ unterstehen, zu der unter anderem die Playboy Deutschland Publishing GmbH und die Hamburger Verlagsgruppe Milchstraße gehören. Der 15. Geburtstag des Montagsmagazins im Januar 2008 groß gefeiert - unter anderem, indem die Münchner "als erstes Nachrichtenmagazin Deutschlands" ihr Print-Archiv kostenfrei online stellten. Die Artikel aller Hefte seit 1993 mit Ausnahme der beiden jeweils neuesten sind verfügbar. Damit kam der man dem "Spiegel" kurz zuvor.
Nachdem die Auflage des "Focus" bei weiterhin gemessener großer Reichweite lange schwächelte, wurde sie im Quartal IV/ 2009 auf 579.787 verkaufte Exemplaren stark bereinigt ("Wir haben ... den ökonomisch nicht mehr tragbaren Abo-Prämienwettlauf endgültig beendet" und "die Bordauflagen ... deutlich reduziert"), vollzieht sich 2009/ 2010 etwas schleppend der Übergang zu Markworts Nachfolgern beim "Focus". Neuer Chefredakteur ist seit 1. Juli, gemeinsam mit Uli Baur, Wolfram Weimer, der zuvor an einem schon vor seinem Antritt geplanten Relaunch nur als "Entwicklungschef" mitwirkte. Über mögliche Rivalitäten zwischen Weimer und Markwort wurde und wird gern spekuliert. Weimer will den vor allem mit Markwort verbundenen Slogan "Fakten, Fakten, Fakten" durch "Relevanz, Relevanz, Relevanz" ersetzen (siehe wuv.de). Markwort bleibt Herausgeber.
Geschäftsfelder
Die Burda Media Holding gliedert sich in die Geschäftsbereiche Verlag Inland und Verlag Ausland, Digital, Direktmarkteting und Druck. Den größten Anteil am Umsatzerlös haben die Verlags-Bereiche. Im Jahr 2008 erwirtschafteten sie 686,9 (Inland) bzw. 419,9 Mio. Euro (Ausland). 2009 sanken diese Umsatzerlöse auf 606,6 bzw. 343,2 Mio. Euro. Es folgen Burda Digital, Burda Direktmarketing und Burda Druck. Im Jahr 2012 sollen die Bereiche Digital und Direktmarketing ca. 50% des Gesamtumsatzes ausmachen. 2008 erwirtschafteten der Digital-Bereich 19,5 Prozent, 2009 dann bereits 23,9 Prozent der Umsätze. Das Direktmarketing trug 8,1 Prozent (2008: 8,1 Prozent) zum Gesamtergebnis bei.
2009 setzt der neue starke Mann bei Burda, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende und Zeitschriften-Vorstand Philipp Welte, sein nicht zuletzt auf Kostensenkung zielendes "Change-Programm" mit den "strategischen Dimensionen" "Concentrate. Integrate. Innovate" um, das er mit einer viel diskutierten E-Mail an die Mitarbeiter ("Auch die deutsche Industrie steckt mittlerweile in einem furchtbaren Abwärtstrudel und reißt die Welt der Medien über gekappte Marketing-Budgets sukzessive mit hinab in die Tiefe") einleitete.
Im Rahmen dieses Programms werden die Grenzen zwischen klassischen Geschäftsbereichen zusehends aufgehoben. So bündelte Burda als "deutscher Marktführer im Food-Journalismus" seine Marken dieses Segments (wie die Zeitschriften "Meine Familie & Ich", "Lust auf Genuss", den Fernsehsender TV.Gusto und Web-Angebote wie bongusto.de) unter dem Dach von "Burda Food.net". Mit der "Style Group" wurde "eines der größten deutschen Medienunternehmen mit journalistischen Angeboten für Frauen" aus der Burda People Group (u.a. "Bunte", "InStyle") und dem ebenfalls in München ansässigen Verlag Arabellastrasse ("Elle", "Freundin") mit gemeinsamer Online-Redaktion integriert. Zuletzt organisierte Welte das "Burda Community Network GmbH" als "höchst sensible 440-Millionen-Euro Schnittstelle zwischen der Markenwelt unserer Kunden und der Medienwelt unseres Hauses", also als zentrale Vermarktungsorganisation für Hubert Burda Media. 2010 wurde der Bereich "Burda Digital" neu strukturiert (siehe unten bei "Digital").
Verlag
Hubert Burda Media und seine Partnerverlage publizierten 2009 weltweit 268 Titel (2008: 261), davon 77 im Inland. Zur Verlagsgruppe gehören die in München ansässigen Verlage Arabellastraße („Elle“, „Freundin“), die Burda People Group („Amica“, „Bunte“) und die Focus Magazin Verlag GmbH („Focus“, „Focus Money“). In Offenburg residieren die Medien Park Verlage („Freizeit Revue“, „Burda Modemagazin“, „Lisa“, „young“). Ferner gehören der Super Verlag („SUPERillu“) in Berlin und die Hamburger Verlagsgruppe Milchstrasse („fit for fun“, „TV Spielfilm“) zum Konzern.
Burda Yukom ist innerhalb der Burda-Gruppe für das Verlegen interner und externer Unternehmenspublikationen zuständig und gehört nach eigenen Angaben zu den größten Corporate Publishers innerhalb Europas. Im Yukom-Verlag erscheinen über 80 Print- und Online-Publikationen für externe Kunden. 2009 übernahm Hubert Burda Media die 25,1 Prozent an der Gesellschaft, die zuvor noch der Unternehmensgründer Manfred Hasenbeck hielt.
Die "Bunte", eines der Burda-Flaggschiffe, geriet Anfang 2010 in bösere Schlagzeilen des "Stern" (Gruner + Jahr): Die angebliche Beauftragung einer externen Agentur mit "Recherchen" über das Privatleben von Politikern wie Franz Müntefering und Oskar Lafontaine bescherte der "Bunten" viel Kritik - auch von Politikern wie der früheren Bundesjustizministerin Brigitte Zypries und Renate Künast. Philipp Welte wiederum gegenüber der "FAZ" wütend vom "journalistischen Sonnendeck des 'Stern'", vom "Irrglaube, man habe ein höheres Entrüstungsguthaben" und "moralintrunkenen Hamburger Kollegen"), zur eskalierenden Aufregung verfasste "Bunte"-Chefredakteurin Patricia Riekel gleich mehrere Stellungnahmen.
Im Jahr 2009 verkaufte Burda 389 Millionen Exemplare seiner Zeitschriften in Deutschland (2007: 398,5 Mio.). Im lange insgesamt stagnierenden, seit 2008 rückläufigen Inlandsmarkt liefert sich Burda mit den Konkurrenten Bauer und Gruner + Jahr einen harten Kampf um die Marktführerschaft. Auf Grundlage der Reichweitenanalyse MA Pressemedien I reklamiert Hubert Burda Media auch 2009 seine Marktführerschaft im deutschen Lesermarkt mit einer Reichweite von 51,9 Prozent vor Springer (49,5 Prozent) und Bauer (48,6 Prozent). Stark angestiegen ist der Auslandsumsatz, der 2008 24 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachte.
Bei Investitionen in Zeitschriften richtet sich der Blick häufig zugleich auf das Internet, etwa bei der Übernahme der zuvor vom Vogel-Verlag (Würzburg) gehaltenen Hälfte der Anteile am Computermagazin "Chip" (2007). Ebenfalls 2007 brachte die Burda Lifestyle Community zwei regionale Testausgaben des Magazins "Ivy" heraus, gab das Projekt dann wieder auf, obwohl die potenzielle Reichweite zunächst noch auf 21 Millionen deutsche Mitglieder der LOHAS-Zielgruppe (Lifestyle of Health and Sustainability) geschätzt worden war.
Im Rahmen des "Change"-Programms wurden 2009 die Internet-Zeitschrift "Tomorrow" und die Frauenzeitschriften "Young" und "Amica" eingestellt, am Standort Offenburg Schlussredaktionen geschlossen sowie Stellen in den Bereichen Marketing und Vertrieb gestrichen.
Mit der WAZ-Gruppe und dem Vertriebsunternehmen MZV (Moderner Zeitschriften Vertrieb) schloss Burda 2009 eine "strategische Allianz für den nationalen Vertriebsmarkt". Bei kartellrechtlicher Zustimmung soll das neue Gemeinschaftsunternehmen "mit einem Marktumsatz von über 500 Millionen Euro und einem Marktanteil in Deutschland von 20 Prozent" zur "Nummer zwei im deutschen Pressevertrieb" werden. Den Schritt versteht Burda auch "als klares Bekenntnis zum deutschen Grosso-System".
Direktmarketing
Burda Direct verfügt nach eigenen Angaben über 200 Mio. Kundenkontakte, 300 Dienstleistungsaufträge und 1.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist in den Bereichen People & Data Dienstleistungen, Zeitschriftenabonnements, Vorteilsangebote, Sport-Marketing (Burda Sports Group) auch international aktiv. Angeboten werden Leistungen im Bereich E-Business und Customer Relationship Management (CRM), der Betrieb von Community-Plattformen sowie Call-Centern und die Verknüpfung von On- und Offline-Marketing.
Nach einer Neufassung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb erregte Burda mit der Drohung Aufsehen, Call-Center von den inländischen Standorten Schwerin und Schutterwald nach Polen und Frankreich zu verlegen. Mit der Publikumsmesse "Lust auf Genuss" in Stuttgart intensivierte Burda - wie auch der Mitbewerber Gruner+Jahr - sein Engagement im Messegeschäft.
Druck
Am Stammsitz des Unternehmens in Offenburg werden Massenblätter wie „Freizeit-Revue“, „Glücks-Revue“ oder „Lisa“ gedruckt, die anzeigenorientierten Blätter wie „Focus“, „Elle“ oder „Bunte“ in München. Hinzu kommt die Druckereien in Vieux-Thann (Frankreich). Wegen Überkapazitäten im europäischen Tiefdruckmarkt und Nachfragerückgang schloss der Konzern 2009 seine Tiefdruckerei im slowakischen Bratislava.
Digital
Der verschachtelte Burda Digital gilt bereits als zweite tragende Säule des Verlags. Zum 1. Juli 2010 bündelte der Konzern mehr als 40 Unternehmen und Beteiligungen im digitalen B2C (Business-to-Consumer)-Bereich. Die neue Sparte "Burda Digital" sieht sich als "eines der führenden europäischen Internetunternehmen mit Anbindung an ein Medienhaus": "Der Gesamtumsatz der Unternehmen und Beteiligungen beträgt 670 Millionen Euro, Burdas konsolidierter Anteil beträgt 380 Millionen Euro". Geschäftsführer sind Kallen und Jörg Lübcke als als Geschäftsführer Finance & Operations.
BD ist in sechs Säulen gegliedert (Übersicht): Burda ConsumerTech Group (u.a. chip.de, Online-Shops wie Cyberport), die zu rund 60 Prozent zur Burda-Gruppe gehörende Tomorrow Focus AG, die ebenfalls börsennotierte Xing AG (rund 29 Prozent bei Burda), DLD als Veranstalter der internationale Digitalkonferenz DLD ("Digital Life Design", inzwischen auch als DLDwomen zu haben) wie auch als Holding für internationale Beteiligungen, z.B. an Glam Media, und Burda Digital Entertainment (Online-Gaming und Mobile, Burda:Ic, Burda Wireless...).
Die Tomorrow Focus AG entwickelt, betreibt und vermarktet rund 50 Marken im Internet (u.a. focus.de, tvspielfilm.de, max.de, fitforfun.de, cinema.de), rangiert unter den deutschen Internet-Vermarktern 2010 auf Platz zwei hinter der Deutschen Telekom (siehe "FAZ-Netzökonom") und dürfte von der inzwischen kartellrechtlich gebilligten Allianz der deutschen Internet-Vermarkter Seven One Media (ProSiebenSat.1), G + J Electronic Media Sales (Gruner + Jahr/ Bertelsmann), IP Deutschland (RTL-Group/ Bertelsmann) weiter profitieren. Dieses in Düsseldorf ansässige Unternehmen soll den Namen "Ad Audience" tragen und nach eigenen Angaben rund drei Viertel der deutschen Internetnutzer erreichen (ebd.). Vor allem soll es mit der gewaltigen Werbemacht von Google konkurrieren können.
Zu den wichtigsten Beteiligungen der Tomorrow Focus AG gehören Anteile an der HolidayCheck AG (inzwischen 80 %) und der EliteMedianet GmbH. 2009 übernahm sie für rund 13 Mio. Euro auch die letzten 36,93 Prozent am Betreiber des hochprofitablen Partnervermittlungsportals elitepartner.de (nachdem sie 2007 für 58 Prozent 8,4 Millionen Euro bezahlt hatte). Die HolidayCheck AG betreibt ein Hotel-Bewertungsportal von und für Urlaubsreisende. Vor allem allem solche E-Commerce-Angebote, weniger redaktionelle Angebote, sorgen für Gewinne bei Tomorrow Focus.
Weitere im Lauf der Jahre angesammelte Burda-Beteiligungen, die von der Umtriebigkeit des Konzerns im Digitalgeschäft zeugen, sind u.a.: die sevenload GmbH, die eine Videoplattform nach YouTube-Vorbild betreibt, der Online-DVD-Verleih Amango, das Spiele-Portal GamesDuell und die Community Hallohund (Slogan: "Grund zum Wedeln"). 2008 stieg Hubert Burda Media für einen ungenannten Kaufpreis bei "Glam Media" ein, dem nach eigenen Angaben reichweitenstärksten Frauennetzwerk im Internet (New York, Brisbane/ Kalifornien) und einer "der am schnellsten wachsenden globalen Medienmarken im Internet". Nach erfolgreicher Markteinführung von glam.de in Deutschland baute Burda 2009 wie auch erneut im Februar 2010 mit "mehr als 30 Millionen Euro" seine Beteiligung aus. "Glam ist das Netzwerkmodell der Zukunft. Wir können Reichweite aufbauen, ohne eigene Ressourcen einzusetzen", wird Manager Marcel Reichart zitiert. 2009 startete mit brash.de ein nach gleichem Muster aufgebautes "Männernetzwerk". Außerdem übernahm Burda zu einem nicht genannten Preis die Wissenscommunity "Lycos iQ" von der aufgelösten Bertelsmann-Beteiligung Lycos Europe GmbH sowie mehrheitlich den britisch-deutschen "Restplatzvermarkter" Adjug, der unverkaufte Werbeplätze im Internet vermittelt. Der Preis für 37,8 Prozent (insgesamt hält Tomorrow Focus nun 55,8 Prozent der Anteile) soll im zweistelligen Millionenbereich gelegen haben.
Einen spektukläre Transaktion tätigte Burda Digital im Herbst 2009 durch den Kauf von 25,1 Prozent des deutschen Business-Netzwerks Xing - nachdem zuvor über einen Kauf der börsennotierten Unternehmens durch den US-Wettbewerber LinkedIn spekuliert worden war. Damit ist Hubert Burda Media größter Aktionär der Xing AG - und auch auf dem Feld der sozialen Netzwerke vertreten, denen Experten große Bedeutung für die künftige Entwicklung des Mediengeschäfts zusprechen.
Vor dem Hintergrund von Hubert Burdas regelmäßiger Kritik an Google und dessen Google News sorgte ferner der Start der eigenen Nachrichtenaggregatoren finanzen100.de und nachrichten.de ("FAZ": "Ein Nachrichtenportal ganz ohne Redakteure") in Deutschlands Medienszene für Aufsehen. Für diese Online-Angebote werden hunderte von Online-Nachrichtenquellen durchsucht. Die Gewichtung bleibt allein Algorithmen überlassen. Die Urheber der Inhalte sollen an den Werbeerlösen beteiligt werden. Ob diese Rezepte aufgehen, beobachtet die Branche gespannt. Mit der Unternehmensgruppe M. DuMont Schauberg, die die traditionsreiche Netzeitung seit 2010 ganz ohne Redaktion betreibt, gibt es bereits Nachahmer.
Rundfunk und digitaler Rundfunk
Die Burda Broadcast GmbH und die Focus TV-Produktions GmbH ergänzen den Geschäftsbereich Digital des Offenburger Konzerns um mehr als 30 direkte und indirekte Radio- und TV-Beteiligungen wie „BB Radio“, „Ostseewelle“und „Antenne Bayern“. Die Focus TV-Produktions GmbH stellt regelmäßig Formate für ProSieben, RTL, Sat.1, VOX, RTL2 und andere Privatsender her und betreibt den Sender „Focus Gesundheit“, der seit Anfang 2010 nicht mehr über die größte deutsche Pay-TV Plattform Sky (vormals: Premiere) zu empfangen ist. Schon 2008 wurden Pläne für zwei Bezahlsender zu den Themenfeldern Haus & Garten und Reisen auf Eis gelegt. Auch ein zu Christiane zu Salms Zeiten angekündigter Versuch, mit Fußballrechten ins Pay-TV-Geschäft einzusteigen, blieb ergebnislos. Die regelmäßige Sendung "Focus TV" auf Pro Sieben strich der Sender 2009 aus seinem Programm (dwdl.de). Das gibt Gerüchten über die Zukunft von Burdas Fernseh-Sparte Raum.
Ihre Beteiligung am digitalen "Feinschmeckerkanal" TV Gusto baute Hubert Burda Media dagegen über die Konzerntochter Abantis auf 83,5 Prozent (von 50) aus. 2009 wurde TV.Gusto unter dem Dach des "Burda Food.net" eingeordnet und wandelte sich inzwischen ins Pay-TV-Angebot "Bongusto". Die Sendungen des Kochsenders, zu denen nun auch Lizenzeinkäufe von der BBC zählen, werden "nur noch über die Netze von Kabel Deutschland, Unitymedia, Kabel BW sowie im IPTV von Telekom, Alice und Arcor" verbreitet, nicht mehr digital via Satellit und online (siehe dwdl.de). Burda berichtet von "mehr als 1,1 Millionen Abonnenten" des Spartenkanals.
Am Free-TV-Sender RTL 2 ist die Hubert Burda Media GmbH mit 1.1% Prozent beteiligt. Seine 51-prozentige Beteiligung am 2007 gestarteten landesweiten österreichischen Fernsehsender Austria 9 verkaufte Hubert Burda Media 2009 an die Mitgesellschafter Conrad Heberling und Josef Andorfer. Zu dem Zeitpunkt rangierte Austria 9 bei einem Marktanteil von unter einem Prozent in Österreich.
Auch Burdas Beteiligung im Bereich mobiles Fernsehen hat sich nicht ausgezahlt. Der zur Fußball-EM 2008 anvisierte Start des Handy-Fernsehens auf Basis des Standards DVB-H, zu dem sich die Burda-Gruppe 2006 mit der Georg-von-Holtzbrinck an der Neva Media GmbH beteiligt hatte, gelang nicht. Das Gemeinsamschaftsunternehmen Mobile 3.0 erhielt zwar 2007 von den Landesmedienanstalten den Zuschlag als Betreiber eines DVB-H-Netzes, doch verzögerten sich weitere Genehmigungsverfahren. Mehr als ein Testbetrieb mit "über 150 Personen" kam nie zustande. "Zum jetzigen Zeitpunkt haben noch nicht alle Landesmedienanstalten eine Sendelizenz an Mobile 3.0 vergeben, so dass es aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist, zur Fußball-EM Mobile-TV auf der Basis von DVB-H in dem ursprünglich geplanten Umfang anzubieten", kommentierte Mobile 3.0 süßsauer die Probleme mit dem föderalistischen deutschen Mediensystem. Auch 2010 gibt es weiterhin kein nennenswertes Handyfernseh-Angebot in Deutschland.
Engagement im Ausland
Die Anzahl der von Hubert Burda Media verlegten ausländischen Titel stieg zuletzt wieder auf 191 Titel (2009), doch sank der Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz (2009: 21,6 Prozent). 143 der ausländischen Zeitschriften erscheinen bei Burda Eastern Europe (Russland, Ukraine, Kasachstan, Polen, Tschechien und Rumänien). Ansonsten ist Burda in Frankreich, Großbritannien und auf dem asiatischen Markt aktiv und vergibt Lizenzen (Slowenien, Kroatien und Serbien).
Angestoßen wurde das Auslandsgeschäft 1987 durch die Veröffentlichung von „Burda Moden“ in der UdSSR als erste westliche Illustrierte. Eine 1995 mit dem italienischen Verlagshaus RCS Rizzoli Corriere della Sera (heute: RCS Media Group) eingegangene Kooperation (Hubert Burda Media übernahm 40% an der Zeitschriftengruppe RCS Periodici, während das italienische Verlagshaus 20% an der Burda Verlag Osteuropa GmbH, und je 50% an der Burda Rizzoli Verlagsbeteiligungen GmbH und der Burda RCS International Holding GmbH erhielt) wurde ab 2004 schrittweise wieder aufgelöst.
2003 gelingt der Einstieg in den französischen Printmarkt über den Kauf von Anteilen am Verlag Catherine Nemo Holding, 2006 wird das englische Verlagshaus Essential Publishing übernommen. 2007 erwirbt Hubert Burda Media 49 Prozent der Anteile am tschechischen Verlag Hachette Filipacchi. In England erwarb Hubert Burda Media 2008 von Rupert Murdochs "News International" das wöchentliche britische Frauenblatt "Love it".
Auch Burdas Druck-Geschäfte sind international. 2008 ging Burda Druck ein Joint Venture mit dem indischen Tageszeitungsverlag Hindustan Times Media Ltd. ein, um in Neu-Delhi ein gemeinsames Tiefdruckunternehmen im Wachstumsmarkt Indien aufzubauen.
Aktuelle Entwicklungen
Die Geschäftszahlen fürs Jahr 2009 (Geschäftsbericht/ PDF) stellte der neue Vorstandsvorsitzende Paul-Bernhard Kallen im Juni vor - passend zu Burdas neuem "Social Media Newsroom" im Internet auch in Form eines knapp zweiminütigen Youtube-Videos.
"Weniger Umsatz, mehr Gewinn" (meedia.de), lässt sich das Ergebnis zusammenfassen. Der Umsatz sank um mehr als neun Prozent auf 1,59 Mrd. Euro. Die Gewinne stiegen dennoch, vor allem wegen Sparmaßnahmen und guten Internet-Geschäften. Stolz zeigten sich die Manager darauf, im allgemeinen Krisenjahr 2009 das "drittgrößte Investitionsvolumen der Konzerngeschichte" aufgebracht zu haben. Es habe Investitionen in Höhe von 211,8 Millionen Euro gegeben. Vor allem der spektakuläre Einstieg bei der Xing AG trug dazu. Über eine Erhöhung des derzeit rund 29-prozentigen Anteils wird nachgedacht.
Zugleich kündigten die Burda-Chefs im "manager magazin) einen gewissen Kurswechsel an: die "Internet-Aktivitäten ... deutlich reduzieren zu wollen". So wurde bequeen.de, eines der zahlreichen Frauenportale Burdas, im Juli als eigenständiges Objekt eingestellt.
Damit einher geht eine kleine Reihe neuer Zeitschriften, die 2010 überwiegend zunächst probeweise auf den Markt kamen. Sie "dokumentieren den festen Glauben an den Erfolg von Zeitschriften. Deshalb gibt es im Vorstandsbereich Verlage einen Entwicklungsetat in zweistelliger Millionenhöhe", heißt es offiziell.
Der nach Zahlen spektakulärste neue Titel ist die wöchentliche Halbmillionen-Zeitschrift "Chatter, das neue Starmagazin", die Werbekunden "500.000 Exemplare garantierte verkaufte Auflage!" verspricht. Das 50 Cent teure Billigblatt soll Zeitschriften der Rivalen Klambt ("Grazia", "Ok!" ) und Bauer Konkurrenz machen
Zweimonatlich regelmäßig erscheint "Mein schönes Land" - ein Versuch, vom in allen deutschen Großverlagen fasziniert beobachteten Erfolg der Zeitschrift "Landlust" (Landwirtschaftsverlag GmbH, 48084 Münster) zu partizipieren. Weitere Neuerscheinungen sind die zuvor unabhängig erschienene "Alley Cat" - ein Erotikmagazin für 18- bis 29-jährige Leserinnen und "Donna" als "Mitglied der 'freundin'-Familie".
Links
Informationen des Unternehmens:
Presseberichterstattung:
- Frankfurter Allgemeine Zeitung: Gastbeitrag von Hubert Burda - Journalismus im Internet - „Wir werden schleichend enteignet“ (30.06.2009)
» "Burda setzt auf TV und Internet" ("SZ", 17.6.2008)
» "Wie ARD und ZDF den Wettbewerb verzerren" ("FAZ"-Interview mit Hubert Burda, 21.05.2008)
» Golem: Handy-TV: Mobile 3.0 soll DVB-H-Plattform betreiben
» FAZ: YouTube ist heute unser Warhol – Streitgespräch mit Hubert Burda und Albrecht Müller (05.07.2007)
» manager magazin: Die neuen „Kabelnetzbetreiber“ (17.10.2006)
» SZ: Interview mit Hubert Burda (04.02.2005)
» Die Zeit: Unverstanden aber glücklich (1998)
News
20.04.10 / Axel Springer AG, WAZ Mediengruppe, Hubert Burda Media Holding
Axel Springer AG: Einstieg bei Stefan Austs neuem Magazin?
Die Axel Springer AG hat nach Medienberichten Interesse an einer Beteiligung an Stefan Austs Magazin-Projekt. Die Entwicklung des neuen Nachrichtenmagazins, das unter dem Arbeitstitel "Die Woche" firmiert, wurde von der...
» mehr29.01.10 / Hubert Burda Media Holding, Georg von Holtzbrinck GmbH
Studie: 2009 weniger Transaktionen in der Verlagsbranche
Im vergangenen Jahr hat es deutlich weniger Übernahmen und Beteiligungen auf dem Markt der deutschen Verlage gegeben als 2008. Die Zahl der Deals sank infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise erstmals seit 2004, ergab eine...
» mehr11.12.09 / Hubert Burda Media Holding
Hubert Burda benennt Nachfolger
Hubert Burda Media steht vor einem Führungswechsel. Am 01.01.2010 wird Paul-Bernhard Kallen den Vorstandsvorsitz von Hubert Burda übernehmen, wie das Unternehmen mitteilte. Der 69-jährige Verleger werde aber geschäftsführender...
» mehr